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TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN
ZUR GESCHICHTE DER
ALTCHRISTLICHEN LITERATUR
ARCHIV FÜR DIE VON DER KIRCHENVATER-COMMIS8ION
DER ZGL. PREÜSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UNTERNOMMENE
AUSGABE DER ÄLTEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER
HERAUSGEGEBEN VON
ADOLF HAMACK und CARL SCHMIDT
DRITTE REIHE — ERSTER BAND
DER GANZEN REIHE XXXI. BAND
LEIPZIG
J. C. HINRICHS'sche BUCHHANDLUNG
1907
Digitized by the Internet Archive
in 2011 with funding from
University of Toronto
http://www.archive.org/details/texteunduntersuc31akad
INHALT DES 1. BANDES DER DRITTEN REIHE
(DER GANZEN REIHE XXXI. BAND)
Irenäus, des heiligen, Schrift zum Erweise der apostolischen Ver-
kündigung. Eiq inlösi&v xov anooiokixov xrjQiyfjiaToq. In
armenischer Version entdeckt, hsrg. und ins Deutsche über-
setzt von Licc. Dr. Karapet Ter-Mekerttschian und Erwand
Ter-Minassiantz. Mit einem Nachwort und Anmerkungen von
Ad. Harnack. VIII, 69 u. 08 S. 1907.
Bonwetsch, G. Nathanael, Die unter Hippolyts Namen überlieferte
Schrift über den Glauben. Nach einer Übersetzung der in
einer Schatberder Handschrift vorliegenden georgischen Ver-
sion. 36 S.
Koch, Hugo, Vincenz von Lerin und Gennadius. Ein Beitrag zur
Literaturgeschichte des Semipelagianismus. 22 S.
— Virgines Christi. Die Gelübde der gottgeweihten Jungfrauen
in deu ersten drei Jahrhunderten. 54 S. 1907.
Schermann, Theodor, Propheten- und Apostellegenden. Nebst Jün-
gerkatalogen des Dorotheus und verwandter Texte. VII, 368 S.
1907.
Schalkhausser, Georg, Zu den Schriften des Makarios von
nesia. V, 218 S. 1907.
Heft 1
Heft 2
Heft 3
Heft 4
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AUSGABE DER ÄLTEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER
HERAUSGEGEBEN VON
ADOLF HAMACK und CAEL SCHMIDT
DRITTE REIHE — ERSTER BAND 1. HEFT
DER GANZEN REIHE XXXI, 1
LEIPZIG
J. C. HINRICHS'scbe BUCHHANDLUNG
19i>7
Verlag der J. C. HlNRICHS'schen Buchhandlung in Leipzig.
DIE GRIECHISCHEN CHR1STL. SCHRIFTSTELLER
(Fortsetzung von der zweiten Umschlagseite.)
Origenes. Schrift vom Martyrium (exhortatio). — Die acht Bücher gegen Celsus.
— Die Schrift vom Gebet (de oratione). Herausg. von P. Koetschatj.
Mit Einleitung und dreifachem Register. (29% und 343/s Bogen). [Origenes
Band I/LI] 1899, M. 28 —
— Jeremiahomilien. — Klageliederkommentar. — Erklärung der Samuel- um]
Königsbücher. Hrsg. v. E. Klostermann. Mit Einleitg. u. dreif. Eeg. (25 XU
Bogen). [Origenes Band LLI] 1901. M. 12.50
— Der Johanneskommentar. Hrsg. v. E. Preuschen. Mit Einleitg. u. vierf. Reg.
(48V2 Bogen). [Origenes Band IV] 1903. M. 24.50
Gebunden in geschmackvolle Ealbfranxbände je M. 2.50 mehr.
*Vorläufig nur in Interimskartonage je 50 Pf.
Nicht nur die "Werke der Väter im kirchlichen Sinne des Wortes, sondern
alle in griechischer Sprache geschriebenen Urkunden des ältesten Christen-
tunis (einschließlich der gnostischen, der zuverlässigen Märtyreracten usw.) sollen
in kritischen, nach einem einheitlichen Plane gearbeiteten Ausgaben vorgelegt
werden. Wo die Originale nicht mehr vorhanden sind, treten die alten Über-
setzungen ein. Die Ausgaben erhalten außer einem vollständigen Apparat
historisch orientierende Einleitungen und Register und sie sollen sowohl in
philologischer als in historisch-theologischer Hinsicht den Anforderungen ent-
sprechen, die heute mit Recht an solche Veröffentlichungen gestellt werden.
Die neue Ausgabe der griechischen christlichen Schriftsteller — zu-
nächst der ersten drei Jahrhundertc — ist daher berufen den verschiedensten
Forschungen zu dienen. Wer eine Antwort auf die Frage sucht, wie die Funda-
mente unserer Kultur in der Verbindung von Christentum und Antike gelegt
worden sind, wer die Entstehung der katholischen Reichskirche ermitteln will,
wer die Ursprünge der Verfassungsformen, die das mittelalterliche Europa be-
herrscht haben, studiert, sieht sich auf die patristische Literatur gewiesen,
und diese Literatur ist auch der Mutterschoß der Literaturen aller romanischen
und germanischen Völker gewesen.
Im Druck befinden sich:
Eusebius. Kirehengeschichte bearb. von Ed. Schwartz, Göttingen. 2. Hälfte mit
Rufina Lateinischer Übersetzg. bearb. v. Theodor Mömmsen (f).
Die Esra- Apokalypse IV. Esra) bearbeitet von B. Violet in Berlin.
Der Umfang dieser monumentalen Ausgabe Läßt sieh im Voraus nur autuihernd
berechnen. Ins Auge gefaßt sind etwa 50 (einzeln käufliehe) Bände.
Jähr/ich noch nicht 20 Mark hat die Anschaffung der ganzen Reihe bisher durch.
schniülieh beansprucht, ein Betrag, der gewiss auch Jeder kleinen Bibliothek die Subscrip-
tion möglich macht, um sity die vollständige so wertvolle Sammlung zu siehern.
Leipzig, Dezember 1906.
3- C. gtnncfVfcrk $uc00an*fun$.
DES HEILIGEN IRENÄÜS
SCHRIFT ZUM ERWEISE
DER APOSTOLISCHEN VERKÜNDIGUNG
EIZ EniJElSlN
TOT AnOZTOAIKOT KHPTTMATOS
IN ARMENISCHER VERSION ENTDECKT
HERAUSGEGEBEN UND INS DEUTSCHE ÜBERSETZT
VON
Lic. Dr. KARAPET TER-MEKERTTSCHIAN
UND
Lic. Dr. ERWAND TER-MINASSIANTZ
MIT EINEM NACHWORT UND ANMERKUNGEN
VON
ADOLF HARNACK
LEIPZIG
J. C. HINRICHS'sche BUCHHANDLUNG
1907
OCT U '9*7
TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN
ZUR GESCHICHTE DER ALTCHRISTLICHEN LITERATUR
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DER KGL. PREUSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UNTERNOMMENE
AUSGABE DER ÄLTEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER
HERAUSGEGEBEN VON
ADOLF HARNACK und CARL SCHMIDT
31. BAND HEFT 1
Druck von G. Kreysing in Leipzig.
Vorwort.
Im Dezember 1904 durchblätterte ich die Handschriften,
die in der Gottesmutterkirche der Stadt Eriwan aufbewahrt
sind, und wurde in einer derselben durch die Entdeckung um-
fangreicher Bücher unter dem Namen des Irenäus überrascht.
Das erste dieser Bücher, denen ein Kapitelverzeichnis voran-
geht, führt den Titel: „des Irenäus Erweis der apostolischen
Verkündigung". Darum dachte ich zuerst, dass das Ganze die
armenische Übersetzung der in Euseb. h. e. V 26 erwähnten, an
Marcianus gerichteten Schrift etg iniösi^iv rov anoaroXixov xrr
Qvyfuxtog sei. Doch überzeugte mich ein genaueres Nachsehen,
dass hier an erster Stelle die beiden letzten Bücher des grossen
ketzerbestreitenden Werkes des Irenäus vorlagen, welche auch
richtig mit einer Unterschrift: „Des Irenäus 5 Bücher der Ent-
larvung und Widerlegung der fälschlich sogenannten Gnosis"
endeten. Erst danach folgte unter der wiederholten Aufschrift:
„Erweis der apostolischen Verkündigung", die bisher für ver-
loren gehaltene Schrift desselben Verfassers. Meine Amts-
pflichten aber verbinderten mich die Herausgabe und die Über-
setzung dieser Schrift sofort in Angriff zu nehmen , und so
verfloss ein ganzes Jahr darüber, bis es mir möglich wurde, mit
Erw. Ter- Minassi antz zusammen die Arbeit durchzuführen
und das altehrwürdige Schriftstück im armenischen Text und
in deutscher Übersetzung dem gelehrten Publikum vorzulegen.
IV Apostolische Verkündigung.
Die Handschrift, aus der es genommen ist, wurde — wie die,
unserer Ausgabe beigefügte, und andere ihr ähnliche Notizen
in dem Buch zeigen — auf Befehl des in der armenischen
Literatur wohlbekannten Erzbischofs Johannes hergestellt, der
in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts wirkte und als ein ge-
lehrter Mann Rabbun, als der jüngste Bruder des Königs Hetum
von Cilicien (1226 — 1270) Königsbruder genannt wird. Er
muss ein grosser Bücherfreund gewesen sein und eine sehr reiche
Bibliothek besessen haben, da eine Anzahl wertvoller Hand-
schriften (unter ihnen der älteste bisher bekannt gewordene,
jetzt in der Etschmiadsiner Bibliothek befindliche vollständige
Kodex der armenischen Bibel aus d. Jahre 1270) bis auf uns
gekommen ist, die ihn entweder als den Besteller, oder als den
Abschreiber bezeichnen. Er ist im Jahre 1259 zum Bischof ge-
weiht worden und im Jahre 1289 gestorben. Da er nur in den-
jenigen Handschriften Erzbischof genannt wird, welche ein
jüogeres Datum tragen, so ist auch wohl unsere Handschrift
zwischen den Jahren 1270 — 1289 geschrieben worden. Ausser
den Irenäus-Schriften, die etwa zwei Drittel des ganzen Buches
einnehmen, enthält sie einige z. T. unedierte Abhandlungen ver-
schiedenartigen Inhalts, welche in historisch-kritischer Beziehung
nicht wertlos sind.
In welcher Zeit diese Irenäus-Schriften ins Armenische über-
setzt wurden, ist nicht sicher festzustellen. Wir finden jedenfalls
sowohl den „Erweis", als auch das 4. Buch des „Ad versus haer."
in einer Abhandlung zitiert, welche, aus einer Handschrift des
10. Jahrhunderts genommen, in dem März-April-Heft 1902 der
armenischen Zeitschrift „Ararat" herausgegeben worden ist. Der
Verfasser dieser Abhandlung ist nach dem Titel ein gewisser
Stephanus Philosophus, der nach der Meinung des Herausgebers
(G. Ter-Mekerttschian) kein anderer als der bekannte Schrift-
steller des 8. Jahrhunderts, Stephanus Siuniensis ist. Von diesem
erzählt der gleichnamige Geschichtsschreiber des 14. Jahrhunderts,
dass er in Rom und Konstantinopel studiert, Griechisch und
Lateinisch gelernt, die Bücher des Areopagiten und des Gregors
Vorwort der Herausgeber. V
von Nyssa übersetzt und sich auch als Verfasser selbständiger
Werke hervorgetan hat ; man könnte demnach geneigt sein, ihn
selbst für den Übersetzer der Irenäus-Schriften zu halten. Doch
ist zu beachten, dass zwei von diesem Stephanus gebrauchte
Zitate in einem dogmatischen Schreiben sich befinden, welches
,,dem seligen Wardapet Sahak , dem Katholikos der Armenier
und grossen Übersetzer" zugeschrieben wird (Buch der Briefe.
Tiflis 1901. S. 413—482). Beruht der Titel auf keinem Miss-
verständnis , und ist der Verfasser wirklich ein armenischer
Patriarch, so kann man nur an Sahak III denken (von 678 bis
gegen Ende des Jahrhunderts vgl. Ter-Minassiantz, Armenische
Kirche S. 136 f.) ; dann müssten also die Werke des Irenäus schon
vor Stephanus Siuniensis in armenischer Übersetzung vorhanden
gewesen sein.
Auch der Umstand, dass die diesen Schriften entnommenen
Zitate dazu dienen, die Unverweslichkeit des Leibes Christi zu
beweisen, macht es wahrscheinlich, dass sie eben in der Zeit über-
setzt wurden , in der diese Frage in Armenien am lebhaftesten
behandelt wurde, d. h. in der Mitte des 7. bis Anfang des 8. Jahr-
hunderts. Die älteste Erwähnung des Irenäus in der armenischen
Literatur als eines Zeugen für die wahre Glaubenslehre ist, so-
viel wir wissen, die in einem um die Mitte des 7. Jahrhunderts
an den Kaiser Konstanz (641 — 668) gerichteten und in der Ge-
schichte des Sebeos aufbewahrten Schreiben befindliche bekannte
Notiz (vgl. RE.3 Bd. 9. S. 406 Zahn's Art. „Irenäus"), wo es nach
der Aufzählung einiger Apostelschüler und apostolischer Väter
also heisst: „Und Erenios aus Gallien, der Schüler des Poly-
karpus in der Kirche zu Laodicäa". (Sebeos. Petersburg 1879. S. 126.)
Schwieriger ist es zu bestimmen, aus welcher Sprache die
Schriften des Irenäus übersetzt worden sind. Wir bemerken zu-
nächst, dass die beiden letzten Bücher des „Adversus haer." aller
Wahrscheinlichkeit nach von demselben Übersetzer herrühren,
wie der „Erweis'1; denn sie stimmen nicht nur in der Sprache
und Ausdrucksweise ganz genau zusammen, sondern haben gleich
am Anfang, wrohl nicht zufällig, eine gemeinsame Überschrift:
.TB
VI Apostolische Verkündigung.
„Erweis der apostolischen Verkündigung". Es scheint uns, dass
der Übersetzer entweder selber diese drei Bücher als eine Ein-
heit zusammengefasst, oder auch in solcher Einheit vorgefunden
hat. Sind aber nicht alle fünf Bücher des „Adversus haer."
ins Armenische übersetzt worden ? Daschian erwähnt in seinem
Handschriftenkatalog (Wien, 1895, S. 680), dass Stephanus
Roszka aus Polen (1670 — 1739) in seiner Chronologie berichte,
die Armenier hätten die fünf Bücher des Irenäus gegen die
Häresien „sehr ausdrucksvoll in die armenische Sprache über-
setzt". Daschian fügt noch hinzu, Stephanus hätte das voll-
ständige Exemplar jener Bücher, „das jetzt leider verloren zu
sein scheint", in seinem Wörterbuch öfters zitiert. Eine genauere
Untersuchung dieses Wörterbuchs, dessen zwei Abschriften nach
Daschians Angabe noch vorhanden sind (eine in der Bibliothek
der Antonianer in Konstantinopel, die andere in der Bibliothek
der Mechitharisten zu Venedig), würde vielleicht zeigen, dass
auch dieser Stephanus nur die uns vorliegenden Bücher gekannt
hat. Wir hoffen auf diese und ähnliche Fragen bei der Gesamt-
ausgabe aller armenisch erhaltenen Überreste der Irenäus-Schriften
ausführlicher zurückzukommen. Vorläufig nur noch einige Be-
merkungen über das Original der armenischen Übersetzung.
Im Buch IV 7 i des „Adversus haer." (p. 47rect0 der, Hand-
schrift) führt Irenäus ein Zitat aus dem Magnificat an, das er der
Elisabeth zuschreibt (vgl. ZfntW. 1906 S. 191 f.). Der Name
ist im armenischen Text „Elisabeth" geschrieben, was auf einen
syrischen Ursprung hinweist. Ebenso auch die im „Erweis"
zitierte Zachariasstelle (cap. 9 y vgl. p. 250verso d. Handschrift,
S. 37 unserer Übersetzung), welche eine wörtliche Übersetzung
des syrischen bezw. des hebräischen Textes darbietet: „Auf
einem Füllen, dem Jungen einer Eselin" = JjL/ ;z>.
Weiter an zwei Stellen des Vierten Buches (vgl. p. 73v und
80r der Handschrift) wird der Prophet Maleachi zitiert, aber
sein Name wird in der Übersetzung mit „Engel" oder „Bote"
wiedergegeben. „Wovon in dem Zwölfprophetenbuch der
Engel also vorhergesagt hat", und „Schön aber auch unter
Vorwort der Herausgeber. VII
den Propheten sagt der Engel". Ob nun dieser Ausdruck
von Irenäus selbst herstammt, oder der armenische Übersetzer
es vom syrischen malaka (L^lbs) übertragen hat. lässt sich leider
nicht entscheiden.
Hiernach wäre man geneigt, die armenische Übersetzung
der uns zugekommenen Bücher des Irenäus als aus dem Syrischen
geflossen zu denken. Dadurch würde auch die Frage entschieden
sein, ob es eine vollständige syrische Übersetzung des ,.Ad-
versus haer/1 gegeben habe (vgl. G. Krüger. Gesch. der altchristl.
Literatur, Freiburg, 1898, S. 92).
Andere wichtige Gründe scheinen aber dagegen zu sprechen.
Die aus Genesis li zitierten hebräischen Worte: „Baresit bara
elowim basan benuam samentares" sind wohl ohne Zweifel bei der
griechischen Transkription so entstellt worden. Ein syrischer
Übersetzer wäre wahrscheinlich auf den ursprünglichen Wortlaut
dieser Stelle gekommen und hätte sie berichtigt, sodass der von ihm
abhängige Armenier die Worte in einer richtigen Form wieder-
gegeben hätte. Dazu kommt noch, dass in der Periode, wo
diese Bücher, nach unserer Vermutung ins Armenische übersetzt
wurden, der syrische Einfluss auf die armenische Kirche nach-
gelassen und der griechische bedeutend zugenommen hatte.
Gerade diese Periode ist sehr reich an Übersetzungen aus dem
Griechischen, und der oben genannte Stephanus Siuniensis ist
einer der eifrigsten Übersetzer gewesen. Darum lassen wir diese
Frage vorläufig noch offen.
Welchen Wert aber diese neuentdeckte kleine Schrift des
ersten grossen Theologen der nachapostolischen Zeit in histo-
rischer und dogmatischer Beziehung hat, und wie viel sie zur
Bereicherung unserer Kenntnisse des Christentums des 2. Jahr-
hunderts beiträgt, das zu bestimmen überlassen wir getrost
anderen.
Bei der Übertragung des vorliegenden Textes ins Deutsche
sind wir bemüht gewesen, den Sinn möglichst genau und wörtlich
wiederzugeben. Ebenso haben wir auch die Schriftstellen wörtlich
zu übersetzen getrachtet. Wieviel Arbeit uns das in vielen
VIII Apostolische Verkündigung. Vorwort.
Fällen gekostet hat, da das richtige Verständnis des armenischen
Textes sehr viel Schwierigkeiten bot, wird denjenigen klar sein,
die sich je mit einer solchen Arbeit befasst haben. Wir bitten
die Unebenheiten des deutschen Ausdrucks den Ausländern zu
verzeihen.
Etschmiadsin, October 1906.
Archimandrit Karapet.
Obgleich ich von vornherein das beste Zutrauen zu den
Kenntnissen und dem Geschick der beiden Herren Herausgeber
hatte, so habe ich doch, um ganz sicher zu gehen, meinen Kollegen,
Herrn Privatdozenten Dr. Finck, gebeten, den Text und die
Übersetzung durchzusehen. Er hat mir die Zuverlässigkeit und
Trefflichkeit der Arbeit bestätigt und nur sehr Weniges korrigiert.
Gemeinsam haben wir den Stil der ausgezeichneten Übersetzung
an einigen Stellen vorsichtig verbessert.
Berlin, den 21. Juli 1906.
Adolf Harnack.
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Texte u. Untersuchungen etc. 31, 1 1*
2* Apostolische Verkündigung.
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Kap. 1—3. 3*
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1) ö-t* 11/ 1- 2) \sul- %• H. 3) b- t- 9.
1**
4* Apostolische Verkündigung.
iMßtW^/ruifiJL-P t WiP'f- * JutuU u[i ili/il/m [J I. n/li ill, uiii tuiniiL.^
lituljuillliflfli <^uil.uiui tf , piuanL.Lt lull Ulli 11 rtinifiuliiii mini
uiuinut II- uinJ-utu t; uinSutriy oft tnypnli <yuiunL.au iiirli/iulu>n
7\->tfmnfiui t U^ nn. , ^luuujuuU uitL.pt^ Jhrn quitu , nnuit^u
224 r- ^rlrnrtu'uhßU iun..uißtrintfu mtifilff. iim/fli y UML-ufun.lrntiu ifhrq t
\tut/u uJn-iuyplM ipttri funuiui mini, n[t i/liiium. ■ [tJ lullt uitL-Uip
h f&nqnL-[d-ni5j ill. isiijii lufunifu \\ im im o~/y £op u. ini'lii.i'li
Qfiuni-uh *^nhuuinup . [\nn.i_nßü \\uuuiL.ö-ni ifiunUhuiiitriiii UL.
illriL.tr ptl iL. lutpiiL.qtrinj , Lu p ^nuh uni_np \^uumuO-nt» IL.
uilhntnni [J fn Im uuiiu Ifuhp '/"/ imi liml. Inuliiilli hl. liuinli
li ill. rimmlili c/unLlirLU i\\uuini_uJCt~y nfi up lt-U i/Irn^nuqtriiin
i.'uiu u lin/li , uiii upuTu-ytrüiULnpfwli iL. ^ujUujui uiqnnrL.tr infu
\\ uumL.O~ni nnn-ha bqfiqnt^p* IL. qdpiuili II. qjuint~u uiu^,
ui n l. tu o~ utu uil IL. tf-kn n ijlrimi iiiilL'lmiilili OJii I. iil. , uuili , II.
quiifhruuiiu ruii p""- unuuiL. iLuhi , II. qlrrL-truiiuu /'"'/ UniJiuL.
niuilhrlih ulili Uliui uinÜitri , qfi in uiiiui nL.nnL.fy pt/un-i iL.
uitrn i/lli/.i \\ uuim crniy uiii In nmili , iL. q.ni iinll/h mih pphß
1) uuini,arni x \ji~ ijuiuli luiunnpu null, liiiilimi lliii qyjuutnL.LUO'
L- quidtruujfu pti*_ jX\{ßtnnL-v~ni t
4. %f^uiliq{i ^uipu kr trntrinnu p ulrcrtr nL.ifhj±tr luuiui^
"2uutL.fr itiilflni/'/i/i '. iji.iilitriiuli ntSutri t iL. iililuj /• li ujifhrutrqnLAt
\\uumuuio- t/» pu/uqfi ns plipn trqiL. inL-tflrplr, IL. ipLtpirulr
trqlL. uiifcrliuiiii put * \jt- uuiuu luiunphb uifLury/ili ^yuu-uiutri
ii u ii iim iL. uip<ruiu £~ » fb ,'P X\uuml,uio- t^ ^uiinlij nn qui^
tll'luiijli Itlixli uiii 'ii ii L_ h imi iil. im i , U_ uiii u/n ijn\ /» tili h tf.ni ,
II. nuiiilrliuiju rn\n um/li/.iiiil unui/u tf uuiutiuiin-iji» PUH
iiuill/lil, iilihli li min nn nuui ill- O uiifiiuin*yu lf 1 iL. lult^
224 v- fuuip^fi ifiunn iy . tt^ptf- u- uitpjuin^yu \ i\yuuinL.Crnj uuitrnö-uiL. t
5. |J «#Z- 1//////I//, // IJIIi-ljtUllfl. ilp |J UUML-LUO- . *uiin>
Kap. 3—6. 5*
ii flil. II » iifaiuil.'iiufail. 1/1 ) tupnipfix lUl/L litrijiu^li , "/'"/ t*rp /»
ill. iiiii \^uwnuujO' iuii np «Ag » M- qlfuh npnj iuff \\uunnL.iuo-
ni 4"» "_ fb p ufauui np 4" U/fin/M-u/CT" » iL. iliuuli luiunphq
i' •ifaifu qfrntrtupju uipuip j \jt- ^."f-t* \\uuinciucry luuuu <^nq.^
L-inl qiuiltruiufaj fl"t nitipii lupl.iuii , npuitfU IL. iftupq lunl/li
iuuLj* » \\ufailu ^triunfu trplipiip ^iim ui tu uil. iiinli iL. ^nq.Ljnitu
"linpiu uiifhruuJiu quiL-pnt-ftlpi/u tinqui 4 t \J% pn. t iltuuli qfi
[> i'fafai ^tuuuiiijuil, y nuiilfainlil, uluptfhni qinpn~Ly » it. qiniuj^
uni^fJ-pifl/u h'/ni •>'linp<fl^} Pu'f *^,n'/-p" iuipn.tupl? iL. Ltrpiuiu^
pufuL— qquJuiuqiuLtnL-pJ-ptfuu quiL.pni-f<J-lruAqlJ 1 ippiui/i Il\
t!iiiil.i\_iup iin \\nfafai | ) pn-h > /'M4' ^"tU** pifiuuuinL-[&hLeu
\\uuini-0~ni lin\[i i W^pn.. puipt-n_p iL. H^uiL-nnu lun-Uiphriuhj
ünpiu iiiuL,» » |J*A |)1«//»/»<-«i/a~» *uJipt np h ill. nun LUiltrurr^
um Ii iL. pun. luilh lil. ufili iL- iiuilLrlilrupu p iltrq <\ '* oiuuqp
p ip.-ptui itiilLclil,ijiiifaili £^iuip Lyy PUH P""- luiftrutrupu \\uiuu*
oufuqp p Alrnfu uiiptu iuii!. liiuili put trnlL. p ^Lucpt^» PUH
iiuiftrunrupu h ill. n ^nqpüt np iiuiiuijui/il, . "> JJ^ upujy ^tt/#/i<>. .
IL. tiupq-tuplf- ii tt iuii ii Ii p UiiLuUnL-l<d-ptSU \\uuint-.U'ni t |J rt/x»
^nqfiu iiiii ijtulif, iifiifafai , A_ ijuiifai tuiiiiiii/i/j üujpii lupl^nli
n ii u ri tili \\uuinL.o~ni iur'iuri/l,/fa], ('"'( p mhli iiUL-iLUMiinL-qujul^
q^nqplit L- ilimfai inpiiip/i/t luisiiuiiiiii ifuipquipLjpifai rfaipU
tfy iL. U1UjplrLUI<fUJUtjr ijiHiupii'li tun. *yutip *ü x 22r>r-
G. \ßt- iiijii 4" q um fiiuuu/i -^iui ui tu njli ill, iuii iL. ^htfli
^[lltUJO-nili iL. •^lUllUIIUUllll [J fll/ll ll'lllllll/lll. \\uUML-LUO-) +*tUl[''
tii'lil. ii 1 nih m mit , nili uil. Unfall, i/i , l/h |Jui/»flLU/a" m in u liiuili
null, litufai/i-. tu/u 'limlii um m'Ofili qpiL.fi/ -^lut-tuutniu iltrpiii t
\mi/ hpljpnpfi- griiiL-fu f'nfaili \\uuinL-ö-ni, Wpiilfu \\tuuinL-ö-nj,
•\\pfiutiiiiii •^fiunL.u §lfp'ii ill. ii, np ifiupqiupLjhi/it hplL-lrntUL-
1) U^,/: \\\. 6. 2) b'/'*»- 'I- C.
6* Apostolische Verkündigung.
finui JtfrL.nl ifiunq iiinl^iu [O I. ii/lili Itnqiu IL. puui fiLüiu/iriL.^.
ßfrufu uiutUL-pl/lMnL.fd-lruiuqu *iut-p > p ätrnSü "["// tripufu
tuiflflitufli /fyf* "P "- h JlufuAufu c/ lUlfl'ullllllfl-IIJ ujil. p
itipjiut-nnlri L- pniAuuit-Ujlffrf^ ipuiflrlsiufu [*b£_i ifiupu. p
i fi'iin ii Ijtult h-nh-uif) uilruujutrpfi L- £tuL.£tuiplr[{ij luil. fi [uuj^
iftuilih i gtfuJ<£ L- ancqu/ülri aulrufüuy II. ^ujuiupujLnL.f'irpifu
dhuipufUM-fölrufu \}iuuinL.o-nj iL. Jiupq.ni unpcrlrfx \fc &~p^,
iiiiiiii upiL.pjX \\nL.pp ^nii-pU) ß AlrnJü npnj Jiup y lupL, rpU uQup^
nitiiil, imnifli Ll. ^uiippU nt-uufü q\^uinnL.o~niuli iL. mn 11 lupjfu
LUiL.Lu9eUnpn.lrqufit p AufuuJupjjp^ Lupn-Lupni..[*t-Irujueuy II. np p
iliufu^Siifli J-UMifu/UiuLuiq ^ytrnujL. 'im nun tnii[l, n p Uiupul^nL.^
(3-pL%U) luJiflruiufu Irplfpp linpnu.trpiJ^ qt/iupnfu WjiinnuCTnj i
7. ^jt. ijintfli LUiunppL p ülrpuuipU ci Ulin ',' ufliu tfirpni
illiiiuuii (J In'li p Alrnfu trppq ujjungpi£ iifliijiiflil, ni/unq
qjX\uuinL-Luh- liujp'u ft ijU-puinffu &euntSun^ü iflrq^ Tünp^ytrpjifj
h Älrnlu (\prLL-njis fiLpnj , <^/»y/_«y^/ uppnJi *fKufua[i n[Lp
f iii/iJk/. niili bptru qfnupü WjßuWL-O-nj uiLUUpu p pu/lfu >
225 v- miulilipli 4" jftPtfa'"* tuk i\["t('*M Luh-tTLUf^ lJuJinnL.tJLUÜt^
* llli.lfli » U- 2,LUIptU limtlJlllll Ullfllly qtUUUJIUUJl£LUUnL.[JpUU t
U#jra* n< utn-Luuq 2nu-L.ni //■ uitruujuhrf^ qJKuflfu \^uuinL.o^nj
Ii m tun iuIiij f\pn.LJifu liuinly np i/iuuntrf luil. *tuiplj*
^ufuqfi u-ftuinL-P-fnfu ^LUL.p {\p"-/i} "- u.fiuinL.[Jfif^u [\pq.L.nju
\yuuinL.&-ni h klrnfu 2nu.L.nju uppnj* ['"fy ^"fi puui
*^iu2fnL.p^LriuLfu *«//_« , {\pufiu tLfLuyutujL^iLupiup iHumiul^iu^
iiiunly , j ein ii Lujüpqp iL. nptut^u IpußUpqp ^LUfpU t
8, \jl. //i>*fi h ^nuL-nfu ^ujjp'u pujp<\plr[[i Zu ujifhruujlpu^
L- §kp qujL-pnL-[3^lrufuq, qfi iflrp nL-ugn^p n\\uuinL.iu?Ti a[i urtjü
lfhprli /^» ulu // I- [i/fli/i h- h-plfpfci L. uullruujjU un/uiup^pu tuptu^
ppi » li- ^Luuuipx •^ptrtinujüujq iL. uiupit-l^ufu IL. pnpjpfrqiiL.ü
Kap. 6—8. 7*
8^Y» ) h Zlrnfü rtnni uiJhrüiuju ftüili l? > "- jnpül? iiluulip'u
nnll/luufli /tUi* nnnpJtucr » ap* tucr iL. ^pui^tuif-npnijy ptunp,
tun ii mii, uji/hrUrrnrnfli \ \u nun tu CT» II ++ph~h'J "- Zjhpr tuunuiuq
II •^UJLLUuiiuqh-piqU^ tuii^tULtuuituqlrpjqlj ppp *)UJjp. ^ptuüafi
h JujhiTCiuu (J- tutfiuliiulpun l.pmn iilpjim/puiimli np ilIt LLpnL^.
[J f. uflfliy /"'// ^»P^fr/fu ['pf'"- Sw* "- uiLptruturLpp , ^f3uilin[t
li upPffii <.! tuttuflitulpi uiirLtuqlriui uiunit-liuiU II h ptun
htunlrtut IL. luiipjiniutfplriui i\yuumuo~ni h CT ujtLUJinLpl-hLu
«/CT- ifluitim h JlrnJu tut_ ppuujqü , oft nLuqplt i tr[tH? §l?p
mclilfli tjuihrno p\ IL tupiuppi > iL nn inLUi /p/luuu -funp^t?
iL. ulTLu ui tu tinuiifu uiujüfr/ tuiupuihifp h uinulf iL. h fh^ '-'-Cr-
■\trnhi |»'/A *~^lrpi tuunutuq ppp ^tuutnhi iL tuptupps iL uiiflr^
'h mli iiii ' i'iuiii tipiuliu mit uijli ujuhrulrqnijj uliiu ij/i\ iL u^l
ii uili it fi* iL [J^tutLiuLnp II. ii luuiiui.iiii , jtiuunfi ni np Annn^
iiii, I. inj th per pul? h ii muiiuuui tulil, li Imiiiu ni ^ntrui iL. ni
•^hpi-UJunu i iL. ni ilhrnnLqtnui ^uu luuiiuuhtui np i iL ni
^plrtuiuth i | mli nPß tu i (ruh. tuu^tULtulipU 'linpiu pujpnL^
[tl I. nilfli, CTiuühqlru h n niui niuuiuili/i uiitULpnLpi-pLUu Im um.
im m npiiLtl Irpiuuh-pnU luinuplriuf mul,. \\* u liuuuiii. mi
trP-l? ptupnLprpLüu \\uuinLCrnj iiunpu-ypjiupnLpjrhLu tucrl?
ujil.ij, tuii puui /uuuml[<Htiuu pnLU II uilim tuiwuin uiui.liu
ii uili. \l. ii tuuahlt pujplprtLprpLU i im in ii ptuphiiLpt fr tut* II
pu IUI lim /«' I. inli tupii uipiuil muiiit [J I. nilfli \\uuiiiLCrni , nn h
/' Ulli <ytUU1IILUql? pl piliptllllt/ll p ptllll IIIlpCI II pLp , J \}'U t?)
np uui/lli um nl, luili \\uumnuer \\^pptu^ujt/iiL iL \\uuiitLiuer
\\tu^tuhuj iL WfJUMLtucr Qiuhnih'nL \\uuinLtuer fptritrLiu^
'tilrujq» IL nmlimili 'luippli \\uuinLCTni p miu\ imi pl In 'tili iL
ilhcrnL[dpLlfu ti/li ui tuui t/hf/i l? x
1) *„.„.£/: !'• 4—6.
8* Apostolische Verkündigung.
9. 1*"Y mt/uuip^u rrußü upupnuuuibp hrpliULp y l"l,u
qiuL-nni-P-nuisp L- ^plriuitulip iL. ^pirsuiuibuiuibruip t/lituLtrii
uniiuu upu-tunuüiuU utuililrpnl tutflr Um ff ujf/ili b. mi/L'lil. iim'lfli
<yuiuu>\[i \\jju1nt-O-fif1 m pppitL. biupiuL-Uib , tun qft b. cunpui
226 v- üb hntrii iifuu-npcrp b. uiü-hu"^ p b. luiupqiupp * \jt- Juiuli
uipmpbb ^niiffü W^uwnL.O-ni 'ubpunpiil tiuui 4" "- irrt-ß'li
liiiwunuitfufün AU-U ■^lutni^iriui [/'nf' J\juiuilriu /' '"/"/ '"/''» K
^ufuqnL.qh-inq A\piL.pu \\%u mm. crni y uilupUpU L/ \\iuuu ipuui
tfiupnfu cUnpiu ii itipiuitniilili» b. puiuqp » ^uiuqpqt^ > luut^y
b Jirpui linpui ^nqb \yuuiiiL.O'ni **.nfP pifuiuuJiiL-ßbrufu b.
[iiJ2uqni-[»}frujLi> ^nqb bnip^pii ni b. ijmt lim [<f I, , nfli li puiptr^
niiutuim [<J l.ntli i />/'" untj i:l im ^nqh IrnfipL q/i \iuuml. o~ni '. t
\\pf-) iwi-itipfitj/i p ijtrpiu um hrpuhu y np lil.jtiiiiiiniiLlitulil.il
ij int in fijtiuiiuitit [*.> In tili* iL. brpbpnprL. p uuiülit^ püuiqni-^
[(J-bufuu* },uh bppnpiLü funp<ypn.ni» b. xnppnpiifu p q&~^
pnL-uin p <fUJ->pL- uiulfhrpiiU qiuL.pnL.b±h-uiu» b. ^KuqtrpnpiLli
i' hitittt [tJ I. Ulli, iL. ijlriil.-piinii h p uipfruiui-xinm [ti t. nuliy iL. b-L.p±u^
I rpnpiLu in pi in im t/Irqu <iLuuuiiuuinL.ßpLfuu ift bpbbi_n/i
i'iiiiii ^nqunpjy piL.uuiL.npxpu il. nlililiu t \)p '/ lUipmpiupü t^uiiL.
lyniJulfU niiin mliuili trL-l*tunuintTiuu ^ufüuiupuqu ipuiub-piuf
p mit jif uli' pufuqfi u uinuuhuip rrp/iunq t/iuiL. nni'iiimi-ii'i'f/i,
puui npiiL.il |\ /«//// liüiu Uiutf* "■> \\iiiuiiiil. n puui •uifirli'iJiIi
ii uiqunhiupp npnq uihruirpu p ibptflfu « " *
10. lk/'i7- \\,uumL.uja-u UJJU lpUMIL.tUL.nph p ^.ufukfu /iL-pl/^y
np 4" i\p,/-p'u 'unpuj •^iifliuiupnqnpiL , II. p ^niLLnili uppnp
np lf tili um in in [<J lu'li .tuupli pnpiptrqnifu* iL. imnui quiL.^
2271'- pnL-ßpiSü piuultu IL. luJiuuuinL.ßhrufüy np Lnyfiu '^IrpnJi'h u II.
\^lrpniJ/spliy iulin.uin.iup AuijupL.p ifiuin-uiunpfru q\\uuwL.uJCt-y
1) b'" fr"" 2. 2) btf * R« 40.
Kap. 9—12. 9*
L- null, lii'iili » np pui ilpiulinu.nl £- 1 1. ii lili'hu pwnbujqnL^
[J^ht-U i/iiuilu Uäuuincquilitri \\uuinL.O'np ?LUi_pLi p Lninp/r iinifljt
\\ui nujiflrüiuju piuUpLtu pu/t Ipuuinn qui^futup^ , b- tuit^
fump^bu b. ^ntrtuiuiLn trut II. iiii!l/lii;/j)i lut/uiun^pu LULpl/lm
irui ihL.pnL.itlt Ifuif ithuji pt-p/upu/lufii p nL-iHrp b. puui npn^
ytriufu i\yuumL.O~iij dp iiiliuuilil. i uiw^üüfh , biuunupl. in i
fiL.pujpiuOifiL.p nL.pnt-n ii^puji/L iui U-npCTx \\, \\ub quuipn^u
liLpniljyU truuitrnO' at~iL.njL.p nuiuppiu i: nili b. n iliiflinuui nfli
jl. ubp/r tun-lriuii \LUihnu p ilpumpli fuuinlul. iui qfiL.p quiL.^
pnL.[*f-piJuu plirL f.pb/ip, II. nufunp uintrnCrnLiuctnu ijfu pif/i
1111111111111 jll Ulli AlL-U y ll/l IL. 1111 Uli. UUlllllllhl'lll \YuUinL.IUO-Ul2ilL.
pq^T x *\*iuuqfi lil. p tniuiiuili \yuuinL.o~ni p ijl. iiiiii I. pbpb ltiliul.
iiuit. ijO I. iui i'i'upii'/i * \f*- oft bt/uiLufun l. i;(iiiti ifi\f. hui p
rptfilu unpiu -yntSü* btruiuq » npiutfu n(i iL. puui iluiunlili lt_
pum uml. ijO m.iuCi tili luluili i/ili/.i in •inpipli \\uumL.O-nit W^pif-i
4y» tunuiui IL. liliiilipi/unili lUJlu '■ ijl. iui i\\uuinL.ctnj , oft
iiijlinuptp nn p il/.puii I. pbpb bnl.'li, iiufl.'lil. iim'li p->fubuqi\x
\jL- i/triru mpi iiii[uuip^y lupiupiuo u, jWtuuinL.O-ni upumpum
MJitruMi tu il ujy niuU nuuitrncrnL.iuCr i/iupii njli i/iupii ntli
uiriL-uiL. i! inj ii, lu'iil. iinj ilflinl. uili ii iiiiII, liuiih Hu* t \jL. b,pl'
p iliiijului b. uinpö-nilp criun-ULipU \yuuinL.n ni uijlip , np
t^uuitrnci li n luitl, Ijiu/Ij, b. u'lmii pl/li ~^""j uiiim ml. uili nifutfp '2'27v-
nipuipu im uii np p ijl. pmi A um inj in liumijli 11111:111 I. Uli £"/»»
IL. tS um 1111 nli ^plrtuiuib n lyh'li, ('"ii ui'lnui nfli ^yuii'uipuiuil.ii
<yph-yintufpuup*ruiu t
12. II,/"/- u,*y'P ui um 11 1. uii ui/iiipii'/i f.pbpb //- uiiliij np
p ml 1111 null, hl. um li f iiiiililiuiun nin II. iiii'lmulili , np p 111/111
A um uiin'li /."li in l.p fluni Ii 111 11111 11 : \\uipi uuiliuii'li Im um
ly/ili Ipipt.u/lni liuiul. 1111 (.1 1. uilih , fi'il/ Ull,pli, iniiiblmli
Texte u. Untersuchungen etc. Sl, 1 <-'"
10* Apostolische Verkündigung.
i/ninri'li, f/uij>f>/ilf hl1! ^l'^lp U1'Ul'J k['* "~ "{'*'[IUI II Uip^
il 111I1 t^n 'liiliu iu2Chqhruii mimi/f, u It lj m m iiiii I. jii i fj-pLUU
il Uli: \jL '//' iiluu'liii'li 'liiltu II m?\. I. jin (.1 fu'lili Iiiii iiilmi i
[,il. ntilji iniuqhl/ni {.) f. uiilj- I. i//"//' piiLiuiiiijU ^pu/u qiu^'i"!'^!
ijuilii '/'"//' ntiti in nulluni, mi 'liiliu , uiLlLnJ, ii I. nt. 'J'/'i ' w
(J I. uiilj' , inuunilj Iflrpiu^piiUj itfulpui^p , iquiqnu^y j>nLpp^p>
iuiiiiiI t< Ilu iui/Ituuj/u/il uiil p IfbfuijiunßU u^pinnipL^p
iiiii im l. il. in < > II ii iiiiiiiin niliiii'li l^ mini t p<_ iitiiuijl, ii V&~^.
til. ii/ili II n iiiii h l~p ii imimnli , \\niliii WuuMLCTnß ^uiUui^
iiiuiiiuiiij Ii Ut/ui i/liniiii, ■ypyl^u II lutULul^p puff- Uiunriitili
q^uiUnirp^LriupiU , np iffulrinnli I^pU /ujfLUJ^ujq-iijU uiupu^
Liipbrpii[y ii/i f'luii Ii/iii //"//' "- fuiuLulrunp P1"}- Uufui II
I. 11(111/1 /''/"/ JuipißlpuU 111 11111 nuilitrinJ 'luiijui nuiini luiim —
ß/ii'u t l»"^ iliiiini'li tfniliiii 1/ I^p , tiL. Ilu Ifiuuiiunhiu^
ni'li/. 1111I lunp^ULnnu > iliuuli "/"'/ iL 11I1L ptUL p ifiiinnh-^
niiLifttfü uiuniiiit, 111111 t
13. U,/"/^ > iliuuli ii/i \\jiiniii_iuct- p rLpiuluuipU , UpU*^
ntriL. pfiyt^n i/ninii'li , t^uia~ 11 111 11 uivl. m 1 11 1/ l/liii 111I1I1 u qui^
228 r- ifn'luiiili II ^nuiuP u/ü trui nilmi uiliu i/lil. 1 lUiflrUk-qniSU
'liitiiiiii IL uiill.'limili 1111 i/fil'\ liiixl. 111 11 W^niuiil uiUiXU l/trli^
11 uili h niiil, 11 u/UiilU 'In Iiiii \fL Ipuif I. 11I1 Ut/ui II ujlu.^,
UiulpuU ilmiiii ntli uin/ulri , aiuuq/i miiitiil, 11 uiuuiij '|,"_
UMi^UlCir* ^11* P-lupi-HB. If f-"! ilnin 11 111I1 illimih- uipuiu^.
uiiLp Uifiu lULi/UiulpuU iiiiiii pltptru/U« ♦ putUqp /'"//
iiii/I'liuii'/i btrUij-tuUpuU nt 11 uiu/Upt // ^nu uiuuiii II u->fifL II
UüiitU \\niutfiui im ii'hiiß/iu/li : |«"A [fUj/li \\jiuinLUJCr ^pm^
aiiLith '"[''I /' '/'• /""/ \V//-,U'"U "- P .p'ii-U uiiiuin . Il qp
qnpcr p qnpcrni Ipuuiiuplruqp n*U I. ///. uii p 11 puMUUinU
1) &**• P- 13.
Kap. 12—15. 11*
jtitLUuy utiii f. tili p ill, tiuii \yji_uidLUi Ipu iftr qtr tu i \\uuinLCrni x
\fL Ulli- \yuiuni-iufr t/p p Ifiinpnu \\^irujt/iui iL trpfin P"fh
n/ jl in iliuiiilh'li > IL alinnu 1"P tyutiL Tpütruig p t/pu iL tuiu^
ui/yii lyiuo~ ujn-uiyji \\n.uit/tui t | xulf Inu uilriilruji tuuuiii.
")\\uj tuJ~iP nullit ituilil. uiuii piliui , uiupupli p ilui titlli ni
/iJifly* um Lnslriinfa ///'''' "fr Jiun-"h t"-["fl> ' ujilujl« t
14. \}L- hH" WshWiP II \}luji, ^>iuUq[i IUI" ly u/uiilu
IfUnfäS tlhrpliDy II ii* lui/iuttypu, ^piuuofi uiui/Irn iL Jufulpu^
iiu/h /unp^iiLpn. typ p unuuiy IL nipli^ /*"'A t/p in ujQ-tr/ IL
liiliii'lnii 1 ii Hin unnui imiliijuilil, , np plis ilpmliii uiil tujpiiL^,
ßtriuifp p JUrnJü ^tr^tn qufuLnLpJ^lriuuqli iL uuluii [J 1111(1
iiuiuliiiLp^htut/pn piiLLitP öTjuiläp t %fKujuqp typU iujjuJ~utiP
uidiiinn^D uinf-yl. 1111J qpLptriuun püiiLft/pLliU , tluitfli qji
i!n.l. 11 1. 111 i'h p uintrncriiLUjhru -yiiLli* typ lif.'/uu/i: W^pH-y lim 1 ml
Uli IUI ml pilLü/üy llipilLlP II 111 Uli Lll IL UlULpilLp/htUU lUll/l^ 22(^v
ilm 11 iL uilitiltii tili tu tun 1111 ly lim m pl 111 11 tu ijh : j|/i/t iltuith
miunppti 11* tui/iui/ypu <}iui/p.nLpn-fnLf) qupi/truit/pLo ->tuntu^.
111 ni 111 1. 1 ml "/'/' '" /« ' '■ t'iiip » 111 11 tu tu tiiji t
15. 1), // ft1 "l' dlrcriuillrcru tiiiip^trunp uiupnSU iL
^yiut/ptupjltruil piupJtpiuunp , pppitL [</ty '" iiLUpnp intypy
ifiiiiili 111 tu I. 1111 mim In/iiu/lim (,l I. tultli iL ^ftuiJiupJiiulinL^
pl l. ttili tun p im 11 m 11 m i'li hl~p WjiuwliuO 11/uuiil. 1111/1 , liili^
utriill ijju tiiitj iimiii/iii'iIii, iL pUpUtu^uiZfni lim nn Im ^upup^
in m [<l f. nili uiiLijly '•fiiilimii mit Wjiuini-crnt , nimmt '/n/m
tili pLflip I \yjl tll III _0 III y 11 [1 Ci Ulli tili ty y trp/ty ml, 11 llllip
iif niuiif, 1/111 '/i'/i ^trp» iL nm^pilutliu mluilm hfl llt/ltl , llllui/,11
n/iy rs [J ty upii^yh utily iiiuiiiuim piiuilili || HHint O »/ mpitifpiip
l/llflll lpilllllly illimuiil, , 11 11 111 Im h lylhi , lUllllhipÜ L, llllit/lll^y
1 <>•'///,. \\. 23.
2**
12* Apostolische Verkündigung.
iuui brföl^ m inui^lrunl^, a[i ifiu^liiuljuinni I. n/ni/i, linket hiui
il. iili/in i in um li iuiluil uuttrno^iii^iu&ü linniu t \ji~ hihi rw
imii linuilili t^n iuiu» vQiuillrliuiju ./iiui tu lr , nn Ii Ittriiiju Ii
fiiiiumii/iii nL.mlrini/ l/l. />/"/'• " < P'ul[) [' ibmiuiLju Jpiui'lmi,
111111IL, ~2fiuuuj*lriLi ii in ap-tunnu II. njiunlt in ncm/inl^p Ii
Uifiulilr) ii/i inniiL.il lULtiLn f/irnfivfiiJ uiu^iil i/lrri njltliV fii> :
16. tyiutu in in in in tili u/h in uiiu^f. iiiii i '"// miuniu^
im int WuintiLC^ni ifuiiui'li) i Inj ii ii f. n I, iiii h •■ynlrpinitiljt^U, nn
flu iii'h iLiunnL.il \\uinnLO^ni uiuinii !i nujli , iiiihii Irin i/iunii ni'/i,
'luii/uu/li<\ iiiuijil. iiii P"rh "ifiii II. \inninlilil. mi , II. afiUiUi
229r- iiiliniliiiiuilil. niiin II. ijiluinii'h ilhrnuiL- nn tun tun m uiiimiul. i
ii in in in in liuiuliui i'h yy^uinnLCi'ni ^LUL-uflitrnnLnlriui nliui i
U/»«_, Uiu/uujlrm iL. LUiL.tuVuniiiL i'l, iiiiiii trntriui ^ntrimuilfu
uuinLit±lriuaiL) im- plipu niutulrnuiL. u (<l I. mi iWjimiiL.ujO' , II.
iiifmiiii'li 1111111111 tun in inuiij tiulilrunLi oiuli iiii u in/iiiii'h t \fi
iluiiili np Ii tStrnJLi f in ii n i ii tun m in in U ui uin in tu ilp I. in j h
/'""/ uli in ii i\yuuinL.o~ni y uuiiiituhuij LinlrniuL. im in tranm^
i Ulli Ulli Iiiuii ulujli > nn tf niunun uiilp < p min Uniu ntityli
um II. p Ulli u in n Ii ni liinp t
WififL) W^uuinLiucr niUL.au, nn p tunat uii linl. iiiii npiuli^
ULunUttLM im iniuniuLy nn Unnup h linili fiLtpu n LtrurLiulilili
iL. iiinvuiijl. mi nun ni. mi p Infiu 'yptr-tmiulfu , h um tniuüiui,
LT^ULUy iL. ii ilu in ii'li h pmn n ii/iiliun In nun uipmp i/in/uf, iiii
pluulil. iiiii nhiui n'.'ini miL. Ii ii n in ii mii 'Tiiuliiuiiiiup^n tiutli^
J-uiii] niuunfi ni/IrntULnn n* /'''"/ nifuh ii piuumu i
17. l»L lunmuipni Irnlriuin ii ummnlili \\jLiuif II. lihliU
Unniu \fi iui fi i'iuntiLiI null, um in m hui Iiii i h/i nun nn iuu^
Ijt. uiii , uininifiiL.[3-lriuJii. II. triiliiulo II. ^ lr i\ n l.13^ lr iu Jiid
1) Xfrt» p. 16. 17.
Kap. 15—18. 13*
■ypPtrinu /lut/utti/i^/ii* iiuuuJIi/i $ *\-*n*l*i/{i /"**/ ^\nni Uta litt
ö/;to m nl, ii uiLiuUu tu/iinnlil/ anncrl^n diunnA* nl. /''//'/' i "-
uiti ipnupi* II. in in in in ii lt ii un um Li/ mitten ill, nmiili iuiuuiiil^
~^h*u i •^lU/hJ-iuif iL uiil.uiili Ijiiiiiiiuiil. ijiut • « \\n_tuii */['~
in iini t/l/KUu Pt^P f «- /']'"') I CrhuiL n\\ui/[ih . II. ihut
ii ii ii in GUuil q\\lLt^l ■'■ * l1"^ iu u/u in u* üh ^/ibryinuil/li , /yi
Ä_ A iniuiiiuiiuii [J lu'li I aüuinr/li t^iucY hu ulri/iui nn muuiii 229v-
/# m n ui tun ti nlilil.'liuijli ijlmi h u n uiuuil,'li uitiiuiAiuii p trnu-
I. ii Ii n n ii 1 1 \uiti, n* im iii null, in i iu il myii ii ifli i/ iipci hiun ikrii
puipiH** DiuUafi t/\\iu/hl*l* ii/f. iui fn iiiiil ^iia.uiiifli ^H^.
p uupiuuupu'lil, mi ii In ti mpiup t \jL m/u up, u iHtilujl \\jLtrf
mifiiilil. iui ibrnp^ujLnl/li , /uj/UiP^lruit^ u->iifliiuLLrtitr/iii , qfi
inTiuuo ^ut/tucs arui/hu II 'i il. iil. uiiltli u_ uu/uiUarui/n i/uillli,
[Hill HjUnpiuLtjU iiupiilnil.li iL *^iuiiucrtruiihru nuipii miiiili j
"»"/'/'/ ill. iiuii uiiluilIt/ \\j*uiiilujo~ p tun Ipunl. m i In/iiuh in ij
ti\\uii/iU , iL iiljUj IrnlL lut/truiuiu Ii liiiiulit^ iiinuli im in
null uililili lliiiluuiluip ii in /</ /. Hill 'liiliuli ill. piluiliillj/ili I, nuilipi t
\ji iiiiuiiiii yYfiuini luci '"II "/"//' \h/fUJ"UJ/ > i/ih/uhi Iiiii Ii
\\j>-h[fr uu/u/ülrijlr/nji* t
18. \jL- H.'urb /"/^ I '•[''{'"(' ^firntriui iiitunniCi I. ui i
<iu ii in pl In 'l/li l.-^iuu ii iiuii I. hui ii in ill.'lm li'h in 'l> I il Ulli ii h Ulli,
illilis i/fl I im Uli l"l" II Ulli Uli Ulli n ui ii m [il I. nihil ii I. u il uili
l/llf [l 'li u u ui- IL. pui'liii/i in Hin ii im u I, Ii luu in 'h Ulli in IJ IILlip
Il ill. iiuii I. iiliiili ifilil^hZi, i'iu'lni/i lutii ii'limli I. ipu'li ^y/it tili III l/jy
[ll**/ II ii im ui/il/li tl um/, ll Hin il ui ii u liiu'li, H[Uy Ciu Ulli hl /ll. titln/
ll/'l/ (in t "/'J' 1/ 1*1111* ui il lil l I. im ii ii !l i ii ill, A n i (.1 I. uil lli t./tl/niu^.
Vi III III 1/ lli 1.1/ Hill t ()>/"/ ' "">/"' IMIIll/J'l* l/ll II I. Ul'llllll ll Ulli Ulli 11
1 1 j in ii ti ll ii ihn mii i ii/ilt nupm f.l I. Ulli il i ml tl l 'im, pm'lnifi III Hill „
l) tftt,. q.. i.
14* Apostolische Verkündigung.
qfiu iiluiuui niUL.nm-P^fiLtUu lupdujuintj Zl pufuyujp nij , IL.
230r IrpujUa-iuulrpLiiL.p^pi^j Zl q^iuufpuj^ju Zl ^iluju iipuiniiL.iu ^
liuili tuhi_fönt? ^iip^iun.trniiL[3pifu, iuuitrpiL.p^pieUu) ut^fiuy
mn-ihu/ltuy pnJuiuäu.nL.p^fii'uu uppni , Ipuupuliu Ipuluiuprini lw
QItuju } niuill/liiiij'lj nnt^uini^fp^huU Zl qiuuuiilL UJCTiuintruitj
LrLUJUJujfinnt^PnLMf npnq iuitpjujn'*yu Jinlrfni tx ut uiu / h tu /
nf. .nun Mii/irii {<) I, nilili fifip > Zl utuhujL-UjqtruJl IttiLtuqJrquiL.
tupn.ujpnu[3-h-iuuu t
19. IP/^_ ib if imuuiiiiiiiiili p tlt-niui trl[lruji^ UJ2^r
/uiup^pu ßWjtuinL-h-nf h älrrLU £p<^/rnjrnji tntuuutrpiipn.
n-iunnL- ttrui 'hiiiliiiuiiuil. y<\ tili , JpJptufu nuiufulri^ iuprt_tup
tf\jni) nii ijunhi pUptrutu tupn-ujpnu[3-b-ujuu Zl pu^pTi iulu^
ntrnuiL- Zl fyfiu 'unpui Zl trptru nprtp^p ["-[> "_ Irptrp qiu _
Iiujid npriunq Unpiu p Utrppu tup tf.tr ftrujf^p h uttuup^JuTi,
^luurLtrpa. luifLruLufu Ltrun.iuliiuL.py qnpu \\jiinni-UJcr ^pui^
Jtuih hui '[jUih i/n ucr tuu tr i p mtuuituuu t \jL. tuupjJiftuLi/iL.^
P-triuifu I. ii f. inj tuiIhruL iiin lli , Zl Jujpn.Luju Zl uifpi u Ijtru^
ii iiiTih in nlis npp p uirpuii Irpl/pp l^pu tuuippup ujuj*^ trq tr tupi
p iiiiiiupi/ii/iii x \jt- h/h" *rp*r.p "pn-pj^j \j"//' \j ' *\+uju
Lu Quiplrft}, "P"l n tu/ml. nii uit/ii'/i pujquiuqujL* oiuuqji
ubpqitu uiiliiiiililp iin it. in yp^rrnh-npu ifiupij.l/tuu mipiu JtTi t
20. ll>,// P unulu uplfu pun. Uqnilpi-p iuu/jiul. Zl Zy»_
uiutAi quiLp^ünLhclpiSu <J~ujiLiuutitrqpU tfuiu'li pi-plrujun tinp^
o~uuUf utuuqp p uu u tu ii ti in ii I. um ii uilili , ii p liuxpu *f-»iuu >
n uiiiu tuptuptriui q<tiupp^U} Zl p i/L iiu iudp.ujp->iniiL.p*a-iuu
230v- rLiumuj upiiiuiil. uii iltuifu p ^tuipli P^-fUiuJiuuiuq Zl luuiup^
u.nLp±h-uju uqiiuu nhli uiiun , Zl uii'/uf, iin p uüiuukf iiuii uil/li
n~nu_ ujiftrutrqniSU ^luunpj p uqiiijpiju « ni_iiuip rtt^upi h~nlt-
lui/truiuiUp | ii p iL in 'im I uu uuiii'/i Uqiiqtrujio rrnufutri , Ii
Kap. 18 — 21. 15*
ill. nu u/TfClrtjhuipß L. pujtpJuJijtruj^ß t \\ul{ U^"*^" "- B"7^^"^
Lrnpujpn Finnin luiinh mit- ^ujipU pujplrujuJTUinL Jdtruju *>«/_
u[fu nu p^unußlrujLt U,/»«/"' 'u?S"l-£?u ^-luJuJjy qup 'uqiiiJlrUJtjü
,,'luu ^luipU \fiiiX ujiulf \»7" dir ui f^ ^ujlT Ju/lmulp CS ujilujj
I. '//"//' !■ nt' '"[•'/ /"-Pn/7 ; * ^luutrujf^ jujqt^U luipm puiqni_ü
qiuuujlf uipmp fi JtrpujJ /.p/jpfi, ft %nplrpuiiuuujU r^iupu p
iliuuuiiiuii m_plrifü piiLu/riup, iiipJ-njiF U- ^üZh-gtuiSU j\yji^
nun <\ ui iniin'h '/i ii ii in, Jiuuiuhuji p niuuiujuuiiiJUi *\KiuuqJi
^iuuu/üuiqp\p L- ^truiiutjfi^p L- tylrplrqiutjp\p Zl \oIlujij{ij>
Zl \\JiiLp<^Ujqp\p Zl QlrpnLunjijp\p Ll. *\.kr p n_lr u uj tj pj* iL (J"~
rtm/ifujqft^ , W^pujpujtjp'^ Zt_ np ft <J>^i_5#^r^rZ/ fiUiuI^triu^ Lrü,
unll.'liiujii \jn.£iufuiujtfp\p Zl ] £irtiujp[p fi oiuL-Uilfl/u ^XiuJiuj
Lru> n[W- m'ulpifli [flirt "uniiiMit^pl? itrpljiup a/fUi trijtrpiij Jiqii^
iJfit/u p Jhniui luiIhuMntiniuipj i
21. \ji- anP "" /'/lfm'// q^mjn/uj 'unndpU) ""/" uiuppuiulf
Zt_ tut ii^uiil [ähuliu l^uAiq i/luuij iiuijii'h uiuji^ühijtrpijü
In iiiiinuili\fii ii nL.pnun iniiii iiiuuni^» inpu iturLUJ^iugnjlt
im p^ulruiuL yZr«/* [i piultu jiujunufilp ^W^Lp^Utrujp^ 84"/*»
\\xumnLiuCS \^lrifiui , Zl /rn/iq/i ^\\ujtf upuuiu/lip Unnut «C " *
\\t in Z/ iuup*£uni .[J-kriuifu qiui^pmf^^ii^U [fä^L ^Ik"- 2olr-
iniiLlilO Zl q§L^plj p ui iinl. ijiit'li \\hifiui iiuiutqm^iucr luyiiup
\\xiiuim iiivr upu-itu n upü Ir luULt , np pm uiuu tut-p^uni ptpijfu
i\\t'piu^fiuif *~yiiiuf. inj , np p qiut-iul/tfu \\hifiui uiiuiiUh^
im ii n riiupm lulhliun^iuuill IIIIUI lupiuljtiiui jftlip : [jl_ lpt1 Uli
uipmppli ^tuip'ii Zl [J^fi////// luci'jj uiilhruhrqniAi ^iu7\ f. niui
||," min iu CS W^itriiu^yiuilni Ii \\%iiuim «i/o \]iu^iufpui Ii . ll,"_
iiiiii iuC> {\iii//iii//-iiii lfm/n- im/lin/i i\\xp piW^iuil Ipup^
Ipunt. tui pu ii I. nun im p^'lim pipi'li \]f. i/mi t \*u'/ ,/,//'v)-
1) Xfin-,. f,).. 25. 2) '0**'^. (.)•• 26.
16* Apostolische Verkündigung.
SinrföhLlfu QiufitrPp uijuufpup £. » ^'uriiu^ikiulp^ruiiL,
|1 u mm in CT Qujfitrp/i il lULn^ulniul^ li umi'li \\l. ifiui , II
I. '//"//' ^iutF upiuuiiuup Unpiu « ♦ 1^^« h* h iIiu/ii2Liuu
lim fiiiiL'lifm oriunutruiq trplLlriib-inii Qn-wiLU L IiiniJiulit~u
-~^lr LI llillliulllll pllll UlpAtlllll. IUI 'llllljlu WflUinLIUCT IlLllMII llll-
li ii fi 'tQiuiflruiuju trnl^pn gy p iuppiuu 'limiiu, n oiunu
iu->fuuju*^fi fLiui^y Unyuj« ' t IJ»/"JM purLiuji Jiiul^tr^ t^ ß *yL~^
Li iiilmuiuiili linsnrüu tuiufiUpU tr/ttrntrn/i} li iLümbt^ n iiim'li
\\frifiuij lUfiiptipli tf h ^uipnu criuiLtuunnLUrlru/u h ^Kppuuimi
•Xtuinni , iim'liimj iimliii ptuliLiii pl In Inili t \flilL • intim il
Lmpiili pLpuipiiÄiifiLn np lULp^ylilrniuL h uumi ii luum h
JilrtLli uinii pli tunSlniL qiuL^plini.fj-lriuuU iipnm n t
22. t'"Y ikw P//*)C"i7C"«/i7j ft-/r \yuuiiiLiuo~ III lullt liuiiu^
Litipiulifi in ifl.'l iiiii ii unfiiiun^f/i , uttili u m i/l/liiiii'li 1/ l.'lui inlili
tuliiuuluiijli iL diuprrhiuu , uiiuil, u np Uli ilii yp^IrnlrnpL
iiiupuLiuIir. uiil, nmiftrUiuili iiupui (<l lu'li I. plip/i. Il &~ri.
231v- u-yiuuiuli lm\niu* »^npcrnjU luiliumj cruicriitrunh lULirn.
t.ulit.iitifi mul. nli iiui/p, II //'"»'• '//"/ qiiL-fuut liuiiuLiuptuUnu
liiluiy II ns li ii Iiupui u/iu um ill.'luiijli MunJ-ntSü 'put in in ii p
ij I. nmi I. plip/i ynrni*-« ° t \ft- ifuifuf. uni ijLI. puiLn i p uiupii^
liiuli ^piuifiuu in in I. ml 'liu ipu Uhu nun tri» niuLiqft h Tnu^
ruiuuuirrncrtfu \\nurumi ilpli\ li yp^rrnLrnu ilpuiili urrpuiu^
Imiul-D iL upuiiuij p criuiLiin LI. piulipt^ tili ilmpii lilp piuitj ilumj
LI. piuLm p n* k^p [<l n u ui ii in ii f. uii Imnuit \}l um tili n/i hrptrp
npnhriU \j"lp "'{pip1* lu'J'ib •Lupii Luili t^pu » h triumJiiL^
ftffiLU iL iiuTim tili uirp^litriun ulinuiil ^^umiiLUJCr iiiui. pul'
» \\2Ltrntjj> IL piuiii/uiiiiupni p iL itfl^p ul. pli/ip iL in/ipirnl^p
irt/iU) Il «/*> 3iirp iL hnl^hLn I, npijli h ill. piui luuhrlnuju
1) X^'f" P" 27. 2) Q»«ft ,1-P/ 5. 3) tF**' P" 14- 15
Kap. 21—23. 17*
lil.'hri nihil niliui lihn n II p ill. iimi iiii/l.'hmi'h [J-rnunu trplfupy
fi I. ii/iii/iIi jif. u p lil, niul/iii n, fiiitill- aputUViun liimiiuj. pmiu
illiiui'h Jim iuiiI.ii//i -fluni n* iiLUi/inl^p > II DUiuaft nshp
tunlu'h fi'iliii iil. uliij p StrrLäun millrumiU 11 miiiulimij li_ p
.\/. ii iiiii il 111 ii ii ii j. iiii ^hnulf luppili iIuihii iii i/mlumlimli
tun/, n/h liiipm ^trntjh" ♦ n[i uhpupupiuli \\umnLCyni mumii
r/Jiunii'h , II lih pnpiiptuli WjiuinL-Ct ni ii in Ulli £ , "['"/ I'UU1
li I. n in iuiim'h/ih Lull Jiitn tt'fi t \f- ihn tili miiinppli p ütrp9pli
'I Hill ill Im: Iiii f. ii Ii f. ii tu i , u/t ll If I. li 11/111 u in lih LuflUU thiptriUU
nui iinl, t Qlrui iiiiiiii Ii iii iii hn/ii m'li/i i' tu 111I ui 1)111 1 iitui/h ifiupn^
liiuli h nun uili l, I. I ili uli piiLuhmi ♦ Il -yiiL-riynt dp p dl. p tili
I. iil/l'/'i utpi lih tili £ dp itrnnn 2.j2r-
28. Ij»/"/- ^fiinlf mpjLh iui u'hmn/ih ilrplipt^ tu tili I. i(i o, II
dpUsn trn_ u milillh fuirL I. nliliii ii liitil. nuih I. uliullh \\filil. tu ii iui
Iiiii ii Ii #/##cr iini'li/i, ULp initnmninli -ffiTitri J /. ii'l/iu n Ii I. '//>'/'•
upuTimpiuliu ^Umpl^pu p AlrnJu liiipm ti/l. nlillhtih tri li
l/i~"ii in mliniij liniipli np ihm Uiinuiiu diupii Ipuli Ipupiu^
rihmiu Iil u iiiii I ii fit til. nihil unpCiu* Il qtpUiucsu Idpcrlrmi
itin/ii iiiii/ Il Ipulrpp. iplit^n , iL imn-mymmnLUtpiu lunSlinip
^ in ifiu n Jim lim ptpLli iiuun i^unLpJ-truiliu 'lim im tuill.'lif, um '/i
dlimp iii'liiulmiii^f iL ■^miliuliuiii I. II I. Il'ij , IL tl AtriLU ''/'"/
iXllipilill ii ii im ii muH ullil. lim 1,1 I. uiltli UHU pul limii-^yiiii ni lllll^
iltiitih III nl. nihil : 1 1,/"/- il' "1' ,ut "'//' '*-" imii mV in ml. nifl,
unpcili t> 'in per uili I. tun 'h n iiiii ii/l.iimiih Wjiuiiiliuct y 11 (l Ulli
uli Ii ii lim nuiuijl.li illii/l. nihil iui. i • Il iiiiuiiil, ii tun ii h iui
l/pill f. iitti'h ll liiuiuih iitti-./iiiiiii^ii, ptiui In lim ifh In liiuimili
</" /' "Jl ll iiiii Ii V ii ui uin iiiii, I. ii iml im li 1,'h n'hmlt/li'h, mump
p 111 in Im II (uip nllllllllipillip II inipiiil.nm n ll ill. hihi li plip/l l
1) fyto. ß.. l_6.
Texte u. Untersuchungen etc. 31, 1 3*
18* Apostolische Verkündigung.
|J,/"/ i In in'li ii /i h iihn ""/'/ il in ii ij li m'li li iiii ui'li nl. iililin . IL
iflt illt'li'li li limim'/il, li Unit ilu'li , hltlinilfu i im ii y'liui LI I, ni'/t-
IL Ulli lllV/lll \^lrifllll l.llll IUI IIIUIII _[J-ilL_U , "/'"/ unjii'li llt'~
iilil.su pJUiuut^p iL n^Xiunirl^iuiiLiinli uiMt^p uitfuuip"^ t
24. Vj1- /um mV in In iL in ii </ uiil iii liiiiliiuuli , tili iililiith L,
232v- iiiiuu'lil, uuiiii ii iiiuiii il, in I Pfi ^trn hnfui W^ppui^iuif u muilip.
ii/i fuuupt^ njnjLp^fltiiL.fjtrltt^U 'limlum^iu i ii In imi nupup^
llll.lll.ll///l IL nu/u/lTl Ullul WflUIHLlUCr J \jl^ lllllllll fl/l IUI III
lUlLfhiupilLftflruiu iiuui iiiul uih niii ni'li In uui p'hii ui ili.'limjh
■ML.ny '/"//' 1™*"- wifuiup^ n'lilil, imi mii l^ [Jjiuwluict, II
III II lll II lllllllll II iL llllllll, II II a/lLUlljLI IUI IUI lIL Uli \jtIJUIIILO'lll
uii'liil, iiii illiuiili uiiuyitLlju fuliii nl, /; iilim. 1. 1 1 It I, ii ui ii \jnpui^
^.iuiJiil p AtrnSu puiupuy PP-P P airnSU 7\uiu ni/i uiiLl li. arui^
UiiLatriui npUpli x *fKufunfi /mm uitiiiul ftun_ uJui itrpi/ulf
Il nun u ii tili m- »|J7#« nl im itrnlint^ diilJui^ Il inuiul,
piiluüi^ Il n tnujulj- *yuiLtt pn il rrli uilui itrpLpp } </"/'
iru lim n lui , il ui In i pUnjlitruj^. ♦ iL uui •^u/i mmuinl. mi
I. n 1/ Iniii tili iMiiilililii upuintriL fiüpu i in n i' u i 'im ^muui/i/i t^p
IL unUtnlriL tr i_ Ut ui rZ# ui im lu uiiftr m'li t^p II nLutfp 1/fiu} ^yiuli^,
rt-lrndi luiiluu tri i/lmni li \yfiyuiuiriniutp uiiLtriui /""/- /"-P
utriipiuLn iltriLiriui aunrj.lt nf\ iiiluild- t \jt- inpa-iuü Irlfli
ih iililin y up luia-ürL ^nt^uiuuiiuu iiiuli, inpiiLil luiilicriuiJ
p'lim/p, fi'li h-ufju in n ii ii hrituifUrLp '■^uiifiui , Il hplLlrnnji.
liüiu [i ml. ujl. uih \YuinuLiuCi- IL miimii. »»Jifc-o iiiuiii nhp^
Ijppu ijiuui II iiiiii uilffi niiLtP il, m nn h imi lim l.'limliiiili
Ijuiiui uicilt ;. "♦ Il i/i'lil, i n in i m li li 'liiiuui ui m'lui ii i In tu il. nliiili.
n} ipLniiLÜ) Il stunsiunhi uilui i/yuiu/luuiiiiJ iL cTuiiluj^
Itr/ni] itiilti snptrp^ujnlii ii II h ttumptj iimiun u mu'liuii
Kap. 23 — 25. 19*
A Uli. nfi li juiiii m tu ijl. tu Ih \\j' liui^iui/iiL» li 11 tu tu I. ijl. tu i
\\uuiilLCt 111 ii tu ii u'l i niui'h, iin n um uiii. iiniii in/iui ml/h luiiiiu t
\jl q/i ^u/lifilrtiJt puMquiiLfp^hrutilhL II ntjiuin u n/u uiii 233r-
nun tulilih ii /iiiiiiiiuil, WiLiiui^uji/] ir^iiiU iihiu \YjiiniiLiucr
luiiiiiiiinii iilitlrnn II im im ii ijlnu- '/. ^luttruiq h ii Irn ilrn^
lijhm II ml. ii nuilillll. Iltl nj I. n lilllnu irfcltj- ii in i: ui iin I, ii ^dtlLMTl
n'hntiiu- iu in ui/, u I. u/iij/i qiunuli Pil'-i. i \jL~ qiuutrnuiiLiuuiui[i
II tjiiilil, uljilliiu ^nqLiiiU 'hu um tut, ii h tu i Wjiuiiilctiii Jüuj^
1 1, uiii ImJiu h airiLU ^iiqLiiiu "/'/' "I > luutrinil li q/inu»
»\}l -^11111111111111/ Wutiiu^tuily II ^ludiuntrqujL lu/iu iiuii^
ri_iutinL[*}liLu4: "♦ IL t^n ulh(<l 11/1111111 initJ tutl illjiui I. itilh
trnlL t \}l '//' MiLUJLtriiiLfJ-fiLU ^uii iiiiniiu 'hiiiuti li 2ilrnSu
'uttuüfi o ullmi 11I. mi ib'lP *rul elJ*fuj PiJmJiniiLpfiiljy ujü^
1,1 /ilituiiuu (,l I. in'h'h l/ülip ^uiLiuinnq tut Iin , 11p iiulift±ii/iiu^
imiLUftriulili i IJL it. ui uiiliiiulili cilitriui lu/iu iipiili yjiu^iulj
h \}iutLilillf , pmlinlli, im 111 luuu in tlnlllh \\iiuiiiLC^ni , q"f
ftl iifmiuil. tun ■. uii 111 iiniiLiT tu In Uli. uiii Uüiu \\jlUlllLUJO~* II
fi Wui^itiliiui CtUuiL QiuLndp. 1 \jL iujiiu/I, n Irin» Ir^yiui» Uiulu^
l/flll fl llllll/' Ulli IUI ■ nullit L^nLltlt \\l. llllll l\\\f fUU^IUlly ll
liiiIi diuiLUjliqiiLlJliLii p iu <r tiili Irii tri 111 li linniu» piulitifi
llll\l. null \ \uUlllLIUVI ifl'IIUI^UJllllL II WjllllllLUJO' \f lU^ylll^
linit II Wjiiiiiii iuct •\iu/im/f tu x \fi. ciliuiL Quilim/p n tu ihn
I. 11 Iin 1 111 111 11 ui'li 11 . tu 11 1111 I. 11 hin in tu 11 Ulli UJII'^iltili \\11p 1111 1. iji
:u'h III ui'li h II Hill t
2"). \jt- iinijui I11111 1. 1111 um lll.'lmijli l. p llllll > 11 I, ui I.11I1
i\ ; 11 li ui 111 1111 tili uijli li I. 11 111 lim n uiii- 111 tili 1/1 nliil. 1111 plilil^
hl. uitit \\1ul1111jf ^UMÜnJrpA llllll. llllll ll llllll UI llllll II In 111111
1) \fiH,. (|JU 5. 2) ifiA- (!•/-• 6. l'»l»>- M-""L' ^ 6.
20* Apostolische Verkündigung.
233v- l\jtf[tu{u1\nu * \jL- hp PfiLAj llllfl/hllljll II lllll(<) I. III llh Itl[Jiu^.
Iiiiiu in li li <ypuu. iiJuSfihp x \ji~ p »" pirn^tu /'/"/' imlu- nimii, n
iii tu in ii mihi / mu iiAiuii nih mnf, , H^n ^mppLp a iJmLl im i li
*yiuaiupp trntru x \fL ijimili ti(i i/^mn/iit. mi n II p.nSUiu^uj^
ptrtuit> lnl"~ /{'"*>/'" *"Jp ^ujn^iuinLpttriutlp. Il ^yhc^l^pu II
^lun^iutt^pu iun^ W^uuinLUJO' y^u ui ui n luj er ^lupnUy \\upiu^
^ujJiil Il I )m^yiii/imi II QuabniJp.nLy tr^uiü ijhimm i\japui
tnnutj p AtrnSü \jnuulrup II \\^fUipntflip ^tuptriui a\japuj
in m n/iiili mm iih <^iupni_ujo~nuD , p utrpVunt-Uh *^uipnLiuo ptt
uiuuiiultp* ^ptr-ymujL luniiinlnui , iiiuhii iiiulililiuh 'liiiijm
miijmlimlil.ini p ilmini 111 UttLHlL i lul im u n i'lm • mump
m in ii /. 1.111,1 .in ii ii Imli \\nii mi l, iji , p I im ii ^ii ii I. m h trpiLtrniHL^
ntrtui tiimpsmpuiliult x\\ii Im m n iili p &hnfu iil.'liil iilh nipJiapp
tuüpcYp II iiijiI. iilh 'lmiim p lyaiiLtni^PpLU m'lji/fcl miim f.) I. m'h
uinLlrnh-pTii p mm 'im \jppuiitraLnaU UMLCfujulri x \fL m'hm'li tf
lim ii'^iiij iiiii miiuiii lili hppn m ,i in in n i f.l I. iii'/i upuuiAlulLp x
{JL ^ylrptilrujf if\\mnilpii Crntl) iinnri Im'h \\iin mi I, i/i luiflr^
Uujjü aa.nLtnL.pt- tu iJtl ^yiuuiuii iiuhm u/m uili IL. q^ujiujCrnn
ajja.fiiifuiujnpu'uf np '/ff1'/' hH" ™- JutfwL p crnifü, Ipiiil.iuh
UJUtrTiIrppu» min ii uimmu mm'li WjjuinLO'ni I. iil. mi p ijt-^,
/""/ lujunqpli , np m'h/iji in i mi' iiij'li \ i u n\ tu n Iilh ni/iiii mihi
WjipUJ^UjJllL t
26. Xj1- iiuhmupu illllh mii'liiu um i ii f/lm'li l\JjJU1 IILC^III
(f ntlulfU ii ui m tili apu/uu p mmliim mini niuplrnlfuu qptruJi
234r JuMuiujJp \\uuinLCriij. Il iTtuuii, WumitLCrni l^ | ujjlt , np
Atf-tru!^ £ ^ ^ujLpl/u (i \\itLpp_ ^naffu. Il ^pujJiuUplt II
ppuiLitLUpli, ITC puakn-lrujn npn_Lnnlt \uipUMik-lfl upui^/r^x
{jL. tjJunpufliU im in im [,l I. m'h Ipmiill, mii ^pujifiuuujL }\uuinL^
&y IfUJqyuT^pu nih ii l. mi ii f§ ill.pmj Irpljpti mjhn ijp l{ , np ft
Kap. 25—27. 21*
//. nlijiliuli ^iiau^iipuilju/lidu trU iL uilmil. mi/ld. i/in , II uitr^
ii mli 11 \jlibrnbrqLiii jilLiii , iL qduipu.uipt^iiLp}pLliu ^uili^
rj-lrnJl/rfiiali > /"/'" "- quLuuii.fdüu iL nuupuliri m pufliuu II
timiutuu/luul/li . /"/' qutui/uuiiuqdli t^ujpq t \jl l/uiquiq II
pul^u/Uuiiu q\y^fiunnli iL anprrhuU uupui min in uin^dpli
mill.'limfli/i qpuJ^iuUuLiiiLptpLuu in ii i I. in I • IL t/pu Ii quiLUi^
l/L/u *1 /i in/' uiii iL qliuili plipZi n p n in ii quiu^uu luiiLuip
lind, uiii puLUpL \ \u uiiil CT ni n LLlipO- uiuimii mduili uiuilil. i
h iuui7\midhi Wjjinnuo-ni . npnq iL uJLpt/u kr in ^| // tniuliiiiu
ni, 111/111/111 iL fput uiLppuujli tf.ii/ upupui iL lupdufli t^
uiilniiifili , np ^uiuuiuiuiqnprL uuiiuu uiiu •>//; mdm'li upjjpui^
uil. 1111 trU iniuubri uiuiZ\ujnh \\uuiiiLcriii 1
27. Aj1- PPP"- "top** hpu I PHPP y 1"P jniiu in imjiii 1
\\jjuiiilujO~ \\ii.n ui^iu dl il iL qiuLuiupli Tinntu dp dp ipi piu^
piuut/iLp uin^dh, 11I1111 11 1. 1111 yyndulrup um mid, m 11 ti/im/.i
11 1. iilijiiili iL qpiunuipuu q p liduiiuTi II q p puinuipuu pjjui^
lipstiu : QuiftiduitP iiuiinutriuq lidiu W^uiniiLiuct- qiuüii i l/u ,
11p d/imi'/i uiiuiil. um nm'/d. i LiupLjp n^uii m m und. tu in'li Ii
*uuiy IL •ypPhriui ui'/mi ui'lil. tun \yudut/u qW^LUt^ 11111111/1 ^jUiLtriu
i/uli iiurLiuphrpiqu , iL nilim uild. m ij 11 hm •r^puiiLii > iL uliu^ 234T-
uil, 11 tun mid. 1111/ *yufuft-trptS qiuipilLldtruiä/7*. m'lmi m'li'li *^uj^
1 m in uiii! mi ujdpiinpu m'/ni 11///1 pUnnLütri , iltiiuh lutnuy '_
'li 11 1 1 11 11 : (.1 1. uil 1 u/lim iii'/tli, II p hnlLUl |«"Y PUJUqp 11'liui 11 1. 11 1 1 p
iL iipinhriuip iL duUtruJiP iiiupJiiuu uiliiipt/u nirpiriiid puii
lllii'l. uili null 111 11 liilliunii 111 , iL. 1 1. 11I1111 in mmultlirili IIUlLUJptr^
/"ii'/i mlm'lin Ii Uliqiuul^ 1 1. 11 11/11 11 11 lillili Ii in m'lim 11 mnli/i'li
,1 in ill,'h iiii'i 1 J 11 11 11 iln 1 11 ii'li mii Lim/ piuniupu dl. A null. i\ // iL.
uiuinmuuii upu f'l "- 11 1111/111 h plipillCl I1U11 ^iiuiuiu plilll^,
hl. mi p litfiu ) dpli\ 11 fi (ii* ) liiuiiuii '/"/ im 11 111 uiuhi
22* Apostolische Verkündigung.
nf. ii/i/ni'li. iL. iiti uii f. 11 f. iiii tM-tfUi trrilL. 1/ n um hui I. m'li uiilL.^
Uujiuh 11111 [t&trniu'^iiit-iuuitrujip > [yh WjtwnL.uicr 4/'» "P
■yunp^yt^pu 'luuiiu qqiu un n ufd^ h iflfli Ll. ^UUMnujUrilrnni^ngultl^n
niuiflilit. u/i'/i t \jl- hjuJL-UlrnLuU i/iiiui iL. u/rp/ipl/u in /'/'/'
np in n i in U_ ni /'/'/' ffUincruAiL-nt ijuuiilui liuL i 1111111111111 iuiii^,
1unuL.n1 trpüpp t | m/i LrplpiLjfu iL iilinjui miiiiiltliiiu \\liiuu u
niiiili ^IjUiLtruL iL. *^iunLjp. nnnfi Qtripnufriu in mumm I. 11 Nu
n^tuurLtrnau pL.ptruLun 1J11111I1 I. 11 1. 1111 muiiIiIi iL. 111 nun/, tili
rilf mim/tu nii'/j iJ/i I i>L lim iiuiliL i iiiuliJilmu IL. ilh p iIiiiiii
11111 liiulii. 1 riii/iii um 1 11(1 \yjjwnL-UJCT trui nuiill. Iil. 11I1I1 /''"/
t\lrn-UJi/p. unnujy iL. trphhnu Lutpp l"/d~ P-UJPP *? * t»4- PPP
11 % <}UJL-UjuL^fuj) iiiii /im 111 Uli 1111 11 c/ 1111 ml 111 l'if'li ufurLpLju p
liLlpu u/li^ujL.ULuinL.P'n-uju -ypPtruin iL. Lj ilrn \\jjujnLuicT
nXufUuiuiujn<yli hm im il 11 in 11/11 nunuujy ncrnninu iL. ^yuip w
2o5r- iimlil. iiii! iiuhuiuiui 111I1I1 t \jL. nppuju ujL.nL.nu ii'hiu 1111h II.
11 iiiii^Miiii mj uii/ili , "P-P rLpuirriui nulitrapli nlrplippu , II.
nuin-UiunLJjp Ljriu luiuiiphh muipp 11111 11 I. 11 I. tut putn_iuu^
'ftmi//, m lim um 11 Im 11 111 1 ii/hiuu/ m iii/i'/i n* nui/Irp iiuihiuiihi, ,
np h 111 111 111 11 L 111 1 ^yunmili ll. tunp^nuprL niSut^pu ifimuhh 1
iL nliliiih 11111O nihil 1111 min ijiuiili iu'h^fm 1 mm 11 1 [</ I. ui'lili H1^*,
iiLui/ui, pmjii brpbnL-Uy nPJ* illimii. nlih f^ujn^ujUnnuf^Lrujuij
•jA#/#f/_f#A hihi 1 111 [jUJL.truj iL. *fKujntrpujj nprLL.ni Qtri/inulritiiy
iL. nP£. upufuti-UJÜ ihnnnLlipu trncru nt 11 /mit, 1111I ott/P
LunP auj^trujlj x \\,PO- uu/L'hiuili fp-trpuj'^ujL.ujui cfnnn^
unt-ptLli ijuiJuTSiiiliL 11111I1 iL. u 111 111 n L 11 111 1 iiuhuiuiui mlih umil.
imilpiii uuilpui 11111J iiili/m pirpuj<tujL.uju^nLp^hiuu'u liiil. 1111 •
pull üjuu^iilIjpTj uiTCtrnlTUJin h nuin-UjuuujJIrup 1 1/ L tili
luuituunL iili'/i af^pL. ilLrn^hrintiu t
28. \*p-P"- /3UJU ^>ujrL.tuuuuiiftiL(3pLii/ü < hlfü tJ-nnn^
Kap. 27 — 30. 23*
i/m ni/'li ifhrnJi h •yiinniuiuuli ll. a.iiL.ittunk'uii 7\iuliuim I. tnuli
j ui'hij IiiIiiiIi \jnhp_iiLJ[i { W^uinu/üiULn n in diu n f. tut nd-nnn^
ijm iiilIi \Yntlulruh y ill. imui/ili n i/uiui iinL, nmt/Lluuili iuluui^
•Jl. i'iil unti%u_ in// nli iiutü n ilh i\ ut tltr er tili Wjjuini^o~iiiy iiutt^
ri III II I. I III I IL. ll Ulli l/l, jlllj ll Ul7\ I. III. llllllll tiulmi iiim in It , kltlfll^
/ i\yuutnL.o~ni iL. uiiu^rri .yitimmm liiim'lm'li linnuiy fff
unpnn pull ujL.nLjliujr%nnLld-fiLhj iiiii'/i/, im/ li ill. niui 'imuui,
I tut I. 1/ ml iuin-UiyfU f. iil. mi'li x \}l. limlrnLUL. um I. n Int n/i 11
lULnLjüpy inniiL.it putniiL.it itiupitiupLjiiL.PpLlip IL. luinuiuu 235^
QtrtLiiLLi iftrpni *ypuiiL.ufi ^fKp/iuuiiiu/iy iL. luinuin u a-nnnilpp^
iil. inlili , iL. i tun tu ii ii li imlui'li'li -} /, [,l uhimiiti ii iL. 1111111111111
in ii j > um ii i LI I, in hli li liLTnou aptriutn brli t
29. XjL- ll ui in ui ii t. in i n[iL.n lj pufft tut fit \jnipilru/i , muh
i\\tiiuini CTni* \j I f 'l^f f ffruinSlirL iL. iliulu?\m'lif, i/lin .
n/i ii* ifiiLO-ntru it iil. uil niimlm iiii fit l'rfHl'frh * l»L 'lim
iitun piuupli ^ltiuilIi iluilu?\mli/. iinn , iL. i/i nlumlmi 1/ 1. in n iiliiu
•^fllltlL ll llllll ll [jUIL-lTIU l \}i" ^fiuuinjlilriiiij 'l'\\"l"l utliiuu
lultijnin ncl iinnilm fi/'li itrplihiiliy Ll. in tu uiiui I. i ml iL. nutltlr^
iiul ii li liüiuitali l'lnii li /. u i in nlL.f*±li miiu'li, i' ui ncl ui Iil. m u
<.' iiii nihi ff i. ui'liii um iii/i \jtiiiL-UUinLjuli y pipiiL.it /</ ///// /// 1 nn'li
'\uULtip} IL. \\mimliiiJli ninif'/i 'im um, nn ipütTuin n iniiiAmnli
lui'lmi'li W^uiniiLCi ni itiiui Liifiuliiii^ßttriiiU /""/' uiltlili, nn im tu
ii iiiii null m n/t I. ii li'l im i n um tili iL. "">"'/ '' ii ii ui Ii ni li in n'li I. ni. iiii
kn /' \Y"i[uI.ulj t
30. U» /"/' m IL tun fr n Ulli iWjiuiiii a III iluiiui mnl, l'li f
JihnSU ^iilt t Ulli iinpiti- tiif /; /; m n ii'li litn tu in /, li'li iL. iitun.
*\m tuiilil, li'li i \}ji mm Uta ^uiini'/i i in ill.'lmt fiiui'li , l'lnii iiii i>
I. ni. iiii ii I. nll I. tili [<l I. mlili ^t.tuiiu ill. iiiii •\/iuiii n/i «J\/f///y^
in null n iiiii tiilt \\ it ui tu r) niy nhliiii tiiultl. inil ti/i It nun ni/il/li
24* Apostolische Verkündigung.
l\\UJLUrn CT int/l/l, m/1, ilni/nllihh '/m/m/, u/i I. ii/ui/i im in ilm// ifh/ii
an tili ^\\iui-P/it an Iffiu nnn/ili W^nntu^tuiftiL) h ditriLU /trp^
1/ in li ilm/uuihiifiif in hl I. nihil, l"i'/ im 111 ^IIULllfli ii ii ij li \\ um in _
CT/»/> 'hm In /.im/ um 2tULnli> ttun-tuV Ptuu ijm ill.'huijh
pfiUttLlclfiLli iiit/umri^y/iu <\'hl, iiii • iL I, iiii I, ui/ uiill/hiiiih
236r- tup/utu'n^n h iliu/iiAiuh iiiii /im l.'hhii ilni/ui ml , h ill. im in hl i
ii ff ii im niil. fmj t/iüpU nun/1, hm/h pli% \\uihh \ \tiumn\nt
ajlrfilfftüu II qjlrpyfou t
31. tK/"y- iiiluiini'h i/him iiui, ijiijij pkn. \\uuiiu tun iL
^fiimiuiiiuliiii [<l In'h uhuieu/uitLfcltrtuli |^M£/»#»i_CT/y iL iliuii ii in
ii ii ii ci I. ii i/i , ill li n \ ll 111 [Ulli/ hl 111/ Ulli im li lilmi 1/ iiii- ui/i pUi
Lnnnn.nLld^nLU pUriniSlitri qujUiuuiiuliuilinL^k-ujuli , h-jctt,
n* l^n 'hiiimi I, hl. iiii tun- ill, n x *-^iuUq[i uihiii I, iiuilil, i/i II
111 hl. tili ii/(*l I. /ml iiilmi iii in Iiiii Im i hl In 'h'h, n\fih\ ill, ij Uli Ulli UI
äunSUt^n» uinrL ml, uiu'hl. /// rrulL, nfi imm null, hm/h ilniuli'h
l/l/ll/ll/ III hl III ll jlllll III III, IUI hl I, Ulli UULUIIL/J IJ Uli IUI III III Ij III
uiiLltHruiliU* iL ilniuli tifi n huilnumui I, i/n I, i/l, /m illi \\^iliuuuji
UJiftrlitrp/iü ■yiufitriuip l/m uil. i/utii P^n. üiu^iil n AtrnSli iniu^
/mitimi [<l I. ii/h'h, iiimjmi iL uincrtuü t^n h JilrnJh ^inLhcHrujlili
ilmiiti ill, /i ilm ii ij ii jli I, iil, iiii im O nihil/ Ulu^lllSÜ» ilmiih -i/i
Uiu^li il mii iflmi (ii niii im iinl, im/, h dtrnSli ifuinuuni u/iunui II
luntriuli t^n limi i/i m'lm i illi mii I, m/ h /'""/ Li m/m / tiiliu/i //'h
p ^ujnuinui^uinnLptrut/u fiLnuQ^i jJ,/»iT ^Ktulili ifni/itljlh hnlL)
q/i h JilrnSli "/'"/ uuinalini lit/ul, iiu/'h II liiu/mi II /ii/i/i I, m/i
i/trnoli , h atrnSü im/mi fuiu iliuihl. in / lull "P "-" ll"//' /'
llhrq* iL ilui iiii m/uiiii tili iilmili 'h/u /mim in I. i/n I, //l, /m tili
uifujnuTinLpl/iLli /ihl/ui/uii §lj-rui iflrn, ti/iu/lyii iifi iliuuim
i/l. m/ il/iiji. u//[i ilui/ih *^ tu null iL iini/(J I, mii, U/X niilmi i/n
236v- W^fytut/tUL I qtUfil^njtjU qiflrqj
Kap. 30—34. 25*
32. IJ,/"A '"""'/' t^ liiulmuii m f. i/n L pii'li II iiiiuiiiii [fl In h-
li liiuifiun II ipüiuuuiiu [tl l.'lil,'ii \\j*uiiiLcriii II p '/"/"
l.nlinl, : >*flu/l*qp m int '/ii"/ \\uuiM-Uio^j uiutf fpp > llu~
ILluV Dll/l* II ll III II II II I. III Ulli. I • IL lllllllll II in t^p £LlipO~D~l
iif, nli/in ;; t (J^/"/- uuiuuiulil, s üpuMifriL h"l" 4/' uiiufiuJLpl*i
fftuiL ]\iiuiiilujcs *ynrf l^rHr^ ffumtrncr rpiuipiiu ubpqpu
lim nii lim Li I. nihil t JJ,/"'/ iiilmii ii'li 11111111 p ill. 11 11 111I1I1 tiifuiu^
I 11 1 1 1. 1 in I ^t^p ijlmili milul n il 111 11 illi 1:1 1 11 n 11 1 LI I, ui'li iiliLmimi
u/ltiuLptflinL^pLlii p fpiLuf^l* crüfriui uuiuujlo II pifuju^
in m (,l I. milp'/i WjiuiiiL-O-iii» ii/i II f/UpJ* ijmii p i\\nujUl*
11I11I iiilim ptpLl* ilm I iilh im niim [,l I. 111I1I1 niiLnnt^ , Il I, 11 (111/1
II nl. nl. m(li fi ulpif ui'.ili ilmiiii'/i uuiii Ii I. 11 upup 111I1I1 II litfiij^
uriLfttlru/l/l* \Yjiwiil cf 111 t 33. Xj1- 11 11 111 l,n p JtlrrLli LiiLup uiuj^
jiuijuI. ijl. pu niup/pii niut ifmiui'li II lulilil. mi i/hrtLUJL , luiu^
up^u II p älmA* hin 11/11*1 11p iiilujl pix/hph \\jiitiiiLCfiii , Ii
iltrpuuipl* lupCF ujpCf kiui ilmuii'/i htruujLp illiliiii im 1 nLlriuli^
urhi t %\\iuUa[i hlp* §f~pl* 11 1111 11 11 1 11 1. m 1 11%/iimii'li fi ill. 11 11 111 I1I1
h/hnphf , IL 1/ 11 11 m nl. 1111 i/miui'li f^p x \jL ilmiili miiiiiulili
*y[_ uu''irn&iiLUJ&- ftli*^ ti*^ fripL , i'*Jl^ /' "ht/u/hff iiui'lu/uflil, ,
n p iW/luii/uij n m null iiLULjp, i/l*i/ii/uiiip~}fiLU uuitrnCriiLiub Ihj
iipu^h tun. nu/Uafi upiipui II uinil ni'li L\ p p il/.nuui/i'li
ij l/timi npl. fli Wjiiuifiui p *(i/»/' 11 111 11 ii} 11 /1 l/ifriui ihilppll, uijli
iliu^lpi/liiiiiiiii'h iii'lulm-^m plrul-U, Il ij\jliiii p [ftupAuitf\
afi Ipif" •("' 11p piupl. lumi 11 I. nl. mi , piLCfnf, Il luittihtu^ 23^
uhlltjt, '/!/ "i 11 ml pitli miuptupini f.) pi'/ili p Xtr ll^li lim uiiiliii/li
*>/'" [J'rii/lilf 34. \fi "*/"> "[' [' ab 11*11 ilimimp'li iiuluuulinli
/,/»"» flu O im p a/. n'li ilimimp'li ^pil [J fr li/üi nnl* piil.mi
\\uuiiii Ci iij | \\pnJiU i/iupiini pli f. 11 I. iimi /•'"/ ilimiuilih,
1 h'ii'i- p- 5.
TextD u. l'utersucbungen etc. 31, 1 4*
26* Apostolische Verkündigung.
q^iuppü qu.ntnni-[*rniSU lumtltm'lil. iml \ iL. ufmiii ni'li qqpuini w
ßfiL^i n Titrpnu tlm A //////. im] , iL. niiiiiiijiii iiin'iil. iml • It
\tiip kr mujpujpitri \\jiinm Crni , npiqh,u tut i'li \\tiuim O 111
pinpfi Lj t \jl. ij tu tili iiiiiiiiiifilf f n/lili [i dtriLU \juuji/i tfiup^
iimnl.lt miil, ii^tu'/ui I. pdh iiit/i I. nniilii nun mV tu 11 itt'li tit. lim .._
n Ulli L /iiij pijjliqp ijmiili mimitilili i/mini tun /,/»> q/i q^niü^,
tj.tr pdiriiipfu it/mim/t, fi'li ,uPrh UJU'y P oiarnJs 'liiiiuu piuLili
llllltlljf, 11 , fc-^c/^T '-'■' \ju *»/ LUU<yLUL.uAl/llf iL. m iiu illlL; iP
iiiiit.if- n[J plpu'lm hiP rrnh h ^ lu p n L.LUCT u , iL. qhfuuJLinu
im iijin iiiliu II. qrt_kjdu htf in // lupdm tili imiliui {,) itt P_piu^,
Inuq g i U»/"7- H dtrnSU ^fni^fd-tru/l/liy '/"/' tllllix /* Jiu^U
inL-UJL. Ipiilnl. mi tiifiiuiin 1,'h , q^pU nl. nl. ttii'li It ilimiiulili
quiiupuipini [JpLjjli frpqct- t \fL. ijmiili qfi plipjj tr p ui'li'h
WjjujnL.O^nili luill.'/iuilpui/i , np im m nilil. nli itt [,1 ml. ttil. m'lili
p ilhrq mit •^mtimiimfi mitipiuo^triui tr i tu ifl.'limlli LUtpimp^
**)tlUy iL. tlUlllll llllllll, iL. II I. Illlltl j'.lll I f.) In 7/ Ultimi iL. q/lUlllllL.^
p}puU IL. qp-ULndnui^PhLAi iL. iiftin nn t [<l fti'li , nLuUqfi pufuliL.
[j^uuiiiL&ni p npipntt titlimi ttlilil. tu t um m mlituiuu tili , IL. luiu^
237v- *lruji t? h nimm \\piLpU Wjjinni^O^iii lumsiun tu n qn l.iui
lmill.'luujlip. pnjüqfi iifmiiiii iL. LuntJ-iLiU Lj Uifiu tu I. iim'lif. ift
fpul. puf itrplL-lriJiu ma I, i ii m ill/lini jhlni ii /u mnti l/'/tt i [<) lu'/i'li
("-P* q[' qllit-pqnno-nL.p/iL'liij h^P qmi'/i p itrplL.tr p^nyjj
f]nL-y*J*y P dtrnjj trnlL.tr ifi d/jL ni'li, qfi Uiu l^ nn im um um
tjuiUtr qpuipJpnLpftiMfu) mjii^iliilli lr qjlrpqfiüuU) II. -yujpnL^
Uutqtr qjunpli iip £ fi uuinpliuu frpqp/i, II. iqpqtriui ^q/r qlrp^
l£iujlinL(*lpLClfli jiupL^lrilirj iLp'utiL. £i tlni tun, II. q^uujUL l/ttiiifb
1yP2^£l~P^'P 1Uyu>"-P[nti^' 'uujL.iuumlrpnl II. ulil. Link iml
mt/l.'lmij'li iiL-Uuilrp qgpni_lrujpfu fi qfiwnt PfnJL ^lui.p'u :
l) b"- fr- 6.
Kap. 34—36. 27*
35. H/"7- '//"/ "- i/Xyj!-PiW^tuuiiL qtrnlruLi n/u iitim m Ifl/fi,
r/n/i In n um tun im Utfui W^uiniiLiucr uinSUtri aqua mljli unpui
ppp nuiiiin I, nn I. nlililiij , nuiUqfi iitniii miuiiii '\\iilmuiim
/ui/'liilu/lil-, . np jW^aniu^iuUt^ 1/1/1111 uil/li ntlut^p , ß linLUtfU
atilruii iL. /m um i n/m iui->piuip*^p hm nill. m / q^uiuujuiiu^
.iL iiiiiili p cluii> p jitriiSU Unit tili ^iul-uiuiiii [iuil \\^ ppui^iu^
diu. m/ir/ nt/i mum i/l. m/ d*} lt Jd- tuu ii im* "*^*uiuq[i ^uiL.ujuiuiq
II #»««7 Sit/ *V yyjiiniiLO'iii iL. <^uiifuipb'qujL. liuiu iiunriiunni_^
fJ-hiiiC ♦ Ui/uiliuiuilfU iL. tftrp <^uil.uiujuiiiii/ Wuuini^o^ni
luii it iiiiiiu'liiui/n , ouiuqfi ^uipriuip p <yuiL.uiuinq utrqqlf«' t
\\,nrf- "* p diunSLi tui iifilimu luiiu m m Uli \\npiu**)UiuilLy m/i
fi XtrnSU ^uiL.uiuinqU .< " t *\Kiuliq{i uiiiiLuipuiquiL. p *yuiL.muinq
\\^p nui^iuify iL. muri UI II III UlL.pL^Up 11% 1/111/ \ \jtl uiUuiuiLjii IL. 238r-
t/li.n ni p Aar ilam im iililiimjli '"/"/ mpuiuuiifp , lull p afrnSU
•^uilui Ulli tili illim/l. ni. /n/h tun iilitiunjli IL. p ilui/iit uipLypqy
iiniin ilui um in uili tf tll. ii puilili WjiutnL-Crni t
36. pL ' //"/ LjC\\iUL-[<fp ii/iiuiiHiiiiii 'fju'/j ■, nuiUq/i Itinn^.
iiiuiijim Uüui yj^uUML-tUCr p uiuinni ii 1 1 ii lim i'h I, 'int/im lUipnL.^
nullit, i [d mit im nn I im [im l.'liiii Ii mli , npni J*rtuqiUL.npnL.^
pHruiUU iJmlii7\ ut'li ii* I. n/iiili t \fL. /J tun im nun um *\\ppuuinu
M/"77 \\iiuinL crni y ii ii it Ii il mii ii ni /. ii l.uii. uii iililinli Lj
i uii'liil iiilil, y nn Ii '\\Ul l-l*r tu I iiiui m/j'li ntSUlfp Ii lim iil,'li
UpilipULLn-pilLld-flLll I. II I. tll 1 • IL. lim Uli Itllllll lillli II ll IUI II 111
iiiimluiilil, jiimiui ii i tili I. t/lt , nn l^ m iiu/li um m'li.s/ili'li Ihiny
i'/t'i uHruili crUnuUn , w#/ //* p upjinni Upyni . // /;• //
tu in iiiii IrppUuii/iuUq i np ly in /ni//' tun uiln\lil!li um p
cilint Uli* u/i um ii 11/ tili iimii u!ln\llllli ii i in in m li ritii/li, uii p
1) <\.u,r q,. 6 \JM" (J.£. 6). 2) <W- <}.. 11 U,-^. p. 4).
3) l a-n4Ji q.. 13.
4**
28* Apostolische Verkündigung.
f\\iui-Piui Ipu uuilpu'h unmlmjhp ufinniuu.hniii..fj-nLUU S/'>
/'/. lim nijli , np [J iiiii im tili t^n p iltrpiuj uiiu'li'/i l\,iui [d^iiti
tun /tuil. ni Inj, "/"'/ P" "' um lii p n l [d- h utuu iltultüCutU n<s trnfinpi
37. U»/"7- titiiiufi, ii yniuunfut^n nthpl^nL[ttpLUU ill.it II
■^äuntiU ii/tiiiuiiiiii tili /, ui u: uiii I, ii II ir^pU nnupiuptni pfpiTih
p /'""/ piLCTufut^p» Wptlp" W^uuii'LCTnj nnnp t\^iULptp II
nn tili WäLnuj'^ujJiiL trnlL* nuflta/i niuninu/i// /pumuiii I. pul
iL ijl. tiutiilili ii i/iiiiii uiii. I ml iplipu , afi i/trn um tiiutti unk,
In. nihil , | Km'h'h \\jiwni o~ni iJiunupli trnlL ilujuu LiiLupU
238v- irtliujLnl/l$iiLp-lru/liy tu iL p piLCtufutri tp/iu^u iL Llruujunp^.
C^tr/ tili tu ii it'lt , nnihij/i pup u I. piihu t!L rputi t^ujp iftrp IL p
JilriLÜ tfl. iitiiinti fJ l. itilih hrupnhrpin iL f*l"J- Uui'^iilujIj lil. pui t
38. U»/"/- /• iiit/i/ni i/ tu [J t^p ^uiipU \yjiiniiLUJO-* uiiluj^
nlrtun ii in ii en I, ii in in u I, in p uihh , np I. hl, tut piiuin I. um „
tiii/hl, i 11tll.11 , p UniU t/itiitiii iflra iL p unfu ml. n/m IrnlLy
fit im i/Irpu i/ihl. iml Ii ii ii in ii tu ii tilil. nihil , pn n u/hl, pul
ijuiti ii I. iitihiiiijh Ipiiupuhu. Ii trnlLtrnujL iiniih linpui iL
lUükrplLnLpl^ujnnin ii/umi muh n / uiii u I, im'h/Sh, iL unntruin utrp
noTtnLÜnSU IL lum i/iuihl. m n nüiu'^u iilmih pUpU ii hu/iuujhu'h,
nii ml pJpnZUtrujQj t^ujpi piLcrtruji x \jl n,jujpnL[&pLUli I, '/"/'/<
ItlipU nihil iiuililili utrn-trpin I. ii I. mi , II <lilinl.mli tutpilL^,
uf. mi ii/pipri tu hl. nii i; ilm n ii'h , ^lulitrpnl p '/'■/' p f-kp p
iJa-pniult I. nli'hli puyilh; ihm ii mu ^tuLiUjt \\pujl~-u \yuuinLUJcr
p dt/LU ilmu u mnl, tili /mm in ni n im mu I. pul . );pL lUipnLiipn
lj/imnuiiih *^\UIl[<J^P ii/pinn m'hf. nifli , uipilihnh Ijf aifiup^
il/ilih n Ii ^lULpt-iuiu» II ii mi ii 7\-nfujpwujup^u Liuwujpn-ujq
^J4"/ illi ii •ypuiiLU *fi.ppuuinui, nill, ii oihphnL.pf-pLuu ">^puj^
Iiii/iiI. pul , oft nilhrn 7\->i/mn m niup, u /"'/' <" "'/', < nJiuplrqni w
l) 1KW.«- P- 11.
Kap. 36—40. 29*
ii I. in/ ^uiLpli t \}t- u[y~H iip q p hiiL-iit^ OUniSUnLli 'im um
n% l''"l iii'fj/"//'' ajiiunif- ap Jlr n.t p~ig itunni_[<}[iiSuU 'im um
lllllllllllfll- plll'llljfl llt/l'llt lllllllllu/lmll/l If II II* <fflUJ^UJffl U-
n% uiiunuibiunar* qfi a-ß-l^ ns'li crutruii | juinl. uu p iflrn-lr^. 239r-
piqy uiii II n% iiupni-P^fiiJu qTinpuj ujUCrpu hnhpiju um/, j
//uin I. t/p* nuilinfi UJuhrliUlUtriflU II lUllt/lU^ll li- n%U lUÜ^
lil. iiii /ujn. CruLirinily li- il%^ /"*'"- Jui^nLUii/fL uiliffi/fi' ^piuliqji
np qulitinpu tfiutiii iii n% t^iun- n/minii lpun/,n fUiiLnLlilrf
qipu/u^kiuuli luipui t
39. IJ/»«-* /r^3^ n%^ hriiuiLy II 11%^ iHtilujl* II fr/?£- «*_
JlriLUJLj II n% iiiinl. im p iflrn-lruiq* IL. irß^Lj n%_iujplrujL
p i/l. n I. inii , n% £ I in ii (J I. iiii i/iu^iil , li- n%^ fiiuii/iiulitruif
[*}uiqiui.npni^[3-pLu Linpiu , II trf&Lj tfui'y n%^ luinpLruii^
ijJiuiiiii iflrp p '//■/' kigriLP p Ltriuliu p iiLqpiuuLjpu [uuf-
ifiu^nLuit/p. iuliLtruiin x [J/i«. iiii lupuiiupu "^uiUhrU qihpqnL^
fj^/u^i p 1/uipn.aili II u% ^uilujuiujIi \yuuinn\niy lr[cfLy iiu^
iiiii uiil, ulm um p i/l. u I. i u 1/ , Luipui li. qcrli n lZi ilu QtruitLli
ill. imi iiilui nulil.'li, qnp iliuuli iftrpli linl. uu/, ^KiuliLi \yjiuuiL^
(S iii ,1 in n illili ijihl. j , ii fi il in ii illiuih iiuimi [*J In h um ijijl, , li.
iiuill.'lit. ul. ulii ii an mV in u tili il. nlililm, u/i luiitmucrpli uhin.^
n u/li tili limu-^iiii nili *fi/t#i iL u/li 1/ in in lUfi tr Ulf qui i/trli null pu%_
'liiui iiiuiiiI. iiul li. im iiLyLuuii ul. imi hlityli p ilbrpuii hpqpp»
ii fi nili ii iiuililili tfn li in u tili, iiiiiii uin, il in ii ii uiuppy iuu^
nun tun lUlipjJtUI i puip/i y *yiu2illl \YjlUIIII-Ci III y Ipuuiuifil. Ulf
tu ill.'liiujlilii , uitiipl. um Ulli lil. im/ ii uull.'lil. ii/i'li . "Ilf* q*)UUl
l. p[*J Ulli 'im um, li ii </ n lull ii. ii fi nili il uiulililf lil. ll I. im/ lllltill,
Il 'IiiiiIiiiu iii/. ui um IllV llllll II lil. Im Ulli \\iiuim O III l
40. 11»/"/" "'/""/'»" mii ui'Olulmii jiuill.'lil. upli \\llllili \}jl^ '139"
UHU O Uly ii fi il in ii il 7\ iii m n Imi l^ Il ui'iu'litf. i/i liuip^U 11 llllpilli
30* Apostolische Verkündigung.
Ii \yuuiiiLiucr ^qtULii // ^iuuiuniulini-P-nuü üpujniuUiiL[*ttriuU
uilinuii'li u/ün.nl/u iltrnuuipU Ipt\hqtruif^ \\jt ui n LCT in , qji fi
alrn-ii um 'imii'li ■^uiuiuniuuiii-[J^truili tltrn ijlpjuu 11 m [iJ Jn'li
iii'liiuiifinliiiiliiii l<l I. inlili luiLamn : |J/»/z_ nn nuinnqhiußi f/'/'fi
iim iiiiliiiiitli h airnMi (J" ' mlul. ufi iL. ifuinn_uinLyfiiiU \\%uuinuO in
i- uiii^iil. in/ L- luiHrUiulfUiifi \\nnt_in ^lUinU f iijupl. ijiu'l i,
iiiiu/L, iiiifl.'lsun'li hUis , nn tu tu L-utrq iui Jj fntff- ^\ nilulruh uiu
!. Ii'h Ii ^nLjiuuuiufu uhnJuilitruii i\\jiuiiiL-crni h dihnSU
Inti-L-iiiU iiiifiii. II. crUbruMi n Iliil.uljU \Yiunfnuifiui iiujU^
ifufuLy , nn h qiULiuULyU t\^iui^[<tn IL. W^nniu^iuüiiL. QfiuiiLU
uiL.ci-trLuni W^uuinucrni , qiiL.qLuUtrinil afiln/u "-"/ qjiun-Uip
nmuiiqt, tuili h Strnht i/iiiiiii iuiifr /iah,
41. "/'"/ '/ii'/' i" in f. in '/nnJiiii/jfti imi •^nil<tujUULju || ijnui/n
iuin.ujyujq.niU /'"/' '/ '"/''■ /'"/ "- qiuqifhrinil q<rnnnilni_nrLU
inUljui in t-'*J ULM y^iuUriU t/lrliuiq y 11 um qnruni-qLriui '/■"/
u*\\uliiiiumili , inn ill.iitiii \yuuillLCriii ^nqnU ^u/UntruiLt
fuuiu lil. mi f"-"f- iliiiiiilliiii linnui l \\iiiim luiuil/trnuip iL.
i/ljuiio iiiill, Inuili tLuinfi ii nun mf/i, iL. iltiinii tiiiiih in ni [J h lljulj
iL. %iupsuLnujUiutju Unniu iL. iTuL'tniJU iL. liuniiL.hJ'trujUU II.
njirnlifiUiiU iL m iliu u illiim n u im 11 m LI I. uilili "ff' iun-iu^
nlrujipUy "PP ikui t/iu i um [tl f. iilli \^iil_iiu_ ^nuLn/U ULn_ui^
240r- •ß^3^iuLß U ""'""H lUJiflrUujpä lUffuuin^) n^hrfJ-iuUiiuuLti
iiiimii illi lunuinnU um quillt /'"/ ilui/i 11 liuili uT\iu'ljmuiuiu^y'li
qtrUuiqy ii iuii.mii iiuilil. i qlinuiu h 1/n.nq II. h uinnfuLm-P-irULj
U- lULLhiuLuuiiuqnupirULj . ifuipn I, im/ u ui'h^/i'lm <lniqiu II.
qtJuinUpUu fi JLtrnJli illinui in [<) f. uhili 9pni iL. ^nq.L.ni'u \^nn_ni
qiiP ^'"fP miL-Pfi- lun-KUU h §triuntUI~t quui n uiil iiilil, iui iL.
fLiut/u/riuf -^im uiinmijl. inqU, IL. uiiuuit, u limii u I. mi •^uiuuiui^
uiLTq/nj ii f. ///. ii I. '//>"• *yUH-ULUini/ A_* ufiniul II. im uiiij
Kap. 40—42. 31*
^uiiiiu mini, ijfi'li njum^iup uuipnqjrulriuili p ilmnii uinlT pif
til/ium Uli <jtrßiuunuuiiju , nuin nniinüiii^^lriuuu \\jiuml cfni
I. 11 1. iiji p ill. nun liiuiui , // JitrnSü riL ntriuua uippuilitrutii-^
[J I. nili uuiiuiiiii'/i I. uli I. i/iii nullit, iml , Zl tun pliiftiLlil. pnf
ii Im um Ii In ii ii in in Uli ^lunifli Uli n u[ /. tili ^UJlLIUUllUukrpm h_
•lliiuiiiiiiijh q^lyn , Zl /» uppm [tl I. iiiIi Zl iuiprpuipni^[J hiuli
Ii Ii *-ym JfLlr p n i_ftHru/li iliujnli/i lihiuliu iim [i in l.'li in lj uflm , p
AtrnJii iiupni^fd-trujUli p illriLtrpiijy JiiiuiiiLuufuhi q\\iiuint^uj^,
crpli /• niniil. iim'li hniuiniuntruii p dlriLU luilip , np i/ItiluilM
Ii iui ii I, in i '/i Q/iuiilu/i ^Xppiiuinup , pipiit-iT plitsIrrLlrujii
iil,liiiu i> iui iilil. niii'li q[^iuuuiL.npnufJ^puli Zl q(i->fuujliiiL[clpiM
Iil, 'hu iii'lif. iiiitli li- i/LriLlrpirp Zi_ 1111 nun iiiiiin n/lili, U_ niliupuhliu
tuiu^f/.f p pu p ii Lp* p lHjLi iiiliiiun iii/u Zl tpiiliiili luliuiuuiilpuli
piifüpL- ^yifujpiJiiiL.pHriuli Iui hu in I, mm lii
42. *f^uiliqfi iiiiiiiu l, ii m'lil. i n^un uiiiiiuiif. luiu'/i Ipu ^
iil. iui ; i/liiui/l. iui lUJlt h unuttM ^uulili [jin^pp, np nun I. iui 240v
l/ili/i p i///pinm-/3^trii/uu p lu/iulily Zl umi^li nun mil/li Hif/Zu«
tum fjtrtuup Zl uppni_piruiifp Zl ujpn^iupiiLpfkujifp u_ ^iuiP_
plrpilLpthujUpL i Im ii I. ii I. in I , oufun[l nuun n n i 111 pupilL^
UtliLU /fiufi -jiii i in in in iil. i ii ii'h iim iiilliiii 1uZ111.pi/u lUin^in'lirrpiil
rpilll3ilJu U_ ^lulin_k~piX #///// 'luliu 11 m i i 1 n i Li I, m iln ^lllll in'/:
\)/'/'"/y uuii in iil. inj li_ p lilrpnu uiiL-Alrpii nun nun m ItJ In Iui
Wjiuiiu v> iii i \\^ in t~ im n^f'/iiu [.I f. iti'li'/i Qiui/irrfJp ui in in ii Ii
p Ii n \il in'/ i'l i ^bfjtuiniuiuii . Ii jibnSU I. Iil. nl. in in l.n/i/.uii ,
I, in ii I. in I lull HUI ill. IUI ii/'/uu lim (il In 'tili uli II ui'lil. i Ii III Ulli
\\l.iliu nuin l.uni in illll'li'li \\iiuiiu iS in : * ) 1 1 1 1 II, '/ u l ll'/i ipupi II llllll
tupiiipyii /.um/ lu puuiup tun npi iil. Ii in ti inilili [ \ji llllll (1 ill
p iSLiiSli ihn ii ii iiiii ly lujli i um Ii ^yiuiitiitummli um liuuiu
ii^fiui tu in tili ifl/il. i 7\ ii/mii in in 1,1 1. null- ii\\jmim iuviii uput^
32* Apostolische Verkündigung.
iimiiuiii- nnihtifi tili h'ln tili nili ii iml uililiuin in /•'/" ti 1,11
ill. Ii iii MLUn^ph-UJUll) U- lltuull miuiiulili ilm in m fmi m in ii i f,l lu'li
•^ tuli filriusf. mi krit iliiiimii iiullit. i ilmii ii hiiili ii in in im hl i |J/#_
uini mri h JitrtLU ilmii n mnl, lnjh uinuin imn mVuut n/h nl. lim „
nuilini , qft h im u mV m n miil ,'l i 11111/11 im 11 mV iriunnLU
et iml 111I1111 lim 1 11 , m 111 111 ^iiliiIi ihr in 111 11 1. 111I1 m n '/im 1 iuiu^
ui/,11, u 11 111 l,ii li_ im 11 mV 111 11 111I1 uiumijl. mi trnu_ n~uili/iiiiii_p
II [1 W^uuini-tucr krli , nn iuin_iuVuiiiniliIi uj m 111 i/l, 11111 ill. 11
nthnliiiLlictniulili tlhrn 1
241r- 43. P"Y \YtiuillLC>~ni m ilh'lim jlih ^yiiu m in IUI iiimiini li_
m 11 il 111I1 kr» DUiunfi 2kpuuinpui kr iiui/hrtiiuiuh \\iiiuini_iuO'y
ul. u/i l,uli 1111 11 11 \\^uutni_crni , li_ uiu kr in illim/h iiutLuiy
Piuli iii. 1 ili 11/ ttuffuiun^hy uiii Ii- iiurnuy piuu /imt/umii^
f. nullit. 1 t \\[' lUiLiuy/iliu ifiunntunlruinuiL \fniiulrti , um I,
triLniuitrnlrnkrli* T \\11111l. ii/if.l niunui rrinilpu n uiuu/li P-tr^.
uiiliuu miii/l.'lil,! mii I, 11 • u_ mi 11 1*1 uiu 11 ilmlil. mi n S"*/
'/, 1/111 bnnnin huliqp-iiiuli* *yuiuutui ml. m 11 \\jiiuni-Uin~ iuiiiui
ntrnliliU II qhrnlihn 4 t \\ bull kr luiuil u. \Jntruniui ilmii 11 tun I, >
uini. iml miuiii I, 11 » iuiiluiV oiuli um 11111 iii. mti crluu npbrq ,
li- im 11 mV piiili nullit, it nihil nihil 1 h pn ;< ♦ ll- kr min puiU
tiuipfuuin^yfiu ■yptini [d/nliLi iuin uiy * pufuqp tlliu/h 11 milm/h
[ilin. uippiuip^pu II muiiil. 11 i> trntru* L- 1/ itipXI. 1111 pupli
luukr , trpiulilrift kr nn trpli /uin-Uiy J>uiu qirniuiiLriu ifiupn
'liilm 1 *f\uilinp WjiuinLcriii Irnu- ulipupu luin-iuy piuli nui->^
lirmii^y/m t/i'hm pf hiM [\pii_pli > HUH utrn tuicfu inpcruiU
h tili Iriiiui li* /'"'/ luiiLUiy nuili iimiu ill, n in krp , "IUI
nsu npuikruip r/hm, iluu/h npni u. iu-nulihrpuili 'linpui {^nil^iuli
III m 111 ill, iml ili, 11 nn kr Wpußui \\jiinni nni, nn krnli tun- ^lUl p
l) TF**- 11- 1. 2) m-vfi a/3. 3 &- ;— 17.
Kap. 42—44. 33*
iiurL.iuP ./"tili nniut/unup^u Irnunufrij In. afi p JifrnJli '/m/m/
I. ul. mi im uiill.'lm/jli /.ul.'h, im//, i/z/irnji, i/- |» itfji//-/u'///,'/i
Irp \\111I1I1 II. \\111I1I1 t?p n/11 \\uuml-UJO- In. \\uuml-Ujo- l^p
\\111I1I1, im/ trp P iilfi/l'uflily'li nun. J^uuinn-uno^* ii//fl.rl/t/ifli pU£^
h AlrnSli Linpun trnL- > IL. nun-u/un Linpnu h~n In. II. nt/iüi ■'■. t "*■ v"
^uii umuiiu/iiifl/ii ijiiiijl.11/1, u/i np p ufpi/' ufltl, \\tulfh t?p
iiliif Z,tut-P ' V <*^"/z-" Linpnu unf/.'liiuflm frnfrU uiui Ly M/'^
nuptn Linpnu x
44. 1?*- 11 ii/ii^l. 1111 \J*ntJulfU abrpA crutrutt p dpnupnu^
uni_[d-ptZli luiiii 11I111 n\\ii 11 tili \jjutnn£-0~ni um yja-pui^uju u/i/l, •
\jL- '• /lll f. lll/ll 'tllflU \yuUML-UJO~ lil/L 1/lUlllll l/V^ll JJ' LUlfp < plfpU
p dt^yiULpljpy In. p nlirp "^fiiijl. ul.iui nuinuL-p truinruy In. nu^nu
trptrp uijl<> u/l/iil. u/i l/u/ilili p ijl. uiui 'lu/ uiu , II. irpfjfip
I, ti[u/// it. plipp In. iiiiiu/ij- Sw7 > kf&tf n/iiii 11/uL uu'l'
•funp^u um.iiiVfi /»»« IL. inlfuhuU uiuilhrUiuiU h"t futui ufi
fünnn. ^ItluilIj . In. S^Y* fi/u/t ufi P"'J- uulu : U»/"/" *rphnL.pU
it. uliijli <fpb-yinujut> 1,/i'tu Puln uttli [\p'f tili \\unnriL.o-nn, pl*'l
npnt-il II. Jim/t iil. niui'li [J^ppuJ^yiui/f l/nun[J fr pul jiuiiiiiii u
\\//ij uiliuiit uiili Uli InnpUipn 'luiiiiu, [dl, 11 uiulil/ u/1/// uii'lil. in
ii.u/i/I/ mit u 11/ iil. x {jL- im/u/ dp uiin.tr il. tu tut ul, tili , Irpunc
^plr-yuinuLnU py luülrli p \\nn.nu li pun.nn.Up njlmuun l\nnl[<) '♦
II. II IUI III llllll, '//'/'• \jl- Sw7 /"'. lll. ll/ll p l/I.UU/f \\llll Ulllllj
In. *\.iiilhpiun crpcrnn-nP iL. ^yiiLp In §iruJitSutr ihpUlilr<\ "*
uipiplii'ii Lf \\pin.pliy np II. Ii/iui ul. ijuu'li pnnin. \jtppnu<yLun/nin-*
pppnn. ii fi J5s"/' *?P » Uta- idiy/inii/lini [d fu'li \\//// u/tiuiii i/ijli
uiu/ in in ^u /uh h Qlrnun/ULy iirpUUlf p *nui.pLyli y np uipplfU
tiull.'iil. iiui'it t
U»/"/- iiii/i"i '"iil. l?p \\tppiW^iuiP In. uihiiufui-p ipyufli^
1) (W* IJ.' 1-3. 2) \fb%. fo i_3. 3) Xf-'- <UJ- 24.
Texte '1. I :iitorsucliungen etc. 31, 1 5*
34* Apostolische Verkündigung.
n f.p.x! inplli, np ifftilrpigu L/[fu ifujpn-lfujjfiu 2L.nt^ 'J^Ptt^1*
\\uinm_5-np aji pum u/.puj h/p lfl,rt ^"p^/nA «- /{frpujlfnL.p
242 r- , n 11, f. i nq phif- 1" >ii in Ll. ujupjj aipLUuiLuuuiufliu p sjl. pm/
uäh-trinn h luii-phfu , juijuJuhilj y np uippb/u null/lil. ijin'h
qfofuufunt [J fn'li \\mi iiifmui mjli npumm ^imifi ULiL-hruiit
45. !?*- ^"J^np frpftujptij^ fi ifftPiuif-lruiu Jf"up2h u'^r-
uiu'/i/, ifliujy ii/i ufüalruji Zru/y/i tiufuri nntfuy mpipli/lti Lj 'f'UJJ-
uip'li, nii -yiuuuimuif. nq'li L/p jkplfutf upü^_ jlrplfpu. ^pufumh
fumjiui I.iiulil/li ^LUL-LuinLuntruiipU *ud2u jtrpljpuu t *fKufuufr
MiiiiMtiifiii-h 'impui p iprp ^uiJpiupAniJuU iflrp h/» iL. ujilk-^
'imifli luiuuipu/i uilruhijju tA\pn_peü tyuuwL.&nj WiÄu/^W/|
Iriauiif. pul p'1'/ ifiupii lui/li Ii ilfhbrpiJ fori, 'unuuj i *^ufua[i
n* tr(*H/ tußipü luJLrub i/m'li, np nfu ml. uuilip lUJyfuujp^Lj
Ll uMputpntfli uiiltruhnnLUy np luuhjpü* l>\jpifpü pu uj[d-niL.
lf b- li-phpp upumm uflin uili nmpij puhn* npujpup uinuü
ptiulruPfop /fuÄ li- LumiP np uilrnp ^iifliiiuuif, nfli pi/nt« ♦
Ll. np ptlhjtfut/ nyuidiup pn-Uidp. Ll. pJ-auLL. nt.pl^pli ' i um
p ipnupmiiujli iluiipp uilml. inj IfUjnIruJI pum ul, n P^'p
Wppui^uii/nL. , lug [\iulfli WuinnL-O-ni , np üpttnu h/p P"'t-
l/uiuu lim [tt I. nihil , Ll. q^Luun-trp&hrujju np iftutrpinu l/pu
pmi iiipuiiiuili ii I. lim nullit, p lt. m um nullit, p niluipu pl[
u\\iimm b ninli i
46. U*" «*> nP P tfhptruL-ny'u Imiit ii/rnnii pli/p \ynuul/up
iL. um mii' J^/. ii mlil. im/ ml. Uli ti *ui iimii nullit i t/ iiniu/fiii Iruilili
pi/iiß i np i\;u liuiiuiiufi Ll. pr/i uiiuplrtiiii niulit.i nlmum " t
242 *■ [Jm/ L/} np l.piilifyp'li | L. fi^ufuL/pli [m ipplpn (J/u'li uf^tnuj^
nlrptnu , ^ufulrptt/ niflrn j[i-,fuuilm! [J l.'lif/li \ftipupiiuiut mp
1) |j„. ljt. i. «f^Ä^. ^ 4<j. 2) £«/^». \}u. ]«. 12.
3) W« T- 7 ZlT
Kap. 44—47. 35*
iHjuhlipli Ly iniilL limili Ln-iuiuLU^uini_f<J-lruLj II. iiuifpuipp ■»_
uinL.pl IrüLj* iL. p \\iupupp ^rniltfu ippfykptiJ aJIrqj iuiu/tlii'li
tf p titiiiuliiiilpifli '■)/. (J luunuuMnu lun^ntlni^prlrutr iL p n_uinfü
uiW^traifiulitf ^LUi<yntnL.prLriuluj unqiu ilinliL uul i/ill. //• nufunli
h 'hiiiuii imtL iiiVuui njli fiji[J l, 1111 ijiupif pL.p iflrnpu i\iuhfili
\\puinL,a~ni» puSuJ-tuu 11 iuiiuii/iiunt/ii rn//i 11:11 iil. 1111 IUJ^
rL.iuyuJunju q^iuurLirpXrrLuiuu y /'"'/ lupriM ~Z\-\iiiuiiiniuuily u //
^ylr[J ii/lmiiiuij n.^uq-UjUnL^fJ^lru/ü h-iun-iuinL.pi-lrutf •^uflilrnnj
qutru II. 11 Irin /pn/ puliujiuiuuipli iurL.LUUiiup.utp pnfutrqnu^
n fruit p ij/n/l, i IL. utrtJU Lj lim- II. trpLniuiLUUiuu mii i>L im
mm Inui i inpi Lj ijtjiunii nmiLuim [J Itt'h I. rp Intim luuiuü luil-Lu^
Dtrpinu x \jL. aufu^uiL-UiU [tl fr puf^ytut inunili 1l1nju~\111hl.ini U_
uuiuin-lriui iiuutuiipuuipu , l"ili ii^yttn lUunutiL tuiuu lufiu iL.
u*uipnL.[J~lrujiJp.li utniuttuurriuiu ifitL.ct'iuulrinij p tf~turL.iuu^
unL-pt-pifli ^tupnii* '/"/' "/h Wn,iuhuy '"II Wpimi u J-iuiL.ufu^
U-lriui iMi~\iuhl, um niulily , np IL. thpLLju ijiIL 11 i\\jiniijlr/inn
p 3ttrnlu lupuütuu XtriLtuulJ In niui , II. p ^iUL.pu uituntriui
^luutr luppLUtni-P^pLU x
47. Wf*!* S£/» h ^"(JV"^ b- S4"f h [\["tl^M "- X\fJuinL.ui£r
1^iujpeu II. \\uuinL.iuo- Wpir.p'iiy nulluni j\\uutnL.^rni iS'lil. iu!h
\juuinuiuCf- tf x \jL. lupmiLjU piim ii unmim [*) I. , nilili iL. qiUL^
nm [tl I. uiii pL-pni t^nt-^truSiiu i/fi \\uuiiu incr um iinili/iy II. 24o'
4r Pu'[ pnm niliuii iil/li iltiim tiiliitiiimiim [tl I. itili i/iit/iiu [tl I, nihil
Jh-pni iL. Wp'hh iL. *UJip* i'liinih q/l luliml. iniiliL i/i 4" U-
ufUlIuMUtlllu fril/rpiu ^LUipil • mll.'ltl. ijm'li , p XL n'li [\pii i.njli
iipunui t~ nLliiri un m p ZiuiplM 'hm m~\iit tili uin. luyiuQ-nL-^
(tl f. nilili <yiultn.trpJt/rujiu'it tll. in\L'lmii nm \ \iimm uiCi x Xft-
u~u luiiuilip I. tili I. inui njli ttpuia tun l\\uiL.p[J- iiunujuu
^ujupli iL. l\pir.L.nt lututulfu niui.- Y\t[JniL. nn \\ii
>niL. _pn Dumm im
36* Apostolische Verkündigung.
pui puil. iiiliu um puif.'lipii ♦ ii hi it. ul. ii fiiuiiii iiiiiiii fJ/n'/i
•.iiuit.nl. ii iiuilipnitii tu. (<J pi'li ♦ iluinli iiijuiiiilili uml-KT notrn
\\uuini_uiCt~ trun m nulluni (J Lui'ti um im Li nu/u nliiinini u
.*»«« t %^uJuqp '/(l /"//'' hp-P"1- '//' \Yuuint-iuar Lj y um'lmi i
p ^ujL.pLju . ujjupljpu i\yuuint-Crnj ipiifJ iiilcIj qjiuLhtntrUiu^
liuili mii pmiiu p' L uilili IL. iil. iiiIi ijuii O ilnflili quin im I. i'li
,pu/ü nhqnpiLuh 'imniu t \ft- itl.ii im A ifui'li t? ^nri/iu, nninl
uiL.crlrujlu tf » iL. LqnpiupU linpui iliiipu uinL,n U_ mini uin p
iL uitt-UMptriuiD II. tutik'utrptwu} "pp tunfünihi Lqnpn_nL.pJ^/nlL*
nuip^pmuit [*l I. tulili Imiuuy uiuiplipli Lj iu->iuli/.~p uipli linpui t
48. b*- rLUjpälriui^ luut? ^lul/i^ \\ulf §Ljp g^hp p"^
rli/mm purl- luyui? P"*"^» » ''t^'f hC3 aPfuujJhu an iuui^,
in in mit ii u'ili umliii Jintf s *\>U£L.tjjniuu ijuu um fJ I. nfli uin-ui^
^rlruqLj §Ljp p WpntfJjLy IL. mppL m h dhy pf-fuuJiflrujq Jinq i
| Uli. onr» p tili ii (' mit Jim in nh nun imi pi Iruili an i p
pn ii iui ii um [<3 L nfli uiif uij'li , juip ii tuliii I, piurLUiy ou/u
243v- \qiup)nL.uh mlf h^Uuii aM'raJ \jp O-ncuiL. J>4y» "- ni an^utuqp*
ipnc hu niu^fiifhiut iiui pmh ujIi puut ii uiuiulu \ytriaputrn_hLp
u- &Ljp i ltuyrfh. Jlnl-i"? '* ^uinfulruiq imi m u puipunL-pJ-lrufli
[<fuin.uiL.npu , ii turnt. null p ^U'/J nilmiiu , //////„-- l/>>pu n/liL mpi
u- yuiqfulruqLj nnpii Imi p iiiiiilmii iL pupp * Qnl-JlPJ*r P ~Xui^
liiuupup^fp nipp ul, < ijmuli mpiiiplili puipjs.puMnni.uuL, n u pii ,/u ' t
\)tpn. p ÄfrnJu tujup *uujfu Uta. luyfili qjiuj trnufuh-i nLlpiiu Zl_
UipptrpM lllllll *■}/« . [d llllllUlllllj U_ 11 UMUI L l'll 11 UlllL'll UJjll iflllllll pll
U- n[<.l im/ im iinlitu nmpf i/iu mm f. iimiuli iiluu U_ nuiuntflM 'Ihiiiiii
^yiiMpuCrnnu^ nuthafi unpiu ß->uutupD unpui» II. aui^u/üuii
LUuiuqlruJl silmi iiui hm t/li ml/ u/li \^uuinL.<Tnl , nuiliifiu^m
pJ-pt-U 'liiipm Luq/Ltrujq i \ft- iliuuli utimiiipli ujiimu. QrtLnpjLj
1) X}u,,lj: \a-i-' 7—8. 2^ U""/.^ a/3-
Kap. 47—49. 37*
iijfii'nl, h '2iiuuiuiuuin<yh , ilmuli uiiunnhb p iun.\ ninijiii urp,
i,ii im In unuui limpn Ipu [J t. nflfli unpui ii'.Ijiii ijiiilit^ iL.
tinuui LinL.ujuutnL[J-iruJuu iL. uiluhmii iiLpi I. uihli puipdipnL.^
pJ^hiJli ifimn im p s
49. \ji- iLuipAtruii \juuiih i/uipq.iuplf uiul, • '■'. JJ^ jtiup, u
muh %h~P X\uuwL.iucr quiL-Crtruil hu qQtrp , 1111111111 l/mpui
iiutyn/ui lu'rl uin^uivh 'ünptu q^trfj-uiunuu :. • iL. irpi-tr qhuipn.
II. x\Ku/muiuiih muh Wnif-PU \\uuinL.Ctni IL. [<£ Ul 11 m L.n p ^C"w
[J uiunuuiq , np t^ mill. hmili iMLupipLuiu , IL. 11(1 \\pn.p \\u^
uint-CTni II. tutip IL. ; t? iL. [J-tuuuiLnp tuiltruhrquifu , uijutip,u
*\iUJL./i[3- muh - Sv/* uiuuiq uiil. puy npiLp piP tru* hu
tflrnlf o^iuii ujjlrq 1 fuun_ntriu iphl/li iL. uiuiiq j>lra q*y&~ w
[et luluiuu utrujn-UJUtLiii_[J-hifli j*n iL. qbuipiL.uicruu quihlrqtrnu 244 '
1^ juuphli in p l\\uii^hfd- mumipifli \ _niuliq[i nf p ">e"w
/<' uilummn 1 tt_ /»< uiphrqhpuiq /n/u'.mn, Ulli uhuiju ^ptfhqt
W^uil 11 'ii lii 4"» iUL.O~hinili pinuumi illili pJ-uiq-Uii-npfri p uihh \_
ul.u.'i l.plipp [\nn-Lnfu \\uuML.o~ni hy » V"/' /''ffi" t\*iUL./ihJ-
fu-n §lj~p In nu ui niluflitr miuuif, 11 iiiiil. pul . . JJ4«4" ^h~P ^S^V'
/#//» upuin Pun- uiyiflf pifut/.'J iL. qlfuhuli) npupzu itun-tu^
Vuiqnuuj uiuuiqiup t *fKiuliqh q^uiin P^'h Wpf-1-"/ fuiui.uhi
• 11111,1 Uli 111I, u II. uui/iiul. Uli iiun mV mn ujli qyjuiuih um uuif.,
qfi 11111I, 11 mump, ii- \\ul- \\uuiul.uiO' qäUL.O'rruil htl q^tfUy
[ulri uiit-UiVfi Uli u um q^frfJ-uiünuu t %fKufijqfi Clmiii lnuumui ill:
h dilriL.il I. 11I1111 iim'liii i'miin mul-hiili , pl murin 11/1 11 ni ijluit.
miuui m 11I. ilh um llp IL. um 'luijli liiuu null | ) UUIIIL-CTai trli\
uiiufilinu uuil. 11 uiiu %\\uhuuuiii [\pq-pi* \\uuinLCTni 1 l| uiuli
l) b"- !»fr- 1 (v . 2 W-u^r. |\. 7 2faP
:; \)„uL./: 2J/3- 1. 4 b'" K- 1 ?)•
38* Apostolische Verkündigung.
qfi '^LUL-p/cl ii ml,- /J$4"/* nun inj ujfL. pu'. ♦ <^Ujpl[LUL.np Lj
im//, i , qfi n%_ l\*tUL.pß- Lj nP [uiui.upii IL. «*_ ***]!_ n-ß l'
ifi'un/i mnf,/iij/i pZgßli ipliplriilf ' .pl'ua/i n£_ tfiupij- h » nP
u/u/, qJuinti-UJnLjnL-P pifltuiß y luj/ \\ uuinua-y ^n/fpü l^lrn^
liimiiuilil. inj iL. 3ilL.LuanL.qlr tili qpUpJj uuiuu um mp/i/pui
11 Inlmiiln p ifujna-LunLjuU /nun ul, p /rpp/rUu p xfKnpuuinuLy U-
I. npi.tfh p .UJL-plf lunfuLjp Uf ufliiih :
50. U«/"7- P ~^*ut ? /f fnumi nnu/uil, u '1'/'/'" l""" h 3trn_U
r\%LULpluJi u/ul, i pl/pu pl'rt- pitn/rtuü q^uiL.pii Inmi ul. i II. p
~2iLU^ mild in'liu// ini uiiiil, u II. nmiu/li Ii ii pl/pu in/niu n n flLp
.'44 v p diirnSU i uiunui ptfhqu um/,, n 111111,11 II. ju/julli II. \juuJilruJL.
iiuii.n/iluuhu qiuiu» * (J£_ utttru luiimil, 11 iinil, St-V7 > nP
Lyuintrno^U n/m crnin-iui pL.p inpn/Juj/u/^y <rnnml/ri n\\tn/inilf
iL. n\\unu/if, ! utn_ 'hm a mim}}. 1 , ü- i/iu/iliui nun u u/iu uin-iuv/t
QlruJnJu IL. ^^uinnuujcr piP /.n/in/i pLtdi nun iiiil/J /n c/i 1 \jl.
r im miß , iflro- trnfiqp J^Lrq lin\/ii o tun 1111 ptf] lim 11 in nullit. 1
u. ^muuiujuihf 11 iuij 11 11 •^uj/jm/fmi L- qgpnL.au \\u iimit, i/i
11 Uipdni nullit. 1 . iL. n~n~p qernrq p /n/u *^/ \/o lulmumii , nni
^kn p ilinlpu /J/n'li, ÜpLtt p i/trpPftu I. nljfii, *
51. x^LuUa[i um um fluni 11 'lim/uujii mv/lli , qfi /ULn-iuy Ljp
\\uuinLCrnj [\pirpu iiufl/ilu/Iil, Lj y n/i ^uiiptt pJLUuu/^p p^'f-
liiim* iL. /LUiLuiy nufu nal/ufli/iflt iilim /rpu-tri/i l/lu p n-LuJu
ujpujp y iL. m nun q/i CTuuSulri/i nl/ui p ifiun 11 limli i.'uiiiu
npiipin iL. 11111J ufli Lj i/futrix \}L. qfi 'linju ftl/pu \ }uum L.UJCT
jnpntpjjjüt^ uuihrncriuuLj iflmi , tuiulflipli iy n/i p ^niLunj
\yuuinL.&nj Zrutjp y II. q/t luüVuluJu limnri Ipuli $4/' h "-
l/'P'/P£_ ^LUL-LUUiLUqh-ptqli 'ul/uj ^pL\pq II. luiiiuih : •f^uiLiq/i
\\upujjLj[^ <ypL~pn'u <J~nnntpiL.pn lpt\/i Irp nmimlpuli piLUL.upL.pu
l) b"- W3- ■>■ (i-
Kap. 49—53. 39*
fr {,111/1111//' uii ^un-nt^t np iL- ujn^ujyfflflr \\uuuiil, i liu\l. iiuil.~
li <ytr[t}ujünu f/nil^ aiiJt/lruuJlli iiilui n 11 jili- iL. t\run-UJl ufflijfli
^urupu ^\pn-frü iijulrf , iluuili um ^rurp*ir ^luunuiliu.ui [J f. uf/i,
rrfl lUiftrüuifü nnrr.fi (V um uii t^ ^urL-plr fit im i In. um. ifiunrr liufli \
52. U»/»7^ °fr {\Ctb WfurnL.&nj frrjjruj/^ jurrmj^ J>ufu
uiuiihrtnujü ujtfuujp^ 'fKpfruutrru t? puf- ^rut-py iL. um. *m/i_/i
l/flil. im] iL. rlk-pai iL. /in/1 U- Of"/ rfflrlrrniJ /*"'/- rRup rr.lt rulry ^40r-
IL. (<J im/ im ii ii urißrlrh-nnL-U y nuiluifi n iiiill/liiujh fflix ■^yuur^
uufürr-franin Inliu +-Uilnuy iL- '['['hf'* ~~yiut uiuuuiil vpuflt fr Irruy
itiiuiiiliiihpli qtrltnL-uuflrlrU flipp l %\\u/urtfr n\ L~ t/rupfJ- iL.
LuJnnnnL-(<crnL-lr iituifl/luupi rrfrp fr ^ur-yfrL. u um in tu ti/iiulil, i -
IL. riufiinurlrly IL. iiuiinili Il.u frütuuqfru ifliiRultiutul^uli utuuuifi//
umuuil. in in , ^LUL-rumiurnrl '\\pfiuuinufi iL. hffuruuinL.[J-frL^r II.
LtLnrrjrL.nL.fttfrL.lr lulin ulruul r\\uwnL-0-nr , um fr iliifiiiluui
n fr ii uin ii uiuf, htfli luiiiiiijl. min t
53. ^7*- ofr '[\ppuurrruu urru , np L~p luil. ^urr-pLi i | './////
'■/'"/ ^LUL-püy ii mpAl, ml t; p Ürupifll Ulli IUI IL- ll tu II 11 ifllll. I
iL. ni/flil. nu [d fu'li tyHlr rr.h uilffi hn' • I iL- cflriuitfri fr IrnL-Ut^ :t
■ypPlrf Pl"h utojprr.Jfrr/lr ^ururilt pnprpbrnnifu IL. n.npCJ'lrfnrl
iiUuipi/luiu up in pt fu'/i/i Irnpujy \JULUrfr uiuiiul, u iiiul, • 2 \\ umli
rurunpfrlr luiuiil, S4"/7 PHP1* J^*"! 'irjrutr* uj^uj Ipuiiii
iitiiiiiiili U_ crluifi ii ii ii Ii iL- /rrri/ruyfrp rflrru \j ifirjrjnL.fr r* Lnn.fr
iL. tlL tui Irlrpfrulf riuinup ourlr ii~Siiilrui\l. i uuui IL- LluiI
iiputl. I ii "iu u y u'liuiut, ii f uijiffli- iluuili ii [i rurrL-iuP ntulr
ii^\iuliiu\l. i u ttili/i ttiltli 11 /■ mpfi //im/ uitup , itili^uit uilifi iur^
uin /«' /. uil iiiy pltuiplri ij /■ in tili li » \fL. rrfr cfliurlilri fr Ipu ul,
nhlpiiq II. ii /i ?\->i/uiuuiiiuii/r it ifrupn , fr AlrnSlr in in f. iiijh irnptu
■^luliu I. p*\l. uil uuiii I. uin- IL. iluuili l/iuluu li'h lltll/.l ll *//«/, 245T-
1) \j„. ],. 14— IG.
40* Apostolische Verkündigung.
uiuliwili II. tiuiuli iulmL.li ii'lil. fuili Iiilm- nu/lni/i iiiiu tfhin^
pni-l<a-rnJM L~ "- cruhuh-inflty II. uflmtSu Ly 'liifiu ll'hl'1' h~p.niu^
I Ulli iuli il. iint iin'li \yirunuj '^n/tuuinuy II. ^ mim In \\lmm u
'bPHL'i ' trP"\tipnu tuiinuiiuiß nnpcrnn liifh u npCrlruL innu
ufürtL-UUip trU x *\\iulni/i *\\n/iuuiiiu tultiit u/hl, inj £> Jluuu iifi
UIL.O- 11- iliunil wnl. uiu ii null.' hm Sil lihs h dtiLÜ Im um 2lUlpüy
U. Ulllll lllllllll'll 11 UIIUllll. Ulli IllllllU n/i uiL-CrlriLii trnlL. H"-
UML-O-ni il. liuL.ihi hi im I lnu-L.nths\ \\iiiii!,ii II. n dLtrn-U
\juiuilim /iiipü ijumh in ji iiiiifj • » ^niLttü ^rriuiifu h ijl.nuij
flUf ijlllllll nflnl LUL.OUJ '//"< I Uli I.UlUllinllll. t Hl II I III 111 l'l 11 ♦
'tühbi— ItUlUlfuMül^- , 11 fl lluillllt [ti I. -tili UIUlllllSlllll Jl fr II 11
mihmilili y np Ii uduflitfU imihö mit muiuh iiiu'h lun/lrhiu _
n I m uih// <y/iL.ii/lin.riL.[J I. iLiliu U- n iliu^iu ufhly piujucf-mu*? II.
in fluni fi/i < npp I tritt niiimiifilih "^ywumuiiunllli n uiu ^uili^
iLtriiA tri null iL. iiut null, iimliuilili ihul/m (<J triuhh uniuinni ijh\ x
54. Um/,i/- ifujuU iiipiniifil/ '/'/'fy/'^' Vuh \jufiu'unufifli
(<J uipii i/mlilruii tf phn Atru \\iuuinL.uLO' ijluu nfXniL. nndiiu^
IllUh f l-'l/lf Ullt-Ul llh AlUtL-lmLUt 11 iflUllll Willy Lfli i tjll'f- UlflllP
nun. iflriili trnfiqh \juuinL.utO~» puui npiiL-iP ifk-lfuni-[*J-pLeuru
IL. iruli.ni ifhli IUL.C ui will lihtriitrinuh tf x %^iuuqp m^iut uiuLjy
h n uih in um tili il. bruqh iniii In II. uiu \juuiiii.wo~ l.tnil, Pun-
illra *•) luIi n-lrndilr uii L/ /A"*1"/* "- Pf-/' owpi/u/uuiptiJ uhutli^
246r- U-iui/lutü Ptiff- linulii II. ii l. lim ijuilily n^n/h;/ trpAtrujpjü i tifl
putt- lurit trnliah \\uuint-iua' x \jc iwniun u crliu n.tr uilhi Il.u
Intimi wiily iLuitnt-U uilrqL,ny Imi/i ifiupii tuiily-* *\uiiuujy
^ßuUi r.tii jh nn I. iil/lil/h criiututriy II. /uiiuuiy dluu ij^lu^
uufuhri ni/ un u I. -nbufliau > ~2fnnnuinlrLUii inncruiL. uiiint "»
atuuuiljLinL^ulrrfi II. ijufulfiun^i-lrifi ft Älmfu l/ni nlfli a&unifünu
1 |;». Ii— 1. 2) b"' Mi: 7.
Kap. 53—56. 41*
clinpuj ulrliniq x \}l. y min\h mi luips ifiupu luiiL, u/ul, • ^\pn./i
h'uuiL. dtru iL. nimm iuIi/i min im ill, ii* Ij. hnstrnuju uihm'li
tinpuJ upufliilrdi hinn-yn 11 mhhn, \\tJuinL.uJCt- ^quiL-p t
55. I»*- upufudrifi hiun^pii lul/fin 11 lim LUUlr IfUJlJ ^LUL.p'uy
h arni "/'"/ "t'l'l '• i'jfli ipl*h ^u/un-lrpd. umtun ij iiulL'liuijli
pus ^tui-pü ajincrtri* npuitru nulip pjjiL.uiyijnL.ifb p \J*ndutr^
u fr Ulli ii h null y np ill. iiuii '//>/' fpufrfnLjdpLjj* , {JL. miiuiii
\\uuiul.ujO'* luntuun in f> i. m iiii im in hl, rp uiinnmlili dcrpiiL.il
L- puui iJiFuiunL.fdtrujU'. .' x '^Lutliufi I, nh.h umiii uflimi n *uiip
tun. Wp'J-Pu tuuh pul iipiiilnf, ifi funp^ypiLUiupu ^tuupiii §// uui
fr U- dir p funp*ypii iiihhij ifflil. imj IL. lupiuui mmiml , n\
^uipfitrind pfip \\uuinL.uicr iL. ^uiduiju \\tuuiiiL.LUO~ "*yutULp
'■/'"/ Ulufr*> IL. tupujui UIUIIUll llllflllr huilll [*l h Ulli ifh u p
I' um litui fd nn m i , U_ iii ii ' hm i ty.puini.fJ-pL.lJ* iL. p ilninpitL.^
fdtrlitr p l'"J'l i/limii f-UJl tu iL. 2.yuujpuJtiL,[**-ptJuü* iL.
ii m iiiiii Ij tu'lmi [*i piSU p [' mij plilitrunLi > iuuiuiuujutuunLfJ-pLli
m'til, I x
56. \jt- iJ-Uipafruif | \fuuiip um/,' \fu lituifh tinlfli frfdl^ 24li '
rrn fruit frpli ^piuipfriunjj* il /i i/mlmi.h gtuuil. dtru iL. n pii.fi
utru UIUL.LUL. i "/"'/ pifuujlMi_'dpi_u trnlL. p dfrpuii m unnh
fiLpitu , II. l/u*/' luImlJi Iiiiuui tltrcrp funp^piLUi ^pfriuiuifi x
*\\iuüiifi hu ^u/upu ii/iiuiiiiiiiim [ylhi 'li p dfrpuii ptpituliuiuiJ)
iLUjp3.tr Uli hiiiiuiiiniit [tl hi'li iL. iun.nnpnL.fdpLjJ uuijj x \yfrci~p
fr hjpJiuunLld-pLU tinpui iL. luinniunnL-fdtriiiu tinpiu in fr
uui^dtuü* 1 m[n im 'i , t^.u/Lfd p iL puppuipiL.fdpL.Uli lUiVlIUlri
IL- II Will III, I iL. tl l/ll/U iflUlri) iL. pi1LIL.ll '■yUlphlUuh'l Ulli II III
pnLfd Iriudp. II. hnuii uiiln n , puiutP^fruitr iL. juii hml, uih
duiduiüuifj "x %^.ufliiifi p a/ rnfli uiiunnpli IL. nft Ci'liuiul. iffli
1 1;»- f<K 6. 2 Xfln,* II.- 26. 3) b"* P" 6—7.
Texte u. (Jjitenachnngen etc. 81, l '''"'
42* Apostolische Verkündigung.
"- *tb liuLnuitrUiulju/ü [<) Uta. utt np \\nnJnä \\ji ui n lcT in qtrlpiL^,
ii in' hl 11 \\tniij ?\\iuiltruqpuu hrptt^ l.iil.iui LjpU ^niuiptriuiiiy ,
UMtL- luiuuupu , "pn nfU *^iui tu in u/li 'in Im- II "/'/' ujpuipliu
[ihn. Um iiiuih /Uli , QU!' iu/iiiii'/i/'/i um/, , qp iniiiuu iil.'l i p
ii mmmimimlilili hrpt-Lj pi/pi m ii im I. i - qp ^p/ul "'11' '• '/'• '"/ /'
tj-iup iuiu-ujv /'u/li acruiüiiiTi q\\pr[pu \\jiuiiiLO~n[ > piuu
bpHy p cruLTqhrfnLilU Uifiu ut ^mi miiiiuiiiuii : "| \iuUqp iliulu^
7\iillil. ul. inuli im u mV nutli ul. ufi f. iti ri"\\n/m in im , /"/" ^r
iiunni^iitriiiiu Ii 11 uiiniiiumuilili .linlim [<l '. u/li ~-)iuuuilil. i , "/'./•
Jhm'lin uiil i\fliiiuinLO~ni trpuhuiü IL mii ii tu u u i (.1 I. iiulu iliulu
7\uilil. ijiiiIi U- q^iiupli \yji ui n lo~ tu limim'ti ililinf. m'lm, niiuil, u
oAlT- Tiiu^ui Uli. uipli ll. ifiupquipLjji II mini uiui'ti » | uili upo it. in
*(»/'/"""""/' B~nu-uuiuu iis ^fUjLUimuiqpu Uifiu , tulilil. pt i/i Ly
p ii uiui in u ui Ulli Ii ilpt^a^hjurrpULfJ-pLU t \uili ui/li, "P"[ A?A"/7~
Unt-PfiLJLiU I. Uli p ill. [hui in uiif tu pni, iiiipup uili'. inil Juuiili
ii uili y [upiiLii <//«' /'>/'" '/uili ULuLyp plLU- n-lr uj [ i %^u/uq[i np
LjpU U- tf lilllliuu III Ulli n UÜUJ iL i/imili 'liiiniu ill. ii A/«;/.'//,
lUluKUpU tf , Ulli/, , llllplll pypJUlUuL^plSull . /#/» £ 'llllltlllll ll
uipuuijnLpi 'tru/uu pLnnj t \jl iltrCrli luup^pnni, uiutj, ',['& r?~
iii uju ^uiLplif tjnp u/ in in ill. mihi ill. ii i
57. Ij*- ^A o*UiuUtr[[i t~ II qjiüi^ mi nliliuilf hfuiuukfp
W["hCu WtUuiul&ui <yu/un-h-pJtfriu[^ l^p iftutriy II qji '\\plniuinu
ljULqtjp, [iiimuijl. pujli jiiiiin l^y nniifl'i nun mfuiu inlili A"«7W
UULtjuiL p dilrtLli ilmi,iimnl,pijli j \}L 'jl[hli lu/iiuppu Ll [n_
pnLÜ I. plfp/i u_ l"/u p 'lujpril[u/ul^ *^uflin-lrp3ilriu[ Stju/li/ii
rrplL£i[t jujn^uj^ujuiiju qjr i[ui-tj ui Li \\ ÄlrnJu luiuiqfiub ujult
JJ'nu'ut^u p arlini^ir^iiU in piu/f, u mui,* (j* upu Ipuul. mjl,
ßy/uu/ü p QnLrfuifly iL #i*^ UJiLuifPüuprL iLvpuiUuiqU 'luiiim,
ilpli*^ t. f[lriiqlyli, iiliP Ipii/ li i fluni. Il 'liui I. '//"//' utlfubut^
Kap. 5G— 58. 43*
piLprpLli ^Irpt lulinuiuti x | n i u/lmi/ ml p upliLiiy uuiuiuii/iil^,
AlUllTl hl-n IL I tili iL Ulli ßuiuniinill nuiiilfiii'lil, ip'/i pi p * 1'"^
jjnL/iHlu "uiuluiu^iuip ^pLjptjU ii 11 ii ji {\uilfiiili'iiii , 111111IL, II
oiulini Uhi iiulpupuli • iL n* iipjjUiuub uiii /ii/uiii'/i p 'liiiuiu
iL uunuyiuiprp uftüi iin iiipu iiinli K^\ri/iui/iiiup x | tu Ii p uiuipn^ 247v-
intrUtfli Tuipui Ipipnilp liiuupjjp~2Cpa apluiL luinuliy p *^Z/«/_
niuhirLiiLpfpiSli f. ri/ffiii'fi ^ntjhn Juiiiiua-aiUL ^iLiii/ifiuitrnLiirjliy
iL nf Ilu p^piuiu l£lUtl llll!l>llll IlLMt^hU lll lll. Ill'liu Uln-UlU^
dhttU x ^u/uqfi I. Ijl, uij ^luuhiui l^n, uliF l/uijli ifluii #ey»w
f/phu tun id Uli n LpfrpLU y nn IL iiiLiuaU p u.pliLii9 qupuintfiiL^
TSuilili fii^P m- luptruuJp. luiunnnni '/'"/' l/ui'/il. ifhi fiLp x \ft-
upujinUiiL2UuJi Unpuiy npiul^u iL uiulitulil. ifi, "PJ1 ^iuliuwiuuu
p 'liui, aiipu iL ifiuppb iiiff/i, ip/il/triu/ qilhrq p JitrnÄi miil. nilih
fiLniti» iL lup/iLii uiipiu luppLli Iuuiiiiiiiiii uiumul. tui t^ x
*)/# niipiuLppliujl^ ii/uuiiiiiiiiiiii luppLU nt Jiupn. iip lun.'liLjy
UIJI \\UU1I1LUI0' *yUIUUIIUU1l~ iL lll HUllll lUILUtf ll/lll/' lll/ll'll
lilipiUy uniiu/l, ii iL //im 1,111 ai/uiptTlllll-fJ-/iLliU IL um r, lii'lili II*
iluiuii ii npö I. uiii , iuii Wjjuiiilujo- mump x \\ljpu §£/» Irin
tllfllLUpll lipiUlly llllllllhnll tj n UM Uly II p p llllLUljll \jUIUlllll llllly
np iL ii Lp uif u uinSUtf ii/uif ii ii ii fii-p y luiuplipu Lj l'P-P IUIL^
uiilU q^nqpli luipiu iiLpiu/iuiLplpLU lim luu l.'lnu I inili : l| //////,
up Hl 11 lullUhuipil pipLÜ *yf. [,l ui/immin t^ llllllljy nPS"- /"' ~
u uiltli p luu* niuluip in lll i m'li/iiln luftu -^f ii in in m in I. I uil iii u 1,'h
ii ui ii im um [tfpLlui X
58. \}' n.uipAbruii \\ nilulyii iunly» \fuiuhiinl, uiiiiuii p
•\uilpiiji-iiii iL imuptil, uiii ui^'lmiiii Aiiinmil, /l, '- hplLtr^
puunili uh um iii, iiii y u/i ui/'li np iiiim i/ui/i tflßiii i/ihl. pi i l.l I. m'li 248'"
IIIIUUI pL/lllll plpi'lih lliipiu lr p ^)/il, min f. ii/iu/i, Ii p ">"/ lj mir ml
1) ftVi.. )»[3. 10—11. 2) P>fof 1»'/- 1'
6**
44* Apostolische Verkündigung.
Ll p QiiLriujiLruju ujuiiL/u uuiy np CfliuiLUy itrpLpiL^ pJpLruj^
iim in l/iil. im/ quiUujLpL^unL^truju uJiuuiiuqujpiupnLy±fiLU :
■| \ui'lni/i in ii in ii iL I'ljl'/i trpiLpy Ll q/i iuil iuy U np 11 /<) iuy un u/i
um/, , imilit/fi um L~ f.i tu ii im u/i lUl/LrlllUlU uiii/ul. tjl. fmjli x
U» // knh-trnuJL aruhnhrint 'unpui lujunnpLjy nn iujnli_lrpju
Iru f'luii 1/ 1, in / ifiiuiiLtpi "in ui ii h , Ii Scrnhi "/'"/ iiluiuIi
&%lriui n^p/iuuinu y Ll Lrl^iu [i Ipl^uJuuiujU jujuuiLrnLfli
äviLiuPiuipiLtruiip y JJtli*^ ujuuhiU p [\Lrri.nl^L^uy '"-[* *H/7,"~
iiinuu CtIiujl y "^ujuLtuji Ll JinLruii p uiiilIuj y inpiiLiI
ni'lil/l, in/ riüL^p ifut'/itii l/U /uu/uAuipp/riu^y p ijl. nttii U-fpJiil
'/iu/iui /. //im/ , um uuiJil. iiiii ilu 11 in i/li n[\nn.pU \yuuini_CTniy
q^fKp/iuuinu x
59. SA "UJ "- "'II'' " h".P" \ju,ulp luubf , pL LritjL,-
ii im uii/uili I tu p diu tu n nu *ytruutriu Ll CFiunpli iiuiiiltiiin ti/'h
triaLf* li- ^luliuptiL^ p iji. f'ii'l liupui Siioa y^uuiiiL-C^np *yau.p
pi/iuuuiiiLpLLruJli y iL fiüiuaiiLp^truili y ^iiup luutvyrui ui II
qiuLpiiLpJ-trtuLiy ^nu/i npuinLfiHruju iL piupLruiuj-yuitiL[clLruju x
1 i/iii nijl, i/Iiiii **)iiu-p LrpupLnp \\ji ui n l& ni x j | \ puui Liup^
Vi I, Ulli ll lllllll. null IL II* plIUI lullll lllll/ piilitt luliullt. ll///, ,
'"// i/ iitiu I. iiij/i '/im uiuiuli i/ ui ui um in uili Ll iinnpi/Lrunp
unLiuuuipti LrpLipp x \}l ^uiptitf uLrpl/pp pufupL /• l, piulini
248v- pLpni iL ^fiULLiiij p atriLli -ypPiuUii ii tu in tu 1/ 1. ii qtf nuiip
uiüpiupp-yui x \jL /• ii/u/li ui iii/i I, ii im ml. m / quc/p ujprLUtpiiL.^
pHriuup. Ll 7\^uiupuiiiLpJ-LruJüp uiuiui I. ui / ul/n i/u f'Lp x \fL
7\iuuuil/l. "i/p O-Uiii fnjri ii um li'li Ll pliX l"J>f- '" /"/ "- "p[™~
Ll ujo-Ltlo- upujüuujüuiju iti/uun I. uu/i'/i* Ll iJiuIiiilLj uiijuii
p cruili ptrpii Ll p L/uiniun crtfüninu pcLpn ^xItilU uipLitiLfy Ll
m ifhrnpnLrli liiLiu x \fL Lrnpup MUMLMtLp iiupiupli uipifuiuiu
fytruuLriu , Ll np puiLliL/li p-ypiLri ^L.LJ tuluiuiuu » p uiu
Kap. 58—61. 45*
^trlQ^iuunup int uuiuiilih- II. trn/tn/i imnnt_[3-fiiSuu 'im um
111111111/11 ♦ n AtrnSU uiiunq/iii iiuiliüiifutry nn qtuqqli iilTi/u*
li ^uiuß^lriui II. jW^pniu^ujut^ inuly ijlmi hrUufuppt *fKuiuqJw
Qlruu/f hri*iiL<uiL krtt W^tpiu^uii/iiL. II. <^uijn ^mL^iuiy
Cruntfun. nn inuiquiiSU q*Y*npuuinu* qniiili IrniL. "'/"/ f-uj^
I tu 11 tilllh ■ tru il 111 11 Im miiinuli/i iL. \f mlu/u ^11/lin.irnJi q.iuL.111^
11 11//11111 111/111111111 Ul/ilMuIi \\tiuii im 11'ijli li qiiL.quiuLyn : [Jl uiil.
mil" li 11 h diu n rill uflitr p-t/uuLUnLfJiruili '/iiii/lnuli tr uiului^
iiuthii : \jL- o imi/il/ uiutr qJuinupuli Unnui . oft [1 ^nni_ni
fr rj II i> 11 1 11 1. 11 1 1 , 11 11 uil, 11 1111 u ui\ m 11 111I1I1 uiuiuqiup 1
(}0. 11"Y ^ fl/ imi" uujpcrtruiq iLuiuitruqp u. in puui
luiiii 11/1/1 iiulni luliuhl. uifl, , UJH iLUimtruqp uni_ujump rtui^
111 um 111 utli II. iii/ii/i ifl, 111//1 'lim 11111 111 li 1 er pupp , uiiLUiukr 1
qWjiuniL mci 111 p/itÄili liiipui ^luuinujuiiruiiqni-qujlitrt %fKiuliq/i
um 111I111 utlili m u'li/111 II. 111 hu 11 I. 1 111I1 11 m in I. I y II. n% qihui^ 249r
II 1111 null uiuiuim trpuj , iL. linciuiiinpu qtupcriiJUU) IL. iii/niii'li
IL. q **fi Uli U-Ly Ulli i/iuuillLqujulriniJ im 111 O ulipp IL. 11 um ill. illmi
uiiiii miini [.) I. ulli'li \\xuuiiiL.o~niy Duiliqfi W^uuinuiLicr n* /"L~
ilhrnly ulliiju linl. uiij II. ni iitnn m^mmf, s llluiii JpuiiU iup^_
II m 11 111 II. 11 11 11 111II. i'li um uiuAplfu im 111 m 1/ Ly \\xu inniger 111
mjliii , nit iL. li SlrilSu 11 i/n/ul 'm /<) I. m'llli m 11//1 1. 1/111 i/iu'lil. 1I1
Ijuinl, 11. nl, nlifiii tfuAi/ii. ^lunqLjt "- quit/puipp-nnli uiuuiui^.
Ij I.1111/ i-nili/ii il [iiujli* \ \u in in _o 111 4» "/' P-UiunL. qiuiflrliuijli
plivu unpcllyt 1"'// im ul. lli \inl"jl' i/mi mir Uli qi/l,y
11111 11 uiii 11 1 f.l I. imlf II. r\->iiiupinni[cliriui/p upumlruii quniiii \
III Im ,111 li uii litt 'im 11 in im in li I. 11 111 11111 ui'lillli q^x/L. 11 1. lim 1/111I1I, •
Il q fiu 11 ui\ min mi/!ii 11 m 11 11 11 in in {.I In 'ii unnui t
(51. |'"y im 111 uii im 11 11 I. m 11 h l.'lni ui'lil. milli Ii nn plini M
1 b- (1 1-10.
46* Apostolische Verkündigung.
(,l I. uu/p ifUij-ritfifpU trü II p-fUuiapo dhiftriiiUii uhiup uilm i _
ftthi3j II L/hiui/innLp/iLU iL luiuiiimiiiL [Jlu'li, uml.'li CjtrniiL^
uhpü) [*}£? "- "i/'i"/', ii 7\->i/ujnuiujiMjlj-u 1/1I1I. iiiii t^ lt 11 niif in
äntrutuU *\\ulniniiiiili , iiijkI iiiil pliplt ^u/lirrlrndtruji t^
pl Ulli im npl. i uull.'lil. ijm'li i *fKtulsn{l lU^UJ 'liiuiliuilpup Ulli
LUnrLt^ nuililitluili im; II 1. mijli IL In I iii I iiiii- in 11 ll i i! Ii il m ii ii Iiiii h
p JitriLU itiluii uilili '\\plililimull Ii illi iIiiiiii </ iiiiiiiI illiuip uih
piiuntuntiLpJ-lrujup.) afi Ii unuiu/uj '"/"/ tupmili , "IUI np[J-iiLii
iL lt Ulli Ulllll iL III im ii iL uiuUilujUii in IIIII j II 11 IllflllllL llUl'll,
249v' #1/7/ i/liuiu itLiflrp lurLÜtri , "IIP Iuiil uiy </ imlniliuihui <
/riuaiultuiaiLp IL ii uiiiuiIiuiu min ui n iltuiili tu i I. pmiiniu ijn i
[J I. Ulli, IL Utnp IL lllltlllllf l> I. III. Uli lT/i'liy tllt'ln u/i UiTuiunL w
prpLU tLlrn/rU mlulliii h UnntuUt^ iiuiiiuu liiuit iuilItlO'jil u,
luii/riuiuil/f, iiiil iim'iuiiiiii n iii'liuiuli IL uj ui ui I. iiuinil III Uli hl i
pljrt- V'V#tf/ ' Ifuiluuiiili pUdni ii iL Inf Inj , "pP Jiu^LupIrp
PpLUpLa /.l f. u/i i; lunritrLp uiuiniiilil, tili II. iiu/iuI. t/nili, 1/iuiP
ijniuli i/ii/liljui {.! I. nih , ft tip ijiiijji hrl[LrLuip im'liui'li fttP ft
puipu ,!'/i'f "'/'ii utuninijfili p ■tUnn^l-U \^ULnilLCFniy iiijniiu l/hfi
IL ipll'llp'lllllUl'llf'l fLÜHLP^flLlfU l/lll/lll. im] : [\n II ff^t^Hl B-/jIl
iu^iu , j^luUljJi npp rpd-'Lri tu Ipu unjUp IfftU iiuiLLU^äUiLnjUy
P <*_ ib "- "<*A",^ LUiffLLup-iUinLP-lriifu o_npCT fJ niini i } nLUiu^
Z^"l f^PpUUinU iL ^UJLLUlIlUjptll 'lllllll . llpluUll lllllullll
•^tni niiuuiijfili II t/iufnf.tjiu'l, , ^p^*^ qp ^- qutiLiULlrpULjuhi^
ijnL[*}pLU LupiLUipnLplrLuU 'limpii ni [diiniiLL* miiinuiU l^
UJjUj np p *\\pliuiHiiu l[\pn[>ij WjiwiiL&ni ^luliuuiIi ihnJin^
Iiiui tili Lfinpctl^ ^LULiuLnLurjhrp-inU ft cUlu i \}l puimi i/I. uii
VZt' L *}"[& luünuLuijU in u I, , ijuiu'ii q[i ^ ufli njr p 1 lr iu ^ l^
ifhriLLuUh [itij_ jluiluIti^ Il lunuuiiiilufuL i II ^iulluuilui \\^u^
UML&nj [\pq-[l PlUllLULnp> tjltllill II Ij II 11 f l (l lj LUul\* »\jl- I. ll/l/Jl
Kap. 61 — 64. 47*
luium [.) lit'liti '/miiui tuiuinnuC* miu/i'lii'li tf ihuiiLOy uu/luifi
imilul uiiI f'f-f1 q\ytuuwi-U£0~ ihiun-USLnntrqtUL. i inncriuu
im ii I. im x
62. \\uiuli miiuiii/ili ii in ii .\l. in I null, iluinii uiii f,'h- ^0\Jr-
ys'QuiLnL-n imiliilnli iuinitL.qnq n/uiium'lili ^ujLpJ-h qlinn^
'i uilil. mili ;, , qujiU iiii Ii *\\ujLiJ-trujiliy niiuil, u imu mV mii nili
uiuuuiiun, nilmnilji'lili '\\iiIiiiiiiiiiiIi qarulrujßi* iiiiim ty} tryH^
qtrqiiLqinlil^n ilrm i/ui^ni- qjuinm-qb-iuiU n uk-n-lrinqi %^uiü^
iif: Imiiim'li ljn*/i i/iununlAi* nujUq[i n Jitrn-U iiiiim iilili u_ qfi
nn iiiiiii i/miufluii'li li ii im .ii Ii I, 'yuMJL-fchh *-fKn/iiiinnufi I. ii/in/i
\\nnJi W^u in HL. <X/»/ nml. iml • IL n/i ill. n m nl. iiii imiiltnl, ,
«_ qfi I. n ! um i n iluijiii , /'"'/ qttiLnni-ftf-trujuB. W^u in mm er ,
U- PP-P ii iiiiu im iiii liliiili I. ii/iuli in i/Lliiiiili uiy/uiun^/iii , li_
PP-P ujnniunnt-fjd-lrujU Uhmili qnnernn Ll. '/'PqPfi qiuuLluuili
/£%_ qjr^njtf tfp t
Du. \jL- n Ulli XL Uli nml, tfiunq uilil/u \yhptruj li- ilUll.il/ili,
iiL-n ~*}iii7ui I. nJit mi'/i Lyn 'y.ii/iuuiuu O'uu/lini , q h Y^trn.qt^t^iP
^ul, mu m m'li/i , in ii I. i ml mi ii uil, u. 5> Xj1- H-tiL. , ^Lrn.qt^tj-iT'
^nl, muiuui'li/i , il/i ii in nlminl. m tru /um mV'lmiiii iiii •^HL.nuJl»
nu/üq/i h .ptfli kriglj- ußrLMVTinnn., nn ^ntlnL-lruqlf qcbnqn^
t\tiu i~P P '♦ uplis u fi n% tl/imi'li iiiiiii Ijui ii/ih , hu CtIiuji5u
nl hu, [i ij im luqLjli ii iii ^\\iui.p/if UJII ul /"im iniiiuT] nn Ii
\Klr/inLjl^ifb ii mi um III i i\\iuL-[d-fw cflitr ui fli trqbL. t
64. |Jf- rtuMnSbusi miif, *^iULnß [i quML-UihtfU fn iti/l,
q*\\p/iuillliuu oHmubu/ii tum li/hiull/il ijuiiii. \\mi/mij n '|»U7f_£?/i
O lUIUUMlh /"Iiii ifji ll ('Ulli II IUII All l II Ulli l, li iiii l,ilu '\\/i/i u in nn/i
•ß" * \fpif-in.ini S4"/' f\uitt-^3-p 7iyi/uiiiuirii-(<}piJü | II n* 25(JV-
i) Wte* V" ll. 2) Wkeb™ b- 2.
48* Apostolische Verkündigung.
miil. tiiil, UUuiy n iij in ij iii iiii in In ii hl, ouLiiill^ Jrripq juijtlnn
pn IrP^tf upu^lruqlru nnrLnpj* J>n nni /mint lul «- f/*/'"-
inL/3-pLUu pu\ '/"/' iiL-hiuitrtili i'i"i unutu* II nptinu unniu
illlln A iiuLhuilriuU . t \\iuin ni itp Unit* h imi fi m I. uili
fi f]*iuL-[<Jtriui nnn-LnqU na (<l mii >m nun mij, UJII "- "* fötu~
qiULnpitLld^pLlui linqtu uplj* n lim lim I. nili ItuIl , aujünfi
Imiiihuhil. 111/ 4" * 13» // "JJ Tj y np p (\nut-Ptrutnj oTjuil
ft^uiauJl-npJjf um if " j'/»//i/ in mi • \ytjlrli trp/nj illjuijm (<i In linu
uiiunppll imm ilmiiillmi iiim mlilili Unpui iL i/miii/li II qinrr^
nfili IxiUiLUtuit^u imi iiiIi/i qlrunLqiuulf , m ii itiliui i ii ^ufli^
ii I, uXI. iiii t^p CtliUJUhiy UplH q[i n* luün.plri t/lupri Ijiu'li p
•^trß-ufunuu iL LiuiP Ulli nLplrp q\\pn.pu \\jimnLO'ni crutriui ,
iuii h f^b-finl^^if ^pt^ußuuiu/upy i\\xp\nuj<^iutfl^ iL p *\iujl^
ptriut qujLtuhtf t
65. Ij*- nun nlilimlili 'im um uiluilhi i\jpiii_uiunlfif\ np
l^p Jiii ip uip lunuip .ptfiuuutujuny m ji iL nijii'm'lili i'li unpiu
II uiuiAuipu t^p \yuwnLO~ni , mul, Juipq uiu'r'li fjuiuip*
» \\uiuqlfO ii um f. ii/i 1 1 Innllip , iii^tu l<J m ii m i n n um ptrqy
"^trtf «- Uuuitruii p ijl. imii /*"*"/ /"" uilimlili , iinii i iii
/#">/## \ " t *^.uiUqp p ijl. ii mi im i iiihm Ii Ii In"/ Im in I. inj uijiiuil^ii
tj-ifiiLiri i\jpiiL.utunt^tf\ ujil m jiiulimimlii il Uuuitrinil Utfiu
trnqnijnLpnipu q<^iuli q-kr p diu pLpIruiliq* Il um uui/i \j pntflip
q\jpni-UUint^U mul, t
66. 11»/"/^ ib vuiulitrifi IL i/iiii im iililimlj Auu/utri/i II
itLp npij-pu \yuuJtiLÖ-nj ci^uufuhi ^ufuntrpkbriut l^p > Il qji
251r- K\*ppuinnu ilp I ftl mii im iifi jiui liuil.'limlfuilr £, luiuup^u q&~^.
IjUL quill tfpli üuiputupl^pu t \}L ij mii XI. in j n/i uin ii iiunLUiViu^
quill mumijfili uliui h iRupnhufutf I. ijl. Uli pcft/icri qnpu
1) U«"L'A" a*-"" 10—12. 2) H-tp- P" 9. l>rj;„. b». \\r il.
Kap. 64—68. 49*
pcf-pLtrujuU Ll. iujnnL.au/libri nührn^huiiuUy iinpu pnpnpi, li
111111111 LL- UlllUljlU lll LL. Ul UlÜpUJU U lllll. I LL. 11 11 III ll I Ul 1 1 ll l LL.
Illll/t/lf , 11/111//, 11 1111/1 1. 1/111 1 tfL. lullll/U/ll. 11111/ UL. IIIUU/l/lA/l l
67. U, icf-if li/uii/uij/i/ i> iniiiiiii/ ii aL<J-pUnuP-trujUuU Unpui»
iiiul, [fuu/i/i uii ii uil, ii ■ y/^jUi i/trp utiil/lpii nn i plpi'hii tflULL.
ul. q^ni^LuUii.nL.fd-nLAMU I. p m/u\ « ♦ u/pi/i'h/'h L~ u/u u!, Ll.
iLiunduLj , i> uihii [/ Ly iiL-nlrp) ufi q^uiu ri.tr nStruiiiih ipünqpi
p AtrnSU ilu/n u uinl, Inj ^nq_pu \jtuuirtL-0~ni ///•um ijt./i/.uii
i/iuiin/IL, t *Qufuq[i uin. W^uuinL.LTni ihnnäibrnbrLUi IL. p iflnp
I, ii I, in i'h //uw>/. u/i'li I. nullit / , ui^y/i/ ^uiüuMnhruti //'"/' PPP
ii I. Ii I, in j . iL. nullit ^u/tl. lllll LL. in I. li Ulli I. I in I iui Ulli niliui Ii
^nqpUy uinSükr qp-Luliuliy inp Ipu inu/ppli iluiiui tupL\ //i pl /. ullili
trip t \}i- im in tnl. iiuil///'t/ p.cr^uni.ptruju m/u ////, u / //->/, tint,
null, itiil '• />^LULiiLn iiu/'l/illi li inL-hubru funL-io qpuiüu iinnp
iL li Inuii u/fi/i iL. li illii/ 1/ tutt> lim [iui u LntruqtruX' t \ji~
ii uii u\ f. uii n/iil, 'l.njlf » ißiUL-nujnujnnL^p JihriL-.p latruiitt ll.
CrnLAttM-.p ptL-Cf~LTLUID UL. lpt1 um f. m i n ■ illnppl uinl, um/im n
liiunrSmi 1/ iJui^nuip UU1UIL.D* nun 111111111111111 />, iln trp/pitfip»
ui^y/ii \\uiiiiu miS uhrp ii uii/i Ul um Ulli iji n /muh in li -^tu in n t uiil^ •
plipli I. Iil. inj/, Ll. in uuil. um iiijI, ijill, ii x •^uipicriuuJ im p
lim nun; /• tu iii ilili LL. uihuivu Iui [iii im pu/.'li , put In/ u/il 25 11
I/11//1 iliiu/l. iujI, pppLL. LTijpJrpnL. li uiuipq //"//' prqnL- hui^.
l//u/pi i/iuiii ': \jL- in i ii iii ii ii ill, u I. imjh , qfi itiiii/ui/.'h inn/. •
» JJt in uil. u im iipiil.'li ll/, iL.tr IUI IUI IL- iiunpu/.'li nPJ?. [' ">/'~
npiluh ♦ ul. quipinupli um 'iil. iiu'//i <f uil min um up \\jiuiiiL-0-ni
Wl'll' V'L1
68. \t' "lim in ii /. iui in niliVl, uijli U. p iputuAuiUp uupuunpi
1) b- ÜV 4. 2) b». ]>V- 18. 3 b«' 1/' 3-6.
4) b«. ht- 19.
Texte u. Uutersucluingen etc. 31, 1 '
50* Apostolische Verkündigung.
imt/. \juiuj/i uiiuupyu* iy\\^iu pilmm/p nnrLp pif* II. pujp^
Xiiiiimip IL. ilimti im niil. i.ijli intil • <7"/' lUUnpUUäL n m in/m uii/ili
/• itii/ni i/i> p ill. iimi Dlly mimi/l, n Ulli ihm u m i Uli //"//' iiif.ii/i/
nn p diunit-liäulitj» b- quipiluiuiifiu mqfiliu puianLi/p IL.
iiilul'mslil. iiiil.'ii fJ-Luq.LUL.npu iif I. iim'iiii pLiilruiliii , tiji iiimu
n* in in ui ill, um i ijmu'li unpuiy ml mjl.'ti. Il lipo HS im Ulli,
p tili in iuiL.qbru t §£-/», n *yuii immun //'"/ ill. n 111 iL. i> m 11m 1/
^tTLunJu liL.il iiiij 111I1I, 11111 1 . lumuull, 111111 < tlI^u im'lui luluili
'h 11 11 111 hp^P uLuUnL.ll , hpi' m fi ilm m (1 O 111111111111111 l. 11I111I1 •
IL. nt '/"//' uitruhi Im 11 tu II nt ihuin-U» iL. ml. um n qliiu,
li ni nLMhyp uitruhi li_ n% 11 1. nl. u/im [*l lu'li '. \\^ 11 ml. 11/11
linpui LuUujna.f TinL-Luqtruii buiu niun ilmnii linili- ilmiiii p
■^yLUnilL-ULCTU iL. II p III II 1 11 1. Ill I Lp ItTI ULLUUVLUUU , l//l ll f U"/
p lupArruii trli n-t^ifh linpiu* tuliuipq I. nun iL. in ^yiuifiuptr^,
ii im t \}uj uifl. ijii ill. ii 'iptf "~ I in n in ii ii Jlrp ij^uiiuliuii
nLUL.nup , li uhrp ^uiuiuptrqiup u'hui '/ "I H nun " iL. p
^UMniiL-LUO-u iL. h * UI n\ Ulli Ulli u : |l"y lim ilfitimi II fit. nun lluiuli
252r- lUUUJL.pt^lMnL.pO'h-llLUII ill. nun y iL. uiLUuytrquiL. ilm tili ill. II mi/
i/trpnq t \utiuiui tum iimum hl I. m'li t/1, imi p ill. pull 'liiiiuu.
tjh'puLL-O 'iniiiiu iltrp p<r->/itrqLup <?„ t \}l. p ditrnhi miuiiulili
iL. n/i inuLuylrnuiLU , ///, Ijiu i/l. m i tf 1 niiuit, u li t\%iuupP
Luutf . » \jL- b-nlf in uiuy lr ui f « "♦ n min i\%uji_p[id- in trpptfu
ui Luuytrq ui l. , itiff '\\ii/iiiuitiu , iupdiuif <fpujifufu nimmt
llllllt/l/Jl t \}L. n-LUpÄ/rilLI p Jk-ILll \fUUIltTLUI p.UlU 'im II III Uiuhy»
Qfctp/fnt'liu pif irmnL. p ^LuptiLiuctu li qh*uuji.uiu piP
iniupnuilpi iL. qn-tfJu ruf ns n mtuMii uli imilmi [<1 111 ft^pui^
'/hui/ << ° * \ßL- \fptrÜplLli ilm ii i: Hin', n'liiii'li miiiu/l, u miil, •
l) b»« fo- lS-Xfr 5. 2) IW-A- ljh 18 (?).
3) b»- Ö"' 6.
Kap. 68—70. 51*
»§uyo£" ^lupLiuunnpU ncrUiuL-inU , /'/'//' uiu/uiu in tulnu i /> t
tyujutrulrupu uuiiunulili hu I. m n '\\iihiminu i
69. IJ^T-* "/V? qjfup'ü \juujjkrujj ujj u iipfi £. »\\{i£iujL£>
hnnui ptrjqb~qujj> i/trp tui/L hl. nlih- pf-P nsjunin n iltiitiiil. nni/t.
i/tupri p 7\iuuujupi/p*yh fu_pnuu iliiinul. nuii li_ §tjTP tluiin^
Utruiq n'lmi p 1/1,1111 i/trp<^~* "'/"/ 11111111 t^} qp I11111I1111 n ^uiupu
uiiunnpli p Utfui ipUtri ilL^uj hrniL juinmn n ifhrpni ihpLiiL^
[<J I. tu'lih 1 U^u/i« 111 11 1, u_uiu ilnm'h siupsiuph jnjli, ->f|* puilmii
///•/, im/li- hp-P ni/unin p uuiui'hii luO~UJL > /'/'/' imf tiiji in
iun-iuvfi litnp\fi uiu&uiju'^" x Xjfyu* 11 /min 11 nliiii il 111 1 11 11 qqiu^
1111 11111I1 'im tun p Jut*^ qirunLqu/uhy x j xu/i iiiuiiI. t'h i/utpquj^
pt^pu > I» 'hm iimuini /J I. u/h'h 11 m 111 muni ni'/ifi 'im tun piup^,
dliuu " 1 litufuiuhtf qlrpu-ttL-uli Uni^utuinnL.p±truju liiiptu- puui
SlLnju i: 3iSm [tf I, 111I1 11 111 111 11111 111 111'h/i um 111 Uli trnlL x \jL- ij^uj^
111 111 11 in nihil uifLnufli iiiliiihii p ihplini_UfpLSU U- mliuhii p 252v
niiuliV luhu 11 in 111 111 liiluih- DluUqp um l. 1111 ///'//// l^ 11 11 nt-lfirptf
L- t^ tin inn/irph/ x W^ /""/'• " "- 11 111 m umiii uililf 11 im 11
tlJrLUJLSU iL. tii'h/ui ijluu It 111 iii'hV ui'/ui um in nihil in'llh In 11I, ut'hii,
pul[ /"/""/ tLifLUJLlif U_ i/inljl. iiuilih p Uifiulitf x \\tpn. um fih
IpUplruillU 11 11 111 111 111 11 in u i Uli 1 Itpp Iiiiii\I. iilillh tili tu , U_ 11 tu 111
uiiihl.itul /»*"/- utu , 11* ^yiiti tu iiiutiilih 'inlut- qfi ui/'/iil , rip
il UlttlUJUtfü UJIT-UJL- II III 111 Ulli 111 lll'h'll , lltlllll llllll. Illlllh Ulli/u^.
\ iiihuii 11 X \jL- UMILUIL II ^1111 null null, itiiih li Um 11 111 111 iiiimi ui'h'h
iL- Iti U_u hu l'htl 'hniliiii • IL 11 111 in umiii nihil , np p ^xl.u'h
*">/'"/ ^u/uritrpJttruji tf (J I. 11111^1111 iiimlujh umiii mlim Uli ifiuri^
qrrpj 1111 111 11111111 llli/iilllli-^/i i/in/u7\iiihp'h 1
70. I |/J/f,# Ullll,» ^) 111 11 11 111 111 nliiii 'liiin 111 11 in tu null, uijl,
1) W-trr %' 30. 2) b" Xff ro- 6. 3) b»* \f*' <
4 b- Xfr 8.
52* Apostolische Verkündigung.
oft Jn ilmu'li [•' -itiiiiill. fiujli iL ilmiili in In in ji 11 sm iis.ii niiilimijli
Unntu rtujüiu^LriiqnLn f'f1/' titiiiLquuiDtrtu iL qni.m a tftunti
Ii ii nifiA ili ii ui u tu ij uu . ii/i nn qtutiinu/i/i iimi/l.'liiuili'li
linkrtuq » tuUufiuuii/lrifi ii hui ii m m n yi/h nifLh , niiiluifi qtuq^
uuiwii<yu qtuquu Unnui iuu/r , nn tf ^tuttnli 'liiiiuu tuh^
u/uiliit//. jfili iL Ulli tu Uli ii f. i/i'h tf t WtP'f- lUllllll/lu/l Hin ll'li ii Ulli h
nuiiunu/ilf qjjunftuntuuu IfiiL iiii'li <\ uili liii , iL tili DtuJtW^trn
i/mu'li *tun^tuntuUtunUy nttnii iliutili nnju lintruiq funn^nnniL
iiiii iluuili luanpü I. iili/iii h 'udufutf t
253r 71. Xfu jujjfnuiT ijuijfi/' uju^ \}pLru"wujf. | ^nu.[i n^fi^
iliiuj ührnnij &£rn *f\npuinnu II qfnunn. niftLnAibrquiL innn^
quiifju linnui , iiuiiuj luiiiiiiiuin P"1]- ^nilufulriuL Unnui
IflrqnnLgi p ^lr[t} ufiinuu i \}l nji ^nnfi W^uuiitL&ni /■/"'/
'1'/'/""""" ^fl'l'llll f. //c»/. Uli tjU l/llllllll, I MllllMUllL l/l lllllllll
ii [in uiifii t, y IL [!(• lim ^/lUiUiui IL ij uin tfiiiUuii h ill. iniii
suinsuinuhiiunu unnui , qfi uiiuuiL, u iimiiiimiiii uiUuIi ///''•/
^luun-lrpa/ruji t^-n , "/"'/ f"Mth ^nduiulr tu lu um in quin ri/i
l^trnqnLn* iL ^yiiutuu/i null, iiilmiiillilih Unniu i *pfi/£/»^r nn^
"(t^u ^iiiIuju/i h utunihint ll'ul' > uiinu/K " "- %f\ti/tutnnu/r
i/uiiij[i'li'li h <yna-Lnju unnui I. uli j \^ tt II nunLutuuiiiL^
(tr/iLtt iL tili Zu iiuiitiuilui^fl. i/i'li 'Im ii tili njli Unnui n jLlrnSU
*ynihuuLnju Utuujujül^ , qfi iiinijf, u tun in I. n'li iL iftunuhiiii
tlLnqnq II l^u/unUnq um p ii /, tii'li/i t^ Il Lii/u/i, iuiuii//,u II
Uiunupult *\\ii[iuuinu[i tt ii I, iiilili uililil. tut tuiinuinuiliuil n'li
Ipiluhquit [<l /. /i/i u x \jL iiiiiiiil.ii iiilin inllilili '^\ii/iiiuiiiu/i
niliin uilil. mij , pp_niiL ^nilufufi trij/ruii *nu_inju i/iujiliulp
Il Cfujcrlfb-uj^ tßttu t W^l[_ li- pujqiiLiP ufuuiuiF ufuqtuulr^
[^J'(_ ^truJiLUUy ttul^pU qjt piuqt/utufiuin/i/i •^/iLUtUft.nLfd/iL^iit
1) \\w M- 20.
Kap. 70—72. 53*
fiilf ll'lll, lll/ti um 7\ulljum/lll/l~^mi LI y IL. IUI: lll j ill. II Uli *>«-»^-
iimlil, u u ill 111 I. Uli lllipiU Ulli/n I, lili X
72. \jL- '/ ll'/l^ '■ 'HZ lllllll lllllll II Ulli/, IUI Ulli II II MIIIIMIIII III
uuiqli *fKppuuwiip uiiuuif, u- ^>\j^yUL ii/uuuii m/iii milli «"—
iil, im II. u\ np iiiii'luii h u/iiiiii. II. iLin.p iupn.iupn aiupatriui
ij 'lli/t'li Ul ni np (u/iillmti , oiuliqp p ij.pi/iLiq uililu uuit tu 25-5 v
[<d-hrujltU p lupXm ifh in ii ii uiii null- I.ii(iu/i In in 11 in 11 111 f<l/ii'ii
(J uiiiiii ifli 'im 11 111 , /' 111 11. \ im h Uhyni " 1 \jl. " W mpiLiup
Ii 111 111 111 iil, im 111/ 11 11111 IIP) Hill Wff-p" \\xuuiiiLO'lli y np lup^.
11 11111 11 tinncytruLi lim in m/t/, q^uiLiuuiujqlrujiuU IiiTul > np
'lul llllllllinl, llll 'lllllll *yULIlILO~trUJIP 1 (lllllll iL. Ulli tili l( lll x | Hill
imiil. ih I, 11(111(1 linuiim hui [*.' (n'li (J 11111 111 tili 'luiii 111 , qtrunt-^
iiii/lify, iinuil, 11 ilmii'li ill, uiii iliuliiii (tl I. u/u iftrn-iLiL-y piuliqp p
(umHUIlim (,) I, Ulli tj l/inljHI (ll I, Ulli : \jL- 11(1 nun 111 ifiu^nuiui/pli
ll/I.P HU II III V III 11 I II lll ll(ll//, lllllll fti--UJlLluhp IL. ^ ULLI ILL H.ULLipll
tfflll i LI ll/l lllll/l/l ^yULt-UlinUlqtrULIlfll II llUL , Ulli lllllfl. lllllll
(miin uiiiiii /«/ (n'li lim ii) (1I1, u in ul, hmil i> II. iipptrifip IrqLriLiiny
ilm tili ^jiuiimnmli p Uui ^im tu tu 11 tili , np II. iplipli x |>"'/
11 ml. i'li mit tut h tlhVitis 11 (1 ill, 11 I, /tu/ q^jiupnufJ-piSlili linpiu
^ituiliuil/t^ x x^-%uiUq(i iL. nf Ilu lrplL.trquLL. jl, tu f3^uLnlrp.n/li
i/frn-hriuiy qp ill, n m'lil. iiu( Ii tum'lil, pul uiuiliu^ ^ u1U11.hr pv
Air uji tf-p I/111/ 1 fluni-, tliii/111 m/il/li um/ 1111 11 ,1 1/ 11 ■ V/X^ItulUii
I11I111 11I. iiiij y IL. hm 111 p 'in/m U. I. /ll/mllmii /tut (<) (u'li imup^
ml. ui'li put pinlrup K x }j «iy_ qpus um/, Itl. tili m (itliti /1 1, 11111,
11(1 ill, 11 ui'lil. / •^m'liii I. /i.\ I. m/ t^p- ,ul,n- qjinpni prpi-li unpiu
II (t (l lll. H I. Illljll III. I/Ill Ul ll'lll, . ll_ Il(l h lll, II I, I II IJ 1 111 p 111 w
ijl.m/ iillul 111 ^ ^. / < ulliij fi /um iL. t/1// m'ltu , 11(1 1111/1(11//.
1 l;„. <y£. 1_2.
2 y^i.u/: ],. 5.
54* Apostolische Verkündigung.
254*- L_ iii. pLuijuiui iim (<l /itM/u lutt-ß uifciifuü lutupuitrupii » 11/1
Ill'lllUlllUllllllll ["1*^ :
73. l_?t- ii Ultimi, int *]uui-./l[*r- lUllt^ Uli 11 Uff, II IUI II II 111 II
iftu^mJii U. iiunnL^ftHriulfu *fipnutnnup* "\j" *l*lM2}rUl' l"
nnuU l.til. m, niurifcHrtMj, oft §4/' pulpupui_ qjiu" x f\*uju(i[*}
n* im ii uiii ii pliphiuu uiiiiii in ii I, ji , pufunji n*^ 4 iiutmi _
iil. iiii Jhr ruiifulr piil , w/f ^nqfiLi ^Kpfitiwnufi, np iL. lu*/£ ifujp^
ii uiiif, ii li I uiii in ii ii un ii in, Ll. luicrii *\»tu /_£«/ tu <l. um/, • "„ \ju
IfliPlrijh IL. p niiuu I. ii l. in , iiuiii(i' f. iu , nji J54r/» phiqujpuL.
nfiu': t lp«i_T# qifiu<jU tuiil, , qfi ,""/' '■ "" l
74. Xj1- if iuii^I. iiii ^UJLfifcd- 111111111 n u \n111\111nuilm11jl1
'\\ii/iiiiium/i 111 111 inl, ti. ',', ^ZinLl^-p Zun 11 ijl. 11111I1 ^b[<? UJUIltip iL.
>l iiiiiujni prLD lutiti^J. 11111I1 u'liii iii/m . 1111I111 Ii il ui'li trnhrlt ptm^
iLUJL-itnp p 111.111111 I. /'v/V'» "- [fypLiuUo a iiiinilt. iiiuli p 1II1 um/i'li
n^hriunSUt/ iL. nun A I. //// linpujC. ~i Kf\utliqfi ^brpnurj.t/11 /3-iu^.
11 111 1 iin'li ^pt/pii II. {\\iih 111 1,1 11/1 {\\liiii:iiiitiu, \\1uiLrLtr1u I11111 11 1. n
11 1111 um 111 iiii. 111, p tili lfm/11 IrntrujiDy 11 111 111 111 uiui tun /, tili quin
luun/ii 1 ij 11111I1 qfi ^trpiiiJn_t/ii ! 11I1111 nl. uii pppiiL. [d~/^
I. iiIiiiiiii 1111 110 [*J 11111 im 1111 ^u/üfLlrnJirruji Ifii iplinqtr 1 , qfi
iiii uirpchtruqp uiiiliiu Ii ßiuquiL-iipiiL-pJtruLyi '"'V i*\/"]lu^
uinii/i ^irpnuiihuj II. iiii qpLpiL. ^p/^uiit/u t^/uj ^uinlif. 1111
tu lpt1 ihn I tiiuii nlmi p iflll^yy un u/i [3-1^ II* Uli 11111111 iiiiiumijl,
pujIi ti-^uiljuiii mlitiii Ipuiur. 11 qnpcrtri , tuuiphrqni quillt 1 ml
tili III II II, Uli [il Ulli Uli II n llllllll lll'll/l :
7."). \jL. I Ulli Ulli II Mll lIMUUUllllll tili ll II '\\llllllUI iiii/i liniu
254v- Jiupqiupt^ Luuty* "Q»w/_ i/lrnfJ-frii/rti II. u/in/ niiub ijl. n qifhq
IL. qfiuqtrqlrp niu L.CT tr lu iu niiy /nulluni I. nl. 11 11 tu In in es um 1111I1
/"/"/ » lupl^trn p '/*"//' aiippiiL [i}fiLtu 'im imi 1 ^Lulib-qhrp
1) \\,uqj: '].. 6. 2 U »»/_'/•• p- 1. 2.
Kap. 7 2 — 77. 55*
iiiuJkhmih qijmhli Unniuy trrLfin qtuifiii nu 'hufmi li 11 nnnt Uli i
QmthiMiulttrgfiu qltui luluiiui nnp ^uiiuuiifutn^fi , I. tili Itut^
/iiiii in iLnuin^trjuttt fu (""J » fitundti mnmiiL 11 auj9_ 'uG'fi^Ujq
linnujy nunm/u 1111111111 1. 11 // 1//.111111 linniu u{<) -i'liuulli u litt 11 111 1
|t f'"1'! iLiunJini.nlrn qiuuqAtnL.p^fuJj unni linnuiy iL. 11% l, 111111 n
'liilut dilrnSu fi iifuiutlrniuqiJIi» im crtrtiy nutliui I. 11I. 11 h iJuipniiL,^
[tttrlit^ /''/im, qiuftfnn. Itutiui itrnli/in lfnfiOuilil.nl.fi : <yjUL.uiq
11iji111nl.il nun m fm c/ miliiiliiii li/i 'hin 1 tu L_ "^Irnhn 11 h mimt
q uJi/lUL.[€/-C t \jL- ql> 11 11 11 11 nuf 1/1 linl. mii, iL. q[i limilmi i>
^utL.nu > iiniin'hiiit;//, u 11 111 11 f. tun , q[i limduti /> ^utLftli *uin^
tiiiiiiiiliu /ff '/• I ^utUrLlrnAtruji tjn t
76. C?*- *)tiif>mtifimi mi inif/, 11 iiinly. ^IJ/iz..«, iiuififJ fifi
11 ijl. fuui ^iiJiil^Ii I11I111 li_ h ill. fimi iluifiif 111 11l1l1l.f1/1 luliu-
"*)Utn q*ymJliLSU iL. ihi 111 I, itnli'li m/iimfin ^lULUtfUi l ' t \fL. min
IrnU-j inncrtuif inJiLiiSlitrqujLit n *yn^-/iqli* nm'/ui/> l</ut/luj
11 lim iiiill.'hiuth mpm/it fimi'u, trnLiiL.qtruii uh 11 m nl, dlriL-Ui^
'h/uilili /'Inf In/111 1 xfiutuq[t iLu II. 11 iL. ni unpiu ^mummmnih
^uiLiuinmi/iü h Um , unUiu. // ill. n /. fiujh tuiiiiii ul. mi
ml. 11 111 1 11I im :
77. *\\iunAtruii 111 ul, iL 11 Ijii in uiiiuili iluijiii uifil, n'li- : \}u
lf 111 Ulli :uf qum ill u 111 III tili li f ihn 1111 f<l 111 11 111 1 niilih : '\\iu'lui/i 2551'-
*\\ltliuiiuqfi '\\liifiiiuiiui 11 111 1 in 11 111 111 1. 111 L,ii ^fi I, 11111111 nihil IL
ItJ-yuiuifiiLldfii'li nfiuuu iiLJilrii nullit/ <I luifiituiuli/i tun.
+Jh nullit kr II [<l Ulli 1111 null ^filj/iqi \\ittiu 1 nti'luf 111 1/ n'\\fi/muimi
m cl tritt 1 tun. lim lfm in I. tut {\\/iiimuimi um 111 i>t. uui um ^h "w
f inif 11 I, 11 y ^ffiimfuih 111111 /. 1111 In/m -^ 111 f 1 11 u/h /. 1 ^f 11111 III tu 111
quin tri iifihx lt nullt 1 mii mit 11 liniiiu* 11 1, in iiimniTXmii u
f.l uui im ufifih *^ m -uu tri 111 q int. 111, ii'\\ii/muiim t
l) U-t* Sc- 39-46. 2) $>«#. fo- 7.
56* Apostolische Verkündigung.
78. t?*- /l »/' ' ''{""I m/uu/l, ii nl. l/m uiiilil, nun p III nUuJ^yUf
iL. qp n J n/mi t/9jJ luutrinil» )>Ql ipikriun §£/» uiiL.ppli
\\iintiiil. iji q llh iL.tr ui lüu pL-Uy qjuiiLuiy "liliyl. nl. uiiuli h ^"n
li nlinlt , UL. t/y uiil. liuuui im I. inmiinilil. i nilinlfm (<i fii'lih
pL.p> u iiji n I. um quillt i nl in in ii ii t \J%uuiULUUlL.p UL. nupii uiTiiun n
t/uf^ftit. linpui ^uiuwi ii ii hi I, , n fi ( p) n-cf-n/ui/li Um um tfPji
ihn lim {*1/ii'Ji ijiulii7\iihtlr ifl. iniiti t/p i
79. Xj1- 1/ UIIiaI. Uli IIIIIIIIIII II /uuiifui 'tili II III \fUUllfl UJIU^
uihyu in ii t ', • »Quipuio-trqp ndh n u gpupiii nim n'/i h cfnnu^
i In l iiii uiUi^mi mUi IL. iLfufuiniuipdinL.^ * Duruq[i min fuuiifi
lipuiliui/j ty * \ji- "-" tr pUL.tr lui tiunfU ^lUiL-pfd- uuitf »^/»<-/y
i/imliL ij/ili i//"i MlLTip, iiiim iiiiii , </ niimlmnnili \m nl. ul. pin
•Hli_py trntrli n/ilili * ilinnl. n/ili u<\l. ii u pu u. qnuiu«. t \fi~
ii n in. \l. mi mul,. »\jnu\_ uhnui hü lipplL. nJntl ^uiitruii
p ul^y iinm/uii'li/i liilni- iL. p /'""/ UIILluplrtipu nmilil, im
fiJ\ t \jt- iLUipdtruii ui ul, • '., \\\lii,il. m lULuaTu hil p "/'"/
iL. p pUL.trrv.lruj flu uilmiiilliliu, n/i \inii I. nl, inn </ mimlmnuili
255v- /uitil. im h i II. iiiiii ptfk * juijmmlili im mm nnmufl, n luiiuilip
Lipu/uuilit/ fuiuffil qfiLipu t \\^ ff Ll. }J*iiiJut/u ijlmili ijuiju
uipiuil, u um/, <l mimliiii I. nilili. ~»\jt- knfiuh du Iftruilip
limlul. mi iLtfU iniliii IiiIiiiIi iiimiiii J2i'if fi trpupqtru p uiiilL,
II. p q.pptrpp iL. u% ^uiL-Uitniuuqtru litrTiuiqli onq« t
80. f\*uipatruJi t\tuiL.pP^ uiukj» ^*\jiipiu ipu ^uiitraufliy
i< mpif u/lil, ijlili In n I. um ii ii^yiiilui I. nSli pu Ii p i/irpuii upjjun^
t/in ?inili/i P"f>§ uipbpu i/pTCui/j« t *fKuiliq{i luuiilriiitl ii i" im
iilhim nnitli ti-*yiiiliii I. iiiMiU p.iml m'fil. n/i'li , im in npilL.il un^
1) b"* ll*-* 2. 2) \\uufJi \iui. 17. 3) \}u.qj: Jim. 15.
4) iJin». X},mLj: ü^ 120. 5) p- Or*V- ftr 66.
6) X\.„.lj: \*u.. 19.
Kap. 78—83. 57*
iliiitf, tili n IfliUy II q*/iuun.h pjtu uj ut uiuiu I. uti /• m pil inlil. iiiuli t
\uil/ 1 11/ f 11111/ 11 iipumiliii TCllllipll IL 1I111 uh qfi p ill. 11111 um
u/üfyfrujf 4r/' "- nl_ Ipuplrpiij^ l^p, ijfi7\ml/ ujpljfHiy qji npiiLiF
■^ujuqt^y uiiupqp autiU t
81. \ju riujpjth-uj/^ ujuI/ \jnbrupujj ifiupq-iupl^* ^\ji-
ujilI/u i/f. 11/. uiu'li 111 11 A titf.l fallt , nu_pu tluiAiun^brqbr^njU . 1^'f1
i/lil. ii/lli jiiiiij 1 mjli \\11111t11h f/i, iL truinifu puiimpuilpi fKpuipljy
iii<u[l,n ^ptutfiujhujq fiul §£^i<; ' * ^ufuqfi QiiLrj-UJj Irnlhuji^
/ui-uul/l. 11 tu 111 tili *\\pftuujliu£i , iiiJUApU Ijiuihiui^ ^pt^ptpj iL
iilIuuiItiui [^u,f^ ''itiiiiu y iJujuU qji uihmulit^p y P"*? Ifujupu
tili 111 uii/iu'/iiii'h/. 1 , ilmuli 11 fi li 'tiJiuutf iuilin.pt/ujTjlriiJf hrnlLy
um I. litt I. 11I, iiui'li 1111 im um I1I1 um 111 1. fr tili , il ut m'li I, tu ij ll II 11 111
ii'\\ii/muiuu , II tut hui qn^ujqhuji 'p'P JinpcrhiutjUy UJÜrLpL/li
ri Ulli Jh Uli II P-UJQ &~"1 ^Pkl'fj** pjfuufuUJII qujpcriupjflj iL
Ifijpu lul. titi I, ijun % \tuli Tjiinni 11* ujpdiuup f"[^ ^jiiiiliuphruji^ß
fi 11 iiiliXtuliml/li fiLptrujJjn m/il/tulil. 1 , q[i t^p 111/1I.111I1 a_püpy
rruh-tifilj {1 Tji/ijjTj/^ 1±fa"JC *** » "/' ^»C FL"11!1 "i-p'"~*fi> > [> 256r-
{,1 uii/ui Uli ujLUimpujq t
82. t?L p In 11 is ^uilil. imi ijliiu, ppp luliipphuiq pifupTiJiy
i'iiinuilii 11I. 11I. im liimu'lil. 1111 uippiiLiipli t \jL iiiiju iuiu p
XItilIi l\kHJLy/iui Tiujn-lrqujL* >\juinLlJ p lihpiulpii^p [UjA
11 1. 1/(1, Il li CiiupiUL fiif% uippnL.qpU püdi ^pujtjUjIuC t
83. I?' 'll' /' iHrtLt.pt 11 iiupniqhuji^ ^ujurLlrpihiuf h/p
ihpljpliu -quillt- mii'liuii , 11111111/I, 11 um/, l\itui p[A* \\ujtLtilj
Wjiiiiiii c\ 111 ppi piiiupuinpli ) ^ujuiup/Sli "'-'l'lt'^ß » Sw* P
'/nullit II W/i'/il. m II uiii' 111 Li I. Ulli ■ \fl p piUpiXlILUUy II I. /•/. im/
1/1/ I. /im f.i fu'li, um hin 111 11 1 p 11 iltii/iii l/tiili \"i [;/. 11 1. 11 111 fJ-piu
1) \>rL'I: \r 6 irr ft«V *«»• 12 :i"t- l-r'r- \\ P- K- 10-
2) \)u,rr. lJc. 22. 3) W-unK 1,4. 18 z**i»
Texte u. Intersuehungen etc. 31, 1
58* Apostolische Verkündigung.
mutr iifiinit/iiuhiii illi /ii/ii iii'/iiii ftl /. ii/'/j in ii in in in itii in ii <ypfrpuiui^
Ipuijh : \}i- airlpiiq IL. ij ml. ijfili ) niuuip ^nihiilr pdtruifli l^n
Irpuulr^ ji-pl/fuj jlrplfpl^ t ^luSsaft S4/»» *uuh > /> \)f">fe£,
tri p p uin An» ^pu/uufi n_t^iP pt/tiii pi/uih \jpiiL-UULnLjifp
itrnpuu , itn 'ln*l> QnPiiulrujti , iL in puu'hl. pijlt 'imimi Ii
i/L-iL-h-£iiij) cfnipii/fruif auiyui/pfrpuiinj ht-P II. fi JJiui tun l/l. mi
'lllllJUI II / llllllil II II lllppllipil {,) I, lll'll'h I. Illllllllj , ml. im/hl. iml
Tinquiy a[i ^ULi/puLpauiu* iL. uilrupU ,1/1111111/ puiqtruii puLui^.
iiii'/i 11I1111 trpLplip x
84. +}"'*/" auiju iLiupÄlruji 11 ml, ^uLL./ipJ* ^\\il.^p
p->/uuilip ij 11 11 111 'im atrp , u_ piupXuipnLD n.pnifup iuii pinLr^
liinliuihp II ifintilf pJ-uia.iUL.iip ihm 11 m 11 ♦ puiliqp iLpiiiSUp
jULL.puitrUuL^ULlip trU hpl/hUn 1 \\k 11 i/tuu'h qfi pufliu h9>
m'lmil, muht, /fi I. 11I. pujh , nf O-ufuiiL-quiL liVuihl. jiuj 'imuiu :
256v- \\ luuu qfi üuipüuiuqujL- p iiflili iL. ml. uiii'lil. 1/1 I. pu'lil, p p
ijtrp» II. u/1 ui I. imi'lil, /in! qliui py/uuL^iitLpJ-piJlipTi f litrpn/iii
^ptrpujuj^^p 111 hup "pP p "*,ujuuiiuuiiiLp~JhiLiULi l^fuji anih-qfuj*
» U/i_4j? aippiiLAiu Älrp II. puipauipiiLp n.pnuLip luiipuitr^
liuiquilioy ah ilmiil, pLuia.WL.lip 1 hm 11 111 11 t \ji. 'im um quip^
üuiqtrpiq IL. iimmijl. pup i\ lf uumZ. • "Pß iu^uj uihrupliLi
nluu, JLuLitru IrpqpnpiL nihil niil- i S^Y' ^>1UJUP "- " L<^ tl"* '*
uui £- [.l in 11 im 1111 i/iuiiLiua« ' t
85. \jL- 1P luipiiLntruii IL. lll. II Ulli I, IUI lUlVlll^ ^UIL-ItU
'[ULI illiiuj npnph ijl. pii if (I uiiliu'lmilip'li /i ^tui^p^r 11 uimum
lll lull ph <fUui quill 'l&~a tr piq 'htlui 111 ill.'lnui'li [.) t'luu lll. in n. IL.
pfyliiuupp luiIL'hpi'ph tui'lmnpli , nPP im uin 111 niilp 11 1 [tl I, uili
tiuiuiu *yp tr-t ui uiIj cfü II. ^pt-yunuLuiuin-uipu iL. ptfuiulini
plpi-Upli IL. ULpi-an^tfliy "PJ? q2&ifiupuitiL-p}pLtiiu inhii nnlil. ijph :
1 O-t^ W 7. 2 U«»/.'/: W' 8-10.
Kap. 83—86. 59*
\}t- filis'li l"'h iliuiuj uiiil,'h r\*tULppJ- uuuiifl, u in ii I, • \\jiuiq
S^Y» q§t^p /*if\ "u/iuui fan^ luyiTt; pi/i/t; , J[iU*^ Iriipq
ii f.) lli ti nlhn nn p librpnni n m Inj ^pnq'i. t \fi^ q[' uiür^p
•^fiiiiff iini.Miii , in u uili II t^yU) ^uiLppJ- in ii I, ■ »p CTuiuuiq
I. iiljhl l. ih linpui II ^uiliapuui Unpui t/pli* h ouiuu
Irpuup'i. * in ni in ijn iniiitiiiiiii nilifi linpui utufluulitf iiiul. iml •
% \JL n* tf nii Itluiupqt^ p muiuptju linpui« t
86. U»/"7- ^Pty 'In'/' '/ '"/i I, tuijiiili uuipa-Uipl^jfli y^uuini —
tV/i# q[\nn_pU ^uturLtrpdklriui h ill. inuj f. pljiip I. nli I. j , II
i/iu/iij iiiiif, iiiiiiu'/i II in ii itLptrp itrpLpp II npuit^ii II "p^
iijliit/i ni in null trpU-bri , II m i/hrulrppli uijiui njilj Juipuui^,
ii I in ijl. inj im $£/» jililjuiiun ipUpliy •^luuuiinmiii'h t^p i/irp ^tW'
// 'hiiii'li ^uiluiui II 'X-n/uippui nuipiiqiiLpi-triuu iiUXhn.nL^,
P^/ilü* iiijulilii'li 4" luiLiuutrinqli dlpuinLppLliy "pp iuilui^.
jil. ntriuiD Ii ^hriurLAst^ y p p^nfnp luifuiup^ Diupnatrqpu
ijWpiifi'li \\uuiin &ni trl^truii p \uiii\m iiuilm , Ijjil. inj p Inui^,
ifiuiliiii Uli i/ui^iil IL p LlruiuunpCS-nLp±pLli iliiiiufliin'li t *)p
,111111 ll l\yuUMLUJOTl [J'-flllUUltl PpLlly llp t^ u/UpplIILULptpLlly
// P-'utJ ij'ltl. iiitj s Inni iimijiii {.I Jn'/i i/ltljuiiijiu j> tun. uiuy tpyui^
7\'niiili "infiu in ii 'hl. iml : [jl uii u ntrliiiLiiiui p JitrnJi ifuip^
n in nl, hnli in ii I. iml • ",\%ppiiL iLa-ntrnpli nuin tut huiuipuhi^.
mi ujii ijliuititiuijiii [,1/n'li II tu l rr in in p uili uii qu qpuippii .. " t \ji.
ijfi mipui Ii lplyuiuinuiuly II i\jpniiiuinL, ifl, ^uhuihpXhui^
l^lili I. im' hl. l Ii iipumilL ri tlhrn qpuiliu \\jl in m O ni , np li-
lULptylipU l.'ll lll. II i \jllUllll nun llfl, II null,. 'y.iitliij/i p
\\fmifliL, I. tijl, uiipL,lip u pm'li Qhum'li i\fpm muni^ulf
II ij/i jiiiill.'uuu'li hpljpp ^ufuiilrpjLkuif l.'ll jiuipnq[ij .
1 U'"'/'/: #?. 1. 2) W-npT. fc 7. :; b». \ft ■■ 7.
4) b». |\- 3.
•257^
60* Apostolische Verkündigung.
f^\iULfi[3- iiml, • »QuJiflrliiUjli f. n//pii hf piuppiun. 'lim im li_
n in hl. ii I. im iup/uiup*^/i piuiu Itiituu '(. t
87. C?£i ffa nf im in pnjqifiupiuUiiLprhriuli iUL.it tili tu tili j
Ulli iililil !fiuii7\iiui im min (.1 1. uili *^IULIU Ulli tili iL. utipni
iiiiiiit/ii ^uilni t, n.\l. mi tjfui ULUiin-hhy \juiuip nipiuil, u niut, ■
» \\uih ^luLniiA U- "^uiüiun.iUL.in '"/"/ '"/>"' /<' '■ LUifti • u/i uui'li
^iuuujiL.nji_ui iuiiiuiiijI, y^uuint-Lucr p pnpip iuyfuiup<yp/Z ' t
\ft- ipiuili luciiuiilili um uinl. utili {\\iiii ii ii ii ii ml,. ;/] niiL.lt} flLU
im nflmiijli utyn LyC i oiuünfi np uppiyli q\\uuiiiL.iucTt iui^pl~uu
f. t/u/ t \\^ ii IL. §Lyp iiinJ-iuiP ^uipntrnji trijU- np iljlliu^
Pfiu upu in ll L.h p iuU Ly, nimmt. ^JJhpbruntru q^lyii |Ji»*/i ncuicT
Pll h f "/"/' nullit, LL. Ii OLllinn ttlUL-nill-P-trüly, IL. I, uJumnil'li
Uifufli lUiunpp/j ti/iptrnntru uill. ndiu i niili hppUL niuUAU i
QL-pli nu tili pupillupu in iu tu in /in ui Im , um/, , uninii lULnLjlin
Ii iii tu f. mi huili LL. i/iupn.uipLyn« l
W^niL. m^\ Liiuiii Jhrp p ditrnSU luil. liiuili ^yuu mm ni qiun
p i\j uuiiiliu er Li «_ quin ill. pXtui null uijp > uiuuiiil.iuO'ui^
iiiiii -^iiiii uill. ij LL. iiiii ii iii im LL- f Hin Im litiini/l. mi t \jL. Ulli im
uiiiiiin liti pufli ^LUULUrLlUL-Ui 1111111111 Ii ilf. iiiiii trpupp iiut^
fuiupty z
88. Xj1- 'll' ftrui ill. uiiiliiuinjli -^iiilui I. pAk mi typ piup^
.\ii ui'liui 1 «£-« iiiuill.'iit. ii/i'li , u_ in trn/iap np r ""/>/ mm I, uii
^lui/lruiuuitruqp luil. itiu > yfuutip tnpiuit, u mnlT. ^f\ ST»
np ii lumlili-, piilui Inliuli limniil, • Ii ii Ly, np tun ii miimli/ih ,
ill. pdLh i"l(i A\prrfiu ^triunuU » 1 1 mi ae ti , qft tu i/trZi trppli
^TituuVfip l'ff ^luUrLLTpA. Il tJ*rtJ H Pl"jb LjaLra» LL.
'tun iiiiiml. mi Ii iliuipiuiinp uu/trZiLUiu tluip i/h'/i , u. piup^
1) \\uiqj: J.c. 5. 2) iJSttm* \ju. (f.. 22 u?r 3) i"-<"üT- iht' 10.
4) U'»r4- *p- 30 i^r ir—»P- W- 37 w
K;ii». 86—89. 61*
Xpiumip §4/* Jpujju fi p mpXpimjt. mpih t \jl qh p tiuilxt^.
7\uilili p Alrnfu unpuj m'lim u/lih 11111111(11 ^uiUn-trp^truJi t^pliy
upp a usn-UJitffflilM \\uuiiiLO-njy \juiujp um/,. ^\ji~ ul)"n3C l*
"('.!' " ""' "iif.'/ili /i'lt.\% um hu 11 p mlmi'li unpy 1111 uiun^utruah
p ilt. fimi l.plip/i iL ujLp^litruqtrli qWpuiiiLiua- 2fotfiupput«~ t
\jL an quMLp^uiiLpipLLiu nmpi /Aipli uJuAiuifp ^ufün-trpAtruif
t^p qnpc^tri IL füipU qilhrq i/itilil. 1 Zu 11111/ nipf. unlp'li, \juuiip
11t. //"/'/ hui/, inil • ^fl/ /'"'/''•/""""' nf ^pkrjiniuqy | tun 258r-
IlUpLl J5^"A» h l"l'l OlinUUiy llulll'll ll/lll /. lli/'/l l/lllllllll IL luliui^
ji. 1111h p 'liiiimi. linili pUtfu thiilil. 11111 ii'iiiiiiiu t
89. 9/1 iiilip/ji. ijl. miiili n* Ipmip p \fiii/ut^upu tiujp^,
^111 nullit, 1 uiLph/uujnpnLpa-nLU y nu/üap ///"" WLpLyüpu p
<\\p/iuuiiml, , ujii p AcrnJM i\\prLL.niU \yuuint er 111 •~~)im muiiii
II 11/111111 in ,11 11 hi p unpiiLp-lrujuli puiupLy \juiuip lll. Ij Uli 1
um f. nul . y\yH lh?*T±E- '/'"" uiypliiili iL 11 (1 uliqfLuflil^uli dp
luCYt^p lili'l il/nii. ui^uj uinflitrü unpy np mpl ilu o tu 11 I. mil,
IL CtUjUpPjtp l \jL- mpuiplllj nuilllllltpillllll Tiullmiupiip^ iL
iiuuvpiLLny itl. 11111, nipp 11 1 nullit 1 umip/li p" 'J[L^JU,h[' "-
ii(/ iiuin/iii iiii'/i puy ifii/i 1111111111111111 qiun^iUDpunLlttpLUu pul
upilllllll. I J XjU llilllll III 111 III II lliltVnrLp pilll mV tfp ItllMIL-UU
-^1. (.1 iiitiiiiiuiij. ituiiiiili II 11* | './////// niliijiuli', 11 l'1"/ unuuM
iL ni 2nqpu um np nipp m iinihl, p ijlimmi, np lilip TluiUuj^.
lipuip^yll limijill, 11111 mumm Uta iipiitiu m pl I. n/lili II UipnLUJ^
pm [J I. ui'ii, II 11 1. mil um in in in p tu // p jul. nnin q2na/nU uiiLpp
11 1. pilm'lil. 1 li ,11. pm 1 I. ptip/i, 11 11 uil, II fl Jihrnhl ilmp 11 111 pl, lujli
Imiiimuiijuii p ,lmlii~\ii!li im 111 pipi ^tr/inii q-^nq/ili p ill.piui
Uli'fujy Lp/fp/i*
1 !;»• fr- 8 2fr L P- 11. 17. 2 !;»• 1|'- 15 ZS'V
3) b»- M-r 9. 4) b»- W* 19-21.
6*2* Apostolische Verkündigung.
90. U»/"/- unniiam-Pk-utt/ti. *>«//i < nili £ //ihm i/n i/Lii Zl
/ff A <yUtlL[J~h-ujh i/L Ulli, Hin, [I, i< \fnh-Jhiui ilm 11 11 mii I, m iiiii i •
»W^fUJ UMLllLfny gi u/ü » iiinl, Sw' » "- l/iuuiiiiriti i/fui iim/h'/i
\%unujjlTifi iL iiwilili QiiLnuMi mluui l(in luliiu n iilhlili , fiin
M-hiuitrqh "^ujnqu '/imiiu, imliilii innuLif l/iuiiui ii!\l, n nilil ,
2öov- /uuiiu, <y uiu Lti nUnmu ibrnljnLyU (;■// /luiiiinu/i. ah uiipiu n%
Ifimjfili uuujqhli im fum/uU II trii iiilitlmi [,1 iiiiiuiph i/'lm 1/ m'lil, ,
Luuiy QLjn* ah 111111 iil/uui Ijiii iuIiiii 11 uihli , '/"/' '" /'"" '• ','/'
inuilhi \uiiiiuil. 1/1 iL 111 MLiiunqU m ihn 11I1I1 , //////, Sw'>
min f. nif auiLnLjUu hü h upinu 'iimjm , II n uliinmi '/imiiu
11 iil. ijlsij qunuiu* II trnLyq 'limiiu \\uuinLUM& iL unpui trqfiiih/i
filid trnniuJiiLnn. 1 pL n* Ilu m um iiiil.'li In iiiiiinu'/n/n 11
a^piunujujujuß (*i-fi Ll pLnuMpuMtMi/iLn t/1, npuijp , 11111I. imj
crtülipp q^Ljp , q[i um iltru IrpfiU et uilipnl.'li '//'" » h ihnnnLly
JpU* p iHrcru lintiui* ah utrplrqpti iL piulIh trqLjq ilhr^
ijiuij uiuujLpl^nLpJ^bruJUq Li natu IL qi/Lrqu 'limiiu 11* 'in
91. pL ah njiimiimlm'liu ijm jumilili li ^Irf&iuUnuujqU
IpiuiLUb ^ufh n-trn4t.tr iui typ cf~ujn_ujuqLrg , /"/'" 'hnnli
f 1111 j 1111 l/iiiiulfiuiiuihy \juajin 111 111 iifl, 11 11111/, • » fyiuni ujut^
\\tiinnLUJO- \\uiiuijl. 1/1. iinunLn 11111I11II1I1 im muri/. Uli I. n/i.y/i
murin itupiupps f"-P » "- "Jtp Un 11 111 p um un'/i \\uuuii /. 1/1
^uiilruqpU j II //* iiiLuujqbrujip /. 11/111/1/1 p i/lr^lriuuu . Il
ni £1 nnpn 11 ditriLuiu hLntrujuq) qntiu luiiuippU ilujuiiiLUn
nLntrujuq <; " 1 *f^iuuqfi /. 11I1 I. im n ni'liu iiui 111 niili/i UM IL n
ahnLiLuü innnu /l *yim tuuiimi/. min \juui iilo 111 tu n 111 /'•/'
ai/iray h 2itru_h uiiniiili \\uii 1111 1. 1/1 111 11 111 11 1. 111 1 Lj* Il um iih'/i
\tunuMjlriJi Ly *\\ii/imuuu. iL I. 11S1 I. 1/1 i/uinii /fiu'li I. 11 1. 111 1 ,
1; \jPf.j: ]™. 31-34. 2) b»- cK- 7. 8.
Kap. 90—94. 63*
iiin iiiljliliiiiii iiiij hnl.uii in I. nin'lil. iln iflrp x 1 1 * im um n ! tut
tri/p n ilhr*^truiUu IL. n* n n niirt n a/, // mi/ ill. nun :
92. \jt- q/f [> if/rei <>UJ'uT^r(,^^rUJL- £/' | lrplL.&[/i [ftü/r^ 259r
oft nniifi ilmniiiij hrnlL \\nn.pli \\uinuL.crni y IL. 11 minlilii li
iflfupy ntlB. tLUrL.uiyiua.nilM n-huini^y*hiSU nt niJutjUjp) i\\nmjli
filfplt fKufuli iiji niijl, ii m iil,. ">\frilL-trr{i irnlff nPJl lbu "*
tuUrLnt^nliy nmini "IIP nhu "* ^ULnqiiMUrjhlM* imuuiili iii^m
im iiiiiIiIi tru miifiln nPJl "* limn 11 miilili ijniUm 'li nj\ x
93. Xß1- *W uiqU umju cfnani/nL-un. ununn ^ufUrirrndlrLur
4" //,"^7_> irrnlpiuiiuuuMlM ilninn uinl, ihi h dtrnÄi \\ijiil, m uiiu^
uitru ill. lfm ijiiii ■ ^.X^nstrqhq qnt cf-nnnt/nL.pn-lM </ nnnijni n 11
nil» IL. qnui uhplrritruii uppbnb tili I, n/in/i : |i uilrnLnP >
rnpriLif !/"*/. '"//' "*_ d-iinnJnL-nrL pif^ u/h 1/ l/nih iiij/hi nnnfip
\\uuinL.&nj l^rrUriujLiL.ni<S. "♦ ininp'iii'/i tr II. h ^nil^uju'utr
\y/fninUy in ii in//! in jli. ,>\j[*H^ l^utpl^ \\iMUinL.ujcT h nmiiniliijii
iujpnL.nujutr^ upn /'" \\^*pui^uji/nL.C<. ' x *fKtuuqn p nuiptrnl^u
iifiiitmiiiiliiilinti uppinp ill, u h #»u#// '/"/' V '"/ ' *^ufubruiij>
h dtrn-lM ^umlumuiui ml, uinlil.'li q\\uuinL.uro-f iL. nnnhp i/i'/i/i'/i
W^ppiu^iuJriL <fLULLUUlll^J mini mumijl, jiii: \ji_ ilmiih luiunppli
h drrnJli fjalrlj/irrifi ilmii n Ulli /, A \\umnL.UJi\ mnl, . ' , \}L. in in 11
'limjm iifiniii iiiii , II. *^nuh Unit in tun h 'limnii. U_ p P-Uin
Ipipijl. in/ ^luü/iri ijiilininli nuMptrnr~lM A ilmii'ilhiii 'hiiiiin II.
imiiij linuui iipnm iiiii ifuiptlhlrnl~lM* iiimil, n iili li ^n in ili'u'/i i,
pu uTMiuuntrlM iL. ii fi ii im m 'im fitf iiiui^hunl/u iL. m iimiiiil.'li
ijliimm. iL. I. iifiijpli filiJ li 1/ iinmlm n n , // tru I, nl,n 'lim/m
j\\iimm UJLT« X
94. li,/"/ /' "'• •*-*• Uttn linsiluilili iliiiilin/iim ifli iininlin
1 !;»• V- 1. 2) ni- T- 24. U,. 10.
8) \f.u,„p. <\.. 9. 4) 1;^/.//. ,)..„. 19. 20.
64* Apostolische Verkündigung.
259v- h **ft.-[tJ u/luiiiu //'«/» n AaraJ» \^tuunu tyMUttiLCt aty fiifid imF
il m fillll m lim i IL II in III im niil. hui ilm ji ij IiiiiIi , ii ii iii /, ii U_ lupiu^
l/l. iiui'li 'liiijim QnihyiuUUtjU mal,. >\jL ^ufifu 'lminu J iiiii illih
f. tili iL puuj//t. tun h ahrq'C x \\ in Uli apnt *l inimju ufinniii,
pkntf Irljhnlrijp ijiuiiffil. ijl. uifii/i, fmilu/fi n£^ Ilu p iiijiI. Iuiiii u
\Yf"i^hu "- ni_ ^ptr-unut/f \fa[injjt uij£ p%pu S4/» uniffil. ijnjij
qi/lrqy J"PJtJ" ifiuulf-nLUu -funp^trinil I. Ifl. iil. ni in, 1,11111 mV/uui
1/ 111/ mint fiuitipli , 11 11 uff, 11 \juiujh 11I. Ifiiiii um I. f ml. » ^Lpuifu
phrp. iml 111 f. nn n^ arUujp «♦ II uiJhui l. 1/ 1. 11I. 11/1 /~ f 11 p
piiuiL tuuhrulLHu 111111 luvJiu J uiilm'/mi liu'li iis tun'ul^p iufu^
iffuluili 11 11 11 fiu \\uuinLcrni* »*|»#if_ </•£-«# iL 11 usf. /// , ap n}rt-
I. filflil. ijl. p, nn piujqiiLU tru nnnhp uiliuiufiii uipTi, tun. un I. /
oiuu nn tutnU iiLMh<: '» II '"//' ndil^n uin_uj9ffu J~nnn^
iluifiiiilili unjLptfuult J
95. U»,y£_ "- \T'"l^hu J^ckU'"'"- ujupl/UuU [fhinijlr^
UMUtf //*>/. l'l uili 11 11 11 h qiinLpj iL iiiiiIi-^-.iii u/h 1/ 11 11 11 ihn f'i/'li /'
'pjp£j "- riujndbruji 11111I, . ^Q»/ft_/> "uujfuufiiÄfrnnLnl^a i/lm
p mihi, um m<\ 11 iL p uifilfiuijui ifl^p '//•" p Ünt-O-U .»/-//. Il tru
'liiufuuili^l, um upu nShrn yiuu 11 1111 , iL ui'liillim 111,1111,1, puip^,
lf mif ni i/pi/ aAn-q'.'t \\1u11U an uttptu nkü \^umnLtuo- pd-nnfiU\
Il at tj-pnU iifuiiiiinii'li tnu/uLypu um in m uiC\ tu/. Il q\\u^
UMLCrni ifiluifin uifil, tili uupilUpll , Il \\muiifuif y /Hfl t^p
IptLn-D f'iii'liuiliHiui nn, iluifiii uifil, uiliniffili. \}L q\fu n\\/iif li'li
WuUMLO rat Ullljuilf Hill. Ulf Itllliul. Ijflll , p Uli II u\\lllflUip p 111
2oOr- quJLlujaiuJf p mifiiilnluili fulpii'/il.uif pltui fil, fih. Il ujujlL
utlrliiuliuiu (<l niii 1111 nfili 111 fim 11111I1 , Il ifimi <./ uiilu/limlfl. 111
i/lfiuiufi'/i pl in u nn iifi pLntrtuUn fiimiin mjiulil, fili , ^u/TXlrnujL
\\iiuinLUiö- uJuuhui *^trpi-UJlinuiunu IL n[U2 "* *yPu' P
l) 8'«Z>- U/ H. 2) b- tri- 1- 3) p- Qp&e- 1^- 21.
Kap. 94—96. 65*
DiunuJDiuJuinni_P-lriiflili \yiiuinL.O'ni iL. n< nhuitrli qfiuf ^>
\yuuiiit-UJO- y plinp^lTt q{iL.p (f~ujn^ULuqni-[tfpiSlili i W^prt. h
AtrnSU llijliji IiiimIiiiIi in ii i I, ijl. i iii q IV lim tili u_ ill, uiiuilili IttUpU
q i/uuii iiul. ul. iiii'li yyiiuinuci' iii h iftrq qijtLpiw^yiuunL. ii^mi mitlli,
n% Ii ii in in n in ruf n it. um quin iLUitiSluui y uii ulilii'li uiutrtl lUJ^
ruinypU im ulilmiii um 1,1 Zu Uli t ^fKuiliqfi pliutupup um i uliliutuli
q^L, p q^\piLpU \juuinL.o~ni* Ii p AtrnJj tun. liuiili ^uil-ui^
uitti in iiiuli/iiln iiliiil, i q\yu ui n uui o~ p i< uiun uiiuil, II. quhrp^
Ami null paplL. qutliXltllu t | Hill |J«MlllLO"«l ul, u'li tu p mm Pill
t^ uiill.'lmii'li ill, iiuiii , u_ um i/l. pjLiiu uuli ul, u nf unpcfLy
tflrnAuiunnnu fuip i
96. l|_M##Ä "/'"/ "- nf UJ'-ph'<P- uiput/iu JL n uiuiitn/uu^
ptuu.p» ui<^LUL.iuupq l'1"/ ^'UL-P /uuicupi/p Ii lufui n£fü
iiiiliij liil iiili iilliul. uii liiiiilit ii uilili in i jl. in i n miiuiii 1,1 I, uii/f
iL. ^qiUL.piuqlruJip uiill.'lmii'li mini uiuiit {,1 1, uu/u u_ tuiupqtry^
iiuii [J I. uiilp t *fKiuliq{i u\ Ii u uiumuul, LUL.pLjUpU Uli -yLiiuuqpu
iiiiiul , np m Lj qiuliLini^f&pifli tuliqiuiP n* f. iii, tut guny
im Ulilipp» iL. nf uiuiuUqtru uii'lul, np :i m ilL'lim jh piupunL.^
fJ-niSU iL. ^ti-^liLui/iiLfJ^pLAi ililipl. uili p «ii/« trputp3i* nt
qiuliquiiiq/iu uiu tupuili/i iii. u.miii uu/i DnL.iT iL. LuuP /. ii/i'li 260Y-
II. ipuil P?nl uiiUq i np m/iln uii/huiL-pU I. pqpttii ttpiuqu
'/"'/('' UlltSUnniuily Ulli ill, l: li'liiiii li'liiili -yiu u I' uiu Uli uiu 1111111111111:
\jL- nf Ullfu I /tili Ulli ll Ulli Ulli Ulli iL. ui 111 uilili ill II lu Ulli Ulli
iii iii 1111I uili 111 1I1 , np nfU qnn ilm 11 11 f.l ill tu Uli , Ulli qtuiflr^
ulrupli ill. 11 Jim 1 iiuii •^miliiiiiuii/i. Ii tjiuiili uijuuiilili iL. nf
tp\l. u'lt uiliquul [1 il[ily f^/uuiipiiufJ^/tiu Ipuiilimu I. 1 1/miil,-
l*f_ tnuiutihinpiLii iipu^f uiliV '/. 11 qly uuiill.'lmii'li 11 in tu q 11 1 tun tili
[ll-fl [' lim plilllll,'li \\uuilll C> III» iL. f.l Ulli. Uli q-^milili iL.
qilllllp II '/uiy q 111 111 11 yi/h null. 'l, 1111I, u. q^li III llllllll. IUI \\iii'li/ili
Texte u. Untersuehuugen etc. 31, 1 9*
66* Apostolische Verkündigung.
\\umnuo^ni* iL. nt ^piut/iifu //"//' **b ujL.p ^ufüiLiiuitrufu
ii uiimuuli '/"'/ > np ^Luuuiupxiqnpri pinpujptujupu'^tj //'"/'*
uiiupüpu t^ p uiutTkiuppü \JuuinL_o~niy 1111 t^ ifiuiullilili ifiun^
rt-iiy uuiiuu luiuiuuuilui'li inuilil. iml y^iiuim o~ni iL. iiuill.'/nui'/i
truit/itL. ii 11 11 CS I. iml qmnrLULpiii_[<*-piSu i ^*|SfA/l/»/j nnnpünL.^
P^niSUy tun!,, IiuiiIIiiI Ii_ n\ qn^y iL. gpiffnL-fttnLJb \jpinnt_o^ni
in ii im I. i pniu ii mi fluni, iiii » >; hf/u iuUuLL.pt^Uy np qtrunL.^
qnc püJi npfJ-y iinuil,u ti/i trld-tf muiu'lirllifiul, pniSUy IL. nn
:l in in in ijuililuil, Uuj->fi<y ppplL. tj iiiii In 7/ jnnqtrup'i. "* \^u§iq
null, liiuili , nn lim iiii uniiit, u iihim'li Qlrujnju t niiuii f. uiili ' t
»Qi_ ufliniSu ^triunSu mii nt t^ uuii I. mi p utrnpni trpl/upuy
ii ii ml iiiuiiihli ÜLupn.pui: , um in \\u mm <x 111 . nn t^ *ypunL_u
"I »/'/""""" f|/"/A" \jpui iil.ct niy npnL.il iL. rLlL.pu ^uiuaufürtnü
iL. uiiiip Miin.'y Ii u; ill/liuij'h luujiiiiiiuiln uiliuili Utrnnnn^
cVnL.f^/lL.lJßX |
2611'- 97. P AtrnJU ://. n Uli Ii iimIiiiIi'Ii nihil , nihil QpunL-Up »fs/»no^
iiimili liiiusl. ul. injli mit *1\iUiinLuqL.ni/ *l\pnnjuinupL. y i/hrL^
utruji iiuiuiuihh h Jui pn.lt iiful^ , Ll. nun nn iL. liml ni/t,
liuijiii uiiml ii'lmi p ^yiu i u: in in ijl: iiiijh Infus IL. um 'hl, iml
unpui ijliuiiluh ÜUIL.U1 IL. iiuiui hihihi uflujl. tili '/'"/ » V4"^
lll Ulli I, I inj li/n'lui hl uhi llljhll ijhll , nn tliuniil ll uuuilu h liujp^
ilujIi ii tun i |)/""/ qippunLftfpLSU ului m'lil. iml , ^yUJUUJUJiJJ^,
nnprLp an^u/uuiiTp a\\uuTnucrni p dLbrnfu piuqnL.U hi_pni
llhipliulhi iL. u/lilum nl. i/i litluiuuini l<) I. uilih iiiuinl. ijiu ij\fiC!i
iii/Ij ii y II. in Ii n lim [, llii 'tili nmiimimi/i if.nh'lilu/< nn t^ tr plL.tr ~ip
ii uiuii ii mli ^IriunSU ifl. iiiii , lupiltlipli t^ ilm nii nili niuntu^
nmiltMjpnLprpiJUu unpui y '/"/' "k.ß ill, iini'li lunJjiiLi nt
1) fR" 9.' 6. 2) b"- Mf 3. 3) 3"#^- S- 5.
4) <\..T?K£. q.. 12.
Kap. 96—98. 67*
/iiuiil, iun- Diuünfi uihluiiiinh iuil Jiunnl^iuU •/'"(' h wn.
\\umnL&nj t l| uiuU tuiunpp^ L. \jptrJpujj juiniutf-U Unpuj
imil, . » f]° h-i jl. nlf/ili II I^UM- ijhm II £>2llJU ^"u
puJuinq* ml I, iiihn iiinhlnnu crnilnL. , bruptn tpitu II
in in ii ii // oUum inUuiftp nulfLy n£_ l~ j np trupin qTkuiuuj^
uiuip^ 'im ii in II n* y ii ii t'li'l upin ujcrtf q^jnLpqTj unpiu i
\\^ ii nii ii/iiii///j ijunll.'liiiijli, ~2futUiu*y ijIiiii pifutuuinufd^truiup.
In imil. 1111 IpuqJl, ijl. /'!//'(' liULpuitrufu cftut/tuuuj^t [gru-gt^
ahm iCiupiuniln innpnintuulruJLPy np UMH-Uiplf 1L'/JU "- 22^ « '
Ipul. mii iiliiu II 1111 im 'hiliu trn/iirnfn_* iL ujutntrnß <xm/w
11 I. inilili p u/m^u pi 11 1. nihil iL 111 iiiiilu I. ijl.'h x \\nitriutj
ihimim II iiiimiiilih j 1111 11111/1/1 trifp» crutU-trqpu iiLptufunL^ 261 v
(J I. null- i nihil ', nn in iuii n ii h n u in t \]ui 4" XjuuiM-UiO- uirpy
ni ^miliiuil. i'i/li tun P1"! 'uJuj* trupui aujulrünjjU Aujuuj^
ii/iuii^ ^u/üTiiunnJ II Irin nhiu {\nilpiijf un crtun ujjp pLpiij
II \uipiuil. j/i uppl. p itjli p Infu/u/f t Qe~ui u/juiipp/f jtrplipp
I. nli I. iinii II nun iluiiui liiu'h jnytrtpuL-* iuju Vp[>ß S/"A/^
iliihiuiijh \\uuinLcrnj II iui ppliiun , np tru lUiLpuibuiu*
luifhrutrppu nnp iiiTipli n'hni p /it. iii'/iu, pul/ "HM p-nnnuuü
11 In u tflrn-qpli t |>"A {{«^"'/p \^uPUMl'yl ii\Pr/-p" lW/~
m in <\ ni um/,, np tfiu/L, nfi^[uu/itni_PpLSUU p ^lULpt^ qulr^
'hui nn ill. nnij , iL il. in um 'in ni pP/1/" tlhr q tUtUnnhL , np
^fr/Lp tri/n p tui/u/uf, y inpJ-utiP il. plnip trplLirnutL II /™"T
t/iuuii liiu'h •ynylrnuii • ////// n'hl. m i lt_ nuihii I. iui q^nnpli
\\uuiiu .a tu *m/i_»7# i'l'i/ uwtrncr tiLinn pU \\uinni o np p ipubi
ui/uinii'li 1111111 lil. iiui ni n nihil Zl ui/ujljnL-pltr Ulli \\uinm^ci nj t
98. U, /*' V t#/'/, //' J?mpnqnupJ IilAi TifJinpuini pJ-hu/liliy
U- tu in ly dil±. ifiuliui {.II. ni'lih i/l. imiy Al iii i ii I, 7\lll'lilliupup*y
1) $uip„c^ <).. 2!J-«|- 1.
9««
68* Apostolische Verkündigung.
Ijl. Uiiuj > ^iin n/ii/iiii//, rjfili iliupn uipl, p'li L_ ^iiiu in tu in I. 1:1 q
*\*ppuuinu t IL tu n_ui ptriu i pli im uilui I, '//''' u_ fr/ptrnfrqfi /i
» fLn[nP uj^fuujp^u nTtdib-n-i^ n nii i inj jn pmj t 9"P upupui L,
lut/f/lniij/i uuiiiL.ii.nL.pirujJp. tutu^lri iurL.nn£_ Ipuifiui.p L_
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l) b- U.- 30.
Kap. 98—100. 69*
100. Vk/"7^ tun- ft jrrnftu npLL-fuu Ifüßiiju iflrniij ifiipn^
pnL-Qhulfu ipium i/ftfiiifb-uji tuptup p iCzdiunutn^yit/litfu*
pufunp LäUtP oltujp ufLiunu-trU, IftutP qf\pq.p nf_ pUn.ni5ipu,
pütixii^iT iri'luiu iif,'luii {<) f. m'/i'li ulunühuji-nnnuf<^truMUli lutptu
iiiul.'h , limil" ti\tniLpu n* lunSüniSU > ujjuftüpu Lj rufiiipii in w 262%
«4^/fI_^?At_lÄ Uli, Hill II l.'ll t \jL- JUJJUUjflulrUJlJU llllll/hl. Ijltl'l,
t/h ii ii n nip ifhil. i iif niii m t/f iL. i/nufi/ilrf p 'liiujiu piiipm ij,
qji IrPLy iiiiiii uiiili IjiuJptfp ^luZ&tj p^ulrj^ \\ii ui n LCT itj II.
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min niiS in [J I. ui'h'li ^ujL.n 11. \\nrLLnj II. ujJlruujfuuujiP \)nL_pfL
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Texte u. Untersuchungen etc. Bl, 1 1"
[Zum] Erweis der apostolischen Verkündigung '. 222-
1. Da ich, mein lieber Marcianus, deine Neigung zum
Wandeln in der Gottesverehrung erkannt habe — und das
allein fuhrt den Menschen in das ewige Leben — , habe ich
sowohl Anteil an deiner Freude, als auch bete ich, daß du durch
das unangetastete Festhalten an dem Glauben Gott, deinem Schöpfer
gefallig seist. Und könnten wir doch stets zusammen sein und
einander Nutzen bringen und das diesseitige Leben erleichtern,
indem wir es in beständiger gemeinsamer Unterhaltung über
nützliche Dinge ausfüllten ! Nun aber , da wir in der gegen-
wärtigen Zeit körperlich voneinander getrennt sind, so wollten
wir nicht versäumen nach unserem Vermögen ein wenig mit
dir schriftlich zu reden und in kurzen Worten die Verkündigung
der Wahrheit darzulegen , um deinen Glauben zu befestigen.
Als ein wichtiges Erinnerungsschreiben schicken wir es dir,
damit du durch das Wenige das Viele erreichst und alle Glieder 222*-
des Körpers der Wahrheit durch das Geringe erkennest und die
Beweise der göttlichen Dinge durch ein Kurzes vernimmst. Denn
so wird es auch deine Erlösung befruchten, und du wirst alle,
die das Falsche glauben , dazu bringen , die Augen niederzu-
schlagen, und jedem, der erkennen will, unser gesundes und
unbeflecktes Wort in aller Entschlossenheit zuführen-. Denn
einer ist der Weg, allen den Sehenden zugänglich, welcher vom
himmlischen Licht beleuchtet ist; aber zahlreich und dunkel
und entgegengesetzt sind die Wege der Nichtsehenden : und
jener führt in das himmlische Reich, indem er den Menschen
mit Gott vereinigt, diese aber führen zum Tod hinab, indem sie
den Menschen von Gott trennen. Deswegen ist es dir sowohl, als
auch allen denjenigen, die für das eigene Heil sorgen, nötig, un-
entwegt und fest und sicher den Wandel zu vollführen durch
1) Zum Titel s. das Nachwort. 2) Vgl. Tit. 2, 8.
Texte u. I'ntersucliungeii etc. 31, 1
2 Apostolische Verkündigung.
den Glauben, damit sie nicht nachlässig geworden und aus dem
Gleise gekommen , in materiellen Begierden stecken bleiben
oder auch irregeleitet das Richtige verfehlen.
2. Weil nun der Mensch ein aus Seele und Leib zusammen-
gesetztes Lebewesen ist, so ist es für ihn notwendig und geziemend
durch diese beiden zu bestehen ; und da aus ihnen beiden Fehl-
tritte entstehen, so ist auch die Reinheit des Leibes ein Vor-
223r- beugungsmittel , durch das man sich von allen schändlichen
Dingen und von allen unrechten Werken enthält, und die
Reinheit der Seele eins (nämlich ein Vorbeugungsmittel), um
den Glauben an Gott unversehrt zu erhalten, ohne etwas hinzu-
zusetzen oder von ihm abzuschneiden. Denn die Frömmigkeit
wird düster und traurig durch die Besudelung und Beschmutzung
des Leibes, und sie wird gebrochen und befleckt und bleibt
nicht mehr unversehrt, wenn die Lüge in die Seele hineingeht ;
wogegen sie sich in der Schönheit und in ihrem Maße halten
wird, wenn die Wahrheit im Geiste und die Reinheit im Leibe
beständig ist. Denn was hat es für einen Nutzen das Wahre in
Worten zu wissen, den Leib aber zu verunreinigen und die
Werke der Bosheit zu vollbringen? oder andererseits, welchen
Nutzen kann eigentlich überhaupt die Reinheit des Leibes bieten,
wenn keine Wahrheit in der Seele ist? Denn diese freuen sich
miteinander und vereinigen sich und sind Kampfgenossen, damit
sie den Menschen vor Gott stellen. Und deswegen sagt der
heilige Geist durch David: Selig der Mann, der nicht wandelte
im Rate der Gottlosem1; das ist die Gesinnung der Geschlechter,
die Gott nicht kennen. Denn diese Gottlosen sind es, die den
wirklich seienden Gott nicht anbeten. Und deswegen sagt das
Wort zu Moses: >Ich bin der ich bin«-. Also diejenigen, die
den seienden Gott nicht anbeten, sind die Gottlosen. Noch
sich auf dem Wege der Sünder befand < — und die Sünder
223v- sind diejenigen , die die Erkenntnis Gottes haben , sein Gebot
aber nicht halten, d. h. verschmähende Verächter sind. Noch
auf dem Sitze der Bösewichter saß. — und Bösewichter sind
diejenigen, die nicht allein sich selbst, sondern auch die anderen
durch ihre verkehrte und verdrehte Lehre verderben, denn der
Sitz ist ein Symbol für die Lehrstätte (Schule). So sind nämlich
1) Ps. 1. — 2) Exod. 3, 14.
Kap. 1—4. ö
alle Häretiker: Sie sitzen auf dem Sitz der Bösewichter und
verderben diejenigen, welche das Gift ihrer Lehre empfangen.
3. Nun, damit wir nicht solches erleiden, sollen wir den
Kanon des Glaubens unverrückt halten und die Gebote Gottes
erfüllen, indem wir Gott glauben und ihn fürchten, da er Herr
ist, und ihn lieben, da er Vater ist. Das Tun rührt nun vom
Glauben her, denn > Glaubet ihr nicht ;, sagt Jesaia, »so werdet
ihr nicht einsehen«1; und den Glauben verschafft die Wahrheit;
denn der Glaube baut sich auf die Dinge, die wahrhaftig da
sind, damit wir an das Seiende (ta 6Vra), wie es ist, glauben;
und indem wir an das Seiende glauben, wie es immer ist,
die Zuversicht zu ihm festhalten. Dieweil nun der Glaube
der immerwährende Erhalter unserer Erlösung ist, so ist es
notwendig und wert, ihm viele Pflege zuzuwenden, damit wir
die wahre Einsicht der Seienden gewinnen. Der Glaube ist es 224'-
nun, der dies in uns veranlaßt, wie die Ältesten, die Schüler
der Apostel, uns überliefert haben. Vor allem unterweist er
uns zu gedenken, daß wir die Taufe empfangen haben zur
Vergebung der Sünden im Namen Gottes des Vaters, und im
Namen Jesu Christi, des fleischgewordenen und gestorbenen
und auferstandenen Sohnes Gottes, und im heiligen Geiste
Gottes; und daß diese Taufe das Siegel des ewigen Lebens sei
und die Wiedergeburt in Gott, damit wir nicht der gestorbenen
Menschen, sondern des ewigen und beständigen Gottes Kinder
seien: damit das Ewige und Beständige (in uns?) Gott werde und
hoch über einem jeden der Gewordenen stehe, und ihm alles
unterstellt werde, und die ihm Unterstellten alle ihm (zu eigen)
gemacht werden, damit Gott nicht über irgend ein Anderes
(Fremdes) herrsche und Herr sei, sondern über das Seinige, und
daß alles Gottes sei, und daß deshalb Gott Allherrscher und
alles von Gott sei.
4. Denn es ist nötig, daß wir Gewordene von irgend einer
großen Ursache den Anfang des Seins haben ; und Gott ist der
Anfang von Allem; denn er selbst ist nicht von irgend einem
geworden, von ihm aber ist Alles geworden. Und deshalb ist
es notwendig und würdig zuerst zu bekennen, daß der eine Gott
der Vater es ist2, der Alles geschaffen und gebildet und das
1) Jes. 7,9. — 2) Hermas, Mand. 1.
1*
4 Apostolische Verkündigung.
nicht Seiende zum Sein gebracht hat, und, indem er Alles trägt,
allein untragbar ist. Unter allen (Dingen) befindet sich aber
auch diese uns gemäße Welt und in der Welt der Mensch ;
also ist auch diese Welt von Gott geschaffen worden.
224v- 5. Nun legt es sich folgendermaßen dar: ein Gott, Vater,
ungeworden, unsichtbar, Schöpfer von Allem, über dem es keinen
anderen Gott gibt und nach dem kein anderer Gott ist; und
weil Gott ein vernünftiges Wesen ist, deshalb hat er durch das
Wort das Gewordene geschaffen; und da Gott Geist ist, hat er
durch den Geist Alles geschmückt, wie auch der Prophet sagt:
■■> Durch das Wort des Herrn ist der Himmel fest gemacht, und
durch seinen Geist dessen ganze Macht«1. Weil nun das Wort
festmacht, d. h. Fleisch werden läßt2 und die Wesenheit der
Emanation verleiht, der Geist aber die Verschiedenheiten der
Kräfte anordnet und bildet, so wird mit Fug und Recht das
Wort der Sohn , der Geist aber die Weisheit Gottes genannt.
Sagt doch auch Paulus, sein Apostel, passend: „Ein Gott Vater,
der da ist über allen und mit allen und in uns allen"3. Denn
über allen ist der Vater, mit allen aber das Wort, da durch
ihn Alles vom Vater geworden ist, in uns allen aber der Geist,
der ausruft Abba, Vater4, und den Menschen zur Ähnlichkeit
Gottes rüstet. Der Geist zeigt nun das Wort an, und deswegen
verkündeten die Propheten den Sohn Gottes; das Wort aber
gestaltet den Geist, und deswegen ist es selbst der Verkünder
der Propheten und führt den Menschen zum Vater hin.
225 r. 6. Und dies ist der Kanon unseres Glaubens und der Grund
des Gebäudes und die Festigkeit des Wandels: Gott, Vater, un-
geworden, untragbar, unsichtbar, ein Gott, der Schöpfer von
Allem ; das ist der allererste Punkt unseres Glaubens. Der zweite
Punkt aber ist das Wort Gottes, der Sohn Gottes, Christus Jesus
unser Herr, der den Propheten erschienen ist gemäß der Form
ihrer Prophezeiung und gemäß der Tragweite der Ratschlüsse
des Vaters, durch den Alles geworden ist; der auch am Ende
der Zeiten, um Alles zur Vollendung zu bringen und zusammen-
zufassen, Mensch unter Menschen, sichtbar und tastbar geworden
ist, um den Tod zu vernichten und das Leben aufzuzeigen und
1) Ps. 33, 6. — 2) Der Text ist an dieser Stelle wühl verderbt.
Wörtlich: „des Leibes Werk ist« [H.]. — 3) Ephes. 4, 6. — 4} Gal. 4, 6.
Kap. 4—8. 5
eine Gemeinschaft der Vereinigung zwischen Gott und Menschen
zu bewirken. Und der dritte Punkt ist der heilige Geist, durch
den die Propheten prophezeit und die Väter die göttlichen
Dinge gelernt haben und die Gerechten auf den Weg der Ge-
rechtigkeit geführt wurden, und der sich am Ende der Zeiten
auf eine neue Weise auf die Menschheit über die ganze Erde
ergoß, indem er den Menschen für Gott erneuerte.
7. Und deswegen geht die Taufe unserer Wiedergeburt
durch diese drei Punkte vor sich, indem Gott Vater uns zur
Wiedergeburt begnadet mittels seines Sohnes durch den heiligen
Geist. Denn die den Geist Gottes in sich tragen, werden zum
Wort geführt, d. h. zum Sohne: der Sohn aber führt sie dem 225 v.
Vater zu, und der Vater läßt sie die Unverweslichkeit empfangen.
Also nicht ohne den Geist ist das Wort Gottes zu sehen und
nicht ohne den Sohn kann man dem Vater nahetreten; denn die
Erkenntnis des Vaters ist der Sohn, und die Erkenntnis des Sohnes
Gottes ist durch den heiligen Geist, den Geist aber erteilt der
Sohn seinem Amte gemäß nach dem Wohlgefallen des Vaters
an diejenigen, die (der Vater) will, und wie der Vater will.
8. Der Vater wird aber von dem Geiste Höchster und All-
herrscher und Herr der Heerscharen genannt, damit wir Gott
erkennen, daß dieser selbst Schöpfer des Himmels und der Erde
und der ganzen Welt und Bildner der Engel und der Menschen
und Herr von Allem ist, durch den alles das geworden ist und
von dem alles ernährt wird; barmherzig, gnädig, und huldreich,
gut, gerecht, Gott aller, der Juden sowohl, als auch der Heiden,
als auch der Gläubigen, der Gläubigen aber wie ein Vater. Denn
am Ende der Zeiten hat er das Evangelium der Kindschaft er-
öffnet; der Juden (Gott) aber wie ein Herr und Gesetzgeber, denn
in den mittleren Zeiten, da die Menschheit Gott vergessen und
sich von ihm entfernt hatte und abtrünnig geworden war, hat
er sie durch das Gesetz in Dienst gebracht, damit sie erführen,
daß sie einen Herrn haben, Schöpfer und Weltgründer und der
den Odem des Lebens verleiht, den wir anbeten sollen bei Tag 226*
und bei Nacht, Der Heiden (Gott) aber ist er wie ein Schöpfer
und Allherrscher, zugleich auch wie ein Ernährer und Brotgeber
und König und Richter; denn niemand wird seinem Gerichte,
weder Jude, noch Heide, noch ein Gläubiger, der gesündigt hat,
noch ein Engel, entgehen. Diejenigen aber, die jetzt sich auf
6 Apostolische Verkündigung.
seine Güte nicht verlassen, werden im Gerichte seine Macht
erkennen, wie der selige Apostel sagt: Du bedenkst nicht,
daß Gottes Güte dich zur Buße drängt, sondern mit deinem
Starrsinn und Unbußfertigkeit deines Herzens sammelst du dir
Zorn auf den Tag des Zornes und der Offenbarung des ge-
rechten Gerichts Gottes, der da wird vergelten einem jeden nach
seinen Werken-;:1. Dieser ist, der im Gesetze Gott Abrahams
und Gott Isaaks und Gott Jakobs, Gott der Lebendigen genannt
wird. Und trotz alledem ist die Hoheit und die Größe eben
dieses Gottes unbeschreiblich.
9. Die Welt aber ist von sieben Himmeln umgrenzt, in
denen Mächte und Engel und Erzengel wohnen, indem sie An-
betungsdienst leisten Gott dem Allherrscher und dem Schöpfer von
Allem, nicht als ob er das bedürfte, sondern damit auch sie nicht
226 v. tatenlos und unnütz und segenlos seien. Und deshalb ist der
heilige Geist ausgiebig bei seinem Innewohnen und wird vom
Propheten Jesaias in sieben Weisen des Dienstes aufgezählt,
welche sich auf den Sohn Gottes niederlassen, d. h. auf das
Wort, bei seinem Kommen wie ein Mensch. Denn der Geist
Gottes*, sagt er, »wird sich auf ihn niederlassen: der Geist der
Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Kraft
und der Frömmigkeit; der Geist der Furcht Gottes wird ihn
erfüllen«2. Nun, der erste Himmel von oben her, der die
übrigen umfaßt, ist die Weisheit: und der zweite von ihm der
des Verstandes, der dritte aber des Rates, und der vierte von
oben an gerechnet, der der Kraft, und der fünfte der des
Wissens und der sechste der der Frömmigkeit, und der siebente,
diese Feste über uns, die voll ist von der Furcht dieses unseren
Himmel erleuchtenden Geistes ::. Denn Moses hat davon das
Ebenbild für den siebenröhrigen Leuchter genommen, der im
Heiligtum beständig leuchtete ; weil er diesen Gottesdienst nach
dem Ebenbilde des Himmels gemacht hat, wie das Wort zu
ihm sagt: Du sollst ihn genau nach dem Modell anfertigen,
das du auf dem Berge gesehen hast?4.
10. Nun wird dieser Gott von seinem Wort verherrlicht,
das sein ewiger Sohn ist, und von dem heiligen Geist, der die
Weisheit des Vaters von Allem ist; und die Mächte dieser
1) Köm. 2,4-6. - 2) Jes. 11,2.-3) Vgl. Sap. Sal.1,7. - 4) Exod. 25,40.
Kap. 8—12. 7
(letzteren), des Wortes und der Weisheit, welche Cherubim und
Seraphim heißen, verherrlichen mit immerwährendem Lobgesang 227'-
Gott ; und alles, was es immer im Himmel für Wesen gibt, bringt
Ehre Gott, dem Vater von Allem. Er hat die ganze Welt durch
das Wort gebildet — und in dieser Welt sind auch die Engel — ,
und der ganzen Welt hat er Gesetze gegeben, damit ein jedes
in seinem (Gebiet) bleibe und die von Gott angeordnete Grenze
nicht überschreite, indem ein jedes das ihm übertragene Werk tut.
11. Den Menschen aber hat er mit seinen Händen gebildet,
indem er das Reinste und Feinste und Weichste von der Erde
genommen und seine Kraft in bestimmtem Maß mit der Erde
zusammengemischt hat; denn er hat dem Geschöpfe seine eigenen
Formen gegeben, damit auch das Sichtbare (in ihm) gottförmig
sei. Denn als Bild Gottes wurde der geschaffene Mensch auf
die Erde gesetzt. Und damit er lebendig werde, blies er in
sein Gesicht Lebensodem, so daß der Mensch sowohl dem Blasen
als der Schöpfung zufolge Gott ähnlich sei. Nun war er frei
und selbständig, da er von Gott dazu geschaffen wurde, damit
er über alle diejenigen herrsche, die auf der Erde sind. Und
dieser ganze Weltbau, der alles in sich enthielt — von Gott
vor der Schöpfung des Menschen zubereitet - — , ist dem Menschen
zum (Wohnungs)ort übergeben. Und an diesem Orte befanden
sich, je mit ihrem Dienst, die Knechte jenes Gottes, der Alles 227 ▼•
schuf; und der Haushalter, der über die Mitknechte gesetzt war,
hatte diesen Ort inne. Und die Knechte waren die Engel, der
Haushalter aber der Erzengel.
12. Indem nun (Gott) den Menschen zum Herrn der Erde
und aller derjenigen, die auf ihr sind, machte, bestellte er ihn
auch an und für sich zum Herrn derjenigen, welche Knechte
auf ihr sind (seil, der Engel). Doch jene waren in ihrer Voll-
kommenheit, der Herr aber, d. h. der Mensch, war klein, denn
er war ein Kind, und es war für ihn erforderlich so heran-
wachsend zur Vollkommenheit zu gelangen. Und damit seine
Ernährung und sein Wachstum freudevoll und milde vor sich
gehe, hat er einen Ort, besser als diese Welt, für ihn bereitet,
der an Luft, Schönheit, Licht, Speise, Gewächsen, Frucht, Ge-
wässern und noch an allerlei anderen Lebensmitteln vorzüglich
war; und er heißt Paradies. Und das Paradies war so schön und
gut, daß das Wort Gottes beständig in ihm herumging, wandelte
8 Apostolische Verkündigung.
und mit dem Menschen die künftigen Dinge besprach, die ge-
schehen sollten, sie im voraus einprägend, damit es mit sie
zusammenwohne und spreche und mit den Menschen sei, sie
die Gerechtigkeit lehrend. Der Mensch aber war ein Kind, da
er keine vollkommene Einsicht hatte, weswegen er auch leicht
von dem Betrüger verführt wurde.
13. So hat nun Gott im Paradies, während der Mensch
228r- dort wandelte, alle Tiere ihm vorgeführt und befohlen, ihnen
allen Namen zu geben: und alles, womit Adam ein lebendiges
Wesen benannte, ward sein Name. Und er beschloß auch einen
Beistand für den Menschen zu schaffen, denn so sprach Gott:
»Es ist nicht gut für den Menschen, daß er allein sei; wir
wollen ihm einen Beistand schaffen, wie es für ihn paßte1;
denn unter allen anderen Lebewesen fand sich kein Beistand
dem Adam gleich und ebenbürtig und ähnlich. Gott selbst
aber ließ eine Verzückung über Adam kommen und ließ ihn
einschlafen; und da eine Tat aus der anderen folgt-, während
es sonst keinen Schlaf im Paradiese gab, dieser ist nach dem
Willen Gottes über Adam gekommen. Und Gott nahm eine
von den Rippen Adams und füllte ihre Stelle mit Fleisch aus ; die
Rippe aber, die er genommen hatte, gestaltete er zu einem
Weibe und brachte es also zu Adam. Dieser aber, als er sah,
sprach: > Diese da nun ist Gebein von meinem Gebein und
Fleisch von meinem Fleisch; die soll Weib heißen, denn ihrem
Mann ist sie entnommen«3.
14. Und Adam und Eva, denn so ist der Name des Weibes,
waren nackt und schämten sich nicht, denn sie hatten einen
unschuldigen und kindlichen Sinn und kamen nicht dazu, an
irgend etwas von dem zu denken und zu verstehen, was einmal
in Bosheit durch weichliche Gelüste und durch schändliche Be-
gierden in der Seele geboren werden sollte. Denn sie bewahrten
damals ihre Natur noch unversehrt, weil der in das Geschöpf
eingeblasene Lebensodem da war. Dem Odem aber, so lange er
228 v in dem ihm zukommenden Rang und Kraft bleibt, sind die
Schlechtigkeiten unverständlich und unzugänglich. Deswegen
also schämten sie sich nicht, indem sie sich küßten, einander
umarmten in Reinheit, nach Kinderart.
1) Gen. 2, 18. — 2) Nicht recht verständlich [H.]. — 3) Geu. 2, 23.
Kap. 12—17. 9
15. Damit aber der Mensch nicht großes sich einbilde und
hochfahrend sich überhebe — als ob er keinen Herrn hätte wegen
der ihm gegebenen Herrschaft und Freiheit, und so Gott seinem
Schöpfer gegenüber sich verfehle, sein Maß überschreitend — ,
und eine selbstgefällige stolze Meinung gewänne Gott zuwider,
wurde ihm von Gott das Gesetz gegeben, damit er erkenne, daß
er den Herrn von Allem zum Herrn habe. Auch einige Grenzen
stellte (Gott) ihm, damit er, wenn er das Gebot Gottes halte,
stets so verbleibe, wie er war, d. h. unsterblich; wenn er es
aber nicht halte, sterblich werde, aufgelöst zur Erde, von der
seine Erschaffung ausgegangen war. Und das Gebot war dieses:
i Von jedem Baum, der innerhalb des Paradieses ist, darfst du
nach Belieben essen, allein von dem Baume, von dem die Er-
kenntnis des Guten und Bösen, dürfet ihr nicht essen; denn
an dem Tage, da ihr esset, werdet ihr des Todes sterben;1.
16. Dieses Gebot hat der Mensch nicht festgehalten, sondern
er hat Gott nicht gehorcht, irregeleitet von dem Engel, der
wegen der vielen Geschenke, die Gott den Menschen gegeben
hatte, ihn beneidend und scheel dazu sehend, sowohl sich selbst
zu Grunde richtete als auch den Menschen sündig machte, in- 229r-
dem er ihn überredete dem Gebote Gottes gegenüber ungehor-
sam zu sein. Indem also zuerst der Engel in seiner Falschheit
Haupt und Führer der Sünde wurde, wurde er einmal selbst
geschlagen, nachdem er sich gegen Gott vergangen, und dann
ließ er auch den Menschen des Paradieses verlustig gehen. Und
weil er durch seinen Charakter verführt, sich empörte und sich
von Gott trennte, wurde er Satan genannt nach der hebräischen
Sprache, d. i. Widersacher; derselbe wird aber auch Ankläger
genannt. Nun hat Gott die Schlange, die den Widersacher in
sich trug, verflucht, welcher Fluch sowohl das Tier selbst, als
auch den in ihm eingenisteten versteckten Engel, den Satan,
traf. Den Menschen aber entfernte er von seinem Angesicht,
indem er ihn dann auf den ins Paradies führenden Weg ver-
setzte. Denn den Sünder nimmt das Paradies nicht auf.
17. Als aber Adam und sein Weib Eva außerhalb des
Paradieses waren, gerieten sie in viel Trübsal und Verwirrung,
und sie wandelten mit Trauer und Schmerzen und Seufzen in
1) Gen. 2, 10. 17.
10 Apostolische Verkündigung.
dieser Welt. Denn unter den Strahlen dieser Sonne bebaute
der Mensch die Erde, diese aber trug Dornen und Gestrüpp,
zur Strafe der Sünde. Dann erfüllte sich auch das Geschriebene:
»Adam erkannte sein Weib, und schwanger geworden gebar
sie den Kain, und darauf gebar sie den Abel v1. Der rebellische
229 v- Engel aber, der den Menschen zum Ungehorsam geleitet und
ihn sündhaft gemacht und sein Vertreiben aus dem Paradiese
verursacht hatte, verübte ein zweites Böses, mit dem ersten sich
nicht begnügend, unter den Brüdern ; denn den Kain mit seinem
Geiste erfüllend, machte er ihn zum Brudermörder. Und so
starb Abel von seinem Bruder getötet zum Zeichen, daß von
nun an manche verfolgt und bedrängt und ermordet werden
sollten, die Ungerechten aber die Gerechten morden und ver-
folgen werden. Über dies noch mehr erzürnt, verfluchte Gott
den Kain, und das traf jeden von seinem ganzen Geschlecht,
gemäß der Vererbung von Kind zu Kind, dem Sämann ähnlich.
Und Gott erweckte für Adam einen anderen Sohn an Stelle
des getöteten Abel.
18. Das Böse aber überflutend und sich ausdehnend nahm
das ganze Geschlecht der Menschen ein, so daß es allzuwenig
Samen der Gerechtigkeit in ihnen gab und auf der Erde Ver-
mischungen zwischen verschiedenen Elementen stattfanden; denn
die Engel mischten sich mit den Töchtern der Menschenkinder,
welche ihnen Kinder gebaren, die wegen der übermäßigen
Größe Erdgeborene genannt wurden. Sodann boten die Engel
ihren Weibern böse Lehren zum Geschenk; denn sie lehrten
230r- sie die Kräfte der Wurzeln und der Kräuter, sowie die Färberei
und das Schminken und die Erfindung kostbarer Stoffe, Zauber-
mittel für Haß, Verlieben, Liebesglut, Verlockungen zur Liebe,
Zauberbünde, jede Gaukelei und gottverhaßten Götzendienst,
durch deren Einführung in die Welt die Sache des Bösen an-
geschwollen sich ausbreitete, die (Sache) der Gerechtigkeit aber,
gering geworden, verkümmerte,
19. bis das Gericht von Gott über die Welt durch die
Sintflut in der zehnten Generation kam, in welcher Noah allein
nach den Erstgeschaffenen als gerecht erfunden wurde, der wegen
seiner Gerechtigkeit sowohl selbst am Leben blieb, als auch sein
1) Gen. 4, 1.
Kap. 17—21. 11
Weib und seine drei Söhne, und die drei Weiber seiner Söhne,
eingesperrt in der Arche, samt allen Tieren, die Gott befohlen
hatte in die Arche mitzunehmen. Und da das Verderben alle
überfiel, die Menschen sowohl, als die Tiere, die auf der Erde
waren, blieb nur der Geschützte in der Arche am Leben. Und
es sind die drei Söhne Noahs Sem, Cham und Japhet, von
denen wieder das (Menschen )geschlecht sich mehrte; denn die
Menschen nahmen nach der Sintflut von diesen ihren Anfang an.
20. Aber einer unter diesen verfiel dem Fluch, und zwei
erbten den Segen wegen ihrer Werke. Denn der jüngste unter
ihnen, der Cham heißt — empfing, da er über den Vater spottete 230 ▼■
und so wegen der Kränkung und der Verschmähung des Vaters
zu der ruchlosen Sünde verdammt wurde — den Fluch und
vererbte ihn allen denen, die von ihm herstammten. Also ist
es gekommen, daß das ganze Geschlecht nach ihm verflucht
wurde uud in der Sünde wachs und sich mehrte. Seine Brüder
Sem und Japhet aber erreichten, wegen der Ehrfurcht dem Vater
gegenüber, den Segen. Nun ist Chams FJuch, mit dem ihn
sein Vater Noah verflucht hat, folgender: Verflucht sei das
Kind Chams; er soll Diener sein seinen Brüdern 1. Dieser ist
über sein Geschlecht gekommen, da er viele Nachkommen auf
der Erde erzeugte, während vierzehn Generationen wild heran-
wachsend, bis endlich sein Geschlecht, dem Gericht verfallen,
von Gott abgemäht wurde. Denn die Kanaaniter und die
Hethiter und die Pheresiter und die Heviter und die Amoriter
und die Jebusiter und die Girgasiter und die Zidoniter, die
Araber und die, die Phönizien bewohnen, alle Ägypter und
die Lybier sind aus dem Geschlecht von Cham, die unter den
Fluch gefallen sind, da der Fluch lange über jene Gottlosen
hinwirkte.
21. Und wie der Fluch überging, desgleichen ist auch der
Segen auf das Geschlecht des Gesegneten übergegangen, der
Reihe nach auf jeden. Unter diesen ist zuerst Sem gesegnet
worden in folgenden Worten : Gepriesen sei der Herr, der Gott
Sems, und Cham soll sein Knecht sein -. Die Kraftwirkung 231*-
des Segens aber ist, daß der Gott und der Herr von Allem für Sem
zum besonderen Besitz der Anbetung wurde, indem der Segen
1) Gen. 9. 25. — 2; Gen. 9. 26.
12 Apostolische Verkündigung.
wuchs und bis zu Abraham gelangte, der die zehnte Generation
in der Geschlechtsreihe vom Samen Sems darstellt. Und des-
wegen gefiel es dem Vater und Gott von Allem Gott Abrahams und
Gott Isaaks und Gott Jakobs zu heißen, denn der Segen Sems
erstreckte seine Wirkung bis auf Abraham. Der Segen Japhets
aber ist dieser : >. Weiten Raum schaffe Gott für Japhet und
er wohne in dem Haus Sems, Cham aber soll sein Knecht sein ';
und das soll bedeuten, am Ende der Zeiten ist (das Heil?) er-
schienen den Ausersehenen des Herrn aus der Berufung der
Heiden, indem Gott ihnen die Berufung erweitert hat. Und
weiter: ;Über die ganze Erde ist ihre Rede ausgegangen, bis
an die Grenzen der Welt ihre Worte "2. Weiten Raum schaffen
ist nun von der Berufung aus den Heiden zu verstehen, d. h.
von der Kirche ; und er wohne im Hause Sems soll heißen
(er soll wohnen) in dem Erbe der Väter, in Christo Jesu die
Erstgeburtsrechte empfangend. In welcher Reihe also ein jeder
gesegnet wurde, in demselben Rang auch bekommt er durch
seine Herkunft die Frucht des Segens.
22. Nach der Sintflut aber verordnete Gott eine Bundes-
schließung der ganzen Welt, ebenso auch allen Lebewesen und
Menschen, auf daß er nicht mehr verderbe durch die Flut all
den Wuchs der Erde. Und er gab ihnen als Zeichen: -Wenn
231*- die Luft durch die Wolken umhüllt wird, wird der Bogen in
der Wolke erscheinen, und ich werde an meinen Bund denken
und nicht wieder alle Lebewesen auf der Erde durch Wasser
verderben 3. Und er wechselte die Speise der Menschen, indem
er ihnen gebot Fleisch zu essen; denn von dem erstgeschaffenen
Adam an bis zu der Sintflut nährten sich die Menschen nur
durch Samen und Früchte der Bäume, Fleischspeise aber war
ihnen nicht erlaubt. Weil aber die drei Söhne Noahs den An-
fang der Menschheit bildeten, segnete sie Gott zum Mehr- und
Fruchtbarwerden, indem er sagte: Wachset und mehret euch
und bevölkert die Erde und macht sie euch Untertan. Und
Furcht und Schrecken von euch soll kommen über alle Lebe-
wesen (auf Erden) und über alle Vögel des Himmels, und sie
sollen euch zur Nahrung dienen, wie das grüne Kraut. Nur
Fleisch, das noch sein Lebensblut in sich hat, dürft ihr nicht
1) Gen. 9, 27. — 2) Ps. 19. 5. — 3) Gen. 9, 14. 15.
Kap. 21—24. 13
essen-, euer eigenes Blut aber will ich rächen an jedem Tiere
und an jedem Menschen. Wer Menschenblut vergießt, (des
Blut) soll an Stelle dieses Blutes vergossen werden. Denn
nach dem Bilde Gottes hat er den Menschen geschaffen x. Das
Bild Gottes aber ist der Sohn, nach dessen Bild auch der Mensch
geworden ist. Deshalb erschien er auch in der letzten Zeit,
damit er die Ähnlichkeit des Menschenbildes mit sich selbst
zeigte. Nach diesem Bunde mehrte sich die Menschheit, indem
sie aus dem Samen der drei entsproß. Und auf der Welt war
nur eine Lippe, d. h. eine Sprache.
23. Nun zogen sie auf aus dem Morgenlande, und während 232r-
sie noch über das Land hinzogen, traten sie in das außer-
ordentlich breite Land Sinear, wo sie einen Turm zu bauen
anfingen. Denn sie suchten ein Mittel, wodurch sie in die
Himmel steigen und damit zugleich ihr Werk als ein Denkmal
für sie der nachkommenden Menschheit hinterlassen könnten.
Und der Bau wurde mit Backstein und Asphalt ausgeführt;
und die kühne Tat ihrer Verwegenheit gedieh, da alle einmütig
und einträchtig waren und durch einstimmige Arbeit dem vor-
gestecktem Ziele zustrebten. Nun, damit das Werk nicht Aveiter
gedeihe, teilte Gott ihre Sprachen, auf daß sie einander nicht
mehr verstehen könnten. Und auf diese Weise zerstreuten sie
sich und nahmen die Welt in Besitz, jeder nach seiner Sprache :
Gruppenweise, Stamm bei Stamm wohnten sie. Daher die vielen
verschiedenen Völkerschaften und die verschiedenen Sprachen
auf der Welt. Demnach nahmen drei Geschlechter der Menschen
die Erde ein ; und eines von ihnen stand unter dem Fluch , zwei
unter dem Segen ; der erste Segen aber wurde Sem zuteil, dessen
Geschlecht im Osten wohnte und das Land der Chaldäer innehatte.
24. Und nachdem gewisse Zeiten vergangen waren , d. h.
im zehnten Zeitalter nach der Sintflut, tritt Abraham auf, der 232^
das ihm von dem Segen seines Ahnherrn Zukommende und den
für ihn (anbetungs)würdigen Gott sucht. Und da er nach dem
inneren Antrieb seiner Seele durch die ganze Welt herumzog,
indem er forschte wo Gott sei, und da er sich schwach erwies
und vom Ziele fehlging, so erbarmte sich Gott seiner, der nur
im geheimen ihn suchte, und erschien dem Abraham, mittels
1) Gen. 9, 1—6.
14 Apostolische Verkündigung.
des Wortes wie mittels eines Strahles sich ihm zu erkennen
gebend. Denn er sprach mit ihm vom Himmel und sagte zu
ihm : s Ziehe hinweg aus deinem Lande, von deiner Verwandtschaft
und aus deines Vaters Hause und gehe in das Land, das ich
dir zeigen werde und wohne daselbst 1. Und er im Vertrauen
auf die himmlische Stimme, während er selbst in vorgeschrittenen
Jahren war — da er siebzig Jahre alt war und ein Weib hatte,
zog mit diesem zusammen aus Mesopotamien, den Sohn seines
gestorbenen Bruders, den Lot, mitnehmend; und als er in das
Land kam, das jetzt Judäa heißt, welches damals sieben Stämme.
Nachkommen Chams, bewohnten, da erschien ihm Gott im Ge-
sicht und sprach: Ich will dieses Land dir und deinen Nach-
kommen nach dir zur ewigen Erbschaft verleihen 2. (Danach
hielten sich seine Nachkommen als Fremdlinge in einem nicht
ihnen gehörenden Lande auf und wurden dort geplagt, 400 Jahre
hindurch Schmerz leidend und dienend. Und im 4. Zeitalter
kehrten sie in die dem Abraham versprochene Gegend zurück:
Gott aber richtete das Volk , welches seine Nachkommen zum
Dienst gezwungen hatte3.) Und damit Abraham sowohl das
233r- Zahlreich werden , als auch den Ruhm seiner Nachkommen er-
kenne, führte ihn Gott hinaus in die Nacht und sagte zu ihm :
: Blicke auf zum Himmel und siehe die Sterne am Himmel, ob
du sie wohl zählen kannst; so werden deine Nachkommen sein 4.
Da Gott die Unerschütterlichkeit und Sicherheit seines Geistes
sah, bezeugte er für ihn durch den heiligen Geist, indem er in den
Schriften sagt: : Und Abraham glaubte, und es wurde ihm zur
Gerechtigkeit gerechnete5. Er war aber unbeschnitten, als das
ihm bezeugt wurde. Und damit die Vornehmheit seines Glaubens
durch ein Zeichen erkannt werde, gab er ihm die Beschneidung
zum Siegel des Glaubens der Unbeschnittenheit dessen, der in
Unbeschnittenheit war. Und danach wurde ihm ein Sohn ge-
boren — Isaak von Sarah, von der Unfruchtbaren gemäss dem
Versprechen Gottes — , den er beschnitten hat, wie Gott ihm
aufgetragen hatte. Und von Isaak wurde Jakob erzeugt: und
auf diese Weise gelangte der ursprüngliche Segen Sems an
1) Gen. 12. 1. — 2) Gen. 12, 7. — 3) Das Eingeklammerte scheint
•eine Interpolation zu sein. s. c. 25. [H.] — 4) Gen. 15, 5. — 5) Gen.
15, 6. Vgl. Gal. 3. 6.
Kap. 24—26. 15
Abraham , und von Abraham an Isaak , und von Isaak an
Jakob; wodurch das Erbe des Geistes auf sie ausgeteilt wurde.
Denn er hieß Gott Abrahams und Gott Isaaks und Gott Jakobs.
Und Jakob erzeugte zwölf Söhne, nach denen die zwölf Stämme
Israels benannt wurden.
25. Als sich aber eine Hungersnot in der ganzen Welt
verbreitete, geschah es, daß nur in Ägypten Speisemittel vor-
handen waren. Da siedelte Jakob samt allen seinen Söhnen nach 233v
Ägypten über. Die Zahl aller Ausgewanderten aber betrug
fünfundsiebzig (?) Seelen , und im Laufe von 400 Jahren, wie die
Verheißung von vornherein ausgesagt hatte, waren sie sechs-
hundert sechzigtausend geworden. Dieweil sie aber mit bösem
Dienst sehr bedrängt und tyrannisiert wurden und seufzten und
jammerten vor Gott, so führte sie der Gott Abrahams und Isaaks
und Jakobs aus Ägypten durch Moses und Aharon heraus,
nachdem er die Ägypter mit zehn Plagen geschlagen hatte
und bei der letzten Plage sandte er den Würgengel, um ihre
Erstgeborenen vom Menschen bis zu den Tieren zu vernichten;
wovon er die Söhne Israels errettete, indem er die Leiden Christi
symbolisch durch das Schlachten des fehlerfreien Schafes offen-
barte, dessen Blut als Vorsichtszeichen zum Heilbleiben durch
Bestreichung der Häuser der Hebräer gegeben wurde. Und
dieses Mysterium heißt Pascha — Grund der Errettung. Und
das rote Meer teilend, brachte er die Kinder Israels mit aller
Sorgfalt in die Wüste, die verfolgenden Ägypter aber, die hinter
ihnen in das Meer traten, gingen alle zugrunde. Dieses Gottes-
gericht kam also über diejenigen, welche ungerechter Weise die
Nachkommen Abrahams geplagt hatten.
26. Und in der Wüste empfängt Moses von Gott das Ge-
setz, die zehn Worte auf Steintafeln geschrieben mit dem Finger
Gottes ; der Finger Gottes aber ist das, was vom Vater zu dem -Sir-
heiligen Geist ausgestreckt ist; ebenso auch die Gebote und das
Recht, welche er den Kindern Israels zu halten aufgetragen hat.
Und das Offenbarungszelt hat er auf Befehl Gottes hergestellt,
ein sichtbares Gebilde auf der Erde dessen, was im Himmel
geistig und unsichtbar ist, somit die Darstellung der Form der
Kirche und die Prophezeiung auf das Zukünftige; desgleichen
auch die Gefäße und die Opfertische und die Lade, in welche
er die Tafeln legte. Er stellte zugleich zu Priestern Aharon
16 Apostolische Verkündigung.
und seine Söhne, das Priestertum ihrem ganzen Geschlecht ver-
leihend: diese waren aber vom Geschlecht Levi's. Auch das
ganze Geschlecht hat er auf Befehl Gottes zum Dienstwerk in
dem Tempel Gottes aufgefordert, indem er ihnen das levitische
Gesetz gab als Norm dafür, wie und auf welche Weise diejenigen
sich halten sollen, welche beständig das Dienstwerk des Tempels
Gottes handhaben.
27. Als sie aber dem Lande nahe waren, welches Gott dem
Abraham und seinen Nachkommen versprochen hatte, wählte
Moses je einen Mann von jedem Geschlecht und sandte sie, um
das Land und die Städte in ihm und die Bewohner jener Städte
zu kundschaften. Damals offenbarte Gott ihm den Namen, der
allein die an ihn Glaubenden lebendig machen konnte; und
Moses wechselte den Namen des Hosea des Sohnes Nuns, des
234v- einen der Gesandten, zu Jesus. Und so sandte er sie aus mit
der Kraft des Namens, im Glauben, daß er sie heil wieder-
empfangen werde wegen der Führung des gegebenen Namens.
Nachdem sie aber nach ihrem Hingehn, Erforschen und Aus-
kundschaften, Weintrauben mitbringend, zurückgekehrt waren,
brachten einige von jenen zwölf Gesandten das ganze Volk in
angstvolle Furcht, indem sie erzählten, daß große und bemauerte
Städte da wären, bewohnt von erdgeborenen Riesen, so daß sie
das Land einzunehmen (nicht) imstande wären. Da weinte das
ganze Volk, indem es in Zweifel geriet, ob Gott da warT welcher
ihnen die Kraft verleihen und alle ihnen Untertan machen
würde. Und sie (die Kundschafter) sprachen schlecht auch über
das Land, als ob es nicht gut wäre und es sich nicht lohnte
wegen eines solchen Landes in Gefahr zu kommen. Zwei
von den zwölfen aber, Jesus der Sohn Nuns, und Kaleb, der
Sohn Jephunnes, zerrissen ihre Kleider wegen des stattgefundenen
Unheils, und sie flehten das Volk an nicht zu verzweifeln und
den Mut nicht zu verlieren; denn Gott habe alle unter ihre
Hand geliefert, auch sei das Land außerordentlich gut. Als
man sich aber nicht überzeugen ließ, das Volk vielmehr in dem-
selben Unglauben blieb, verkehrte und änderte Gott ihren Weg,
235r- daß sie sich verirrten, indem er sie in der WTüste unter vielen
Schlägen züchtigte. Und in wieviel Tagen diejenigen, die das Land
auskundschafteten, hingegangen und zurückgekehrt waren —
und es waren vierzig Tage — , für jeden Tag ein Jahr rechnend,
Kap. 26—30. 17
hielt er sie 40 Jahre in der Wüste, und niemanden von den-
jenigen, die reif an Jahren und an Verstand waren, hielt er
wegen ihres Unglaubens für würdig in das Land einzutreten,
ausser den beiden, welche für die Erbschaft gezeugt hatten,
d. h. Jesum, den Sohn Nuns, und Kaleb, den Sohn Jephunnes.
sowie auch diejenigen, die noch klein waren und nicht wussten,
was rechts und links sei. So ist nun das ganze kleingläubige
Volk in der Wüste ausgestorben, indem es, einer nach dem
anderen, den gerechten Lohn des Kleinglaubens davontrug.
Die Kinder aber, herangewachsen im Laufe von 40 Jahren,
haben die Zahl der Gestorbenen ausgefüllt.
28. Als die vierzig Jahre voll wurden, kam das Volk nah
an den Jordan heran und schlug sein Lager auf gegenüber
Jericho. Hier versammelte Moses das Volk und wiederholte
alles noch einmal, indem er die Großtaten Gottes bis zu jenem
Tage erzählte und die in der Wüste Aufgewachsenen unter Zucht
und Ordnung stellte, daß sie Gott fürchten und seine Gebote
halten sollten, indem er eine erneuerte Gesetzgebung, welche
er der zuerst gegebenen hinzufügte, ihnen auferlegte. Und dies
wurde »Deuteronomium« genannt, in welchem viele Verheißungen 235'-
wie über unseren Herrn Jesus Christus, also auch über das Volk
und über die Berufung der Heiden und über das Reich ein-
geschrieben sind.
29. Und als Moses seinen Lebenslauf vollendet hatte, wurde
ihm von Gott gesagt: Steige auf diesen Berg und stirb, denn
du sollst nicht mein Volk in das Land einführen. Und er starb
nach dem Worte Gottes, und Jesus, der Sohn Nuns, trat an
seine Stelle. Dieser teilte den Jordan und führte das Volk in
das Land hinüber, und nachdem er die darin wohnenden sieben
Völker niedergeschlagen und ausgerottet hatte, teilte er dem
Volke das diesseitige Jerusalem zu, in welchem der König David
und sein Sohn Salomo lebten, der den Tempel zu Ehren Gottes
nach der Ähnlichkeit des Zeltes baute, welches gemäß dem Vor-
bild der himmlischen und geistigen (Dinge) durch Moses gemacht
worden war.
30. Hierhin wurden von Gott die Propheten gesandt, die
durch den heiligen Geist das Volk zurechtwiesen und es zum
allmächtigen Gott der Väter umkehren ließen; sie sind Ver-
kündiger der Erscheinung unseres Herrn Jesu Christi, des Sohnes
Texte u. Untersuchungen etc. 31, 1 ^
18 Apostolische Verkündigung.
Gottes, geworden, indem sie kundgaben, dass von dem Stamme
Davids sein Leib entspriessen werde, damit er infolge einer
langen Geschlechtsreihe dem Leibe nach ein Sohn Davids sei,
welcher ein Sohn Abrahams ist — nach dem Geiste aber der
Sohn Gottes1, da er präexistent beim Vater war, vor der ganzen
236r- Schöpfung der Welt geboren, und am Ende der Zeiten der
ganzen Welt in Menschengestalt erschienen, wodurch das Wort
Gottes alles in sich vollendet hat, was im Himmel und auf der Erde.
31. Nun hat er den Menschen mit Gott vereinigt und eine
ausgleichende Eintracht zwischen Mensch und Gott hergestellt;
denn es lag nicht in unserem Vermögen, auf eine andere
Weise der Unverweslichkeit teilhaftig zu werden, wenn er
nicht zu uns gekommen wäre. Denn so lange die Unverweslich-
keit unsichtbar und nicht erschienen war. nutzte sie uns nichts;
nun wurde sie sichtbar, damit wir in jeder Hinsicht an der
Unverweslichkeit Anteil nehmen können. Dieweil wir nun alle
in der Erstschöpfung Adams durch seinen Ungehorsam an den
Tod festgebunden wurden, so gebührte es sich, daß der Tod
durch den Gehorsam des für uns Mensch gewordenen aufgelöst
werde. Da aber der Tod über den Leib herrschte, so gebührte
es, daß er, durch den Leib vernichtet, den Menschen von seiner
Bedrückung freilasse. Das Wort ist nun Fleisch geworden,
damit durch denselben Leib, durch den die Sünde sich festsetzte
und herrschte, sie vernichtet würde und nicht mehr in uns sei -.
Deswegen hat unser Herr dieselbe Leibbildung des Erstge-
schaffenen angenommen, damit er herantrete zum Kampf für die
Väter und siege durch Adam über den, der uns durch Adam
geschlagen hat.
23ßv. 32. Wober ist nun das Wesen des Erstgeschaffenen ? Vom
Willen und von der Weisheit Gottes und von der jungfräu-
lichen Erde. -Denn Gott hatte noch nicht«, sagt die Schrift,
> vor der Schöpfung des Menschen regnen lassen und der Mensch
war nicht da, um den Boden zu bebauen«:3. Von dieser Erde
hat nun Gott, als sie noch jungfräulich war, Staub genommen
und den Menschen geschaffen als den Anfang unserer Mensch-
heit. Zu einer nochmaligen Vollendung dieses Menschen hat
sich der Herr der Anordnung derselben Fleischwerdung unter-
1) Vgl. Rom. 1, 3 f. — 2) Vgl. Eöm. 8, 3 f. - 3) Gen. 2, 5.
Kap. 30—34. 19
zogen, indem er von der Jungfrau gemäß dem Willen und der
Weisheit Gottes geboren wurde, damit auch er die Ähnlichkeit
seiner Fleischwerdung mit der Adams zeige, und das im An-
fang Geschriebene geschehe: ; der Mensch nach der Ähnlichkeit
und nach dem Ebenbilde Gottes;1.
33. Und wie durch eine ungehorsame Jungfrau der Mensch
geschlagen wurde und des Todes starb, also hat er auch hier
durch die Jungfrau, welche dem Worte Gottes gehorchte, das
Leben erhalten mittels des im Menschen von neuem entwickelten
Lebens. Denn der Herr ist gekommen um das verlorene Schaf
wieder zu suchen2, und das Verlorene war der Mensch. Und
deshalb ist kein neues Geschöpf geworden, sondern von der-
selben, die vom Geschlechte Adams war, hat er die Ähnlichkeit
des Geschöpfes angenommen. Denn es war die nochmalige
Vollendung des Adam in Christus notwendig, damit das Sterb-
liche von der Unsterblichkeit verschlungen werde3; desgleichen
in betreff der Eva und der Maria, damit die Jungfrau, für die
Jungfrau Fürsprache haltend, den jungfräulichen Ungehorsam 237r
durch den jungfräulichen Gehorsam auflöse und aufhebe.
34. Auch das Vergehen, welches durch das Holz statt-
gefunden hatte, wurde durch den Gehorsam des Holzes aufgelöst.
Indem Gott (solche Fürsprache) erhörte, ist der Menschensohn
an das Holz angeschlagen, wodurch er die Erkenntnis des
Bösen vernichtete, die Erkenntnis des Guten aber einführte
und aneignen ließ. Und es ist böse Gott nicht zu gehorchen,
wie Gott gehorchen gut ist. Deshalb spricht das Wort durch
den Propheten Jesaia, indem er die künftige Bedrängnis voraus-
sagt — denn deshalb sind sie Propheten, weil sie das Zukünf-
tige erzählen — nun spricht das Wort durch ihn folgender-
maßen: ; Ich widerstrebe nicht und widerspreche nicht; meinen
Rücken bot ich für die Schläge und meine Wangen für Backen-
streiche und verbarg nicht mein Antlitz vor Beschimpfung und
Speichel4. Durch den Gehorsam nun, den er bis an den Tod
festhielt, an das Holz gehängt, löste er den alten mit dem Holz
verbundenen Un gehorsam auf. Denn er ist selbst das Wort
des allmächtigen Gottes, welches in unsichtbarer Gestalt in uns
1) Gen. 1, 26. — 2) S. Matth. 18, 12. — 3) Vgl. 1. Kor. 15, 53. -
4) Jes. 5U, 6.
20 Apostolische Verkündigung.
allgemein in dieser ganzen Welt verbreitet ist und ihre Länge
und die Breite und die Höhe und die Tiefe durchzieht, denn
durch das Wort Gottes hat das Universum seinen Bestand ; und
237*- in ihm ist der Sohn Gottes gekreuzigt, kreuzweise an allem ge-
zeichnet. Denn es gebührte ihm, daß er, nachdem er sichtbar
wurde, die Kreuzesgemeinschaft unser aller mit ihm in Erschei-
nung bringe, damit er jene seine Wirkung im Sichtbaren durch
sichtbare Form zeige. Denn er ist es, der die Höhe ins Licht
stellt und die Tiefe, welche weit unter der Erde liegt, fortsetzt,
und die Länge von Ost zu West hinstreckt, und Nord und Süd
durchschifft und die Zerstreuten von allen Seiten zur Erkenntnis
des Vaters zusammenruft.
35. Nun hat er auch die dem Abraham gewordene Ver-
heißung, bei welcher ihm Gott verheißen hatte seine Nach-
kommen wie die Sterne des Himmels zu machen, erfüllt. Denn
dies hat Christus ausgeführt, geboren von jener Jungfrau, die
ihre Abstammung von Abraham her hatte. Und so hat er
die an ihn Glaubenden zu Leuchtenden in der Welt gemacht1
und durch denselben Glauben mit Abraham die Heiden gerecht-
fertigt. Denn -Abraham glaubte Gott und es wurde ihm zur
Gerechtigkeit gerechnet- 2. Ebenso werden auch wir durch den
Glauben an Gott gerechtfertigt, denn der Gerechte wird aus
Glauben leben:0. So ist nun die Verheißung Abrahams nicht
durch das Gesetz vermittelt, sondern durch den Glauben4 ; denn
238r- Abraham wurde durch den Glauben gerechtfertigt , ' für den
Gerechten aber gibt es kein Gesetz 5. Ebenso werden auch wir
nicht durch das Gesetz gerechtfertigt, sondern durch den Glauben,
welcher vom Gesetz und von den Propheten bezeugt wird, die
das Wort Gottes uns darbietet.
36. Er hat auch die Verheißung Davids erfüllt; denn Gott
hatte ihm versprochen von dem Gesproß seines Leibes einen
ewiglichen König aufstehen zu lassen, dessen Herrschaft kein
Ende haben werde. Und der König ist dieser Christus der Sohn
Gottes, welcher Sohn des Menschen geworden ist, d. h. ent-
sprossen von jener Jungfrau, die ihre Abstammung von David
her hatte. Deshalb spricht auch die Verheißung von der Frucht
1) Vgl. Philipp. 2, 15. — 2) Gal. 3. 6 (Gen. 15, 6). — 3) Gal. 3, 11
(Hab. 2, 4). — 4) Vgl. Rom. 4, 13. — 5) 1. Tim. 1, 9.
Kap. 34—38. 21
des Leibes, welche die eigentümliche Hervorbringung der
Schwangerschaft des Weibes ist, nicht aber von der Frucht der
Lenden und nicht von der Frucht der Nieren, was auch eine
besondere Art von Hervorbringung ist, damit jenes Besondere,
Verschiedene und Eigene, welches der Frucht des jungfräulichen
davidischen Leibes eigen ist, kundgetan werde. Er herrscht über das
Haus Davids ewiglich, dessen Königreich kein Ende haben wird.
37. So hat er also unsere Erlösung herrlich durchgeführt
und die Verheißungen der Väter erfüllt und den alten Unge-
horsam aufgelöst. Der Sohn Gottes ist Sohn Davids und Sohn
Abrahams geworden; denn er hat dieses erfüllt und es in sich
selbst von neuem vollbracht, damit er uns ermögliche das Leben
zu erhalten. Das Wort Gottes ist Fleisch geworden nach dem
Ratschluß inbetreff der Jungfrau, um den Tod aufzulösen und 2 38v.
den Menschen lebendig zu machen ; denn wir waren gefangen
von der Sünde und unter denen, die durch die Sünde geboren
sind und mit dem Tode leben.
38. Nun war Gott der Vater voll Erbarmen; er sandte
das schöpferische Wort, welches, gekommen, um uns zu erretten,
an denselben Orten und in derselben Mitte sich aufhielt, in
welcher wir das Leben verloren haben, indem er die Bande
jener Fesseln löste. Und sein Licht ist erschienen und hat die
Finsternis des Gefängnisses zu nichte gemacht und unsere
Geburt geheiligt und den Tod vernichtet, da er eben die Fesseln,
in denen wir gefangen saßen, zerbrach. Somit hat er die Auf-
erstehung erwiesen, indem er selbst der Erstgeborene von den
Toten wurde und in sich den gefallenen Menschen auferweckte,
ihn nach oben, nach dem obersten Teil des Himmels zur Rechten
der Herrlichkeit des Vaters hinaufführend, wie Gott durch den
Propheten verheißen hat, indem er sprach: Ich werde wieder
aufbauen das verfallene Zelt Davids : ', d. i. den von David (her-
rührenden) Leib. Und dieses hat unser Herr Jesus Christus
wahrhaftig erfüllt, unsere Erlösung herrlich durchführend, damit
er uns wahrlich auferstehen lasse zum Leben auf den Vater
hin. Und wenn einer seine Geburt von der Jungfrau nicht
annehmen wollte, wie könnte er seine Auferstehung von den
Toten annehmen? Denn sie wäre keineswegs wunderbar oder
1) Am. 9, 11.
22 Apostolische Verkündigung.
239r- außerordentlich oder sonderbar; denn wenn der Nichtgeborene
von den Toten auferstanden wäre, so wäre eigentlich von keiner
Auferstehung des also Ungeborenen zu reden. Denn der Un-
geborene und Unsterbliche und nicht durch die Geburt Gegangene
kann auch nicht unter den Tod fallen. Denn wenn einer den
Anfang des Menschen nicht annahm, wie könnte er sein Ende
auf sich nehmen?
39. Nun, wenn er nicht geboren ist, so ist er auch nicht
gestorben; und wenn nicht gestorben, so ist er auch nicht auf-
erstanden von den Toten , und wenn nicht auferstanden von
den Toten, so hat er den Tod nicht besiegt, und dessen Herr-
schaft wäre nicht vernichtet; und wenn der Tod nicht besiegt
wäre, wie könnten wir zum Leben hinaufsteigen, die wir vom
Anfang her dem Tode verfallen waren ? Diejenigen nun, welche die
Erlösung von den Menschen wegnehmen und Gott nicht glauben,
daß er sie von den Toten auferwecken werde, verschmähen
auch die Geburt unseres Herrn, die er für uns auf sich nahm,
indem das Wort Gottes Fleisch wurde, um die Auferstehung
des Leibes zu erweisen und allen voranzugehen in den Himmel.
Als erstgeborenes, ersterzeugtes Wort des Ratschlusses des Vaters
hat er alles vollbracht, indem er selbst die Welt durchzog und
in ihr Ordnung schaffte. Denn er war der Erstgeborene der
Jungfrau, gerecht, ein heiliger Mensch, fromm, gut, gottgefällig,
in allem vollkommen, indem er alle, die ihm nachfolgten, aus
der Hölle errettete; war ja er selbst der Erstgeborene von den
Toten — Haupt und Führer des göttlichen Lebens.
239*- 40. Auf diese Weise nun dringt das Wort Gottes in allen
zur einträchtigen Gemeinschaft vor, da er wahrer Mensch und
Wunderrat und mächtiger Gott ist. So hat Gott den Menschen
von neuem berufen, damit wir durch die Gemeinschaft mit ihm
an der Unverderblichkeit Teil haben. Derjenige nun, der durch
Moses von dem Gesetz und von den Propheten des höchsten
und allmächtigen Gottes als Sohn des Vaters von Allem ver-
kündigt wird und von dem Alles stammt, welcher mit Moses
gesprochen hat, — dieser ist nach Judäa gekommen von Gott
durch den heiligen Geist gesät und von der Jungfrau Maria
geboren, von der, die von dem Nachkommen Davids und
Abrahams war — , Jesus der Gesalbte Gottes, indem er sich als
den vorher durch die Propheten Verkündigten erwies.
Kap. 38—42. 23
41. Sein Vorgänger aber, Johannes der Täufer, bereitete
und rüstete das Volk im voraus zum Empfange des Lebens-
wortes, indem er von ihm kundtat, daß er der Christus sei, auf
dem der Geist Gottes ruhte1, sich mit seinem Leibe vermischend.
Seine Jünger und Zeugen aller seiner guten Werke und der
Lehre und seiner Leiden und des Todes und der Auferstehung
und der Himmelfahrt nach der leiblichen Auferstehung sind
die Apostel, welche nach (dem Empfange) der Kraft des heiligen
Geistes2 von ihm in die ganze Welt gesandt wurden und die 240r-
Heiden beriefen, indem sie den Menschen den Weg des Lebens
zeigten, sie von Götzen und Hurerei und Wucher bekehrten
und ihre Seelen und Leiber durch die Taufe des Wassers und
des heiligen Geistes reinigten. Den heiligen Geist, den sie von
dem Herrn empfangen hatten, denselben haben sie den Gläubigen
erteilt und verliehen und so die Kirchen in aller Ordnung
gegründet. Durch Glaube und Liebe und Hoffnung haben sie
die von den Propheten vorher verkündigte Berufung der Heiden
ausgeführt, welche durch die Gnade Gottes ihnen zu teil
wurde, indem sie sie durch ihren Dienst verwirklichten und
jene Heiden, die so an den Herrn geglaubt und ihn geliebt
hatten, in die Verheißung der Väter aufnahmen: daß nämlich
der Gott des Alls kraft der Auferstehung von den Toten au
der Stätte der Heiligkeit und der Gerechtigkeit und der Geduld
ewiges Leben verleihen werde, was er durch denjenigen ver-
sprochen hat, der gestorben und auferstanden ist, durch Jesus
Christus, welchem er das Reich und die Herrschaft über alles
Seiende, Lebendige und Tote gegeben hat, sowie auch das Ge-
richt; danach haben (die Apostel) auch durch das wahre Wort
gelehrt, den Leib makellos zur Auferstehung und die Seele un-
befleckt zu halten.
42. So sollen sich also die Gläubigen betragen, da der 240v-
heilige Geist beständig in ihnen verweilt, welcher bei der Taufe
von ihm (von Christus?) gegeben und von dem Empfänger fest-
gehalten wird, wodurch er in Wahrheit und Heiligkeit und
Gerechtigkeit und Geduld wandelt. Denn auch der Seele wird
Auferstehung zuteil, indem die Leiber der Gläubigen von neuem
Person annehmen und mit ihr zusammen durch die Kraft des
1) Vgl. Joh. 1, 33. — 2) Vgl. Ap.-Gesch. 1, 8.
24 Apostolische Verkündigung.
heiligen Geistes auferweckt und in das Reich Gottes eingeführt
werden. Das ist die Frucht des Segens Japhets, die in der
Berufung der Heiden, durch die Kirche, zutage tritt, und sich
anschickt im Hause Sems gemäß der Verheißung Gottes Wohnung
zu nehmen. Daß dies alles so geschehen sollte, hat der Geist
Gottes durch die Propheten im voraus verkündigt, damit der
Glaube in denjenigen fest sei, welche Gott in Wahrheit dienen.
Denn was für unsere Natur eine Unmöglichkeit war und des-
halb den Menschen unglaublich vorkommen mußte, das ließ Gott
durch die Propheten vorher verkündigen, damit wir — dadurch,
daß das vorher, d. h. vor vielen Zeiten Gesagte, nachher so in
Erfüllung gegangen sei, wie es vorher gesagt worden war —
erkennen, daß es Gott war, der uns unsere Erlösung von vorn-
herein mitgeteilt hatte.
241*-- 43. Gott aber soll man in allem glauben, denn Gott ist in
allem wahr, auch in dem was das Dasein des Sohnes Gottes
betrifft; und er war nicht nur vor seiner Erscheinung in der
Welt, sondern auch vor dem Werden der Welt, was zuerst
Moses prophezeit hat; er sagt auf Hebräisch: »Baresit bara
elowim basan benuam samentares , welches in unsere Sprache x
übersetzt heißt: Sohn am Anfang — gründete Gott dann den
Himmel und die Erde«2. Dies bezeugt auch der Prophet Jeremia
folgendermaßen: > Vor dem Morgenstern habe ich dich geboren
und vor der Sonne ist dein Name-3. Und das heißt vor dem
Bau der Welt, denn mit der Welt zusammen sind' auch die
Sterne geworden. Und wiederum sagt er: Gesegnet, der vor
dem Werden des Menschen da war«4. Denn für Gott hatte
Anfang der Sohn vor dem Bau der WTelt, für uns aber jetzt,
als er erschien. Vor diesem aber war er für uns, die wir ihn
nicht kannten, nicht. Weshalb auch sein Jünger Johannes,
indem er uns erzählen will, wer der Sohn Gottes sei, welcher
vor dem Werden der Welt beim Vater war, und daß alles Ge-
wordene durch ihn zustande gekommen ist, — also sagt: Im
Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das
Wort war Gott: dasselbige war im Anfang bei Gott. Alles
1) Im Text steht eigentlich »in die armenische Sprache übersetzte —
2) Gen. 1,1. — 3) Ps. 110 , 3 und 72, 17 nach der LXX [?? EL]. —
4) Wo?
Kap. 42—45. LJ5
ward durch dasselbe, und ohne dasselbe ward nichts1. Wo-
durch er sicherstellt, daß dasselbe Wort, im Anfang bei Gott, 24U
durch das alles ward, auch sein Sohn ist.
44. Und wiederum sagt Moses, wie der Sohn Gottes zum
Gespräch mit Abraham gekommen ist : Da erschien ihm Gott
bei der Terebinthe Mamres am Mittag: und als er nun auf-
blickte, siehe, da standen drei Männer vor ihm, und er verneigte
sich bis auf den Boden und sprach: 0, Herr, wenn ich irgend
Gnade gefunden habe vor dir -. und alles, was dann noch folgt,
sprach er mit dem Herrn, und der Herr sprach mit ihm. Nun
waren zwei von diesen dreien Engel, der eine aber war der
Sohn Gottes, mit dem auch Abraham sprach, indem er für die
Sodomiten Fürsprache hielt, daß sie nicht vernichtet werden
sollten, wenn dort auch nur zehn Gerechte zu finden wären.
Und während sie noch sprachen, gingen die zwei Engel nach
Sodom hinunter, wo sie Lot aufnahm. Und danach sagt die
Schrift: Und der Herr ließ auf Sodom und Gomorrha Schwefel
und Feuer regnen von dem Herrn vom Himmel l Das ist der
Sohn, der mit Abraham gesprochen hat: da er Herr war, hat
er die Gewalt zur Bestrafung der Sodomiten von dem Herrn
vom Himmel empfangen, von dem Vater, der über alles herrscht.
So war Abraham ein Prophet und sah das Zukünftige, was
nach menschlicher Weise geschehen sollte, den Sohn Gottes,
wie er mit Menschen sprechen und mit ihnen essen und da- 242*-
nach das Gericht vom Vater her über sie bringen sollte, wie
er von dem, der über alles herrscht, die Gewalt zur Bestrafung
der Sodomiten erhalten hatte.
45. Und als Jakob nach Mesopotamien ging, sah er im
Gesicht, daß er oben an der Leiter stand, d. h. am Holz, welche
von der Erde4 bis zum Himmel festgerichtet war; denn auf ihr
steigen die an ihn Glaubenden in den Himmel hinauf. Denn
seine Leiden sind unsere Auffährt nach oben. Und alle solche
Gesichte weisen auf den Sohn Gottes hin, wie er mit den
Menschen sprach und unter ihnen wandelte. Denn nicht etwa
der Vater von Allem, der von der Welt nicht gesehen werden
kann und der Schöpfer von Allem, welcher sagt: Der Himmel
1) .loh. 1, 1-3. — 2) Gen. 18, 1—3. — 3) Gen. 19, 24. — 4 Im
Text »vom Himmel« — augenscheinlich Fehler.
26 Apostolische Verkündigung.
ist mein Thron und die Erde meiner Füße Schemel; was wäre
das für ein Haus, das ihr mir bauen wolltet und welcher Ort
meine Ruhestätte?«1, und welcher die Erde mit seiner Faust
faßt und den Himmel mit seiner Hand spannt2 - — sprach, auf
einer kleinen Stätte sich aufhaltend, mit Abraham, sondern das
Wort Gottes, welches immer mit der Menschheit war und das
Zukünftige, welches geschehen sollte, im voraus verkündigte
und den Menschen das Göttliche lehrte.
46. Er ist es, der im Dornstrauch mit Moses sprach und
sagte: Ich habe die Bedrückung meines Volkes, das in Ägypten
ist, zur Genüge angesehen und bin herabgekommen, es zu er-
242*- retten : a. Er ist es, der hinauf- und herabstieg zur Errettung
der Bedrückten, indem er uns von der Herrschaft der Ägypter
herausgeführt hat, d. h. von jedem Götzendienst und (von jeder)
Gottlosigkeit, und indem er uns aus dem Roten Meere errettet,
d. h. aus der tödlichen Verwirrung der Heiden, aus der bitteren
Ärgernis ihrer Lästerung befreit hat. Denn die unsrigen (die
uns betreffenden Heilsverheißungen) hat das Wort Gottes an
ihnen vorbereitet; indem er damals im Bilde das Zukünftige im
voraus zeigte, jetzt aber von dem harten Dienst der Heiden uns
wirklich herausgeführt hat; so hat er auch in der Wüste einen
reichen Strom des Wassers vom Felsen fließen lassen, der Fels
aber ist er selbst; er hat auch zwölf Wasserbäche gegeben,
d. h. die Lehre der zwölf Apostel. Auch hat er die wider-
spenstigen Kleingläubigen in der Wüste aussterben lassen, die
an ihn Glaubenden aber und an Bosheit Kinder Gewordenen
in das Erbe der Väter eingeführt, welches nicht Moses, sondern
Jesus zur Erbschaft verteilt, der uns auch von Amalek durch
das Festgebundenwerden seiner Hände befreit und in das Reich
des Vaters hinaufbringt.
47. So ist Herr der Vater und Herr der Sohn, und Gott
der Vater und Gott der Sohn, denn der von Gott Geborene ist
243«' Gott. Und somit ist nach seinem Sein und nach der Kraft
seines Wesens ein Gott zu erkennen, nach der Ökonomie unserer
Erlösung aber recht eigentlich sowohl Sohn als auch Vater.
Denn weil der Vater von Allem unsichtbar und unnahbar für die
Geschaffenen ist, so müssen diejenigen, die vorherbestimmt sind
1) Jes. 66, 1; Apg. 7, 49. — 2 Vgl. Jes. 40, 12. — 3) Exod. 3, 7 f.
Kap. 45—49. 27
Gott nahezutreten , durch den Sohn dem Vater gewonnen und
erobert worden. Und noch offenbarer und strahlender spricht
David über den Vater und den Sohn also: Dein Thron, o Gott,
(währt) immer und ewig; du liebtest Gerechtigkeit und haßtest
Frevel, darum hat dich Gott mit Freudenöl gesalbt, wie keinen
deiner Genossen J. Denn der Sohn, da er Gott ist, nimmt vom
Vater, d. h. von Gott, den Thron des ewigen Reiches und das
Salböl wie keiner seiner Genossen. Und das Salböl ist der Geist,
mit dem er gesalbt ist, seine Genossen aber sind die Propheten,
die Gerechten und die Apostel, und alle, welche teil haben an
der Genossenschaft seines Reiches, d. h. seine Jünger.
48. Und wiederum sagt David: Der Herr sagt zu meinem
Herrn, setze dich zu meinem Rechten, bis ich deine Feinde hin-
lege als Schemel deiner Füße. Ein mächtiges Szepter wird der
Herr vom Zion hersenden, so herrsche du inmitten deiner Feinde.
Mit dir im Anfang am Tage deiner Kraft bei der Erleuchtung
der Heiligen2, aus dem Schöße, vor dem Morgenstern3 habe ich
dich geboren. Der Herr hat geschworen und läßt sich's nicht
gereuen: Du bist Priester für immer nach der Weise Melchi- 24:'»*-
sedeks und der Herr zu deiner Rechten. Er zerschmetterte
Könige am Tage des Zorns, er wird Gericht halten unter den
Heiden, mit Gefallenen anfüllen, die Häupter vieler über die
Erde hin zerschmettern, aus dem Bach am Wege trinken, darum
wird er das Haupt erheben A. Nun, durch dieses hat er ihn
als den von Anfang her Seienden kundgetan, und daß er über
die Heiden herrschen und alle Menschen und Könige, die jetzt
ihn hassen und seinen Namen verfolgen, richten werde; diese
sind also seine Feinde. Und indem er ihn Gottes Priester auf
immer nannte, hat er seine Unsterblichkeit andeuten wollen ;
und deshalb sagte er: Aus dem Bach am Wege wird er trinken,
darum wird er das Haupt erheben«. Damit tut er die herr-
liche Erhöhung des Menschlichen und Niedrigen und des Unherr-
lichen in ihm kund.
49. Und wiederum sagt der Prophet Jesaias: So spricht
1) Ps. 45, 7—8.
2) Wörtliche Übersetzung des armenischen Textes, Vgl. LXX.
3) Nur die zweite Hälfte des betreffenden armenischen Wortes
Hupni-ulruifyt stellt im Text. — 1 l's. 110.
28 Apostolische Verkündigung.
der Herr Gott zu meinem Herrn l, dem Gesalbten — dessen
Rechte ich ergriffen habe, um die Heiden vor ihm gehorsam zu
machen 2. Wie ist es aber, daß Christus der Sohn Gottes zu-
gleich König der Heiden, d. h. aller Menschen genannt wird,
und daß er sowohl Sohn Gottes genannt wird und ist, als auch
König aller? — Darüber sagt David so: >Der Herr sprach zu
mir, du bist mein Sohn, ich habe dich heute gezeugt; heische
244r- von mir, so will ich dir die Heiden zum Erbe geben und die
Enden der Erde zum Eigentum 8. Diese Worte sind nicht über
David gesprochen worden ; denn er hat weder über die Heiden,
noch über die ganze Erde geherrscht, sondern nur über die
Juden. So ist es offenbar, daß die Verheißung an den Gesalbten,
über die Enden der Erde zu herrschen, auf den Sohn Gottes
geht, welchen David selbst als seinen Herrn bekennt, indem er
sagt: Der Herr sprach zu meinem Herrn, setze dich zu meiner
Rechten4, und was dann noch folgt, wie wir vorher gesagt
haben. Denn er meint, daß der Vater mit dem Sohne spricht,
wie wir ein wenig vorher auf Jesaias verwiesen haben, der also
spricht: »Gott sagt zu meinem Herrn, dem Gesalbten, um die Heiden
vor ihm gehorsam zu machen 5. Es ist eben dieselbe Ver-
heißung durch beide Propheten , daß er nämlich König sei ;
also betrifft das Wort Gottes einen und denselben, ich meine
eben den Christus, den Sohn Gottes. Denn wenn David sagt:
»Gott sprach zu mirc, so ist es notwendig zu sagen, daß nicht
eigentlich David, noch irgend einer von den Propheten aus
sich selbst heraus spricht, da es ja nicht ein Mensch ist, der
die Prophetieen hersagt, sondern der Geist Gottes; dieser
nimmt Gestalt und Form in den Propheten je nach der Ähn-
lichkeit der betreffenden Person an und spricht zuweilen als
Christus, und zuweilen führt er das Wort als der Vater.
50. So sagt nun Christus selbst sehr zutreffend durch David,
daß der Vater mit ihm spricht, und sehr geziemend sagt er
244^. selbst auch das übrige über sich durch die Propheten, unter
anderen auch durch Jesaia folgendermaßen: -Und jetzt, so spricht
der Herr, der mich vom Mutterleibe an zu seinem Knechte
1) u. 2) Jes. 45, 1 (?); anstatt »zu meinem Gesalbten Cyrus« steht
im armenischen Text »zu meinem Gesalbten, dem Hernie. — 3 Ps. 2, 7 f.
4^ Ps. 110, 1. — 5) Jes. 45, 1.
Kap. 49—53. 29
bildete, daß ich Jakob versammle und Israel zu ihm versammle
— und ich verherrlicht werde von dem Herrn und mein Gott
werde meine Stärke. Und er sprach: etwas Großes soll es für
dich sein, daß du mein Knecht genannt Averdest, um die Stämme
Jakobs aufzurichten und die Zerstreuten Israels zurückzubringen.
Und ich machte dich zum Licht der Heiden, daß du zum Heil
seist bis ans Ende der Erde;1.
51. Hier ist nämlich vor allem zu beachten, daß das Vor-
hersein des Sohnes Gottes daraus folgt, daß der Vater mit ihm
gesprochen und, bevor er geboren wurde, ihn den Menschen
bekannt gemacht hat; dann aber war er dazu bestimmt, unter
den Menschen geboren als Mensch aufzutreten; und daß Gott
selbst ihn vom Mutterleibe an schafft, d. h. daß er vom Geiste
Gottes geboren werden sollte, und daß er aller Menschen Herr
ist und der an ihn glaubenden Juden und Anderer Erlöser.
Denn Israel wird das Volk der Juden genannt in hebräischer
Sprache, nach dem Vater Jakob, welcher auch zuerst Israel ge-
nannt wurde; Heiden nennt aber (die Schrift) alle Menschen.
Sich selbst nennt der Sohn des Vaters einen Knecht, wegen
seines Gehorsams dem Vater gegenüber; denn jeder Sohn ist
auch bei den Menschen Knecht seines Vaters.
52. Daß nun der Sohn Gottes, Christus, welcher vor aller
Welt war, beim Vater ist und beim Vater seiend zugleich nahe
und in Berührung mit den Menschen und König von Allem — 245r
da der Vater alles ihm Untertan gemacht hatte — und Erlöser
der an ihn Glaubenden ist, solches berichten die Schriften.
Da es aber unmöglich ist jedes Schriftzeugnis einzeln zum
Gegenstand der Erläuterung zu machen, so sollst du diesen
gemäß auch die übrigen, die gleich diesen lauten, verstehen,
indem du an Christus glaubst und von Gott Weisheit und Ver-
stand erbittest, um das von den Propheten Gesagte zu begreifen.
53. Und daß dieser Christus, der beim Vater war, da er
das Wort Gottes ist, bestimmt gewesen ist, Fleisch und Mensch
zu werden und die Geburt auf sich zu nehmen und von der
Jungfrau geboren zu werden und unter den Menschen zu
wandeln, indem der Vater von Allem selbst seine Fleischwerdung
wirkte — darüber spricht Jesaia also: Darum wird dir der
1) Jes. 49, 5. 6.
30 Apostolische Verkündigung.
Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau da wird
schwanger werden und einen Sohn gebären, und ihr werdet ihn
Immanuel nennen. Dickmilch und Honig wird er essen ; bevor
er das Böse kennen oder unterscheiden kann, wird er das Gute
wählen; denn ehe der Knabe das Böse und das Gute erkennt,
wird er das Böse verwerfen, um das Gute zu erwählen < *. So
hat er sein Geborenwerden von der Jungfrau verkündigt, und
daß er wahrhaftiger Mensch werden sollte, hat er durch sein
245v- Essen im voraus angedeutet, auch dadurch, dass er ihn ein Kind
nennt, aber auch durch seine Namengebung — denn eben
hierin besteht ein Irrtum inbetreff des Geborenen- — , und er
fuhrt einen Doppelnamen: in hebräischer Sprache Messia-
Christus, und in unserer Sprache3 Jesus der Erlöser4. Und
diese Namen sind Bezeichnungen bestimmter ausgeführter Werke.
Er wird nämlich Christus genannt, weil der Vater durch ihn
alles gesalbt und geschmückt hat, und weil er bei seinem An-
kommen wie ein Mensch durch den Geist Gottes und seines
Vaters gesalbt worden ist. Wie er auch selbst durch Jesaia
über sich sagt: »Der Geist des Herrn ruht auf mir, die weil er
mich gesalbt hat, um den Armen frohe Botschaft zu bringen«5.
Und Erlöser (wird er genannt) deshalb, weil er die Ursache der
Errettung für diejenigen geworden ist, die damals durch ihn
von allerlei Krankheiten und vom Tode befreit worden sind.
Für diejenigen aber, die hernach an ihn glaubten, ist er der
Vermittler des künftigen und ewigen Heils geworden.
54. Eben deshalb ist er nun Erlöser. Immanuel ist aber
übersetzt: = Gott mit euch<- (!), oder als ein verheißungsvoller
Spruch des Propheten ähnlich dem (wie er anderswo sagt) °.
>Mit uns ist Gott". Dem entspricht auch die Erklärung und
die Offenbarung des Verheißenen. Denn : Siehe, sagt er, die
Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären ,
1) Jes. 7, 14—16.
2) Die Stelle ist sehr schwer verständlich , und der genaue Sinn
unsicher. Nach unserer Meinung gibt nur die oben gegebene Über-
setzung eiuen annehmbaren Sinn.
3) Im Text steht: »in armenischer Sprache».
4) Im Original hat es aller Wahrscheinlichkeit nach gelautet
»Messia- Jesuse, in der Übersetzung demnach »Christus der Erlöser«.
5) Jes. 61, 1. — 6) Jes. 8, 10.
Kap. 53—56. 31
und dieser, obwohl Gott, wird mit uns sein. Und er wundert
sich zugleich über die Dinge, indem er das Zukünftige verkün- 246r-
digt, daß Gott mit uns sein soll. Auch über seine Geburt sagt
derselbe Prophet an einer anderen Stelle: »Ehe sie kreißte, hat
sie geboren ; ehe noch eine Wehe sie ankam, ist sie eines Knäb-
leins genesene1, wodurch er seine unverhoffte und undenkbare
Geburt von der Jungfrau verkündigte. Wiederum sagt derselbe
Prophet: »Ein Kind ist uns geboren, ein Jüngling ist uns ge-
geben; und er wurde benannt: Wunderrat, mächtiger Gott«2.
55. Und er nennt ihn Wunderrat — zunächst des Vaters,
womit angedeutet wird, daß der Vater mit ihm zusammen alles
wirkt, wie es in dem ersten Buche Moses, dessen Überschrift
»Genesis- lautet, heißt: »Und Gott sprach: laßt uns Menschen
machen nach unserem Bilde und uns ähnliche3. So sieht man
daraus, daß der Vater zum Sohne spricht, daß dieser der Wunder-
rat des Vaters ist. Doch er ist zugleich auch unser Berater,
indem er uns Rat schafft und Weisung gibt, d. h. nicht nötigend
als Gott, obgleich er mächtiger Gott ist, sondern er gibt uns
Weisungen, die Unwissenheit wegzuschaffen und Erkenntnis
zu erwerben und von der Verirrung sich zu entfernen, zur
Wahrheit zu kommen und die Verweslichkeit wegzuwerfen,
Unverweslichkeit aber anzunehmen.
56. Und wiederum sagt Jesaia: »Und sie werden wünschen, 246*-
daß sie mit Feuer verbrannt wären; denn ein Kind ist uns ge-
boren und ein Sohn ist uns gegeben, die Herrschaft kommt
auf seine Schulter, und er wird genannt: Ausrichter des großen
Ratschlusses. Denn ich werde Frieden über die Fürsten bringen,
wiederum Frieden und Gesundheit für ihn (?). Groß ist seine
Herrschaft, und seinem Frieden ist keine Grenze auf dem Throne
Davids und auf seinem Königreiche es aufzurichten 4
und festzuhalten durch gerechtes Gericht von nun an auf ewig« 5.
So wird durch diese (Worte) der Sohn Gottes zugleich als Ge-
borener, wie auch als ewiger König erwiesen. (Die Worte) aber:
1) Jes. 66, 7. — 2) Jes. 9, 5. — 3) Gen. 1, 26.
4) Es folgen die Worte »i/^f««^/.^ L [, /,,.,» //&&/_« = etwa »be-
endigen und sieh auf die Seite stellen«, was freilieh unverständlich ist.
Es ist hier zu beachten, dali die ganze Stelle, nach den LXX, in einigeu
Punkten abweichend, übersetzt, überhaupt schwer verständlich ist.
5) Vgl. Jes. 9, 5. 6.
32 Apostolische Verkündigung.
; Sie werden wünschen, daß sie mit Feuer verbrannt wären«,
betreffen diejenigen, die an ihn nicht glauben, und die an ihn
taten, was sie getan haben ; (in diesem Sinne) wird gesagt, daß
sie beim Gericht sagen werden: wieviel besser wäre es, daß
wir mit Feuer verbrannt wären, bevor der Sohn Gottes geboren
wurde, statt daß wir an ihn, als er geboren war, nicht glaubten <.
Denn für die vor der Erscheinung Christi Gestorbenen gibt es
die Hoffnung, daß sie beim Gericht des Auferstandenen das Heil
erlangen werden, für diejenigen nämlich, die Gott fürchteten
und in Gerechtigkeit gestorben sind und den Geist Gottes in
247*- sich getragen haben, wie die Patriarchen und die Propheten und
die Frommen. Für diejenigen aber, welche nach der Erschei-
nung Christi an ihn nicht glaubten, wird die Bestrafung beim
Gericht unerläßlich sein. Das (Wort) aber: »Die Herrschaft
kommt auf seine Schulter , bedeutet allegorisch genommen, das
Kreuz, an dem sein Rücken festgenagelt war. Denn dasselbe
Kreuz, welches für ihn eine Schmach war und ist, sowie seinet-
wegen für uns, bedeutet seine Herrschaft, d. i. ein Zeichen seines
Reiches. Und er wird Ausrichter des großen Ratschlusses ge-
nannt, d. i. des Vaters, den er uns offenbart hat.
57. Und daß er geboren werden sollte, und wie der Sohn
Gottes geboren werden sollte, und daß er als Christus erwiesen
werde, das ist klar von dem obengesagten, wie es durch die Propheten
vorher verkündigt war. Dann aber ist auch vorher verkündigt
worden, in welchem Lande und unter welchen Menschen er ge-
boren werden sollte. Unter anderem sagt Moses in der >; Genesis«
also: »Nicht wird ein Fürst von Juda fehlen, noch ein Führer
von seinen Lenden, bis der, welchem es bestimmt ist, kommen
wird, und er wird die Hoffnung der Heiden sein: indem er in
Wein seinen Rock wäscht und im Traubenblut sein Gewand x.
Juda aber ist der Patriarch der Juden, des Jakob Sohn, von
dem sie auch den Namen empfingen. Und es fehlte bei ihnen
weder ein Fürst noch ein Führer bis zum Kommen Christi.
247v. Seit seinem Kommen aber sind die Kräfte seines Schützenbogens
erlahmt2, und das Land der Juden wurde den Römern Untertan
1) Gen. 49, 10—11. — 2) Diese schwerverständliche Stelle über-
setzten wir so, in der Meinung, daJ3 dem Verfasser Gen. 49, 8 ff. , 23 ff.
vorgeschwebt haben.
Kap. 56—59. 33
gemacht, so daß sie nicht mehr ihren eigenen Fürsten oder König
hatten. Denn der, welchem im Himmel das Reich bereitsteht,
war herangekommen, der auch in Wein seinen Rock gewaschen
hat und in Traubenblut sein Gewand. Sein Rock aber, wie
auch sein Gewand sind diejenigen, welche an ihn glauben, die
er auch gereinigt hat, indem er uns durch sein Blut erlöste.
Sein Blut aber ist Traubenblut genannt. Denn wie das Trauben-
blut nicht irgend ein Mensch macht, sondern Gott schafft und
die es Trinkenden erfreut, also auch hat seine Fleischwerdung
und sein Blut nicht ein Mensch, sondern Gott bewirkt. Der
Herr selbst hat das Zeichen der Jungfrau, d. h. den Immanuel,
der von der Jungfrau (geboren werden sollte), gegeben, welcher
auch die ihn Trinkenden erfreut , d. h. diejenigen , die seinen
Geist als ewige Freude empfangen. Deshalb ist er auch die
Hoffnung der Heiden, d. h. derjenigen, die auf ihn hoffen ; denn
wir hoffen, daß er das Reich wieder aufrichten wird.
58. Und wiederum sagt Moses: Es wird ein Stern aus
Jakob aufgellen und ein Führer aus Israel sich erheben^1: wo-
mit er deutlicherweise kundgibt, daß seine ( )konomie inbetreff 24Sr-
der Fleischwerdung unter den Juden stattfinden sollte. Und
aus dem Geschlecht Jakobs und Judas war dieser, der vom
Himmel herabgestiegen, geboren wurde und solche Ökonomie
auf sich genommen hat. Denn der Stern erscheint am Himmel,
Führer aber ist gleich König, denn er ist der König aller Er-
retteten. Als er aber geboren wurde , erschien der Stern den
Magiern, die im Osten wohnen, wodurch sie erfahren haben,
daß Christus geboren ward — , und sie sind nach Judäa ge-
kommen, geführt von dem Stern, bis der Stern nach Betlehem,
wo Christus geboren wurde, in das Haus hineinschien, in
welchem das Kind eingewickelt dalag, über seinem Haupt stand
und den Magiern den Sohn Gottes, den Christus, zeigte-.
59. Dazu sagt doch noch Jesaia selbst also: ?Und aus dem
Stumpfe Isais wird ein Reis ausschlagen und aus seiner Wurzel
eine Blume hervorbrechen, und der Geist Gottes wird sich auf
ihn niederlassen, der Geist der Weisheit und des Verstandes,
der Geist des Rates und der Kraft, der Geist der Erkenntnis
und der Frömmigkeit. Der Geist der Gottesfurcht wird ihn
1) Num. 24, 17. — 2) S. Matth. 2, 1—9.
Texte u. Untersuchungen etc. 31, 1 3
34 Apostolische Verkündigung.
erfüllen. Er wird nicht nach Meinungen richten und nicht
nach Worten zurechtweisen, sondern er wird dem Geringen Recht
schaffen und sich der Elenden der Erde erbarmen. Und er
wird die Erde mit dem Wort seines Mundes schlagen und mit
248 v- der Rache seiner Lippen den Gottlosen töten. Und Gerechtig-
keit wird der Gurt seiner Hüften und die Wahrheit der Gurt
seiner Lenden sein. Und der Wolf wird mit dem Lamme (Gras)
fressen , und der Parder neben dem Böcklein , und Rind und
Löwe werden zusammen weiden. Und ein kleiner Knabe wird
seine Hand in die Höhle der Otter und in das Nest der Ottern-
brut hineinlegen, und sie werden ihm keinen Schaden zufügen.
Und an jenem Tage wird der Wurzelsproß Isais und der auf-
steht die Heiden zu beherrschen — auf ihn werden die Heiden
hoffen. Und sein Aufstehen wird herrlich sein«1. Mit diesen
(Worten) bezeichnet er ihn als von derjenigen geboren, die von
David und Abraham abstammt. Denn Isai war ein Nachkomme
Abrahams und der Vater Davids; dessen Nachkomme aber, die
Christi Mutter wurde, die Jungfrau, ist das (obengenannte) Reis
(Stab). Deshalb hat auch Moses durch den Stab die Wunder-
zeichen dem Pharao gezeigt. Auch sonst bei Menschen ist der
Stab ein Zeichen der Herrschaft. Und eine Blume nennt er
seinen Leib, denn er ist vom Geist gesprossen, wie wir vorher
gesagt haben.
60. Durch die Worte aber: : Er wird nicht nach Meinungen
richten und nicht nach Worten zurechtweisen, sondern er wird
dem Geringen Recht schaffen und sich der Elenden der Erde
erbarmen; , erweist er mehr seine Göttlichkeit. Denn das Richten
249r- ohne Ansehen der Person, ohne daß dem Vornehmen Ehre
erwiesen, vielmehr auch dem Geringen das Gebührende und das
Gleiche entgegengebracht werde — ist der obersten Gerechtigkeit
Gottes gemäss. Denn Gott hat von niemandem (Einfluß) er-
litten, noch hat er (falsches) Mitleid, und er erbarmt sich allein
des Gerechten. Die Gnade aber ist ganz besonders Gott eigen,
dem, der durch die Gnade erretten kann und der die Erde durch
das Wort schlägt und den Gottlosen durch das Wort allein tötet:
das gehört alles Gott, der durch das Wort alles wirkt. Die
Worte aber: »Und Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Hüften
1) Jes. 11, 1—10.
Kap. 59—62. 35
und die Wahrheit der Gurt seiner Lenden sein . zeigen einer-
seits die Form seiner menschlichen Gestalt und andererseits seine
eigentliche strenge Gerechtigkeit.
61. Was die Einigkeit, die Eintracht und den Frieden
unter verschiedenartigen und ihrer Natur nach entgegengesetzten
und feindlichen Tieren betrifft, so sagen darüber die Altesten,
daß es auch wirklich so beim Wiederkommen Christi sein
wird, wenn er über Alle herrschen wrird. Denn somit deutet
er in symbolischer Weise das in Frieden und Eintracht Zu-
sammenkommen gleichgesinnter Menschen von verschiedener
unähnlicher Abstammung, durch den Namen Christi. In dieser
Vereinigung sind die Gerechten mit den Rindern und den
Lämmern und den Böcklein und den Kindern verglichen, indem
ihnen diejenigen keinen Schaden zufügen, welche sich früher
wie wilde Tiere benahmen durch ihre Erpressungen, sowohl 249»
die Männer, als auch die Weiber, so daß manche von ihnen den
Wölfen und Löwen ähnlich wurden, da sie die Schwachen be-
raubten und mit ihresgleichen Krieg führten, die Weiber aber
(wurden ähnlich) den Pardern und den Ottern, welche durch
tödliche Gifte oder durch ihre Begierden (?) sogar ihre Lieben
zu töten imstande waren. (Alle solche nun) in meinem (d. h.
Christi) Namen zusammenkommend, werden rechte Sitten vor
der Gnade Gottes bekommen, indem sie ihre wilde und unzahme
Natur ändern. Was auch jetzt geschehen ist; denn diejenigen,
welche früher Bösewichter waren, so daß sie kein frevelhaftes
Werk unterlassen konnten, Avurden, nachdem sie Christus kennen
gelernt und an ihn geglaubt haben, völlig gläubig und änderten
sich, so daß sie von der strengsten Gerechtigkeit nicht ließen.
Soviel Veränderung wirkt der Glaube an Christus , den Sohn
Gottes, in den an ihn Glaubenden. Und wenn er sagt: Er
steht auf die Heiden zu beherrschen;, so heißt das, daß er
sterben und auferstehen sollte, um, als Gottessohn, als König
bekannt und geglaubt zu werden. Deshalb sagt er auch: L^nd
sein Auferstehen wird herrlich sein<:; herrlich deswegen, weil
er wie Gott verherrlicht wurde, als er auferstand.
62. Darum sagt wiederum der Prophet: An jenem Tage -'"'"
werde ich die zerfallene Hütte Davids wieder aufrichten l.
1) Am. 9, 11.
36 Apostolische Verkündigung.
Hiermit bezeichnet er deutlicherweise, wie wir vorher1 angedeutet
haben, den von David geborenen Leib Christi, der nach dem
Tode von den Toten auferstanden ist. Denn Hütte wird der
Leib genannt. Denn sowohl die Abstammung Christi nach
dem Leibe von David — von dem (dieselbe Schrift) sagt, daß
er Gottessohn sein sollte — als auch daß er sterben und auf-
erstehen werde, und daß er nach dem Aussehen Mensch, nach
der Kraft aber Gott sei und so als Richter der ganzen Welt
auftreten werde, und daß er allein die Gerechtigkeit tut und
Erlöser ist — dies alles hat durch diese Worte die Schrift
verkündigt.
63. Und wiederum zeigt der Prophet Micha auf den Ort,
wo Christus geboren werden sollte, d. h. Betlehem Judäas, indem
er also spricht: Und du Betlehem Judäas, bist nicht gering
unter den Führern Judas ; denn aus dir soll ein Führer hervor-
gehen, der mein Volk Israel weiden wird2. Betlehem ist aber
ein Distrikt Davids; so daß er nicht nur wegen der Jungfrau,
die ihn geboren hat, ein Nachkomme Davids ist, sondern auch
deswegen, daß er in Betlehem, im Distrikte Davids, geboren wurde.
64. Und wiederum darüber, daß Christus von seinen Nach-
kommen geboren werden sollte, sagt David folgendermassen :
:Um meines Knechtes willen weise deinen Gesalbten nicht ab.
250*- Der Herr hat David einen wahrhaftigen Eid geschworen , von
dem er nicht abgehen wird; einen, der deinem Leib entsprossen,
will ich auf deinen Thron setzen. Wenn deine Söhne meinen
Bund beobachten und meine Zeugnisse, die ich mit ihnen ge-
schlossen habe, so soll auch ihr Sohn für immer (auf deinem
Throne sitzen) 3. Aber keiner von den Söhnen Davids hat für
immer geherrscht, auch ihr Königtum währte nicht ewiglich,
denn es ist aufgehoben : sondern nur der König, der von David
geboren, d. h. Christus (herrscht für immer). Alle diese Zeugnisse
betreffen seinen Nachkommen dem Leibe nach und bezeichnen
auch in deutlicher Rede sein Geschlecht, und den Ort, wo er
geboren werden sollte, so daß man den Sohn Gottes nicht unter
den Heiden, oder sonst wo geboren zu suchen brauchte, sondern
in Betlehem Judäas vom Geschlechte Abrahams und Davids.
65. Auch auf seinen Eintritt in Jerusalem, welches die
1) S. c 38. — 2) Mich. 5, 1. — 3) Ps. 132, 10—12.
Kap. 62—67. 37
Hauptstadt Judäas war, wo auch sein Königssitz und der Tempel
Gottes sich befand, hinweisend, spricht der Prophet Jesaia:
»Rufet der Tochter Zion zu, siehe, der König zieht zu dir ein :
demütig und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen, dem Jungen
einer Eselin.1. Denn auf einem Eselsfüllen reitend kam er in
Jerusalem an. indem die Menge ihre Kleider auf (das Füllen)
legte2 und ihn darauf setzte. Mit Tochter Zions aber ist Jeru-
salem gemeint.
66. Daß nun der Sohn Gottes geboren werden sollte, und
in welcher Weise und wo es für ihn bestimmt war geboren zu
werden, und daß Christus einziger ewiger König ist, das haben 251r-
so die Propheten verkündigt. Ebenso auch haben sie vorher-
gesagt, wie er, von Menschen abstammend, diejenigen heilen
sollte, die er geheilt hat und die Toten auferwecken, die er auf-
erweckt hat, und wie er gehaßt und verschmäht werden und
leiden und getötet und gekreuzigt werden sollte, wie er (tat-
sächlich) gehaßt, verschmäht und getötet wurde.
67. Jetzt wollen wir über seine Heilungen reden. Da
sagt Jesaia also: Unsere Schwachheiten hat er getragen und
unsere Krankheiten hat er auf sich geladen :;, d. h. er wird sie
tragen und auf sich laden. Denn es sind Stellen, wo der Geist
Gottes durch die Propheten das zu Geschehende als schon ge-
worden erzählt; denn was bei Gott geprüft und vorgenommen
ist, um sicherlich zu geschehen, das wird als schon geschehen
angesehen. Und indem der Geist jene Zeit, in welcher die
Prophetie in Erfüllung gehen wird, (im voraus) schaut und
sieht, macht er (dementsprechend) seine Aussagen. Und zur
Bezeichnung der Art der Heilung spricht er folgendes: >An
jenem Tage werden die Tauben geschriebene Worte vernehmen
und die Augen der Blinden im Dunkel und in der Finsternis
sehen 4 ; und wiederum sagt derselbe : Werdet stark, ihr lassen
Hände und ihr wankenden und strauchelnden Kniee: tröstet euch,
die ihr bestürzten und kleinmütigen Sinnes seid ; werdet stark,
habt keine Furcht; da unser Gott, er wird durch das Gericht
vergelten ; er wird selbst kommen und uns retten. Dann werden
sich die Augen der Blinden auftun und die Ohren der Tauben 25 lv-
1) Sach. 9. 9; vgl. Jes. 62, 11. — 2) S. Matth. 21, 7. S cum parall.
3) Jes. 53, 4.-4 Jes. 29, 18.
38 Apostolische Verkündigung.
hören; dann "wird der Lahme springen wie ein Hirsch, und die
Zunge der Stotternden wird frei * Und über die Toten, daß
sie auferstehen werden, sagt er also: Die Toten werden auf-
erstehen, und die in den Gräbern sind, werden auferstehen -;
indem er das verwirklicht, soll er als Sohn Gottes geglaubt
werden.
68. Daß er aber verschmäht und gepeinigt und zuletzt
auch getötet werden sollte, darüber spricht Jesaia also: ^Für-
wahr, mein Sohn wird anerkannt und erhöht und hoch erhaben
sein. Gleichwie viele sich über dich wundern werden — so un-
scheinbar wird dein Angesicht unter den Menschen sein — , so
werden viele Völker staunen und die Könige ihren Mund zu-
sammenpressen: denn diejenigen, denen nicht erzählt worden
ist über ihn, werden schauen, und die nicht gehört haben,
werden wahrnehmen. Herr, wer hat dem, was uns verkündigt
ward, geglaubt, und der Arm des Herrn — wem ward er offen-
bar ?:; wie ein Wurzelschoß in dürrem Land; er hatte nicht
Gestalt noch Herrlichkeit, und wir sahen ihn, und er hatte kein
Aussehen und keine Schönheit. Vielmehr war sein Aussehen
verachtet, geringer als anderer Menschen. Ein Mann in Schlägen
und vertraut die Leiden zu ertragen, denn abgewendet ist sein
Gesicht; er ist verachtet und nicht angesehen. Dieser trägt
unsere Sünden und unseretwegen erleidet er Schmerzen; wir
aber dachten, daß er in Schmerzen, in Schlägen und in Leiden
sei, während er doch um unserer Missetaten willen verwundet
252*- und um unserer Verschuldungen willen gepeinigt wurde. Die
Zucht unseres Friedens auf ihm, durch seine Striemen ward uns
Heilung 4. Durch diese Worte ist also verkündigt, daß er ge-
litten hat, wie auch David sagt: .Und ich habe gelitten 5.
David aber hat nie gelitten, sondern Christus, als der Befehl
zur Kreuzigung gegeben wurde. Und wiederum durch Jesaia
spricht sein Wort: Meinen Rücken bot ich den Schlägen und
meine Wangen für Backenstreiche und wendete nicht mein
Antlitz vor Beschimpfungen und Speichel 6. Und der Prophet
Jeremia spricht dasselbe in folgenden Worten : Er biete dem,
1) Jes. 35, 3—6. — 2 Jes. 26, 19.
3 Die folgenden unübersetzbaren Worte lauten im Armenischen
genau nach der LXX: äviy/yti/.afitv wg Trcctdiov iviirxiov c.vtov.
4 Jes. 52, 13—53, 5. — 5 Ps. 38, 18 ? . — 6 Jes. 50, 6.
Kap. 67—70. 39
der ihn schlägt, die Wange, werde mit Schmach gesättigt l.
Dies alles hat Christus erlitten.
69. Was nun bei Jesaia folgt, ist: Durch seine Striemen
ward uns Heilung; wir gingen alle in der Irre, wie Schafe,
jeder irrte sich auf seinem Wege, der Herr aber ließ ihn treffen
unsere Schuld -. Nun ist es offenbar, daß dieses an ihm gemäß
dem Willen des Vaters unserer Erlösung wegen geschehen ist.
o o o
Dann sagt er aber auch über sein Leiden : ■■ Er tut seinen Mund
nicht auf, wie ein Schaf wurde er zum Schlachten geführt, wie
ein Lamm verstummt vor dem Scherer 3. Siehe, so verkündigt
er sein freiwilliges Kommen zum Tod. Das Wort des Propheten
aber: Bei seiner Demut ist sein Gericht hinweggenommen 4.
weist auf seine demütige Erscheinung hin. Seiner Unschein-
barkeit gemäß geschah das Wegtragen des Gerichts. Das Weg- 252*-
tragen des Gerichts aber gereicht manchen zur Erlösung und
anderen zur tödtlichen Pein. Denn es wird den einen zu- und
den anderen weggetragen. Also auch das Gericht; diejenigen,
denen es zugetragen ist, haben es nun zu ihrer tödtlichen Pein ;
diejenigen aber, denen es weggetragen ist, sind nun dadurch
erlöst worden. So haben diejenigen das Gericht auf sich ge-
laden, welche ihn gekreuzigt haben; und indem sie das an ihm
taten, glaubten sie nicht an ihn, damit sie durch das Gericht,
welches sie auf sich geladen haben, in Plagen umkommen.
Den an ihn Glaubenden aber wurde das Gericht weggetragen,
und sie sind nicht mehr unter ihm. Und das Gericht, welches
durch das Feuer die Kleingläubigen umbringen soll, wird am
Ende dieser Welt stattfinden.
70. Dann sagt er : Wer wird seinen Stamm erzählen ?
Damit wir also nicht seiner Feinde wegen und der von ihm
ertragenen Leiden wegen ihn verschmähen, wie einen unschein-
baren und geringen Menschen, ist das zu unserer Zurecht-
weisung gesagt worden. Denn derjenige, der dies alles erlitten
hat, hat einen unerzählbaren Stamm, da er doch mit Stamm
seine Abstammung meint, d. h. seinen Vater, der unerzählbar
und unsagbar ist. Erkenne nun, daß eine solche Abstammung
solche Leiden ertragen hat und verschmähe ihn nicht der Leiden
1) Thren. 3, :i0. — 2) Jes. 53, 5.6. — 3 Jea. 53, 7. t Jea
5 Jes. 53, 8.
40 Apostolische Verkündigung.
wegen, die er absichtlich um deinetwillen ertragen hat, sondern
fürchte dich vor ihm seiner Abstammung wegen.
253»- 71. Und an einer anderen Stelle sagt Jeremia: Geist
unseres Angesichts der Herr Christus, und wie wurde er in
ihren Fallstricken gefangen, von dem wir dachten, in seinem
Schatten wollen wir leben unter den Heiden1. Und daß
Christus, Geist Gottes seiend, leidensfähiger Mensch werden sollte,
das deutet die Schrift an; und sie staunt und wundert sich
gleichsam über seine Leiden, denn so sollte derjenige Leiden er-
tragen, unter dessen Schatten wir zu leben dachten; unter
Schatten aber meint er seinen Körper. Denn wie der Schatten
vom Körper entstammt, so ist auch der Körper Christi von seinem
Geiste entstammt. Durch das Wort Schatten aber bezeichnet
er zugleich die LTnscheinbarkeit und Leichtverschmähbarkeit
seines Körpers. Denn wie der Schatten sogar der gradestehen-
den Körper auf dem Boden liegt und getreten wird, also auch
der Körper Christi, zu Boden gefallen durch die Leiden, ist
gleichsam getreten worden. Und er hat den Körper Christi
Schatten genannt in dem Sinne, daß der Geist ihn mit Herr-
lichkeit beschattet und verhüllt hat. So hat man auch öfters
beim Vorübergehen des Herrn die in verschiedenartige Krank-
heiten Gefallenen an den Weg gelegt und diejenigen, welche
sein Schatten erreichte, wurden errettet-.
72. Und wiederum (sagt) derselbe Prophet über die Leiden
Christi also: »Wie ist doch der Gerechte umgekommen, ohne
daß es jemand zu Herzen nimmt; und die Frommen werden
253v- dahingerafft , ohne daß jemand darauf achtet, daß infolge der
Schlechtigkeit die Gerechten dahingerafft werden. In Frieden
geht er in sein Grab: er ist hin weggerafft <:;. Und wer anders
ist vollkommen gerecht, außer dem Sohne Gottes, der die an
ihn Glaubenden zur vollkommenen Gerechtigkeit führt, welche
gleich ihm verfolgt und getötet werden. Das Wort aber: In
Frieden geht er in sein Grab :, verkündigt, wie er für unsere
Erlösung starb ; denn in Frieden bedeutet die Erlösung. Denn
diejenigen, die Feinde und Gegner waren, halten, durch seinen
Tod an ihn glaubend, Frieden miteinander, da sie durch den
allgemeinen Glauben an ihn Freunde und Geliebte in Wahr-
1) Thren. 4, 20; vgl. LXX. — 2) S. Act. 5, 15. — 3) Jes. 57, 1—2.
Kap. 71—75. 41
heit geworden sind. Wenn er aber sagt: Er ist hin weggeraffte
so meint er damit seine Auferstehung von den Toten. Denn nach
seinem Begräbnis erschien er nicht mehr als Toter, da er sterbend
und auferstehend unsterblich bleiben sollte, (worüber) der Prophet
also spricht: -Leben erbat er von dir, und du gabst es ihm,
und langes Leben für immer und ewig1. Nun, warum sagt er
; Leben erbat er — während er doch sterben sollte ? Damit
verkündigt er eben seine Auferstehung von den Toten, und
daß er von den Toten auferweckt unsterblich ist. Denn er hat
eben das Leben empfangen, um aufzuerstehen, und langes Leben 254r-
für immer und ewig, um unverweslich zu sein.
73. Und wiederum sagt David über den Tod und die Aufer-
stehung Christi also: Ich legte mich nieder und entschlief ; ich
bin erwacht, denn der Herr hat sich meiner angenommen«2.
Das hat David nicht über sich gesagt, denn er ist nicht auf-
erstanden, nachdem er gestorben ist, sondern der Geist Christi
ist es, der auch durch andere Propheten, jetzt aber durch David
über ihn sagt: Ich legte mich nieder und entschlief: ich bin
erwacht, denn der Herr hat sich meiner angenommene Mit
dem Schlaf meint er den Tod, denn er ist auferstanden.
74. Und wiederum sagt David über die Leiden Christi also:
> Warum toben die Heiden und sinnen die Völker Verderbliches ?
Die Könige der Erde treten auf und die Fürsten ratschlagen
miteinander wider den Herrn und seinen Gesalbten :. Denn
Herodes, der König der Juden, und Pontius Pilatus, der Pro-
kurator des Kaisers Claudius, zusammengekommen, verurteilten
ihn zur Kreuzigung4. Denn Herodes hatte Angst davor, daß
er ein irdischer König sein sollte, durch welchen er von seinem
Königtum abgesetzt werden könnte. Pilatus aber wurde von
Herodes und von den ihn umgebenden Juden genötigt, ihn
gegen seinen Willen dem Tode zu übergeben, indem er lieber das
tat, als gegen den Kaiser wirkte durch Errettung eines Menschen,
der den Namen »König« trug.
75. Und auch über die Leiden Christi sagt derselbe Prophet: 254*-
Du hast uns verworfen und verschmäht, hast deine Gesalbten
vernachlässigt; du hast den Bund meines (?) Knechtes ge-
brochen, du hast seine Heiligkeit zu Boden geworfen; du hast
1) Ps. 21, 5. — 2) Ps. 3. 6. — 3) Ps. 2, 1. 2. — 4) S. Luk. 23, 7 IV.
42 Apostolische Verkündigung.
alle seine Mauern niedergerissen, seine Bollwerke in Zittern
gebracht. Die des Weges vorüberkamen, haben ihn geplündert,
er ward zum Hohn für seine Nachbarn. Du hast die Rechte
seiner Bedränger erhöht, ließest seine Feinde sich über ihn
lustig machen. Du ließest die Hilfe seines Schwertes zurück-
weichen, und du hast ihn nicht im Kriege unterstützt. Du hast
seiner Reinheit ein Ende gemacht und seinen Thron zu Boden
gestürzt. Du hast die Tage seiner Zeit verkürzt, und hast ihn
mit Schande umhüllt«1. Und daß er alles dies erleiden würde,
und daß es nach dem Willen des Vaters (geschehen sollte), hat
er offenkundig angedeutet; denn er sollte gemäß dem Willen
des Vaters Leiden ertragen.
76. Und Sacharia sagt also: Schwert, wache auf gegen
meinen Hirten und gegen den Mann, der mein Genosse ist;
schlage den Hirten, damit sich die Schafe zerstreuen '2. Und
dies geschah, als er von den Juden gefangen wurde ; denn alle
Jünger haben ihn verlassen aus Furcht, nicht mit ihm zu sterben3.
Denn noch nicht einmal sie glaubten fest an ihn, bis sie ihn
von den Toten auferstanden sahen.
77. Wiederum sagt er in dem Zwölfpropheten(buch)4:
255*- Und sie fesselten ihn und brachten ihn dem König als Geschenk
dar-. Denn Pontius Pilatus war der Statthalter von Judäa
und hegte damals Feindschaft gegen Herodes, den König der
Juden. Dann aber, als Christus gefesselt zu ihm gebracht
wurde, hat ihn Pilatus zu Herodes geschickt, ihm überlassend
ihn auszufragen, um genau zu wissen, was er in bezug auf ihn
wollte, indem er Christus als Vorwand sich mit dem König zu
versöhnen nahm5.
78. Und in Jeremia verkündigt er seinen Tod und seine
Niederfahrt zur Hölle folgendermaßen: -Und der Herr, der
Heilige Israels, gedachte seiner Toten, der früher Entschlafenen
in der Erde, und ist zu ihnen herabgestiegen, um sein Heil zu
verkündigen, um sie zu erretten G. Hier erklärt er auch die
Ursachen seines Todes; denn sein Herabsteigen in die Hölle
war zur Errettung der Gestorbenen.
79. Und wiederum sagt Jesaia über sein Kreuz also : Den
1) Ps. 89, 39—46. — 2) Sach. 13, 7. — 3) S. Mark. 14, 50.
4) Wo? — 5) Luk. 23, 7 ff. — 6) Apokr. Jerem.-Sprueb.
Kap. 75—81. 43
ganzen Tag habe ich meine Hände ausgebreitet nach einem
unverständigen und widerspenstigen Volke K Denn das ist ein
Zeichen des Kreuzes. Und noch deutlicher sagt David : Jagd-
hunde umgeben mich , eine Rotte von Bösewichtern umkreist
mich; sie haben meine Hände und Füße durchgraben 2. Und
wiederum sagt er: : Mein Herz ist wie zu Wachs zerflossen in
meinem Inneren; und meine Gebeine sind auseinander getrieben
worden 3. Und wiederum sagt er: Errette mich vom Schwert . . . 4,
denn eine Rotte der Bösewichter ist wider mich aufgetreten 5. 255v-
In diesen Worten zeigt er in lichtvoller Weise seine Kreuzigung
an. Auch Moses sagt dasselbe zum Volke folgendermaßen:
Und dein Leben soll vor deinen Augen hängend sein, und
du wirst bei Tag und Nacht zittern und deines Lebens nicht
sicher sein °.
80. Wiederum sagt David: Sie schauten mich an, sie teilten
meine Kleider unter sich und warfen das Los über mein Ge-
wand '. Denn bei seiner Kreuzigung haben die Soldaten seine
Kleider verteilt, wie sie gewohnt waren, und das Kleid haben
sie zerrissen und so verteilt. Über den Rock aber, weil er von
oben an gewirkt und ungenäht war, warfen sie das Los, damit
der, dem es zukommt, ihn auch erhalte \
81. LTnd wiederum sagt der Prophet Jeremia: Lnd sie
nahmen die dreißig Silberstücke, den Preis des Verkauften, den
sie von den Söhnen Israels gekauft hatten und gaben sie auf
den Töpferacker, wie der Herr mir befohlen '•'. Denn Judas,
der von den Jüngern Christi war, hatte den Juden versprochen
und sich mit ihnen verabredet, da er sah, daß sie ihn töten
wollten, und weil er von ihm zurechtgewiesen worden war10 —
da hat er die dreißig Silberlinge , Landmünze, genommen, und
verriet ihnen den Christus; dann aber gereute es ihn, was er
getan, und er lieferte das Silber den Oberen der Juden zurück
und erhängte sich selbst. Sie aber hielten es nicht für an-
gängig es in ihre Schatzkasse zu legen, denn es war Blutgeld,
1) Jes. 65, 2. — 2) Ps. 22, 17. — 3) Ps. 22, 15.
4) Ps. 22, 21. Es folgen einige Worte »L. /» plt.hn.lnu /»/" ^\upjfiiu*,
augenscheinlich verderbt. Es könnte heißen entweder: »Und meinen
Leib von Nudeln*, oder etwas verändert: »Nagle an meinen Leib«.
5) Vgl. Ps. 22. 17. — 6) Deut. 28, 66. — 1) Ps. 22, 19. — 8) S. Joh.
19, 28ff. — 9 Jer. 32, 6f.;Zach. 11, 12f. Vgl. Mt. 27. 10. — 10 S.Joh. 12,4 ff.
44 Apostolische Verkündigung.
256r und sie kauften damit den Acker, welcher einem Töpfer gehörte,
zum Fremdenbegräbnis1.
82. Und nachdem man ihn gekreuzigt hatte, als er zu
trinken bat, hat man ihm Essig mit Galle zum Trinken ange-
boten-. Und eben dies wurde durch David ausgesprochen:
>-Sie gaben mir Galle zur Speise, und als mich dürstete, tränkten
sie mich mit Essig 3.
83. Und daß er von den Toten auferstanden gen Himmel
fahren sollte, sagt David also: Der Wagen Gottes sind zehn-
tausendmal Zehntausend, Tausende sind die Lenker, der Herr
in ihnen, in Sinai, im Heiligtum; er ist zur Höhe emporge-
stiegen, hat Gefangene fortgeführt; er nahm, verlieh Gaben den
Menschen <4. Unter Gefangenen meint er nun die Vernichtung
der Herrschaft der empörerischen Engel. Er gibt auch die
Stelle an, wo er von der Erde gen Himmel steigen sollte.
Denn er sagt : der Herr ist von Zion aus emporgestiegen. Denn
nach seiner Auferstehung von den Toten, hat er seine Jünger
auf dem Olberg gegenüber Jerusalem versammelt und ihnen
das das Himmelreich Betreffende eingeschärft: und hier haben sie
gesehen, wie er gen Himmel fuhr, und wie die Himmel sich
auftaten und ihn empfingen5.
84. Eben dasselbe sagt wiederum David: -Erhebt, ihr
Fürsten, euere Pforten; ja erhöht euch, ihr uralten Pforten,
daß der König der Herrlichkeit einziehe G. Denn die uralten
Pforten sind die Himmel. Weil aber das Wort in einer für
die Geschöpfe unsichtbaren Weise herabgestiegen ist, so ist
256v- ihnen davon nichts kund geworden. Nun war das Wort Fleisch
geworden, und sichtbar stieg es hinauf. Und als die Mächte
ihn sahen, haben die unteren Engel denen, die auf der Feste
waren, zugerufen: Erhebt euere Pforten: ja, erhöht euch, ihr
uralten Pforten, daß der König der Herrlichkeit einziehe . Und
da sie staunten und fragten: : Wer ist es denn? s, bezeugten die-
jenigen , die ihn gesehen hatten , nun zum zweiten Mal : Der
Herr gewaltig und mächtig, er ist der König der Herrlichkeit 7.
85. So auferstanden und erhöht, verbleibt er zur Rechten
des Vaters, bis in der vom Vater festgesetzten Zeit des Gerichts
1) S. Matth. 26. 14 ff., 27, 3 ff. — 2) S. Matth. 27. 34. — 3) Ps. 69. 22.
— 4) Ps. 68r 18 f. — 5) Act. 1. 4—12. — 6) Ps. 24. 7.-7 Ps. 24, 8—10.
Kap. 81—87. 45
alle Feinde ihm Untertan werden. Feinde sind aber alle die-
jenigen, die sich aufgelehnt haben, die Engel und die Erzengel
und die Mächte und die Throne, welche die Wahrheit verschmähten.
Darüber sagt auch der Prophet David also: So spricht der
Herr zu meinem Herrn, setze dich zu meiner Rechten, bis ich
deine Feinde hinlege unter deine Füße i l. Daß er aber dorthin
hinaufstieg, von wo er herabgestiegen, sagt David: »Von einem
Ende des Himmels ist sein Ausgang und bis zum (anderen) Ende
des Himmels sein Heimgang«-. Dann deutet er sein Gericht an
mit dem Wort: »Und nichts bleibt vor seiner Glut verborgen«.
86. Wenn nun die Propheten von dem Sohne Gottes vorher-
gesagt haben, daß er auf der Erde erscheinen sollte, auch ver-
kündigt, wo auf der Erde und wie und in welcher Weise er
erscheinen sollte , und der Herr alle diese Prophezeiungen auf 257*-
sich genommen hat, so ist unser Glaube an ihn festgegründet
und die Überlieferung der Verkündigung wahrhaftig, d. h. das
Zeugnis der Apostel, welche vom Herrn gesandt, in alle Welt
den Sohn Gottes verkündigten, wie er, zum Leiden gekommen,
gelitten hat zur Vernichtung des Todes und zum Lebendig-
machen des Leibes . damit wir die Feindschaft gegen Gott,
welche frevelhaft ist, beiseite legen und zum Frieden mit ihm
kommen, indem wir das ihm Gefällige tun. Und dies wurde
durch die Propheten verkündigt: »Wie lieblich sind die Füße
der Freudenboten des Friedens und der Freudenboten des Guten :;.
Und daß sie von Judäa und von Jerusalem ausgehen sollten,
um uns das Wort Gottes zu verkündigen, was auch ein Gesetz
für uns ist, sagt Jesaia also: »Von Zion wird das Gesetz aus-
gehen und das Wort des Herrn von Jerusalem«4. Und daß
sie in alle Welt verkündigen sollten, sagt David: »In alle Lande
geht ihr Laut aus, und ihre Worte bis ans Ende des Erdkreises«5.
87. Und daß die Menschen nicht nach dem Vieleworte-
machen des Gesetzes, sondern nach der Kürze (Einfachheit) des
Glaubens und der Liebe leben sollten, sagt Jesaia also: Ein
kurzes und bündiges Wort in Gerechtigkeit; denn Gott wird
ein kurzes Wort ausführen auf der ganzen Erde 6. Und des-
halb sagt der Apostel Paulus : Die Liebe ist die Erfüllung des
1 Ps. 110, 1. — 2) Ps. 19, 7. — 3) Jes. 52, 7. — 4} Jes. 2, 3. -
5) Ps. 19, 5. — ß) Vgl. Jes. 10, 22t'. nach LX.X.
46 Apostolische Verkündigung.
Gesetzes-.1; denn wer Gott liebt, der hat das Gesetz erfüllt.
Auch der Herr, als er gefragt wurde, welches das Hauptgebot
257 v. sei, antwortete: Du sollst lieben den Herrn, deinen Gott, mit
deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Kraft; und das
zweite diesem ähnlich: du sollst lieben deinen Nächsten wie
dich selbst. An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz
und die Propheten«2. Nun hat er durch den Glauben an ihn
unsere Liebe zu Gott und zum Nächsten entwickelt, wodurch wir
fromm und gerecht und gut wurden; und deswegen (ist es gesagt)
Ein kurzes Wort hat er auf der Erde, in der Welt ausgeführt .
88. Und daß er nach seiner Himmelfahrt über alle erhöht
werden sollte, und daß niemand mit ihm verglichen werden
könnte, sagt Jesaia also: Wer ist, der richtet? Er trete heran!
Und wer ist, der gerechtfertigt wird ? Er trete nahe dem Sohn
Gottes! Wehe euch, da ihr alle wie ein Gewand zerfallen
werdet, und die Motte euch fressen wird. Und jedes Fleisch
wird gedemütigt, und der Herr allein wird erhaben sein unter
den Erhöhten«3. Und daß am Ende diejenigen, die Gott dienten,
durch seinen Namen errettet werden sollten, sagt Jesaia: Und
denjenigen, die mir dienen, wird ein neuer Name gegeben, der
auf der Erde gesegnet wird; und man wird den wahrhaftigen
Gott preisen 4. Und daß er selbst diesen Segen bewirken und
er selbst uns durch sein Blut erretten sollte, hat Jesaia ver-
kündigt, in den Worten: Nicht ein Vermittler, nicht ein Engel,
258*-. sondern der Herr selbst hat sie errettet; vermöge seiner Liebe
zu ihnen und seiner Verschonung, hat er sie erlöst 5.
89. Daß er nun die Erlösten nicht zur Gesetzgebung des
Moses zurückführen will — denn das Gesetz wurde von Christus
erfüllt — , sondern daß man durch den Glauben und die Liebe vom [?]
Sohne Gottes nach dem neuen Wesen des Wortes leben sollte,
hat Jesaia verkündigt folgendermaßen : Gedenket nicht an das
Frühere und achtet nicht auf das, was einst geschah. Fürwahr,
ich vollführe etwas neues, welches schon aufgeht und ihr werdet
es erkennen. Und ich will in der Wüste und in der (wasser-
losen) Einöde Ströme schaffen, um mein Volk, mein aus-
erwähltes, zu tränken; das Volk, daß ich mir erworben habe,
1) Rom. 13, 10. — 2) Mc. 12, 30 f.; Mt. 22. 37 ff. — 3) Jes. 50, 8 f.
and 2, 11. 17 usw. — 4) Jes. 65, 15 f. — 5) Jes. 63, 9.
Kap. 87—91. 47
daß es meine Ruhmestaten verkündige :x. Wüste und Einöde
war aber früher die Berufung der Heiden, denn weder das Wort
ging durch sie, noch der heilige Geist tränkte sie, welcher den
neuen Weg der Frömmigkeit und der Gerechtigkeit anbahnte
und reiche Ströme hervorsprudeln ließ , d. h. den heiligen Geist
hat er auf der Erde ausgestreut, wie er durch die Propheten
verheißen hat, den Geist in den letzten Tagen über die ganze
Erde auszugießen.
90. So ist nun unsere Berufung durch die Erneuerung des
Geistes und nicht in unserem- alten (Wesen), wie Jeremia
prophezeite: Fürwahr, es kommen Tage, spricht der Herr, da
will ich dem Hause Israels und dem Hause Judas den Bund
erfüllen, den ich mit ihren Vätern geschlossen habe, an dem
Tage als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägypten weg- 258^
zuführen; denn sie blieben nicht fest bei dem Bunde, und ich
habe sie vernachlässigt, spricht der Herr. Vielmehr darin soll
der Bund bestehen, den ich nach diesen Tagen mit dem Hause
Israel schließen will, spricht der Herr: ich lege mein Gesetz
in ihren Sinn und schreibe es ihnen ins Herz. Und so will
ich ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein. Fürderhin
sollen sie nicht mehr einer den anderen, oder ein Bruder den
anderen also belehret). Erkenne den Herrn! denn sie werden
mich allesamt erkennen, von ihrem Kleinsten bis zum Größten.
Denn ich will ihnen ihre Verschuldungen vergeben und ihrer
Sünde nicht mehr gedenken :8.
91. Und daß diese Verheißungen die Berufung der Heiden
erben sollte, in denen auch der neue Bund offenbart worden
ist, sagt Jesaia also: »So spricht der Gott Israels: an jenem
Tage wird der Mensch nach seinem Schöpfer ausschauen und
seine Augen nach dem Heiligen Israels umsehen ; und sie
werden nicht nach dem Götzentempel und dem Werk ihrer
Hände, das ihre Finger verfertigt haben, umschauen*4. Diese
Worte sind also offenbar über diejenigen gesprochen, welche die
Götzen verlassen und an Gott, unseren Herrscher, durch den
Heiligen Israels geglaubt haben. Der Heilige Israels aber ist
1) Jes. 43, 19—21.
2) »Unserem = Jkpnj*. ist sehr wahrscheinlich ein Schreibfehler für
»^•/in/« = des Buchstabens. Dann wäre zu übersetzen: »Nicht im alten
Buchstaben«. — 3) Jer. 31, 31—34. — 4) Jes. 17, 7. 8.
48 Apostolische Verkündigung.
Christus, und zu ihm, der den Menschen sichtbar geworden ist,
schauen wir auf, nicht zu dem Götzentempel und nicht zum
Werk unserer Hände.
259r- 92. Und daß er unter uns sichtbar werden — da der Sohn
Gottes zum Menschensohn geworden ist — und von uns er-
kannt werden sollte, die wir vorher keine Erkenntnis hatten,
darüber sagt das Wort selbst in Jesaia also: Ich wurde sicht-
bar denen, die nach mir nicht fragten; ließ mich finden von
solchen, die mich nicht suchten. Ich sprach: Da bin ich, zu
einem Volke, das meinen Namen nicht anrief*:1.
93. Und daß dieses Volk ein heiliges sein sollte, ist in
dem Zwölfprophetenbuch durch Hosea also verkündigt: Ich
werde zu Nichtmeinvolk sagen, mein Volk bist du, und die
Nichtgeliebte wird geliebt sein. Und an der Stelle, wo man
von ihnen sagt, ihr seid nicht mein Volk, da soll man sie
Söhne des lebendigen Gottes nennen -. Dasselbe ist auch das
von Johannes dem Täufer Gesagte: Gott kann aus diesen
Steinen dem Abraham Kinder erwecken :;. Denn nachdem
unsere Herzen von dem steinigen Dienst weggerissen und frei-
gemacht sind, schauen wir Gott durch den Glauben und werden
Kinder Abrahams, der durch den Glauben gerechtfertigt wurde.
Und darum sagt Gott durch den Propheten Ezechiel : Und ich
werde ihnen ein anderes Herz geben und einen neuen Geist in
ihr Inneres legen; ich werde das steinerne Herz aus ihrem
Leibe wegreißen und entfernen und ihnen ein fleischernes Herz
verleihen, damit sie in meinen Satzungen wandeln und meine
Rechte beobachten und sie ausüben. Und so werden sie mein
Volk sein, und ich will ihr Gott sein :4.
259v. 94. So wird nun durch die neue Berufung Verwandlung
der Herzen bei den Heiden gewirkt mittels des Wortes Gottes,
als es Fleisch wurde und seine Hütte unter den Menschen auf-
schlug , wie auch sein Jünger Johannes sagt : Und sein Wort
ward Fleisch und wohnte unter uns B. Darum ist die Kirche
so sehr fruchtbar an Erretteten; denn weder Moses, noch der
Bote Elia ist mehr Fürsprecher, sondern der Herr selbst hat
uns errettet, indem er viele Kinder der Kirche schenkte, der
1) Jes. 65, 1. — 2) Hos. 2, 25. 1. Vgl. LXX. — 3) Mt. 3. 9 u. a. —
4) Ezech. 11, 19. 20. — 5) Joh. 1, 14.
Kap. 91 — 96. 49
Versammlung der Erstlinge, wie Jesaia verkündigt hat in den
Worten: »Juble du, Unfruchtbare, die nicht geboren hat«. Die
Unfruchtbare aber ist die Kirche, die in früheren Zeiten nie-
mals Kinder Gottes hervortreten ließ. »Rufe und jauchze, die
nicht gekreißt hat, denn der Söhne der Vereinsamten sind mehr,
als der der Vermählten«1. Die erste Versammlung nämlich
hatte das Gesetz zum Mann.
95. Auch Moses sagt im Deuteronomium, daß die Heiden
die ersten, das widerspenstige Volk aber das letzte sein
werde, und wiederum sagt er: »Ihr habt meinen Eifer erregt
durch Ungötter, und mich erbittert durch eure nichtigen Götzen;
nun will ich eueren Eifer erregen durch ein Unvolk und durch
ein unverständiges Volk euch erbittern«-. Denn sie haben Gott,
den Seienden, verlassen und den nichtseienden Göttern gedient,
und die Propheten Gottes getötet und für Baal, der der Kanaä-
niter Götze war, prophezeit. Sie haben auch den Sohn Gottes,
den Seienden, mißachtet und verworfen, den Räuber Barabba 260r
aber, der beim Morden festgenommen war3, erwählt; sie haben
den ewigen König verleugnet und den zeitlichen Kaiser als
ihren König bekannt4. So gefiel es Gott, den unverständigen
Heiden und denen, die nicht in Gottes Wegen wandelten und
nicht wußten was Gott ist, seine Erbschaft zu verleihen. Nach-
dem uns nun durch diese Berufung das Leben gegeben worden
ist, und nachdem Gott den Glauben Abrahams an ihn selbst
in uns wieder zur Vollendung gebracht bat, dürfen wir uns nicht
mehr zurückwenden, ich meine, nicht zur ersten Gesetzgebung.
Denn wir haben den Herrn des Gesetzes, den Sohn Gottes,
empfangen. Und durch den Glauben an ihn lernen wir Gott
von ganzem Herzen lieben und den Nächsten wie uns selbst.
Die Liebe zu Gott aber ist ferne von aller Sünde und die Liebe
zum Nächsten fügt dem Nächsten kein Übel zu 5.
96. Darum haben wir auch kein Gesetz zum Erzieher
nötig; siehe, wir sprechen mit dem Vater und stehen ihm von
Angesicht zu Angesicht gegenüber, [einst] Kinder geworden
durch Bosheit und [nun] erstarkt durch Gerechtigkeit und Wohl-
anständigkeit. Denn das Gesetz wird nicht mehr sagen0: ^Du
1 Jes. 54, 1. — 2) Deut. 32, 21. — 3) S. Mark. 15, 7. — 4) S. Job.
19, 15. — 5) S. Rom. 13, 10. — 6) Exod. 20 (Deut 5).
Texte u. Untersuchungen etc. 31, 1 4
50 Apostolische Verkündigung.
sollst nicht ehebrechen« dem, dem nicht einmal mehr eine
Lüsternheit zu dem Weibe des Fremden (in den Sinn) kommt;
und nicht »Du sollst nicht töten« dem, der jeden Zorn und
jede Feindseligkeit von sich entfernt hat; und nicht »Du sollst
260v- nicht Verlangen tragen nach deines Nächsten Hof noch nach
seinem Ochsen oder seinem Esel« denen, die sich um die
irdischen Dinge gar nicht kümmern, sondern himmlische
Früchte sammeln; und nicht »Auge um Auge, und Zahn um
Zahn1« demjenigen, der niemanden für seinen Feind, sondern
alle für seine Nächsten hält; deshalb kann er nicht einmal
seine Hand zur Rache ausstrecken. Es (das Gesetz) wird nicht
Zehnten fordern von dem, der seine ganze Habe Gott darbringt
und den Vater und die Mutter und die ganze Verwandtschaft
verläßt2 und dem Worte Gottes nachwandelt. Und es wird
nicht geboten, einen Tag in Ruhe und Muße zuzubringen, dem,
der jeden Tag den Sabbath hält, d. h. im Tempel Gottes,
welcher der Leib des Menschen ist, Gott den würdigen Dienst
leistet und jede Stunde die Gerechtigkeit tut. »Denn Barm-
herzigkeit will ich und nicht Opfer«, sagt er, »Gotteserkenntnis
und nicht Brandopfer«3. »Wenn aber der Gottlose mir ein
Rind schlachtet, ist es, als ob er einen Hund würge, und wer
Speiseopfer darbringt, ist als ob er Saublut (darbringe) t *.
«Aber ein Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird ge-
rettet werden«5. »Gibt es doch auch keinen anderen Namen
des Herrn unter dem Himmel, wodurch die Menschen gerettet
werden«6, als Gottes, d. h. Jesu Christi, des Sohnes Gottes, dem
auch die Dämonen und die bösen Geister und alle aufrühre-
rischen Kräfte Untertan werden.
261r 97. Indem nun der Name Jesu Christi, der unter Pontius
Pilatus gekreuzigt worden ist, angerufen wird, findet eine Schei-
dung in der Menschheit statt; und wo immer die an ihn
Glaubenden ihn anrufen und seinen Willen tun werden, da ist
er nahe und gegenwärtig und erfüllt die Bitten derer, die reines
Herzens ihn anrufen. Dadurch die Erlösung empfangend, danken
wir Gott beständig, der durch seine unerforschliche und un-
ergründliche Weisheit uns errettet hat und vom Himmel her
1) Exod. 21, 24. — 2) S. Matth. 10, 37 cum parall. — 3) Hos. 6, 6. —
4) Jes. 66, 3. — 5) Jo. 3, 5. — 6) Act. 4, 12.
Kap. 96 — 98. 51
das Heil verkündigt — d. i. die sichtbare Ankunft unseres
Herrn , d. h. seinen menschlichen Wandel — , das wir allein
nicht erlangen konnten. Denn was bei den Menschen unmög-
lich ist, ist bei Gott möglich. Darum sagt auch Jeremia über
ihn also: »Wer ist gen Himmel gefahren und hat sie (die
Weisheit) geholt und aus den Wolken herabgebracht? Wer
ist übers Meer geschifft, hat sie gefunden und um köstlich Gold
hergebracht? Es ist niemand, der den Weg zu ihr gefunden
und der den Pfad zu ihr gewußt hätte. Der aber alle Dinge
weiß, kennt sie durch seinen Verstand; der den Erdboden be-
reitet hat auf ewige Zeit und ihn erfüllt mit allerlei1 Vier-
füßigen; der das Licht sendet, und wenn er es wieder ruft, muß
es ihm gehorchen. Die Sterne leuchten in ihrer Ordnung mit 261^
Freuden, und wenn er sie hervorruft, antworten sie: hier sind
wir, und leuchten mit Freuden um deswillen, der sie geschaffen
hat. Das ist unser Gott, keiner ist mit ihm zu vergleichen.
Er hat alle Wege mit Wreisheit gefunden und hat sie gegeben
Jakob, seinem Diener, und Israel, seinem Geliebten. Darnach
ist er erschienen auf Erden und ist unter den Leuten gewandelt.
Das ist das Buch der Gebote Gottes und des Gesetzes, welches
ewig ist. Alle, die es halten, werden leben; die es aber ver-
lassen, werden sterben«2. Jakob und Israel aber nennt er den
Sohn Gottes, der vom Vater die Herrschaft über unser Leben
erhalten hat; und nachdem er es erhalten, hat er es zu uns,
die wir fern von ihm sind, heruntergebracht, als er auf Erden
erschien und unter den Menschen wandelte. So hat er den
Geist Gottes des Vaters mit dem Geschöpfe Gottes vermischt
und vermengt, damit der Mensch nach dem Bilde und nach
der Ähnlichkeit Gottes sei.
98. Dies ist die liebliche Verkündigung der Wahrheit, und
dies die Art unserer Erlösung, und dies der Weg des Lebens,
den die Propheten vorhergesagt und Christus ausgeführt hat,
und die Apostel überliefert haben, die Kirche aber in der ganzen
Welt ihren Kindern behändigt. Man soll sie (die Wahrheit)
auch in aller Integrität bewahren mit gesundem Willen und Gott
gefällig, mit guten Werken und mit gesundem Trachten des Sinnes.
1) Eigentlich steht im Text: »mit Fettstücken, mit Vierfüßigen«
2) Baruch 3, 29—4, 1.
l
52 Apostolische Verkündigung.
99. Da soll man nicht Gott den Vater verschieden von
262r- unserem Schöpfer denken, wie die Häretiker meinen; sie ver-
schmähen Gott, den Seienden, und zum Götzen machen sie das
Nichtseiende ; sie schaffen sich auch einen Vater, hoch erhaben
über unseren Schöpfer; sie meinen damit etwas Größeres als die
Wahrheit gefunden zu haben. So sind alle solche Gottlose und
ihren Schöpfer und Vater Lästernde, wie wir in der Widerlegung
und Entlarvung der fälschlich so benannten Gnosis gezeigt haben K
Andere wieder verachten die Herabkunft des Sohnes Gottes
und die Ökonomie seiner Fleischwerdung, die die Apostel ver-
kündigt und die Propheten vorhergesagt haben, daß damit die
Vollendung unserer Menschheit stattfinden sollte, wie wir in
wenigen Sätzen dir gezeigt haben. Auch solche sollen zu den
Kleingläubigen gerechnet werden.
Andere wieder nehmen die Geschenke des Geistes nicht an
und weisen von sich die prophetische Gabe, durch deren Empfang
der Mensch das Leben in Gott befruchtet. Das sind die von
Jesaia Bezeichneten: »Denn sie sollen«, sagt er, »werden wie
eine Terebinthe, deren Laub gefallen ist, und wie ein Garten,
dem es an Wasser fehlt«,-. Solche sind nun Gott zu nichts
nütze, da sie keine Frucht bringen können.
100. So ist die Irrlehre inbetreff dieser drei Sätze unseres
(Tauf- bez. Glaubens-) Siegels von der Wahrheit weit ab-
gewichen; denn (die Irrlehrer) verschmähen entweder den Vater
oder nehmen den Sohn nicht an, indem sie gegen die Ökonomie
262^. seiner Fleischwerdung lehren, oder empfangen den Geist nicht,
d. h. sie verschmähen die Prophetie.
Vor allen solchen aber müssen wir uns hüten und ihren
Sitten uns entziehen, wenn wir wirklich Gott gefällig sein und
von ihm die Erlösung erlangen wollen.
Ehre sei der allerheiligsten Dreieinigkeit und der einen Gottheit,
Vater, Sohn und dem allguädigen hl. Geist in Ewigkeit, Amen. — Des
gottgefälligen und des dreimal seligen Herrn Erzbischofs Johannes, des
Empfängers dieses Buches, des Bruders des heiligen Königs, gedenket in
dem Herrn; auch meiner, des armseligen Schreibers.
1) S. besonders Buch III u. IV. — 2) Jes. 1, 30.
Nachwort und Anmerkungen
von
A. Harnack.
Das Werk des Irenäus, welches uns in armenischer Sprache
wiedergeschenkt ist, war uns bisher aus keinem einzigen Zitate
bekannt; von seiner Existenz wußten wir lediglich durch Eusebius,
der in seiner Kirchengeschichte (V, 26) folgendes mitgeteilt hat:
°Akkd yug ngog röig unodo&eiaiv Eigqvaiov övyygauuaaiv
xal Talg hniGTo'Aalg (pegsrai tig avrov ngog EXh}vag Xöyog
owTopu/TctTog xal zu uaXiata avayxaioTccTog, Ileoi i7T-i(frrjui]g
&myeygap[.ievog, xal aXXog1, 6v avaz ä&eixev aÖeXcpM
Ma gxi av ü) t ovv o [x a~ Ei g iniöti^iv rot ccnoar oXixov
xrjQvy fiarog , xal ßcßXiov ti AiaXi^zwv diacpogwv, kv ra xrg
ngög'Eßgaiovg imaroÄijg xal Tijg Xeyopivqg J£oXouü>vog 2o(fiag
[ivtjuovevei, grßcc tiva t$ airwv nagaß-suevog. xal tu uev eig
ijiuregav iX&övta yvcößiv tcov Eigtjvaiov ToaahTu. Ob der
1) Die Worte neu aXXog fehlen nicht bei Rufin, wie Schwartz
ungenau angibt, sondern finden sich 2 Zeilen vorher zu »Xoyog*. Da-
durch erscheinen die beiden Bücher IJtQl tni6xi]ui\g und das unsrige als
ein einziges. Vor Auffindung der armenischen Übersetzung konnte noch
immer ein leichter Zweifel bestehen, ob nicht Rufin Recht habe gegen
alle griechischen Mss. und den Syrer, da zig £iiidki$iv xov c'cnooxoXixov
y.riQvyuarog nicht notwendig ein Titel sein mußte, da die Widmung an
den Bruder Marcian sieh zur Not mit der Zweckbestimmung 7tQug"'EXXrlvag
vertrug und da das zweite Werk kein Epitheton ornans hat freilich auch
nicht das dritte;. Allein der Armenier, der 'EnidtL^ig xov &7toaxoXiy.ov
v.i]Qvyiiaxog als Titel gibt, macht es gewiß, daß die beiden Werke zu
unterscheiden sind, und das war von Anfang an nicht nur auf (Jrund
der stiirkeren Bezeugung wahrscheinlich, sondern auch deshalb, weil
man bei dem Titel IlQog "EXXr\v ccg tvsqI {mort^ni^- auf ein apologetisches
Werk, bei 'Enidi-ij-ig xxX. aber auf ein antihäretisches schließen mußte.
54 Harnack, Nachwort.
Titel dieses Werkes hiernach Eig LTiiÖei^iv xtX. oder 'Enidti^ig
xrA. gelautet hat, ist zweifelhaft. Der Armenier bezeugt das
letztere; aber das entscheidet m. E. nicht. Hätte er so gelautet,
so hätte Eusebius voraussichtlich seinen Satz anders stilisiert.
Ich glaube daher, daß Irenäus Eig £jiideii£,iv v.rl. geschrieben
hat, obgleich dieses Eig in Titeln, abgesehen von exegetischen
und verwandten Werken, sehr selten ist (Eig tov ßiov Kwv-
ütccvtivov ist nur entfernt vergleichbar). Irenäus drückte sich
bescheidener aus, wenn er nicht Efiiösi^ig, sondern (Aoyoq) eig
änidstJ-iv xrl. schrieb. Doch läßt sich nicht sicher urteilen.
Was die Worte Ejiiösi£,ig tov cctiogtoXixov y.i]Qvy{iaxog bei
Irenäus besagen , konnte man schon früher (aus dem großen
antihäretischen Werke) wissen K Zu paraphrasieren ist der Titel,
wie vor allem das Werk selbst bestätigt: »Erweis der Wahrheit
(Zuverlässigkeit) der apostolischen Verkündigung aus den heiligen
Schriften (der Prophetie)«.
Der in der Vorrede und bei Eusebius genannte Bruder
Marcian ist nicht weiter bekannt. Mit dem Autor des »Martyrium
Polycarpi« (s. c. 20) ist er um so weniger zu identifizieren (gegen
Lightfoot), als dieser wahrscheinlich nicht Marcian, sondern
Marcion geheißen hat (so das Ms. von Moskau). Wir erfahren
nur aus der Schrift selbst (c. 1), daß Marcian, dem Irenäus
persönlich bekannt und innig befreundet, nicht in Lyon bei ihm
weilte, als er ihm den Traktat widmete. Das aber ist auch
Alles. Auf die Stufe der religiösen Entwicklung des Marcian
läßt die Schrift keinen Schluß zu.
Eusebius hat in seinem Bericht dem Titel der Schrift kein
Wort hinzugefügt und kein Zitat aus ihr gegeben. Wir können
das verstehen, nachdem wir sie kennen gelernt haben. Sie bot
ihm neben dem großen Werke desselben Autors so gut wie
nichts. Wäre er noch aufmerksamer gewesen als er war, so hätte
er je eine versteckte Anspielung auf die »Weisheit Saloinonis«
und den >Hermas<: auch hier finden (c. 9. 4) und zwei Pres-
byter-Zitate (c. 3. 61) buchen können. Pilatus, den Prokurator
1) Vgl. I, 3, 6; I, 9, 4. 5; I, 10, 1. 2. 3; III Praef.; III, 1, 1;
III, 2,2; III, 3, 1. 3. 4; III, 4, 1; III, 5, 1. 'EmÖH^ca und iacodekm
Ttoitl6ftai (Vet. lat. ostendere, ostensiones«) wechseln hier. »Ex scripturis
inferre ostensiones« , und zwar für das apostolische Kerygma, ist einer
der dem Irenäus geläufigsten Gedanken. Speziell zu i-xiötlt,ai s. I, 9, 4. 5.
Einleitung. 55
des Kaisers Claudius (c. 74), überging er wohl absichtlich,
wenn er ihu überhaupt bemerkt hat.
Die Schrift verweist an ihrem Ende (s. c. 99) ausdrücklich
auf das große ketzerbestreitende Werk; sie ist also später ge-
schrieben — wieviel später, das läßt sich leider nicht sagen.
Da das 3. Buch jenes Werkes unter Eleutherus fällt, dem noch
das 4. und 5. folgte und sodann unsre Schrift, so ist sie schwerlich
vor c. 190 entstanden1. Leider enthält sie schlechterdings nichts
über die Umstände, unter denen sich ihr Verfasser, Irenäus,
z. Z. der Abfassung befand; nicht einmal seinen Namen erfährt man
direkt, noch seinen Stand und Ort. Stumm wie das Grab ist die
Schrift in bezug auf ihren Autor, und dennoch ist der Ursprung
von Irenäus aus inneren Gründen über jeden Zweifel erhaben
und ebenso die Unversehrtheit. Dies zu beweisen, wäre völlig
überflüssig. Auf seinen Inhalt gesehen, deckt sich der Traktat
zum größten Teile mit dem 3. (4.) bis 5. Buch des Hauptwerkes
des Irenäus-; er deckt sich so sehr, daß man nach neuen Ge-
danken und Mitteilungen sorgfältig suchen muß. Aber er ist
weder ein Auszug aus jenem Werke noch ein Mosaik aus den
Ausführungen desselben. Er ist ja auch nicht zur Widerlegung
der Ketzer geschrieben — wenigstens nicht in erster Linie — ,
sondern zur geistlichen Stärkung christlicher Brüder. Dann
aber ist die Schrift doch zur Erkenntnis der religiösen und
theologischen Haltung des Irenäus sehr wichtig; denn sie zeigt
uns den bedeutenden Bischof als Katecheten. Darüber, sowie
über ihre Anlage wird am Schluß noch kurz zu handeln sein.
Ich habe die Schrift zur leichteren Übersicht in 100 Kapitel
geteilt; kleinere Abschnitte zu machen, hielt ich bei ihrem
Charakter nicht für notwendig, ebensowenig einen ausführlichen
Kommentar. Ein solcher müßte überall auf das Hauptwerk
zurückgehen und würde in Wahrheit ein Kommentar zu diesem
1) Aus c. 48 folgt nicht, daß sie z. Z. des Severus abgefaßt ist.
2) Es ist daher sehr verständlich, daß die Armenier das 4. u. 5. Buch
des Irenäus mit diesem Traktat zusammengeschlossen und unter eine
Überschrift: »des Irenäus Erweis der apostolischen Verkündigung« ge-
stellt haben. Ks ist auch verständlich, daß die Überlieferung diese »Epi-
deixis« hat nahezu verschwinden lassen, da das große \Yerk dasselbe und
mehr bot; doch ist bekanntlich auch das große Werk in der Überlieferung
der griechischen Kirche untergegangen.
56 Harnack, Nachwort.
werden. Alle Parallelstellen zwischen den beiden Werken nach-
zuweisen , wäre auch überflüssige Arbeit; man müßte fast zu
jedem Kapitel mehrere Stellen aus »Adv. haeresesr hinzufügen,
und der Gewinn wäre ein geringer. Ich habe mich darauf be-
schränkt, zu einigen besonders wichtigen Ausführungen die
Parallelstellen zu geben und in dem Register der Bibelworte,
welches ich zusammengestellt habe, die Stellen anzuführen, die
Irenäus auch in »Adv. haer.« zitiert hat. So wird man leicht
noch eine große Reihe von Übereinstimmungen finden. Die Zahl
der neuen Bibelstellen ist aber nicht gering. Natürlich walten
hier — noch mehr als in »Adv. haer.« — die alttestamentlichen
Zitate vor; denn die 'ETiiöst^ig tov ccTcooTo?ay.ov xr/g-iyuarog
war dem A. T. zu entnehmen.
C. 1. »Adv. haer.« beginnt mit einem Zitat aus den Pastoral-
briefen; hier findet sich eine stillschweigende Anlehnung an
Tit. 2,8. — Der Prolog geht allmählich in die Darstellung
des Themas selbst über, wie öfters. — »Körper der Wahrheit«,
s. 1 , 9 , 5 : tö T)jg afaj&eictQ co)jxdnov. — Vom polemischen
Gesichtspunkt ist Irenäus auch hier (sekundär) beherrscht: der
Freund soll auch in den Stand gesetzt werden, die Ketzer zu
widerlegen und zu beschämen.
C. 2. Seele und Leib sind rein zu erhalten: die Reinheit
der Seele ist die strenge Orthodoxie. — Zum Schluß s. Herrn.,
Mand. 11. Auch hier ist alles polemisch orientiert.
C. 3. 6 xavcov r. Ttioreoüg, s. c. 6; I, 9, 4 und sonst.
»Glauben und lieben« (Herr und Vater): öfters bei Irenäus. —
Der Glaube durch »die Altesten, die Schüler der Apostel«,
(V, 36 u. sonst) überliefert, s. unsere Schrift c. 61, III, 2, 2 u.
sonst (meine Chronologie 1, S. 333 — 340). — Der Glaube u.
die Taufe I, 9, 4: ovtu) da xcü 6 tov y.avova rrtg ähj&dag
äxhvij iv iavro) xari^wv, ov diu tov fjanrio/uaTog eifo]<pe.
Glaube und triadische Formel I, 10, 1; I, 19, 1; III, 18, 3;
III, 33, 7; IV, 6, 7; IV, 7, 4; IV, 20, 1. 5. 6. 12; IV, 38, 3;
V, 1, 2. 3; V, 6, 1; V, 18, 1; V, 20, 1; V, 36, 2. - - Der lange
Schlußsatz des Kapitels (die Darlegung der Folge der Gottes-
kindschaft) ist nicht sicher zu verstehen. Von der &eo7iohjGig
ist schwerlich die Rede, sondern von der Durchführung der
absoluten Herrschaft Gottes. An Pantheismus ist natürlich auch
nicht zu denken. Ganz zum Schluß findet sich eine polemische
Anmerkungen zu c. 1 — 9. 57
Wendung gegen die gnostische und marcionitische Lehre, nach
welcher die Schöpfung dem höchsten Gott fremd ist, s. V, 2, 1
u. sonst.
C. 4. Z. T. wörtlich nach Hermas, Mand. 1: IlguJTov
nävxojv niGTSVGov , ort eig kaxlv 6 ifeog , 6 rä ndvxa. xriaag
xal xavagrioag xal noii/öag ix roii /tirj övrog eig rö elvai rd
ndvTct, xal nctvTct ywuiLv, povog de dywgrjzog wv. Aber Irenäus
schiebt »den Vater« ein, wie I, 10, 1: ?? niarig eig 'iva &eöv
narigcc navToxgdtoga. Das Kapitel endet wiederum mit einer
antignostischen Wendung.
C. 5. Wort und Geist (Weisheit): auch sonst oft von
Irenäus nebeneinander genannt. — »Fleisch werden läßt und
die Wesenheit der Emanation verleiht« kann nicht richtig sein.
Aber ich wage nicht zu sagen, was im Urtext gestanden hat.
C. 6. »Der allererste Punkt unseres Glaubens«, wie c. 4
(nach Hermas). — »Zur Vollendung zu bringen und zusammen-
zufassen« , s. das avaxs<pc(Xatov(r&ca (recapitulare) in »Adv.
haer.« Te?Mwaig I, 21, 2.
C. 7. »Wiedergeburt«, s. I, 14, 6; I, 21, 1: ßdxTtoua xf,g
eig &söv dvayevv^aevug. — V, 36, 2: »Hanc esse adordinationem
et dispositionem eorum qui salvantur, dicunt presbyteri, aposto-
lorum discipuli, et per huiusmodi gradus proficere, et per
spiritum quidem ad filium , per filium autem adscendere ad
patrem«. — IV, 6 fin. : »Agnitio patris filius, agnitio autem filii
in patre et per filium revelata«.
C. 8. »Kindschaft«, s. II, 11, 1: »ea quae est ad patrem
adoptio filiorum«, III, 6, 1 etc.
C. 9. Von den 7 Himmeln Valentins spricht Iren. I, 5, 2
(IV, 1,1); aber daß er selbst 7 Himmel zählt, läßt sich aus
»Adv. haer.« nicht feststellen. Von den Häretikern sagt er
IV, 1, 1 : »aeonas suos et deos et patres et dominos adhuc etiam
et coelos vocari dicunt« ; aber er selbst verteilt nach unserem
Kapitel die Engelmächte auf die 7 Himmel. — »Ausgiebig bei
seinem Innewohnen«, d. h. reichlich und mannigfaltig. — Der
Geist läßt sich auf Christus nieder, s. III, 9, 2. 3; III, 18, 3
(»unctio«). - - Zum Schluß s. IV, 14, 3; IV, 19, 1; V, 35, 2 u.
vor allem V, 20, 2: »ubique ecclesia praedicat veritatem, et
haec est inzd^ivyog lucerna«.
58 Harnack. Nachwort.
C. 11. Der Mensch auch seiner Gestalt nach ein Abbild
Gottes, s. Melito. — Daß von dem Sohne und den Engeln noch
ein besonderer Erzengel als Haushalter dieser Welt unterschieden
wird, entspricht der Auffassung des Hermas, ist aber aus >Adv.
haer.« nicht zu belegen.
C. 12. Der Mensch auch Herr der Engel (wichtig!). —
Der erstgeschaffene Mensch ein Kind, wie IV, 38, 1 — 4 (v/jmog
rtv) ; IV, 39, 1 : III, 20, 1. 2. — Zur Schilderung des Paradieses
s. die Apoc. Petri, s. auch V, 5, 1.
C. 14. Im Paradiese hat noch keine Begattung statt-
gefunden; auch III, 22,4 heißt es, daß die Schlange Eva als
Jungfrau verführt hat (>:quemadmodum Eva virum quidem
habens Adam, virgo tarnen adhuc existens; erant enim utrique
nudi in paradiso et non confundebantur, quoniam paulo ante
facti non intellectum habebant filiorum generationis ; oportebat
enim illos primo adolescere, dehinc sie multiplicari«) ; Tertull.,
de carne 17. Ganz deutlich beurteilt Irenäus die Geschlechts-
lust (aber nicht die Begattung) als sündhaft.
C. 16. Motiv des Teufels bei der Verführung Adams war
der Neid auf die hohe Ausstattung des Menschen; s. IV, 11, 3:
££/7„to(76 xo nlüßf-ia xov &eov xai iy&oonoiVtGai, aixo ttuoq
xov &sov £7ieyeigi]6£v. — »Nach der hebräischen Sprache« s. zu
c. 43 und die schwierige Stelle II, 24, 2. — »Indem er ihn auf
den ins Paradies führenden Weg versetzte«, kann doch wohl nur
heißen, daß er noch Aussicht hatte, ins Paradies zurückzukehren.
C. 18 (2. Hälfte). Hier ist eine Haggada zum biblischen
Text gegeben (an der Parallelstelle IV, 36, 4 steht das nicht).
C. 21. »Kirche«, s. c. 26. 41. 42. S. IV, 8, 1: >;deus in
regnum coelorum ducit Abraham etsemen eius, quod est ecclesia«.
C. 22. >,Das Bild Gottes ist der Sohn«, s. IV, 6, 6: »in-
visibile filii pater, visibile autem patris filius«.
C. 24. Abraham als irrender Gottsucher: Haggada.
C. 26. »Der Finger Gottes ist das, was vom Vater zu dem
h. Geist ausgestreckt ist;', das ist unklar. — Kirche, s. zu c. 21.
C. 30 (Präexistenz): III, 18, 1: »non tunc coepit filius dei,
existens semper apud patrem«. — Man beachte, daß Irenäus
die ATliche Heilsgeschichte genau in den Grenzen hält und
abbricht, wie das noch heute in der Katechese (Unterstufe)
üblich ist. Er steht auch im Altertum damit nicht allein.
Anmerkungen zu e. 1 ] — 4 1 . 59
C. 31. Die Herstellung der ärf&agaia des Menschen ist
die eigentliche Frucht des Erlösungswerks. Das ist auch der
positive Hauptgedanke in »Adv. haer.«, und auch die Not-
wendigkeit des von Christus gewählten Modus (leibhaftige Er-
scheinung der acf&ayoia, Überwindung des Todes im Leibe)
wird dort ebenso dargelegt, s. besonders III, 20, 2. — Zum
Schluß des Kapitels und c. 32 s. die fast wörtliche Parallele
III, 21, 10: iQuia quemadmodum per inobedientiam unius
hominis introitum peccatum habuit et per peccatum mors obtinuit,
sie et per obedientiam unius hominis iustitia introdueta
vitam fruetifieet his , qui olim mortui erant , hominibus. et
quemadmodum protoplastus ille Adam de rudi terra et de
adhuc virgine — nondum enim pluerat deus, et homo non erat
operatus terram — habuit substantiam .... et sumsit dominus
limum a terra et plasmavit hominem , ita recapitulans in se
Adam, ipse verbum existens ex Maria, quae adhuc erat virgo,
recte aeeipiebat generationem Adae recapitulationis* (s. auch
das folgende).
C. 32 (Schluß), s. III, 18, 1 : in compendio nobis salutem
praestans , ut quod perdideramus in Adam , i. e. seeundum
imaginem et similitudinem esse dei , hoc in Christo Jesu reci-
peremus' .
C. 33. Die Parallele Eva und Maria auch III, 22, 4;
V, 19, 1; vgl. Justin, Dial. 100; Tertull., de carne 17.
C. 34. S. V, 17, 4: knti diu %vXov uneßcclo^ev avtov, diu
1-iXov nahv cfavsgov roig nüoiv kyivaro, Lnidu/.ivouv rö iupog
xat /^tjy.og y.ai nXavog y.ai ßu&og &v iavraj, y.ai w§ ecpi] rig
räJv ngoßsßtjy.uTcov , diu rrtg ß-elag ixTacrewg twv yjigaJv rovg
di/o Xaovg eig Iva &sov ovvdyiov. II, 24, 4. Zur Mystik der
Kreuzesform s. auch die Ausführungen Justins (Apol. I, 55. 60).
C. 35 (Glaubensgerechtigkeit), s. IV, 5, 4 ; IV, 13.
C. 36. »Filius dei factus est filius hominis (bz. homo)<-,
sehr oft, z. B. III, 19, 1 ; IV, 33, 5.
C. 38. Wider die, welche die Geburt aus der Jungfrau
nicht annehmen, s. 111, 22, 1. 2.
C. 39. Wider die, welche die Auferweckung der Menschen
leugnen, s. V, 7 ff.
C. 41. In Christus ist das Göttliche mit dem Leibe ver-
60 Harnack, Nachwort.
mischt, so öfters, s. 111,19,1: ^commixtus verbo dei<. —
Götzendienst, Hurerei, Wucher: das sind die besonderen Cha-
rakteristika des Heidentums im Sinne der alten Christenheit.
C. 43. Hier erfahren wir, auf welche Weise die Väter,
welche in Genes. 1, 1 ein Zeugnis für die Präexistenz des Sohnes
sahen, sich den Text zurechtgelegt bez. ihn korrigiert haben
(doch ist dies nicht die einzige Weise gewesen). Die Über-
lieferung, die zu Irenäus mitsamt den hebräischen Textworten
(in bezug auf hebräische Worte bei Irenäus vgl. auch >Adv.
haer.<) gekommen ist, faßte »bara« als *Sohn« (aram.), ver-
doppelte es also. Statt basanc im Armenier ist also wohl
bara zu wiederholen. Mit »baresit bara elowim bara samen t
ares« ist aber das Zitat vollständig. Was soll nun noch »benuam« ?
Ich weiß es nicht, und auch kundigere Freunde konnten nicht
helfen. (Bat der Arm. ein Wort mit dem Sinn von dann«
darunter verstanden?). Daß die Silbe »ben« = Sohn ist,
der »Sohn« also hier zu suchen ist, ist möglich; aber dann ist
»basan« rätselhaft, und was bedeuten die drei Buchstaben nach
»ben«? Zur Sache s. Hieron., Quaest. hebr. in libro Genes.
(Lagarde 1868) p. 3: »In principio fecit deus caelum et
terram — plerique aestimant, sicut in Altercatione quoque
Iasonis et Papisci scriptum est, et Tertullianus in libro contra
Praxean disputat, necnon Hilarius in expositione cuiusdam psalmi
affirmat, in hebraico haberi: »In filio fecit deus caelum etterramc.
quod falsum esse rei ipsius veritas comprobat« (hier ist »in
principio« = »in filio« gefaßt; Hilarius sagt ausdrücklich, das
hebräische Wort »bresith« habe drei Bedeutungen: »in prin-
cipio, in capite, in filio«; das ist wohl eine ältere Ausdeutung
als die bei Irenäus vorliegende, welche den Sohn in »bara«
zu finden scheint; jener liegt Proverb. 8, 22 zugrunde, wo die
Weisheit sagt: 6 xvgiog exrioe (xe ccoyrtv böwv airoi, vgl. auch
Texte u. Unters I, 1 S. 117 ff.). — Vergebens habe ich nach
der Herkunft des apokryphen Zitats gesucht. — »Jünger Jo-
hannes« (c. 94), wie öfters in . Adv. haer.«
C. 46. Der Auszug aus Ägypten = dem Auszug aus der
Heidenwelt auch IV, 28 — 30. — Der Ausdruck »die Lehre der
zwölf Apostel« ist merkwürdig, aber an das Buch unter diesem
Titel ist schwerlich zu denken. — »Die an Bosheit Kinder Ge-
wordenen«, d. h. die neue Generation, die nicht so böse war,
Anmerkungen zu c. 41 — 61. 61
wie ihre Väter, die in der Wüste sterben mußten, sondern die
Kinder-Unschuld hatte.
C. 47. Eine so ausgeprägt »nicänische« Stelle wie der
Anfang dieses Kapitels findet sich kaum in >Adv. haer.<; aber
eine Interpolation liegt hier doch nicht vor; nicht nicänisch ist,
daß die Differenzierung von Vater und Sohn hier allein aus der
Ökonomie der Erlösung begründet wird (eine Art von Modalismus
wie in >Adv. haer.r). Das ist vornicänisch, vororigenistisch und
irenäisch. Auch die Salbung durch den Geist (s. d. Schluß) in
diesem Zusammenhang ist nicht nicänisch: dagegen s. III, 6, 1
(nach Anführung derselben Stelle, Ps. 45, 7 f.): »utrosque dei
appellatione signavit spiritus, et eum qui unguitur filius, et eum
qui ungit i. e. patrem «. Auch III, 6, 1 folgen sich Ps. 110,
Genes. 19, 24, Ps. 45, 7 f. (wie in dieser Schrift c. 44. 47. 48),
und eingeleitet ist die christologische Anwendung durch die
Worte: Neque dominus neque spiritus sanctus neque apostolus
eum, qui non esset deus, definitive et absolute deum nominassent
aliquando, nisi esset vere deus, neque dominum appellassent
aliquem ex sua persona nisi qui dominatur omnium deum patrem
et filium eius qui dominium accepit a patre suo omnis condi-
tionis . . . vere igitur cum pater sit dominus et filius vere sit
dominus, merito spiritus sanctus domini appellatione signavit eos.«
C. 48. »Die Könige, die jetzt ihn hassen < — Anspielung
auf die gegenwärtige politische Lage der Kirche.
C. 51. Die Bezeichnung Christi als Knecht Gottes
empfindet Irenäus (wie schon Hermas vor ihm, Simil. 5) als der
Erklärung bedürftig.
C. 55. Die Deutung von Genes. 1, 26 als Anrede an den
Sohn schon Barn ab. , ep. 6. — >Nicht nötigend; also ohne
Zwang, was ein Charakteristikum des Höheren ist (in liber-
tatem , so öfters in ^Adv. haer.«).
C. 57. Vgl. IV, 10, 2.
C. 61. Die Altesten, s. c. 3. Irenäus besaß augenscheinlich
einen Ausspruch der Altesten zu Jes. 11, 1 ff. Aber V, 33, 3,
wo er das Zitat unmittelbar nach einem langen Presbyterzitat
aus Papias bringt (dem bekannten über die herrliche Fruchtbar-
keit im zukünftigen Reich) , scheint er eine Erklärung der
Presbyter zu Jes. 11 nicht gekannt zu haben; denn er fährt
nach der Jesaiasstelle fort: »Non ignoro autem, quoniam quidam
62 Harnack, Nachwort.
haec in feros et ex diverais gentibus et variis operibus credentes
et, cum crediderint, consentientes justis tentent transferre; sed
etsi nunc hoc sit in quibusdam horninibus ex variis gentibus
in unam sententiam fidei venientibus, nihilo minus in resurrectione
iustorum super iis animalibus, quemadmodum dictum est: dives
enim in omnibus deus. et oportet conditione revocata obedire et
subiecta esse omnia animalia homini et ad primam a deo datam
reverti escam.« Die Presbyter- Autorität setzt er für diese wörtliche
Deutung nicht ein (die : quidam«, die schwerlich die Presbyter sind,
haben die allegorische Deutung). An unserer Stelle aber, wo
er die (wörtliche) Deutung durch die Presbyter anführt, läßt er
selbst die wörtliche Deutung fallen und faßt die Stelle symbo-
lisch. Er hat also seine Meinung geändert. — An welche
Weiber denkt Irenäus ? — Zur Änderung der frevelhaften Sitten
in den Bekehrten vgl. die Apologeten.
C. 65. Daß die Menge ihre Kleider auf das Füllen gelegt
hat, steht nicht im Evangelium.
C. 71. Christus, Geist Gottes seiend, wurde leidensfähiger
Mensch«; s. II Clem. 9: u>v /uev to ttqujtov nv&iiua h/evszo
oägi. — Der sonst so schriftkundige Irenäus hat am Schluß
des Kapitels Act. 5, 15 irrtümlich auf Jesus bezogen — eine
Verwechslung von Petrus und Jesus (also ist der Heide Phlegon
im 2. Jahrh. nicht der einzige, der Geschichten von Jesus und
Petrus verwechselt hat), allerdings eine verzeihliche.
C. 74. » Pontius Pilatus, der Prokurator des Kaisers
Claudius — das ist die geschichtlich interessanteste Stelle in
der neuentdeckten Schrift. Sie bringt dem freilich nichts Neues,
der die Parallelstelle in »Adv. haer.« (II, 22) unbefangen ge-
lesen und interpretiert hat, aber sie stellt die Deutung, wie ich
sie Chronolog. I S. 334 f. (anders Zahn, Forsch. VI, 61 ff.) gegeben
habe, sicher. Irenäus hat, auf Grund der Stelle Joh. 8, 57 (ob
auch Joh. 2, 20?) und auf Grund von Presbyterüberlieferungen,
angenommen , Jesus sei 40 bis 50 Jahre alt geworden ; er hat
demgemäß seinen Tod unter Claudius angesetzt, also frühestens
in das Jahr 41 (am 24. Januar 41 f Caligula), wahrscheinlich
aber gerade in dies Jahr; denn daß Jesus Taiov Kaiaaoog to
t£tccqtov xcü raiov Kegtiov [lies Cn. Sentius] ^atoovivov,
d.h. im Jahre 41 gestorben sei, ist eine auch sonst bezeugte
Annahme (s. Dobschütz i. d. Texten u. Unters. XI, 1 S. 148;
Anmerkungen zu c. 61 — 87. 63
Bonwetsch, zu Hippol. in Dan. i. d. Gott. Gel. Nachricht. 1893,
S. 521 und in seiner Hippolyt-Ausgabe p. 242, 7, vgl. dort den
Athous und den Slaven). Mit den Lukas- Angaben (3, 1. 2), daß
Jesus im 15. Jahr des Tiberius getauft worden sei, und daß er
(3, 23) damals noch nicht ganz 30 Jahre alt war, hat Irenäus
seine Meinung durch die Annahme vermittelt, daß Jesus viele
Jahre hindurch Lehrer gewesen ist. So ist er nach ihm erst
unter Claudius getötet worden. Natürlich ist das handgreiflich
falsch, da wir wissen, daß Pilatus damals längst aus Judäa ab-
berufen war. Aber man muß alles Ernstes fragen, ob nicht
das Johannesev. selbst schon diesen Irrtum geteilt hat. Irenäus
folgte ihm, die Presbyter (ol xcctcc ttjv 'Aoictv 'Iwavvij reo tov
xvgiov fict&TjTji avfißsß/a/XOTtg) teilten ihn und im Johannesev.
stehen die beiden Stellen 8, 57 und 2, 20. Jedenfalls hat der
die Beweislast, der behauptet, nach Johannes sei Jesus unter
Tiberius gestorben.
C. 76. Wie Justin hebt auch noch Irenäus hervor, daß
alle Jünger Jesum bei der Gefangennahme verlassen haben.
C. 77. Im Zwölfprophetenbuch (c. 93) findet sich ein solcher
Spruch meines Wissens nicht. Es ist auch auffallend , daß
Irenäus hier den Propheten nicht nennt, was er sonst immer tut.
C. 78. Höllenfahrt auch in Adv. haer.«. Sie war bereits
ein geschichtliches Lehrstück. — Der apokryphe Jeremiasspruch
wird auch von Justin, Dial. 72, zitiert. Er braucht nicht christ-
lich zu sein.
C. 79. Die crux interpretum Ps. 22, 21 scheint im Arme-
nischen eine eigentümliche Fassung gehabt zu haben.
C. 81. Was der Zusatz Landmünze« bei den 30 Silber-
lingen bedeuten soll, weiß ich nicht.
C. 85. Unter den Teufeln sind also alle Engel-Abstufungen
vertreten.
C. 87. Mit diesem Kapitel beginnt der wertvollste Abschnitt
der ganzen Schrift: die Frömmigkeit des Irenäus, seine tiefe
Erfahrung des Einfachsten und Wichtigsten in der Religion,
seine Würdigung des Unterschieds der Moses- und Christus-
Religion, seine Hochschätzung der Liebe treten deutlich hervor.
Zu dem allen finden sich auch in »Adv. haer.« Parallelen, aber
so eindrucksvoll stehen dort diese Hauptgedanken nicht bei-
einander. Man beachte in unserem Kapitel die Betonung der
64 Hamaek, Nachwort.
Einfalt des Glaubens und der Liebe, sowie das schöne
Bekenntnis: »Christus hat durch den Glauben an ihn unsere
Liebe zu Gott und dem Nächsten entwickelt, wodurch wir fromm
und gerecht und gut wurden.«
C. 95. Warnung, sich nicht dem Judentum zuzukehren.
C. 96. Man beachte die runde Aussage: ; Wir haben kein
Gesetz zum Erzieher nötig; siehe wir sprechen mit dem Vater
und stehen ihm von Angesicht zu Angesicht gegenüber.' Eine
so kräftige Ablehnung des Gesetzes vom Standpunkt der ge-
wonnenen Kindschaft und Freiheit von der Welt ist auch nach
»Adv. haer.: willkommen.
C. 97 init. : Der Name Jesu Christi, der unter Pontius Pilatus
gekreuzigt worden ist«, ist Exorzismusformel (man beachte c. 96
fin. und vgl. Justin). — Die durch Christus herbeigeführte Scheidung
der Geister. — Das Baruchzitat (s. auch IV, 20, 4 mit derselben
Anwendung: ;per quem commixtio et communio dei et hominis
facta est«) ist wichtig, weil es eines der ältesten ist. Zuerst hat
Athenagoras Baruch zitiert. — »Damit der Mensch nach dem Bilde
und der Ähnlichkeit Gottes sei«, ist der letzte Zweck der Erlösung,
wie es der Anfang der Menschenschöpfung war (ganz wie in » Adv.
haer.«). Daher schließt Irenäus die Darstellung mit diesem Worte.
C. 98—100 ist das Nachwort.
C. 98. »Die Kirche in der ganzen Welt«, wie öfters in
> Adv. haer.«.
C. 99. Die drei großen Gruppen von Irrlehren' in Bezug
auf den Vater (Lästerung des Schöpfers; der erträumte »höchste
Gott; hier verweist Irenäus auf sein großes ketzerbestreitendes
Werk) , den Sohn (Leugnung der Menschwerdung) und den h.
Geist (Leugnung der Charismen und der Prophetie, s. III, 11, 9:
»Alii ut donum Spiritus frustrentur, quod in novissimis tempo-
ribus secundum placitum patris effusum est in humanum genus,
illam speciem non admittunt quae est secundum Johannis evan-
gelium, in qua paracletum se missurum dominus promisit, sed
simul et evangelium et propheticum repellunt spiritum. Infelices
vere, qui pseudoprophetas quidem esse nolunt, prophetiae vero
gratiam repellunt ab ecclesia«).
Die Anlage der Schrift ist folgende:
I) Prolog (an Marcian), der unmerklich zum Thema selbst
Anmerkungen zu c. 87 — 99. Anlage der Schrift. 65
überleitet; Reinheit des Leibes und der Seele ist notwendig.
Die Reinheit der Seele ist das Festhalten am rechten Glauben
(c. 1. 2). Darlegung des Inhalts dieses Glaubens, wie er bei
der Taufe überliefert wird — Lehre vom Vater, vom Sohn und
h. Geist — , in ausführlicher, mehrfacher Beschreibung (c. 3 — 8).
II) Geschichte der Offenbarung Gottes und seiner Heils-
veranstaltungen von der Schöpfung bis zum Einzug der Israeliten
in das Land Kanaan ; den Schluß bildet ein Hinweis auf David,
Salomo und die nun eintretenden Propheten (c. 9 — 30).
III) Die von ihnen verkündete Menschwerdung des Sohnes
Gottes und sein Erlösungswerk. Es wird ausführlich dargelegt:
Tatsächlichkeit, Modus, Notwendigkeit [Notwendigkeit der
Geburt aus der Jungfrau und des Todes], Wirkung [auch für
den Leib], Gerechtigkeit durch den Glauben [nicht durch das
Gesetz], Johannes als Vorläufer, die Apostel als Zeugen und
Missionare, verpflichtende Bedeutung [zu einem heiligen Wandel]
(c. 31—42).
IV) Die Einzelweissagungen auf Christus (c. 43 — 97).
(1) In Bezug auf das Wesen und die Präexistenz; die
Erscheinungen Christi im Alten Testament (c. 43 — 56).
(2) In Bezug auf den Menschgewordenen von der Geburt
an, auf seine Predigt und seine Heilungen, Todes-
leiden, Auferstehung, Himmelfahrt, Aussendung der
Apostel, Berufung der Heiden [hierbei Ausführung
über das neue Wesen gegenüber der Gesetzesreligion
und über die christliche Ethik] (c. 57 — 97).
Schluss: Zusammenfassung. Kurze Charakteristik der
drei Haupthäresien in Bezug auf den Vater, Sohn und Geist
(c. 98—100).
Wir erfahren, wie bemerkt, aus der Schrift kaum etwas,
was wir nicht schon wüßten, und doch ist ihre Entdeckung von
hoher Wichtigkeit. Wir lernen aus ihr, wie fest und lebendig
dem Irenäus die Gedanken waren, die er in Adv. haer. ent-
wickelt hat. Adv. haer. ist eine polemisch-dogmatisch- wissen-
schaftliche Schrift, auch an einen Freund gerichtet, aber diesem
Freunde wird ein weitschichtiger, komplizierter Stoff und ein
nicht geringes Maß von Denkarbeit zugemutet; unser Traktat
ist katechetisch erbaulich und stellt viel geringere Anforderungen
Texte und l'iitersuchungen etc. 81, 1 "
66 Harnack, Nachwort : Schlußbetrachtung.
an den Leser. Aber alle Hauptpunkte der Religions-
lehre in >Adv. haer. finden sich auch hier: sie
waren dem Irenäus nicht Theologie, sondern die
Religion selbst, und dies von seinem Standpunkt aus mit
Recht. Ein jedes Gemeindemitglied sollte sie kennen und auch
der Häresie gegenüber seinen Glauben zu verteidigen vermögen.
Irenäus lebt wirklich mit ganzem Gemüt, mit dem Kopf und
mit dem Herzen, in dem Glauben der Kirche, wie er ihn sich
zentralisiert und verständlich gemacht hat, und er weiß diesem
Glauben (trotz dem ungeheuren Apparat) seine Einfachheit und
Kraft, seine praktische Abzweckung und Wärme zu erhalten.
Es ist doch ein großer Eindruck, den man empfängt: so ist in
Lyon am Ende des 2. Jahrhunderts die Christenheit unterwiesen
und geleitet worden! Hierarchisches und Zeremonielles fehlt
ganz , ja letzteres wird aufs entschiedenste abgelehnt (c. 96).
Alles liegt in der Sphäre des Geistes, der Wahrheit, der Ge-
sinnung, der sittlichen Tat; die Kirchenautorität und Tradition
wird gar nicht in Szene gesetzt; der biblische Beweis genügt.
Auch das Sakramentale, welches nicht fehlt, tritt doch zurück.
Die » Heilstatsachen« zersplittern und belasten die Einheit und
Freiheit noch nicht; sie sind alle in Eins zusammengeschlossen.
In dieser Hinsicht vermag Irenäus wohl mit Clemens Alex, und
Origenes zu rivalisieren, wenn er auch die wissenschaftliche
Methode nicht besaß , um seiner Religion und Dogmatik die
Freiheit zu erhalten. Aber die Leser empfingen in dem Büchlein
einen Schatz und zugleich ein Manuale biblicum, eine Sammlung
zweckmäßig ausgewählter Stellen aus dem Alten Testament,
die ihnen die Lektüre des weitschichtigen Buches etwas ersetzen
konnte 1. Auch wir lesen heute das ganze Büchlein mit Respekt
und einzelne Abschnitte mit Bewunderung und innerer Bewegung.
1) Der Schriftgebrauch bietet nichts Bemerkenswertes neben »Adv.
haeres«. Hier wie dort finden wir das apokryphe Jeremiaszitat, die
Baruchstelle, die Weisheit Salomos und den Hirten des Hermas benutzt ;
hier wie dort treten die Psalmen und Jesaias in den Vordergrund; hier
(c. 43. 94) wie dort heißt Johannes »sein Jünger«.
Register der Quellenstellen1.
Von A. Uarnack.
Gen. bis Josua c. 10—29.
„ 1,1c. 43 |II, 2, 5].
, 1,26 c. 32. 55 [1,24,1 u. sonst].
, 2, 5 c. 32 [UI, 21, 10].
, 2, 16. 17 c. 15 [V, 23, lj.
, 2, 18 c. 13.
, 2, 23 c. 13.
, 4, 1 c. 17.
„ 9, 1-6 c. 22 fV, 14, 1].
, 9, 14. 15 c. 22.
9 25 c. 20.
I 9,' 26 f. 'c. 21 [111,5,3.
„ 12, 1 c. 24.
„ 12, 7 c. 24.
, 15,5 c.24 [111,9,1; IV, 7,1 f.].
„ 15, 6 c.24. 35 [IV, 5, 4; IV, 8,1].
„ 18, 1-3 c. 44 [IV, 7, 4].
„ 19,24 c. 44 [111,6, 1; IV, 10,
1 ; IV, 36, 4].
„ 49, 10 f. c. 57 [IV, 10,2].
Genesis« zitiert c. 55. 57.
Ex. 3, 7 f. c. 46 [IV, 7, 4; IV, 12, 4].
„ 3, 14 c. 2 [III, 6, 21
„ 20 c. 96.
„ 21, 24 c. 96.
„ 25,40 c.9 [IV. 14,3; IV, 19, 1;
V 35 21
Num. 24, 17 e. 58 [Ül, 9, 1].
Deut. 5 c. 96.
„ 28,66 c. 79 [IV, 10, 2; V, 18.21.
„ 32, 21 c. 95.
>Deuteronomium< zitiert c. 28.
Ps. 1, 1 c. 2.
„ 2, 1. 2 c. 74 [III, 12, 5].
„ 2, 7 f. c. 49 [IV, 21. 31.
„ 3,6 c. 73 [IV, 31,3; IV, 33, 131.
, 19, 5 c. 21. 86.
Ps. 19, 7 c. 85 [IV, 33, 131.
„ 21, 5 c. 72.
„ 22, 15 c. 79.
„ 22, 17 c. 79.
„ 22, 19 c. 80 [IV, 33, 12].
„ 22, 21 c. 79.
, 24, 7 - 10 c. 84 "IV, 33, 13].
„ 33, 6 c. 5 [I, 22," 1 ; III, 8, 81.
„ 38, 18 c. 68.
„ 45, 7 f. c.47 [111,6, 1; IV, 33, 111.
, 68, 18 f. c. 83 [II, 20, 3].
„ 69, 22 c. 82 [III, 19, 2; IV. 33. 12 .
[„ 72, 17 c. 43].
„ 89, 39-46 c. 75.
„ 110, 1 c. 85.
[, 110, 3 c. 43].
, 110 c. 48. 49 [11,28,7 u. sonst .
„ 132, 10-12 c. 64 [III, 9, lu. sonst].
Jes. 1, 30 c. 99.
„ 2, 3 c. 86 [IV, 34, 3].
„ 2, 11. 17 c. 88 [IV, 33, 13'.
„ 7, 9 c. 3.
, 7,14— 16c.53 III, 21, 4u. sonst].
„ 8, 10 c. 54.
9 5 c. 54.
I 9,5. 6 c. 56 [III, 16,3; III, 19,
2; IV, 33, 121.
„ 10, 22 f. c. 87.
„ 11,2 c.9 [111,9,3; HI, 17, 1.3 .
„ 11, 1— 10 e. 59 ff. [III, 9,2 u.
sonst].
17 7 f. c. 91.
I 2ß, 19 V 67 '[IV, 33, 12; V, 15,
1; V,34,l].
„ 29, 18 c. 67.
„ 35, 3-6 c. 67 Till, 20, 3; IV, 33, 12].
B 40, 12 c. 45 III, 30, 1].
1) Die in eckigen Klammern beigesetzten Zahlen beziehen sich auf
Iren., Adv. haeres. — Nicht alle Anspielungen auf ganz geläufige Alt-
und Neutest. Erzählungen siud aufgenommen.
5*
68
Register der Quellenstellen.
Jes.43, 19-21 c. 89 [IV, 33, 13].
, 45, 1 c. 49.
, 49, 5. 6 c. 50.
„ 50, 6 c. 34 [IV, 33, 121.
, 50, 8 f. c. 88 [IV, 33. 13].
„ 52, 7 c. 86 [III, 13, 1].
, 52, 13-53,8 c. 66 ff. [III, 19, 2
u. sonst].
„ 53, 4 c. 67 [IV, 33, 12].
„ 54, 1 c. 94 [I, 10, 3].
, 57, 1. 2 c. 72 [IV, 34, 5].
, 61, 1 e. 53 [111,17, 1; III, 18,
3; IV, 23, 1].
„ 63, 9 c. 88 [III, 20, 4].
„ 65, 1 c. 92 [111,6, 1; 111,9,2].
„ 65, 2 c. 79 [IV, 33, 121.
„ 65, 15 f. c. 88.
„ 66, 1 c. 45 [IV, 2, 6].
, 66, 3 c. 96 [IV, 18, 31.
„ 66, 7 c. 54.
Jerem. 31, 31 - 34 c. 90 [IV, 9, 1 :
IV, 33, 13].
32, 6 f. c. 81.
Türen. 3, 30 c. 68.
4, 20 c. 71 [III, 10, 3].
Ezech. 11, 19 f. c. 93.
Hos. 2, 25 c. 93.
„ 6, 6 c. 96 [IV, 17, 4].
Joel 3, 5 c. 96.
Arnos 9, 11 c. 38. 62 [III, 12, 14].
Micha 5, 1 c. 63.
Habak. 2, 4 c. 35 [IV, 34, 21.
Sach. 9, 9 c. 65 [III, 19, 2; I V, 33, 1. 121
„ 11, 2 f. c. 81.
„ 13, 7 c. 76.
»Das Zwölfprophetenbuch« c. 77. 93.
Bar. 3, 29-4, 1 c. 97 [IV, 20, 4].
Sap. Sal. 1, 7 c. 9.
Apokryphes Zitat aus Jeremias c. 78
[III, 20, 4 u. sonst, s. auch Justin,
Dial. 72].
Apokryphes Zitat aus dem Zwölf-
prophetenbuch c. 77.
Apokryphes Zitat c. 43.
Matth. 2, 1-9 c. 58 III, 9, 2".
„ 3, 9 c. 93 loft bei Iren.].
„ 10, 37 c. 96.
„ 18, 12 c. 33 [III, 19,3; III,
23, 1 etc.".
„ 21, 7. 8 c. 65 [IV, 11. 3].
„ 24, 45 ff. [Luk. 12, 42 ff.l c. 11.
„ 26, 14 ff.; 27, 3 ff. c. 81.
27, 34 c. 82.
Mark. 14, 50 c. 76.
„ 15, 7 c. 95.
Luk. 23, 7 ff. c. 74. 77.
Joh. 1, 1 f. c. 43 [oft bei Iren.].
„ 1. 14 c 94 [oft bei Iren.].
„ 1, 33 c. 41.
„ 12, 4 ff. c. 81.
„ 19, 15 c. 95.
„ 19, 23 ff. c. so
Act. 1,4-12 c. 83.
„ 1,8 c. 41.
„ 4, 12 c. 96 [III, 12. 4 .
„ 5, 15 c. 71.
Rom. 1,3 f. c. 30.
„ 2, 4—6 c. 8 [IV, 33, 14; IV,
37, 1].
„ 4, 13 c. 35 [IV, 7, 2].
„ 8. 3 f. c. 31.
„ 13, 10 c. 87. 95 [IV, 12, 2].
I Cor. 15, 53 c. 33 [oft bei Iren.l.
Gal. 4, 6 c. 5 [IV, 9, 2],
Eph. 4, 6 c. 5 [11,2,6; IV, 20, 2;
IV, 32, 1 ; V, 18, 1].
Phil. 2, 15 c. 35 [IV. 5. 4 .
I Tim. 1, 9 c. 35.
Tit. 2, 8 c. 1.
Hermas, Mand. 1 c. 4.
»Die Ältesten, die Schüler der
Apostel« c. 3. 61 [In c. 74 heißt
Pilatus der Prokurator des Kaisers
Claudius ].
"Eley%os x. ccvaxQOiti) r. xbevö. yvm-
6£<ag c. 99.
«g§3-
Verlag der J. C. HINRTCHS'schen Buchhandlung in Leipzig.
Als Fortsetzung zu den
GRIECHISCHEN
CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLEEN
DER ERSTEN DREI JAHRHUNDERTE
Herausg. V. d. KiiTlR-uväter-Commission der Kgl. Preuss. Akademie der Wissenschaften.
erschienen soeben :
Hegemotlius. Acta Archelai. Herausgegeben von Charles Henry Beeson. Mit Ein-
leitung und vierfachem Register. (ll7/s Bogen). 1906. M. 6 —
Clemens AlexandritlUS. Stromata Buch I — VI. Herausgegeben von Otto Stäht.ix.
Mit Einleitung. (333/8 Bogen). [Clemens Alexandrinus Band II] 1900. M. 16.50
Früher erschienen :
Adamantius. Der Dialog tcsqI rrfg sig #eov ÖQ&fjq Tcioveuiq. Herausg. v. W. H. van
de Sande Bakhuyzen. Mit JEinleitung u. dreifachem Register. (195/s Bogen.
1901. M 10 —
Clemens Alexandrinus. Protrepticus und Paedagogus. Herausgegeben von Otto
Stäiilin. Mit Einleitung und dreifachem Register zu den Scholien. (27 1/4 Bgen).
[Clemens Alexandrinus Bd. I] 1905. M. 13.50
EuseblUS. Über Constantins Leben. — C's Rede an die Heilige Versammlung. —
Tricennatsrede an Constantin. Hrsg.'v. J. A. Heikel. Mit Einleite, u. dreif. Reg.
(29 V8 Bogen). [Eusebius Band I] " 1902. M. 14.50
— Die Kirchengeschichte mit der lateinischen Übersetzung des Rufinus. Heraus-
gegeben von Ed. Schwartz und Th. Mommsen (fi. I. Hälfte (317/s Bogen).
[Eusebius Band II, i] 1903. _ *M. 16 —
— Das Onomastikon der biblischen Ortsnamen, mit der lateinischen Übersetzung
des Hieronymus. Hrsg. von E. Klostermann. Mit Einleitung, doppeltem
Register und einer Karte von Palästina. (153/s Bogerf.) 1904. [Eusebius,
Band III, i] M. 8 —
— Die Theophanie. Die griechischen Bruchstücke und Übersetzung der syrischen
Ueberliefertfng* Hrsg. V. H. Gressmann. Mit Einleitg u. vierf. Reg. (153/s Bg.)
[Eusebius Band III, 2] 1904. M. 9.50
— Gegeti Marcel! Über die kirchliche Theologie. Die Fragmente Marcells. Hrsg. von
Erich Klostekmann. Mit Einleitung und dreifachem Register. (18 Bogen).
[Eusebius Band IV] 19' IC. M. 9 —
Buch Henoch. Herausgeg. von Jon. Flemming und L. Radermacher. Mit Ein-
leitung und vierfachem Register. (LI 1/4 Bogen). 1901. *M. 5.50
Hippolyt. Kommentar '/.um Buche Daniel und die Fragmente d. Kommentars zum
Hohenliede. Heraus?, v. G. N. Bonwetsch. — Kleine exegetische und homi-
letische Schriften. Herausire«:. von 11. Achelis. (253/4 U. 20 Bogen). [Hip
polyt. Band II L897-; M. 18 —
Koptisch -gnostische Schriften. Die Pistis Sophia. Die beiden Bücher des Jeü.
Unbekanntes altgnostisches Werk. Beraüsgegeben von Carl Schmidt. Mit
Einleitung und dreifachem Register. 27y2 Bogen) [Koptisch-gnostische
Schriften Bd. I 19Q5. ■ M 13.5C
Oracula Sibyllina. Bearbeitet von Joh. Gefecken. Mil Einleitung und doppeltem
Register fis> . Bogen . 1902. M- •l-r,tl
Fortsetzung auf lex S. 1 mschlagseite.
DES HEILIGEN IRENÄÜS
SCHRIFT ZUM ERWEISE
DER APOSTOLISCHEN VEBKÜNDIGUXG
EIS EniJElSIN
TOT ATIOSTOAIKOT KHPTTMATOS
IN ARMENISCHER VERSION ENTDECKT
HERAUSGEGEBEN UND INS DEUTSCHE ÜBERSETZT
VON
LiC. Dr. KARAPET TER-MEKERTTSCHIAN
UND
LlC. DR. ERWAND TER- MIN ASSI ANTZ
MIT EINEM NACHWORT UND ANMERKUNGEN
fc VOM
ADOLF HARNACK
mm*
SSKafiB
LEIPZia
J. C. HINRICHS'sche BUCHHANDLUNG
1907
G. IM. BONWETSCH
DIE UNTER HIPPOLYTS NAMEN ÜBERLIEFERTE
SCHRIFT ÜBER DEN GLAUBEN
HUGO KOCH
VINCENZ VON LERIN UND GENNADIUS
HUGO KOCH
VIRGINES CHRISTI
LEIPZIG
J. C. HINRICHS'SCHE BUCHHANDLUNG
1907
Verlag der J. C. HINRICHS'schen Buchhandlung in Leipzig.
TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN ZUR GESCHICKTE DER
ALTCHRISTLICHEN LITERATUR
ARCHIV FÜR DIE GRIECHISCHEN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER
DER ERSTEN DREI JAHRHUNDERTE
Herausgegeben von 0. von Gebhardt und A. Harnack.
Inhalt der Dritten Reihe (hrsg. von A. Harnack und G. Schmidt) Bd. XXXI u. ff.
Neueste Hefte:
Bonwetsch, G. N., Die unter Hippolyts Namen
überlieferte Schrift über den Glauben. Nach
einer Übersetzung der in einer Schatberder
Handschrift vorliegenden georgischen Ver-
sion. 36 S. — Koch, H. , Vincenz von Lerin
und Gennadius. Ein Beitrag zur Literaturge-
schichte des Semipelagianismus. 22 S. —
Koch, H., Virgines Christi. Die Gelübde der
gottgeweihten Jungfrauen in den ersten drei
Jahrhunderten. 54 S. 1907. (XXXI, 2) M. 3.50
Irenäus, des hl., Schrift zum Erweise der apo-
stolischen Verkündigung. Äs hii#st£<j> tov
ujtooToXixoi xrjvvyfiaroq. In armenischer Version
entdeckt, hrsg. und ins Deutsche übersetzt
von Licc. Dr. Karapet Ter-Mekerttschian und
Erwand Ter-Minassiantz. Mit einem Nach-
wort und Anmerkungen von Ad. Harnack.
VIII, 69 u. 68 S. 1907. (XXXI,1) M. 6 —
Inhalt der NF. (Zweite Reihe, Bd. XVI- XXX).
Achelis, H., Hippolytstudien. VIII, 233 S. 1897.
(NF. I, 4) M. 7.50
Augar, F., Die Frau im römischen Christen-
process. Ein Beitrag zur Verfolgungsge-
schiehte der christlichen Kirche im röm.
Staat. 82 S. (Mit Harnack und Sehultze. NF.
XIII, 4.) H. 4.50
Bauer, Ad., Die Chronik des Hippolytos im
Matritensis graecusl2l. Nebst einer Abhand-
lung über den Stadiasmus Maris Magni von
Otto Cuntz. Mit 1 Abbildimg im Text und
5 Tafeln. VI. 288 S. 1905. (NF.XIV, 1) M. 8.5n
Berendts , A. , Die Zeugnisse vom Christentum
im slaviscben de bello Judaico des Josephus.
III, 79 S. 1906. .. (NF XIV, 4) M. 2.50
— Die handschriftl. Überlieferung d...Zacha-
rias- u. Johannes -Apokryphen. — Über d.
Bibliotheken d. Meteorischen u. Ossa-Olymp.
Klöster. IV, 84 S. 1904. (NF. XI, 3) M. 2.70
Bonwetsch, G. N., Studien z. d. Komm. Hippolyts
zum Buche Daniel n. Hohenliede. IV, 86 S.
1897. (NF. I, 2) M. 3 —
— Drei georgisch erhaltene Schriften v. Hippo-
lytus. XVI, 98 S. 1904. (NF. XI, la) M. 3.50
— Hippolyts Kommentar z. Hohenlied auf Grund
v. N. MARR'sAusg. d. grusin. Textes herausg.
108 S. 1902. (s. Harnack)
Bratke, E., Das sogenannte Religionsgespräch
am Hof der Sasaniden. IV, 305 S. 1899. (Mit
Harnack, Cyprian.SchriftenNF.IV, 3) M. 10.50
Die syrische Didaskaliaübs. u.erkl.v.H.ACHELisu.
J. FLEMMrNG.VHI,388S. 1904. (NF.X,2) M. 12.50
Dobschütz, E. von, Christusbilder. Untersuchun-
gen zur christlichen Legende. XII, 294, 336
und 357 S. 1899. (NF. III) M. 32 —
Erbes, C, Die Todestage der Apostel Paulus
und Petrus und ihre römischen Denkmäler.
IV, 138 S. 1899. (Mit Harnack, Ketzerkatalog
und Goetz, Cvprian NF. IV. 1) M. 5.50
Flemming, J., Das BuckHenoch. Äthiop.Text, Einl.
Komm. XVI, 172 S. 1902. (NF. VII, 1) M. 11 —
Gebhardt, ..0. v., Passio S. Theclae virginis. Die
latein. Übersetzgn. der Acta Pauli et Theclae
nebst Fragm., Auszügen u. Beilagen herausg.
CXVIII, 188 S. 1902. (NF. VII, 2) M. 9.50
Geffcken, J., Komposition u. Entstehungszeit d.
Orac. SibylL IV,78S. 1902. (NF. VIII, l) M.2.50
Goltz, Ed. v.d., Tischgebete u. Abendmahlsgebete
in d. altchrisilichen u. in der griechischen
Kirche. 67 S. 1905. (NF. XIV, 2b) M. 2 —
— Aüyo$ öwT^pt'a; jr^og tt/v nupdävov (de Virgini-
tate). Eine echte Schrift des Athanasius.
IV, 144 S. 1905. (NF. XIV, 2a) M.5 —
— Eine textkrit. Arbeit d. 10. bez. 6. Jh., hrsg.
nach e. Codex d. Athoskl. Lawra. Mit 1 Tafel.
VI, 116 S. 1899. (NF. II, 4) M. 4.50
Goetz, K. G.,D. alte Anfang u. d. Ursprung). Form
v.Cypr. Schrift ad Donatum. 16 S. 1899. (s. Erbes)
Gressmann, H., Studien zu Euseb's Theophanie.
XI, 154 u. 69 S. 1903. (NF. VIII, 3) M. 8 —
Haller, W., Jovinianus, dieFragm.s. Schriften -U-.
VIII, 159 S. 1897. (NF. II, 2) M. 5.50
Harnack, A., D. pseudocypr. Trakt, de singu-
laritate cleric. e. Werk d. donatist. Bisch.
Maerobiusin Rom. (72 S.) — D. Hypotyposen
d. Theognost. (20 S.) — D. gefälschte Brief d.
Bisch.Theonas an d.OberkammerherrnLucian.
(25.S.) 117 S. 1903. (NF. IX, 3) M. 3.50
— Über verlorene Briefe und Actenstuck'-,
die sieh a. d.Cyprian. Briefsammlg. ermitteln
lassen. 45 S. 1902. (Mit Klostermann, u. Bon-
wetsch, NF. VIII, 2) M. 5.50
— Der Ketzer-Katalog des Bischofs Maruta
von Maipherkat. 17 S. 1899 (s. Erbes)
— Die Pfaffschen Irenäns-Fragmente als
Fälschgu. Pfaffs nachgewiesen. — Patrist.
Miscellen. III, 148 S. 1900. (NF. V, 3) M. 5 —
— Diodor v. Tarsus. IV, 251 S. 1901. (NF. VI. H
M. 8 —
— Analecta zur ältesten Gesch. d. Christen-
tums in Rom. 10 S. (Mit Koetschau und
Klostermann. NF. XIII. 8.)
— Drei wenig beachtet» Cvprianische Schriften
und die „Acta Pauli". 34 S. 1899. (s. Bratke)
— Der Vorwurf des Atheismus in den drei
ersten Jahrhunderten. 16 S. 1905. (Mit
Sehultze und Augar. NF. XIII, 4) M. 4..v>
Holl, K., Fragmente vornieän. Kirchenväter
aus d. Sacra parallela. XXXIX, 241 S. 1899.
(NF. V, 2) M. 9 —
— Die Sacra parallela des Johannes Damas-
cenus. XVI, 392 S. 1897. (NF. I, 1) M. 12 —
Janssen, R.,D.Johannes-Ev.n.d.Paraph.d.Nonnus
Panopolit, IV, 80 S. 1903. (NF. VIII, 4) M. 2.SQ
Jeep, L, Zur Überlieferung des Philostorgios.
33 S. 1899. (s... Wobbermin) Nicht einzeln.
Klostermann, E., D. Überlief, d. Jeremia-Homilien
d.Origenes. VI, 116 S. 1897. (NF. I, 31 M. 3.50
— Eusebius' Schrift xifl tüv tokixCv <V
tüv iv rj -»elf yt>c«ps. 28 S. 1902. (s. Harnack >
Fortsetzung auf der dritten Umschlagseite.
DIE UNTER HIPPOLYTS NAMEN
ÜBERLIEFERTE SCHRIFT
ÜBER DEN GLAUBEN
NACH
EINER ÜBERSETZUNG DER GEORGISCHEN VERSION
HERAUSGEGEBEN VON
G. NATHANAEL BONWETSCH
YINCENZ VON LEKIN UND GENNADIÜS
VON
HUGO KOCH
VIRGINES CHRISTI
VON
HUGO KOCH
-w
■-■;
LEIPZIG
J. C. HINRICHS'schk BUCHHANDLUNG
L907
TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN
ZUR GESCHICHTE DER ALTCHRISTLICHEN LITERATUR
ARCHIV FÜR DIE VON DER KIRCHENVÄTER-COMMISSION
DER KGL. PREDSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UNTERNOMMENE
AUSGABE DER ÄLTEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER
HERAUSGEGEBEN VON
ADOLF HARNACK UND CARL SCHMIDT
31. BAND HEFT 2
Druck von August Pries in Leipzig
DIE UNTER HIPPOLYTS NAMEN
ÜBERLIEFERTE SCHRIFT
ÜBER DEN GLAUBEN
NACH EINER ÜBERSETZUNG
DER IN EINER SCHATBERDER HANDSCHRIFT
VORLIEGENDEN GEORGISCHEN VERSION
HERAUSGEGEBEN VON
G. NATHANAEL BONWETSCH
Text-, it. Untersuchungen etc. 31, 2
Inhalt.
Seite
Einleitung 1
Text 12
S = russische Übersetzung.
K = Karbelovs Bemerkungen.
Von den unter dem Namen Hippolyts in einer georgischen
Handschrift des Klosters Schatberd erhaltenen Abhandlungen
habe ich in N. F. Bd. VIII, 2 der „Texte und Untersuchungen" die
Erklärung des Hohelieds auf Grund der Ausgabe N. Marrs (St.
Petersburg 1901) und in N. F. Bd. XI, la die Erklärung des
Segens Jakobs und des Segens Moses und die Schrift über David
und Goliath nach einer von dem Priester V. Karbelov angefer-
tigten russischen Übersetzung herausgegeben. Im Schatberder
Kodex reiht sich jenen exegetischen Abhandlungen (unter denen
die über das Hohelied an vierter Stelle steht) die Schrift Hippo-
lyts De antichristo an. Sie zu edieren ist hier kein Anlaß;
vielmehr läßt die mir ebenfalls von Karbelov zugegangene Über-
setzung der georgischen Version dieser Schrift erkennen, wie
gegenüber dem von ihm dargebotenen Wortlaut eine Zurück-
haltung am Platze ist, und daß ich nicht ohne Grund meine
Ausgabe als eine durchaus nur vorläufige anzusehen gebeten habe
(Bd. XI, la S. III). Erst die Verwertung der armenischen Vor-
lagen der georgischen Version, für die Schrift über den Segen
Jakobs aber auch zugleich des in den Handschriften der Meteora-
klöster erhaltenen griechischen Originals (vgl. A. Berendts in
diesen „Texten und Untersuchungen" N. F. XI, 3 S. 72 ff.), wird
einen gesicherteren Text zu bieten imstande sein. — Dagegen
überrascht durch ihre große Treue in der Wiedergabe des ur-
sprünglichen Textes Karbelovs russische Übersetzung der georgi-
schen Version der zweiten unter den beiden weiteren Ab-
handlungen der Schatberder Handschrift, als deren Verfasser
ebenfalls Hippolyt bezeichnet ist, „Über die Gestalt des Ge-
lübdes". Ich habe auch diese Schrift auf Grund von Karbelovs
Übersetzung ins Deutsche übertragen und dann gesucht, ihr
ihre Stelle in der asketischen Literatur zuzuweisen. Die Züi^e
des in ihr vorausgesetzten Mönchtunis wiesen in das 4. Jahr-
4 Bonwetsch, Hippolyts Schrift
hundert, sie weckten schließlich in mir auch eine Erinnerung an
das von Aphraates in seiner Homilie über die „Bundesbrüder"
Gesagte. Eine Vergleichung zeigte, daß es sich um nichts an-
deres als eine treue Übersetzung dieser Schrift ins Georgische
(vermittelt durch eine armenische Version) bandelt, wenn schon
gerade die charakteristische Bezeichnung der „Einsamen" als
„Bundesbrüder" fehlt. Eine Wiedergabe an dieser Stelle wäre
daher zwecklos. In der Schatberder Handschrift fehlt ein Blatt
entsprechend S. 93, 31 bis S. 95, 30 der Übersetzung der Homi-
lien des Aphraates durch G. Bert („Texte und Untersuchungen"
III, 3. 4). Hier und da zeigen sich kleine Abweichungen. Z. B.
S. 97, 11 fügt der Georgier nach „heiligte" hinzu: „durch die
Beschneidung seines Sohnes"; S. 111, 22 heißt es statt „seit der
Ankunft unsers Erlösers; sondern raubt und stiehlt nur" viel-
mehr „durch das Kreuz Christi und das heilig Bewahren unserer
Leiber; sondern nur durch Schein verlockt und heimlich stiehlt
er"; S. 113, 14 f. statt: „Und vor den Spöttern hüte dich. Denn
wer spottet und höhnet über seinen Bruder" ausführlicher: „und
alle, die den Herrn fürchten, welche das Gelübde gaben und es
bewahren mögen. Denn er spricht: Wenn ihr gelobt habt, so
erfüllet es auch dein Herrn eurem Gott (Ps. 76, 12). Hütet euch
vor aller Trägheit und sinnet über das Gesetz des Herrn Tag
und Nacht. Schandbares Wort und Unverschämtheit tut hin-
weg aus eurem Mund, was würdig macht der Verurteilung und
wodurch der Mensch befleckt wird". Am Schluß ist nach den
Worten „gedenke meiner des Sünders in deinem heiligen Gebet"
(bei Bert: „gedenke meiner Sünde in deinem Gebet") hinzuge-
fügt: „Und alle zumal bekennen wir Lob und Preis dem Vater
und dem Sohne und dem heiligen Geist jetzt und immerdar
und in alle Ewigkeit. Amen"; ebenso ein Zusatz wohl des Über-
setzers, wie das Weitere der eines Abschreibei's: „0 heiliger Vater
Hippolyt, sei mir, dem Vater Johannes, Fürsprecher vor unserm
Herrn Jesus Christus! Dieser Brief ward auf ihre Kosten ge-
schrieben; wer ihn lesen wird, benedeit, bittet für sie!"
Der Abhandlung „Über die Gestalt des Gelübdes" geht in
der Schatberder Handschrift eine solche voran „Über den
Glauben" S. 390 b bis 410 b. — Ihr Inhalt ist folgender:
C. 1 stellt voran als durch die Taufe überkommen das Be-
kenntnis zur Trinität, deren Gleichheit und Einheit stark betont
„Über den Glauben". 5
wird. Unsere zusammengesetzte Natur ist unzulänglich für eine
volle Erkenntnis des schlechthin einfachen, über alles erhabenen
und durchaus vollkommenen Wesens Gottes (c. 2. 3). Durch die
heiligen Schriften aber hat sich Gott als der Dreieinige in seiner
Einheit wie in seiner Unterschiedenheit offenbart (c. 4. 5). Der
Vater ist ungezeugt, der Sohn vor den Äonen in rein geistiger
Weise gezeugt, der Geist ausgehend vom Vater, aber mit Vater
und Sohn eins im Wesen und Werk; — so bekennen wir im
Gegensatz zum Heidentum den Einen Gott, im Gegensatz zum
Judentum und Sabellius die Dreiheit (c. 6 — 8). Auch der durch
die Geburt von der Jungfrau, die er sich zum Tempel geheiligt,
Mensch Gewordene bleibt Eines Wesens mit dem Vater und un-
getrennt. Seine Erniedrigung in der Menschwerdung ist seine
eigene Tat und ein Erweis seiner Allmacht. Durch sie eint er
sich, seiner Gottheit nach unverändert und allgegenwärtig und
in seiner Fleischwerdung die größte aller Gnadengaben, den Leib
von der heiligen Jungfrau, um die Welt zu retten und den Fluch
in Segen zu wandeln. In Erfüllung der Schrift ward der Herr
der geistigen Mächte auch vollkommen Mensch und hat, nur an
seinem Fleisch nach freiem Willen leidend, seine vollkommene
Macht offenbart und auch die im Hades Eingekerkerten errettet.
Die an ihn Glaubenden werden selig. Im Gegensatz zu denen,
welche jetzt lehren: „Es wTar einst, da der Sohn nicht war", wie
zu Sabellius bekennen wir eine ewige Trinität (c. 9 — 12). Des
Sohnes wahrhaftige Menschwerdung nach Leib und Seele ge-
schah zur Errettung des Menschen; dazu hat er gelitten, ist auf-
erstanden, aufgefahren und wird zum Gericht wiederkommen.
Sündlos, ist er freiwillig gestorben, der Hirte für die Schafe, um
durch seinen Tod die Menschen lebendig zu machen. Das Holz,
das zur Sünde verführt hatte, hat als Holz des Kreuzes vom
Götzendienst zurückgeführt; die Kirche ist nun die Braut Christi;
der Getaufte hat die Gabe der Sohnschaft und das ewige Reich,
ein jeder in Erneuerung des Leibes und nach seinen Taten
(c. 13. 14). Dies zu verkündigen hat Christus bei seiner Auffahrt
seine Apostel ausgesandt und ihnen den heiligen Geist gegeben.
Dieser ist gleich vollkommen wie Vater und Sohn und mit
ihnen ungeteilten Wesens und Wirkens (c. lä. 16). In seiner
Teilnahme an der Unbegrenztheit Gottes wird der Sohn zumal
offenbar werden, wenn er wiederkommt in Herrlichkeit, um den
ß Bonwetsch, Hippolyts Schrift
ihn Liebenden, auf Grund seiner der menschlichen Vernunft un-
begreiflichen Erniedrigung, je nach ihrem Verdienst Wohnungen
zu bereiten. Durch seine Erniedrigung und Erhöhung werden
wir Söhne Gottes (c. 17. 18). Halten wir daher fest an dem Be-
kenntnis zu der in sich gleich vollkommenen, für uns Geschaffene
unfaßbaren, Dreieinigkeit (c. 19)!
Soweit der Inhalt der Schrift. Von einer Abfassung durch
Hippolyt kann keine Rede sein, obgleich es an Berührungen mit
Gedanken Hippolyts nicht völlig fehlt. Auf Sabellius nicht nur
(8, 1. 12, 2), sondern auch auf die arianischen Streitigkeiten wird
deutlich Bezug genommen (12, 1), wenn solcher gedacht wird, die
lehren: ,.Es war einst, da der Sohn noch nicht war" und: „Bis
zur Geburt war er nichts" und: „Aus dem Nichts gleichsam ist
er geboren" l. — Auch Aphraates kann der Verfasser der Schrift
nicht sein. Die Abhandlung über den Glauben, auf welche die
Schrift über die Gestalt des Gelübdes zurückweist, ist die erste
Homilie des Aphraates. Dieser hat bekanntlich die arianischen
Kämpfe nirgends berücksichtigt. Der ganze Charakter der zweiten
Schrift ist ein anderer als der der ersten.
Zur Bestimmung der Abfassungszeit der Schrift „vom Glauben"
dient, daß die Arianer als die Zeitgenossen des Verfassers er-
scheinen; denn sie sind es, von denen er sagt: „Viele sind jetzt von
dem wahren Glauben abgewichen, und es scheint ihnen, als hätten
sie etwas gefunden, und sie haben doch nichts gefunden" (11, 9).
Die Entscheidung der Kirche gegen sie ist bereits gefallen (solche
Häretiker verdammt die katholische Kirche" 12, 2); aber der
Streit ist offenbar noch nicht ausgefochten, und die Arianer ver-
treten noch mit einem gewissen Selbstbewußtsein ihre Sache.
Weist schon dieser Umstand mit Wahrscheinlichkeit in das vierte
Jahrhundert und nicht in eine spätere Zeit, so findet dies auch
seine Bestätigung durch das Fehlen eines jeden Gegensatzes in
der Christologie. Sicher ist jedenfalls, daß nach dem Chalcedo-
nense nicht mehr so über die Person Christi geschrieben werden
konnte, wie dies in unserer Abhandlung geschieht. Aber über-
haupt ist jede Andeutung über christologische Differenzen zu
vermissen. Selbst irgendwelche Bezugnahmen auf apollinaristische
1) Der Satz: „Konnte er etwa durch die "Wirkung eines andern sogar
im Verborgenen sein?" ist unverständlich und -wahrscheinlich eorrmnpiert.
„Über den Glauben".
Lehren fehlen. Dagegen wird die Gottheit des Geistes nicht
weniger bestimmt als die des Sohnes hervorgehoben. Er ist des-
selben Wesens (oiioovöiod) mit dem Vater und Sohn, sein Wirken
ist eins mit dem ihren, er spendet das Leben, und auch ihm
singen die himmlischen Mächte das dreimalige Heilig, „denn
Eine ist die Herrschaft der heiligen Dreieinigkeit" (c. 7). Somit
gehört diese Schrift erst in das letzte Drittel des vierten Jahr-
hunderts. Dieser Zeit entspricht es, wenn so entschieden „Ein
Wesen, Eine Natur (Substanz), Ein Herr, Eine vollkommene
Dreieinigkeit, Ein vollkommener Gott, Eine Kraft, Eine Macht.
Eine Herrschaft, Eine einheitliche Herrlichkeit, Ein ungeteiltes
Licht, Eine ungeteilte Vollkommenheit" bekannt wird (19, 2).
Dazu kommt, daß gerade diese Zeit es auch ist, in der gegen
Eunomius (vgl. z. B. Ulimann, Gregor von Nazianz, Gotha 1867,
S. 223 ff.) die Unbegreiflichkeit Gottes verfochten wurde; eben
diese aber kann unser Verfasser gar nicht nachdrücklich genug
betonen. Niemand vermag das Wesen Gottes entsprechend seiner
Wirklichkeit zu erklären (2, 1); der Mensch, dies zusammen-
gesetzte Wesen, kann Gottes schlechthin vollkommenes Wesen
nicht erfassen, und auch die Himmel und das Überhimmlische
sind dazu nicht imstande (2, 2. 3). Selbst Gottes Offenbarung
erschließt ihn nur soweit, als es der menschlichen Schwachheit
entspricht (3, 1; vgl. 3. 2 „Er selbst nur offenbart sich in dem
Maß, als er geschaut werden kann"). Seine Schrecklichkeit ver-
hüllend, zeigt er sich so, daß ihn die Heiligen mit den Augen
des Geistes zu schauen vermögen (3, 3). Und wie am Ein-
gang der Schrift die Unerkennbarkeit Gottes hervorgehoben
wird, so auch am Schluß: „Geschaffene und Gemachte sind wir.
Wie vermögen wir zu erforschen und zu erkennen den Aller-
höchsten? Wir, die wir einen Anfang genommen haben und Ge-
borene sind, den Anfangslosen? Wie können wir den Unerreich-
baren erforschen?" Auch dies deutet somit in das ausgehende
vierte Jahrhundert.
In einiger Hinsicht läßt sich unserer Abhandlung ihre Stelle
noch bestimmter zuweisen. Die Gestalt des Symbols nämlich,
die sie vertritt, kehrt in mehreren untereinander eng zusammen-
hängenden Formeln wieder. Auf die Berührung mit den armenischen
Symbolformeln machte mich mein Kollege Kattenbusch sofort
aufmerksam. Unabhängig davon ergab sich mir aus der Wieder-
g Bonwetsch, Hippolyts Schrift
kehr der Charakteristika die Verwandtschaft mit der längeren
Formel des Epiphanius, mit der dem Athanasins irrtümlich zu-
geschriebenen 'EQfiqvda eiq rb OvfißoXov, mit der unter dem
Namen des Basilius gehenden Auslegung (Ex&tOig) des
Nicänischen Symbols und mit dem längeren Bekenntnis der
armenischen Kirche (vgl. Hahn, Bibliothek der Symbole3, Bres-
lau 1897, S. 135 ff. 308 ff. 151 ff.; zu dem armenischen Bekenntnis
auch Arsak Ter Mikelian, Die armenische Kirche in ihren Be-
ziehungen zur byzantinischen, Leipzig 1892, S. 18 ff.)1. Die Be-
rührung mit diesen Symbolformen habe ich durch Mitteilung der
Parallelen zu 12, 2. 13, 1. 2 gezeigt. Wie aus diesen ersichtlich,
ist das Verhältnis zu der durch einen venezianischen Kodex Ba-
silius zugeschriebenen "Exd-toiq Jtlöxtcoq xmv TQiaxooicov ir[ na-
rtgoav das innigste. In beiden fehlt z. B. (vgl. zu 12, 2) das in
den andern Formeln wiederkehrende oixovv sv ayioiq; wie die
"Exfrtöiq bietet auch unsere Rede 13, 1 nur ocöiia und tyvyrj,
ohne des vovq zu gedenken; im Unterschied auch von der "Ex-
■deoiq enthält das Symbol unserer Rede „unter Pontius Pilatus"
mit dem Nic.-Const. Die "Ex&sötq ist nach Kattenbusch, Das
apostolische Symbol I (Leipzig 1894) S. 310 ff., eine Umprägung
des längeren Symbols des Epiphanius; Kattenbusch möchte sie
in die Jahre 390 — 400 ansetzen. J. Catergian2 hat S. 21 ff. die
"Exfreotq in lateinischer Übersetzung aus 2 armenischen Codices
der Wiener Mechitharistenbibliothek (cod. 33 u. D. 12; jetzt, nach
Dashian, Catal. d. armen. Handschr. d. Mechith.-Bibl. zu Wien,
Kr. 276 Bl. 44a und 235 Bl. 4a) mitgeteilt, deren armenischen
Text er auf Grund der Sprache mit Sicherheit der ersten Hälfte
des fünften Jahrhunderts zuweist. Als Verfasser der 'Ex&soiq
wird der „Mönch Euagrius Ponticus" bezeichnet, undKattenbusch
ist geneigt, ihn tatsächlich dafür zu halten (S. 319). Benutzt ist
der Text der "Ex&eöiq schon in dem Briefwechsel des Katholikos
Isaak mit dem Patriarchen Proclus um 435 (vgl. Catergian S.21f.).
Für Euagrius als den Verfasser spricht in der Tat nicht Weniges;
nur sind leider seine Schriften zumeist nur syrisch und armenisch
1) Erwand Ter-Minassiantz, Die armen. Kirche in ihren Beziehen.
zu d. syr. Kirche (Texte u. Unters. N. F. XI, 4. Leipzig 1904 ' bietet für
unsere Frage nichts.
2) De fidei symbolo quo Armenii utuntur observationes, Wien lv:;.
„Über den Glauben". g
erhalten und noch nicht ediert. Unter den vonWright cod. 567.
568. 727. 743. 744. 752. 785. 789 und von Assemani, Bibliotheca
orientalis I und von Dashian 1. c. aufgezählten Werken des Eua-
grius befindet sich, so viel ich sehe, unsere Schrift nicht. Das
Interesse des Euagrius war nach den Resten seiner schriftstelle-
rischen Tätigkeit zu urteilen ein vorwiegend praktisches (vgl.
auch 0. Zö ekler, Bibl. und kirchenhist. Studien Heft 4. Eua-
grius Poatikus, München 1893. S. 57). Aber dem Schüler des
Gregor von Nazianz fehlte sicher auch das dogmatische nicht.
Es galt speziell der Trinität (ßaoileia &eov loxi yvcööig x?jq aylag
TQidöog, Migne SG 40 Sp. 1221 D), aber „Gott ist ihm zunächst
ftovaq, weiterhin Ivag und erst in letzter Linie cr/la rgiag'1
(Zöckler, S. 72 unter Heranziehung eines Scholions des Maximus
zu Dion. Areop. De hier. cael. 7 Evaygwg . . rprjol rovro' avrog
toxi iiovag. ssrecö/j rb &eiov axXovv xcä aötaigeröv eöriv).
Euagrius lehnte ab, daß menschliche logische Kategorien auf
das Göttliche als das schlechthin Einfache übertragen würden
(Socr. III, 7: livaygiog öl Iv reo uovayi/.ü) rrQOJcezcog fisv xal
ajtsQiOy.t'jtrcog &eoXoyüv ccjroGi\ußovXev£i' ogueö&ai de ojg cijcXovv
rb &eZov üiavxr\ aJtayoQsvsL' rrbv yag övvd-szcop elvai rovg
oqovq q>7)0iv. Daher vielmehr oiconfj -tgooxvvelofra) rb aggrjxov).
Stimmt dies mit der Tendenz unseres Verfassers zusammen, so
wTürde es auch den Beziehungen des Euagrius zu Gregor von
Kazianz (vgl. Preuschen, Prot. Realenc. 5,651,25) entsprechen,
daß wie dieser (vgl. Holl, Amphilochius von Ikonium, Tüb. u.
Leipz. 19(14, S. 168 f.) so auch unser Verfasser die Besonderheiten
der trinitarischen Hypostasen in der ayevvt]ola, yevv?]Giq und
txxogevötg erblickt. Er hat dafür schon eine feste Formel: 5, 1
„Denn der Vater ist nicht erzeugt (ebenso 6, 1) und ist Er-
zeuger, und der Sohn ist nicht Erzeuger und ist erzeugt, und
der heilige Geist ist nicht Erzeuger noch erzeugt, sondern hervor-
gehend und herabgesandt'-; c. 7 „der heilige Geist, der ausgeht
von dem ewig seienden Vater"; 9, 3 „kennen den gezeugten Sohn
und bekennen den Ausgang des Geistes durch ihn". Dagegen
begegnet, soviel sich urteilen läßt, in unserer Schrift noch nicht,
der, wie Holl S. 240 ff. gezeigt hat, wahrscheinlich von Amphi-
lochius geprägte Terminus xgöxog x7jg vjrag^ecog. Zu beachten
isi für die Frage der etwaigen Zugehörigkeit unserer Schrift an
Euagrius auch die Verbindung der Ex&t Gig mit dem pseudo-
10 Bonwetsch, Hippolyts Schrift
athanasianischen Syntagrna (Migne, Patr. gr. 28 Sp. 1637 ff. und
Sp. 836 ff.); bestimmter wird sich vielleicht jene Fra^e nach einer
Oesamtedition der Schriften des Euagrius beantworten lassen.
Auch mit Didynius, wie dessen Theologie jüngst J. Lei-
poldt, Didymus der Blinde von Alexandria (Texte und Unters.
N. F. 14, 3. Leipz. 1905), gezeichnet hat, bestehen unverkennbar
verwandte Züge; nur daß bei der Unsicherheit des Wortlautes
unseres Autors eine gewisse Zurückhaltung angezeigt erscheint,
auch das scharfe Urteil über die Häretiker 12, 1 der verhältnis-
mäßig milden Art der Polemik des Didymus (Leipoldt S. 33)
nicht recht entspricht. Schon der Name des von Holl dem Di-
dymus vindizierten (Ztschr. f. Kircheng. 25, 3 S. 380 ff.) Aoyoc
xarcc 'Ageiov xcu JJaßeZZLov erinnert an die Polemik unsers Ver-
fassers gegen beide. Wie Didymus bedient auch er sich gern
des Terminus ofioovoioc. Wie jener (Leipoldt S. 108 ff.) betont
auch er mit Nachdruck, daß die Trias Eine ist (vgl. ob. S. 7).
Er sagt dies insbesondere auch wie jener (Leipoldt S. 114 f.)
von dem Willen und dem Wirken der Trinität aus: 4, 2 „Ein
vollkommener Wille ist bei der unerklärbaren und unerforsch-
lichen Einheit'-; c. 7 „Ein Wirken ist des Vaters und des Sohnes
und des heiligen Geistes"; 16, 4. 5 die Sendung der Apostel ge-
schah durch den Willen der „unteilbaren Dreieinigkeit"; „wie
der Vater und der Sohn und der Geist gleich sind nach der
Gottheit, waren sie (die Apostel) auch in den Werken des Vaters
geheiligt"; vgl. 16,2 „ein vollkommener Vater, ein vollkommener
Sohn und ein vollkommener heiliger Geist. Schöpfer ist der
Vater, Schöpfer ist der Sohn, Schöpfer ist der heilige Geist".
Mit 4, 2. 19, 2 kommt überein, daß Didymus gern von f/la ßaöiXeia,
lila ötojiorsia, tula övvaiuc und fiia xvQiOTfjq redet (Leipoldt
S. 116). Insbesondere auch der heilige Geist ist durch nichts vom
Vater geschieden (16, 6). Er ist nicht xziöfia oder dovZov (7, 1,
vgl. Holl S. 118 über die Kappadozier, Leipoldt S. 119 über Di-
dymus). Der Sohn aber ist ajiafrmc und avaQXcoc vom Vater
gezeugt bei unserm Verfasser (6, 2) wie bei Didymus (Leipoldt
S. 125). — Wenigstens die Stelle in der dogmengeschichtlichen
Entwicklung, wohin unsere Schrift gehört, dürfte damit gezeigt sein.
Von unserem Verfasser wird auch die Frage erörtert, warum
der Sohn und der Geist nicht Brüder sind (5, 2). Das Werk der
Erlösung besteht darin, daß Christus Mensch geworden ist, um
„Über den Glauben". \{
die in ihrem Wesen selbst den feuergleichen Geistern unschau-
bare Gottheit zu offenbaren (11,4. 5) und als Mensch vom Himmel
den ersten Menschen zu erneuern (11, 3). Seiner Gottheit nach
unveränderlich und leidenslos (11,6), hat er doch Leib und Seele
angenommen (13, 1), als ein Mensch gelebt und wirklich gelitten
(13, 2) und ist schuldlos und nach freiem Willen gestorben (13,
3. 4), um die durch den Tod Gefangenen zu befreien (11,7. 13,4).
Da der Tod sich an ihm vergriff, hat er den Tod getötet und
den sterblichen Menschen lebendig gemacht (13, 5) und bringt
nun durch das Holz des Kreuzes die durch den Betrug des
Götzendienstes Verführten zurück (14, 1). Er ist das rechte Opfer
im Gegensatz zum heidnischen Opferdienst, die Kirche mit ihren
Gliedern ist seine Braut (14, 2). Die Taufe verleiht nunmehr
auf Grund der Menschwerdung des Sohnes Gottes die Gottes-
sohnschaft (14, 3. 17, 4. 18, 2), und durch die Auferstehung wird
ein jeder in seiner Eigenart auch leiblich wiederhergestellt (14, 4).
Je nach ihren Taten (14, 4) und Verdiensten, daher auch für die
"Würdigen in verschieden abgestufter Seligkeit, wird allen geistigen
Wesen ein Ort bereitet (17, 2).
In irgendwelchem Zusammenhang mit der Taufhandlung
(18, 2. 3. 19, 1) scheint unsere Rede zu stehen.
Einer Verwertung derErklärungHippolyts zumHohe-
lied sei hier noch zu gedenken erlaubt. In den Paläen, einer im
griechischen Original verlorenen, aber nach Karbelovs Angaben
auch georgisch in der Schatberder Handschrift erhaltenen Aus-
legung des Alten Testaments bis zu den Propheten, wird die
kurze Erklärung des Hohelieds zum Teil Hippolyt entnommen.
Der Verfasser schöpft offenbar aus der Catene, die wir nur noch
in der altslavischen Übersetzung besitzen.
„Die erklärende Paleja nach der Kolomnaer Handschrift des
Jahres 1406", Moskau 1896, S. 413b:
„Über das Hohelied Salomos. Im Auszug. 1. Siehe wiederum
Salomo über seine Menschwerdung. „Und siehe, so kommt er
springend über die Berge und hinüberspringend auf die Hügel''
(Höh. 2, S). Was ist das Springen? (Hipp., In Cant, 21, 2). Das
Wort sprang [auf die Propheten und lehrte sie weissagen. Philo:
Denn wie in den Bergen beim Aufgehen der Sonne die Strahlen
12 Bonwetsch, Hippolyts Schrift
des Lichts zuerst auf den Gipfeln der Berge erscheinen, so sprang"
es auf die Propheten, und sie weissagten von Christus. Und
hernach sprang es] von dem Himmel in den Leib der Jungfrau.
Es sprang aus dem Mutterleib und trug das Fleisch der mensch-
lichen Natur. Es sprang auf die Apostel, welche es zu Säeleutt-n
des Wortes in der Welt bereitete. Es sprang an das Holz des
Kreuzes, damit es die Heiden herbeiziehe. Es sprang nun in den
Hades, damit es auch die Toten auf erwecke. Der neuen Auf-
erstehung Ökonomie! Es sprang nun von der Erde in den
Himmel und setzte sich so zur Rechten des Vaters. — 2. Von
seiner Geburt sprach Salomo. „Auserwählt" vom Vater weil
höher als Wort und Erkenntnis. Es ist seine Geburt von der
Jungfrau, Christi selbst, des Gottes und Herrn. 3. Von der Syna-
goge der Juden und von den Aposteln sprach wieder Salomo zu
ihnen: „Dem Wagen Pharaos habe ich dich verglichen, meine
Nächste" (Hob. 1, 9) Hippolyt (Upolit; vgl. Hipp., In Cant. 8,
1 — 5). 0 der großen Geheimnisse! Von der Synagoge des Rates
der Juden sprach er: Wenn du dich bekehrst, Synagoge, vergleiche
ich dich, meine Nächste, verkündete der Herr. „Rosse" aber
werden die Apostel genannt nach dem Propheten Habakuk, wie
er sprach: „Du hast gesandt deine Rosse, erregend große Wasser"r
und wieder: „Du hast dich gesetzt auf deine Rosse, und deine
Reiterei deine Rettung". Denn die Rosse genannter Apostel
werfen nicht ab das Joch, sondern wie Erfahrene tragen sie das
Joch und das Wort des Herrn. Denn diese Rosse, nicht mit
einem Riemen zusammengeschnürt, sondern mit dem Band der
Liebe des Herrn, und die Welt durchlaufend mit vier Rädern,
haben sie das Geheimnis der Ökonomie gedonnert, den guten
Reiter das Wort tragend, den Lauf der Wahrheit (Gerechtigkeit)
vollendend. Die donnernden Räder von ihnen bildeten die vier
Evangelisten vor. Denn dem Wagen folgen die vier Räder".
Abhandlung des heiligen Hippolyt über den Glauben.
I. Wir glauben, wie wir getauft sind, und preisen, wie wir
erleuchtet sind durch die Taufe des Taufbeckens. Wir glauben
an den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen
„Über den Glauben". \;\
Geistes; wie der Erlöser sprach im Evangelium zu seinen Jüngern:
„Gehet von jetzt an und machet zu euren Jüngern alle Heiden,
taufet sie in dem Namen des Vaters und des Sohnes und des
heiligen Geistes". Denn es ist Ein Wesen der wunderbaren Drei-
einigkeit. — 2. Wir glauben und bekennen den ungezeugtenj 5
Vater, daß er ist vollkommener Gott, und den Sohn, gezeugt 391
vom „Vater des Lichts", daß er ist vollkommener Gott, und den
heiligen Geist, den Geber der Gnaden, daß er ist vollkommener
Gott: Eine Gottheit, Eine Natur, Einen Willen; drei vollkommene
Namen der Dreieinigkeit (drei Namen der vollkommenen Drei- 10
einigkeit?).
II. Aber wie groß das Wesen seines Reichtums ist, wer von
den Menschen vermöchte seine Gottheit, wie sie in Wirklichkeit
ist, zu erklären? Aber nach dem Maß, so viel diese unsere
Schwäche zu erreichen vermag, hat er selbst geruht uns zu 15
zeigen; denn „niemand kennt Gott außer dem Geist Gottes". Und
er offenbarte und zeigte uns (sc. sich selbst), denn er spricht:
„Wer mich gesehen hat, der hat meinen Vater gesehen." Ver-
mögen wir aber etwa kund zu tun, die wir wie Angeheftete
(Umgrenzte) stehen bleiben im Angesicht unseres Bildes, wie uns 20
erschaffen hat der Schöpfer? 2. Wie können wir mit unserem Bild
verkündigen, Zusammengesetzte aus Teilen, Zusammengeknetete
und Geformte aus Erde? Ein jeder Teil hat sein Werk und ver-
mag nicht zu erfüllen das Werk, das dem nächsten Teil geordnet
ist: weder hört das Auge noch sieht das Ohr, noch riecht die 25
Zunge, noch gehen die Hände, noch rufen die Füße; der Mund
für die Speise, um zu essen, die Nase zum Riechen, die Nase (so)
auch zum Schmecken des Geschmacks; ein jeder Teil nach seiner
Bestimmung ist entsprechend seiner Natur an dem Ort hervor-
gewachsen, steht an seinem Ort und ändert nicht seine Bestim- 30
2 ff. Mt. 28, 19. - 7 Jak. 1, 17. — 16 [ Cor. 2, 11. — 18 Job. 14. 9.
9 „Eine Natur" wohl Wiedergabe von oioia und dann ein Zeichen,
daß die armenische Vorlage auf eine syrische zurückging, vgl. S. Weber,
Die kath. Kirche in Armenien. Freib. 1903, S. 2<>3. | 15 f. „uns zu zei-
gen": „und uns gezeigt" S j vgl. Catergiaa S. 22; der griech. Text bei
Migne, SG28Sp. L639B ooa 6h i] YQa<P'l ^Y£l „ucp&ak/Ltög xvqlov", „cor«
jcvqIov" xal no<c zniaiva negl 9-eov Xtyei ij YQa'('i- f^'i^'i Btoiv xat ol'-
TtoQ TiiOTEvouev axazah'jTiTiuq xal anEQivorfrojQ, xal rcävxa avd-QatrtOV xar'
elxöva tivui &ec>v | 20 „stehen, bleiben" S
14 Bonwetsch, Hippolyts Schrift
mung. — 3. Aber auf solche Weise glauben wir und wissen,
daß er ist wahrhaftiger Gott, und gibt es keinen, der vermöchte
das zu erzählen, wie er ist der wahrhaftige Gott, der ist ganz
vollkommenes wahrhaftiges Licht und ganz vollkommene Gleich-
5 heit, alles sehend, ganz vollkommen; so viel Zeit er selbst exi-
stiert, Einer mit sich selbst. Allmächtig, allweise, lebendig-
machender Geist, brennendes Feuer, unermeßliche und unver-
änderliche Herrlichkeit, unberechenbarer Reichtum und Schönheit.
Wuuderbares Bild (Gestalt), unerfaßbar für den Verstand und
10 höher als die Gedanken und über alle Worte. Weder das Schauen
der Augen, noch das Hören der Ohren, noch das Gedenken des
392 Herzens vermag | zu erreichen, was er ist. Die Himmel mit allen
(Mächten) und die Erde mit allem in ihr und (was) höher als
die Grenzen der Himmel, sie können nicht sich erheben, um alles
15 zu erreichen. Und auf sein Wort gründet sich alles und wird
(von ihm) gehalten, und schwebt (ruht) auf der Kraft seines Ge-
botes. Und er steht durch sich selbst, sich ringsum umhüllend
mit der ganzen unteren Welt, überall seiend; und alles ist mit
ihm und alles zu ihm und alle Herrlichkeit bezieht sich auf ihn.
20 III. Und von Zeit zu Zeit sprach er zu unsern heiligen Vor-
vätern in unaussprechlichen Gesichten, in unausdenkbaren Ver-
änderungen; so, daß nicht etwa seine Gottheit eine solche wirk-
lich gewesen wäre, sondern für uns, so viel er nach unserer
Schwachheit sich zeigte, während er selbst in seiner Gottheit
25 bleibt und in Ewigkeit sein wird in einem Feuer, das alle in
Verwunderung setzt durch die Güte und gepriesene Schönheit.
dem Bild der Gottheit. 2. Denn Gott ist von keinem zu er-
reichen und unbegrenzt und ungeteilt (und) unerklärbar, unbe-
tastbar und unbegreiflich, allen Geschöpfen unerreichbar | ihn
30 von Angesicht zu schauen, während (?) er allen nahe ist. Und
seinen Namen kannte niemand; und niemand war früher als err
15 Ps. 36, 6. — 19 Rom. 11, 36.
13 „Mächten" scheint in S zu fehlen | Oder „höher als d. Gr. d.
H. können sie sich nicht erheben" | 18 Euagrius bei Catergian S. 22; der
griech. Text bei Migne, Patr. gr. 28 Sp. 1639 B naxsga äxaxriXrjTixoy, ant-
Qivörjznv, aÖQiorov xal avörjxov ' nvsvua yay 6 9e6g ' &e?.rjtuaxi 6h avzov
xal aXrj9eiq xal eiöox/jaei 6<f&ev xal XaXfjaav 7ioocpy)xaiq xal öixaioiQ '
Tö) 'Adä/z, xö) iVö)e, xö> 'Aßgaä/ji . . . xal zolq Xoinoiq ana§ ngcxpfjzaic
25 „wird. Im Feuer" S | 30 „während": „nach dem, daß" S
„Über den Glauben". 15
der von der Zeit an bis jetzt heißt Gott. Denn von ihm ist alles,
er selbst aber ist derselbe Herr und ist seinem Wesen nach un-
sichtbar in den Gedanken und Wünschen des Herzens, und uner-
forschlich ist sein Wesen, um ihn zu fassen. Für alle Unver-
mögenden wird Vermögen bei ihm gefunden. — Jetzt wer ver- 5
mag zu schauen und zu erforschen die wunderbare Stärke? Aber
er selbst nur offenbart sich in dem Maß, so viel er geschaut wer-
den kann. 3. Und so der Schöpfer des Alls, der Bildner des Alls,
der Gebieter des Alls, der Allwissende, der Herr aller, der Aller-
halter, der Reichtum aller (für alle), der alles Heilende, aller 10
Weisheiten höchste Weisheit, in seiner Offenbarung für die Ge-
rechten verhüllt er selbst seine Schrecklichkeit, damit sie seiner
Gottheit nahestehend erscheinen, und in einer Gestalt, die den
Menschen und Engeln ähnlich ist, zeigt er sich, damit mit den
Augen des Geistes die Heiligen vermöchten auf ihn zu schauen. 15
IV. Dies ist der heilige Glaube und in Wahrheit ihn zu 393
zeigen, welcher offenbar und von .Angesicht zu Angesicht uns
überliefert ist durch die heiligen prophetischen Schriften des
heiligen Geistes, damit durch sie unsern gerechten Vorvätern
offenbart würde in einem Geheimnis des ewigen Reiches Gottes. 20
Und er (Gott) sprach durch seinen Sohn und den heiligen Geist,
und er (sc. der Glaube) ward verkündigt der Welt durch die
Predigt der heiligen Propheten und Apostel, und es ward aus-
geschenkt die Macht des Glaubens (zu glauben), damit wir durch
diesen Glauben in der Wahrheit blieben. 2. Ein Gott ist der 25
Vater und Herr, der Schöpfer des Alls, und der eingeborene
Sohn, der des Vaters und bei dem Vater und zu dem Vater, und
sein heiliger Geist, der aus seinem Wesen (ist) und zusammen
mit ihm alles geschaffen hat, der bildet Eine Herrschaft, Eine
Allmacht, Eine Gewalt, Ein Gebieter, Ein Regiment, Ein Reich- 30
tum, Eine Allwissenheit, Eine anfanglose Macht, Eine vollkom-
7 „gesch. w.": „schauen" S | 10 „für alle" K | 17 „zeigen": „be-
streben wir uns" -f- mit Recht K | li) „durch sie" imi: „ihnen" im S
20 wohl „die Geheimnisse" | 22 f. „die heil. Pred. der Proph. u. App."
8 | 20 f. vgl. das armenische Glaubensbekenntnis bei Caspari, Quellen
II, 10 ff. und Hahn S. L55f.: „Wir glauben an die heilige Dreieinigkeit,
welche Eine Substanz, Eine Gottheit ist, nicht drei Götter, sondern Ein
Gott, Ein Wille, Ein Reich, Eine Herrschaft, Schöpfer der sichtbaren und
unsichtbaren Dinge".
IQ Bonwetsch, Hippolyts Schrift
mene Dreieinigkeit. Ein vollkommener Wille ist bei der uner-
klärbaren und unerforschlichen Einheit eine Vereinigung der
Dreieinigkeit, Ein Wesen, Ein Wille, Eine Gottheit ist der Vater
und der Sohn und der heilige Geist. Drei Namen, aber Eine
5 Macht der Gottheit. 3. Der Vater ist von sich selbst und der Sohn
vom Vater, und der heilige Geist vom Vater und mit dem Sohn,
durch die Natur des Wesens gleich nach der Hypostase, nach
der Tiefe, nach der Höhe, nach der Breite, der alles Geschaffene
durchdringen kann, das Himmlische und das Irdische, das Wehen
10 und die Winde, Feuer und Wasser, Licht und Finsternis, das
Höchste und das Unterste und das Höchste und das Tiefste, —
so daß er die unsichtbaren Geschöpfe und Mächte durch sein
Licht im Augenblick umgibt und durch sie hindurchgeht, und
er ist nicht begrenzt durch irgend etwas nach seiner Natur. Eine
15 Krone der Dreieinigkeit und „voll sind die Himmel und die Erde
seiner Herrlichkeit" ; wie der König Salomo, der Sohn des Pro-
pheten, durch den heiligen Geist in seinem Gebet spricht: „Die
394 Himmel und die Erde vermögen nicht Gott zu fassen''. | Und
ein anderer Prophet nennt „den Himmel den Thron und die Erde
20 den Schemel seiner Füsse". Und auf solche Weise, den nicht
vermögen alle Kreaturen zu fassen, (ist) in seiner Ruhe in den
Stillen und in den Demütigen, die zittern vor seinen Worten, in
ihnen ordnet er seine Wohnung.
V. Dies ist der Reichtum der Einheit der heiligen Drei-
25 einigkeit durch die Nennung (so) und dies ist nicht verborgen
vor den Weisen. Denn der Vater ist nicht erzeugt und ist Er-
zeuger und der Sohn ist nicht Erzeuger und ist erzeugt vom
Vater und der heilige Geist ist nicht Erzeuger nodi erzeugt,
sondern hervorgehend und herabgesandt; entsprechend dem Wort.
30 das er sagte: „Der Geist der Wahrheit, der vom Vater aus-
geht". 2. Und nicht heißt er ein Bruder des Sohnes, weil er
nicht erzeugt ist, und nicht ein anderer (verschiedener) von Gott,
weil er vom Vater ausgeht. Wie Eva und Abel nicht Brüder
genannt werden können im Verhältnis zu einander, obgleich sie
beide aus Adam sind, die eine von ihnen durch eine Tat (die
15 f. Jes. G, 3. — 17 f. I Kön. 7, 27. — 19 f. Jes. 66. 1. — 21 f. Jes.
57, 15. — 30 f. Joh. 15, 26.
18 „fassen" „vereinigen" sovniestitj K
„Über den Glauben". 17
Schöpfung) und der andere erzeugt. Und keineswegs kann Adam
der Vater der Eva genannt werden, obgleich er (Gott) von ihm
nahm die Rippe. Auf eben solche Weise, obgleich der Sohn
von Gott ist und der heilige Geist, können sie nicht unterein-
ander Brüder genannt werden, weil offenbar ihre Beziehungen 5
untereinander von der Vollkommenheit der Einen Wesenheit.
VI. Den Vater bekennen wir und wissen, daß er ist Vater,
anfangslos, unsichtbar, unerreichbar, unerklärbar, unverweslich,
unbegrenzt, ungeteilt, lauterste Einfachheit, nicht zusammenge-
setzt, nicht erzeugt, unausmessbar, anfangslose Unumgrenztheit, 10
nicht durch Verbindung geworden, leiblos, zuvorgedachte Er-
kenntnis aller Geschöpfe und Kreaturen. 2. Und der Sohn ist
gezeugt, der Eingeborene, Anfangslose, Ewige, Unerklärbare,
ohne Teilung, ungeteilt (vom Vater), nicht abtrennbar, nicht ent-
fernbar. Ohne Leiden, ohne Vermittlung vor allen Äonen | und 15 395
deshalb von dem ewig seienden Vater geboren, weil er nach
seiner Gottheit von Gott geboren ist, aber nicht nach seiner
Menschheit, nach der Ökonomie (Reihenfolge) der Äonen und
nicht nach der Lust durch Erguß des Samens, noch von Er-
regung, noch durch eine Leidenschaft, was der Heiligkeit Gottes 20
nicht gebührt; sondern mit Heiligkeit und Ursprünglichkeit, wie
es der Gottheit selbst geziemt, gebührte es sich so geboren zu
werden und geschah es so, entsprechend dem, der selbst für
sich selbstseiend ist, wie das Auge der Sonne Licht ausstrahlt
(gebiert), wie die Quelle das Wasser. 3. So ist schon klar sieht- 25
bar, daß, der aus der Gottheit Geborene aus seiner göttlichen
Wesenheit ist und ihm gleich in allem, ihm gleich bleibt; und
Gott selbst wurde geboren und entfernte sich nicht; er kam
vom Vater und ward nicht getrennt von ihm, sondern ist vom
Vater und ist zu (bei) ihm [und] zu jeder Zeit und bleibt für 30
sich selbst vollkommen in seiner Wesenheit. — Und wer ist, der
dies alles klar vorstellte? Nur der Evangelist und Theolog Jo-
hannes, der sagte: „Gott hat niemand irgendwo gesehen, sondern
der eingeborene Gott, der aus des Vaters Schoß (Lenden) ist, er
hat es gesagt."
2 f. Gen. 2, 21. — 33 ff. Joh. 1, 18.
12 „aller, aller" S | 15 „Ohne — Äonen" verbindet S mit dem Vor-
hergehenden | 25 „gebiert" + K v
Texte u. Untersuchungen etc. 81,2 •_'
|§ Bonwetsch, Hippolyts Schrift
VII. Und der heilige Geist, der ausgeht von dem ewig seien-
den Vater, von da an ist er heiliger Geist. Er ist der Geist des
Mundes Gottes, ursprünglichster Geist, Geist des Regiments, Geist
der Gnade, Geist der Befreiung (Freiheit), „Geist der Weisheit
5 und der Erkenntnis, Geist des Rats (und) der Kraft", „Geist der
Wahrheit, der vom Vater ausgeht". Er ist desselben Wesens
mit dem Vater und Sohn. Nicht dies, daß er geschaffen und
ein Knecht wäre, einer, der Gebote empfängt, sondern der
Gebote gibt, nicht unter dem Befehl; und nicht getrennt han-
10 delnd in betreff des Tuns; vielmehr wirkt er zusammen, weil
Ein Wirken ist des Vaters und des Sohnes und des heiligen
Geistes; eben dieselbe Tat mit dem Vater und dem Sohn ist er
selbst nach seinem eigenen Willen selbständig vermögend zu
tun. Denn er ist Befreier und Spender des Lebens. Er gibt
15 das Gesetz, verteilt die Gnade; wie ihm wohlgefällig sein wird
erfüllt er alle. Denn auch die überhimmlischen Kräfte rufen
390 auch und sprejchen: „Heilig, Heilig, Heilig". Dreimal sagen sie
„heilig" und einmal „Herr"; denn Eine ist die Herrschaft der
heiligen Dreieinigkeit.
20 VIII. Siehst du die Einheit und die wahrhaftige Dreiheit?
Und zwar nennen wir nicht einen jeden für sich gesondert als
verschiedene „Götter", weder heißen sie drei Götter, da sie nicht
aus verschiedenen Wesenheiten sind, noch heißt er wieder nur
Einer. (Sondern), damit wir nicht in das Judentum und in die
25 Vernünftelei des Sabellius fallen, [sondern] glauben wir eine
Dreieinigkeit, die herrscht durch die Vereinigung, eine Voll-
kommenheit; und wir sagen nicht: „drei Götter", um nicht den
Heiden zu gleichen, die sehr viel Götter bekennen. 2. Und
welche von diesem wahrhaftigen Glauben abgewichen sind, die
30 sündigen. Wie der Erlöser spricht im Evangelium: „Ich bin
gekommen im Namen meines Vaters, (und) ihr nehmt mich
4 f. Jes. 11, 2. — 51 Job. 15, 20. — 17 Jes. 0, 3. — 30ff. Job. 5, 43.
7 f. vgl. das Bekenntnis des Gregor. Thaumat. bei Habn, Bibl. d.
Symb. S. 255 ovxs ovv xzioröv ti rj öovXov iv xij zqiolöc. Über die Kappa-
dozier vgl. Holl S. 118, über Didymus Leipoldt S. 119. | 10 „inbetreff
des Tuns": „über dem Tun" übers. K | 29 „abgew.": abgeirrt + K |
31 „zum Namen meines Vaters, im Namen meines Vaters" S | 31 f. „und
. . nicht": „verbarg" S
„Über den Glauben". 19
(nicht) auf. Ein anderer wird kommen in seinem eigenen Na-
men und den werdet ihr aufnehmen". 3. Eben dieses bekräftigt
der Apostel Paulus und spricht von ihm: „Die Liebe der Wahr-
heit nehmen sie nicht an, damit sie entrönnen. Er wird auf sie
senden Irrtum der Verführung, damit sie glauben an die Worte 5
des Verführers und bestraft werden alle, die nicht an die Wahr-
heit geglaubt haben."
IX. Aber wir werden fest halten das wahre und gute Be-
kenntnis. Denn nicht allen ist gegeben der Glaube, sondern nur
einigen ist er gnadenvoll geschenkt „vom Vater des Lichts" und 10
durch den eigenen Eifer und die Darbringung der Bereitwillig-
keit. Wie der Prophet durch den heiligen Geist gesprochen:
„Sie werden alle von Gott genannt sein". Und ferner spricht
er wieder: „Ich werde in ihren Sinn meine Gesetze geben und
in ihre Herzen werde ich sie schreiben, und sie werden mein 15
Volk sein und ich werde ihnen Gott sein". 2. Und ebenderselbe,
der Ewige, anfangslos Geborene vom Vater und die Macht und
Gottheit und das Wort, Gott geboren aus dem Vater vor allen
Äonen, eben der aus Gott Geborene, dieselbe Gottheit, der aus
dem Vater vor allen Äonen geborene Sohn Gottes kam zu un- 20
serer Rettung | und kleidete sich in den Menschen und ward 397
geboren von der heiligen Jungfrau nach dem Fleisch am Ende
der Zeiten, nur ohne Vermengung und ohne Verwirrung von
Vater, Sohn und heiliger Geist. 3. Seiner Zeit in dem Leib der
heiligen Jungfrau gedenken wir zum Nachsinnen, aber zur Un- 25
getrenntheit und wesenhaften Ungeteiltheit des Einen Willens
und der Vereinigung, aber nicht in Getrenntheit für einen jeden.
Denn wie wir sinnen über seine Geburt aus dem Vater und
kennen den gezeugten Sohn und bekennen den Ausgang des
Geistes durch ihn, ebenso auch nur die Sendung des Einen Sohnes 30
von dem Vater und die zweite Geburt des Sohnes Gottes von der
Jungfrau ist einzig und vorzüglich (in) Reinigung und Heiligung
des Leibes der Jungfrau als nur des Tempels für den heiligen
Geist. — Denn nicht, daß wäre Ein Name die heilige Drei-
3 ff. II Thess. 2, 10—12. — 10 .Jak. 1, 17. — 13 Joh. 6, 45 (Jes.
43, 7; Am. 9, 12). — 14 ff. Jer. 31, 33.
'25 1. „die Eine Sendung d. S. v. d. Vater"
2*
2() Bonwetsch, Hippolyts Schrift
einigkeit, sondern von drei Herren (Herrschenden) der volle und
vollkommene Name in Wahrheit.
X. Jetzt aber, der, den Himmel und Erde nicht fassen
können, auf welche Weise wird ihn das menschliche Herz fassen?
5 Ist etwa der Mensch größer als Himmel und Erde oder als alle
Kreaturen? Und so erkenne: was Gott gefällig ist, und was ihm
gefällig war hat er getan, und was ihm gefällig sein wird
wird er tun und wird es nicht unterlassen, wenn er es will.
Vielmehr hat er sich selbst gedemütigt und erniedrigt und ward
10 ein solcher, wie er wollte, daß er sei. 2. Es sandte Gott seinen
Sohn in die Welt, welcher kam und ward geboren von einem
heiligen Weibe, es ward gesandt der Herr von Gott und dem
heiligen Geist. Selbst kam der Sohn und ward geboren von der
Jungfrau, selbst durch sich selbst, wie er wollte und entsprechend
15 dem Wort: „Ich gebe mein Haupt und habe Macht, es wieder zu
nehmen". Er kam und erfüllte den Willen dessen, der ihn ge-
sandt hatte, entsprechend dem Wort: „Ich bin gekommen zu
398 tun den Willen meines Vaters", | damit er uns zeige die Einheit
der Dreieinigkeit, die ungetrennte und ungeteilte, und daß er
20 von demselben Einen Wesen durch den Willen des Vaters.
3. Und er ging ein in den Leib der Jungfrau und verschmähte
es nicht. Denn er selbst der Herr war der Reiniger von allem
und er selbst durch seinen Willen windelte sich ein in Windeln,
und die alte Gottheit ward für uns ein Kind, und de,r unmeßbar
25 war und unerreichbar infolge der Vollkommenheit seiner Gott-
heit, kam für uns herab vom Himmel und machte sich selbst
gering und machte Wohnung in dem Fleisch; er zeigte sich voll-
kommen und wahrhaftig im Fleisch entsprechend dem Wort,
das der Apostel gesprochen: ,. Nicht nach Maß gab er ihm den
30 Geist". 4. Obgleich er sich kleidete in das Fleisch und geboren
ward uns vollkommen gleich, veränderte sich die Gottheit nicht,
sondern bleibt in der Herrlichkeit des Vaters, in der Natur seiner
Gottheit; wie er war, so ist und bleibt er in Ewigkeit; zusammen
mit dem Vater ist er in der Höhe in seiner Natur. Wie der
9 Pliil. 2, 8. — 11 f. Gal. 4, 4. — 15 f. Job. 10, 18. — 17 f. Job. 6, 38.
— 23 Lc. 2, 12. — 26 f. Phil. 2, 8. — 29 Joh. 3, 34. — 30 Joh. 1, 14.
24 Ad Diogn. 11, 4. 5 | 32. 34 „Natur": „Hypostase" erklärt K
„Über den Glauben". 21
Herr selbst spricht: „Ich bin ebenderselbe und habe mich nicht
verändert". 5. Obgleich er sich kleidete in die Gestalt eines Men-
schen und in Wahrheit ein Mensch ward und ertrug Schmähung,
aber das Herabsteigen und das Kommen und das Gesandtsein
war ein göttliches. Seine Erscheinung war nicht möglich zu 5
umfassen. Und nicht das, daß von einem Ort zum andern er
sich verändert hätte, von dem alles erfüllt ist und (der) um
alles ist, obgleich er erschien in Erniedrigung. 6. Alles aber
mischte (?) er und einte den Leib mit seiner Gottheit. Denn
durch den heiligen Geist reinigte er den Leib der Jungfrau, und 10
es kleidete sich der Sohn Gottes in Fleisch von der heiligen
Jungfrau, durch die Hand dessen, durch den gemacht wurden
die Gründe der Erde und ausgebreitet wurden die Decken der
Himmel. 7. Davon spricht der Prophet: „Es offenbarte der
Herr seine Rechte und seinen Arm zu allen Heiden, | und 15 399
es sahen alle Enden der Erde das Heil unseres Gottes". Die
„Rechte" des Vaters und sein „Arm" ist er selbst, Christus; und
von ihm wurden erleuchtet alle seine Kreaturen, und er ver-
nichtete den Gottlosen durch sein Fleisch, und „richtete Sünde
durch das Fleisch", in das sich die Gottheit kleidete. 8. Die 20
Höhe, die sich kleidete in Niedrigkeit, die unsichtbare, erschien
ohne Herrlichkeit durch das Sichtbarwerden. Seine Herrlichkeit
aber ward sofort durch den Preis der Herrlichkeit Gottes durch
den Ruf der Himmelsbewohner erhoben; und sie lehrten die
Hirten und priesen die Höhe und die Demut des Sohnes 25
und sprachen: „Herrlichkeit sei Gott in der Höhe und Friede
auf Erden", damit nicht in der Krippe und von den Windeln
er den Hirten entwürdigt erschiene. 9. Denn es bezeugt der
Psalter in seinem Preis, daß „vor dem Morgenstern" sein Name
war und „über ihn sich benedeien alle Geschlechter der Erde". 30
Mit diesen Worten tat er uns zuvor kund seine Geburt im Fleisch.
Und durch das Eine zeigt er uns die Gottheit, daß er sagte:
„Aus dem Mutterleib vor dem Morgenstern habe ich dich ge-
1 f. Ps. 102 (?), 28. — 2 f. Phil. 2, 7. — 14 ff. Jes. 52, 10. — 19t Rom.
8, 3. — '23 ff. Lc. 2, 13. 14. — 27 Lc. 2, 12. — 29 Ps. 110, 3. — 30 vgl.
Gen. 12, 3. 18, 18. — 33 f. Ps. 110, 3.
9 „mischte": sorastvoril K | 14 „Prophet Prophet" K | 17 vgl.
Hipp., In Dan. II, 33, 4.
22 Bonwetsch, Hippolyfcs Schrift
boren"; der Jungfräuliche, der ihn geboren, nur er allein kennt
sie. Aber diese zweite Geburt, die nach seiner Gnade er unter
den Menschen offenbarte, um die Menschen zu erretten und zum
Segen zu führen von jenem ersten Schwur (Fluch) und um auch
5 die Erde durch seinen Segen, das Kommen, zu erneuern. 10. Denn
unter allen Gnadengaben Gottes ist nichts höher als er, und er
ist der Gott-Logos, Fleisch geworden zur Rettung der Welt.
Von der heiligen Jungfrau ward er geboren, um an Stelle jener
Schwüre und Verfluchungen des Mutterleibes aller Mütter den
10 Segen seiner Gnadengaben zuvor zu senden. 11. Denn wegen
Eva wurden verflucht alle Geschlechter der Mütter, und durch
400 Maria | haben sie den himmlischen Segen empfangen. Denn er
sah die Menschen im Verderben, sammelte die Zerstreuten und
fand die Verlorenen. Und nachdem die Jungfrau — die schon
15 „Gnade gefunden", aber „ohne Mann" war — empfangen von
dem heiligen Geist ohne Versehrtheit in (?) dem heiligen
Mutterleib den Sohn Gottes nach unausdenkbarer Ordnung, und
Gebärerin nach dem Gesetz der weiblichen Natur, „hat sie ihren
ersten Sohn geboren" „in der Stadt Davids in Bethlehem".
20 XI. Da werden von nun an erfüllt alle im Geist geschehe-
nen Weissagungen der erzählenden Propheten, die Vorher-
sagungen der Propheten hinsichtlich des „geborenen Knaben,
der uns geschenkt worden, der die Macht hat auf seinen Schul-
tern, und ihm ward gegeben ein Name: großen Rates Engel,
25 wunderbarer Berater, starker Gott und König, Haupt der Welt
und Vater der zuvor bereiteten Welt". 2. Siehst du, daß der
Sohn auch Haupt und „Engel" und „Berater und starker Gott,
Vater der zuvor bereiteten Welt". Denn er lehrt uns, daß der
heute „geborene Knabe" schon zuvor Sohn war, denn er ist
30 „Kraft Gottes und Berater und starker Gott", durch den die
Äonen gefestigt wurden. Und daß als ein Knabe von der hei-
ligen Jungfrau heute in Bethlehem geboren ward, von dem im
voraus er uns schon sagt: „Der Herr hat gesprochen: mein
4 Gen. 3, 16. 17. — 9 Gen. 3, 16. — 15 Lc. 1, 30. 34. — 18 f. Lc.
2, 7. 4. — 22 ff. Jes. 9, 6. — 33 f. Ps. 2, 7.
21 f. „Vorhersagungen" predskazanija: preduzavanija K | 27 „star-
ker, kräftiger" S
„Über den Glauben". 23
Sohn bist du und ich habe heute dich geboren". 3. Und „Vater
der zuvor bereiteten Welt". Denn diese alterschwach gewor-
dene und sterbende Welt ist ähnlich „dem ersten Menschen von
der Erde. Der zweite Mensch, der vom Himmel" kam, geboren
von der Jungfrau, um zu erneuern den ersten Menschen, wozu 5
er die Kraft über alle besitzt; denn er „sproß hervor an dem
Stab aus der Wurzel Jesse's", spricht der Prophet Jesaja, und
eine „zarte Blüte" von ihr bei der Geburt (von) der Tochter
Davids nennt er ihn. Wenn aber dies so ist, so wird er auf
dem Thron Davids sitzen und sein Reich wird triumphieren. 10
4. Sehr verherrlicht ist der Sohn: von den geistigen und feuer-
gleichen, nie schlafenden Mächten kam er und ward Mensch,
damit die Menschheit vermöchte ihn von Angesicht | zu schauen. 401
Aber seine erste Geburt nach seiner Gottheit vom Vater kennt
der Vater selbst. Denn auch seine zweite Geburt nach dem 15
Fleisch vermag keiner auszudeuten. Denn der Prophet spricht:
„Sein Geschlecht, wer vermag es kund zu tun?" Denn Gott
nach seinem Wesen „hat niemand jemals gesehen", sogar nie-
mand von den den Himmel bewohnenden Mächten. 5. Aber der
nach dem Fleisch geborene Sohn ward ein vollkommener Mensch, 20
und durch seine Vollkommenheit nach der Gottheit hat er voll-
kommen die Macht der Gottheit uns offenbart. Von dem auch
Johannes spricht: „Welcher war im Anfang, den wir gehört und
den wir mit Augen gesehen haben, auf den wir geschaut und
den unsere Hände bedient haben, das Wort des Lebens. Und 25
das Leben ist erschienen und wir sahen und bezeugen, daß er
ist die Wahrheit und das ewige Leben". 6. Der sich kleidete in
das Fleisch eines Menschen, eben derselbe ist auch der Gott-
Logos, nicht betastbar und leidend. Den sie gleichsam besiegten
und banden, sie ergriffen ihn nur nach seinem Fleisch; und alles 3<)
was sie taten, nur an seinem Fleisch empfing er es nach seinem
Willen. 7. Der Unsichtbare verhüllte sich und verließ alles
durch die Erniedrigung, ein Knecht und Nächster durch sein
Fleisch der Menschheit und befreite die Leiber der Menschen
1 f. Jes. 9, 6. — 3 f. I Cor. 15, 47. — (» ff. Jes. 11, 1. — 17 Jes. 53, 8.
— 18 Joh. 1, 18. — ' 23 ff. I Job. 1, 1. 2. — 33 Phil. 2, 7.
(> „besitzt bat" K | 34 „der Menschheit", „in der Menschwer-
dung" ?
24 Bonwetsch, Hippolyts Schrift
von den Sünden. Er ging hinab in den Hades und führte von
dort heraus die im Hades Eingekerkerten. Von dem zweiten
Himmel (?) ward verfolgt und vertrieb er den Teufel, band die
die Sünde und heftete sie an das Holz des Kreuzes. 8. Denn,
5 wer an sein Fleisch glaubte, denen gab er zu erkennen seine
Gottheit. Aber die, welche sich an ihm ärgerten, daß er im
Fleich gekommen, die verwarfen auch die Natur seiner Gottheit.
Denn er vereinigte in sich den Leib nach dem natürlichen Ge-
setz und vereinigte den Leib mit seiner Gottheit. Die, welche
10 an ihn glaubten, die werden sich auch freuen an den unaus-
sprechlichen Seligkeiten, und die, welche sich ärgerten an diesem
Glauben (und) nicht auf rechten _ einfältigen Wegen gehen wer-
den und abirrten, [und] haben sich unerforschliche Orte bereitet.
402 9. Und viele sind jetzt von dem wahren | Glauben abgewichen,
15 und es scheint ihnen, als hätten sie etwas gefunden und sie
haben (doch) nichts gefunden, wie das „denn sie sind dem Nichts
nachgefolgt und haben nichts gefunden".
XII. Und so, ein jeder, der von dem wahren Glauben ab-
weicht und säen wird in ungepflügtem Acker unfruchtbare und
20 dürr aufsprossende, schlechte und von Gift durchdrungene Sa-
men (in die Ohren) der Hörer, solche und dem gleiche sind
schon Verfluchte, „ob es auch ein Engel vom Himmel" sein
wird, und sie werden („mögen"?) verflucht sein wie eine Schlange,
die Erde ißt, — wer mit lügnerischem und verleumdungs vollem
25 Wort das Gebot des Schöpfers zu zerstören sich erlaubte, und
die sich dessen teilhaftig gemacht haben und sagen: (Es war)
einst, da der Sohn noch nicht war, und: Bis zur Geburt war
er nichts, und: Aus dem Nichts gleichsam ist er geboren. Und:
1 f. Eph. 4, 9. — 4 1 Ptr. 2, 24. Col. 2, 14. — 16 f. I Sam. 12, 21.
— 22 Gal. 1, 8. — 23 f. Gen. 3, 14.
1 vgl. das armen. Bußglaubensbek. bei Hahn S. 156, 20 ff. „stieg er
in die Hölle hinab, predigte den Geistern, zerstörte die Hölle und be-
freite die Geister" | 2 f. „Von zwei Himmeln" erklärt K | 3 „w. ver-
folgt": + „der Teufel" erklärend K | 13 „Orte Orte" K | 14 vgl. Di-
dymus, Adv. Arium et Sabellium Migne, Patr. gr. 45 Sp. 1281 A xo?J.ovq
xi'l havxöiv Bcpeilxvoav nXavq \ 19 „in— Acker" nach „unfruchtb. — auf-
spross." in S | 21 „in die Ohren" + K
„Über den Glauben".
25
Konnte er etwa (?) durch die Wirkung eines anderen sogar im
Vergangenen sein? sagen sie euch und verderben durch dieser
häretischen Lehre ähnliche Worte. 2. Denn solche Häretiker
verdammt die katholische Kirche, und die Häresie des Sabellius
selbst, der eben dasselbe sagt und eben dasselbe lehrt ganz 5
ebenso. Aber wir kennen den Vater als den Vater und den
Sohn kennen wir als den Sohn und den Geist kennen wir als
den heiligen Geist, Eine Herrschaft, Eine Gottheit; drei voll-
kommene Herren, ewig ist der Vater, immer ist der Sohn (und)
der heilige Geist, ein vollkommener Fürsprecher, unerschaffen, 10
der zuvor war und sprach in den Gesetzen und den Propheten
und den Aposteln und herabkam am Jordan und Zeugnis ab-
legte von der Fleischwerdung des Sohnes Gottes. So kam auch
11 f. Mc. 1, 9—11.
1 f. „und er bätte sogar durcb die Wirkung eines andern Vorange-
gangenen sein können"? | 2 „verderben durcb": „durcb Verderben" S |
4 ff . Pseudobasil. bei Hahn S. 308 f. äva&e/xaxltouev xfjv xov 'EaßeXX'iov
nloxiv, r/)v Xeyovoav xbv avxbv elvai naxeQa xal vibv xal ayiov nvev/xa
. . . naxeoa yäo oi'6c<f.iev naxeQa, vibv vibv, nvei\ua äytov xb nvevfta avxö
llyiov, fxlav ßaolXeiav, /ulav oiolav, filav &ebxi]xa. Kattenbuscb, D.
apost. Symbol I, 311 verweist auf Epipb., Ancoratus 118 >][xeTq de oi'Saftev
7iaxt(ja naxiga, v\bv vibv, ayiov nvevfxa ayiov nvevua . . (ila oiola, fiia
XVQIÖTTJQ | 5 f. „eben — ebenso" korrumpiert; es dürfte etwas über die
Einheit der Person des Vaters, Sohnes und Geistes gestanden haben, wie
bei Pseudobasil. Hahn S. 309, lff. | 8f. Pseudobasil., Hahn S. 309, 13 äel
Ticcx/jo, äel vlbq | Off. Pseudobasil., Hahn S. 310, 3ff. nvevua 9-eTov, nvevua
ayiov, nvevua xeXeiov, Ttaoäxfajxov, axxioxov, XaXijoav iv vbuio xal noo-
<p)xaiq xal änooxbXoiq xal xaxaßäv elq xöv ^IoQÖävrjv. Ahnlich schon
EpiphaniuB bei Hahn 8. 136, 18 xal eiq xb ayiov nvevua moxevouev, xb
?.aXt]oav iv vbuio xal xrjovgav iv xoiq noocpfjxaiq xal xaxaßäv inl xov
'loyöävqv, XaXovv ev änooxbXoiq, olxovv ev äyioiq' ovzwq de moxevouev
iv avzip, oxi iaxl nvevua llyiov, nvevua 9eov, nvevua xiXeiov, nvevua
nuoäxXi/xov, axxioxov. Pseudoathan., 'Eniujveia bei Hahn S. 138, 11 ff.
xal nioxtvouev elq xb nvevua xb ayiov . . . xb axxioxov, xb xeXeiov, xb
n«nüx?.t]xov, xb Xa?./joav iv vbuio xal iv nnoipi'jxaiq xal iv {änooxbXoiq
xal + cod. Reg.) evayyeXioiq ' xaxaßäv inl xbv ^IoQäävTjv, xt]Qv$av äno-
oxbXoiq, olxovv iv äyioiq. Das armenische Meßbekenutnis bei Huhn
8. L53, 5 ff. nioxtvouev xal elq xb ayiov nvevua elq xb axxioxov xal
elq xb xeXeiov, n iXäXtjOev iv vbuio xal iv noo<p/jzaiq xal iv evayye-
Xioiq 8 xaxeßt] inl xbv Ioqöhvtjv, ixi'/Qi^ev iv änoorbXoiq xal toxtjoev
iv äyioiq.
26 Bonwetsch, Hippolyts Schrift
die Stimme: „Dieser ist mein geliebter Sohn", der sich in einen
Menschen gekleidet hat.
XIII. Dieser vollkommene Mensch, von der Gottesgebärerin
Maria durch den heiligen Geist sein Leib und Seele, voll-
5 kommen wahrhaftig, aber nicht zum Schein. Denn als solcher
vollkommeuer kam er diesen unseren Menschen zu erretten. —
2. Für unser Leben ward er Mensch und lebte in der Gestalt
eines Menschen, aß und trank wie wir und litt durchaus wahr-
haftig und ward bespeit und wurde gekreuzigt am Kreuz bei
10 Pontius Pilatus und ans Kreuz geheftet, wurde durchbohrt, starb,
7 f. Phil. 2, 7 (?). — 9 Mt. 27, 30. Mc. 15, 19. — Joh. 19, 34.
1 Das armen. Bußglaubensbek. bei Hahn S. 156, 13 ff. „kam er zur
Taufe, wobei der Vater von oben herab Zeugnis gab: ,Das ist mein lieber
Sohn', während der heilige Geist in Gestalt einer Taube auf ihn herab-
kam" | 8 ff. Pseudobasil. S. 310, 7 ff. dvsXaßev av&Qü)7tov xiXeiov ix xr\q
&eoxöxov Maolaq öia nvev/xaxoq äylov, aöi[xä xe xal ypvyj]v äXrj&ivvjq xal
ov öoxtjoei ' ovxwq yäo rjX&Ev xeXelwq cüioai (so cod. Escor, und mit Recht
schon Kattenbusch, Das apost. Symb. S. 313 A. 60; cod. Yen. xeXei-
oaCoaai: xeXeiCoaai Hahn) xbv avd-oomov, ov äviXaßsv. Epiph. 1. c.
S. 136, 6 ff. yevvq&evra xeXelvjq ix xfjq aylaq Maolaq xfjq aeinaQ&svov
6iä nvevfiaxoq aylov, ivav9-oo)7ii)oavxa, xovxiaxi xiXeiov av9o(D7iov Xa-
ßövxa, yjvyijv xal oü)tua xal vovv, Pseudoathan. S. 138, 5 ff. ivav&oto-
m'/Gavxa, xovxiaxi yevvijd-ivxa xeXeloiq ix Maolaq xi/q dei^caoQ-svov 6ia
mevfiaxoq aylov, aCo/xa xal ipvyj/v xal vovv xal nävxa, öaa iaxlv äv-
Soüiitoiq yojolq a/xaoxlaq aXrj&ivvyq xal ov öoxtjOEl iayrjxöxa. Armen.
Meßbek. S. 152, 8ff. ivav&oujTirjae, iyevm'/d-T] xeXdioq ix Maolaq xfjq aylaq
Ttao&ivov Sia nvevfiazoq aylov, toaxe XaßeTv aibfia xal yjvyjv xal vovv
xal nävxa oaa iaxlv iv ävO-guinco äXrj&ivöjq xal ov öoxqoei. Armen.
Bußbek. S. 156, 3 ff. „herabkam in die Gottesgebärerin Jungfrau Maria,
. . . obgleich vollkommener Gott wurde er vollkommener Mensch mit Geist,
Seele und Leib". | 7 ff. Armen. Bußbek. S. 156, 16 „arbeitete mit seinem
Leib, ward müde, hungrig, durstig; hernach kam er willig zur Marter,
gekreuzigt, gestorben dem Leibe nach etc." | 8 ff. Pseudobasil. S.310, 9 xal
oxi enaO-ev, xal oxi ixäytrj xal oxi iyi'iyeoxai x% xolxq bißioa xal öxi elq
xbv ohoavbv aveXi)(p9-ri xal ixä&iaev ix SegiCov xov naxobq ärto&eioaaq
xbv av&oomov, oV dviXaßev ioyöfievoq xolvai "Cßivxaq xal vexgoiq. Epiph.
S. 136, 15 Ttu&övxa Ss xbv avxbv iv oaoxl xal ävaaxdvxa xal äveXd-bvxa
elq xovq ovgavovq iv avxö) tm aöifxaxt, ivööSojq xa&iaavxa iv öe^iä xov
Tcaxoöq, igyö^uevov iv avxö) xö> athiiiaxi xolvai "C/Covxaq xal vexgoiq. Pseu-
doathan. S. 138, 8 na&ovxa xovxiaxi oxavgw&ivxa , xa<pivxa xal äva-
axdvxa xfj xqix% //,a£oa xal aveX&övxa elq ovgavovq ir avxö) tq> aüj/naxi,
„Über den Glauben". 27
ward begraben, ward lebendig, stand auf am dritten Tag, ist
aufgefahren in den Himmel, | setzte sich zur Rechten Gottes, 403
seines Vaters. Er stieg auf und soll wiederkommen zu richten
die Lebendigen und die Toten. 3. Und für wen starb er, wenn
er doch nicht etwa schuldig war des Todes wegen irgend etwas? 5
Höre, was der Prophet spricht: „Übertretung hat er keine einzige
getan und es ward keine Lüge in seinem Munde erfunden".
Wovon er auch selbst spricht: „Wer von euch ist ein solcher",
den er verführte mit dem Ziel in Sünde zu führen und abzu-
treten vom Gesetz, oder (in das,) was würdig wäre des Todes? 10
Denn er selbst Christus spricht: „Ich bin gekommen, das Gesetz
zu erfüllen". Dem Zeugnis gibt der selige Apostel sprechend:
„Christus ist die Vollendung des Gesetzes". 4. Auf solche Weise
stirbt er von den Mächtigen nicht nach ihrem Willen, sondern
nach seinem Willen als Mensch. Aber auch dies erkenne, daß 15
er spricht: „Ich lege mein Haupt, und niemand nimmt es von
mir". Er spricht: „Ich selbst lege mein Haupt und hernach
werde ich es nehmen". Weswegen will „sein Haupt legen" der
Unschuldige, der rein vom Tod ist? Er aber sprach: „Ich bin
ein mildtätiger Hirte im höchsten Maß [barmherzig], der ich 20
meine Seele legte für meine Schafe", nämlich für die erschrocke-
nen, flüchtigen, für die zerstreuten, geraubten durch die Tiere.
Wovon zuvor der Prophet sprach: „Wir alle waren wie verirrte
Schafe und der Herr gab (ihn) für unsere Sünden und für die
"Übertretungen seines Volks". Der Tod überhob sich, wodurch 25
er befreite die Gefangenen aus der Gefangenschaft. 5. Wenn
dieses so ist, so sandte Christo zuvor Lobpreise jener lobpreisende
1 I Cor. 15, 3. 4. — 2 Mc. 16, 19. — 6 f. Jes. 53, 9. — 8 f. Job. 8, 46.
— 10 vgl. Lc. 23, 15. 22. — 11 f. Mt. 5, 17. — 13 Rom. 10, 4. — 14
I Cor. 2, 8. — 16 f. Joh. 10, 17. 18. — 17 f. Joh. 10, 17. — 19 ff. Job.
10, 12. — 23 ff. Jes. 53, 6. 8.
zröogcoq xaSioavta iv Se^cä xov nazQÖq, £$-/6[A£vov iv avxö) rü> ocofiaxi
iv <Jo£# xntvai tjüvxaq xal vexQOvq. Faßt ganz so das armen. Meßbek.
S. 153, 1 ff.
2 „stieg auf, setzte sich" S | 9 „den er verführte" wohl unrichtig
von K übersetzt | vgl. xwQ^ a/uagrlag Epiph. 1. c. S. 136, 8. Pseudo-
athan. S. 138, 7. | 14 „Mächtigen": „dieser Welt" + erklärend K |
20 „mild", „mildtätig" stsedryj : städeryj K | 22 „durch die" viell. weg-
zulassen.
28 Bonwetsch, Hippolyts Schrift
Psalmsänger und sprach: „Ich war wie ein hilfloser Mensch
und unter Gestorbenen ein Freier". Denn er allein nur war
sowohl nicht von der Sünde geknechtet, und nicht durch irgend
eine fremde Macht, sondern mit seiner Macht tötete er den
5 stark gewordenen „Tod", der verschlungen hatte die Welt „und
trocknete alle Tränen, abgewischt habend von allen Augen",
404 um lebendig zu machen in dem ewigen Reich die Sterblichkeit
der Menschen.
XIV. Und ferner spricht wieder der Prophet: „Er ist auf-
10 gefahren in die Höhe, ist aufgestiegen, hat zurückgenommen,
gefangen genommen das Gefangene, hat verteilt zu Gaben und
hat den Söhnen der Menschen gegeben". Denn wodurch die
Menschen in Betrug verführt wurden durch den einfachen
Götzendienst, eben durch dies gewohnte Holz brachte er zurück
15 die Menschen zum Dienst Gottes und ließ uns zum Zeichen aller
seiner Leiden das Kreuz; damit das Holz eben dieses leben-
spendenden Kreuzes an Stelle aus Holz ausgehauener Dar-
stellungen für uns ein Zeichen wäre, und Christus lautlos (ohne
Worte) an eben dem Kreuz an die Stelle (trete) der Darstellungen
20 der verunreinigten Götzen von Menschen, die die leblosen Götzen
anbeteten, und das Blut unseres Herrn an die Stelle der Opfer und
der Freuden der Lasterhaftigkeit und der Opferdarbringungen
mit Räucherwerk, womit sie kamen vor die Seelenlosen und sich
ergötzten. 2. Wahrhaft (aufrichtig) berief uns der Vater: das
25 Lamm, (das) er schlachtete, ist der Sohn Gottes; und er be-
rief die Kirche zu jenem Hochzeitsmahl. Und hier wurde er-
füllt das Gesagte, nämlich „wessen die Braut ist, das ist der
Bräutigam", welcher Bräutigam ist Christus, die Kirche aber
die Braut. Und wer sind die „Freunde des Bräutigams?" Es
30 sind die, welche „aßen das Fleisch" des Bräutigams und ver-
gaßen die ungehörige Opferdarbringung im Tempel der Ver-
sammlung vor „den Teufeln", und damit sie (verließen) das
Haus der Gesetzlosigkeit, den Tempel der der Gestalt der Men-
lf. Ps. 88, 5. 6. — 5 f. Jes. 25, 8. — 9 ff. Ps. 68, 19. — 26 Mt. 22,
2. 3. — 27 f. Joh. 3, 29. — 30 Joh. 6, 53 ff. — 32 I Cor. 10, 20.
2 „ein Freier": „von Versuchung" erklärend -f- K | 14 „dies ge-
wohnte Holz": wörtlich „die Gewohnheit des Holzes": „der Gewohnh. des
H." S | 24 f. „des Lammes" S
„Über den Glauben". 29
sehen ähnlichen Götzen, und beteten an das wahrhaftige Holz
der Wahrheit in Wahrheit und den lebenspendenden Leib, der
die Sünden des Menschen vernichtet hat und zugleich damit
auch die Pein, und machte ihn groß. 3. Wenn dies so in Wirk-
lichkeit ist, so „gab er" denen, die er befreit hat von der Strafe 5
und gerechtfertigt hat, eine große „Gabe". Mit Recht zu sagen,
wirklich gab er uns eine große Gabe und Ehre, denn durch das
Taufbecken heißen wir Sohn Gottes und verhieß er uns zu
geben den ewigen und unermeßlichen Lohn, nämlich den end-
losen und den unaussprechlichen und anfangslosen, sein himm- 10
lisches Reich. | 4. Und wie Bäume durch das Hervorwachsen 40.~>
und Hervortreiben von Sprossen und Blüten und Samen und
Blättern und Früchten und durch ihre Lebenskraft (Seele) und
Geschmack ein jeder Baum für sich ist und nach seiner Natur
existiert, seine Blöße mit Blättern bedeckt und erkannt wird 15
nach seiner Lebenskraft (Seele) und durch den Geschmack, und
wie diese zuvor waren, auf eben solche Weise auch jetzt solche
(sind) und zu einem andern Aussehen nicht übergehen, sich für
sich selbst nicht verändern, — auf genau ebensolche Weise wird
auch der Mensch durch den Leib mit Hilfe der Adern, Glieder, 20
durch die Zusammenfügung der Gelenke, mit Haut, Haaren be-
kleidet und geschmückt, und alsdann nur seine Seele geht ein
in ihn, kehrt zurück; und mit was für Taten man begraben wird
in den Gräbern, mit denselben Taten belastet kommt man auch.
XV. Denn als er hinaufstieg auf den Olberg, da bahnte er den 25
Weg in den Wolken in der Luft durch das Aufsteigen zum
Vater in den Himmel; er erhob seine Arme, segnete seine Jünger
die Apostel und sandte sie aus, damit sie Gesinnungsgenossen
mehrten und damit sie lehrten alle Heiden. Wegen alles dieses
verkündigten die Apostel den wahrhaftigen Gott der ganzen 30
Welt und taten ihn kund der ganzen Welt. Er nannte sie Lehrer
durch den heiligen Geist, zu denen er auch sprach: „Und vieles
5 f. Ps. G8, 19 (Eph. 4, 8). — 8 vgl Gal. 3, 26. 27. — 25 ff. Act, 1, 12. 9.
— 27 f. Lc. 24, 50. Mt. 28, 19. 20. — 31 f. Act. 1, 8. — 32 ff. Job. 16,
12. 13. 7.
3 „damit": „mit ihm" S | 21 f. „bekleidet bedeckt." K | 22 „Seele":
„denn nur und" + S | 23 „begraben wird" 2 mal S | 2<> „Luft": „auf
den Schiebten der Luft" + S | 31 „taten . . kund": „lehrten" + S
QQ Bonwetseh, Hippolyts Schrift
andere Wort habe ich euch zu sagen, aber ihr könnet es jetzt
nicht fassen; aber wenn kommen wird der Geist der Wahrheit,
er wird euch lehren und wird vor euch hergehen mit aller
Wahrheit, und nachdem ich gekommen sein werde, sende ich
5 euch den Fürsprecher". 3. Und der Apostel Paulus spricht durch
den heiligen Geist: „Wahrhaft ist das, daß groß ist das Ge-
heimnis des Gottesdienstes: welcher kam im Fleisch, ward gerecht-
fertigt durch den Geist, erschien den Engeln, ward gepredigt unter
allen Heiden, den Hoffenden ward er Hoffnung der Welt und
10 ward aufgenommen in den Himmel mit Herrlichkeit". 4. Er
fuhr auf und „setzte sich zur Rechten Gottes des Vaters", und
nach dem Tag des Leidens, welcher ist ein „Tag der Erfüllung",
der Auferstehung, und im Fortgang der „Tage der Pfingsten,
als versammelt waren alle seine Jünger", „kam der heilige Geist
406 15 und | erfüllte alle, und sie fingen an zu reden in vielen Sprachen,
wie der Geist ihnen gab zu reden" in ihnen fremden Sprachen.
Deswegen auch Petrus erfüllt mit heiligem Geist zeigte ihnen
mit vielen Gleichnissen das Kommen des heiligen Geistes und
der Gnadengaben Christi auf sie (die Apostel). 5. Und wie sie
20 den heiligen Geist empfingen, gedachten sie an das Wort des
Herrn, das er gesagt: „Johannes hat mit Wasser getauft, ihr
aber werdet getauft werden mit heiligem Geist". Und wieder
spricht er: „Wir haben nicht empfangen den Geist dieser WTelt,
sondern den, der von Gott ist". 6. Denn Christus selbst spricht:
25 „Gott ist Geist". Er zeigt mit diesen Worten die geeinte
Einwesentlichkeit der Dreieinigkeit. Denn „nicht von sich
selbst hat er etwas gesprochen, sondern was er gehört hatte,
das sprach er auch und das Zukünftige, was hervorkommen
soll, [und] wird er euch sagen. Er wird mich verherrlichen,
30 denn von dem Meinen empfängt er es und wird es euch sagen.
Denn alles, was meines Vaters ist, ist mein; deshalb habe ich
euch auch gesagt, daß von mir er es nehmen wird und euch
sagen".
6 ff. I Tim. 3, 16. — 11 Mc. 16, 19. — 12 ff. Act. 2, 4. 6. — 17 Act.
2, 14. — 21t Act. 1, 5. — 23 f. I Cor. 2, 12. — 25 Joh. 4, 24. — 26 ff.
Joh. 16, 13—15.
18 „und mit" S | 24 vgl. Ttvevfia yap o d-sög bei Migne, Pafer.
zr. 28, 1639 B.
„Über den Glauben". 31
XVI. Und so siehe die Vereinigung, die Willenseinheit, die
Homousie der wahrhaftigen Dreieinigkeit, und schaue, wie her-
vorleuchtete und auf uns leuchtete die Dreieinigkeit gemäß der
wahrhaften Einigung. Denn er spricht: „Nicht von sich selbst
redet etwas" der heilige Geist, sondern von mir wird er es 5
nehmen und euch übergeben; denn das, was mein Vater hat,
ist mein". 2. Siehe, ein vollkommener Vater, ein vollkommener
Sohn und ein vollkommener heiliger Geist. Schöpfer ist der
Vater, Schöpfer ist der Sohn, Schöpfer ist der heilige Geist.
Vom Vater spricht er: „Mein Vater wirkt bisher" ein Werk. 10
Und weiter fährt er fort: „Am Anfang schuf er Himmel und
Erde". Und vom Sohn spricht der Evangelist: „Alles ward
durch ihn geschaffen und ohne ihn ward nichts". Und ferner
spricht er: „Durch das Wort des Herrn wurden die Himmel ge-
festigt", und von dem heiligen Geist spricht er: „Und durch den 15
Geist seines Mundes alle ihre Macht". 3. Und wieder spricht
Christus: „Der Geist ist es, der lebendig macht und das Fleisch
gibt keinerlei Nutzen". Hierdurch hat er uns zuvor ange-
zeigt | dasselbe der ihrem Wesen nach ungeteilten Gottheit, die 407
Unteilbarkeit der geeinten Macht. Davon sagte er auch: „Ich -0
ging aus vom Vater und kam in die Welt". Ebenso spricht er
auch vom heiligen Geist: „Der Geist der Wahrheit, der von
meinem Vater ausgeht". Und durch dies zeigt er die Unteilbarkeit
der Einheit der Dreiheit. Denn das „Geist ist Gott" zeigt so-
wohl von sich selbst und von dem Geist der Wahrheit wie un- 25
getrennt er ist vom Vater. 4. Wenn die Apostel Gesandte vom
Vater heißen, nur von der Dreieinigkeit durch den Willen der
Einheit und durch den Einen Rat, und ebenso hat die unteil-
bare Dreieinigkeit in ihrer Einheit jenes Werk vollbracht. 5. Da-
von zeugt Johannes der Täufer: „Niemand hat Gott je gesehen, 30
nur der eingeborene Sohn, der aus dem Schoß des Vaters ist,
4 ff. Joh. 16, 13—15. — 10 Joh. 5, IT. — 11 f. Gen. 1, 1. — 12 f.
Joh. 1, 8. — 14 f. Ps. 33, Ü. — 15 f. Ps. 33, 6. — 17 f. Joh. 6, 63. —
20 f. Job. 16, 23. — 22 f. Joh. 15, 26. — 24 Joh. 4, 24. — 30 ff. Joh. 1, 18.
7 f. vgl. vom Sohn xilEioq ix xeXeiov bei Hahn S. 185, 1 und xtXeioq
rfi ukrj&ivfj xal üsta xü.uöxr\xi S. 280, 1; vom Geist bei Hahn S. 136,'-'-.
138, 13. 153, 6. 310, 4 | 25 f. „ungetrennt nicht getrennt" S | 31 „dem
Schoß der Umarmung* S
32 Bonwetsch, Hippolyts Schrift
der hat es uns gesagt". Denn sie sahen ihn bei ihnen ver-
weilend ungetrennt, und in dem Werk waren Mitschöpfer der
Sohn und der heilige Geist; wie der Vater und der Sohn und
der heilige Geist gleich sind nach der Gottheit, waren sie auch
5 in den Werken des Vaters geheiligt. 6. 0 wunderbare Gabe der
göttlichen Erkenntnis nach dem Los den Aposteln zugekommen!
Wie diese schöne und wohlduftende Erkenntnis mit einem Mal
vorrückte, dem gleich müssen wir auch hinsichtlich des heiligen
Geistes der Wahrheit annehmen zum Verständnis, was er sagte:
10 „Der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht". [Und] Er
wird nicht von ihm geschieden, er wird übergeben, aber nicht
verringert. Und alle (drei Personen) in Wahrheit in der Ver-
einigung; und alles spricht er von ihrer Homousie: „Ich mit dem
Vater und der Vater mit mir", und „Wer mich gesehen hat,
15 hat meinen Vater gesehen". Denn nicht das, daß irgend etwas
Abgrenzendes vermöchte zu umfassen die Gottheit auf trennende
Weise. Und jetzt möchte ich so sagen: Der Herr selbst der
408 Vater im Himmel und der eingeborene Sohn und | der wahr-
haftige Geist auf Erden, von dem alles erfüllt ist und er ist
20 in allem und über allem. — 7. Wegen diesem allem nach der
Gottheit spricht, unterweist und lehrt er zu lehren die Jünger
Christi, und sie verkündigten, erfüllt mit heiligem Geist, tiberall
allen die großen Gnaden der Lehre des Sohnes Gottes und über-
lieferten das wahre Glaubensbekenntnis vielen, und durch das
25 heldenmütige Werk des Apostolats unterwarfen sie viele dem
befreienden Joch. Denn wegen der kleinen Ursache haben sie
alles Irdische gen Himmel dargebracht zum Opfer, geopfert ihr
Glaubensbekenntnis mit heiliger Tat
XVII. Und so von dieser Zeit an [nach diesem] ist der Sohn
30 Gottes der unerreichbaren Güter Mittler und in Sonderheit für
die, die ihn lieben. Und daß nach langen Erwägungen ich zu
solchem Schluß komme: Es ist durchaus gewiß, daß er uner-
reichbar und unermeßlich, unbegrenzt, unendlich und mehr als
10 Job. 15, 26. — 13 f. Job. 17, 21. — 14 f. Job. 14, 9. — 19 f. Eph.
4, G. — 26 Mt. 11, 29. — 30 Ebr. 9, 11.
5 „geheiligt erleuchtet" S | 20 f. „nach d. Gottheit": „göttlich" er-
klärt K I „er": „Gott" S.
„Über den Glauben". 33
dieses noch alsdann sein wird, wenn er, aufgefahren gen Himmel
zum Vater, vom Himmel „mit der Herrlichkeit des Vaters"
kommen wird und vor allen den Chören der Engel und den
Völkern der Mächtigen an der Hand nehmen wird die ihn Lie-
benden und zu sich ziehen wird, um sie in seiner Wohnung zu 5
erfreuen. 2. Denn der Unversiegbare, durchaus Vollkommene
bereitet zuvor den Ort des Erbes nach der Menge ihrer Ge-
schlechter, Wohnungen zum verschiedenen Grad der Seligkeit
in dem Gebiet der Unbegrenztheit, in seinem Reich, eine Ruhe-
stätte an dem Ort der allgemeinen Freude. Nach der Ordnung 10
allen und den Würdigen, allen nach Verdiensten, allen vernünf-
tigen Wesen, sowohl den Geistigen wie den Leiblichen, allen
bereitet er bei sich einen Ort. 3. Davon hat auch immer der
Erlöser seinen Jüngern verkündigt und versprochen: „Wo ich
sein werde, da werdet auch ihr sein und werdet zu jeder Zeit 15
meine Herrlichkeit sehen". Nur dieses eine zeigt er, nämlich das
Himmlische und offenbart es: „Alsdann werdet ihr erkennen,
daß ich beim Vater und ihr mit mir und ich in eurer Mitte".
Hinsichtlich dessen ist auch nötig jenes Wort: „Was ein Auge
nicht gesehen und von keinem Ohr gehört ward und in ein 20
Menschenherz nicht gekommen ist, das was Gott bereitet hat
denen, die ihn lieben", wie der selige Paulus spricht (in) Dank-
sagung Christo wegen seiner unaussprechlichen Gaben der Gnade.
4. Denn nicht vergeblich und nicht träge („umsonst"?) hat sich
so sehr „erniedrigt" der Gott-Logos und der eingeborene Sohn 25
des anfangslosen Gottes und durchaus wahrhaftige Sohn Gottes,
daß er sich „erniedrigte", um uns zu erhöhen; wegen dessen er
auf sich nahm, der Sohn Davids zu heißen, um uns zu Söhnen
Gottes zu machen. Es nimmt an der Sohn des Vaters den
Knecht, damit dir sei zum Vater der Herr. 5. Wenn du in 30
irgendetwas aus dem dich Betreffenden zweifelst, alles was ihn
betrifft wegen seiner (seil, nimm es au) und lerne, daß dies
2 Mt. 16,27. Mc. 8, 38. — 7f. vgl. Job. 14, 2. — 14 ff. Job.. 12, 24.
— 17 f. Joh. 14, 20. — 19 ff. I Cor. 2, 9. — 25 ff. Phil. 2, 8.
<> „Vollkommene": vielleicht fügt S noch hinzu „und allmächtige
Gott" | 29 „Es gewährt ZuflucW nimmt an" S | „der Vater den Sohn"
8 | 31 „aus und" S | 32 „nimm es an" K
Texte ii. Untersuchungen etc. 81,2 :;.i
34 Bonwetsch, Hippolyts Schrift
höher ist als die menschliche Vernunft und sehr schwer es für
einen Menschen zu erreichen, wie Gott Mensch ward.
XVIII. Deshalb wenn ein Mensch Sohn Gottes heißt, jetzt
da du hörst, daß der Sohn Gottes Sohn Davids ist und Sohn
5 Abrahams ist, zweifle durchaus nicht von jetzt an, wie: der Sohn
der heiligen Maria
[Lücke von 3 Zeilen]
2. . . ward „geboren von einem Weibe", damit du geboren
würdest aus dem Taufbecken und ein Sohn Gottes würdest.
10 Deshalb ward er ein anderes Mal geboren und ward uns gleich
und wurde höher als wir. Denn die Geburt von einem Weibe
wird auf uns gelegt, und nach diesem „nicht vom Fleisch und
nicht von Blut", sondern vom heiligen Geist werden wir ge-
boren in dem heiligen (Tauf-)Becken. Diese Geburt ist: Der
15 höher als wir geboren war, auch über uns sollte sich vollziehen
eine solche Geburt von dem heiligen Becken der Taufe, worüber
er uns zuvor offenbart hat. 3. Und so wie er selbst „nicht vom
Blut und nicht von dem Willen der Gelüste des Fleisches" ge-
boren ward durch die zweite Geburt, so werden auch wir ohne
20 Willen des Blutes und der Lüste des Fleisches wiedergeboren
durch die himmliche Geburt. Und wie uns der König erschien
und die Hypostase die Gottheit durch ein Bild . .
[Lücke von 3 Zeilen]
410 4. . . dem Herrn der himmlichen Freude Preis seiner Gott-
25 heit, jetzt und immerdar und in Äonen der Äonen. Amen.
XIX. Jetzt von dieser Zeit an haltet fest dieses gute Be-
kenntnis, das wir(?) bekannt haben, damit wir nicht abweichen,
weder zur Rechten noch zur Linken. Wir wollen glauben, dali
der Vater ist vollkommener Gott und der Sohn vollkommener
30 Gott und der heilige Geist vollkommener Gott. 2. Eine ist die
Gottheit der heiligen Dreieinigkeit: Ein Wesen, Eine Natur, Ein
Herr, eine vollkommene Dreieinigkeit, Ein vollkommener Gott.
Eine Kraft, Eine Macht, Eine Herrschaft, Eine einheitliche Herr-
lichkeit, Ein ungeteiltes Licht, Eine ungeteilte Vollkommenheit.
35 Denn niemand vermag zu erforschen, was und wie es („sie"?) war.
8 Gal. 4, 4. — 12 f. Joh. 1, 13. 3, 5. — 17 f. Joh. 1, 13.
23 S. 409 ist von K nicht angemerkt.
„Über den Glauben".
35
Wir glauben eine Dreieinigkeit, glaubet an die Einheit ohne
Lüge und mit Schweigen. Aber glaubet nur, nur
[Lücke von 3 Zeilen]
Geschaffene und Gemachte sind wir. Wie vermögen wir zu er-
forschen oder zu erkennen den Allerhöchsten V Wir, die wir
einen Anfang genommen haben und Geborene sind, den Anfangs-
losen'? Wie können wir erforschen den Unerreichbaren? Sein ist
Herrlichkeit in die Äonen der Äonen. Amen.
Schriftstellen.
Seite
Seite
Seite
Gen. 1,
1
. . 31, 11
Jes
66, 1 .
. 16, 19
Joh. 3,
34 . . . 20, 29
2,
21
. . 17, 2
Jer
31, 33 .
. 19, 14
4,
24 . 30,25.31,24
3,
14
. . 24, 23
Arnos 9, 12
. 19, 13
5,
17 . . . 31, 10
3,
16.
17 . 22,4.9
Mt.
5, 17 .
. 27, 11
5,
43 . . . 18, 30
12,
3
. . 21, 30
11, 29 .
. 32, 26
6,
38 . . . 20, 17
18,
18
. . 21, 30
16, 27 .
. 33, 2
6,
45 . . . 19, 13
I Sam.
12, 21 . . 24, 16
22, 2. 3
. 28, 26
6,
53 ff. . . 28, 30
IKön.
1, 27
. . 16, 17
27, 30 .
. 26, 9
0,
63 . . . 31, 17
Ps. 2,
7
. . 22, 33
28, 19 . 1
3,2. 29,27
8,
46 . . . 27, 8
33,
6
. 31,14.15
Mc.
1, 9—11
. 25, 11
10,
12 . . . 27, 19
36,
6
. . 14, 15
8, 38 .
. 33, 2
10,
17 . 27, 16. 17
68,
19
28,9. 29,5
15, 19 .
. 26, 9
10,
18 . 20,15.27,16
88,
5. e
. . 28, 1
16, 19 . 2
7, 2. 30, 11
12,
24 . . . 33, 14
102,
28
. . 21, 1
Lc.
1, 30. 34
. 22, 15
14,
2 . . . 33, 7
110,
3
. 21, 29. 33
2, 4. 7
. 22, 18
14,
9 . 13,18.32,14
Jes. 6,
3
16,15.18,17
2, 12 . 2
3,23.21,27
14,
20 . . . 33, 17
9,
6
22,22.23,1
2, 13. 14
. 21, 23
15,
26 . 16, 30. 18, 5.
11,
1
. . 23, 6
23, 15. 22
. 27, 10
31, 22. 32, 10
11,
2
. . 18, 4
24, 50 .
. 29, 27
16,
7. 12 f. . 29, 32
25,
8
. . 28, 5
Job
. 1, 3 .
. 31, 12
16,
13-15 . 30,26.
43,
7
. . 19, 13
1, 13 .
34, 12. 17
31, 4
52,
10
. . 21, 14
1, 14 .
. 20, 30
16,
28 . . . 31 20
53,
6
. . 27, 23
1, IS .17
,33.23,18
17,
21 . . . 32. 13
53,
8
23,17.27,24
31, 30
19,
34 . . . 26, 9
53,
9
. . 27, 6
3, 5 .
. 3-1, L3
Apg. 1,
5 . . . 30, 'l
57,
15
. . 16, 21
3, 29 .
. 28, 27
1,
8 . . . 2!'. 31
3 a*
36
Bonwetsch, Hippolyts Schrift „Über den Glauben".
Seite
Seite
Apg. 1, 9. 12
. 29, 25
I Cor. 10, 20 . . 28, 32
2, 4. 6
. 30, 12
15, 3. 4 . . 27, 1
2, 14 .
. 30, 17
15, 47 . . 23, 3
Rom. 8, 3 .
. 21, 19
Gal. 1, 8 . . .24, 22
10, 4 .
. 27, 13
3, 26. 27 . 29, 8
11, 36 .
. 14, 19
4, 4 . 20,11. 34,8
I Cor. 2, 9 .
. 33, 19
Epb. 4, 6 . . . 32, 19
2, 11 .
. 13, 16
4, 8 . . . 29, 5
2, 12 .
. 30, 23
4, 9 . . . 24, 1
Seite
Phil. 2,7 21,2.23,33.26,7
2,8. 20,9. 26.33,25
Col. 2, 14 . . . 24, 4
IIThess. 2,10-12 19, 3
I Tim. 3, 16 . . 30, 6
I Petr. 2, 24 . . 24, 4
I Joh. 1, 1. 2 . . 23, 23
Ebr. 9, 11 . . . 32, 30
Jak. 1, 17 . 13, 7. 19, 10
VINCENZ VON LEEIN
UND GENNADIUS
EIN BEITRAG
ZUR
LITERATURGESCHICHTE DES SEMIPELAGIANISMÜS
VON
DR. HUGO KOCH
PROFESSOR PER THEOLOGIE AM Klil.. I.YCEUM HOSIAMM
ZT BRAX3NSBERG
Texte ii. i ntersnchnngen etc. 31, 2.
Inhaltsverzeichnis.
Seite
I. Die „Edition" des Conmionitoriums 39
II. Die Objectiones Vincentianae 43
III. Das Comraonitoriurn im Lichte der Objectiones Vincentianae . 47
JV. Weitere literarische Tätigkeit des Vincenz 55
V. Schlußwort 58
I. Die „Edition" des Commonitoriunis.
Gennadius schreibt in seinem Schriftstellerkatalog c. 64 (65)
vom Commonitorium des Vincenz von Lerinum u. a.: „Cujus
operis quia secundi libri maximam in schedulis partem a qui-
busdam furatam perdidit, recapitulato eius -paucis sermonibus
sensu primo compegit et in uno edidit". Diese mysteriöse Dieb-
stahlsgeschichte, der man bis in die neueste Zeit Glauben ge-
schenkt hat, habe ich nach dem Vorgange Czaplas (Gennadius
als Literarhistoriker 1898 S. 134) in der Tüb. Theol. Qu.-Schr.
1899 S. 414 ff. einer Kritik unterzogen und S. 424 ff. den Verlust
des zweiten Commonitoriunis auf andere Weise, mit Berufung
auf die bibliographische Technik des Altertums, zu erklären ver-
sucht. Soviel ist sicher, weil es aus den eigenen Angaben des
Leriners hervorgeht, daß er das zweite Commonitorium noch vor
sich hatte, als er seine Recapitulation schrieb, und diese nicht
wegen des angeblichen Diebstahls so ausführlich gestaltete.
Höchstwahrscheinlich ist, daß Gennadius beim ganzen Prozeß
Ursache und Wirkung verwechselte: nicht der Verlust hat die
Ausführlichkeit der Recapitulation, sondern diese hat jenen her-
beigeführt. Die Recapitulation faßt den Inhalt des „zweiten
Teiles" so eingehend und erschöpfend zusammen, daß er selbst
entbehrlich erschien und unterdrückt wurde. Eines Diebstahles
bedurfte es dazu nicht. Wenn man sagt, daß Unterricht und
Erziehung darauf hinarbeiten sollen, sich selbst entbehrlich zu
machen, so hat jene Recapitulation dasselbe erreicht.1
1) Bardenhewer, der in der 1. Aufl. seiner Patrologie S. 491 der
gennadianiscben Nachricht noch vertraut hatte, erwähnt in der 2. Aufl. 1901
S. 459 nichts mehr davon; vgl. auch Rauschen in seiner Ausgabe des
Commonitoriunis (Florilegium Patristicum fasc. V. 1906) Proleg. p. 2sq.
Kihn schreibt wenigstens, daß das zweite Buch dem Verfasser gestohlen
wurde, „als beide fertig vorlagen". KL. 2 12(1901) 9S5. Vergl. jetzt auch
Brunetiere und de Labriolle, Saint Vincent de Lerins 1906, LX 6<i<|.
3b*
4n Koch, Vincenz von Lerin und Gennadius.
Eine erneute Beschäftigung mit dem ..Merkbuch" des Leriner
Mönches brachte mich zur Erkenntnis, daß ich in der Kritik
der gennadianischen Notiz noch nicht weit genug gegangen war.
Vincenz hat nämlich sein Werk selbst weder „heraus-
gegeben", noch die Absicht gehabt es zu „edieren".
Kürzlich hat Harnack in einer Abhandlung über „die Re-
traktionen Augustins" ' darauf hingewiesen, daß einige Schriften
dieses Kirchenvaters, die er für seinen Privatgebrauch verfaßt,
nach seinen eigenen Äußerungen ohne seinen Willen veröffent-
licht wurden. „Manche Schriften des Altertums sind auf uns
gekommen, die niemals .ediert' worden sind, und es bedeutet
einen wichtigen Fortschritt der literarischen Kritik, daß man
in neuester Zeit auf diese Erkenntnis größeres Gewicht legt"
(S. 1127). Daß übrigens Ahnliches auch in neuerer Zeit noch, nach
Erfindung der Buchdruckerkunst, vorkommen konnte, zeigt die
berühmte ..Cautio criminalis" des Jesuiten Friedrich von Spee,
die erstmals 1631 ohne sein Yorwissen erschienen ist, wie Duhr
im Histor. Jahrb. 191)0 S. 343 ff. dargetan hat,
Anzeichen dafür, daß Vincenz gar nicht daran dachte, sein
Werk selbst der Öffentlichkeit zu übergeben, liegen zunächst in
den Stellen, wo er sich über den Zweck seiner Schrift dahin
ausspricht, er habe sie für seinen privaten Gebrauch, zur Unter-
stützung seines Gedächtnisses, zu eigenem Repetitorium ver-
faßt. Der Schluß lautet: Haec sunt fere, quae duobus commo-
nitoriis latius diserta aliquanto nunc brevius recapitulandi lege
constricta sunt, ut memoria mea, cui adminiculandae ista
confecimus, et commonendi adsiduitate reparetur et prolixitatis
fastidio non obruatur. Und gleich im Eingang bezeichnet er
seine Arbeit als ..infirmitati certe propriae pernecessaria,
quippe cum adsit in promptu, unde imbecillitas memoriae
meae adsidua lectione reparetur". Nachdem er sich dann dar-
über entschuldigt, daß er nicht in feinem und gewähltem, son-
dern in leichtem und gewöhnlichem Stil schreibe, sagt er noch-
1) Sitzungsber. d. kgl. preuß. Akad. d. Wissensch. Philosoph. -histor.
BL53(1905), 1096—1131. Wenn Harnack S. 1128 die Notiz Augustins über
die vorläufige Fixierung und Verbreitung von Quästionen und Responsionen
„per cartulas multas" eine „seines Wissens einzigartige Kunde" nennt, so
darf vielleicht gerade auf Gennadius verwiesen •werden, dessen „niaxima
in schedulis pars" denselben Brauch voraussetzt.
I. Die ..Edition'- des Coinnionitoriums. 41
raals: Me vero sublevandae recordationis vel potius oblivionis
meae gratia comrnonitoriuin inihimet pa — - ffecerit, quod
tainen paulatini recolendo, quae didici. emendare et iniplere
eottidie domino praestante eonabor. Hier ist als Zweck des
..Merkbuches" immer nur der Priva^geb rauch, angegeben1. Er
sagt nun freilich, daß er es verbessern und ergänzen wolle, aber
nicht etwa zum Zweck der Veröffentlichung. Denn unmittelbar
darnach fährt er fort: Atque hoc ipsom ideirco praemonui. ut.
si forte elapsum nobis in manus sanctorum devenerit. nihil
in eo fernere reprehendant. quod adhuc videant promissa
emendatione limandum.
Diese Worte sind ein vollwertiger Beweis dafür, dab Vin-
cenz seine Schrift nicht selber herausgegeben hat. Bei den
vorhin angeführten Äußerungen kann man schließlich immer
noch die Absicht, seine eigentliche Tendenz zu verschleiern,
an2, und dab Vincenz Gründe dazu hatte, werden wir
nachher sehen. Hier bei dei. - ten der praefatio aber
geht das nicht mehr an. Das hiebe einem Manne vom Können
und Geschmack des Vincenz nicht mehr bloß einen aufgelegten
Schwindel, sondern den größten Unsinn zumuten. Man bedenke
doch nur: ein Autor veröffentlicht selbst ein Werk, schreibt
Aber dazu im Eingang: Sollte diese Schrift ohne mein W
und Wollen hinausgehen — das kann das „forte elapsum nobisa
doch nur besagen — , so möge der Leser nicht vorschnell tadeln,
ern berücksichtigen, dab ich immer noch bessern und feilen
wollte! Eine solche Verwahrung erinnerte an den Scherz von
einem Vater, der seinem Sohn geschrieben haben soll: Hier
schickt dir deine Mutter ohne mein Wissen noch etws
Dab man auf das „edidit" des (jennadius hin. trotz der notori-
schen Unrichtigkeit seiner Angabe über die näheren Umstände und
trotz jeuer klaren Worte >{?< Leriners selbst, immer geglaubt
1) Wenn Kihn a. a. 0. Vincenz seine Schrift verfassen läßt „zur
Unterstützung seines eigenen Gedächtnisses und zum Nutzen anderer
mkt eine Art „vaticiniura ex eventu" und entspricht nicht
dem a :ienen Gedank- *ors.
2 .Jülicher sact in der Kinleitune zu seiner Ausgabe des Commo-
S. IV, daß dem Verfasser „sehr daran liegt, den Schein zu
wahren, als habe er die Arbeit nur für sich, als Hilfsmittel für sein
mangelhafl
42 Koch, Yincenz von Lerin und dennadius.
hat, er habe sein Buch „herausgegeben", gehurt zu den ..nicht
so seltenen Fällen wissenschaftlicher Autosuggestion'", von denen
Krüger einmal spricht1.
Aber warum wählte er das Pseudonym, „Peregrinus", wenn
er sein Buch doch nicht veröffentlichen wollte? Aus dem von
ihm selbst angegebenen Grund. Der vorsichtige Mann fürchtet,
das Büchlein könnte doch durch einen Zufall seinen Händen
entschlüpfen und Verbreitung finden, darum will er seinen
Namen verbergen. Das ..ama nesciri"' hat später Thomas von
Kempis bewogen, dem goldenen Büchlein von der Nachfolge
Christi den Namen des Verfassers vorzuenthalten. Der Mönch
von Lerin hatte noch einen andern Grund sich in Dunkel zu
hüllen: sein Buch ist eine verkappte Streitschrift des Semipe-
lagianers gegen Augustin, nicht gegen seine Person, aber
gegen seine Lehre. Darum möchte man wohl auch vermuten,
daß es im tiefsten Herzensgrunde doch sein stiller Wunsch war,
das Büchlein sollte einmal, wenn auch erst nach seinem Tode,
in die Welt hinausgehen. In dem letztgenannten Satze der
Praefatio konnte man schließlich eine versteckte Aufforderung
dazu lesen. Aber persönlich hat er es nicht ediert und wollte
es nicht edieren.
Vincenz hat sein Werk cap. 29 (42) zufolge ungefähr
drei Jahre nach dem Concil von Ephesus, also ca. 434 ge-
schrieben und ist nach der Angabe des Gennadius „Xheodosio
et Valentiniano regnantibus", also spätestens 450 gestorben. Als
Gennadius seinen Schriftstellerkatalog verfaßte, nach Die-
kamps Berechnung in der Zeit zwischen 467 und 48o2, fehlte
der zweite Teil bereits. Er fehlte, weil er wahrscheinlich über-
haupt nie an die Öffentlichkeit getreten war. Gleich bei der
ersten Ausgabe oder jedenfalls bald darauf bei der weiteren
Verbreitung wurden die breiten Ausführungen des zweiten Teiles
unterdrückt, und man glaubte dabei im Sinne des Verfassers zu
handeln, der im Schlußwort sagt, er habe die genaue Rekapitu-
lation geschrieben und die Quintessenz zusammengefaßt, um
1) Bei der Besprechung von v. Schuberts Praedestinatus 1903 in
der Deutschen Litztg. 1904 S. 909.
2) Römische Quartalschrift 12 (1898) 411 ff.
IL Die Objectiones Vincentianae. 43
einem ..prolixitatis fastidium"- vorzubeugen. Damit hat er dem
zweiten Teil selbst sein Schicksal bereitet.
Die Ausgabe kann noch zu Lebzeiten des Verfassers erfolgt
sein und dabei sind wieder zwei Möglichkeiten denkbar. Vin-
cenz hat vielleicht das Buch seinen Klosterbrüdern geliehen
und diese haben es, ohne den zweiten Teil, weiter abgeschrieben
und verbreitet. Oder aber es wurde ihm entwendet, — das
ganze Buch, nicht bloß der zweite Teil. So wäre Gennadius
wieder in etwas gerechtfertigt, der vielleicht von einem Dieb-
stahl gehört hatte und sich die Sache nun auf seine Weise
zurechtlegte, indem er den Diebstahl nur auf den verlorengegan-
genen zweiten Teil bezog und daraus die genauere Recapitu-
lation erklärte.
Gelang es aber dem Verfasser in seiner Weltabgeschieden-
heit (cap. 1), seinen Schatz zu hüten, so wurde dieser nach
seinem Tode entdeckt und mit Auslassung des zweiten Teiles
verbreitet. Das möchte ich trotz Gennadius fast für das Wahr-
scheinlichere halten. Aber wie dem auch sein möge, Vincenz
hat sein Commonitorium nicht selbst veröffentlicht und auch
nicht die Veröffentlichung direct beabsichtigt. Daß es eine solche
Bedeutung in der Kirche erlangen würde, konnte er nicht leise
ahnen.
II. Die Objectiones Vincentianae.
Gennadius führt als einzige Schrift des Leriner Mönches
sein Commonitorium unter dem Titel „Peregrini adversum hae-
reticos" an. Nun schrieb aber der als Anhänger und Verteidiger
Augustins bekannte Prosper aus Aquitanien unter anderem
auch „Pro Augustino Responsiones ad capitula objectionum Vin-
centianarum" (Migne P. L. 51, 177 — 182). Ob diese ,. Vorwürfe"
von unserm Vincenz oder einem anderen Manne dieses Namens1
herrühren, galt bisher als unsicher und ließe sich, wenn Jülich er
(S. V) und deLabriolle2 Recht hätten, überhaupt nicht entscheiden.
1) Der von Gennadius cap. 80 (81) als Verfasser eines Psalmcn-
commentars aufgeführte gallische Presbyter Vincentius, dem die objectiones
auch schon zugeschrieben wurden, kann ernstlich nicht in Betracht kom-
men, da er allem nach nicht Seniipelagianer ist. Vgl. Czapla a. a. 0.
S. 155 f.
2) Saint Vincent de Lerins 1900, X.CIV.J
44 Koch, Vincenz von Lerin und Gennadius.
Bardenhewer1 hält nach dem Vorgange anderer, wie Xoris,
Natalis Alexander, Hefele2, ihre Abfassung durch den Leriner
für wahrscheinlich, Kihn3, Hergenröther- Kirsch4, Rau-
schen5 sogar für sicher. Dabei wurde immer nur der beider-
seitige semipelagianische Standpunkt im allgemeinen geltend ge-
macht, was offenbar zu jenem Schlüsse nicht ausreicht.
Umgekehrt haben andere, wie Baronius, mit dem Semi-
pelagianismus des Commonitoriums auch die Abfassung der ..ca-
pitula objectionum" durch Vincenz von Lerin in Abrede gezogen.
Aber auch solche, die die semipelagianische Tendenz des Merk-
buches zugeben, glauben doch die ..Vorwürfe" ihm absprechen
zu müssen, da, wie sie glauben, Prospers Angaben diese An-
nahme nicht befürworteten6, und auch innere Gründe ihr ent-
gegenstünden.7 Ihnen schließt sich Czapla (S. 133) an mit der
Beifügung des weiteren Grundes, daß es „unerklärlich bliebe,
warum sich der Verfasser auch bei dieser Schrift nicht unter
einem Pseudonym verborgen hatte, wenn er es schon bei einer
weniger offenen Streitschrift für gut hielt'". Der Grund erscheint
sehr beachtenswert und durch unsern Nachweis, daß Vincenz
sein Merkbuch nicht einmal herausgegeben hat oder herausgeben
wollte, noch verstärkt. Trotzdem ist er hinfällig.
Die XVI „objectiones", die Prosper je seinen „responsiones"
voranstellt, scheinen noch nie mit dem Commonitorium genau
verglichen worden zu sein, sonst hätte man wohl erkannt, daß
sie von demselben Verfasser stammen müssen.s So kurz
1) Patrologie. 2. Aufl. S. 451 u. 459.
2) Theol. Quartalschr. 1854 S. 88 ff".
3) KL. 2 12, 9S8.
4) Handbuch der allgemeinen Kirchengeschichte l4 (1902) 566 A. 2.
5) Grundriß der Patrologie 2 1906 S. 202. In den Prolegomenen seiner
Ausgabe des Cominonit. dagegen sagt er vorsichtiger „fortasse" (S. 1).
6) So Klüpfel, Commonitorium s. Yincentii Lerinensis 1809 S. 56 ff.
7) So H. Schmidt, Art. Vincentius in Herzogs R. E. 2. Aufl.
8) Wie ich nachträglich erst sehe, macht Anton Koch in seiner
Monographie über Faustus von Riez 1895 S. 151 wenigstens auf die fast
-wörtliche Übereinstimmung der Y. u. VI. objectio Yincentiana mit Com-
monit. cap. 24 aufmerksam und hält darum die Abfassung der capitula
objectionum Yincentianarurn durch Vincenz von Lerin für „um so wahr-
scheinlicher". Daß ich nicht der einzige bin. dem der wertvolle Hinweis
entging, zeigt die bisherige Darlegung.
II. Die Objectiones Vincentianae. 45
diese Sätze und so wenig ihrer sind, es redet aus ihnen nach
Sprache und Inhalt der Peregrinus des Merkbuches. Schon
früher habe ich auf den häufigen Gebrauch des Asyndetons, zu-
mal des dreigliedrigen, im Commonitorium aufmerksam gemacht
(Qu.-Schr. 1899, 407 f.). Namentlich werden sehr gerne Syno-
nyma oder Wörter mit ähnlicher Bedeutung asyndetisch in der
Dreizahl gehäuft z. B. c. 3 (4): tenuisse scripsisse docuisse, c. 8
(13): anathema sit id est separatus segregatus exclusus, c. 24 (33):
omnes casti continentes virgines . . . ignorasse errasse blasphe-
masse. Und siehe da, auch in objectio XIV (Migne p. 184 D)
heißt es: divina praedestinatio, quae illos praeordinavit praepa-
ravit praeaptavit ut caderent, Die Verbindung zweier Synonyma
durch eine Conjunction in derselben objectio XIV: quae ad ruinarn
et perditionem praedestinata est, und in objectio XVI (p. 186 A):
ut cadant et ruant hat ihre Pendants in Wendungen des Commoni-
toriums wie c. 4 (6): concussum et emotum est . . . miscere atque
vexare . . . protrusi atque extorres . . . sacratae atque incorruptae
vetustatis. Die Reminiscenz von Proverb. 26, 11 (bezw. II Petr.
2,22) in objectio XIII: quando ad vomitum suum relabuntur,
klingt auch im Commonit. c. 8 (12) durch: cum Galatae nausea
quadam veritatis adfecti apostolicae catholicaeque doctrinae manna
revomentes haereticae novitatis sordibus oblectarentur, cfr.
c. 20 (25): amaros illos turbulentosque erroruni fluctus primitus
revomentes. Objectio XV: sie a Deo dispensentur, ut etc. ent-
spricht Commonit. c. 26 (37): ita divinitus dispensentur, ut etc.,
wobei es sich beidemal um Prädestination handelt1, cfr. c. 28
40): per tempora et loca dispensatos. Wenn es in objectio XIV
heißt: Christianorum catholicorum fidelium atque sanetornm, ob-
jectio XV: omnes illi fideles et saneti, objectio XVI: fidelium
atque sanetorum, so sind das vincentianische Lieblingsverbin-
dungen. Commonit. c. 3 (4): Christianus catholicus; c. 9 (14):
Christianis catholicis; c. 24 (33): omnes oninium aetatum fideles,
omnes saneti; c. 28 (40): ecclesiis sanetorum id est catholico-
rum, quae ideo sanetae sunt, quia in fidei communione persi-
stunt; ibid: sanetum catholicumque consensum; c. 29 (41) sogar:
1) Vgl. aber auch Cassianus, Collat. XIII c. 17: de inacrutabili
dispensatione Dei .... hanc ilispensationis Dei multiplicem largitatem
(Migne P. L. 4!), !)44). Es ist das griechische otxovo^la.
46
Koch, Vincenz von Lerin und Gennadius.
hoc catholicissimum fidelissimum atque Optimum. Vincenz weiß
sich in Katholizität nicht genug zu tun, und trotz seiner semi-
pelagianischen Richtung könnte man ihm wegen seines Prinzipes
den Beinamen des „catholicissimus" geben, vgl. c. 15 (21): ca-
tholicissime credatur.
Der schlagendste Beweis für die Identität des Verfassers
liegt aber in folgender Übereinstimmung:
Commonit. c. 24 (34). Obj. XV.
Quis ante crudelissimum Quod omnes illi fideles et sancti,
Novatianum crudelem De- qui ad aeternam mortem praedesti-
um dixit, eo quod mal- nati sunt, postea quam ceciderint,
let mortem morientis sie a Deo dispensentur, ut nee
quam ut revertatur et possint nee velint per poeniten-
vivat? Quis ante magum tiam liberari.
Obj. IV— VI.
Quod major pars generis humani ad
hoc creatur a Deo, ut non Dei, sed
diaboli faciat voluntatem.
Quod peccatorum nostrorum
auetor sit Deus: eo quod malam
faciat voluntatem hominum,
plasmet substantiam, quae na-
scelerum impietatum ,. , .,., , •,
ri .^. r turali motu nihil possit nisi
peccare.1
Quod Deus tale in hominibus plas-
met arbitrium, quäle est daemonum,
quod proprio motu nihil aliud
possit velle nisi malum.1
Obj. X— XIII.
Quod adulteria et corruptelae vir-
ginum sacrarum ideo contingant, quia
tatis impulsu nihil ali- illas Deus ad hoc praedestinavit ut
ud possit, nihil aliud caderent.
velit nisi peccare1, eo Quod quando incestant patres filias
Simonem apostolica di-
strictione percussum — a
quo vetus ille turpitudi-
num gurges usque in no-
vissimum Priscillianum
continua et oeculta suc-
cessione manavit — auc-
torem malorum, id est
flagitiorumque no
strorum ausus est di-
cere creatorem Deum?
Quippe quem adserit ta-
lem hominum manibus
ipsum suis creare na-
turam, quae proprio
quodam motu et neces-
sariae cuiusdam volun-
1) Wie sehr diese Formulierung der Anschauung entspricht, die in
den semipelagianischen Kreisen Südgalliens über die augustinische Lehre
III. Das Conimonitoriuni u. die Object. Vincentianae. 47
quod fariis vitiorum om- et matres filios, vel quando servi do-
niu'm exagitata et in- ruinös occidunt, ideo fiat, quia ita
flaromata in omnia tur- Deus praedestinavit ut fieret ....
pitudinum barathra ipsius vitii causa est divina praedesti-
inexhausta cupiditate ra- natio, quae illis latenter subtrahit bo-
piatur. nas voluntates.
Angesichts solcher Congruenz muß jeder Zweifel verstum-
men: Vincenz von Lerin hat die objectiones geschrieben. Von
diesen fällt jetzt helles Licht auch auf das Commonitorium.
Die treffenden Ausführungen Jülich ers (Einleitung S. X f.) wer-
den bedeutend verstärkt, die bisher mit mehr oder weniger Un-
sicherheit über die Tendenz des Peregrinus vorgetragenen Ver-
mutungen 1 zur Evidenz erhoben.
III. Das Cominoiiitorinm im Lichte der Objectiones
Vincentianae.
Aus den „Vorwürfen" verstehen wir erst recht, was und
wen Vincenz in c 24 (34) des Commonitoriums eigentlich meint.
Man hat bisher hauptsächlich in der Warnung des hl. Vin-
cenz vor solchen, die eine „magna et specialis ac plane personalis
Dei gratia" versprechen, die alles eigene sittliche Tun, jedes Bitten
und Suchen und Anklopfen überflüssig mache und jegliches
herrschte, zeigt ein Vergleich mit Cassians Collat. XIII c. 12 (Migne
49, 924 f.): Nee enhn talem Deus hominem fecisse credendus est qui nee
velit umquam nee possit bonum. Alioquin nee liberum ei permisit
Arbitrium, si ei tantum niodo malum ut velit et possit, bonum
vero a semetipso nee velle nee posse concessit . . . ut nihil nisi id quod
malum atque perversum est humanae adscriberemus naturae. Die ob-
jectiones weisen aber anderseits mit dem Commonitorium größeren wört-
lichen Einklang auf, als objectiones und Commonitorium mit Cassian.
1) Bardenhewer, Patrologie S. 459: „Sehr wahrscheinlich ist unsere
Schrift überhaupt, trotz der so harmlos klingenden Vorbemerkung, als
eine Streitschrift wider die Lehre Augustins anzusehen". Rauschen,
Grundriß der Patr. 2A. S. 202: „Vielleicht sollte es sogar eine Streitschrift
gegen die Lehre des hl. Augustinus sein". Proleg. zur Ausgabe S. 1 :
„Vincentium Semipelagianum et s. Augustini adversarium fuisse ex opere
ejus satis constat; hac ipsa de causa eum sub falso nomine Peregrini
librum suum edidisse verisimile est".
48 Koch, Vincenz von Lerin und Gennadius.
„scandalizari" ausschließe (c. 26 bezw. 37), die Polemik des Semi-
pelagianers gegen die augustinische Gnadenlehre erblickt. Sie
ist es in der Tat. Aber der schärfste Angriff sitzt in c. 24
(34), wenn man es aus dem Inhalt der objectiones beleuchtet.
Gott Urheber des bösen Willens, der bösen Beschaffenheit der
menschlichen Natur, der Sünden und Laster, der Verstockung
und Unbußfertigkeit — das erschien dem Südgallier als Conse-
quenz der augustinischen Prädestinationslehre. In den objectiones
schleudert er seine Vorwürfe direct gegen den Augustinismus,
er specialisiert und illustriert seine Consequenzen an den kras-
sesten Beispielen: Gott als Ursache von Sacrileg, Incest, Mord!
Im Commonitorium dagegen faßt er sie kurz zusammen und
richtet sie gegen Novatian, Simon Magus und Priscillian, er
meint aber auch hier die Lehre und Schule Augustins, die er
damit als Novatianismus und Priscillianisnius brandmarkt, ja
deren Quellpunkt er letztlich beim Vater aller Häresie, dem
Magier Simon, entdeckt. Ob Priscillian und Simon Magus das
lehrten, was Vincenz ihnen zuschiebt, ist sehr zweifelhaft. Bei
Novatian verwechselt er in seinem Eifer offenkundig göttliche
Verzeihung und kirchliche Reconciliation. Es liegt ihm auch
gar nicht daran, ihre Anschauungen richtig wieder zu geben.
Er muß ihre Lehren so zuspitzen, um sie zu Prügelknaben für
den Augustinismus herzurichten. Seine südgallischen Kloster-
brüder konnten ihn sofort verstehen.
Wie kam es nun aber, daß der directe Angriff offen unter
Vincenz's Namen ausging, während der indirecte sich in ein
Pseudonym hüllte und zudem in der Mönchszelle von Lerin
eigentlich hätte verborgen bleiben sollen? Diese Schwierigkeit
ist, wie wir sahen, derart, daß sie schon als Instanz gegen
die vincentianische Urheberschaft der objectiones geltend gemacht
wurde. Sie läßt sich aber aus der Chronologie und damaligen
Situation heraus sehr wohl lösen, und gerade Prospers Antwort
auf die „Vorwürfe" gibt uns hierzu beachtenswerte Fingerzeige.
In der praefatio sagt nämlich Prosper: Einige suchen, der
christlichen Bruderliebe uneingedenk, so sehr unsern Ruf (existi-
mationem nostram) auf jede Weise zu schädigen, daß sie dabei
nicht merken, wie sie nur ihren eigenen untergraben. Sie
fassen ineptissimarum quarundam blasphemiarum prodigiosa men-
dacia in Sentenzen zusammen und tragen sie publice pri-
III. Das Cormnonitorium u. die Object. Vincentianae. 49
vatimque herum, um sie recht vielen zu zeigen und beizu-
bringen mit der Versicherung, sie entsprächen genau so unserer
Anschauung, wie sie im teuflischen Verzeichnis stünden (qualia
diabolico continentur indiculo). Wir könnten diese Behauptung
mit einem einzigen Anathema Lügen .strafen, wollen aber unser
Urteil über solch perverse Definitionen einzeln abgeben und unter
jedes der 16 capitula unsere wirkliche Anschauung und den
Glauben, den wir gegen die Pelagianer ex apostolicae sedis
auctoritate verteidigen, setzen, damit jedem selbst bei flüchtiger
Leetüre klar werde, daß keine von diesen Blasphemieen auch
nur entfernt unserm Herzen entstammt, sie vielmehr an ihren
Erfindern bestraft werden müssen.
Vincenz hatte also ein Verzeichnis von 16 capitula objec-
tionum angelegt, das von seinen Gesinnungsgenossen fleißig col-
portiert wurde, vielleicht mehr als ihm selber lieb war. Ein
Exemplar gelangte auch in Prospers Hände, der zugleich erfuhr,
daß Vincenz der Verfasser sei. Ob dieser dem Verzeichnis seinen
Namen beigesetzt hatte oder auf andere Weise als Verfasser
bekannt wurde, mag dahingestellt bleiben. Prosper hatte sich
kurz zuvor, nach dem Tode Augustins, mit seinem Freunde
Hilarius nach Rom begeben, um Papst Cölestin zu einer Ent-
scheidung in Sachen des Semipelagianismus zu bewegen. In
der Tat erließ dieser ein Schreiben an die gallischen Bischöfe,
worin er den Neuerern Schweigen auferlegt, das Andenken
Augustins lebhaft in Schutz nimmt und auch Prospers Bemü-
hungen mit den lobendsten Worten anerkennt.1 Nun tritt
Prosper wie als Anwalt der augustinischen Gnadenlehre, so als
der vom Papst bestellte Verteidiger des katholischen
Glaubens auf und zu den Schriften, die er zu diesem Zwecke
in den Jahren 431 — 33 schrieb, gehören auch die Responsiones
gegen Vincenz. Er sucht hier die Schlüsse, die dieser aus
Augustins Lehre ziehen zu müssen glaubte, als Mißverständnisse
und Consequenzmacherei darzutun, wobei er freilich die Lehre
des Meisters mit leiser Hand mildert. Im Vorwort aber führt
er den Gegnern zu Gemüte, daß sie durch ihre Angriffe nicht
ihn und die Seinen, sondern nur sich selbst heillos compromit-
tierten, ja ihre ganze Stellung in der Kirche gefährdeten.
1) Bardenhewer, PatroTogie 2. Aufl. S. 451.
Texte u. Untersuchungen etc. 81, 2
50 Koch, Vincenz von Lerin und Gennadius.
Wie wenig Prosper in Lerin Erfolg hatte, zeigt das Com-
monitorium. Vincenz erhebt, in seiner Überzeugung nicht im
geringsten erschüttert, genau dieselben Hauptanklagen gegen
Augustins Lehre wie früher. Nur in einem Punkte hatte Prosper
Eindruck gemacht — mit seiner Warnung oder vielmehr Drohung.
Darum kleidet Vincenz seinen Augriff in eine Abwehr gegen
Simon Magus, Novatian und Priscillian, verwahrt seine Schrift
gleichsam als Testament in seiner Zelle und hüllt sich für den
Fall, daß sie doch in die Öffentlichkeit gelangte, ins Dunkel
eines Pseudonyms. Die Erfahrungen, die er mit seinem indiculus
gemacht, hatten ihn gewitzigt und schon der Umstand, daß der
Papst inzwischen gesprochen, mahnte ihn zu größter Vorsicht.
Der gallische Klosterbruder darf und will sich nicht in
Widerspruch mit dem apostolischen Stuhle setzen, darum beruft
er sich seinerseits auch auf die Päpste und schwingt dieselbe
Waffe wie Prosper. Mit Recht hat Jülicher (S. IX) darauf aufmerk-
sam gemacht, „wie respektvoll er die Päpste behandelt'". Immer
sind die Inhaber des römischen Stuhles für die altüberlieferte Lehre
ein- und jeglicher Glaubensneuerung entgegengetreten. So
Stephan im Ketzertaufstreit (c. 6 bezw. 9), so Sixtus IL, ..qui
nunc Rornanam ecclesiam venerandus illustrat", in der causa
Nestorii (c. 32 bezw. 43), so — sein Vorgänger, Papst Cölestin L,
„beatae memoriae", in seinem Brief an die gallischen Bischöfe
(ibid.), demselben, worauf sich Prosper stützte!
Es ist wohl das erste Mal in der ganzen Kirchengeschichte,
daß zwei streitende Parteien in der Kirche sich auf denselben
Papst und dasselbe päpstliche Schreiben berufen. Im Oster-
feierstreit hatten es einstmals die Orientalen, in der Ketzertauf-
frage die Afrikaner gewagt, dem Nachfolger des hl. Petrus .ins
Angesicht zu widerstehen", weil sie seine Entscheidung tadelns-
wert fanden. Der Mönch von Lerin unterwirft sich löblich, —
indem er das päpstliche Schreiben umdeutet.
Man beachte, wie er den Brief Cölestins einleitet. Nachdem
er zwei Sätze aus dem sixtinischen Schreiben an den Bischof
von Antiochien citiert, fährt er mit Emphase fort: Sed et sanc-
tus papa Coelestinus pari modo eademque sententia. Dort hat
er gesagt, daß es „de causa Nestorii" erfloß, beim Schreiben
Cölestins erwähnt er von der Veranlassung gar nichts. Darum,
und weil von c. 30 an sonst überhaupt nur vom ephesinischen
III. Das Commonitorium u. die Object. Yincentianae. 51
Concil und der nestorianischen Irrlehre die Rede ist, müßte ein
mit den Vorgängen nicht Vertrauter glauben, auch das Schreiben
Cölestins befasse sich mit dem nestorianischen Streit.
Bezeichnend ist ferner, wie Vincenz dieses Schreiben inter-
pretiert. Der Papst, erklärt er, tadelt die gallischen Bischöfe
wegen der Nachsicht, mit der sie den alten Glauben im Stiche
und „profanas novitates" aufkommen ließen. ;.Ergo corripiantur
hujus modi, non sit his liberum habere pro voluntate sermonem"
schreibt Cölestin. Hier könnte man zweifeln, wer denn die
eigentlich seien, denen er die Redefreiheit entzogen wissen will,
die „vetustatis praedicatores" oder die „novitatis adinventores". So
möge denn der Papst selbst es sagen und den Zweifel lösen!
Und er sagt es auch, denn in seinem Schreiben heißt es gleich
weiter: „Desinat, si ita res est" — d. h. wenn es wirklich so
sich verhält, wie einige bei mir eure Städte und Provinzen be-
schuldigt haben, daß ihr nämlich durch Dissimulation ihre Zu-
stimmung zu gewissen Neuerungen verschuldet — „desinat, si
ita res est, incessere novitas vetustatem". Des seligen Cölestin
selige Entscheidung geht also dahin: ut non vetustas cessaret
obruere novitatem, sed potius novitas desineret incessere vetustatem.
Das läßt Vincenz den Papst sagen. Vom ganzen Schreiben l
kann er nur die paar Sätze brauchen, die er anführt, und diese
muß er aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang herausreißen
und umdeuten. Der Tadel des Papstes bezieht sich nämlich
darauf, daß in Gallien Priester ungerügt über die Bischöfe hin-
weg disputieren (c. 1: quando illi supra vos habent copiam dis-
putandi), was gegen alles Herkommen sei, eine Neuerung, die
sofort abbestellt werden müsse. Vincenz aber setzt den Tadel
aus dem Kirchenrechtlichen ins Dogmatische, aus dem Formalen
ins Materiale über: der Lehrinhalt der vetustas muß gewahrt, der
der novitas unterdrückt werden. Dieser ist natürlich der augu-
stinische, jener sein eigener seraipelagianische Standpunkt.
Auf diese Weise hat Vincenz es glücklich fertig gebracht,
das Schreiben des Papstes in sein Gegenteil zu verkehren, seine
Spitze von sich ab- und gegen die zu wenden, zu deren Gunsten
es ergangen war. Und der Leriner ist des Papstes so sicher,
daß er sofort weiterfährt: „Wer diesen apostolischen und katho-
1) Es ist epist. XXI ad episcopos Galliarum, Migne P. L. r>0;5'_'Sfl'.
4*
52 Koch, Yincenz von Lerin und Gennadius.
lischen Decreten widerstrebt, muß zuerst dem Andenken des hl.
Cölestin einen Faustschlag versetzen, der entschieden hat, es solle
die Neuerung aufhören, das Althergebrachte zu belästigen" (c. 33).
Auch c. 6 (9) beruft sich Vincenz mit großem Nachdruck
und feierlicher Einleitung auf den apostolischen Stuhl: Unum
aliquod [exemplum] et hoc ab apostolica potissimum sede sume-
mus, ut omnes luce clarius videant, beatorum apostolorum beata
successio quanta vi semper, quanto studio, quanta contentione
defenderit susceptae semel religionis integritatem. Dann rühmt
er das Verhalten des Papstes Stephan gegen die Afrikaner im
Ketzertaufstreit und seinen Grundsatz „nihil novandum nisi quod
traditum est" in hellen Tönen. Der „antistes apostolicae sedis,
beatae memoriae papaStephanus" leistete damals Widerstand „cum
ceteris quidem collegis suis, sed tarnen prae ceteris, dignum
existimans, si reliquos omnes tantum fidei devotione vinceret,
quantum loci auctoritate superabat". Der heilige und kluge
Mann wußte eben, daß wahre Frömmigkeit nichts anderes be-
gehrt als das von den Vätern Überkommene ebenso treu den
Söhnen zu übergeben und nicht die Religion nach eigenem Gut-
dünken zu drehen, sondern sich von der Religion leiten zu
lassen. Der Ausgang war damals so, wie er sein mußte: retenta
est scilicet antiquitas, explosa novitas, und das, obgleich die
Neuerung viele hochbegabte Verteidiger von hinreißender Bered-
samkeit hatte, die sich auf viele Schriftstellen, freilich mit ganz
neuer und schlechter Exegese beriefen, und obgleich ein afrika-
nisches Concil sich auf ihre Seite gestellt hatte. Ganz unver-
kennbar hat Vincenz hier den Bischof von Hippo mit seinem
Schriftbeweis und seiner Gefolgschaft im Auge. Man merkt
wohl: Papst Stephan ist der Mann seines Herzens. Hatte er es
doch mit afrikanischen Bischöfen, darunter einem hl. i'yprian,
zu tun und ihnen gegenüber die antiquitas zu wahren! So stellt
denn Vincenz gerade ihn als Musterpapst und leuchtendes Vor-
bild hin, und unter dem Gewände höchster Lobsprüche auf ihn
erteilt der „Santo" von Lerin dem „antistes apostolicae sedis" Be-
lehrung, wie er sich gegenüber der jüngsten, ebenfalls von
einem afrikanischen Bischof stammenden „Neuerung" zu verhalten
habe. Seine Entscheidung muß natürlich gegen Augustins Lehre
und zugunsten der Südgallier ausfallen. „Und der König abso-
lut, wenn er unsern AVillen tut."
III. Das Commonitorium u. die Object. Vincentianae. 53
Es ist auch beachtenswert, wie rücksichtsvoll er von dem
karthagischen Bischof Agrippin redet, er ist ihm „venerabilis
memoriae", obwohl er „primus omnium mortalium contra divum
canonem, contra universalis ecclesiae regulam, contra sensum
omnium consacerdotum, contra morem atque instituta majorum
rebaptizandum esse censebat". Und den „beatissimum Cyprianum"
nennt er „illud sanctorum omnium et episcoporum et martyrum
lumen". Zugleich weist er aber auf die „rerurn mira conversio"
hin: die Urheber jener Anschauung von der Wiedertaufe werden
als Katholiken, ihre Anhänger dagegen als Ketzer befunden, die
Lehrer freigesprochen, die Schüler verurteilt, die Verfasser der
Schriften werden Kinder des Reiches sein, während ihre Ver-
teidiger die Hölle aufnehmen wird. Denn daß Cyprian und
seine Kollegen ewig mit Christus herrschen werden, kann nur
der Wahnwitz bezweifeln; nur sacrilegische Gesinnung leugnen,
daß die Donatisten und die übrigen Pestseuchen, die auf die
Auctorität jenes Concils hin sich mit der Wiedertaufe brüsten,
in Ewigkeit mit dem Teufel brennen werden.
Das heißt doch nichts anderes als : ich will gegen die Person
Augustins, des Urhebers der Prädestinationslehre und Verfassers
zahlreicher Schriften, nichts sagen; er ist ehrwürdigen Andenkens,
im Frieden mit der Kirche gestorben, ein vortrefflicher und
heiliger Bischof. Aber die Verteidiger seiner Lehren, dieser
Prosper und Hilarius und andere, sind im Begriffe, Häretiker zu
werden und die Kirchengemeinschaft zu verlieren, sie setzen ihr
ganzes Seelenheil aufs Spiel.
In c. 10 f. (16 f.) redet Vincenz von der peinlichen Lage, in der
ein Schüler sich befindet, wenn der von ihm hochverehrte Lehrer
plötzlich auf falschen Lehren ertappt wird, nachdem er vorher
als bewährter Vorkämpfer des wahren Glaubens gegen die Häresie
gegolten, wie es bei Nestorius, Apollinaris, Photin zutraf. In
solchem Falle muß sich der Schüler, so schmerzlich es ihm sein
mag, vom Lehrer lossagen. Solche Lehrer werden zur ,,tentatio",
in der die echte Gottesliebe sich bewähren kann. Zu den
schwersten Versuchungen, die je durch hervorragende und geistes-
mächtige „doctores" über die Kirche kamen, gehören die durch
Origenes und Tertullian hervorgerufenen (c. 17 ff. bezw. 2:? ff).
Der wahre und echte Katholik zieht eben nichts der göttlichen
Religion und dem katholischen Glauben vor, nicht die Auctorität
54 Koch, Vincenz von Lerin und Gennadius.
irgend eines Menschen (hominis cuiuspiam auctoritatem) , nicht
Liebe, nicht Genie, nicht Beredsamkeit, nicht Philosophie (c. 20
bezw. 25). Was einer, und mag er Heiliger, Gelehrter, Bischof,
Bekenner und Märtyrer sein, „praeter omnes aut etiam contra
omnes" lehrt, das ist seine Sondermeinung, die mit dem katho-
lischen Glauben nichts zu tun hat (cap. 28 bezw. 39). In
c. 7 (11) bezeichnet es Vincenz als einen Unfug der Häretiker,
sich für ihre Anschauungen auf dunkel gehaltene Schriften eines
im Frieden mit der Kirche verstorbenen Mannes zu berufen und
so das Feuer unter erloschener Asche wieder anzufachen, anstatt
die Sache mit Stillschweigen zu begraben. Solches Verhalten
vergleicht er mit der Pietätslosigkeit Chams, der des Vaters
Blöße nicht nur nicht bedeckte , sondern sogar der Verspottung
preisgab.
Das will sagen: Augustin hat sich durch Bekämpfung der
Pelagianer unleugbar große Verdienste erworben, aber seine
eigene Gnaden- und Prädestinationslehre steht im Widerspruch
mit der Lehre früherer Väter und der katholischen Kirche, ist
eine große Versuchung. Sein Andenken soll im Frieden sein
und was er geirrt, möge in Vergessenheit sinken. Seine An-
hänger leisten ihm den schlechtesten Dienst, wenn sie das immer
wieder verteidigen. So schwer es ihnen fallen mag, sie müssen
sich von seiner Lehre lossagen, wenn sie nicht mit der Kirche
in Conflict kommen wollen.
Solche Stellen wollen in der Tat „die Loslösung des
Augustinus als einer kirchlichen Größe von den Scharen der
Irrlehrer anbahnen, die sich auf seine Autorität berufen und mit
seinem Namen prahlen" (Jülicher S. XI). Sie wollen mit
Schonung seiner Person die Lehre, die seine Anhänger vertei-
digen, als gefährliche Häresie brandmarken.
Blicken wir auf das Gesagte zurück, so läßt sich unschwer
erkennen, daß das Commonitorium im Grunde nichts anderes ist als
eine auf breite kirchengeschichtliche und dogmatische
Grundlage gestellte und maskierte Streitschrift gegen
den Augustinismus, eine Duplik auf die Responsiones Prospers,
zugleich das Testament des Leriner Mönches, der bald darauf
gestorben zu sein scheint. Nach seinem Tode haben dann seine
Klosterbrüder die Schrift verbreitet. Der Umstand, daß Gen-
nadius nur diese Schrift erwähnt, nicht auch die capitula re-
IV. Vincenz' weitere literarische Tätigkeit. 55
sponsionurn, darf bei der bekannten und von seinem Verfasser selbst
wiederholt hervorgehobenen Lückenhaftigkeit des Schriftsteller-
kataloges l nicht den geringsten Zweifel an ihrem vincentia-
nischen Ursprung erwecken. Gennadius wird den kurzen, wohl
nicht einmal zur eigentlichen literarischen Publication bestimmten,
sondern nur als rasches Flugblatt verbreiteten und wieder ver-
schwindenden indiculus mit seinen 16 kurzen Thesen nicht gekannt,
oder nicht für erwähnenswert gehalten, oder Gründe zum Ver-
schweigen gehabt haben. Hätte Prosper dem Verzeichnis nicht eine
so eingehende Widerlegung entgegengesetzt und ihr die einzelnen
cap. object. einverleibt, so wären sie uns nicht erhalten geblieben.
IV. Weitere literarische Tätigkeit des Vincenz.
Hat Vincenz vielleicht noch mehr geschrieben als sein Com-
monitorium und das Capitelverzeichnis? Aus Commonit. cap. 16(22)
erfahren wir, daß er noch eine weitere Arbeit vorhatte. Nach-
dem er nämlich cap. 12 — 16 (16 — 22) über die christologischen
Irrtümer des Photinus, Apollmaris und Nestorius gehandelt,
schließt er mit den Worten: haec in excursu dicta sint, alias,
si Deo placuerit, uberius tractanda et explicanda. Man
könnte an das von verschiedenen Gelehrten unserm Vincenz zu-
geschriebene Symbolum „Quicumque" oder seinen christologischen
Teil denken, wenn nicht der Excurs im Commonitorium dreimal
so lang wäre als das ganze Symbolum2. Übrigens ist auch die
Sprache des Symbolunis vincentianischem Ursprung garnicht
günstig, wohl aber ist jenes „schwerlich von dem Commonitorium
des Vincenz unabhängig" (Jülicher S. V).
Wie es scheint, hat man auch schon den „Praedestinatus"
gelegentlich dem Leriner zugeschrieben. Davon kann aber, zu-
mal nach den neuesten Darlegungen v. Schuberts3, im Ernste
keine Rede sein. Vincenz und der „Praedestinatus" haben, abge-
sehen vielleicht vom semipelagianischen Standpunkt — den aber
1) Czapla a. a. 0. S. 184.
2) Die Literatur über das sog. athanasianische Symbolum steht mir
augenblicklich nicht zu Gebote, um zu constatieren, ob auf obige Stelle
etwa Bezug genommen wurde. Das neueste bei Künstle, Antipriscilliana
1905 S. 204 ff.
3) Der sog. Prädestinatua (T. u. U. N. F. IX, 4) 1903.
56
Koch, Vincenz von Lerin und Gennadius.
v. Schubert beim Praedestinatus zugunsten des pelagianischen be-
streitet— rein garnichts mit einander gemein (vgl. Jülich er S. V).
Dagegen könnte man daran denken, ob Vincenz nicht an
den „capitula objectionum Galloruru caluinnantium", die von Pro-
sper ebenfalls bekämpft werden (Migne P. L. 51, 155 — 170), be-
teiligt war.
In der Tat zeigt eine Vergleichung nicht bloß durchgehende
sachliche Übereinstimmung der Gedanken und Vorwürfe, sondern
auch wörtliche Anklänge, vgl. die folgende Zusammenstellung.
Objectiones Vincentianae
I— IV.
Quod Deus nolit omnes
salvare, etiamsi omnes salvari
velint.
Quod Dominus noster JCbr.
non pro omnium hominum
salute et redemptione sit
passus.
Quod Deus majorem partem
generis humani ad hoc creet,
ut illani perdat in aeternum.
Quod major pars generis hu-
mani ad hoc creatur a Deo,
ut . . diaboli faciat voluntatem.
IX. XIV. XII. XIII.
Quod velit Deus, ut magna
pars sanctorum a sanctitatis
proposito ruat.
Quod magna pars illa Chri-
stianorum catholicorum fidelium
atque sanctorum, quae ad rui-
naui et perditionem (cfr. XVI :
ut cadant et ruant) praedesti-
nata est, etiam si petat a Deo
sanctitatis perseverantiam
non impetrabit.
Quod Dei praedestinatione
efficiantur de filiis Dei filii
Objectiones Gallorum
VIII. IX. XIII.
Quod non omnes homines
velit Deus salvos fieri, sed
certum numerum praedestina-
torum.
Quod non pro totiusmun-
di redemptione Salvator sit
crucifixus.
Quod quidam homines non
ad hoc a Deo creati sunt,
ut vitam adipiscerentur aeter-
nam.
III. VII. XU.
Quod non praedestinati ad
vitam, etiamsi fuerint in Christo
per baptismum regenerati et pie
justeque vixerint . . . tamdiu re-
serventur donec ruant et pe-
reaiit.
Quod Deus quibusdam filiis
suis, quos regeneravit in Christo
... ob hoc non det perse-
verantiam, quia non sunt a
massa perditionis praescientia
Dei et praedestinatione dis-
creti.
IV. Yincenz' weitere literarische Tätigkeit.
57
diaboli et de templo sancti Spi-
ritus templa daemonum.
Quod onines illi fideles et
sancti, qui ad aeternam mortem
praedestinati sunt, quando . . .
ipsius vitii causa est divina prae-
destinatio, quae illis latenter
sul)trahit bonas voluntates.
V. X. XL
Quod peccatorum nostrorum
auctor sit Deus.
Quod adulteria et corrupte-
lae . . ideo contingant, quia illas
Deus ad hoc praedestinavit ut
caderent.
Quod quando incestant . . vel
occidunt, ideo fiat, quia ita Deus
praedestinavit ut fieret.
Quod quibusdam vocatis et
pie justeque viventibus obedi-
entia sufotraliatur l, ut obedire
desistant (cfr. X: praedicatio
subtrahatur).
I. XI. VI.
Quod ex praedestinatione Dei
velut fatali necessitate bomines
ad peccata compulsi cogantur
in mortem.
Quod per potentiam Deus ho-
mines ad peccata compellat.
Quod liberum arbitrium in
homine nihil sit, sed sive ad
bonum sive ad malum praedesti-
natio Dei in hominibus ope-
retur.
Solch weitgehende Übereinstimmung wird einen Zusammen-
hang zwischen den capitula objectionum des Vincenz und der
Gallier nicht bestreiten lassen. Wie freilich das Verhältnis näher-
hin zu bestimmen ist, auf welcher Seite die Priorität liegt, läßt
sich nicht so leicht sagen. Man könnte bei den objectiones der
Gallier auch an Cassian denken. Allein die Übereinstimmung
mit Vincenz ist stärker als mit Cassian und dieser hat seiner
Anschauung, soviel wir wissen, hauptsächlich in der Collatio XI 11
Ausdruck gegeben, während wir jenen bereits auch als Verfasser
von Thesen kennen gelernt haben. So spricht alle Wahr-
scheinlichkeit dafür, daß Vincenz auch die capitula object. Gal-
lorum wenn nicht verfaßt, so doch wesentlich inspiriert und be-
einflußt hat.
1) Vgl. Cassian, Collat. XIII c. 9 (Migne 49, 915): peccare cn-
pientibus explendae copiam subtrahat voluntatis, in etwas anderm
Zusammenhang.
58 Koch, Vincenz von Lerin und Gennadius.
T. Schlußwort.
Wie es sich mit dem zuletzt genannten Punkt verhalten
möge, Vincenz von Lerin hat bei aller Schonung der Person
Augustins dessen Gnadenlehre zugunsten des Semipelagianismus
aufs schärfste bekämpft. Weder die Responsiones Prospers noch
das päpstliche Schreiben zugunsten Augustins und seiner Ver-
teidiger vermochten ihn in seiner Anschauung wankend zu
machen, er legt vielmehr in seinem Commonitorium noch ener-
gische, wenngleich versteckte Angriffe nieder. Jene Lehre er-
scheint ihm als ungeheuerliche Neuerung oder als Neuauflage
alter Häresien. Die Berufung Prospers auf die päpstliche Auc-
torität beantwortet er mit gleichem Hinweis auf päpstliche Aus-
sprüche, gewissermaßen einer „appellatio a papa male informato
ad papani melius informandum" in Sachen des Augustinismus.
Sein Commonitorium ist der Protest eines dem Tode ins Ant-
litz Sehenden gegen die afrikanische „Neuerung", das Testa-
ment eines entschiedenen Semipelagianers, das besorgte „Videant
consules" eines seiner Kirche in glühender Liebe und Begeisterung
anhängenden Mannes. Vincenz von Lerin schied als unversöhn-
licher Gegner des Augustinismus von dieser Erde. Das sind
Dinge, die künftig bestimmter als bisher gesagt und nachdrück-
licher betont werden müssen.
Es war im gewissen Sinne eine „complexio oppositorum",
als man anfing, neben Augustin und seiner Lehre auch das vin-
centianische Merkbuch hochzuhalten, — und doch wieder nicht.
Denn sein Angriff war so versteckt, daß man ihn bald nachher
garnicht mehr merkte. Man übersah die antiaugustinische und
semipelagianische Tendenz und achtete bloß auf den im Buche
aufgestellten Glaubenskanon, lernte ihn schätzen und gebrauchen:
In ipsa item catholica ecclesia magnopere curandum est, ut id
teneamus, quod ubique, quod semper, quod ab omnibus creditum
est; hoc est etenim vere proprieque catholicum.
So angesehen und berühmt aber diese Glaubensregel des
Catholicissimus von Lerin wurde, die katholische Kirche hat sie
sich doch niemals in einer officiellen dogmatischen Kundgebung
ausschließlich angeeignet1, — so wenig als sie bei aller Ver-
ehrung des großen und genialen Bischofs von Hippo jemals seine
Lehre voll und ganz zur ihrigen gemacht hat2.
1) Eine Erklärung des römischen Stuhles in neuerer Zeit lautet:
Haec Vincentii Lerinensis regula non est unicum dogniatuui criterimn
nee pi-aecipuuui (KL2 12, 98? f.).
2) Vgl. Anton Koch, Faustus von Riez 1895 S. 129 ff.
VIRGINES CHRISTI
DIE GELÜBDE DER GOTTGEWEIHTEN JUNGFRAUEN
IN DEN ERSTEN DREI JAHRHUNDERTEN
TON
DE* HUGO KOCH
PROFESSOR DER THEOLOGIE AM KGL. LYCEÜM HOSIANUM
ZU BRÄUNSBERG
Inhaltsverzeichnis.
Seite
Einleitung 62
A. Die abendländische Kirche 65
I. Tertullian 65
II. Cyprian 76
TU. Das Concil von Elvira 86
IV. Die römische Kirche 90
B. Die morgenländische Kirche 95
V. Klemens von Alexandrien 95
VI. Origenes 97
VII. Die apostolische Didaskalia 98
VIII. Die pseudo-klementinischen Briefe ad virgines 99
IX. Methodius von Olympus 100
X. Die Synode von Ancyra 107
Schlußwort '. ... 109
Vorwort.
NachfolgendeUntersuchung bietet einen Ausschnitt aus der Ge-
schichte der ältesten Kirchendisciplin, ohne damit diese als das ein-
zige Ideal hinstellen, darnach die spätere Gestaltung und die „disci-
plina vigens" kritisieren zu wollen. Die Kirche ist ein lebendiger
Organismus, dessen Kräfte sich auch in disciplinären Dingen, un-
beschadet der Stabilität im Wesentlichen und Notwendigen, in
immer neuen Formen und Gebilden auswirken, entsprechend den
neuen Fragen und veränderten Verhältnissen, die an sie heran-
treten. Das ist ihr Recht, das ist ihre Pflicht. Man muß aber
auch, wo eine Entwickelung stattgefunden hat, sie anerkennen
und darf nicht den späteren Stand künstlich in eine frühere Zeit
zurückdatieren. So selbstverständlich dieser Grundsatz ist, so
wenig ist es überflüssig, von Zeit zu Zeit wieder daran zu erinnern,
damit er nicht bloß in Theorie hochgehalten, praktisch außer
acht gelassen werde. Man ist neuerdings daran, unter der
Firma „rechtsgeschichtlicher" und „historisch-dogmatischer" und
ähnlicher Abhandlungen unsre sauer erworbenen geschichtlichen
Erkenntnisse über den Entwicklungsgang der altkirchlichen Dis-
ciplin in manchen Punkten wieder zu trüben. "Iöccöcv ol (isfivrj-
ptvoi.
Braunsberg, Weihnachten 1906.
H. K.
ß2 Koch, Virgines Christi.
Einleitung.
„Sunt enim inter eos et feminae et viri, qui per totam vitam
a concubitu abstinuerint" schreibt der scharfblickende heidnische
Arzt Galen in seiner Schrift De sententiis politiae Platonicae von
den Christen, da sie „verecundia quadamducti abusu rerumvenere-
arurn abhorrent". Das sei eine auch den Heiden allgemein bekannte
Tatsache: „id quidem omnes ante oculos habemus". Harnack,
der die ganze, noch weitere Ruhmestitel für die Christen ent-
haltende Stelle anführt, urteilt darüber1: „Ein unbestocheneres
und glänzenderes Zeugnis für die Sittlichkeit der Christen kann
kaum gedacht werden".
So hatten also die ältesten Apologeten Recht und nötigten den
Heiden Anerkennung ab, wenn sie zum Erweise der sich im
Christentum auslösenden hohen sittlichen Kräfte mit gewissem Stolz
auf die stattliche Anzahl von continentes, JiaQ&evoi, Enthalt-
samen beiderlei Geschlechtes hinzeigten. Es ging damals ein
stark ascetischer Zug durch die Welt, lebhaftes Verlangen nach
Erlösung, Reinigung, Loslösung aus den Banden der Sinnlichkeit.
Erhebung ins Geistige und Transcendente, Vereinigung mit dem
Göttlichen. Die Anschauungen und Übungen philosophischer
Kreise begegneten christlichen. Galen erblickt in dem von ihm
gerühmten Verhalten der Christen einen Beweis dafür, daß sie
„nihil cedant vere philosophantibus". Die Christen gewöhnten
sich daran, sich und namentlich ihre Asceten und Mönche „Philo-
sophen" zu nennen2.
So sehr sich aber heidnische und christliche Bestrebungen
in diesem Punkte berührten, so wäre es doch verfehlt, sie völlig
auf dieselbe Linie zu stellen. Wenn zwei dasselbe sagen und
tun, so ist es doch nicht immer dasselbe. Es kommt auf Sinn
und Gedanken an. Der Geist ist es, der lebendig macht, der
einer Tat ihren Wert gibt. Nun mögen auch bei den Christen
im einzelnen Falle Gedanken und Stimmungen, Motive und Ab-
1) Mission und Ausbreitung des Christentums in den ersten drei
Jahrhunderten. 2. Aufl. 1906. I, 183 f.
2) Vgl. meine Monographie über Ps.-Dionysius Areopagita 1900
S. 98 ff.
Einleitung. 63
sichten verschieden gewesen sein — daß nicht alle die Jung-
fräulichkeit aus den reinsten christlichen Beweggründen wählten,
hatten die Väter frühzeitig zu beklagen — , aber die Hoch-
schätzung der Virginität als solcher entsprang sicherlich bibli-
schen Gedanken und Motiven. Die Worte der Schrift fielen auf
fruchtbaren Boden und zeitigten Jungfrauen, die „um des Him-
melreiches willen" auf die Ehe verzichteten. Die Ehe selbst
blieb dabei als ein sittliches Gut unangetastet, und etwaige Nei-
gung, dieses Institut innerlich zu verachten, wurde von Vätern
und Concilien getadelt, systematische Entwertung von der Kirche
als Häresie gebrandmarkt.
Beide Geschlechter entfalteten edlen Wetteifer, die Palme
der Jungfräulichkeit zu erringen. Das weibliche Geschlecht aber
war voran. Das liegt in der Natur der Sache und hängt mit einem
gewissen Überschuß an Mädchen — von einer copia puellarum redet
das Concil vonElvira in can. 15 — zusammen. Während die einen,
wie das eben genannte Concil klagt, Mischehen mit Heiden
schlössen, machten andere aus der Not eine Tugend. Viele
wählten aus reinster Gottesliebe die Jungfräulichkeit, ohne zu-
nächst den Kreis ihrer Familie zu verlassen und in die Einsam-
keit oder in ein klösterliches Haus zu flüchten. Man schätzte
sie als die lieblichsten Blumen im Garten der Kirche, man freute
sich ihrer sittlichen Schönheit, man trauerte, wenn sich eine
dieser Blumen entblätterte und welkte.
Eine freiwillige Übung völliger Enthaltsamkeit gab es von
allem Anfang an in der Kirche. Die apokalyptische Schilderung
14, 1 — 5 setzt schon eine stattliche Zahl solcher Asceten voraus1.
Ob sie sich aber durch ein Versprechen irgend welcher Art
banden, davon erfahren wir zunächst garnichts. „Entweder haben
sie von vornherein allein zum Aufziehen von Kindern eine Ehe
eingegangen, oder unter Verzicht auf die Ehe völlige Enthalt-
samkeit geübt", sagt Justin in seiner ersten Apologie 29, 1 (ed.
Krüger 1891, S. 2'{), und mehr verraten uns auch die anderen
Apologeten des zweiten Jahrhunderts nicht. Sie reden nur von
tatsächlicher Übung der Ehelosigkeit, nicht von Eingehen einer
1) Von Dobschütz, Die urchristlichen Gemeinden. 1902 S. 161.
Vergl. Zahn, Forschungen z. Gesch. d. neutestl. Kanons u. d. altkirchl.
Lit. 11 (1883) 183 ff.
ß4 Koch, Virgines Christi.
Verpflichtung. Erst im dritten Jahrhundert hören wir auch von
einem Versprechen, einer Selbstverpflichtung, einem Gelübde. So-
fort aber tauchen verschiedene Fragen auf. Wo und wie wurde
ein solches Gelübde abgelegt? Vor der Kirche, dem Bischof und
der Gemeinde, dem Bischof allein — oder nur vor Gott im stillen
Kämmerlein? Welcher Art war die übernommene Verpflichtung,
eine kirchenrechtliche oder eine sittliche? Welches waren die
Consequenzen für eine nachfolgende Ehe? War diese eventuell
doch erlaubt, oder aber schwer oder wenigstens leicht -sündhaft?
War sie vielleicht sogar rechtlich ungültig? Oder wenn wir
die späteren kirchenrechtlichen Termini gebrauchen wollen: war
das votum castitatis seiner Bedeutung und Wirkung nach ein
votum simplex oder ein votum sollemne?
Darüber ist nach meiner Überzeugung neuerdings manch
Irriges vorgetragen worden. Man hat die Disciplin und den
Rechtsstandpunkt der Folgezeit vorschnell in alte Berichte hinein-
getragen und so zuweit hinaufdatiert. Es ist methodologische
Pflicht des Historikers, die spätere Entwicklung einer Erscheinung
aus seinem Bewußtsein gewissermaßen auszuschalten und die
früheren Zeugnisse möglichst aus ihnen selbst zu deuten. Selbst
wo derselbe Terminus begegnet, darf nicht ohne Weiteres der-
selbe Sinn angenommen werden, da ja oftmals die nachfolgende
Zeit einem Terminus einen andern Inhalt gegeben oder einen
darin enthaltenen keimartigen Ansatz erst zu Reife gebracht hat.
Unsere Untersuchung will jene Aufstellungen, bevor sie in den
Rang feststehender Tatsachen aufrücken, nochmals kritisch prüfen,
die in Anspruch genommenen Zeugnisse verhören und einige andere
beibringen. Die Beschränkung auf die gottgeweihten Jungfrauen
rechtfertigt sich dadurch, daß gerade sie bei den ältesten Schrift-
stellern und im kirchlichen Leben in den Vordergrund treten —
dabei fallen von selbst auch Lichter auf die männlichen Asceten,
wie auf Diakonissen und Witwen — , die Beschränkung auf die
vorkonstantinische Zeit aber dadurch, daß das vierte Jahrhundert
entsprechend der veränderten Stellung, die der Kirche im öffent-
lichen Leben zugewiesen wurde, wie für andere disciplinäre
Fragen, so auch für die Behandlung der gottgeweihten Jung-
frauen einen großen Wendepunkt bedeutet, wenn er sich auch
nicht sofort in vollem Umfang äußert.
I. Tertullian. 65
A. Die abendländische Kirche.
I. Tertullian.
Schiwietz nennt Tertullian „den ersten Schriftsteller,
welcher gelegentlich berichtet, daß zu seiner Zeit die Jungfrauen
da9 Gelübde öffentlich in der Kirche vor der versammelten Ge-
meinde ablegten"1. Es steht ihm darnach fest, daß schon Ter-
tullian beide Arten von Gelübden, öffentliche und private, kenne
und nach seiner Privatansicht letzteren den Vorzug gebe, da die
Jungfrauen sich damit begnügen sollten, sich und Gott bekannt
zu sein2. Schiwietz schließt sich hierin dem hochverdienten Kata-
kombenforscher Wilpert an, der ebenfalls die Ansicht geäußert
hat, daß „schon zu Tertullians Zeiten die Jungfrauen das Ge-
lübde öffentlich in der Kirche vor der versammelten Gemeinde
ablegten", und nach dem Axiom „Minus in majori continetur"
in der Existenz der öffentlichen Gelübde die geheimen voraus-
gesetzt findet. Auch er läßt mit Berufung auf dieselbe Stelle
(de virg. vel. c. 15: virgo sanctior gaudebit sibi et soli Deo nota)
Tertullian die geheimen Gelübde den öffentlichen vorziehen3.
Diese Anschauung hat Wilpert jüngst in seinem Monumental-
werk über „Die Malereien der Katakomben" 1903 wiederholt,
wobei er zugleich bei Tertullian getadelt findet, daß die Ge-
lübdeablegung in einigen Gegenden ohne Übergabe des Schleiers
vorgenommen werde4.
Nach Kolberg wurde das Gelübde einer Jungfrau „in der
Kirche vom Bischöfe der versammelten Gemeinde kundsfecfeben"5
also zwar nicht von der Jungfrau öffentlich abgelegt, aber
durch den Bischof publiciert. Übrigens redet schon Bingham
von öffentlicher Gelübdeablegung6, und Mamachi von Couse-
1) Das morgenländische Mönchtum I (1904) S. 19.
2) De virg. vel. c. 15 (Schiwietz S. 21).
3) Die gottgeweihten Jungfrauen in den ersten Jahrhunderten der
Kirche 1892 S. 8 f.
4) Textband S. 204.
5) Verfassung, Kultus und Disziplin der christlichen Kirche nach den
Schriften Tertullians 1886 S. 47.
6) Orig. s. antiquit. eccl. III (Magdeburg 1754) 96: virgines publice
et manifesto virginitatem professas.
Texte n. Untersuchungen etc. 81, 2 .">
66 Koch, Virgines Christi.
cration der Jungfrauen durch den Bischof im dritten Jahr-
hundert.'
Sieht man nach der Begründung, so wird, abgesehen von
der schon genannten, erst in zweiter Linie herangezogenen und
nach der andern gedeuteten Stelle immer nur de virg. vel. c. 14
ins Feld geführt. Freilich haben Probst2 und Peters3 in der
Gegenüberstellung der „virgines hominum" und ..virgines Dei" (de
virg. vel. c. 3) die Unterscheidung solcher, die geheime, von
denen, die öffentliche Gelübde abgelegt hätten, gesehen. Allein
daß diese Annahme auf einer völligen Verkennung der bittern
tertullianischen Sprache beruht, haben schon Wilpert (Die gott-
geweihten Jungfr. S. 20f.) und Schiwietz (S. 24j betont. Die
„virgines Dei, virgines bonae, virgines sanctae" sind die Ver-
schleierten, die „virgines hominum, virgines malae, capita nun-
dinaticia" die Unverschleierten.
So bleibt also nur jene einzige Stelle in cap. 14: Prolatae
enim in medium et publicato bono suo elatae et a fratribus omni
honore et caritatis operatione cumulatae. Hier ist aber von öffent-
lichen Gelübden sowenig die Rede als in cap. 3 und 15. wie
folgende Darlegung beweisen soll.
In der Schrift De virginibus velandis sucht der zwar noch in
Kirchengemeinschaft stehende, aber bereits der montanistischen
Partei angehörende Tertullian den Satz zu beweisen: alle Jung-
frauen, die gottgeweihten und die andern, müssen nach dem
Willen Gottes immer und überall verschleiert sein. Schon de orat.
c. 20 — 22 hat Tertullian seine Ansicht auseinandergesetzt, in ähn-
lichem Sinne, aber ohne Schärfe und Leidenschaftlichkeit, in ruhiger
Erörterung, die auch einer abweichenden Auffassung Rechnung
trägt. Inzwischen war aber „aus der Schleierfrage ein Schleier-
streit geworden"4. Tertullian war mit glühender Seele dabei.
Schleier oder Schleierlosigkeit, Verhüllen oder Zeigen des jung-
fräulichen Standes waren die Schlagworte. Tertullian verlangt
den Schleier nicht bloß für die freiwilligen, sondern für sämt-
1 1 Orig. et antiquit. IV (Rom 1752) 533. Die in der Anmerkung aus-
gesprochene Absicht, später ausführlicher von den Jungfrauen zu handeln,
blieb unerfüllt.
2) Die kirchliche Disciplin in den ersten drei Jahrhunderten 1873 3.1 3,
3) In Kraus' Real-Encyklopädie II 81.
4) Bardenhewer, Gesch. der altkirchlichen Literatur II, 373.
I. Tertullian. 1,7
liehe Jungfrauen; sobald die Mädchen das Kindesalter über-
schritten haben und ihres Geschlechtes sich bewußt geworden
sind (c. 1 1 ), sollen sie sich verhüllen. Der Vorsatz der Jungfräu-
lichkeit bedingt nicht erst diese Pflicht, sondern bestätigt nur
die vorher schon vorhandene. Von einer Unterscheidung zwischen
öffentlichen und privaten Gelübden findet sich in der ganzen
Streitschrift keine Spur und auch in c. 14 ist sie nicht enthalten,
sondern willkürlich eingetragen.
Tertullian begegnet in diesem Capitel dem gegen die Ver-
schleierung gemachten Einwand: et quomodo ceteras sollicita-
bimus ad huiusmodi opus? d. h.: wenn die Jungfrauen wie die
Frauen verschleiert sein müssen, also keine Auszeichnung vor
den Verheirateten haben1, so fällt ein mächtiger Ansporn, das
jungfräuliche Leben zu wählen, weg.
Er entgegnet: Nicht die Zahl der Jungfrauen macht unser
Glück aus, sondern daß sie durch die Gnade Gottes die Jung-
fräulichkeit bewahren. Nicht die Kirche bedarf der Jungfrauen,
sondern diese bedürfen der Kirche, um für Gott geschmückt und
empfohlen zu werden. Mit jenem Einwand, fährt er fort, ist zu-
gestanden, daß Ruhmsucht im Spiel ist. Porro ubi gloria, illic
sollicitatio ; ubi sollicitatio, illic coactio, ubi coactio, illic neces-
sitas; ubi necessitas, illic infirmitas. Da braucht man, sagt er
in seinem realistischen Sarkasmus weiter, sich nicht zu wundern,
wenn die, die aus Ruhmsucht das Haupt nicht bedecken, nachher
— ventres tegere coguntur infirmitatis ruina. Bei ihnen ist eben
Ehrgeiz und nicht Religion Motiv. Manchmal ist sogar ihr Gott
ihr Bauch, weil die Brüderschaft gerne Jungfrauen aufnimmt.
Sie kommen aber nicht bloß zu Fall, sondern laden sogar eine
Kette von Verbrechen auf sich. Prolatae enim in medium
et publicato bono suo elatae et a fratribus omni honore et
caritatis operatione cumulatae, dum non latent, ubi quid admissum
est, tautum dedecoris cogitant. quantum honoris habuerunt.
I »as ist also die Stelle, die eine öffentliche Gelübdeable^uim
beweisen soll! In Wirklichkeit aber bezeichnet das prolatae etc.
nicht den Zeitpunkt der Gelübdeablegung, sondern bezieht sich
1) Daß der Schleier der Jungfrauen sich von dem der Frauen in
keiner Weise unterschied, j_r < • 1 1 1 aus der ganzen Argumentation Tertullians,
besonders aber aus c. l'i (vgl. de orat. c. 22) anzweideutig bei
ßg Koch, Virgines Christi.
auf Mädchen, die bereits zum jungfräulichen Leben, sei es durch
ernstlichen Entschluß, sei es durch eigentliches Gelübde, ver-
pflichtet sind, also auf die Zeit nach der Gelübdeablegung. Die
Stelle will besagen: Jungfrauen nämlich, die — durch Nicht-
tragen des Schleiers! — als solche allgemein bekannt und durch
Veröffentlichung ihres Vorzuges stolz und von den Brüdern mit
allen Ehren und Liebeserweisen überhäuft wurden, verfallen,
wenn dann etwas passiert ist, da sie — bei der Nichtverschleie-
rung! — nicht verborgen bleiben können, in ihren Gedanken
auf ebensoviel Schmach, als sie vorher Ehre hatten.1
Daß dies die allein richtige Deutung ist, beweist ebenso
das Vorausgehende als der Fortgang der Argumentation Ter-
tullians, der unmittelbar fortfährt: Wenn nämlich unbedecktes
Haupt der Jungfräulichkeit zuerkannt wird, so bleibt, wenn eine
Jungfrau aus der Gnade der Jungfräulichheit herausfällt, sie
unbedeckten Hauptes, um sich nicht zu verraten und dann wan-
delt sie in einem ihr nicht mehr zukommenden Aufzug und
wagt es unbedeckten Hauptes vor Gott hinzutreten, obwohl sie
ihre ganze Weiblichkeit so unzweifelhaft an sich erfahren. Aber
Gott bringt es an den Tag, und wenn sie es nicht gestehen
wollen, bis sie verraten werden durch — Kinderwimmern.
Manche gehen aber noch weiter und suchen durch noch mehr
Verbrechen ihre Mutterschaft zu verheimlichen. Haec admittit
flagitia coaeta et invita virginitas; „erzwungen" aber' wird die
Jungfräulichheit, wie er in seinem Sorites im Eingang des Ka-
pitels deduciert hat, durch die Entschleierung. Worin die Ehren-
bezeugungen und Liebeserweise einer bekannt gewordenen Jung-
frau gegenüber bestehen, sagt er am Schluß des Capitels: Quantum
velis, bona mente conetur, necesse est publicatione sui pericli-
tetur. dum percutitur oculis incertis et multis, dum digitis de-
1) Wie ich nachträglich sehe, erhebt auch Rauschen (Theol. Revue
1904, 293 f.) gegen die Erklärung, die Wilpert von Tert. de virg. vel.
c. 14—15 gibt, Widerspruch. „In Wahrheit sagt Tertullian nur, daß die
Jungfrauen, die sich Gott geweiht hatten, öffentlich bekannt waren und
von den Gläubigen geehrt wurden". Ich freue mich über diesen Einklang
mit dem Bonner Patrologen. Es ist nur beizufügen, daß Tertullian die
Schuld an dem Bekanntwerden und seinen Folgen der verdammten
Schleierlos igkeit zuschreibt.
T. Tertullian. 69
monstrantium titillatur, dum nimium amatur, dura inter amplexus
et oscula assidua concalescit.
Zur Beleuchtung des Gedankengangs im 14. Capitel spien
noch einige Parallelen angeführt. Cap. 10 erklärt er es in ironi-
scher Detailmalerei für inhuman, „si feminae quidem per omnia
viris subditae honorigeram notam virginitatis suae praeferant
(nämlich die Nichtverschleierung), qua suspiciantur et circum-
spiciantur et magnificentur a fratribus" (cfr. a fratribus omni ho-
nore et caritatis operatione cumulatae in cap. 14), während soviele
freiwillig ehelose Männer „caeco bono suo incedant, nihil gestautes,
quod et ipsos faceret illustres"1. Das „caeco bono suo" ist das
Gegenteil von „publicato bono suo" in cap. 14. Dieses geschieht
durch Entschleierung der Jungfrau; um jenem bei den männ-
lichen Asceten abzuhelfen, empfiehlt der Spötter Federn der
Garamanten oder Haarschöpfe der Barbaren oder Cicaden der
Athener oder Haarlocken der Germanen oder Tätowierung wie
bei den Briten oder — ex diverso fiat, capite velati in ecclesia
lateant! Jedenfalls, glaubt er, hätte der jungfäuliche Mann, ab-
gesehen vom Vorzug des Geschlechtes, schon deshalb eher als
die Jungfrau Anspruch auf eine Auszeichnung, weil der Ge-
schlechtstrieb beim Manne stärker sei.
In cap. 13 wird den Jungfrauen das Dilemma gestellt: wenn
ohne Schleier, dann nicht bloß in der Kirche, sondern auch in
der Öffentlichkeit vor den Heiden; wenn mit Schleier, dann
nicht bloß auf der Straße, sondern auch beim Gottesdienst. Das
sei dann wenigstens consequent. Quo ergo foris quidem bonum
suum abstrudunt, in ecclesia vero provulgant? Das ,.provulgare"
geschieht wieder durch Entschleierung, das „abstrudere" durch
Verschleierung, nicht durch öffentliche oder geheime Gelübde
Durch den Schleier verbergen sie ihren Vor/.ug, ihre Jungfräu-
lichkeit, da man sie dann für Frauen hält, durch Schleierlosig-
keit aber verraten sie ihren Stand.
In cap. 3 wettert der Afrikaner gegen das Ärgernis, das die
unverschleierten Jungfrauen nach ihrer Aussage am Schleier der
1) Schiwietz hat die in Tertullians Worten liegende Ironie völlig
verkannt, wenn er S. 25 schreibt: „Tertullian hält es ihnen (den männ-
lichen Asceten) als einen Mangel vor, daß sie es noch nicht, wie die Jung-
frauen, zu einer besonderen, ihren Stand kennzeichnenden Kleidung ge-
bracht hätten".
70 Koch, Virgines Christi.
andern nehmen. Die* Verschleierten, hält er dem entgegen,
hätten eher Grund, sich an der Frechheit oder Schamlosigkeit
einer zur Schau getragenen Jungfrauschaft zu ärgern. Propter
ejus modi igitur capita nundinaticia trahantur virgines sanctae
in ecclesiam, erubescentes, quod cognoscantur in medio (= pro-
latae in medium cap. 14), paventes, quod detegantur arcessitae
quasi ad stuprum ... Omnis publicatio virginis bonae stupri passio
est (= publicato bono suo1, und publicatione sui in cap. 14, cfr.
cap. 13: quo ergo foris quidem bonum suum abstrudunt, in
ecclesia vero provulgant?) Ja, steigert er, das ist noch schlimmer
als eine körperliche Schändung, weil hier der Geist selber ver-
letzt wird — sublato velamine. So ist immer nur die Rede von
der Entschleierung der Jungfrau. 0 sacrilegae manus, quae di-
catum Deo habitum detrahere potuerunt! . . . Denudasti puellam
a capite, et tota jam virgo sibi non est, alia est facta.
Auch in cap. 15, wo er sagt, daß eine „virgo sanctior" sich
freue, „sibi soli et Deo nota", hat Tertullian lediglich die Ver-
schleierung im Auge, nicht geheime Gelübde im Unterschied von
öffentlichen, wie Wilpert und Schiwietz meinen. Nicht einmal
von Frauen hat er Eingangs gesagt, will eine rechte Jungfrau
gesehen werden, darum „confugit ad velamen capitis quasi ad
galeam, quasi ad clypeum, qui bonum suum protegat adversus
ictus tentationum" etc. Und in jenem Satz heißt es unmittelbar
weiter: wenn sie aber doch jemanden kenntlich wurde, so hat
sie doch wenigstens allen Versuchungen vorgebeugt sc. durch den
Schleier. Quis enim audebit oculis suis premere faciem clausam?
Vergl. damit cap. 2: utique ea deligenda (sc. consuetudo), quae vir-
gines includit (= verhüllt), soli Deo notas, quibus . . . etiam
ipsum bonum suum erubescendum est.
Darnach kann kein Zweifel sein, daß Tertullian an besagten
Stellen nicht den Unterschied von öffentlichen und geheimen Ge-
lübden im Auge hat. Der Beweis für einen so klaren Sachver-
halt dürfte sogar etwas zu umständlich und ausführlich erscheinen.
Allein die Erfahrung lehrt, wie tief ein Irrtum sitzt und wie
schwer er sich corrigieren läßt, wenn er einmal in mehrere Dar-
1) In der Ztschr. f. kath. Theol. 18S9 S. 305 führt Wilpert diesen
Ausdruck, den doch Tertullian im strengsten Tadel, zur Branduiarkung
gebraucht, einfach unter den für Gelübdeablegung üblichen auf!
I. Tertullian. 71
Stellungen gedrungen ist. Da sonst keine Stelle beigebracht werden
kann, muß man aufhören, Tertullian als Zeugen für öffentliche
Gelübdeablegung vor versammelter Gemeinde oder Publicierung
der Gelübde durch den Bischof anzurufen. Um die Gelübde bei
Tertullian überhaupt stände es ganz schlimm, wenn sie nur auf
den Stellen de virg. vel. c. 14 und 15 und dem Axiom „minus
in majori continetur" beruhten. Indes führen Wilpert sowohl
(S. 7) als Schiwietz (S. 18) und Kolberg (S. 47) eine Anzahl
solcher tertulliauischer Ausdrücke und Wendungen an, aus denen
auf Ablegung eines (lebenslänglichen und unwiderruflichen) Keusch-
heitsgelübdes geschlossen wird.
Sie läßt sich noch vermehren, wie folgende Zusammenstellung
zeigen mag. De orat. c. 22: aliqua se Deo vovit — nupsisti enim
Christo, Uli carnem tuam tradidisti, age pro mariti tui disciplina
Si nuptas alienas velari jubet, suas utique multo magis. De virg.
vel. c. 16: nupsisti enim Christo, illi tradidisti carnem tuam, illi
sponsasti maturitatem tuam.incede secundumsponsi tui voluntatem.
Christus est, qui et alienas sponsas et maritatas velari jubet,
utique multo magis suas. De resurrect. carn. c.61: virgines Christo
maritatae. De virg. vel. c. 3: Christi solius ancillae, c. 9: si qua
virgo est et carnem suarn sanctificare proposuit, c. 11: ipsum
continentiae votum, c. 13: cum tantam oblationem Deo offerimus
ipsius corporis et ipsius Spiritus nostri, cum illi ipsam naturam
consecramus. Diese Stellen scheinen allerdings auf den ersten
Blick mit der Wucht von Urkunden die Ablegung eines lebens-
länglichen und unwiderruflichen Keuschheitsgelübdes darzutun.
Eine nähere Erwägung der Umstände dürfte aber Vorsicht und
Zurückhaltung empfehlen.
Sehen wir zunächst von De orat. c. 22 ab, so finden sich
sämtliche Stellen in der Schrift De virginibus velandis. In dieser
Schrift macht aber Tertullian keinen Unterschied zwischen frei-
williger und unfreiwilliger Jungfäulichkeit: von allen Jungfrauen
fordert er Verschleierung, alle setzt er in seinen Wendungen zu
Gott bezw. Christus iu dasselbe Verhältnis.
Gleich Eingangs cap. 1 fixiert er als zu beweisendes Thema
den Satz: virgines nostras velari oportere, ex quo transitum aetatis
suae fecerint, die Jungfrauen müssen mit dem Zeitpunkt; da sie
aus der Kindheit heraustreten, verschleiert werden. Ein etwaiges
Gelübde dauernder Jungfräulichkeit spielt dabei gar keine Holle.
72 Koch, Virgines Christi.
In cap. 3 sind die „tanto magis liberae, quanto Christi solius
ancillae" lediglich die schleiertragenden Jungfrauen im Unter-
schied von den unverschleierten; den Schleier nennt er „dicatum
Deo habitum" ohne Rücksicht auf die Veranlassung der Jung-
fräulichkeit im einzelnen Fall. Von cap. 4 — 8 incl. führt er dann
den Natur- und Schriftbeweis dafür, daß zu den „mulieres", denen
der Apostel 1 Kor. 11, 5ff die Verhüllung vorschreibt, auch die
„virgines" gehören, cap. 9 zeigt er, daß ebenso von der kirchlichen
Disciplin zu den mulieres immer auch die virgines gerechnet
werden. Was dem „Weibe" verboten ist, wie lehren, taufen,
opfern usw., ist auch der „Jungfrau" nicht erlaubt. Warum soll
der Schleier allein eine Ausnahme machen? Quid praerogativae
meretur adversus condicionem suam, si qua virgo est et carnem
suam sanctificare proposuit? Diese Worte müssen nicht gerade
ein besonderes Gelübde bezeichnen, sie können auch die allen
Jungfrauen von selber obliegende Pflicht, den ihnen durch das
Sittengesetz befohlenen Vorsatz, ihren Leib heilig zu halten,
ausdrücken. „Adversus condicionem suam" erinnert an die „con-
dicionis communionem" in cap. 4. Der Gedanke ist: das „Weib"
muß verschleiert sein, wenn es auch als Jungfrau keinem Manne
angehört, sondern seinen Leib heilig zu halten entschlossen ist.
Nachdem er dann cap. 10 darauf hingewiesen, daß die ehelosen
Männer ja auch keine besondere Auszeichnung trügen, tritt er
mit cap. 1 1 geradezu den physiologischen Beweis für seine These
an, indem er dem Einwand begegnet, ob nicht bei seinem Stand-
punkte das weibliche Geschlecht von Geburt an Schleier tragen
müßte. Die Schleierpfiicht, sagt er, beginnt für das Mädchen „ex
quo se intellegere coeperit et sensum naturae suae intrare et de
virginis exire et pati novum illud quod alterius aetatis est" l, d. h.
mit der Zeit der Pubertät. Damit hört es streng genommen
schon auf Jungfrau zu sein, die im Verborgenen wirkenden
Eltern, nämlich natura und tempus, haben ihre Tochter bereits
1) Unter letzteren Worten versteht Oehler I, 898 f. irrigerweise
viri congressus, nuptias pati, während nach Tertullians Ausführungen un-
zweifelhaft die Catamenien gemeint sind, vgl. nachher: post contestatam
sanguine ruaturitateni . . . hunc indicem; aetatem sua spatia currentem
suaque debita maturitati luentem; menses tributa dependunt; muliebria
pati. Er bekämpft geradezu die Anschauung, daß erst „congressio viri
mulierem facit".
I. Tertullian. 73
vermählt1, sodaß die wirkliche Vermählung eigentlich schon die
zweite ist.
In diesem Zusammenhang nennt Tertullian zwei, eine Ver-
ehelichung hindernde Ursachen, nämlich „parentum procrastinatio
exangustiis vel scrupulositatedescendens"' und „ipsum continentiae
votum". Aber selbst hier hegt kein zwingender Grund vor, ein
eigentliches Gelübde zu erblicken, es genügt der Wunsch und
feste Wille, der ernstliche Vorsatz. Der Afrikaner liebt ja starke,
übertreibende Ausdrücke. Er will vielleicht nur sagen: mögen
Armut oder Bedenken der Eltern eine Verehelichuug hinaus-
schieben, oder aber der förmliche Entschluß der Enthaltsamkeit
sie ausschließen, vermählt ist die Jungfrau doch, sie hört auf
virgo zu sein, sobald sie als matura kenntlich geworden.
Diese Ausführungen Tertullians entsprechen seinen früheren
De orat. c. 21 und 22. Nimmt er hier auch auf abweichende
Anschauung und Gewohnheit noch Rücksicht, seine Argumente
sind doch schon dieselben und treiben in ihren Consequenzen
zu seiner späteren stricten Forderung der Verschleierung sämt-
licher Jungfrauen. Schon hier sagt er c. 22: keine ist mehr
Jungfrau von dem Augenblicke an, wo sie, geschlechtsreif ge-
worden, heiraten kann. Dann heißt es gleich weiter: Sed aliqua
se Deo vovit. Eine hat sich Gott versprochen (geweiht) und
ändert vun da an ihre Haartracht und ihre Kleidung in die der
Frauen-. Gut, so soll sie coDsequent sein und auch in der
Kirche, im Gebete vor Gott verschleiert erscheinen, sie soll in
der Kirche ebenso züchtig sein als in der Öffentlichkeit. Sie
soll ruhig die Vermählte spielen, es ist keine Lüge: nupsisti
enim Christo, illi carnem tuam tradidisti, age pro mariti tui
disciplina; si nuptas alienas velari jubet, suas utique multo
magis. Diese Ausdrücke klingen nun allerdings ziemlich bestimmt
und ent chieden, und doch muß man sich hüten, voreilige
Schlüsse daraus zu ziehen.
1) Vgl. de orat. c. 22: nulla virgo est ex quo potest nubere, quoniam
aetas jam in ea nupsit suo viro id est tempori.
_' De vir;,', vel c. 12 sagt er von den Mädchen allgemein, daß sie,
sobald das Weib in ihnen erwacht, sofort auch wenigstens Haartracht und
Toilettenkiinste der Frauen nachahmten, also mit dem Kopfe begännen,
das erste Jugendalter abzulegen. So sollten sie denn auch vollends den
Schleier dazu nehmen.
74 Koch, Virgines Christi.
In c. 16 der Schrift de virg. vel. wendet er sich nämlich in
direkter Anrede an sämtliche Jungfrauen, ohne zwischen frei-
willigen oder unfreiwilligen zu unterscheiden: „Ich bitte dich,
Mutter oder Schwester oder Tochter, Jungfrau (die Namen be-
ziehen sich auf das Lebensalter), verhülle das Haupt, nimm die
volle Tracht der Frau, um den Stand der Jungfrau zu bewahren,
du lügst nicht einmal, wenn du die Vermählte spielst. Nupsisti
enim Christo, illi tradidisti carnem tuam, illi sponsasti maturi-
tatem tuam. Incede secundum sponsi tui voluntatem. Christus
est qui et alienas sponsas et maritatas velari jubet, utique multo
magis suas". Hier erscheint jede Nichtverheiratete als Vermählte
Christi. Dabei muß freilich wieder die Übertreibungs- und
Generalisierungssucht des Rigoristen berücksichtigt werden. Aber
auch in De exhortatione castitatis, einer um die gleiche Zeit ver-
faßten Schrift, heißt es c. 13: quanti igitur et quantae in eccle-
siasticis ordiuibus de continentia censentur, qui deo nubere malu-
erunt, ohne daß notwendig ein Gelübde vorausgesetzt wäre.
Ebenso ist De monogam, c. 13 von den „in viduitate inventae et
professae eam" l, Ad uxor. I, 4, von Witwen, die „deo malunt
nubere" , I, 6 von solchen, die sogleich nach der Taufe „carnem
suam obsignant" die Rede, ohne daß man gerade an ein Gelübde
denken müßte.
De virg. vel. c. 13 fährt Tertullian mit seinen Beweisen für
die Verschleierung weiter: Wenn wir schon unsere sonstigen
guten Werke nicht ausposaunen dürfen, wenn beim Almosen-
geben die Linke nicht wissen soll, was die Rechte tut, welches
Dunkel müssen wir erst darüber ausbreiten, cum tantam obla-
tionem Deo offerimus ipsius corporis et ipsius spiritus nostri,
cum illi ipsam naturam consecramus? Damit muß nicht not-
wendig ein einzelner Akt, eine Gelübdeablegung ausgedrückt sein,
sondern das jungfräuliche Leben selbst kann als fortgesetztes Opfer
erscheinen, das beständig durch Schleiertragen vor den Blicken
der Menschen verborgen werden muß.
1) Gewöhnlich wird freilich auch den Witwen dieser christlichen
Frühzeit, den dem Stand des Yidunts Angehörigen, ein Keuschheitsge-
lübde zugeschrieben (Krieg in Kraus' R. E. II, 950). Für Weckesser,
Archiv f. kath. KR. 1897, 85) „ergibt sich das klar aus den Worten des
hl. Paulus an Timotheus" (I Tim. 5, 11), ebenso für W an ding er in
Kraus' R. E. I, 595.
I. Tertullian. 75
Hat er in c. 16 sämtliche Jungfrauen als Bräute Christi
angeredet, so richtet er zum Schluß in c. 17 noch eine Mahnung
an die Frauen: sed et vos admonemus, alterius pudicitiae mulieres,
quae in nuptias incidistis. Wieder echt tertullianisch. Zwar
läßt er die Ehe als eine andere Form der pudicitia gelten, aber
ein „Hereinfall" ist sie ihm doch, ein Abfall vom jungfräulichen
Stand, wobei wieder kein Unterschied gemacht wird, ob dieser
vorher durch freiwilligen Entschluß oder nur durch Mangel an
Heiratsgelegenheit veranlaßt war. Die Jungfrau ist Vermählte
Christi, die Heiratende „fällt" in die Ehe und wählt eine andere
Form der pudicitia.
Soviel ist sicher, daß Tertullian keine liturgische Schleier-
übergabe, keine öffentliche Gelübdeablegung, keine Unterschei-
dung von öffentlichen und geheimen Gelübden kennt. Legen
die Jungfrauen überhaupt ein Gelübde ab, so jedenfalls nur
privatim. Die Kirche hat nichts damit zu tun. Die Existenz
solcher privater Keuschheitsgelübde bei Tertullian möchte ich
nicht geradezu in Abrede stellen, vielmehr sie sogar für sehr
wahrscheinlich halten, aber dabei doch zu bedenken geben, daß
seine Sprache sie nicht gerade über allen Zweifel erhebt, sondern
immer noch Raum für eine andere Erklärung läßt. Für die
moralische Unabänderlichkeit eines Gelöbnisses oder gar für eine
Rechtsverbindlichkeit, kraft der eine nachfolgende Ehe ungültig
wäre, ist aus Tertullian gar nichts zu folgern.
Immerhin hebt sich aus der bunten Schar von christlichen
Jungfrauen der Kreis solcher deutlich ab, die mit Bewußtsein
und freier Willensentschiedenheit den Stand der Jungfräulichkeit
wählen, um in ihm zu verharren. Sie hat der Lobredner der Vir-
ginität besonders im Auge, wenn er die Jungfrauen Bräute und
Vermählte Christi, ihren Entschluß „Deo se vovere" nennt. Diesen
Ehrentitel hat ihnen der apostolische Prediger der Virginität
noch nicht gegeben. Paulus kennt nur Eine Braut und Ver-
mählte Christi, die Gemeinde (II Kor. 11,2), die Kirche (Ephes.
ö. 23). Als Ehrenname der Jungfrauen mit dem mystischen
Gedanken, den er in sich birgt, erscheint jene Bezeichnung erst-
mals bei Tertullian und ist seitdem in der christlichen Literatur
stereotyp geworden. Der Begründer der abendländischen Theo-
logie bat auch hier die Terminologie geschaffen. Die Wendungen
aber, die er einführte, konnten von der Folgezeit mit vollem In-
76 Koch, Virgines Christi.
halt ausgestattet und. juridisch verwertet werden. So hat Tertulliau,
mag er zünftiger Jurist gewesen sein oder nicht1, der späteren
Rechtsanschauung vorgearbeitet und die Handhaben geboten.
IL Cyprian.
Von größter Wichtigkeit ist die Anschauung, die Cyprian
in den uns hier beschäftigenden Fragen kund gibt, da sie die
der afrikanischen, mit gewisser Einschränkung sogar der ganzen
abendländischen Kirche darstellen dürfte. Zum mindesten er-
fahren wir, wie ein großer katholischer Bischof des dritten Jahr-
hunderts, einer der größten Kirchenmänner aller Zeiten, darüber
denkt und urteilt. Er hat eine eigene Schrift De habitu virginum
verfaßt (ed. Hartel 1, 187 — 205), eine an Jungfrauen gerichtete
ernste und eindringliche Ermahnungsschrift. Ihr Stand ist „fios
ecclesiastici germinis, decus atque ornamentum gratiae spiritalis,
laeta indoles, laudis et honoris opus integrum atque incorruptum,
Dei imago respondens ad sanctimoniam Domini, inlustrior portio
gregis Christi" (c. 3). Sie sind „puellae et virgines Christi" (c. 9),
„quae se Christo dicaverint et a carnali concupiscentia recedentes
tarn carne quam mente se Deo voverint" (c. 4), „sanctus et purus
grex virginitatis" (c. 17). Sie haben bei Hochzeitsfeiern nichts
zu suchen, da ihr „animus ad nuptias non est", dürfen dort nicht
Vergnügungen finden, „ubi et studia et vota diversa sunt" (c. 18).
Beim Falle aber sind sie „viduae antequam nuptae, ' non mariti
sed Christi adulterae, quam fuerant praemiis ingeutibus virgines
destinatae, tarn magna supplicia pro amissa virginitate sensurae"
(c. 2U). Vom Tragen oder Nichttragen eines Schleiers ist nirgends
ausdrücklich die Rede. Aus den Worten aber, mit denen der
Kirchenvater (c. 15 sqq) gewisse Toilettenkünste, wie das Färben
der Haare, Schminken der Wangen, Bemalen der Augen, Durch-
stechen der Ohren, Tragen von Halsketten, bekämpft, ersehen
wir klar, daß diese Jungfrauen keinen Schleier trugen, und daß
er es von ihnen auch gar nicht verlangt2. Hat er doch c. 19
sogar die Unsitte zu beklagen, daß einige von ihnen ins ..Familien-
bad" gingen! Man sieht, die Schleierfrage spielt gar keine
1) Schloßmann, Tertullian im Lichte der Jurisprudenz, Ztschr. f.
KG. 1906. 251 ff.
2) Schi wie tz S. 23: „Von einer besonderen Kleidung der gottge-
weihten Jungfrauen weiß Cyprian nichts".
II. Cyprian. 77
Rolle mehr und das stürmische Verlangen der Montanisten nach
allgemeiner Verschleierung der Jungfrauen hat. wie es in der
Geschichte so häufig geht, in katholischen Kreisen die entgegen-
gesetzte Wirkung hervorgerufen: man vermied geraume Zeit
dieses „montanistische'" Kleidungsstück und selbst ein Bischof
wie Cyprian findet nichts dagegen zu erinnern. Hatte Tertullian
einst den Grundsatz ausgesprochen, die Jungfrau dürfe als solche
nur sich selbst und Gott bekannt sein und müsse im übrigen
ganz und gar einer Frau gleichen und für eine Frau gehalten
werden, so verlangt Cyprian: virgo non esse tantum sed et in-
tellegi debet et credi; nemo cum virginem viderit, dubitet an
virgo Bit (c. 5). Auch diese Worte sind einer Verschleierung
nicht günstig.
Die obigen Wendungen, mit denen Cyprian in deutlicher
Anlehnung an Tertullian den Entschluß zum jungfräulichen Leben
ausdrückt1, lassen diesen als einen dauernden, wohl in ein Ge-
lübde gekleideten, erkennen. Sein unwiderruflicher Charakter aber
ist eine andere Frage, die durch Ep. 4 ad Pomponium (Hartel
II, 472 — 478) brennend wird. Der Brief ist kirchen- und cultur-
geschichtlich hochinteressant, ein Capitel aus der Geschichte des
Syneisaktentums2. Jungfrauen hatten trotz des Entschlusses be-
ständiger Jungfräulichkeit (cum semel statum suum continenter
ac firmiter tenere decreverint c. 1) Haus und Lager mit Männern,
darunter ein Diakon war, geteilt, erklärten aber unversehrt ge-
blieben und zu körperlicher Untersuchung bereit zu sein. Darob
wandte sich Pomponius an den erfahrenen Bischof von Carthago
mit der Anfrage, was hier zu tun sei, und Cyprian gibt ihm im
genannten Briefe Antwort. Da heilst es nun unter anderm: Quod
si se ex fide Christo dicaverunt. pudicae et castae sine ulla fabula
perseverent, ita fortes ac stabiles praemium virginitatis expectent:
si autem perseverare nolunt vel non possunt, melius
nubant cpuam in ignem delictis suis cadant (c. 2). Vor diesem
Bescheid sind schon manche Theologen kopfschüttelnd gestanden:
sollte der Kirchenvater die Jungfrau so leichthin über ihr Ge-
lübde wegschreiten und heiraten lassen?
1) Zu den oben angeführten Wendungen kommt noch Ep. 62, 3 (ed.
Hartel II, 699 : M»>mbra Christo dicata et ad aeternum continentiae ho-
norem pudica virtute devota.
2) Vgl. Achelis, Virgines subintroductae 1902 S. 7 f.
78 Koch, Virgines Christi.
Peters1 findet im Briefe eine Unterscheidung „zwischen
solchen, die fest und ohne Rückhalt ein für allemal ihren (den
jungfräulichen) Stand gewählt" und denjenigen „welche sich auf-
richtig (ex fide) Christo gelobt haben", also „zwischen öffent-
lichen und geheimen Keuschheitsgelübden". Jenen werde jede
Möglichkeit eines erlaubten ehelichen Umganges abgeschnitten,
während er diesen unter gewissen Umständen und Bedingungen
angeraten werde. Allein die ganze Unterscheidung stammt von
Peters, nicht von Cyprian. Daß die Jungfrauen, die „semel
statum suum continenter et firmiter tenere decreverint" und solche,
die „se ex fide Christo dicaverunt" offenkundig dieselben sind,
haben Wilpert2 und Schiwietz3 mit Recht entgegengehalten.
Auf andere Weise suchte sich neuerdings Weckesser4 zu
helfen, um seine These, daß es von Anfang an ein feierliches
Keuschheitsgelübte mit dem Charakter eines trennenden Ehe-
hindernisses gegeben habe, zu retten. Es müsse eine Auslegung
gewählt werden, die mit dem ganzen Briefe und Geiste Cyprians
im Einklang stehe. „Dieser Forderung kommen nur jene nach,
die das Gelübde der Keuschheit, das hier in Frage kommt, als
ein feierliches betrachten, das die Eingehung einer Ehe ein
für allemal ausschließt. Darnach ergeht der Rat zu heiraten
nicht an virgines sacrae, sondern an solche, die es eventuell wer-
den wollen. Die Jungfrauen sollen, ehe sie in diesen hl. Stand
durch Gelübdeablegung eintreten, sich die Sache gut überlegen
und wohl beachten, daß der Schritt einmal getan, nicht mehr
rückgängig gemacht werden kann. Wenn sie daher nicht den
festen Willen hätten standesgemäß zu leben, oder die Kraft zur
Beharrlichkeit nicht in sich fühlten, dann sollten sie lieber
heiraten. Der Zusammenhang wäre also folgender: Leider verlieren
sehr viele (plurimas!) Jungfrauen ihre Unschuld durch sünd-
haften Umgang mit Männern. Wie ist diesem U beistand abzu-
1) In Kraus' R. E. II, 80.
2) Die gottgeweihten Jungfrauen S. 9 A. 'i.
3) Das morgenl. Mönchtum S. 20.
4) In einem an gewalttätigen Geschichtskoustruktionen reichen Auf-
satz über „Das feierliche Keuschheitsgelübde der gottgeweihten Jungfrauen
der alten Kirche (vom ersten bis Ende des fünften Jahrhunderts " des
Archivs f. kath. KR. Bd. 76 (1896) 191 ff.
II. Cyprian. 79
helfen? Es ist keine Frage, die gottge weihten von ihnen haben
die Pflicht, die jungfräuliche Keuschheit standhaft zu bewahren.
Wer das nicht will, soll eben in diesen Stand nicht eintreten.
Es ist doch besser, daß eine Jungfrau den Ehestand wählt, als
daß sie ohne Beharrlichkeit in gottgeweihtem Stande durch ihr
Vergehen sich ins Verderben der Hölle stürzt. Sicherlich schweben
dem hl. Verfasser beim Niederschreiben dieser Stelle die Worte
der hl. Schrift vor Augen: ,Melius est nubere quam uri.' ,lam
enim quaedam conversae sunt retro satanam'."
Diese Lösung der Schwierigkeit ist überraschend einfach, wie
das Ei des Kolumbus und hat auf den ersten Blick fast etwas
Bestechendes. Und doch ist auch hier dem Ei die Schale zer-
brochen. Beachten wir die Veranlassung und den ganzen Tenor
des Briefes, den Zusammenhang, in dem jener Satz steht, die
sprachlichen Wendungen, so zeigt sich die Unwahrscheinlichkeit,
wenn nicht die völlige Unmöglichkeit der von Weckesser vor-
geschlagenen Deutung.
1. Das Thema des Briefes ist im Eingang angegeben. Cy-
prian ist von Pomponius um Bescheid darüber gebeten worden,
quid nobis de his virginibus videatur, quae cum semel etc.
Es handelt sich also nicht um Jungfrauen überhaupt, sondern
um die angeklagten gottgeweihten Jungfrauen. Nach Weck-
esser aber wären im cap. 2 plötzlich nicht mehr diese, sondern
Jungfrauen überhaupt gemeint, während in cap. 3 mit den Worten:
„nee aliqua putet se posse hac excusatione defendi quod inspici
et probari possit an virgo sit" sofort wieder auf die angeklagten
Bezug genommen wird. Und da sich bei Weckesser auch in
cap. 2 das Subject dem Sinne nach teilt, so hätten wir folgenden
logischen Subjectswechsel: die angeklagten gottgeweihten Jung-
frauen — Jungfrauen überhaupt — gottgeweihte — weltliche —
die angeklagten gottgeweihten Jungfrauen. Oder anders gefaßt:
nach Weckessers Erklärung würde Cyprian in demselben Satz
den Zeitpunkt der Betrachtung wechseln, im ersten Teile (quod
si se ex fide dieaverunt) den Standpunkt nach, im zweiten Teil
aber (si autern perseverare noluut vel non possunt) den vor der
Gelübdeablegung wählen, um dann mit dem Schluß des Satzes
(quam in iguem delictis suis cadant) doch wieder au die Zeit
nach dem Gelübde zu denken — ohne den Wechsel auch nur
anzudeuten. Das ist denn doch gegen alle Regeln der Herme-
§0 Koch, Virgines Christi.
neutik und im höchsten Grade unwahrscheinlich. Bei jener Auf-
fassung erwartet man wirklich die Wendung: eine Jungfrau
solle sichs wohl überlegen und nur dann das Gelübde ablegen,
wenn sie fest entschlossen ist und die Kraft in sich fühlt, keusch
zu bleiben. Das sagt aber Cyprian tatsächlich nicht, das läßt
Weckesser ihn sagen. Und wenn Cyprian das hätte sagen
wollen, hätte er es nicht ungeschickter und mißverständlicher
ausdrücken können.
2. Pomponius fragt an, was mit den gottgeweihten Jung-
frauen geschehen soll, die durch ihr Betragen Anstoß erregt
haben. Und nun soll ihm Cyprian zunächst mit der Binsen-
wahrheit aufwarten: wenn eine Jungfrau nicht keusch bleiben
will oder kann, soll sie nicht Jungfräulichkeit geloben, sondern
heiraten! Dürfen wir einem Cyprian einen solchen Gemeinplatz
zutrauen? Als Paulus die Grundsätze über Heiraten und Nicht-
heiraten erörtete, lag die Sache wesentlich anders: es waren
principielle Bedenken gegen die Ehe zu überwinden, die Vor-
züge der in rechter Gesinnung gewählten Jungfräulichkeit her-
vorzuheben, specielle Situationen zu berücksichtigen.
3. Der ganze Brief führt uns in die eigenartige Welt und
schwüle Luft des Syneisaktentums. Da waren es aber wenn nicht
ausschließlich, so doch in den allermeisten Fällen — man ver-
gegenwärtige sich die ganze sociale und moralische Laue, man
denke an die pseudoklementinischen Briefe ad virgines! — ,. gott-
geweihte" Jungfrauen, die aufgrund ihrer versprochenen Jung-
fräulichkeit und im kühnen Vertrauen auf ihre sittliche Kraft
solch gefährlicheVerbindungen eingingen, geistlicheEhen schlössen,
weitgehende Zärtlichkeiten spendeten und empfingen1. Viele
blieben dabei unversehrt, viele kamen aber auch zu Fall und
gerade das beklagt der Bischof in cap. 2: Denique quam graves
multorum ruinas hinc fieri videmus et per hujusinodi inlicitas et
periculosas conjunctiones corrumpi plurimas virgines cum summo
animi nostri dolore conspicimus, wie er es De habitu virg. c. 20
tut: Sic ergo frequenter ecclesia virgines suas plangit etc.
1) Man vergleiche mit Cyprian cap. 3: certe ipse concubitus, ipse
complexus, ipsa confabulatio et osculatio et conjacentiuru duorum turpis
et foeda dormitio quantum dedecoris et criminis confitetur — Tertullian
de virg. vel. c. 14: dum nimium amatur, dum inter amplexus et oscula
assidua concalescit.
U. Cyprian. 81
Weckesser gibt, bevor er seine eigene Auslegung vorträgt,
selber zu, daß die Stelle an sich auch den andern Sinn haben
könnte, die virgines sacrae sollten unter gewissen Umständen in
den Ehestand treten. Er hält aber die Bedenken, die er dagegen
anführt, für so stark, daß diese Auffassung als unrichtig zurückge-
wiesen werden müsse. Eine solche Beweiskraft besitzen jedoch seine
Bedenken keineswegs. Sie sollen im folgenden gewürdigt werden.
1. „Nimmt man an, es werde diesen Jungfrauen der Rat
erteilt zu heiraten, wenn sie in ihrem Stande nicht ausharren
wollten, so wäre — auch die Gültigkeit ihrer Verbindung voraus-
gesetzt — dieser Rat in seiner Allgemeinheit einzig dastehend
und unerhört." — Da wir aus den ersten drei Jahrhunderten,
abgesehen von dem später zu besprechenden, mit Cyprian über-
einstimmenden Urteil des Methodius keine directen Zeugnisse
darüber haben, wie der Eheschluß einer gottgeweihten Jungfrau
angesehen wurde, so läuft dieser Einwand auf eine petitio prin-
cipii hinaus. Die Anschauung der Zeit sollen wir gerade aus
unserer Stelle ohne Voreingenommenheit kennen lernen, nicht
mit einem fertigen Urteil an sie herantreten.
2. „Wie kann der Heilige bei manchen gottgeweihten Jung-
frauen eine moralische Unmöglichkeit, beharrlich zu bleiben,
supponieren (si perseverare non possunt) und darauf hin die
Ehe raten: eine Ansicht, die mit der hl. Schrift in directem
Widerspruch steht?" — Allein so direct und so klar ist die Lehre
der hl. Schrift über diesen Punkt nicht, daß Cyprian jene Voraus-
setzung nicht hätte machen können1. Der Bischof von Karthago
war eiu Mann der Erfahrung, nicht der Schablone, ein Menschen-
kenner, nicht ein Theoretiker. Weckesser hat Recht, wenn er
sagt, daß ihm die Worte der Schrift vor Augen schwebten: melius
est nubere quam uri (I Kor. 7, 9). Ist es wirklich ganz undenkbar,
daß er sie gegebenen Falles auch auf solche anwandte, die Yir-
ginität gelobt hatten? Und wenn die hl. Väter diese Schrift-
steile auch „unzähligemal wiederholen, aber immer nur im Sinn
des Apostels von solchen, die nicht durch ein Gelübde gebunden
sind", so beweist das für Cyprian immer noch nichts. Denn es
1) Daß Methodius von Olympus derselben Anschauung huldigt und
sie sogar bei Paulus findet (SympoB. I IT, 14; Migne P. G. 18, 84 f.) werden
wir später sehen.
Texte u. Untersuchungen etc. 81, 9 6
82 Koch, Virgines Christi.
ist methodisch offenbar verfehlt, Cyprian, der in der Mitte des
dritten Jahrhunderts lebt und schreibt, nach den Vätern vom
Ausgang des vierten Jahrhunderts an deuten zu wollen1. Er
wendet auch allein das „uri" vom Sexuellen ins Esohatologische:
melius nubant, quam in ignem delictis suis cadant. Wenn das
Gelöbnis der Jungfräulichkeit doch einmal nicht gehalten wird,
erscheint ihm die Ehe als das Mittel, sich wenigstens vor der
Hölle zu retten. Auch das Ärgernis, das Unverheiratete durch
Unenthaltsamkeit oder verdächtigen Umgang geben, zieht der
Bischof in Betracht, wenn er unmittelbar fortfährt: certe nulluni
fratribus aut sororibus scandalum faciant.
3. „Wie wird bei einem solchen Rate die Strenge gewahrt,
von der eingangs im Briefe die Rede ist und von welcher der
hl. Bischof nicht abweichen will? Was wäre an einer solchen
Disciplin noch streng zu nennen? Wo wäre eine apostolische
oder evangelische Begründung dafür aufzufinden? Nein, ein
solcher Rat würde mit dem ganzen Geiste des Briefes, der apo-
stolischen Eifer um Reinerhaltung der Sitten und Strenge atmet,
namentlich in seiner Kürze und ohne nähere Rechtfertigung, in
unlöslichem Widerspruch stehen." — Zur Entgegnung sei ein-
fach die betreffende Eingangsstelle hierhergesetzt: „Scias nos ab
evangelicis et apostolicis traditionibus non recedere, quo minus
fratribus et sororibus nostris constanter et fortiter consulatur et
per omnes utilitatis et salutis vias ecclesiastica disciplina ser-
vetur". Cyprian will die kirchliche Disciplin mit Strenge hand-
haben, das tut er in seiner Verordnung betreffs der Jungfrauen
cap. 4, er will aber dabei nur auf den Nutzen und das Seelenheil
bedacht sein, daher die Milde, mit der er in cap. 2 einen Aus-
weg öffnet. Von einem unlöslichen Widerspruch ist nichts zu
entdecken.
4. „Wenn sodann nach damaligem Rechte für diese Jung-
frauen noch die Möglichkeit vorhanden war, zwar unerlaubt aber
doch giltig zu heiraten: warum ist im ganzen Briefe ohne wei-
teres angenommen, daß ihre eingegangenen Verbindungen nicht
klandestine Ehen, sondern nur Konkubinate seien? Warum soll
Pomponius alle unnachsichtig trennen, und wenn sie sich dieser
1) Das gilt auch für das, was Wilpert, Ztschr. f. kath. Tb. 1889
S. 313 ff. ausführt.
II. Cyprian. 83
Maßregel nicht fügten, sie dauernd excommunicieren? Wo bleibt
da die angebliche Freiheit der Ehe für jene, die ihren hl. Stand
ferner , nicht halten wollen oder nicht können'? Darnach wäre
doch zuerst die Untersuchung am Platze gewesen, ob diese Jung-
frauen nicht in der Stille sich verheiratet, oder geneigt seien, es
zu tun." — "Eine merkwürdige Verkennung der ganzen Situation.
Die Jungfrauen, die wegen Zusammenwohnens und -Schlafens
mit Männern angeklagt sind, versichern ihre körperliche Jute-
grität und sind bereit, sie durch Untersuchung feststellen zu
lassen. Das ist doch ein klarer Beweis, daß es sich nicht um
eine wirkliche, wenn auch klandestine, sondern nur um eine sog.
geistliche Ehe oder ein Syneisaktenverhältnis handelt. Deshalb
befiehlt Cyprian Trennung des Verhältnisses für alle Fälle schon
wegen der Gefahr und des Ärgernisses, und da er damit rechnen
muß, daß die Jungfrauen unter Berufung auf ihr gutes Gewissen
und den Befund der Okularinspektion sich einer Trennung wider-
setzen und das Syneisaktenverhältnis fortführen wollen, trifft er
auch für diesen Fall Bestimmung. Die Möglichkeit einer Um-
wandlung der geistlichen Ehe in eine wirkliche für die, die nun
einmal nicht ohne Mann sein wollen oder können, hat er ja eben
mit den umstrittenen Worten in cap. 2 ausgesprochen und braucht
sie nicht zu wiederholen. Und wenn es in cap. 2 heißt: ,.Interce-
dendum est cito talibus (die mit Männern zusammenleben) ut
separentur dum adhuc separari innocentes possunt, cpüa dividi
postmodum nostra intercessione non poterunt postea quam con-
scientia gravissima cohaeserunt", so ist mit der Möglichkeit ge-
rechnet, daß das Zusammenleben bei einigen schon zum Fall und
darnach entweder zur geheimen Ehe oder wenigstens zum festen
Entschluß geführt hat, das Zusammenleben in eine Ehe umzu-
wandeln. In diesem Fall können sie durch das Einschreiten des
Bischofs nicht mehr getrennt werden.
."). ..Auch hätte der hl. Bischof in seiner ausführlichen Schrift
De habitu virginum, worin er den Fall so vieler gottgeweihten
Jungfrauen beklagt, diesen Rat, zur Ehe zu schreiten, wenn es
an Lust oder Beharrlichkeit fehle, nicht mit Stillschweigen über-
gehen können. Gerade dort wäre es angezeigt gewesen, über
dieses eventuelle Rettungsmittel für so viele gefährdeten Seeleu
zu reden; es wird aber mit keinem Worte erwähnt; ein Argu-
ment ,ex silentio', daß der Hl. diesen Ausweg nicht gekannt
84 Koch, Virgines Christi.
hat." — Andere werden darüber anders denken. Die Mahnung,
sich die Sache reiflich zu überlegen und dann erst das Gelübde
abzulegen oder aber bei Mangel an Kraft oder gutem Willen
lieber zu heiraten, findet sich in der Schrift De habitu virginum
ebensowenig, und man wird nicht behaupten wollen, daß der Hl.
dieses Mittel nicht gekannt oder daß es in einer Schrift, worin
der Fall so vieler Jungfrauen beklagt wird, nicht mindestens
ebensogut Platz gehabt hätte. Sicher aber ist in einer allge-
mein gehaltenen und in erster Linie für gottgeweihte Jungfrauen
bestimmten Schrift ein Wegweiser zur Hochzeitspforte weniger
angebracht, als in einem Briefe, der durch einen Skandal ver-
anlaßt und an einen Bischof ad discretionem gerichtet ist.
Die Einwände Weckessers sind also nicht derart, daß sie
die von ihm bekämpfte Deutung als unmöglich, die von ihm
verteidigte als allein zulässig erwiesen. Da vielmehr seine eigene
Erklärung von den schwerwiegendsten Bedenken belastet ist,
drängt sich die andere geradezu auf. Wir haben demnach im
Briefe Cyprians folgenden konsequent fortschreitenden Gedanken-
gang. Er will Pomponius Antwort geben auf seine Anfrage,
wie mit den Jungfrauen zu verfahren sei, die trotz ihres Ent-
schlusses der Virginität mit Männern Haus und Bett teilten, aber
ihre Integrität versicherten (c. 1). Vor allem darf es nicht ge-
duldet werden, daß solche Jungfrauen mit Männern zusammen
leben und wohnen, geschweige denn zusammen schlafen. Darum
sollen sie sofort getrennt werden, ehe es zu spät ist. Leider sind viele
durch derartige Verbindungen ihrer Unschuld verlustig gegangen.
Haben sie sich wirklich aufrichtig Christo hingegeben, so sollen
sie züchtig und keusch bleiben und auch den bösen Schein und
die Gefahr meiden , daß sie nicht einmal ins Gerede kommen l.
Wenn sie aber nicht ausharren wollen oder können (wenn ihre
Hingabe nicht „ex fide", nicht ernstlich und aufrichtig gewesen
ist, wenn sie nicht ohne Männer sein wollen oder können), so
ist es für sie besser, zu heiraten als durch ihre Vergehen dem
Feuer zu verfallen (c. 2). Auch mit der Möglichkeit körperlicher
Untersuchung soll keine sich verteidigen zu können glauben, da
sie kein absolut sicheres Ergebnis für die Unschuld liefert. Das
1) Sine ulla fabula, vgl. De habitu virg. c. 20 (ed. Hartel I, 201):
ad infames earurn ac detestabiles fabulas ingemescit (ecclesia).
II. Cyprian. 85
Beieinanderliegen ist an sich schon unschicklich und frevelhaft.
Wenn ein Gatte seine Vermählte hei einem andern liegend findet,
wird er da nicht in Zorn geraten und in heißem Eifersuchts-
schmerz vielleicht zum Schwert greifen? Nicht auch Christus,
..cum virginem suam sibi dicatam et sanctitati suae destinatam
jacere cum altero ceruit"? Mit welchen Strafen werden von ihm
„incestae ejus ruodi conjunctiones" geahndet werden? (c. 3)
Daher hat Pomponius gut daran getan, daß er den Beteiligten
die Communion entzog. Haben sie sich getrennt und Buße an-
gefangen, so sollen die Jungfrauen durch Hebammen untersucht
werden. Im Falle der Integrität dürfen sie zur Communion
wieder zugelassen werden, sollen aber härterer Strafe verfallen,
wenn sie zu denselben Männern zurückkehren oder wieder mit
ihnen unter einem Dache wohnen. Ergibt die Untersuchung
die Defloration einer Jungfrau, so hat sie Vollbuße zu leisten,
da sie „non mariti sed Christi adultera" ist. Bei hartnäckiger
Weigerung, sich gegenseitig zu trennen, d. h. das Syneisakten-
verhältnis, die geistliche Ehe aufzugeben, werden sie dauernd
excommuniziert (c. 4).
Das der Inhalt des Briefes. Cyprian verbietet also das Zu-
sammenleben in dieser Form unter strengster Strafe, während
er eventuell das Eingehen einer wirklichen Ehe gestattet. Er
erblickt sonach in der professio virginitatis nicht ein trennendes,
eine Ehe ungültig machendes Hindernis1. Aus den Worten „Christi
adultera", „incestae conjunctiones" mit Weckesser eiu trennen-
des Ehehindernis herauslesen zu wollen, geht deshalb nicht an,
weil sie sich bei Cyprian nicht auf eine versuchte Ehe, sondern
auf Unzuchtssünden beziehen. Cyprian hält die Verehelichung
einer solchen Jungfrau rechtlich für möglich und moralisch nicht
für eine die Höllenstrafe nach sich ziehende Sünde, jedenfalls
für besser als ein unsittliches Verhältnis und auch als ein ärger-
niserregendes und gefährliches, wenn auch nicht gerade mit
l'l'ischessünden verbundenes Syneisaktenleben.
Bingham2 folgert aus den Worten Cyprians, „daß in jenen
Zeiten die professio virginitatis nicht so streng war. daß die
1 l)ies ist. auch die Ansicht von Freisen (Gesell, d. kämm. Ehe-
rechts 2. Aufl. 1893 S. 677) and Sehiwietz (Mönchtum S. L9).
2) Origines s. antiquit. ecol. III. !>S (ed. II. Halle 17.1 .
86 Koch, Virgines Christi.
nachher eingegangene Ehe für ein der kirchlichen Censur wür-
diges Verbrechen gehalten worden wäre", und der Anglikaner
hat damit das Richtige getroffen. Daß eine solche Ehe aber
von aller Sünde frei sei, läßt sich den Worten Cyprians auch
nicht entnehmen. Sie erscheint vielmehr nur als das kleinere
Übel, das nur im äußersten Falle gestattet werden soll, um
Schlimmeres zu verhüten, um Seelen zu retten und dauerndes
Ärgernis aus der Welt zu schaffen.
Ein Rückblick auf den bisherigen Gang unserer Unter-
suchung läßt folgende Resultate verzeichnen: Tertullian und
Cyprian kennen eine Klasse, einen Stand von Jungfrauen, die
sich zu dauernder Jungfräulichkeit entschlossen und verpflichtet
haben. Ihr Versprechen ist ein „votum", aber nicht in dem Sinne,
daß ein Rücktritt und Eintritt in den Ehestand völlig unmöglich
und unerlaubt wäre. Das Ideal ist freilich die treue Festhaltung
der Jungfräulichkeit als einer Vermählung mit Christus, und ein
Fehltritt ist. ein gegen Christus begangenes „adulterium". Eine
öffentliche Gelübdeablegung vor Bischof und Gemeinde, wie sie
von der zweiten Hälfte des vierten Jahrhunderts an so häufig
erwähnt wird, ist bei Tertullian geradezu ausgeschlossen, bei
Cyprian mit keiner Silbe angedeutet, obwohl es ihm an passen-
der Gelegenheit dazu nicht gefehlt hätte. Tertullian fordert den
Schleier für sämtliche Jungfrauen, Cyprian kennt und verlangt
ihn nicht einmal bei den gottgeweihten.
III. Das Concil von Elvira.
An der Wende des dritten zum vierten Jahrhundert steht
das spanische Concil von Elvira (ca. 300) mit seiner Bestimmung
in can. 13: „Virgines, quae se Deo dicaverunt, si pactum per-
diderint virginitatis atque eidem libidini servierint, non intelli-
gentes quid amiserint, placuit nee in hnein eis dandam esse com-
munionem. Quod si semel persuasae aut infirmi corporis lapsu
vitiatae omni tempore vitae suae huius modi femin ae egerint
poenitentiam, ut abstineant se a coitu, eo quod lapsae potius
videntur, placuit eos in finem communionem aeeipere debere".
Es ist bekannt, daß die Canones dieser vielberufenen Synode
sich nicht gerade durch Begriffsschärfe auszeichnen und den
ihnen zugrunde liegenden Gedanken nicht immer völlig ent-
III. Das Concil von Elvira. 87
sprechenden lateinischen Ausdruck geben. In unserm Canon ist
soviel klar, daß er von gottgeweihten Jungfrauen redet, die das
..pactum virginitatis" verletzen, und ebenso, daß er bei ihnen
unterscheidet zwischen solchen, die fortgesetzt (libidini servierint),
und solchen, die einmal (semel) durch sexuellen Verkehr sün-
digen. Haben nun die einen oder die andern oder beide Klassen
eine geheime Ehe geschlossen oder sich ohne eheliche Verbin-
dung geschlechtlieh vergangen? Diese Fragen wurden von den
Erklärern bald bejaht, bald verneint. Weckesser1 denkt bei den
Jungfrauen der zweiten Classe an eine klandestine Eheschließung,
während er es bei denen der ersten Classe offen läßt, ob sie mit
mehreren der Fleischeslust frönten oder — wofür ein Canon
gewiß notwendiger gewesen sei — mit Einem in vermeintlicher
Ehe lebten.
Vor allem ist zu beachten, daß der Canon mit keiner Silbe
vom Heiraten spricht, während das Concil sonst immer, z. B.
gleich im nächsten Canon 14, die Eingehung einer Ehe namhaft
macht, wo eine solche in Frage kommt. Nach Weckesser
erklärt sich das freilich „sehr einfach, wenn man annimmt, daß
eben solchen Jungfrauen das Recht der Ehe nicht mehr zustand,
also jeder Veruch, eine solche im stillen einzugehen, zusammen-
fiel mit verbotenem Umgang". In dieser Erklärung liegt aber
eine petitio principii. Denn daß jene Jungfrauen eine rechtlich
gültige Ehe nicht mehr schließen konnten, soll gerade bewiesen,
nicht einfach „angenommen" werden. Hier tritt die petitio
principii, die sich verdeckt durch die ganze Untersuchung
Weckessers durchzieht, deutlich zu Tage. Zu Beginn stellt er
nämlich sechs Leitsätze auf, die sich ihm „nach genauer Einsicht
des ganzen einschlägigen Materials" ergeben haben (S. 90), die
aber tatsächlich die Interpretation der einzelnen Stellen selbst
mehr oder weniger beherrschen. Den Beweis, den er wenigstens
für den zweiten Teil unseres Canons versucht, kann man auch nicht
als gelungen bezeichnen. Wenn die Bischöfe sagen, daß diese
Jungfrauen gefallen zu sein scheinen, so muß damit nicht der
Versuch, eine Ehe einzugehen, angedeutet sein, da der Fehltritt
vorher „einfachhin" mit „infirmi corporis lapsu" ausgedrückt
ist, also nicht „nur als solcher angesehen werden kann". An
1) Archiv f. KR. 76 (IKOG) 201 ff.
88 Koch, Virgines Christi.
eine versuchte clandestine Eheschließung zu denken, ist gerade
heim zweiten Teil des Canons nicht weniger als „natürlich".
Die Wendungen „semel persuasae aut iofirmi corporis lapsu viti-
atae" weisen ganz entschieden auf einen einmaligen geschlecht-
lichen Fehltritt in schwacher Stunde, der die Reue auf dem
Fuße folgt, nicht aber auf eine geheime Ehe.
Ebensowenig zeigen die Worte „ut abstineant se a coitu"
„mit genügender Klarheit, daß die Bischöfe an ein quasi-eheliches
Zusammensein denken, weil sie voraussetzen, eine solche Jungfrau
habe sich durch ihren Schritt in eine Lage gebracht, wo auch
fernerhin coitus zu fürchten ist, d. h. daß sie einen Mann ge-
nommen und sich als Frau gerierte". Die Bischöfe wollen viel-
mehr nur betonen: diese Jungfrauen sollen am Ende ihrer Tage
die Communion erlangen, wenn es wirklich bei dem einzigen
Fehltritt bleibt und sie nicht rückfällig werden. Um aber für
ein Mädchen, daß einmal die verbotene Frucht genossen, einen
Rückfall zu befürchten, braucht man, wie Psychologie und Er-
fahrung lehren, nicht gerade ein quasi-eheliches Zusammensein
voraussetzen.
Eher möchte man beim ersten Teil des Canons an ein solches
denken und man muß sich wundern, daß Weckesser von seinem
Standpunkt aus nicht mehr Gewicht darauf legt. Lassen uns
auch die Canones von Elvira mit den Verfehlungen, die sie zu
rügen haben, in eine gewisse Verweltlichung der spanischen
Kirche hineinblicken l, so sind doch gottgeweihte Jungfrauen,
die sich durch grobe Unzuchtssünden beflecken und nicht einmal
einsehen „quid amiserint", also Verstocktheit zeigen, die dunkel-
sten Gestalten in diesem Bilde. Man möchte zur subjectiven
Schuldmilderung dieser Unglücklichen annehmen, daß eben Ehen,
die sie eingegangen haben und nicht mehr aufgeben wollen, vom
Concil so scharf beurteilt und' geahndet werden. Allein die
Schlußfolgerung darf nicht nach menschlicher Rührung, sondern
nur nach den Gesetzen historischer Methode vor sich gehen und
muß demnach so lauten: wir haben b:sher nicht gehört, daß
irgendwo in der abendländischen Kirche irgendwann in den
ersten drei Jahrhunderten die Ehe einer gottgeweihten Jungfrau
für rechtlich ungültig erklärt worden wäre, wohl aber, daß ein
1) Harnack, Mission u. Ausbreitung des Christentums II2 (1906) 259ff.
III. Das Concil von Elvira. 89
Mann wie Cyprian sie für rechtlich gültig und sittlich nicht
schwer sündhaft hielt. Wenn nun das Concil, das sonst immer
Ehen, auch unerlaubte und ungültige namhaft macht, wo solche
in Betracht kommen (vgl. can. 8—10, 15—17, 61, 66, 72), hier
einfach von „libidini servire'- redet, so handelt es sich nicht um
Eheschließung, sondern um Unzuchtssünden. Das ist auch die
Ansicht Hefeies '.
Gesetzt aber auch, nicht zugegeben, es wäre in unserm Canon
von Eheschließungen die Rede, so wären diese durch die Wen-
dungen „libidini servire" und „ut abstineant se a coitu" noch
lange nicht für ungültig, sondern nur für unerlaubt und straf-
würdig erklärt. Mit jenem Ausdruck könnte das Concil eine
solche Verbindung in dem Sinne belegen, daß Fleischeslust sie
zusammengeführt habe und zusammenhalte. So redet Papst
Siricius, oder vielmehr nach der neuesten Forschung Damasus 2,
im Brief an die gallischen Bischöfe von „amore properante ad
libidinis caecitatem", wo es sich um eine, auch nach Weckessers
Ansicht (S. 96) notorisch gültige Ehe einer „virgo sacra sed
nondum velata" handelt3. Die Enthaltung vom Geschlechtsver-
kehr aber steht mit der Bußleistung im engsten Zusammenhang.
Auch notorische Eheleute mußten während und vielfach sogar
nach der Bußzeit noch auf ihre Rechte verzichten. Mit lebensläng-
licher Buße war also dauernde Enthaltsamkeit von selbst gegeben.
Insofern kam die Wirkung der Strafe der einer Annullierung
der Ehe so ziemlich gleich, aber rechtlich ist eben doch ein
Unterschied. Zum Vergleich ließe sich noch die erste Synode
von Toledo (v. J. 400) heranziehen, die mit ihren can. 16 und 19
(Harduin 1, 992) noch immer keine Ungültigkeit der Ehen gott-
1) Konziliengeschichte I, 133 und 206. In der zweiten Auflage ist
er sich nicht ganz konsequent geblichen. 1- IM hei ISt es nämlich: „durch
Unzucht oder Verehelichung", während er I 2 339 den can. 19 von Ancyrn
von rechtmäßiger Beirat, den can. 13 von Elvira aber nur vom Gelübde-
bruch durch Unzucht reden läßt.
2) Vgl. Babut, la plus ancienne decretale 1904. Duchesne in der
Bevue historique 1905 p. 278 sqq. Theol. Litztg. 1905 Sp. 495 f.
3) Vielleicht darf an den Kirchenstreit unter Gregor VII erinnert
werden, wo eifrige Gregorianer die damals noch rechtlich gültige Priester-
ehe vielfach der Unzucht gleichstellten.
90 Koch, Virgines Christi.
geweihter Jungfrauen kennt1. Doch fällt sie schon bedeutend
außerhalb der Zeitgrenze unserer Untersuchung.
IV. Die römische Kirche.
Leider läßt uns die römische Kirche mit literarischen Nach-
richten über die gottgeweihten Jungfrauen und ihre Gelübde in
den ersten drei Jahrhunderten völlig im Stich. Da sie aber am
literarisch -wissenschaftlichen Leben dieser Zeit überhaupt ver-
hältnismäßig spärlich beteiligt war, darf uns dieses Schweigen
nicht gerade wundern. Man hat dafür die Wände der Katakomben
reden lassen. Wie schon in seinen „Gottgeweihten Jungfrauen"
S. 52 ff. (bezw. Tafel 1), so deutet Wilpert auch in seinen ..Ma-
lereien der Katakomben" S. 206 ff. (Tafel 79— 81) nach dem Vor-
gang anderer Forscher ein prächtiges Freskobild in der Kata-
kombe der hl. Priscilla an der Via Salaria nova von der
feierlichen Einkleidung einer gottgeweihten Jungfrau
durch den römischen Bischof und verlegt das Gemälde
ins dritte Jahrhundert, früher in seine erste, neuerdings
in seine zweite Hälfte. Ich bin nun außer stände, mit dem
gelehrten Katakombenforscher in eine fachmännische kunstge-
schichtlich-archäologische Discussion über das Bild einzutreten.
Vielleicht aber darf ich mir erlauben, vom kirchengeschichtlichen
Standort aus, vom Boden historisch -kritischer Methode einige
Bedenken vorzutragen. Daß die Deutung der Katakombenbilder,
unbeschadet der ureignen Kraft und Selbständigkeit, innige Füh-
lung mit der patristischen Forschung und innerkirchlichen Ent-
wicklungsgeschichte bewahren muß, ist ja principiell unbestritten
und von W'ilpert im allgemeinen auch durch die Tat bestätigt2.
Im vorliegenden Falle scheint er aber, von irrigen Voraus-
setzungen geleitet, diese Fühlung nicht richtig genommen zu haben.
1. Einedurch den Bischof vorgenommene liturgische Schleier-
1) Freilich findet Weckesse r S. 207 ff. auch hier, und ebenso
S. 347 ff. in can. 16 von Chalcedon, Annullierung. Es ist auffallend, daß
er sich mit Fr eisen, der doch ebenfalls das ganze Material durchgear-
beitet und deshalb sicher „die ganze Entwicklung gekannt" hat (Weck-
esser S. 348), dabei aber zu entgegengesetzten Resultaten gekommen ist
(Gesch. d. kanonischen Eherechtes 2. Aufl. 1S93 S. 676 ff), nicht ausein-
andersetzt, ja ihn nicht einmal nennt.
2) Vgl. auch Ficker in Ztschr. f. KG. 1906 S. 120 f.
IV. Die römische Kirche. 91
Übergabe an eine gottgeweihte Jungfrau ist der gesamten abend-
und niorgenländischen patristischen Literatur der ersten drei
Jahrhunderte völlig unbekannt. An Gelegenheit, auf diesen feier-
lichen Act hinzuweisen, hätte es in der uns erhaltenen Literatur
nicht gefehlt1.
Wilpert glaubt freilich diesen Einwand vom „weit spätem
Ursprung" der Schleierübergabe durch seine Untersuchungen
über Tertullian entkräftet zu haben2. Allein wie wir oben sahen3,
ist seine Interpretation Tertullians durchaus unrichtig. Der
Afrikaner kennt keine öffentliche Gelübdeablegung, keine litur-
gische Verschleierung. Er kennt sie nicht bloß nicht, sondern
seine Darstellung schließt sie geradezu aus. Nicht das hat er
zu tadeln, daß die Jungfrauen öffentlich Gelübde ablegten und
den Schleier empfingen, sondern daß sie keinen Schleier trugen.
Er verlangt auch nicht etwa Schleierübergabe — dadurch wären
die Jungfrauen wieder als solche bekannt geworden, was er
gerade nicht will — , sondern einfach Schleiertragen. Cyprian
kennt und vermißt nicht einmal das Schleiertragen, das Tertullian
so rigoristisch für alle Jungfrauen gefordert hatte. Auch der
griechischen Literatur dieser Zeit ist, wie wir noch sehen werden,
eine kirchliche Schleierübergabe ganz unbekannt. Das erste unzwei-
deutige römische Zeugnis für liturgische Verschleierung bei der
Profeßablegung findet sich im Schreiben des Papstes Siricius oder
Damasus an die gallischen Bischöfe4, also in der zweiten Hälfte
oder gegen Ende des 4. Jahrhunderts. Hier wird sie freilich
nicht erst eingeführt, sondern als schon bestehend erwähnt5. Für
1) Kraus schreibt in der R. E. II, 82: „Anderseits ist der Beweis
erst zu bringen, daß im zweiten Jahrhundert (dahin verlegt er mit
V. Schul tze das Bild) nicht schon irgend eine Art Consecration der
virgines devotae vorkam". Die Sache liegt gerade umgekehrt: den Be-
weis haben die zu erbringen, die eine liturgische Consecration der Jung-
frauen annehmen.
2) Gottgeweihte Jungfrauen S. 57 bezw. S. 15 ff.
3) s. 65 ff.
4) Migne PL. 13, 1182: Virgo velata iam Christo, quae integri-
tatem publico testimonio professa a sacerdoie pivce fusa benedictionis
velamen acccpit.
5) Schon die „vestis mutatio", womit Maivellina am Weihnachtsfeste
352 oder 353 ihre „virginitatis professio" vor Papst Liberias besiegelte Am-
bros. de virg. 3, 1. Migne P.L. 16,219), wird die liturgische Verschleierung mit-
einbegriffen haben. Vergl. übrigens Tertullian De orat. c.22 (oben s
92 Koch, Virgines Christi.
das Zurückreichen des Brauches ins dritte Jahrhundert fehlt je-
doch jeder Anhaltspunkt. Im selben päpstlichen Schreiben wird
die „virgo iam velata" unterschieden von der „puella quae non-
dum velata est", die sich aber auch schon zur Virginität ent-
schlossen und verpflichtet hat — eine Unterscheidung, die den
ersten drei Jahrhunderten wieder im Orient und Occident
völlig fremd ist. Wie bekannt, wirkte die bedeutsame Verände-
rung, die mit der Stellung der Kirche im Staate und öffentlichen
Leben anfangs des vierten Jahrhunderts vor sich ging, vielfach
auch auf das innerkirchliche Leben, auf Fragen der Verfassung, des
Cultus und der Disciplin ein. Wenn nicht alles täuscht, kam auch
damals erst die liturgische Verschleierung und damit zugleich die
Unterscheidung zwischen „virgines velatae" und „non velatae" auf.
2. Als Möglichkeit erwähnt Wilpert, daß das, was die
Jungfrau auf dem Katakombenbild in Händen trägt, statt des
Schleiers eine geöffnete Schriftrolle sein kann, aus der sie die
Formel des Gelübdes vor dem auf der Kathedra sitzenden
Bischof ablese, während der Diakon eine für sie bestimmte, mit
dem Clavus geschmückte Tunica bereit halte. Für die Existenz
einer öffentlichen liturgischen Gelübdeablegung kann er aber
wieder nur auf Tertullian verweisen, den er mißverstanden hat1.
3. Der Gestus des Bischofs mit der ausgestreckten Hand,
dem auch sein Blick folge, richte sich nach der Seite hin, wo
Maria mit dem göttlichen Kind auf dem Schöße zu sehen sei,
als wollte er der einzukleidenden Jungfrau sagen: „Hanc imi-
tare filia", diese nimm dir, Tochter, in deinem neuen Stande
zum Vorbild! Maria habe ja von jeher als Lehrerin der Jung-
fräulichkeit gegolten, an der die Schülerinnen sich bilden sollten.
Diesen Gedanken belegt Wilpert mit Ambrosius, in dessen
Schrift de instit. virg. c. 14 (Migne P. L. 16, 326) obiger Satz,
nur in der Pluralform, steht. Gewiß hätte Wilpert eine ältere
Stelle angeführt, wenn es — eine solche gäbe2. Allein so schön
und naheliegend dieser Gedanke, und so geläufig er uns seit
1) Auch Rauschen äußert bei der Besprechung des Wilpertschen
Werkes seine Zweifel an einer förmlichen öffentlichen (Gelübdeablegung
in dieser Zeit (Theol. Revue 1904, 293 f.).
2) Daß eine ältere Stelle fehlt, muß auch v. Lehner (Die Marien-
verehrung in den ersten Jahrhunderten 18S1, 2S9) zugeben, wenn er schon
leichter über dieses Bedenken hinweggeht.
IV. Die römische Kirche. 93
Ambrosius ist, in der gesamten Literatur der ersten drei Jahr-
hunderte hat er keinen Niederschlag hinterlassen. Damit will
ich keineswegs leugnen, daß Maria auch schon in diesen Jahr-
hunderten den Jungfrauen als leuchtendes Beispiel vor Augen ge-
stellt worden sein kann, aber beweisen läßt es sich nicht. Die
Wissenschaft aber hat es mit dem Beweisbaren zu tun und darf
ihren Nachen nicht in ein uferloses Meer stoßen, ins Reich der
unbegrenzten Möglichkeiten. Es ist doch zu beachten, daß die
Marienverehrung1 in den ersten Jahrhunderten noch sehr in
den Anfängen war, fern der Entwicklung der Folgezeit: im
Leben und Beten, iu der Predigt und der Literatur der ältesten
Christen steht die Gottesmutter ähnlich im Hintergrund, wie in
den neutestamentlichen Urkunden. Das Schweigen dieser Zeit
wiegt in unserm Fall um so schwerer, als sich in der uns er-
haltenen Literatur Gelegenheit zu Hinweisen auf das Beispiel
der seligsten Jungfrau geboten hätte. In seiner Schrift De ha-
bitu virginum mahnt und warnt Cyprian die Jungfrauen in er-
greifenden Tönen, ohne die jungfräuliche Gottesmutter nur zu
nennen. Auch die allgemein dem dritten Jahrhundert zuge-
wiesenen pseudoklementinischen Briefe Ad virgines lassen eine
solche Exemplificierung vermissen. Zwar werden I, 6 2 Vorbilder
des jungfräulichen Lebens zur Nachahmung vorgestellt, aber
lauter männliche: Johannes der Vorläufer, Johannes der Lieb-
lingsjünger, Paulus, Barnabas, Timotheus, Elias, Elisäus „aliosque
multos viros sanctos invenimus vitam egisse caelibem et iinma-
culatam". Ja, es wird die sei. Jungfrau erwähnt, deren Leib
unsern Herrn getragen, daran aber die Lehre gefügt: .,Hinc ergo
intellege praestantiam et claritatem virginitatis". Die Mutter
Gottes wird also zur Beleuchtung der Schönheit und hohen
Würde der Jungfräulichkeit angeführt, mit dem Hinweis, daß
der Herr, nachdem er aus einer Jungfrau Mensch geworden,
„hanc vitae rationein in hoc mundo tenuit", und der Aufforde-
rung: „Vin' tu esse Christianus? Christum ergo imitare in Om-
nibus". Im Symposion des Methodius stimmt Thekla XI. "2
ein von den übrigen Jungfrauen mit einem Refrain begleitetes
Loblied an und rühmt darin als Märtyrer und Helden der Jung-
1) Vergl. Lucius, Die Anfänge des Heiligenkults in der christlichen
Kirche 1904, 453 ff.
2) Funk, Opera patr. apost. II, 5 f.
94 Koch, Virgines Christi.
fräulichkeit und Keuschheit Abel, Josef, die Tochter Jephtas
Judith, Susanna, den Vorläufer und — die t^cor/roxog Jesu, die
Jungfrau, die unter dem gegen sie sprechenden Scheine verletzter
ehelicher Treue zu leiden hatte ({lOQCpJjV vjctoyj-v oiq TTQodovoa
Zsxtqq, Migne P. G. 18,212 C, mit Anspielung auf Matth. 1, 18 f.).
Es ist die einzige Stelle der ziemlich umfangreichen Schrift.
wo, und die einzige Art, wie der sei. Jungfrau Erwähnung ge-
schieht. Und doch hätte es sich da und dort sehr nahegelegt,
ihrer zu gedenken, namentlich I, 5 1, wo u. a. von Christus ge-
sagt wird, er habe sein Fleisch unversehrt in Jungfräulichkeit
bewahrt, weshalb auch wir, wenn wir ihm ähnlich werden wollen,
Jungfräulichkeit pflegen sollen, da Flucht vor Verderbnis Ver-
ähnlichung mit Gott bedeute. Christus ist, wie aQyiJioLfirjv
und aQxutgocprjTtjg der Kirche, so auch agycTraQ^svog (Migne
18, 45 ß). Das ist noch nicht die Art eines Ambrosius, der
nie von der Jungfräulichkeit spricht — und er spricht oft da-
von — ohne das Beispiel der sei. Jungfrau begeistert hervorzu-
heben und zu ihrer Nachahmung aufzumuntern, der De virg. 11,
2, 6 schreibt: „Sit igitur vobis tamquam in imagine de-
scripta virginitas vita Mariae, de qua velut speculo reful-
geat species castitatis et forma virtutis", um dies dann im ein-
zelnen weiter ausführen (Migne P. L. 16, 208 ff.). Fast genau so
hat Methodius (a. a. 0.) vom Leben des Heilandes gesagt: Tavty
yciQ ?jQ£ziOaro xr]v avd-Qcojtiv)]v avövöaö&cu öagxa &tog cöv,6jta>g
ojöJtSQ ev jiivaxt frelov sxTvjimfia ßiov ßXtjiovrsg tymiizv
xal r/fislg xov jQaipavza ftifislöd-ai.
Ist es nun nicht eine mißliche Sache, für die Deutung eines
Bildes des dritten Jahrhunderts in allen seinen Teilen erst aus
dem vierten Jahrhundert patristische Stützen beibringen zu
können? Noch mehr: was wir vom dritten Jahrhundert wissen,
spricht nicht für , sondern gegen die Existenz einer öffentlichen
Gelübdeablegung und liturgischen Schleierübergabe. So fordern
die Resultate unserer Untersuchung, jenes Bild der Priscillakata-
1) So nahe, daß Bardenhewer in seiner Gesch. der altkirchl. Lit.
II (1903) 297 im Anschluß an Pankow (Katholik 18S7, II, 239) es un-
willkürlich einträgt: „Er nahm den Adam aus dem Fleische der reinsten
Jungfrau an, und das aus ihm sprossende Geschlecht, ideell mit ihm aus
der Jungfrau gehören, muß der Jungfräulichkeit wenigstens zustreben,
mag die volle Höhe auch nur von wenigen erklommen werden können
(Or. I)". Das ist sehr schön gesagt — aber nicht von Methodius.
V. Klemens von Alexandrien. 95
kombe entweder anders zu deuten1 oder um ein Jahr-
hundert später zu datieren.
B. Die morgenländisclie Kirche.
V. Klemens von Alexandrien.
Wenden wir uns zur griechischen Kirche, so kommt vor
allem Klemens von Alexandrien in Betracht. Er wird von
Schiwietz (S. 18) als erster Zeuge des Gelübdes der Jungfräu-
lichkeit oder Enthaltsamkeit angeführt, nämlich Stromat. III, 1:
lyxQaxua xolvvv öa>{iaxog vjtsgotyla xaxa xijv Jcgbg &sov 6tuo-
Ao7/a^(MigneP.G.8, 1103) und III, 15: 6 xaxa jtqo&eOiv evvov%lag
6tuoXoj7]Oag ftr] y?jtucu äyafiog diatuevtxa) (col. 1197). Allein an
der ersten Stelle ist nach dem ganzen Zusammenhang nicht von
einem Gelübde die Rede, sondern von dem von jedem Christen
bei der Taufe abgelegten Versprechen der „Enthaltsamkeit", d. h.
der Bezähmung unerlaubter Gelüste. Diese eyxgaxsia wird der
sexuellen Zügellosigkeit der Basilidianer entgegengesetzt, die
durch ihr, die schlimmsten Heiden an Ausgelassenheit über-
trumpfendes Leben, den Namen Christi, den sie angenommen,
lästerten. Er erklärt selbst, was er unter iyxgaxsia hier ver-
steht, wenn er fortfährt: ov fiovov yag jcsqI xa dcpQOÖiota, alla
xai jtsqI xa alla, a ejti&vini i) U'vy/j xaxäg, ovx dgxovfiEVT]
xoZq avayxaioig, ?/ tyxgaxua avaoxgt'cpsxai' Zgxi 6h xai jcsqI x?jv
ylcöooav, xai ji&qI xrtv xxrjoiv, xai jcsqI xrjv XQV^lv> 7iaL xeqI
xtjv EJti&Vfiiav syxQaxsia. Diese syxQcixsia ist also nicht Jung-
fräulichkeit und Ehelosigkeit-, sondern ,.temperantia';: Enthaltung
von allem Unerlaubten, sowie allseitige Mäßigung und Selbst-
beherrschung in erlaubten Dingen.
Die andere Stelle III, 15: 0 xaxa jtqoQeöiv svvovyu:^
ofioloyrjoag Lu?] y/jfiaL ayatuog öiafisvtxco, durch die ein unge-
1) Wilpert betont selber, daß sonst in den Katakombenbildern nie-
mals Kpisoden aus dem irdiscben Leben der Verstorbenen, auch nicht
solche religiöser Natur, dargestellt würden, weshalb wir nie eine Bischofs-
oder Priesterweihe fänden.
2) Vgl. Stromat. IIF, 7: xai zov int naiöonoda yt'/uavxa iyxQÜreiav
aoxeiv xqi'/, uiq /n/rfe int&vßsiv x^q yvvaixbq xfjq kavxov, )]v ayanäv u<pei-
?.ei, OEfxvö) xai oüxpQOVt natöonoioijtevoq &£h)naxi (Migne 11**1 B). III,
15: xolq iyxQUXibq '/Qio/uevoiq xö> yäfio) inl naiöonoda. fiövy, opp.: rcü-
xai nhQa naiöonodaq nQoßaiveiv ini&i\uovaiv (1196 C). IM. lti: oi
X(üv aneyönevoq, ci).X> oiq I'xqivev iyxQarCoq yQto/uevoq (1204 B).
96 Koch, Virgines Christi.
naues Schriftcitat „o yrjfiaq //?} exßaXXsrco xal o //?/ yaa/'/Gag fir/
yctfisirco" gedeutet wird, redet allerdings von einem Versprechen.
Indes läßtKlemens an einer früheren Stelle bei demselben Gedanken
ofioXoyelv aus, ström. III. 12: /} jigofreoig re exaorov, rov re
lavxbv tvvovyiöavxog rov rs av yafim öia naidoüiodav ovCtv^av-
rog, avevöorog Jtgbg xb tjxxov öiafitvsiv ocpeLXei (Migne 11771) .
Man darf auch, will man seine Termini recht verstehen, den
Gegensatz nicht außer acht lassen, den er im Auge hat und
bekämpft. Er verteidigt nämlich das gute Recht ebenso der
Ehe wie der Ehelosigkeit gegen die Gnostiker, die teils sexuellen
Libertinismus, teils völlige Enthaltsamkeit, diese aber mit Ver-
werfung der Ehe, und falscher dogmatischer Voraussetzung
predigten. So sind die Anhänger Marcions, wenn sie, Natur und
Materie für schlecht erklärend, sich der Ehe enthalten, um die
vom Demiurgen geschaffene Welt nicht zu bevölkern, wohl
eyxgaxelg, aber sie sind es nicht xfj Jtgoaigeosi, nicht in freiem,
sittlichem Entschluß, sondern aus Haß und Widerspruch gegen
den Schöpfer, avriraooofiepot rq> Jtoirjxf] xcp öqpcov, xirj jcgbg
rov jieüioiiyxora hx&Qa Wh ßovXofievoc yor](j&ai xolg vxavrov
xriG&üGiv (III, 3. Migne 1113 B). Der Marcionit ist, wenn man
seine Enthaltsamkeit überhaupt lyxgarua nennen darf, axcov
lyxgarrjg, xarargeymv xal xrjg xxiOEoog xal rov jtXaGfiaxog,
(III, 4. 1129A.) Einer solchen irrigen Anschauung und falschen
Ehelosigkeit gegenüber ist die christliche eine evvovxia xaxa
jtgößeGiv oder bfioXoyiav oder Jigoaigsoiv, eine in der richtigen
Gesinnung mit freiem sittlichen Entschluß gewählte. Eine solche
lyxgarua ist tpvyrjg agsxrj, ?/ ovx sv (pavegcö aXl* Iv ajioxgvcpq>
(III, 6. 1152B); ihre Seele und treibende Kraft muß die dyaJti]
rrgog rov ß-ebv sein, sonst hat sie keinen Wert (1153B).
So erscheinen bei Klemens ngoOsGig, 6tuoXoyla (6[ioXoyüv),
ngoalgtGig als synonyme Begriffe, die eine ethische Verpflichtung
begründen und die richtige christlich-dogmatische Anschauung
über Ehe und Ehelosigkeit voraussetzen. Ob er ein eigentliches
Gelübde dabei im Auge hat. ist etwas zweifelhaft1. Da-
von vollends, daß ein Gelübde etwa „in facie ecclesiae", mit
1) Welch matte Bedeutung 6fio?.oysiv bei Klemens haben kann, zeigt
Paedag. II, 10: svvoca de, dXio&qQÜc sie aworaiav exsiv (ehelicher Ge-
schlechtsverkehr) öfxoXoyovaa, öXlyov äv&ei xal avyyijQäaxeL tto owliccti
(Migne 8, 513 A), wo es sich gewiß nicht um ein Gelübde handelt.
VI. Origenes. 97
liturgischer Feierlichkeit abgelegt worden wäre und rechtliche
Consequenzen nach sich gezogen hätte, findet sich nicht eine
leise Spur.
VI. Origenes.
Als zweiter Zeuge der Virginitätsgelübde wird Origenes
aufgeführt. In Levitic. honi. 3 n. 4: Et nos ergo cum venimus
ad Deurn et vovemus ei nos in castitate servire, pronuntiamus
labiis nostris et juramus nos castigare carnem nostram, vel male
ei facere atque in servitutem redigere, ut spiritum salvum facere
possimus (Migne P. G. 12.42S). „Auch Origenes bezeugt es, daß
dieses Gelübde der Keuschheit die Natur eines Eides habe. Da
er an dieser Stelle in der ersten Person Pluralis redet, so ergibt
sich daraus, daß er nicht bloß von den gottgeweihten Jungfrauen,
sondern auch von den Asceten redet". So Schiwietz S. 18.
Tatsächlich zeigt aber die Anführung dieser Stelle, wie die der
klem entmischen, (und oben der tertullianischen für eine öffent-
liche Gelübdeablegung), nur wieder einmal, wie leicht man es sich
selbst in wissenschaftlichen Untersuchungen immer noch mit patri-
stischen Belegen macht und wie wenig man auf den Zusammen-
hang achtet.
Origenes bespricht nämlich a. a. 0. (ed. Lommatzsch 9,
206 ff.) die Schwierigkeit, die darin liegt, daß III Mos. 5, 4 — 6
anscheinend auch die Nichterfüllung eines Schwures, etwas Böses
tun zu wollen, als Sünde bezeichnet werde. „Male facere alicui"
bedeute hier ..non indulgere ei ut faciat quod vult". Das wird
nun mit dem Satze illustriert: Et nos ergo cum venimus ad
Deurn et vovemus ei nos in castitate servire, pronuntiamus labiis
nostris et juramus nos castigare carnem nostram vel male ei
facere atque in servitutem eam redigere, ut spiritum salvum
facere possimus. Der Schwur lautet auf Dienst Gottes in
Keuschheit und Bezähmung des Fleisches, nicht auf Jungfräu-
lichkeit und Ehelosigkeit, was denn doch ein großer Unterschied
ist. Nichts an der Stelle gibt uns ein Recht, die Keuschheit
gerade von der beständigen Jungfräulichkeit zu verstehen, im
Gegenteil, einige deutliche Fingerzeige verbieten diese Beschrän-
kung geradezu. Oder sollte Origenes sagen können, daß man
nur durch Ehelosigkeit „den Geist retten kann", nicht auch bei
der rtxvoyovia, wie der Apostel (1 Timoth. 2, 15) schreibt?
Texte u. Untersuchungen etc. 81, * 7
98 Koch, Virgines Christi.
Doch der Schriftsteller erklärt ja seinen Satz selbst, indem er
unmittelbar fortfährt: Sic enim et ille jurasse se dixit, qui ait:
„juravi et statui servare omnia praecepta" ' (Ps. 118. 106). Das
ist nichts anderes als ein Schlag gegen das Fleisch, das dadurch
„afflicta sine dubio a spiritu et coarctata" ist. „Huic ergo carni
resistenti et repugnanti adversum spiritum si quis juraverit et
pronuntiaverit malefacere et affligere et macerare eam, et non
fecerit, peccati reus est, in quo juravit cruciare se carnem suam
et Servitut! subjieere et non fecit". Durch diese Erläuterung ver-
rät Origenes deutlich genug, daß er unter „castitas" keineswegs
immerwährende Virginität, sondern entweder Keuschheit über-
haupt, Beobachtung des sechsten Gebotes, oder aber — und das
ist wahrscheinlicher — allseitige, nicht bloß sexuelle, sittliche In-
tegrität, Beobachtung der Gebote und Überwindung der ent-
gegenstehenden schlimmen Neigungen versteht. Er redet, um
die späteren Schultermini zu gebrauchen, nicht vom „bonum
melius", sondern vom „bonum" und hat bei dem Schwur allem
Anschein nach eben das Taufgelübde im Auge oder aber einen
Schwur, durch den ein Christ sich noch in verstärktem Maße
zu sittlichen Leistungen verpflichtet, zu denen er an sich
schon gehalten ist. Für ein Jungfräulichkeitsgelübde ist aus
unserer Stelle nichts zu gewinnen, weder für ein öffentliches
noch für ein privates.
VII. Die apostolische Didaskalia.
Überaus lehrreich ist ein Vergleich zwischen der pseud-
apostolischen Didaskalia und den Apostolischen Constitutionen
hinsichtlich der Jungfrauenfrage. Durch die ausgezeichnete
Ausgabe von Funks (Paderborn 1906. 2 Bde.) ist er jetzt sehr
bequem gemacht. In jener Grundschrift, die allgemein dem
dritten Jahrhundert, und zwar neuestens eher seiner zweiten als
seiner ersten Hälfte zugewiesen wird \ werden nur einmal Jung-
frauen erwähnt (IV, 1, 1 und 2, 2 ed. Funk I, 218), wobei es
sich aber nicht um gottgeweihte Jungfrauen handelt, sondern
um die Erziehung und Versorgung von Waisenmädchen bis zu
ihrer Verheiratung. Während so der Stand der gottgeweihten
Jungfrauen in der Didaskalia gar nicht genannt ist, sind in
ihrer Überarbeitung in den ersten sechs Büchern der Aposto-
1) Vgl. Funk in den Proleg. seiner Ausgabe 1. 8. IV f.
VIII. Die pseudoklenientinischen Briefe Ad virgines. 99
ligchen Constitutionen fünfmal neben den Witwen die Jung-
frauen eingeschoben l. Außerdem handelt Constit. IV, 14 vom
Gelübde der Jungfräulichkeit: es soll nicht vorschnell abgelegt
(//// stqox^iQco? ijiayyeÜMO&ai), dann aber treu gehalten werden.
Auch das achte Buch befaßt sich wiederholt mit den Jungfrauen
und bestimmt in c. 24, daß sie nicht Handauflegung erhalten
sollen, woraus wir ersehen können, daß sie ihr Gelübde in der
Kirche ablegten. Dies der Stand ums Jahr 400 2. In der Didas-
kalia findet sich von alle dem keine Spur. Nicht als ob es in
der Kirche, für die der Verfasser schrieb, keine freiwilligen Jung-
frauen gegeben hätte, — wenn es an der oben angeführten Stelle
IV, 2, 2 von dem zu versorgenden Waisenmädchen heißt „quamdiu
velit nubere", so ist die andere Eventualität, freiwillige Ehe-
losigkeit, damit angedeutet — , aber sie spielen bei ihm keine
Rolle in der kirchlichen Gesellschaft, sie kommen für ihn nicht
als kirchlicher Stand in Betracht, er hat für sie keine beson-
deren Vorschriften und kirchliche Normen. Beide, Didaskalia
und Constitutionen, wollen von den Aposteln stammende Samm-
lungen von Sittenvorschriften und Rechtsnormen sein. Reden
sie hier in ihrem gegenseitigen Verhältnis, durch das, was die
spätere enthält, die frühere aber vermissen läßt, nicht eine deut-
liche Sprache von der Entwicklung des Jungfrauenstandes in
der Kirche?
VIII. Die pseudoklementinischen Briefe Ad virgines.
Die wohl ebenfalls dem dritten Jahrhundert, möglicher-
weise aber auch dem Anfang des vierten Jahrhunderts3 an-
li Nämlich IJ, 26, 3 u. 8 (ed. Funk I, 103 u. 105). II, 57, 12 (S. L65).
III, 6, 4 (S. 191) u. III, 15, 5 (S. 209).
_' Kbenso in der „Ägyptischen Kirchenordnung" (Funk II. Proleg.
S. XX) und im „Testamentum Domini" (Funk, das Testament unseres Herrn
und die verwandten Schriften L901 S. 92 und 200).
3) Vergl. darüber Bardenhewer,* Gesch. d. altkirchl. Literatur
I, 117. Harnack, Die pseudoclernentinischen Briefe de virginitate und
die Entstehung des Mönchtunis, in den Sitzungsber. d. k. Preuss. Ä.kad.
d. Wissensch. L891, 361ff. Chronologie d. altchr. Litt. II L904) L33ff.
Ncuinann, Die Enthaltsamen der pseudoclementinischen Briefe de vir-
ginitate in ihrer Stellung zur Welt, in den „Orient. Studien, Theodor
Nöldeke zum 70. Geburtstag gewidmet" 1906. II, 831ff.
IQO Koch, Virgines Christi.
gehörenden, unter dem Namen des römischen Clemens laufenden
Briefe Ad virgines oder De virginitate wenden sich an „virgines
fratres beati, qui dedunt se servandae virginitati propter regnum
coelorum'' und an die „virgines sacrae" (I, l)1, die „virgines fratres
aut sorores, qui vere statuerunt servare virginitatem" (I, 2, 1).
Es werden ernste Mahnungen an sie gerichtet: jedes soll sich
gründlich erforschen und kennen lernen; „nain vanum cultumDeo
exhibet quicumque virginitatem et sanctimoniam profitetur, vir-
tutem autem ejus abnegat" (I, 3, 4). Mit aller Kraft Gottes muß
umgürtet sein „quicumque coram Deo spondet se servaturum esse
castitatem" (3, 5). Dafür winkt ihm besonderer himmlischer Lohn
..ob sublimem illam et heroicam virginitatis professionem" (4,2).
Mißstände werden getadelt, die sich bei denen eingeschlichen
haben, „qui virginalem statum sibi elegerunt" (10,2). Der Verfasser
bekämpft namentlich das Syneisaktentum und gibt im zweiten
Briefe (oder richtiger im zweiten Teile) eine detaillierte Wohnungs-
und Reisecasuistik: er schläft, heißt es unter anderm, niemals da,
„ubi somnum capit puella innupta aut Deo sacrata" (1, 2), ver-
schmäht jede weibliche Bedienung auch einer „vetnla" oder „sacrata
Deo" (2,3). „Nos Deo sacri cum mulieribus neque manducamus
neque bibimus" etc. (3, 2). Das sind die Stellen, die vom Ent-
schluß zum jungfräulichen Leben und Keuschheitsgelübde reden.
Dieses wird „vor Gott" abgelegt; eine Beteiligung der Kirche
ist damit zwar nicht ausgeschlossen, aber auch in keiner Weise
nahegelegt. Das Virginitätsgelübde erscheint als eine Privatsache,
begründet aber ernste, sittliche Pflichten.
IX. Methodius von Olympus.
Wie diese beiden Briefe, so handelt auch das oben schon
erwähnte Convivium decem virginum des Methodius von Olym-
pus ex professo von der Jungfräulichkeit (Migne P. G. 18,
27 — 220), und man kann von dieser Schrift weitere Aufschlüsse
erwarten. Daß die jungfräulichen Seelen mit Christus vermählt
sind, ist ein ganz geläufiger Gedanke, wobei Diesseits und Jenseits,
Wandel auf Erden und Belohnung im Himmel ineinander fließen:
zrjg Tß> Kvqico v£W[i<pev[t£vr)g tyv%TJ<: (VI, 1 Migne 113 D),
1) Die lateinische Übersetzung des syrischen Textes bei Funk, Patr.
Apost. II, lff.
IX. Methodius von Olympus. ll)|
vvfi<paycoyovtutroi xcö vlcö xov &eov (IV, 2. 11 6 A), tvvfirpayco-
yrj&riöav xcö Aoyco nagfreviav doxTjGavxeg (X. 6. 204 B). Der
Refrain des Lobliedes in Or. XI lautet: „Dir weihe ich meine
Keuschheit und eine flammende Fackel tragend, eile ich dir,
0 Bräutigam, entgegen". Im Hohenliede singt Christus selbst
den Preis der vollendeten Jungfrau und faßt alle ihre Auszeich-
nung in das Wort ..Braut" zusammen: xavxa (Cant. 4, 9 — 12)
Xqiotoc xcdg IjiI ittQara xag&eviaq eX&ovGcuq xa syxcofiia
ipdllei ütaGac, tri jrtor/Qaipag xcö vvu<p)c ovofiari (VIII, 1. 1.25B).
Erhält sie den Siegespreis, so kann sie sprechen: wfMpsvoficu
xcö Xöyco xal xov äidcov xtjg acp&agöiaq jcqoIxcc /.atußdvco Oxe-
(favov xal jt/.ovtov naget rov Haxgoq (VI, 5. 120 C).
Auch von dem dauernden Entschluß und Gelübde der Jung-
fräulichkeit und der Pflicht, ihm treu zu bleiben, wird gesprochen.
In der bekannten Parabel, erklärt Methodius, werden alle zehn
Mädchen Jungfrauen genannt wegen desselben Vorsatzes und
Gelöbnisses: eoxtilavxo fiev yag cd jraQccjrhjGicog tavxag eiq
xovxo xad-ofioXoyrjoa.oai xal, xavxt] xix7jr\Cxovxai ötxa, ejrtiöij
xr/v avxijv etXovxo jtqo&eoiv (VI, 3. 116 C); durch die fünf, die
01 in ihren Lampen hatten aiviööexai xaq IjcI ntoaxa jraQ&tviag
kmöxsQXOfievaq eXd-etv (VI, 2. 116 B), den andern fünf ging das
Ol aus ajib xtjg jrioxecoc eiq dxoXaöiav avxcov txTQOjta/LiCofiercov
(VI, 4. 117 D). Die ganze Erklärung der Parabel klingt in die
Sprache derMysterien aus: xavxa xcöv rj[iexega)v,a\ xaXXijtdg&evoi.
xu oQyia iivOxrjQicov, avxai xcöv hv jtag&ti'ia ijvoxaycoytj&tvxcov
al xsXsxat — jenseitige Vermählung mit dem Logos, Vollweihe und
Verklärung derer, die ihre Jungfräulichkeit unversehrt bewahrt
haben (VI, 5. 120 C). Die Brustbinde bei Jerem. 2. 32. i) ovvöovoa
Ccovrj xal ovOffiyyovOa xr\v jcoo&eoiv xl]q irvyjjg eiq dyreiav,
bedeutet die Liebe zu Gott und die Beharrlichkeit im jungfräu-
lichen Stande (IV, 6. 96 B). Die Virginität ist das größte und
glänzendste dvad-r/fia xal öcöqov, dorn kein anderes gleichkommt,
die fieyaXr) tvyj] (Num. 6, 1), die bloß erfüllen ol oefäg avrovq
av&aigixcp ßovXfj jrQooevt'yxaoOai ßovXofievoi .... txtlvoq 6
U'.vt(,v ava&elg xcö Os<p oXoxeXmq (V, 1. 97 A/B). Mau muß
die Jungfräulichkeit aber auch dyoavxov xal xa&aQav xdvxq
cpvXaxxeiv /ut/öiv xoivcovovöav xcdg öagxbq dxa&agoiaiq (V, 6
108 D). Der im Heiligtum in nächster Nähe des Allerheiligsten
stehende goldüberzogene Rauch opferaltar ist ein Bild der jung-
102 Koch, Virgines Christi.
fraulichen Reinheit, die ohne Schmutz und Flecken allezeit hell
erstrahlt im Lichte des Logos (V, 8. 112 B).
Man würde sich nicht wundern, wenn man vom enthusiasti-
schen Lobredner der Virginität die schärfste Verurteilung der
eventuellen Ehe einer gottge weihten Jungfrau hörte. In Wirk-
lichkeit findet sich aber bei ihm etwas ganz anderes. So hoch
er das ganz freiwillige Festhalten am jungfräulichen Leben wertet,
so hat er doch gegen die Eingehung einer Ehe trotz des Ge-
lübdes unter gewissen Umständen nichts einzuwenden. Das und
nichts anderes ist gegen Schluß der Orat. III ausgesprochen, wo
Methodius die Lehre des hl. Paulus über Ehe und Jungfräulich-
keit (I Kor. 7, 25 ff. 36 ff.) behandelt.
Schon III, 13 (81 C) macht er darauf aufmerksam, wie vor-
sichtig Paulus die Rede von der Jungfräulichkeit einleite. Der
Apostel, sagt Methodius, ist im Begriffe, die „Verheiratung seiner
Jungfrau"1 jedem anzuraten, dem es lieb ist, damit nichts von
dem, was zur Heiligung gehöre, gezwungen und mit Gewalt, sondern
mit völlig freiem Willensentschlusse geschehe, was allein Gott
angenehm ist (ojtcoq (irjöhv xmv alc ayiaöfiov (peoofitvrov xax
avayxi]v ytvoixo xal ßlav, alla xaxa jcqoO-soiv avreZovöLov
tyvy/jq). Er will aber die „Verheiratung der Jungfrau" nicht so
verstanden wissen, als sei dies von ihm nach Anweisung und
Willensäußerung des Herrn gesagt (ov ßovXexai t$ avd-EVxlaq
avxcp xavxa xal yvcof-ir/g XeXtx&ai xov Kvqiov). Vielniehr wird
er nacher fast ängstlich und verwirrt seine Zustimmung wieder
durch den Zusatz, daß er diesen Rat nach menschlicher, nicht
nach göttlicher Nachsicht gegeben habe (fixedbv JtaXiv vjcevXa-
ßrjfrtlq ävsxaoat-s xrjv övyxara&tOii', xaxa övyyvcofirjv av&Qo-
jtivrjv vjtsfirpalvcov xavxa üvf/ßeßovXsvxtvaijaXX ov xaxa frelav).
— Für uns kommt hier nicht die wirkliche Situation, die der
Apostel bei Behandlung der Jungfrauenfrage im Auge hatte2,
in Betracht, sondern nur die Auffassung seines Interpreten, des
Bischofs von Olympus. Dieser läßt den hl. Paulus ob seiner
oben gemachten Concession fast erschrecken und sie halb wider-
1) Methodius versteht das ya/xlteir x>]v tavtov naa&hov nicht von
Vater und Tochter, sondern vom eigenen Leibe. Vergl. Josef Sicken-
berger in der Bibl. Zeitschr. 1H (1905) 52 f.
2) Vergl. darüber nieinen Versuch in der Bibl. Zeitschr. HI (1905)
401 ff.
IX. Methodius von Olympus, [(y^
rufen. Sollte er in einer so klaren and einfachen Frage, wie die
der Verheiratung es ist, wenn kein Gelübde im Wege steht, dem
Apostel ein Schwanken insinuieren wollen? Das ist nicht mög-
lich und widerspricht dem, was Methodius sonst selber von der
Ehe sagt und als Lehre der hl. Schrift und speciell des hl. Pau-
lus über die Ehe darstellt (vergl. namentlich II, 1. 48 B/D. II, 7.
60 A). Es bleibt also nichts anderes übrig, als daß er schon hier
an eine Eheschließung trotz des Virginitätsgelübdes denkt.
Wie sehr dies dem Gedanken des Methodius entspricht, zeigt
der Umstand, daß er sogar bei der freiwilligen Enthaltsamkeit
in der Ehe, von der Paulus I Kor. 7, 5f redet, ein bezügliches
Versprechen, ein Gelübde unterstellt. Wenn ihr, läßt er den
Apostel zu den betreffenden Eheleuten sagen, euch nicht be-
herrschen könnt, so machet lieber von den ehelichen Rechten
Gebrauch, als daß ihr, während man bei euch ein Gelöbnis der
Enthaltsamkeit voraussetzt (ayxQatsiav sjrayytXXtO&-ai vofiiC,6-
fitvoi), in Begierde gegen Fremde entbrennt (111,11. 77 B). Was
der Apostel hier sagt, ist eine Concession, eine övyyvcofi?/ für
die, die ihrer Begierde nicht Herr werden, sein Gebot aber be-
zieht sich auf die Enthaltsamkeit: xrjv sjtirayrjv sxl xr\c, öco-
(pQoovvrjQ xal zov firj <xjit£0&cu yvvcuxoq Xafißavei (III, 12.
77 D).
III, 14 dehnt schließlich Methodius die vom Apostel offen-
gelassene Wahl, zu heiraten oder ehelos zu bleiben, frank und
frei auch auf die gottgeweihten Jungfrauen aus. Das ganze
Kapitel (Migne 84C — 85B) lautet: „Beachte aber auch zum Ge-
sagten (daß nämlich die Mahnung des Apostels mehr zur ayvtia
neige, Ende von III, 13), wie er (Paulus) nahe legt, daß das
jungfräuliche Leben eine Gnade Gottes (d-todcoQt/Tov) sei. Des-
halb weist er die aus eitler Ruhmsucht trotz ihrer Sinnlichkeit
dazu Gekommenen ab (zovgxara Jigötpaöiv xtvoöo^iac, xcov axga-
TSGztQcov tjtl tovto JiaQtXrjXvO-orac, ajtoßaXXerai) und gibt
ihnen den Rat zu heiraten, um nicht in der Jugendkraft (xaiQcö
TTjq dxfifjc1), wenn das Fleisch Blutwallungen und Begierden
1) Vergl. V, 1: eaneoivij yao ipvkaxfj (Luk. L2, 38) 6 xcuQÖq ion rr^-
ax/irjq ror üvOQUiTiov xal // rtuxr^q, xa^ ))v ay/exai xaoäoaeai^ai zb
^yefiovueöv, tntxi-oXovfXEvov xalq i^alXayaiq xov ßlov, ^ßüaijg afaov xf/q
OHuy.bq ijdr] y.al tQeno/iivTjq tu Ttäd-oq (100 C).
104 Koch, Virgines Christi.
weckt, in heftiger Leidenschaft schändlich zu handeln (doyj/fio-
v&öiv). Man muß nämlich ins Auge fassen, was er schreibt:
u öe xig aoyj][iovelv evtl rrjg xaQ&ivov avxov voftiCei, eav /}
vjctQaxf-ioq, xai ovxcog ocpettei ysviöd-ai' o &1X11 jcoitixo), ovy
a[i(xQtavW yafieixoöav (I Kor. 7, 36). Mit Recht zieht er hier
die Ehe der Schande (doyr][io6vvtjg) vor bei denen, die zwar
Jungfräulichkeit wählen, sie aber darnach unerträglich finden
und aufgaben (em xcöv t^ofievmv [iev jiaQ&evtveiv, övöavaoye-
xovvxcav öe xo ftexd xavxa xcu axoxafioVTCOv), und wohl mit
Worten, aus Scham vor Menschen, sich rühmen dabeizubleiben,
in der Tat aber nicht von weitem Keuschheit üben können (xai
Xoyqy [jep, öl aiöcb x?jv jigog avfrQcoxovg, avyovvxov ejiifit-
veiv, EQyoo öe ovÖe fiaxQOtsgov svöiaxQhpai övvafitvcov reo
ivvovyionm). Wer aber mit völlig freiem und selbständigem
Entschluß gewillt ist, sein Fleisch jungfräulich zu bewahren (top
[itvxoL avxoxQaxoQixcp xai avfraiQtxcß xnivovra Jigodeoei xtj-
qüv X7]v lavrov odgxa xagfrevor), und keinen Zwang leidet d. h.
keinen die Lenden zum Geschlechtsgenuß reizenden Drang, da
die körperlichen Anlagen naturgemäß verschieden seien u///
eyovxa dvdyxtjv, ojieg eOxl Jictfrog exxaiovfievov xijv ootpvv big
övvovöiav eivai ydg xcu ÖLacpogdg, cog eixog, ocofidtcov), wer
wetteifert und durchkämpft und wacker seinem Gelöbnis treu
bleibt und es aufs beste durchführt, einen solchen mahnt er, zu
bleiben und zu bewahren, indem er der Jungfräulichkeit den
Siegespreis erteilt (xovxm öiafiikXco[iipcp xcu öic&Xovvxl xai
öxovöalojg hjiifiivovxi xfi eJcayysXla xai xavxrjv agioxa öia-
x8Qcavo[iivq), JtagaxeXevexat fieveiv xai xi]Qeiv. xfj xagdevia ret
jtQCOxsla vefimv). Denn wer dazu imstande ist, sagt er, und seine
Ehre drein setzt, sein Fleisch jungfräulich zu bewahren, tut besser;
wer dazu aber nicht imstande ist, sondern in aller Form es ver-
heiratet und nicht heimlich schändet, tut gut (o yctQÖvvdfievog, g)>/oi,
xai (piloxi[iovii£vog xrjQüv xi]v tavxov odgxa Jtaod-spov, xgelx-
xov Jioiei' o öe fitj övvdtievog. yafdCcov^ öe vofiif/cog, xcu ///)
Xa&gocpfrogwv, xalmg).
1) Wie die Übersetzung zeigt, stimme ich vollständig Micken berger
bei, der zu dem stets transitiv gebrauchten yafxit,u>v das vorausgehende
rtyv havxov oä.Qxa oder ein dem Sinne nach ähnliches Object ergänzt
(a. O. S. 53 A. 1).
IX. Methodius von Olympus. K>5
Wer dieses Kapitel unbefangen liest, wird zugeben müssen,
daß hier Methodius auch den Jungfrauen, die ein Keuschheits-
gelübde abgelegt haben, den Rücktritt und den Abschluß einer
gesetzlichen Ehe offen läßt. Seine Worte sind für sich selbst
Deutung genug. Es sei aber doch auf die Tempora jtaQeXrjlv-
d-oraq und tlo^avcov aufmerksam gemacht; der Apostel weist
solche ab, die in den Jungfrauenstand schon eingetreten sind,
ihn gewählt haben, nicht erst eintreten und wählen wollen. Ihr
Verharren im Stande trotz ihrer Unlauterkeit erklärt er aus
Ruhmsucht, Scham und Menschenfurcht, da sie sonst ihre Un-
fähigkeit gestehen und heiraten würden. Methodius geht von
der Voraussetzung aus, die er bei Paulus findet, daß die Be-
wahrung der Keuschheit physisch und moralisch unmöglich wer-
den kann1, und für diesen Fall gestattet er, wie er glaubt, im
Einvernehmen mit Paulus, die Verheiratung trotz vorausge-
gangenen Virginitätsgelübdes, und zwar betrachtet er sie nicht
etwa bloß als das geringere Übel, als die leichtere Sünde gegen-
über der Unzucht, sondern als moralisch positiv gute Handlung
(xaXcöc).
Die Stelle ist auch, soviel ich sehe, noch nie anders ge-
deutet worden, von den ersten Herausgebern des Symposion,
Leo Allatius, Possevin,Combefis bis auf Pankow2 und Jos.
Sickenberger3, die sich zuletzt damit befaßten, ohne aber
weitere Bemerkungen daran zu knüpfen, was sich jenem, der die
Lehre des hl. Methodius behandelt, näher gelegt hätte als diesem,
dem es nur um die Deutung der paulinischen Wendungen aö%r}-
{(ovtlv Ixi T?jv jcag&svov avtov und yafil^siv zu tun war. Man
hat der Stelle überhaupt keine oder wenig Beachtung geschenkt,
nachdem schon die ersten Herausgeber an der weitgehenden
Concession des Methodius erschrocken sind. Combefis warnt
1) Man erinnere sich nun an das, was Weckesser von Cyprian
schreibt: „Wie kann der Heilige bei manchen gottgeweihten Jungfrauen
eine moralische Unmöglichkeit, beharrlich zu bleiben, supponieren und
daraufhin die Ehe raten, eine Ansicht, die mit der Schrift in direktem
Widerspruch steht?" (oben S. 81). Wenn Methodius diese Anschauung
sogar aus den Worten Pauli herausliest, so wird sie auch bei Cyprian
nicht unmöglich sein.
2) Katholik 1S87. II, 240.
3) Bibl. Zeitschr. 1905, S. 521'.
\()Q Koch, Virgines Christi.
vor Mißbrauch und Leichtgläubigkeit hinsichtlich des Nicht-
könnens1. Allatius aber hat seiner Editio princeps (Rom 1656)
eine Handschrift zu Grunde gelegt, in der die Stelle xov [ihvroi
avTOXQazoQixqj etc. lautet: xal [irjv avO-cugtrcoc XQivovxac öl
roiovToc jiaga t?]V sjcayysliav avtcöv, xal turj tyovrsq avayxtjv.
Öjtsq toxi x.r.X. (S. 90). Dadurch wäre nach Combefis (Migne
18, 84) angedeutet, „eam indulgentiam Pauli, ut qui habet neces-
sitatem et patitur stimulos ac aegre continet, conjugium ineat,
nee illo peccet, illis dumtaxat prodesse cjui se voto non obstrinxe-
runt: aliis nee ipsam necessitatem excusationi fore, ne suo ipsi
judicio condeninati sint."
Diese Lesart besagte also das Gegenteil von der anderen und
enthielte die Verurteilung der Ehe einer gottverlobten Jungfrau.
Allein daß nicht dieser, sondern der oben gegebene, von Migne
abgedruckte combefisianische Text, der durch drei Handschriften
(codex Vaticanus, Barberinianus, Mazarinaeus) geboten wird, der
richtige ist, kann keinen Augenblick zweifelhaft sein2. Denn es
leuchtet von selbst ein, daß später niemand ein Interesse daran
hatte, einen auf Verbot einer solchen Ehe lautenden Text in eine
Erlaubnis abzuändern, wohl aber einem die Versuchung kommen
konnte, aus der Erlaubnis ein Verbot zu machen, um so Kon-
formität mit der kirchlichen Praxis herzustellen. Die Änderung
war aber nicht einmal glücklich angebracht. Denn, wie wir
oben sahen, macht Methodius seine Concession nicht erst von
den Worten rbv [isvroi etc. an, sondern schon vorher.
Auch scheint bei der allatianischen Lesart das Eheverbot
durch das nachfolgende xal ,«/) h^ovreq avayxi]v wieder restrin-
giert zu sein. Daß es sich aber um solche handelt, die avayxtj
leiden und im „Eunuchismus" nicht verharren können, ist ja
im vorausgehenden Satze gesagt. Wozu also ein Verbot, das
eigentlich sofort durch die Einschränkung wieder aufgehoben
1) Abgedruckt bei Migne 18, 85 f.
2) Allatius gibt keine nähere Beschreibung der, wie es scheint, in
seinem Privatbesitz befindlichen Handschrift (S. 323 sagt er betreffs des
Titels der Schrift: in meo sie habetur), wie er auch ihr Verhältnis zu
cod. Vat. und Barb. nicht charakterisiert. Daß er sonst keine Varianten
mitteile, wie Preuschen in Harnacks „Überlieferung und Bestand der
altchristlichen Literatur" 18! '3 S. 469 behauptet, ist irrig, da solche an-
hangsweise beigefügt sind.
X. Die Synode von Ancyra. 107
wird? Endlich ist zu beachten, daß bei der allatianischen Lesart
das folgende rovrco öia[uZZco(itvcp x.r.X. völlig in der Luft hängt.
Methodius gestattet also, wie Cyprian, einer Jungfrau, die das
Gelübde nicht halten zu können erklärt, die Eingehung einer Ehe.
X. Die Synode von Ancyra.
Im Jahre 314 bestimmt die Synode von Ancyra in can. 19:
°()ooi xagftsviav ljrayytXl6iuei>oi afrsrovoi ttjv sjcayysXiav
xov rä)V öiyccficov oqov ixjilr]Q0VTCo6av rag [itvxoi Gvvsqxo-
(itvag jrag&evovg ttolv cog aötlfpag excoZvoafiev1. Der Sinn
dieser Bestimmung ist nicht zweifelhaft: Jünglinge und Jung-
frauen, die Virginität geloben und dann das Gelübde durch eine
Ehe — nur eine solche kann gemeint sein, nicht Unzuchtssünden,
die viel schwerer bestraft wurden — brechen, haben die auf die
snccessive Bigamie gesetzteKirchenbuße zu erstehen. Diese währte
nach Basilius ein Jahr'2, nach der Synode von Laodicea can. 1
„kurze Zeit"3. Daraus folgt, daß eine nach Ablegung des Keusch-
heitsgelübdes eingegangene Ehe zwar als rechtlich gültig, aber
wie die zweite Ehe als moralisch minderwertig, jedoch nur als
geringes Vergehen betrachtet wurde. Vergleichen wir die Straf-
bestimmung mit den auf andere Vergehen gesetzten Strafen, z. B.
den sieben Jahren wegen Ehebruchs gleich im nächsten Canon
derselben Synode, so sehen wir, daß die als Quasi -Bigamie
gefaßte Ehe einer gottgeweihten Jungfrau wirklich nicht als
schwere Sünde, sondern nur als leichter Makel gewertet wurde.
Somit entfernt sich das Urteil der Synode von Ancyra von dem
des hl. Methodius und des hl. Cyprian nicht gar weit.
Der zweite Teil des Canons verbietet das Syneisaktentum,
und zwar läßt die kategorische Fassung durchblicken, daß die
Bischöfe entschlossen sind, dem Verbot durch eventuellen Aus-
schluß aus der Kirche Nachdruck zu geben. Wir erinnern uns,
daß auch der Bischof von Karthago das Zusammenleben von
Jungfrauen und ledigen Männern aufs schärfste verurteilt und
bei Hartnäckigkeit mit Exkommunication bestraft hat (oben S.85).
1) Hefele, Konziliengeschichte2 I. 339.
•_'i .\.l A.mphiloch. Epist. L99 can. 18 (Migne I'. <!. 32, 718).
:>) lli'fele, EonziliengeBch.2 I, 750.
1()8 Koch, Virgines Christi.
Der Canon von Ancyra über die Ehen Gottverlobter lautet
so klar und zwingend, daß auch Weckesser1 keine andere Deu-
tung versucht, vielmehr die oben gegebene noch aus der Er-
klärung des hl. Basilius erhärtet und die Behauptung Balsa-
ruons und van Espens, daß nur „Ordenskandidatinnen", nicht
„Profeßschwestern" gemeint seien, sowie mißglückte Interpre-
tationen von Suarez und Bellarmin abweist. Er selber irrt bloß
insofern, als er darin eine Abweichung der orientalischen Dis-
ciplin von der abendländischen erblickt, da jene das Gelübde der
gottgeweihten Jungfrauen als einfaches, diese aber als feierliches
behandelt hätte.2
1) Archiv f. KR. 1896, S. 335 ff.
2) „Um Mißverständnisse zu verhüten" betont Weckesser noch,
daß das Resultat, betreffs der griechischen Disciplin nicht auf andere
Kreise ausgedehnt werden dürfe und behauptet: „Daß auch die orienta-
lische Kirche die Solemnität der Keuschheitsgelübde in den ersten Jahr-
hunderten kannte, beweist ihre Disciplin der ungetreuen Witwen oder
Diakonissen. Ihr Gelübde war ohne Zweifel solenn" (S. 339). Er weiß
aber dafür nur auf die kanonischen Briefe des hl. Basilius can. 6 und 24
zu verweisen, ohne indes näher darauf einzugehen. Da die Frage nicht
zu unserem Thema gehört, will ich mich hier auch nicht ausführlicher
damit befassen, sondern nur soviel bemerken: 1. Aus den Worten des hl.
Basilius ist keinesfalls irgend etwas für die Disciplin der ersten drei Jahr-
hunderte zu folgern. 2. In can. 6 sind unter den xavovixai nicht Witwen,
sondern Jungfrauen zu verstehen (vergl. Sokrates, Hist. eccl. I, 17. Migne
P. G. 67, 121 A: zaq naQ&irovq räq ävayeyQaufiävag iv rö rü)v ixx?.rjaiCov
xavbvi) und zum richtigen Verständnis muß auch can. 26 herangezogen
werden, wie überhaupt die basilianischen Bußbriefe im Zusammenhang
ins Auge gefaßt werden müssen, wenn man ihren Sprachgebrauch eruieren
will. 3. Ein Vergleich der Art und Weise, wie Basilius von den Witwen
spricht, mit seinen Worten über die Jungfrauen (ep. 18S der class. IE
can. 6. Migne P. G. 32, 673 B; ep. 199 can. 18, M. 717/18; can. 24. M. 724 Bi
zeigt zur Genüge, daß Witwen überhaupt kein Gelübde ablegten, wenn
gleich ihre Wieder Verheiratung verpönt war. Mit Solemnitätsgelübden
der griechischen Kirche ist es also in den ersten Jahrhunderten nichts.
— Was die männlichen Asceten anlangt, so waren ihre Gelübde so wenig
und noch weniger als die der Jungfrauen öffentlich abgelegte oder trennende
Ehehindernisse. Auch private Gelübde scheinen sie nicht allgemein gemacht
zu haben. Der can.l9von Ancyra setzt sie mit seiner masculinischen Fassung
freilich voraus (vergl. Methodius, S. 101 unten, und die Briefe Ad vir-
gines, S. 100). Aber noch Basilius sagt in can. 19 (ep. 199 Migne 32,7200):
avögihv Se öfioXoyiaq ovx eyrio/xev, 7t?J/v el iu] tiv£~ kavtovQ rö> x&yfiaxi
Schlußwort. 1Q9
Schlußwort.
Die Resultate unserer Untersuchung lauten anders und geben
ein anderes Bild von der Behandlung der gottgeweihten Jung-
frauen und ihrer Gelübde in den ersten drei Jahrhunderten, als
man es sich gewöhnlich entwirft. Einen Unterschied von öffent-
lichen und privaten Gelübden, von „vota sollemnia" und „simplicia",
eine öffentliche Gelübdeablegung vor Bischof und Gemeinde
oder auch nur vor dem Bischof, hat es nicht gegeben. Die Ge-
lübde waren rein privater Natur. Die betreffenden Jungfrauen
verpflichteten sich vor Gott durch einen festen Entschluß, ein
ernstliches Versprechen, ein Gelübde, aus dem aber keinerlei
kirchenrechtliche, sondern nur sittliche Konsequenzen gezogen
wurden. Eine Verletzung der Keuschheit durch Übertretung
des sechsten Gebotes war Gelübdebruch und qualiticierte Un-
zucht, eine Art Ehebruch und Sacrileg, und wurde schwer
bestraft. Die mit dem Gelübde übernommene Ehelosigkeit aber
sollte jedes Zwanges bar, ein Gott fortgesetzt völlig freiwillig
dargebrachtes Opfer sein. Der Rücktritt stand im Notfalle offen.
Eine nach der Gelübdeablegung geschlossene Ehe war recht-
lich gültig und erschien auch unter gewissen Umständen als sittlich
zulässig, gar nicht oder nur leicht sündhaft und strafbar, zum
mindesten im Verhältnis zur Unzucht als das kleinere Übel. Der
Rücktritt stand also rechtlich und moralisch offen, war aber
Fleischesschwäche und ein Abfall vom Ideal. Schleiertragen war
weder Vorschrift noch allgemeine Übung, von einem liturgi-
schen Akt der Schleierübergabe ist so wenig als von öffentlicher
Gelübdeablegung die Rede. Die Jungfrauen blieben, wie be-
kannt, im Familienkreise, sollten aber in strengster Eingezogen-
zt'iv [tova'QövTojv iyxaxtiol&urjaav. Daß er aber damit nicht etwa bloß die
öffentliche, sondern eine (.Gelübdeablegung überhaupt in Abrede zieht,
folgt daraus, was er sofort weiter von den Mönchen sagt: di xaxa xd oho-
niofAEvov öoxoiai nagadeöe/ßaL xitv dya/uiuv. Diese legen also auch kein
Gelübde ab, nicht einmal durch einen formellen inneren Akt, sondern man
nimmt nur an (äoxovoi), daß sie mit dem Mönchsstande sich für Ehe-
losigkeit verpflichten wollen. Basilius empfiehlt dann, künftig sie zu
fragen und ihnen, wie den Jungfrauen, ein formelles und öffentliche
lübde abzunehmen.
HO Koch, Virgines Christi.
heit leben und sieh dem Gebet und anderen guten Werken
widmen. Das Syneisakteutum war seit dem dritten Jahrhundert
streng verboten, trat aber in dieser oder jener Form immer wie-
der zu Tage. Auch grobe Fleischessünden gottgeweihter Jung-
frauen hatte die Kirche nicht selten, bisweilen sogar Verstockt-
heit und Unbußfertigkeit zu beklagen.
In diesen wesentlichen Punkten waren Morgen- und Abend-
land einig. Der große Kirchenmann von Karthago, der hl. Cy-
prian, und der feingebildete Bischof von Olymp, der hl. Metho-
dius, in gewissem Sinne auch das Concil von Elvira und die
Synode von Ancyra reichen sich hierin die Hand.
Für beide Kirchenhälften bahnte dann das vierte Jahrhundert
eine Erweiterung derDisciplin an. Sie steht im Zusammenhang mit
der Veränderung des ganzen Welt- und Kirchenbildes, die in jenem
Jahrhundert eintrat. Das Christentum, die katholische Kirche,
wurde vom Staat zuerst anerkannt, dann begünstigt, schließlich
privilegiert und für alleinberechtigt erklärt. Die Schranken
waren gefallen, die Kirche konnte sich nach außen und innen
entwickeln, ihre Anlagen entfalten, ihre Kräfte allseitig wirken
lassen. Die Massen strömten in die Kirche ein, aber der Quantität
entsprach nicht auch die Qualität, der Zahl nicht auch der Geist.
Namenchristen machten sich breit. Der Zudrang zum jungfräulichen
Stande wurde größer, zahlreicher aber auch in ihm die zweifel-
haften Elemente, die zurZeit der Versuchung abfielen und dem himm-
lischen Seelenbräutigam einen irdischen Ehegemahl vorzogen. Hei-
raten gottgeweihter Jungfrauen kamen früher schon vor, aber sie
waren doch verhältnismäßig selten — seltener als Fehltritte in
schwacher Stunde — und konnten geduldet werden, umsomehr, als
große Strenge die Gefahr des Abfalls vom Glauben geweckt hätte.
Jetzt wurden die Fälle häufiger, beschämender, skandalöser. Sie
kompromittierten die Kirche. Die Gesetzgebung mußte eintreten
und principiell regeln, was früher frei gehandhabt und von Fall
zu Fall nach den Regeln der Billigkeit und Klugheit entschie-
den worden war. Kanon und Paragraphen ersetzten, was an
Geist ausgeströmt war, Strafen erzwangen, was Liebe und idealer
Schwung nicht mehr wirken wollten. Die Kirche war mächtig
geworden und konnte sichs leisten, Abfall war weniger oder
kaum mehr zu befürchten. Man war dabei überzeugt, nur im
Sinne der heiligen Schrift zu handeln und die apostolische Über-
Schlußwort. Hl
lieferung zu wahren. Aber auch abgesehen davon — je größer
ein Institut, je zahlreicher eine Gesellschaft wird, umso weniger
kann sie ohne geschriebene Normen bestehen, um so häufiger
muß sie sich immer wieder auf ihre Aufgaben und Pflichten
besinnen. Das gilt von der Kirche im Großen, wie von ihren
einzelnen Institutionen.
Daß das Gesagte nicht ein Produkt der Phantasie, sondern
Bild geschichtlicher Wirklichkeit ist, zeigen uns die von der
zweiten Hälfte des vierten Jahrhunderts an sich häufenden Ge-
setzesbestimmungen, deutet uns das Wort eines Mannes an, der
selbst am Strome der Entwicklung stand und sie mächtig ge-
fördert hat. Der hl. Basilius schreibt nämlich: ,'E[iol ös öoxti,
Ijti-iör] t% xov &sov xaQiti Jigotovöa >) 'ExxZiyoia xgazaioTSQa
yiviTcu, xal xZrj&vvszca vvv %b rayfia rcöv jcaQ&tvcov, jiQoöt-
%tiv dxQißSg xcä re xax Ivvoiav cpaivofisvq? jcQayfian xal
rfj rijg rgacprjq diavoia."1
So setzen im vierten Jahrhundert verschiedene Änderungen
ein, ohne jedoch mit einem Schlag überall durchzudringen und
eine allgemeine Gleichförmigkeit herbeizuführen. Die Gelübde-
ablegung wurde öffentlich vorgenommen, mit liturgischer Feier-
lichkeit umkleidet und ■ — im Orient viel später als im Abendland
— mit Schleierübergabe verbunden. Vorausging eine Probezeit
derer, die sich zum jungfräulichen Stande entschlossen und per-
sönlich bereits verpflichtet hatten. Damit ist der Anfang zum
Unterschied zwischen privaten und öffentlichen, einfachen und
feierlichen Gelübden gemacht. Die Nichtverschleierten oder Kan-
didatinnen konnten eine rechtsgültige Ehe schließen, wurden
aber dafür mit leichter Strafe belegt. Die Verschleierten oder
Professen wurden bei Eingehung einer Ehe viel schwerer be-
straft und mußten die eheliche Gemeinschaft aufgeben. Bezüg-
lich der Rechtsgültigkeit dieser Ehen können wir kaum mehr
ins Reine kommen. Man war sich lange Zeit selber nicht klar;
die Stimmen, selbst die derselben Persönlichkeiten, begünstigen
bald die eine, bald die andere Auffassung. Die Zeit der Un-
sicherheit und des Schwankens endet aber in der abendländi-
schen wie in der orientalischen Kirche mit der Rechtsanschauung,
li Ep. L99 (class. U) can. L8, Migne V. G. 32, 717 B.
112 Koch, Virgines Christi.
daß das „votum sollemne" im Unterschied vom „votum simplex"
ein „trennendes Ehehindernis" begründe1.
Mit den Keuschheitsgelübden ging es ähnlich wie mit dem
klerikalen Cölibat, der auch ursprünglich Sache freier Übung
war und dann im Westen gesetzlich festgelegt wurde. Während
aber in der Cölibatsfrage die lateinische und griechische Kirche
auseinandergingen, indem diese bei der alten Praxis verharrte,
jene einen neuen Weg einschlug, nahm die Entwicklung der
Virgiuitätsgelübde in beiden Kirchenhälften denselben Verlauf.
1) Vergl. Fr ei sen, Gesch. d. kanon. Eherechts S. 694 und 718.
Vering, Lehrbuch des katholischen, orientalischen und protestantischen
Kirchenrechts. 3. A. 1893. S. 972.
Verlag der J. C. HIJNRICHS'schen Buchhandlung in Leipzig.
TEXTE MD UNTERSUCHUNGEN ZUR GESCHICHTE DER
ALTCHRISTLICHEN LITERATUR
Herausgegeben von 0. von Gebhardt und A. Harnack.
Fortsetzung von der zweiten Umschlagseite.
Klostermann, E., Über d. Didymus v.Alexandrieu
in epistolas canonicas enarratio. s S. (Mit
Koetschau und Harnack. NF. XIII, 2)
Knopf, R., Der erste Clemensbrief. Untersucht
u. herausg. IV, 194 S. 1899. (NF. V, 1) M. 6 —
Koetschau, P„ Zur Textkritik von Origenes'
Jobannescommentar. 76 S. 1905. (Mit Har-
nack und Klostermann. NF. XIII, 2.) M. 3—
Kraatz, W., Koptische Akten zum ephesinischen
Konzil (431). Übersetzung U.Untersuchungen.
VIII, 220 S. 19C4. (NF. XI, 2) M. 7 —
leipoldt, J., Didymus der Blinde von Alexandria.
III, 148 S. 1905. (NF. XIV, 3) M. 5.—
— Schenute von Atripe und die Entstehung
d. national ägypt. Christentums. X, 214 8.
1903. (NF. X, 1) M. 7 —
— Said. Auszüge aus dem 8. Buche d. apost.
Konstitut. II, G2 S. 1904.
(NF. XI, lb) M. 2 —
Nestle, E., Kirchengeschichte d.Eusebiusa.d. Sy-
rischen. X, 296 S. 1901. (NF. VI, 2) M. 9.50
Preuschen, E. , Eusebius' Kirchengeschichte
Buch "VI u. VII aus d. Armenischen übersetzt.
XXII, 109 S. 1902. (NF. VII, 3) M. 4 -
R esch, A., Agrapha, aussercanonische Schrift-
fragmente. Gesammelt und untersucht und in
zweiter, völlig neu bearbeiteter, durch alt-
testamentliche Aarapha vermehrter Auflage
herausgegeben. Mit 5 Registern. XVI, 42G S.
1906. (NF. XV, 3/4) M. 10 —
— Der Paulinismus u. die Logia Jesu in
ihrem gegenseitigen Verhältnis untersucht.
VIII, 656 j§. 1904. (NF. XII. Bd.) M. 20 —
Resch, G., Das Aposteldecret nach seiner ausser-
kanonischen Textgestalt untersucht. V, 179 S.
1905. (NF. XIII, 3) M. 5.50
Schermann, Th., Die Geschichte der dogma-
tischen Florilegien vom V.— VIII. Jahrhun-
dert. VI, 104 S. 1904. (NF. XIII, 1) M. 3.50
Schmidt, C, Die alteu Petrusakton i. Zusammenb.
d. apokr. Apostellit. untersucht. Nebst e. neu-
entdeck. Fragm. VIII, 176S.1903.(NF.IX,1)M.6—
Schmidt, C, Plotin's Stellung z. Gnosticismusund
kirchl. Christentum. X, 90 S. — Fragm. einer
Schrift d. Märt.-Bisch. Petrus v. Alexandrien.
50 S. 1900. (Mit Stählin NF. V, 4) M. 5 —
Schubert, H. v., D. sog. Praedestinatus. Beitrag z.
Gesch. d. Pelagianismus. IV, 147 S. 1903.
(NF. IX, 4) M. 4.80
Schultze, K., Das Martyrium des heiligen Abo
von Tifiis. 41 S. — (Mit Harnack und Auear.
NF. XIII, 4.) M. 4.50
Seeck, 0., Die Briefe des Libanius. Zeitlich ge-
ordnet. VI, 496 S. 1906. (NF. XV, 1/2) M. 15 —
Sickenberger, J., D. Lukaskatene d. Niketas v.
Herakleia unters. 1902. (NF. VII, 4) M. 4—
— Titus von Bostra. Studien zu dessen Lukas-
homilien. VIII, 268 S. 1901. (NF.VI.l) M. 8.50
Soden, H. von, Die Cyprianische Briefsammlung.
Gesch. ihrer Entstehung u. Überlieferung.
VIII, 268 S. u. 2 Tab. 1904. (NF. X, 3) M. 10.50
Stählin, 0., Zur handschriftl. Überlief, d. Clem.
Alexandrinus. 8 S. 1900. (s. Schmidt)
Steindorff, G., Die Apokalypse d. Elias, e. unbek.
Apok.u. Brückst. d.Sophonias-Apok. X, 190 S.
Mit lLichtdr.-Taf. 1899. (NF. II, 3a) M. 6.50
Stülcken, A., Athanasiana. Litteiar- u. dogmen-
gesch. Unters. VIII,150S. 1899. (NF.IV,4)M. 5 —
Ter-Minassiantz, Erw., Die armen. Kirche in ihren
Beziehungen z. d syr. Kirchen bis z. Ende
des 13. Jahrh. Nach den armen, u syr. Quellen
bearb. XII, 212 S. 1904. (NF. XI, 4) M. 7.50
Urbain, A., Ein Martyrologium d. christl. Ge-
meinde zu Rom am Anfang des V. Jahrh.
Quellenstudien z. Gesch. d. röm. Märtyrer .
VI, 266 S. 1901. (NF. VI, 3) M. 8.50
Waitz, H., D. Pseudoklementinen, Homilienu. Re-
kognitionen. 1904. VIII,396S.(NF. X,4) M. 13 —
Weiss, B., D. Codex D i. d.Apostelgesch.Textkrit.
Unters. IV, 112 S. 1897. (NF. II, 1) M. 3.50
— Textkritik der vier Evangelien. VI, 246 S.
1899. (NF. IV, 2) M. 8 —
Wobbermin, G., Altchristi, liturg. Stücke aus der
Kirche Aegyptens nebst einem dogmat. Brief
d. Bischofs Serapion v. Thmuis. 36 S. 1899.
(Mit Jeep NF. II, 8b M. 2—) einzeln M. 1.50
Wrede,W.,DieEchtheitdes2.Thes8. -Briefs unter-
sucht. VIII, 116 S. 1903. (NF. IX, 2) M. 4 —
Die Erste Reihe (Band I—XV) der Texte und Untersuchungen etc. M. 380 —
Die Zweite Reihe (Band XVI-XXX) „ „ „ ., „ M. 3
In gute Halbfranz-liililiotliiksbde. (I. Reihe 17 Bde., IL Reihe 16 Bde.) zu je M. 2.50 geb. vorrätig.
Ausführliches Inhaltsverzeichnis steht zu Diensten.
TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN
ZUR GESCHICHTE DER
ALTCHRISTLICHEN LITERATUR
ARCHIV FÜR DIE VON DER KIRCHENVÄTER-COMMISSION
DER KGL. PREUSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UNTERNOMMENE
AUSGABE DER ÄLTEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER
HERAUSGEGEBEN VON
ADOLF HAMACK und CARL SCHMIDT
DRITTE REIHE — ERSTER BAND 2. HEFT
DER GANZEN REIHE XXXI, 2
LEIPZIG
J. C. HINRICHS'sche BUCHHANDLUNG
1907
PROPHETEN-
UND
APOSTELLEGENDEN
NEBST
JUNGE R KATALOGEN
DES DOROTHEÜS UND VERWANDTER TEXTE
BEARBEITET
VON
D. THEODOR SCHERMANN
PRIVATDOZENT A. V. UNIVERSITÄT MÜNCHEN
f$P
LEIPZIG
J. C. HINRICHS'sche BÜCHHANDLUNG
1907
Titel und Inhalt zu Band XXXI der „Texte und Untersuchungen'
liegen diesem Hefte bei.
Verlag der J. C. HINEICHS'schen Buchhandlung in Leipzig.
DIE GRIECHISCHEN
CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER
DER ERSTEN DREI JAHRHUNDERTE
Herausg. v. d. Kirclienväter-Commission der Kgl. Preuss. Akademie der Wissenschaften
Bisher erschienen:
AdamantiuS. Der Dialog neql r^q eiq 9sov ÖQ&fjq nlaxsujq. Herausg. v. W. H. van
de Sande Bakhutzen. Mit Einleitung u. dreifachem Register. (195/s Bogen.)
1901. M. 10 —
Clemens AlexandrinilS. Protrepticus und Paedagogus. Herausgegeben von Otto
Stählin. Mit Einleitung und dreifachem Register zu den Scholien. (27 l/t Bogen).
[Clemens Alexandrinus Bd. I] 1905. M. 13.50
— Stromata Buch I — VI. Herausgegeben von Otto Stählin. Mit Einleitung. (333/8
Bogen). [Clemens Alexandrinus Band II] 1906. M. 16.50
EusebillS. Über Constantins Leben. — C's Rede an die Heilige Versammlung. —
Tricennatsrede an Constantin. Hrsg. v. J. A. Heikel. Mit Emleitg. u. dreif. Reg.
(29 Vs Bogen). [Eusebius Band I] 1902. „ M. 14.50
— Die Kirchengeschichte mit der lateinischen Übersetzung des Rufinus. Heraus-
gegeben von Ed. Sohwartz und Th. Mommsen (f). I. Hälfte (317/s Bogen).
[Eusebius Band II, i] 1903. .. *M. 16 —
— Das Onomastikon der biblischen Ortsnamen, mit der lateinischen Übersetzung
des Hieronymus. Hrsg. von E. Klostermann. Mit Einleitung, doppeltem
Register und einer Karte von Palästina. (153/8 Bogen.) 1904. [Eusebius,
Band III, i] „ M. 8 —
— Die Theophanie. Die griechischen Bruchstücke und Übersetzung der syrischen
Ueberlieferung. Hrsg. v. H. Gressmann. Mit Einleitg. u. vierf. Reg. (155/s Bg-)
[Eusebius Band „III, 2] 1904. M. 9.50
— Gegen Marcell. Über die kirchliche Theologie. Die Fragmente Marcells. Hrsg. von
Erich Klostermann. Mit Einleitung und dreifachem Register. (18 Bogen).
[Eusebius Band IV] 1906. M. 9 —
HegemonillS.Acta Archelai. Herausgegeben von Charles Henry Beeson. Mit Ein-
leitung und vierfachem Register. (lF/s Bogen). 1906. M. 6 —
Buch Henoch. Herausgeg. von Joh. Flemming und L. Radermacher. Mit Ein-
leitung und vierfachem Register. (1174 Bogen). 1901. *M 5.50
Hippolyt. Kommentar zum Buche Daniel und die Fragmente d. Kommentars zum
Hohenliede. Herausg. v. G. N. Bonwetsch. — Kleine exegetische und homi-
letische Schriften. Herausgeg. von H. Achelis. (253/4 u. 20 Bogen). [Hip-
polyt. Band I] 1897. M. 18 —
Koptisch -gnOStiSChe Schriften. Die Pistis Sophia. Diebeiden Bücher des Jeu.
Unbekanntes altgnostisches Werk. Herausgegeben von Carl Schmidt. Mit
Einleitung und dreifachem Register. (2772 Bogen). [Koptisch-gnostische
Schriften Bd. I] 1905. M. 13.50
OraCUla Sibyilina. Bearbeitet von Joh. Geffcken. Mit Einleitung und doppeltem
Register. (18V2 Bogen). 1902. M. 9.50
Fortsetzung auf der dritten ümscblagseite.
PROPHETEN-
UND
APO STE LLE GENDEN
NEBST
JÜNGERKATALOGEN
DES DOROTHEUS UND VERWANDTER TEXTE
BEARBEITET
VON
D. THEODOR SCHERMANN
PRIVATDOZENT A.D.UNIVERSITÄT MÜNCHEN
LEIPZIG
J. C. HINRICHS'sche BUCHHANDLUNG
1907
TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN
ZUR GESCHICHTE DER ALTCHRISTLICHEN LITERATUR.
ARCHIV FÜR DIE VON DER KIRCHENVÄTER-COMMISSION
DER KGL. PREDSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UNTERNOMMENE
AUSGABE DER ÄLTEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER.
HERAUSGEGEBEN VON
ADOLF HARNACK und CARL SCHMIDT
31. BAND HEFT 3
Druck von August Pries in Leipzig.
Vorwort.
Veranlassung zu dieser Veröffentlichung wurde ein anonymes
griechisches Apostel- und Jüngerverzeichnis syrischer Heimat,
auf das ich im Herbst 1902 in zwei Handschriften der Vati-
kanischen Bibliothek gestoßen war (vgl. Oriens christianus II
1902, 315 A). Dieser legendarische Katalog war noch nicht ver-
öffentlicht und wich stark von den verwandten sog. Dorotheus-
und Hippolytustexten ab, so daß ich an eine Ausgabe dachte,
stellte aber den Plan mit Rücksicht auf eine Publikation, welche
Professor Geizer angekündigt hatte, zurück. Zufällig traf es sich,
dass der nunmehr verstorbene Geh. Hofrat D. Dr. Geizer im
Februar 1903 nach Rom kam. Als ich ihm den neuen Text vor-
legte, welcher auch ihm unbekannt war und bis heute geblieben
ist, bot er mir, da ihm andere Arbeiten nicht zu seiner geplanten
Ausgabe Zeit Hessen, die von ihm gemachten oder von einigen
seiner Freunde, wie M. Bonnet, G. Gundermann, E. Preuschen,
ihm überlassenen handschriftlichen Studien und Kollationen der
verwandten Dorotheus- und Hippolyttexte zu einer etwaigen
Ausgabe an.
Über die Art des Materials, welches Geizer mir zur Ver-
fügung stellte, kann ich mich hier kurz äußern. Die genauere
Beschreibung ist in dem Vorwort zur Ausgabe, welche gemäß
früherer Vereinbarung im Teubnerschen Verlag (noch diesen
Herbst) erscheint, zu ersehen. Seine Papiere enthielten durchweg
fast ganze Abschriften; er hatte nur die Dorotheustexte nach der
Ausgabe des Chronicon paschale verglichen. Ein Versuch, einen
Apparat zu entwerfen, war noch nicht gemacht, auch kein An-
haltspunkt zur Auffindung weiterer einschlägiger Literatur ge-
geben. Unter diesen Umständen war es dringend nötig, eine
Bearbeitung des ganzen Stoffes in Angriff zu nehmen, welche
ich hier nun vorlege.
Die Arbeit zerfällt in zwei Teile: Propheten- und Apostel-
legenden mit .lüngerverzeichnissen. Ihr Zusammenhang ist ein
IV Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
rein äußerlicher, indem er nur durch gleiche Verfassernamen her-
gestellt ist oder in den Handschriften durch Aufeinanderfolge
der beiden Serien zutage tritt. Die Prophetenlegenden, weit
älter als die Apostel- und Jüngerlisten, wurden dazu verwendet,
um jüngere Legendenbildung mit teilweise tendenziöser politischer
oder religiöser Bedeutung unterzubringen. Befördert und er-
leichtert war diese Verbindung dadurch, daß der Grundstock
der legendarischen Apostellisten sich in der Heimat der Pro-
phetenlegenden bildete, in dem für die christliche Roman- und
Legendenbildung so fruchtbaren Syrien.
Die Prophetenlegenden erheischten in sprachlicher wie reli-
gionsgeschichtlicher Beziehung besonderes Interesse; nicht nur
reichen sie in ihrer jetzigen Gestalt in die ersten christlichen
Jahrhunderte zurück, sondern ihre ursprüngliche jüdische Ab-
fassung kann nicht in Abrede gestellt werden. Daher waren bei
ihnen ähnliche Fragen aufzuwerfen und zu beantworten wie bei
den in mancher Hinsicht verwandten Testamenten der 12 Patri-
archen und andern Stücken jüdisch -palästinensischer Literatur
wie dem Martyrium Isaiae und einigen Stücken des 2. Makkabäer-
buches. Vielleicht dürfen jetzt diese vitae prophetarum be-
anspruchen, in die Literaturgeschichten der jüdisch-hellenistischen
Zeit aufgenommen zu werden.
Der 2. Teil, die legendarischen Apostelkataloge mit Jünger-
listen, mußte zunächst auf Kriterien einer sicheren Datierung
geprüft werden. Das im sog. Dorotheustexte angegebene Datuni,
welches bisher fast ausschließlich bestimmend war, diese Verzeich-
nisse in das 5. — 6. Jahrhundert zu verlegen, erwies sich als un-
haltbare Fälschung. Andere Kriterien veranlaßten eine neue
Aufstellung der Datierungs- und Abhängigkeitsverhältnisse,
welche die einzelnen Texte in jüngere Zeit verwies. Xeben der
zeitlichen Fixierung waren aber lokale Einflüsse zu berücksich-
tigen, welche sich in den mannigfachen Apostelreihen, in den
"Überlieferungen über die Missionen und die Todesarten der
Apostel, in den Namen der 70 Jünger äußerten. Sowohl in den
legendariscben Apostelverzeichnissen wie in den Jüngerlisten
machte Syrien den Anfang, dessen Produkte in Ägypten und der
byzantinischen Landeskirche Aufnahme fanden, wo sie zweckent-
sprechend umgestaltet und mit neuen Traditionen versehen wurden.
Vorwort. V
Daher wurden die syrischen Texte, soweit bisher bekannt,
zur Bearbeitung sowohl der Propheten- wie Apostel- und Jünger-
legenden beigezogen. Einige von ihnen waren in modernen
Übersetzungen zugänglich, einen Text bei Agn. Sm. Lewis [Studia
Sinaitical] übersetzte mir mein Freund Hofstiftsvikar Dr. C.Julius
als ich noch nicht der syrischen Sprache soweit mächtio- war,
um korrekt übersetzen zu können; zwei andere übertrug ich dann
selbst (die vitae prophetarum in Nestles Ausgabe, und jene in
der phototypischen Wiedergabe des codex Syro-Hexapl. Am-
brosianus). Da aber noch nicht alle handschriftlich bekannten
syrischen Texte ganz ediert sind, so wäre es eine verdienstvolle
Aufgabe der Patrologia Syriaca, sich ihrer zu bemächtigen.
München, Juli 19U7. Th. Seh.
VI
Inhaltsverzeichnis.
Seite
I. Teil. Prophetenlegenden 1
1. Kapitel. Überlief erungsgeschichte der Texte 2
§ 1. Die erste Epiphaniusrecension in Paris, gr. 1115 2
§ 2. Der Dorotheustext 0
§ 3. Die zweite Epiphaniusrecension 14
§ 4. Der anonyme Text in Vatie. gr. 2125 und dessen Genossen . 15
§ 5. Die sog. Scholienrecension 19
§ 6. Die Recension in den griechischen Menologien und Synaxarien 21
§ 7. Lateinische vitae prophetarum 22
§ 8. Die dem Epiphanius von Cypern zugeschriebenen syrischen
vitae prophetarum 24
§ 9. Andere syrische Zeugen von vitae prophetarum 35
§ 10. Die Reihenfolge der Propheten 39
§ 11. Die Namenerklärungen der Propheten 42
2. Kapitel. Reeensionstypen und Reconstruktion einer
etwaigen Grnndsclirift 43
§ 12. Osee (46). § 13. Joel (48). § 14. Arnos (51). § 15. Abdias (53).
§ 16. Jonas (55). § 17. Michaeas (60). § 18. Nahum (61).
§ 19. Habakuk (62). § 20. Sophonias (67). § 21. Aggaeus (68).
§ 22. Zacharias (70). § 23. Malachias (72).
§ 24. Isaias (74). § 25. Jeremias (81). § 26.Ezechiel (89). § 27. Daniel (93).
§ 28. Nathan (99). § 29. Achias (102). § 30. Joath (Joad), Joam (104). § 31.
Zacharias, Jojadae filius(105). §32. Azarias(lOS). § 33. Elias" (109).
§ 34. Elisaeus (112). § 35. Homo Dei anonymus (114). § 36.
Symeon (114). § 37. Joannes Baptista (115). § 38. Anhang (115).
3. Kapitel. Alter und Wert der einzelnen Recensionen . . 116
§ 39. Christlich-messianische Tendenz der Texte 116
§ 40. Verhältnis der vitae prophetarum zur jüdischen Literatur . . 118
§ 41. Verhältnis der verschiedenen Recensionen zu einander . . . 126
II. Teil. Die Apostellegenden und Jüngerverzeichnisse
nebst den geschichtlichen Fälschungen des Doro-
theustextes 133
4. Kapitel. Die Überlieferungsgeschickte der Texte . . . 133
§ 42. Der Pseudo-Epiphaniustext 134
§ 43. Der sog. Dorotheustext 144
§ 44. Anhang: Über die Taufe der Apostel und Maria 149
§ 45. Der sog. Hippolyttext 153
§ 46. Ein anonymer griechischer Text syrischer Heimat .... 160
§ 47. Der Text in der Chronik des Ps. Symeon Logotheta .... 161
Inhaltsverzeichnis. VII
Seite
§ 48. Der Text in den griechischen Menologien und Syuaxarien . . 163
§49. Anhang: Über Judas Iscarioth 1G5
§ 50. Mischtexte zwischen Ps.Dorotheus,Ps.Epiphaniusu.Ps.Hippolytus lüö
§ 51. Kleinere griechische Texte in Keim und Prosa 168
§ 32. Lateinische verwandte Texte 169
§ 53. Syrische uud arabische Apostel- und Jüngerverzeichnisse . . 172
5. Kapitel. Die geschichtlichen Einlagen des Dorotueustextes 174
§ 54. Der sog. Prolog. Die Persönlichkeit des Märtyrers and Bischofs
Dorotheus 174
§55. Des Epilogs 1. Teil. Die Gründung d. Kirche v.Byzanz durchAndreas 182
§ 56. Des Epilogs 2. Teil. Die Bischofsliste von Byzanz 187
§ 57. Die im Epilog angegebene Datierung des Dorotheustextes . . 194
§ 58. Der Nachtrag zum Dorotheustexte 197
6. Kapitel. Namen und Reihenfolge der 12 Apostel . . . 198
§ 59. Die Apostellisten in den kanonischen Schriften des N. T. . . 198
§ 60. Ägyptische außerkanonische und kanonische Apostellisten . . 204
§61. Syrische Apostellisten 207
§ 62. Lateinische Apostellisten 216
§ 63. Griechisch-byzantinische Apostellisten 230
7. Kapitel. Die legendarischen und geschichtlichen Nach-
richten über die 12 Apostel und die Evangelisten in
den verschiedenen Texten und Recensionen .... 239
§ 64. Simon Petrus (240). § 65. Andreas (247). § 66. Jacobus Zebedaei
(253). § 67. Johannes Evangelista (257). § 68. Philippus (266).
§ 69. Bartholomäus (269). § 70. Thomas (272). § 71. Matthäus
(276). § 72. Jacobus Alphaei (278). § 73. Simon Zelotes (Caua-
näus) und Simon Judas (280). § 74. Thaddäus Lebbäus und
Judas Jacobi (282). § 75. Matthias (283). § 76. Judas Iscarioth «
(285). § 77. Marcus der Evangelist (285). § 78. Lucas der
Evangelist (288). § 79. Paulus (290).
8. Kapitel. Die Reihenfolge der 70 Jünger in griechischen,
lateinischen wie orientalischen Verzeichnissen . . . 292
§ 80. Clemens Alexandrinus und Eusebius über die 70 Jünger . . 293
§ 81. Die Ausbildung der Jüngerkataloge im 4., 5. und 6. Jahrh. . 298
§ 82. Die palästinensisch-syrischen Kataloge 3* '0
§ 83. Byzantinische und lateinische 70 Jüngerverzeichnisse .... 312
§84. Arabische Jüngerverzeichnisse 318
9. Kapitel. Die Jünger und ihre Bischofsitze im. 1 — 142 . 321
10. Kapitel. Alter, Entwicklungsgeschichte und Wert der
einzelnen Apostel- und Jüngerkataloge 340
Register: 1. Handschriftenverzeichnis
2. Stellenverzeichnis 356
3. Namen- und Sachregister 361
Nachträge und Berichtigungen : 1
1. Teil: Die Vitae prophetarimi.
Wer sich über den Stand hagiographischer Probleme unter-
richten will, wird zunächst nach der Bibliotheca hagiographica
der Bollandisten greifen. In unserem Falle sind in der griechi-
schen Abteilung * dieses hervorragenden Orientierungsmittels vier
Textgruppen, welche über Prophetenlegenden handeln, unter-
schieden. Die erste jedoch ist auszumerzen. Sie ist nämlich
die Schrift des Eusebius über die Namen und den teilweisen
Inhalt der Prophetenbücher2, welche in Cod. Vatic. gr. 2125 er-
halten ist. Sie enthält nichts Biographisches oder Legendarisches.
In der zweiten Gruppe, welche unter dem Namen des Epiphanius
von Cypern steht, sind anscheinend vier Texte untergebracht,
von denen aber die unter a) und c) aufgezählten identisch sind.
Beiden liegt eine HS Paris, gr. 1115 zugrunde. Der letzte
Herausgeber Eb. Nestle hatte nur die Reihenfolge der Pro-
pheten gegenüber seiner Vorlage umgeändert. In dieser Rubrik
hat noch fälschlicherweise ein Text Unterkunft gefunden, welcher
zwar durch C. Tischendorf mit dem sog. kürzeren Epiphanius-
text c) zugleich veröffentlicht, aber in der HS Coisl. 224 nicht
ihm beigelegt wurde. Als dritte Recensionsgruppe unterscheiden
die Bollandisten jene des Chronicon Paschale, welche aber mit
der vierten des Dorotheus, welche Fabricius aus ebendemselben
Chronicon mit Hilfe einer bekannten lateinischen Übersetzung
rekonstruierte, identisch ist.
1) Bruxelles 1895, S. 115.
2) 'Ex zöiv Evoeßiov zov IIafi<ptlov tieql zfjq zov ßißXlov zü>v tiqo-
<p>]zü>v övo/jaolag xal änö fxtQovq xl tzbqU%bi txaazo^. (Migne Patr.
gr. 22, 1201 f.)
Texte u. Untersuchungen etc. 31,3 1
2 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
1. Kapitel. Überlieferungsgeschichte der Texte.
In der Anordnung der folgenden Texte waltete nicht etwa
die Rücksicht auf etwaige Abhängigkeit derselben untereinander
und demgemäß auf eine stufenmäßige Entwicklung, vielmehr ist
eine solche erst das Resultat mühsamer Untersuchungen, sondern
die Bezugnahme auf die frühere oder spätere Aufmerksamkeit,
welche den Texten geschenkt wurde.
§ 1. Die erste Epiphaniusrecension in Paris, gr. 1115.
Am frühesten erhielt dieser Text Verbreitung durch die
Ausgaben von Alb. Torinus 1529, von Joachim Zehner 1612.
von Petavius 1622, wiederholt 1682, welch letztere dann in
der Sammlung von Migne (Patr. gr. 43, 393—413) abgedruckt
wurde. All diese Ausgaben gehen auf die einzige HS Cod.
Paris, gr. 1115 (anni 1276) zurück, eine andere dieses Textes
wurde bis jetzt nicht ausfindig gemacht. Auch Eb. Nestle '
hatte nochmals den Text nach einer Abschrift von Jeanjean und
nochmaligem Vergleich von Sam. Berger herausgegeben. Aufs
neue wurde die Handschrift von H. Geizer zu der geplanten
Ausgabe, ohne daß er eine der bisherigen Ausgaben gekannt
hätte, abgeschrieben. H. A. Hamaker2 hatte in seinem ge-
lehrten Werk über etwaige Quellen dieses Textes auch denselben
in ausgedehnter Weise an den geeigneten Stellen mitgeteilt.
Während in sämtlichen Ausgaben die Anordnung nach der ein-
zigen HS eingehalten wurde, beginnend mit a. NaO-av und
schließend mit xe'. 'icodvvtjq ßajiTiotrjg, hatte Eb. Nestle die
Ordnung anders gestaltet, so daß er die vier großen Propheten
voranstellte, denen die 12 kleinen folgen und dann erst der An-
hang mit Nathan, Achias, Joam, Azarias, Elias, Elisaeus, Sy-
1) Marginalien und Materialien Tübingen 1893, II. Abhandlung. Die
dem Epiphanius von Cjpern zugeschriebenen vitae prophetaruin. Vgl.
über die früheren Ausgaben J. A. Fabricius, Bibl. graeca, ed. Harless,
Hamburg 1802, VIII 271.
2) Commentatio in libellum de vifca et morte prophetaruin [Commen-
tationes latinae tertiae classis, instituti Regii Belgici Vol. V.] Amstelo-
dami 1833. Bereits A. Reland, Palaestina ex monumentis veteribus ülu-
strata Trajecti 1714 hatte öfters auf ihn bezug genommen, namentlich in
topographischer Beziehung.
1. tj herliefe rungsgeschichte der vitae prophetanrm. 3
meon, Jobannes Baptista, Zacharias und der abschließende Nach-
satz. Es scheint, daß Nestle nach einem syrischen Paralleltexte
neuredigierte, wenn ihm nicht diese Anordnung bereits durch
den Abschreiber Jeanjean zugeschickt wurde, wodurch vielleicht
die sonderliche Zählung und verwirrende Angabe der Blätter der
HS verursacht war.
Zunächst sei das Verhältnis der drei frühesten griechischen
Ausgaben näher untersucht. Die dritte Ausgabe, von Petavius1
besorgt, weicht so sehr von der bekannten HS Paris. 1115 ab,
daß man zweifeln kann, ob Petavius dieselbe kannte. Zwar ge-
steht Petavius selbst, daß er noch einen codex Augustanus be-
nützte, welcher aber offenbar einer andern Recension angehörte;
allein durch ihn konnte er nicht zu so fehlerhaften Varianten
und Lesarten verleitet worden sein. Des Rätsels Lösung liegt
offenbar darin, daß Petavius die HS Paris 1115 selbst gar nicht
einsah, sondern nur aus den beiden früheren Ausgaben schöpfte,
welche in ihrer Art zur Gestaltung des Textes beigetragen hatten,
Torinus2 in seiner ersten Ausgabe durch eine Unmasse von
falschen Lesarten und Druckfehlern, Zehner3 durch sachliche
Textveränderungen. Jeder der drei Herausgeber hatte eine eigene
lateinische Übersetzung beigegeben. Die fehlerhafte Ausgabe
von Torinus benutzte Hamaker4, welcher den eigenen Zusatz
des Torinus in der Vita des Zacharja, Jojadae filii, daß das Blut
des Propheten bis an die Vortüren des Tempels gespritzt sei, als
1) Tov iv ayioiq nazQo; rjfxCov ^EitKfavlov &Taoy.Ü7tor h'tovozavzelaq
rfjq Kingov . . . rufioq ösLTSQoq. S. P. N. Epiphanii Constantiae tom.
secund. Dionys. Petavius Aurelian. S. J. Parisiis 1622 pag. 235 — 250.
Die Ausgabe wiederholt 16S2, Migne Patr. gr. 43, 393—413. In der Aus-
gabe des Petavius 1(322 ist die Seitenzahl fälschlich 135 und 150 gedruckt.
2) Epiphanii episcopi Cypri de prophetarum vita et interitu commen-
tarius graecus, una cum interpretatione e regione latina, Alhano Torino
interprete. In derselben Ausgabe finden sich dann noch Stücke von So-
phronius, Hieronymus, Gennadius. Basüeae, apud Andr. Gratandram, An.
1529. Der Text p. 6—39.
3) Divi Epiphanii (ut vulgo nomiuatur) über de vitis prophetarum
Graece. Intra LXXXffi annoram spacium nuspiam excusus, nunc autem
locis pluribus quam trecentis repurgatua a Joachimo Zehnero, superihten-
dente Hennenbergico ac Pastore Schleusin^rnsi. Impressus Schleusin^n-.
Snmptihua Thomae Schüren, typis Sebastiani Schmuccij. Anno 1612,
p. 10—150.
4) Hamaker a. a. I >. p. 217.
1*
4 Schennann, Propheten- und Apostellegenden.
dieser Recension eigen betrachtet. Torinus kannte offenbar noch
eine zweite Recension, wohl jene des Dorotheus, aus dessen Lesart
xai s£,£X££ x° cäfia avxov xxl. er l^t%£xo xo alfia avxov xxX.
aufnahm. Schon Nestle1 hat noch einige andere solcher Les-
arten namhaft gemacht, welche er „aus der Freiheit, welche sich
ein Herausgeber des 16. Jahrhunderts seiner Vorlage gegenüber
genommen hat", erklärte. Diese Abweichungen von der Hand-
schrift gingen teilweise auch in die Ausgabe von Zehner über,
trotzdem er den Cod. Paris. 1115 sehr sorgfältig verglich, ebenso
in jene des Petavius, der aber auch einige Druckfehler aus Torinus,
wie [/?]T£Ql in der Vita des Jonas, mitherübernahm. Allen drei Aus-
gaben ist die jedesmalige von Torinus2 herrührende Überschrift:
o ßiOQ xov . . . JtQocprjTov xal jiov xslxac eigen.
Über die Verfasserschaft des Epiphanius sind die Gelehrten
von jeher, solange wir Zeugnisse aufweisen können, schwankend.
Das älteste Zeugnis liegt bei dem Monophysitischen Patriarchen
Jakob von Edessa (c. 640 — 708) vor. Nach einer syrischen
HS des britischen Museums, welche W. Wright3 bearbeitete,
belehrt Jakob einen seiner Korrespondenten, die Nachricht, daß
Jonas der Sohn der Witwe von Sarepta sei, finde sich nur
in unglaubwürdigen Schriften, welche Epiphanius von Cypern
zugeschrieben werden. So würde also um die Wende des
7. Jahrhunderts4 unsere oder eine ihr ähnliche Schrift mit dem
Namen des Epiphanius Verbreitung gefunden haben, deren Autor-
schaft aber Zweifel erregte.
Eine Kenntnis einer solchen Epiphaniusschrift unter den
Lateinern verrät Kardinal Hugo (c. 1240) in seinem Daniel-
kommentar (c. 4 v. 22) 5, wo er den Verfasser Epiphanius sive
Magister nennt, indem er also dahingestellt sein läßt, ob er sie
1) Margin. u. Material. II 46.
2) Stets gedruckt: 6 xov ßloq . . . noocptjxov xxX.
3) W.Wri ght, Catalogue of syriac manuscripts in the British Museum.
London 1871 (p. 601) nach cod. Syriac. 707 saec. IX (Add. 12172). Eb.
Nestle, Marginalien und Materialien II, S. 56. Jacob verrät auch sonst
Kenntnis unserer vitae, z. B. ist ihm Abdias der 3. Führer von Fünfzig,
2 Kg. 1, 13. Zacharias (Mt. 23, 35; Lc. 11, 51) ist nach ihm der Vater
des Johannes Baptista.
4) Rub. Duval, La litterature Syriaque [Anciennes litteratures chre-
tiennes II] Paris 1899, 376.
5) Nach Nestle, Marginalien S. 2.
1. Überlieferungsgeschichte der vitae prophetaruui. 5
dem Epiphanius oder einem andern Historiographen beilegen
will. Seither ist diese Frage nach der Echtheit des Textes nur
nebenbei behandelt worden, wobei man allzumeist von dem Ge-
sichtspunkte ausging, ob die Abfassung solcher Legenden eines
Epiphanius würdig wäre. Einen inneren Widerspruch zwischen
der Vita des Elias unseres Textes und dem Panarion des Epi-
phanius adv. haeres. 55 (früher 35) contra Melchisedecianos i
bemerkte J. Zehner, da in der ersteren Schrift als Vater des
Propheten Sobach genannt werde, in der letzteren dagegen
Achimaam. Fr. Delitzsch2 erkannte aber den Widerspruch nicht
au , da Epiphanius in seiner ketzerbestreitenden Schrift einer
andern Überlieferung folge: a sv JcaQaöcoGsOi xaz£tÄr}<pa[i6i>.
Von weitern Forschern traten gegen die Verfasserschaft des
Epiphanius auf: Petavius (f 1652), Sirmond (f 1651), Dan.
Huetius3 (1679), Labbe (1680), Papebroch (1714), Ellies du Pin
(1719), Oudin (1752), Ceillier (1761), für dieselbe Bellarmin,
H. A. Hamaker 4, besonders wiederum Delitzsch 5, dessen Urteil
dahin ging: die Schrift sei nicht so albern, überhaupt nicht so
gestaltet, daß sie nicht den treuherzigen Epiphanius zum Ver-
fasser haben könnte. Die neuern Forscher, 0. Bardenhewer6,
N. Bonwetsch " entschieden sich zumeist gegen Epiphanius,
ohne jedoch genauere Untersuchungen angestellt zu haben.
Von einer andern Seite suchte die Echtheitsfrage Joach.
Zehner8 (1612) zu betrachten, welcher an eine hebräische
Grundschrift des Epiphaniustextes dachte. Epiphanius könnte
ja wohl infolge seiner sprachlichen Kenntnisse als Übersetzer
ins Griechische in betracht kommen. Die ganze stilistische
Durchführung verrate ein hebräisches Original. Diese These
1) Migne Patr. gr. 41, 977 A.
2) De Habacuci prophetae vita atque aetate adiecta diatribe de
Pseudodorotheo et Pseudepiphanio. Lipsiae 1842 pag. 96.
3) Demonstratio evangelica, Parisiis 1679, Propositio IV nennt den
Verfasser Epiphanius vTioßofo/xaioq.
4) Couimentatio a. a. 0. S. 710.
5) Der Prophet Habakuk, Leipzig 1843 pag. IV. Derselbe, De Haba-
cuci proph. vita S. 80.
6) l'.it.ulogie. 2. Aufl. Freib. 1901, 274.
7) Artikel Epiphanius in HRE V3, Leipzig 1898, 421.
8) Divi Epiphanii (ut vulgo nominatur) liber etc. S. 2.
6 Schennann. Propheten- und Apostellegenden.
verfolgte H. A. Hamaker J weiter, welcher neben guten sprach-
lichen Beobachtungen sogar die hebräische Grundschrift zu re-
konstruieren versuchte. Man kann sich aber des Eindruckes der
Gezwungenheit nicht erwehren, trotzdem er Textverderbnisse mit
Hilfe des Hebräischen beseitigen konnte. Z. B. liest unser Epi-
phaniustext in der Vita des Nathan: Na&av Iv ?/(itQaiq Aavid
ix cpvlrjq &cox. Ovrog xrl. Eine andere Recension dagegen:
Nad-av . . ex cpvZrjq hQmövvyc, yv. Das rätselhafte &mx (für
welches auch &corj gelesen wurde), führt Hamaker auf eine
Lesart -pWQ (e medio) zurück, welche im Texte oder am Rande
neben S^Dflin ti^lTE (e tribu sacerdotum) stand. In derselben
Vita entspricht nach Hamaker jcagaßrjvai sv = 2 b^Ü 2; solche
einzelne Phrasen, welche eine hebräische Parallele haben können,
sind bei Hamaker fast auf jeder Seite zu finden.
In anderer Weise suchte Isaac H. Hall3 die Frage zu be-
antworten, welcher nicht ein hebräisches, sondern ein syrisches
Original annahm. Auf Grund grammatikalisch-stilistischer Be-
obachtungen wird es sich bei der engen Verwandtschaft der
beiden semitischen Sprachen nicht entscheiden lassen, ob eine
etwaige hebräische (aramäische) oder syrische Grundschrift vor-
handen war. Bevor wir den Wert der griechischen Epiphanius-
recension in Vergleich mit den andern griechischen Texten nicht
erkannt haben, ist die Beantwortung einer solchen Frage nutzlos.
Vorerst läßt sich nur feststellen, daß syrische Zeugen, welche
Epiphanius eine Abfassung von vitae prophetarum zuschreiben,
in höheres Alter, bis in das siebente Jahrhundert, zurückreichen,
als unser Cod. Paris. 1115 und andere HSS der zweiten Epi-
phaniusrecension (C).
§ 2. Der Dorotheustext.
1. Die Gruppe von Texten, welche unter dem Namen eines
Dorotheus, Bischofs von Tyrus, bekannt sind, wurden zuerst zu-
gänglich in einer lateinischen Übersetzung, welche Wolfgang
1) Conimentatio in libellum de vita et morte prophetarum etc.
2) Hamaker p. 22 f.; p. 29; vgl. p. 32, 35 usw.
3) Siehe unter §8: Die syrischen vitae prophetarum des Epiphanius
von Cypern.
1. Überlieferungsgeschichte der vitae prophetarurn. 7
Musculus 1557 1 zum erstenmal veröffentlichte. Die griechische
Handschrift, nach welcher Musculus in der Hauptsache seine
Übersetzung fertigte, war zweifellos Cod. Vindob. theol. gr. 77
(ol. 40). J. B. Cotelerius2 hatte dann in den Noten zur Aus-
gabe der apostolischen Vater, beziehungsweise der apostolischen
Konstitutionen, Exzerpte aus dernDorotheustexte beigefügt, welcher
ihm „graece in Mss" bekannt sei, während er eine lateinische
Übersetzung, offenbar jene des Musculus, mit „latina vulgata"
bezeichnet. Die Notizen, welche Cotelerius hier wiedergab, be-
treffen Achias und Joath. Da bis jetzt nur die einzige griechische
Hs dieser Prophetenleben bekannt ist, so ist auf die Mitteilung
des Cotelerius, er kenne sie aus mehreren Handschriften (Mss),
größeres Gewicht zu legen. Es lohnt sich daher, den von ihm
zu den beiden Propheten mitgeteilten Text mit jenem des Vindob.
in Parallele zu setzen:
Vindob. theol. gr. 77 fol. 266: Coteler. pag. 296: Ilegl xov
Eiq xov 'Ayia. Ovxoq Ayiaq 'AyiägexSiXwfiöjtovtjvrj oxrjvr]
ijv ev 2iXcq£1 fjxov r\v rj Ox7]vt] rj JtaXai ex xr\q jtoXemq 'lIXi.
r) jcaXaid ex JioXeayq HXl, xal xal aneQ-ave xal exa<pr\ eyyvq
aJie&ave xal exdtpr) övveyyvq xrjg ögvbq 2iXw[i' ovxoq de xal
x7jg ÖQvbq SiXmft' 6 6b avxbg Aömvtag xaXelxai.
xal 'Aöcavlaq Xeyexai.
Vindob. theol. gr. 77 fol. 266v : Coteler. pag. 295 (graece in mss) :
Eiq xov 'icoafr. Ovxoq 'icoctQ- üeol xov'la)d{h' ovxoq ?jv ex yijq
rjv ex y7jq J£atuaoiv ejtdxa^e ^afiagelag' ejtdxa^e 6e avxbv
de avxbv b Xewv, xal aned-ave o Xewv, xal ajte&ave xal exd<pr)
xal exärpr] ev Be&rjX eyyvq xov ev BaifrrjX eyyvq xov ipevöo-
ip£vöojrQO<pr}xov xov nXavr\- Jigocprjxov xov jrXavjjöavxoq
oavxoq avxbv. avxbv.
Diese beiden Proben überzeugen nicht davon, dass Cote-
lerius noch eine andere Hs dieses Dorotheustextes kannte, viel-
1) Mir stand die achte Ausgabe vom Jahre 1677 zu Diensten: in
Maxima Bibliotheca Veterum Patruin et antiquorum scriptorum Toni. IJ2,
Lugduni 1677 p. 122 ss. 2Ü.
2) SS. I'atiuiii, qui temporibus Apostolicis floruerunt, Barnabae,
Cletnentis, llcnnac, Ignatii, l-'olycarpi, opera edita et inedita . ., LB.
Cotelerius. Accesserant in hac nova editione notae integrae alio
sirorum doctorum . . recensuit et aotitiaa aliquot adsporsit Joannes Clericus
Vol. I, Antvcrpiae ITOil p. 2'.!.") nota.
8 Schermann. Propheten- und Apostellegenden.
mehr mochte er die geringen Änderungen nach einer andern
bekannten Recension der vitae vorgenommen haben.
Jo. Alb. Fabricius1 versuchte eine Rekonstruktion des grie-
chischen Originals der lateinischen Übersetzung des Musculus mit
Hilfe des zweiten griechischen Zeugen derDorotheusrecension, des
Chronicon Paschale. Die vitae des Zacharias, Acbias, Joath,
Azarias, Jephthe, welche im Chronicon Paschale keine Parallel-
überlieferung haben, übersetzte er eigenmächtig aus dem Latei-
nischen. Den Text des Chronicon nahmen auch Hamaker,
Delitzsch u. a. in Ermangelung der Originalhs zu Diensten, dessen
Kompilation in den Anfang des siebenten Jahrhunderts verlegt
wird (629).
Bevor wir auf das Verhältnis unserer Hs und des Parallel-
textes im Chronicon Paschale eingehen, müssen wir noch einige
Fragen über die lateinische Übersetzung des Musculus beantworten.
Die Übersetzung weist nicht nur verschiedene Fehler 2 auf, sondern
auch gegenüber Vindob. theol. gr. 77 Abweichungen kleinerer
Art, aus welchen R. A. Lipsius schon auf eine zweite Vorlage
schloss. Als solches Hilfsmittel kann nur das Chronicon Paschale
oder die topographia christiana 1. V 3 des Kosmas Indicopleustes,
welche die prophetischen Exkurse des Dorotheustextes ebenfalls
bietet, in Betracht kommen. Der Satz über die Bedeutung des
Elias, als des hervorragendsten unter den Propheten, ist in beiden
sekundären Zeugen vorangestellt, in der lateinischen Übersetzung
aber der Vita des Elias an der ihr zukommenden Stelle bei-
gegeben. Dieser Satz fehlt aber in cod. Vindob. So fragt es
sich, hat Musculus denselben aus einem der zwei andern Zeugen
aufgenommen? Da die erste Ausgabe des Chronicon im Jahre
1615 aus einem cod. Augustanus durch Rader erfolgte, also
50 Jahre nach der Übersetzung des Musculas, so müsste man
annehmen, daß der Übersetzer vielleicht eine Hs des Chronicon
kannte. In der Tat hat er aber die topographia des Kosmas
1) De vita et uiorte Mosis, libri fcres. Cum observationibus Güb.
Gaulmini. Accedunt I Pseudodorothei Tyrii et aliorum veterum apo-
spasmata cur. J. A. Fabricio. Haniburgi 1714, 414 — 469.
2) Z. B. in der Vita des Daniel ist iv vöxip mit in morbo wieder-
gegeben, «v« fteoov inl rov ^El.afx in der Vita des Zacharias mit sub
Elam. Vgl. Delitzsch, De Habacuci vita pap. 54 nota 1.
3) Migne Patr. gr. 88, 260 ff.
1. Überlieferungsgeschichte der vitae prophetarum. 9
benützt, mit welcher er auch einen Fehler gemein hat, indem er
ein Zitat (Jerem. 31, 31—34) auf den Römer- statt Hebräerbrief
des Paulus zurückgeführt hat. Da der Umfang der latein. Über-
setzung durch die auch in cod. Vindob. vorhandenen Vitae des
Zacharias, Achias usw. das Chronicon überragt, und sonst in Ab-
weichungen mit dem codex Vindob. übereinstimmt, so ist an der
Identität der Vorlage des Musculus und der genannten Hs kein
berechtigter Zweifel zu erheben.
Wie ist die gegenseitige Abhängigkeit der Texte des Cod.
Vindob. und des Chronicon paschale aufzufassen? Sind beide
direkt von einander abhängig oder gehen sie auf eine gemein-
same Vorlage zurück? Zur Beantwortung dieser Frage trägt
das Verhältnis des Vindob. zu den übrigen Dorotheushss wesent-
lich bei. Cod. Vindob., eine verhältnismässig junge HS (saec. XIII.),
überliefert allein unter mehr als 20 HSS, welche die dem Doro-
theus unterschobenen Apostel- und Jüngerlisten bieten und bis
in das IX. — X. Jahrhundert zurückgehen, diese Recension der
Prophetenleben unter des Dorotheus Namen. Von diesen HSS
enthält z. B. Cod. Coisl. 205 (saec. XL) unmittelbar vor den
Texten über die 12 Apostel und 72 Jünger, welche ausdrücklich
dem Dorotheus beigelegt werden, Prophetenviten, und zwar die
anonyme (als D bezeichnete) Recension, wobei allerdings dieser
Text stark durch jene des Dorotheus, wie wir nun einmal die
des Vindob. theol. gr. 77 und des Chronicon Paschale nach tra-
ditioneller Ansicht nennen wollen, beeinflußt ist. In Cod. Coisl. 224
und Vatic. 1974 (saec. XII.— XIII.), beide HSS eng verwandt,
folgen den Apostel- und Jüngerlisten die anonymen vitae Prophe-
tarum der D-Recension, welche mit jenen der Dorotheusrecension
vermischt sind.
Eine andere Gruppe von Dorotheushss bilden Paris. Ins,"),
Coisl. 258, NapoL II A 27, welche in unmittelbarer Aufeinander-
folge Epiphaniustext II (C) über die Propheten, den Ps. Hippo-
lytus über die Apostel und Jünger des Herrn, dann den Prolog,
die Apostel- und Jüngerlisten und den Epilog des Dorotheus
bieten. Immerhin können noch andere HSS aufgefunden werden,
welche die Prophetenlisten in irgend welcher Verbindung mit
dem Dorotheustexte über Apostel und Jünger des Herrn ent-
halten. Vorerst hat nur Vindob. theol. gr. 77 und die darauf
beruhende Übersetzung des Musculus die vitae prophetaruni. welche
10 Seherin arm, Propheten- und Apostellegenden.
das Chronicon paschale anonym überliefert, als dorotheanisch be-
zeichnet und mit den Apostel- und Jüngerverzeicbnissen in Ver-
bindung gebracht. Das Ansehen der genannten Hs wird durch
die Singularität der Bezeugung immerhin fraglich, zumal diese
Hs gegenüber dem Chronicon paschale einen weniger guten Text
bietet, wobei allerdings Schreibversehen eine besondere Rolle
spielen, z. B.: in der Vita des Joel hx. yrjg] eyyvg Vindob.
Nachdem die Gründe gegen die Selbständigkeit und be-
sonders hohe Wertschätzung des Vindob. gesammelt sind,
mögen auch jene für eine eigene Einschätzung der Hs vor-
gebracht werden. Zunächst muss eine Beobachtung wiederholt
werden, daß hier der Umfang der Prophetenleben größer ist als
im Chronicon paschale, und zwar um den Anhang von Zacharias,
Achias, Joath, Azarias, Jephthe, David und Samuel. Die Text-
gestalt nähert sich hierin am meisten der von D d. h. der ano-
nymen Recension, ohne daß aber an die direkte Abhängigkeit
gedacht werden darf; vielmehr zeigen die Vitae des Cod. Vindob.
eigene Lesarten, welche einen wesentlichen Unterschied von D
besagen, wozu auch die Erwähnung von Jephthe, David und
Samuel gehört, deren Namen man sonst nirgends findet. Eine
zweite Beobachtung ist ebenfalls schon gestreift worden: jene
Hss, die des Dorotheus Apostel- und Jüngerlisten überliefern
und welche die anonyme Recension (D) der Prophetenleben damit
verbinden, zeigen in den letzteren eine starke Mischung mit der
Dorotheusrecension, ja sie nehmen ganze Teile direkt herüber.
Ist diese Mischung vielleicht darauf zurückzuführen, daß ur-
sprünglich die Dorotheusrecension an dieser Stelle stand, welche
später durch die anonyme Recension verdrängt wurde? Hier ist
ein wunder Punkt in der Überlieferung, über den vorerst kein
helles Licht verbreitet werden kann, und der, solange wir nicht
mehr HSS besitzen, welche die Dorotheusrecension der Propheten-
leben mit jenen andern Dorotheustexten überliefern, nicht auf-
geklärt wTird. Jedenfalls bieten jene HSS mit der Mischung einen
starken Vorstoß für Annahme weiterer separater Überlieferung
der Dorotheusrecension der Prophetenleben, wenn sie auch nicht
vor das X. Jahrhundert fallen.
Darauf führt uns ferner eine Angabe in dem Prologe des
Pseudodorotheus, welcher die Vita des angeblichen Verfassers
enthält. Von den vielen handschriftlichen Zeugen des Prologs
1. Überlieferungsgeschichte der vitae prophetarum. \\
hat ein großer Teil bei der Schilderung der schriftstellerischen
Tätigkeit des Dorotheus die Angabe aufbewahrt: Iv oiq xcu xa
JtSQL TCÖV O (lafrfjTWV TOV OOJTTjQOQ IGTOQtjöt, XCU tV&O. O XCt&HQ
rcöv jtQOCfitjTcöv xcd ajrooroXcov rov ßlov srtXrjOs. Cod. Vindob.
hat hierin eine kleine Umstellung und nennt zuerst die 12 Apostel,
dann die 70, endlich (dlXa d>) xal) aber auch die Propheten,
trotzdem er in der Aufzählung die umgekehrte Ordnung einhält.
Ich vermute, daß in dieser Angabe der wahre Umfang der
Dorotheusschriften angegeben war: er umfaßte die vitae prophe-
tarum, die Apostel- und Jüngerlisten. Da letztere sichtlich in
gleicher Zeit mit dem Prolog gefälscht wurden, um einer kirchen-
politischen Rechtssache auf die Beine zu helfen, wie noch ge-
zeigt wird, so ist in den angeführten Worten des Prologs der
Jüngerkatalog an die Spitze gestellt als das wichtigste Dokument,
in welchem Stachys als von Andreas dem jiqoit6x/j]toq ein-
gesetzter 1. Bischof von Byzanz gefeiert ist. Eine größere Rolle
spielte hierin noch der Apostelkatalog, da in der Vita des Andreas
dessen Reise vom Pontus nach Thracien erwähnt wird, während
die Vitae prophetarum, vielleicht als eigentlichstes und ursprüng-
lichstes Dorotheusstück, fast ganz unbeachtet und unerwähnt
blieben, da sie nichts zu dem unmittelbaren Zwecke des Rechts-
streites beitrugen. Ursprünglich mochte demnach unter dem
Namen des Dorotheus eine Schilderung des Lebens und Heim-
ganges der Propheten überliefert gewesen sein, wovon die
Kunde nur noch in spärlichsten Worten der erdichteten Lebens-
beschreibung erhalten blieb. Ehemals wohl das einzig Greifbare,
was von Dorotheus überliefert ward, wurde es durch die daran
geknüpfte Fälschung ganz in den Hintergrund gedrängt und bei-
nahe der Vergessenheit anheimgegeben.
Natürlich dürfen wir zur Bekräftigung dieser Annahme nicht
von der gefälschten Vita des Dorotheus ausgehen, wie sie im
Prolog geschildert wird, sondern von den historischen greifbareu
Notizen des Euseb. h. e. VII 32, welche die Anhaltspunkte zur
Unidichtung abgaben, wie später ausführlich dargetan wird.
Eusebius berichtet dort von einem sprachenkundigen Presbyter
Dorotheus von Antiochia, welcher als Vorstand der kaiserlichen
Purpurfärberei in Tyrus unter Diokletian fungierte. Eusebius
schildert ihn als der hebräischen Sprache mächtig, in der Aus-
legung der hl. Schrift nicht ungewandt und als guten Prediger.
|2 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
Damit streifen wir ein anderes Problem, welches bereits bei
der I. Epiphaniusrecension aufgeworfen wurde, ob diesen Propheten-
leben des Dorotheus ein hebräisches Exemplar zugrunde lag, so
daß, wie im Prologe des falschen Dorotheus erwähnt wird, Doro-
theas Übersetzer aus dem Hebräischen wäre. Die Beantwortung
kann erst nach der Wertschätzung und Ausscheidung eines jüdi-
schen und christlichen Gehaltes erfolgen. Jedenfalls kommen bei
einer solchen judaistischen Grundschrift die Auszüge aus den
Propheten, welche nach messianischem Gesichtspunkte zusammen-
gestellt sind, nicht in betracht, sondern nur die eigentlichen Vitae
prophetarum.
2. Die prophetischen Exkurse des Dorotheustextes finden sich
auch bei Kosmas Indicopleustes, topographiae christianae 1. V
(Migne Patr. gr. 88, 260 ff.). Es fehlen hier aber die eigentlichen
Vitae. Damit entsteht zugleich die Frage, waren erstere ur-
sprünglich getrennt und wann sind sie angefügt worden? Da
unser erster Zeuge für die vereinigten Bestandteile des Dorotheus-
textes das Chronicon Paschale ist, welches ungefähr 80 Jahre
jünger ist (c. 629) 1 als die Abfassung der christlichen Topo-
graphie durch Kosmas (547 — 549)2, so müßte in dieser Zeit die
Vereinigung vor sich gegangen sein. Betrachten wir aber die
Möglichkeit der Abfassung solcher messianischer Florilegien aus
den Propheten, so könnten wir in die Zeit der christlichen Apo-
logeten hinabsteigen. Da zudem die vitae prophetarum der
Dorotheusrecension als die ursprünglichsten und ältesten er-
scheinen, so mag zugleich mit der Abfassung oder Übersetzung
derselben aus einer (hebräisch) -aramäischen Vorlage der in der
biblischen Wissenschaft heimische Dorotheus, auch Verfasser
dieser messianischen Blütenlese gewesen sein. Weshalb Kosmas
die vitae wegließ, läßt sich nicht leicht einsehen; höchstens
müßte ihn der pseudepigraphische Charakter daran gehindert
haben. Die Möglichkeit ist immerhin nicht abzuleugnen, daß
diese prophetischen Züge auch für sich im Umlauf waren. Eine
etwaige Verfasserschaft des Kosmas ist ausgeschlossen. Er
übernahm das prophetische Florilegium aus einer unbenannten
Quelle; dafür bürgt der jedesmal von Kosmas beigegebene kurze
1) K. Krumbacher, Geschichte der byzantinischen Literatur. 2. Aufl.
München, 1897, 337.
2) Ebenda S. 412.
1. Überlieferungsgeschichte der vitae prophetarum. 13
Kommentar. jtaQaygarfrj betitelt, wodurch er den Inhalt und die
Bedeutung der vorausgeschickten Exzerpte zu erklären sucht.
Vom Davidischen Psalter geht Kosmas fast ganz vermittlungs-
los zu Elias über als dem jtqcötoq av&QcoJicov, ebenso wie auch
das Chronicon Paschale ihn vorausschickt. Es scheint demnach,
daß Kosmas und das Chronicon damit eine ursprünglichere Form
aufweisen, als unsere HS Vindob. theol. gr. 77, welche das Vor-
ausschicken des Elias unterläßt. Die lateinische Übersetzung
des Musculus hatte diesen Text der vita des Elias beigegeben.
Kosmas verfolgt folgende Ordnung in der Aufzählung: Elias
(260 B), 1) Osee (260 D), 2) Joel (261 B), 3) Arnos (264 A),
4) Abdias (264 C), 5) Jonas (264 D), 6) Isaias (265 A),
7) Michaeas (265 D), 8) Nahum (268 B), 9) Habakuk (268 C),
10) Jeremias (268 D), 11) Sophonias (269 C), 12) Ezechiel
(269 D), 13) Daniel (272 B), 14) Aggaeus (272 C), 15) Zacharias
(272 D), 16) Malachias (273 C), 17) Johannes (276 D), 18) Zacha-
rias (277 C). Die Ordnung, wie sie hier1 Kosmas bietet, war
nicht jene seiner Vorlage. Denn nach Mitteilung der propheti-
schen Exzerpte aus Malachias fährt er mit Dorotheus fort: loucov
tJil rovg rtooaQag rovg (ityaXovg ßaöiovtuev, welche er doch
schon zuvor unter die sog. kleinen Propheten eingereiht hatte.
Wir haben demnach trotz seiner eigenen Umstellung bei Kosmas
das früheste Zeugnis der Anordnuug unseres Dorotheustextes.
Zwar war Isaias bereits unter die kleinen Propheten bei ihm
gestellt, dennoch läßt er den Schluß des Übergangs mit den
Worten auslauten: jiQCHptQOfitv roivvv xhv fieyalo<po)v6Tarov
Böatav, führt aber sofort eine Charakteristik des Johannes
Baptista ein. Ob dieser letztere zum ursprünglichen Programm
gehörte, läßt sich nicht sicher entscheiden. Nach der Einleitung \
1) Die Ausgabe von Montfaucon beruhte auf der späteren HS Lau-
rent, plut. IX 28, wozu Sinait. 1186 saec. XI tritt, welche aber beide von
der ältesten und besten HS Vatic. gr. 699 saec. VIII — IX auch in der
Anordnung abweichen; s. B. E. Winstedt, A note on Cosmas and the
Chronicon paschale in The Journal of theological studies vol. VHI. 1906,
101—103.
2) ALov iv owröfitp fiVTjfiOvevaai xal xüjv nQO(pi]xüiv xal öel^ai
avtovq netil xov xaxa Xqiotöv (jtvaxrjQlov TiQoeiQrjxözaq, x«i 'ort nävxeq
f.rrö xov 7itjo)xon?.üoxov 'Aöäfl (i&XQiQ 'liaävvov xov ßaTtxioxov t-u x/,v
Ht'D.ovoav xaxaaxaaiv cuponibon'.
14 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
welche das Chronicon paschale vorausschickt, würde er zum ur-
sprünglichen Umfange der prophetischen Zeugen über den Messias
gehört haben. Denn „es sollen die Propheten genannt werden,
welche über das Mysterium Christi Weissagungen gegeben
haben" und zWar von Adam bis Johannes ßaptista. Allein
diese Einführung kann auch von dem Verfasser des Chronicon
herrühren.
§ 3. Die zweite Epiphaniusrecension.
Einen Text, der sich unter zov avrov einer dem Epiphanius
beigelegten Aufzählung der Namen der 70 Propheten und Pro-
phetinnen anschließt, edierte zuerst Const. Tischendorf1 aus der
HS Coisl. 120. Bereits früher aber hatte Petavius- aus einem
codex Augustanus einige Proben als Varianten zu dem I. Epi-
phaniustexte mitgeteilt. Die Zahl der bekannten HSS wurde
inzwischen vermehrt, welche fast sämtlich nach den vitae pro-
phetarum den sog. Hippolyttext über die Apostel bieten. Durch
diese Verbindung gewinnt aber unser Text nicht gerade an An-
sehen wegen der noch später zu besprechenden sekundären Be-
deutung des sog. Hippolyttextes. Die älteste HS, der von
Tischendorf benützte Coisl. 120, gehört dem 10. Jahrh. an; daran
reihen sich zwei HSS des 11. Jahrh., von denen erstere Laur.
pl. IV 6 unvollständig ist. Sie schließt bereits in der vita des
Elias mit xov Jtl?]öiov avrov und hat nach der vita des Jere-
mias das Stück : Paralipomena Hieremiae prophetae beginnend
syeveto Tjvlxa alxftal-oiTevfrrjöav — des. Iv rjj sjrioro/.tj
Baoovx^ eingeschoben. Die 2. HS des 11. Jahrh. Paris. 1085
zeigt viele Schreibfehler, wie auch jene des 12. Jahrh. Coisl.
258, welche mit Paris. 1085 direkt verwandt ist. Daneben ist
die weitere bekannte HS Baroc. 206, welche in dem von Prof.
1) Anecdota sacra et profana 1845, p. 110; abgedruckt Migne P.
gr. 43, 415 ff.
2) S. Patris nostri Epiphanii Constantiae episc. opp. omn. Tom. II.
Dionys. Petavius . . recensuit, Parisiis 1622 p. 235 — 250; abgedruckt bei
Migne P. gr. 43, 395 in den Noten.
3) Herausgegeben von I.R.Harris, Cambridge 1889. Vgl. Alb. Ehr-
hard, Die altchristl. Literatur und ihre Erforschung, Freiburg 1900, 117.
Erich Klostermann, Analecta zur Septuaginta, Leipzig 1895, 32 beschreibt
diese HS.
1. "Cberlieferungsgesehichte der vitae prophetaruni. 15
Gundermann verglichenen Hippolyttexte mit demselben Stücke
des Laur. plut. IV 6 verwandt ist, noch nicht verglichen.
Eine gewisse Ausnahmestellung unter den HSS beansprucht
Vindob. theol. gr. 89 (Nessel 184) saec. XIII. — XIV., indem sie
weder die Reihe der 70 Propheten und Prophetinnen voraus-
schickt, noch den Hippolyttext über die Apostel nachfolgen läßt,
daher nicht den übrigen HSS beizuzählen ist.
Mit Paris. 1085 stimmt in der Recensionsgattung überein
Napol. II A 27; ferner sind Marcian. 498 saec. XIV, Paris. 2496
und wie es scheint, ein cod. Leidensis Voss. 23 l noch nicht ver-
glichen.
In welchem Verhältnis diese Recension zur I. Epiphanius-
recension steht, läßt sich vorerst nicht entscheiden. Auch
darüber, ob die syrischen Texte auf dieser Epiphaniusrecension
aufgebaut sind und die Bezeugung durch Jakob von Edessa
ihr gilt, kann ein Urteil erst nach sorgfältigem Vergleich ge-
fällt werden.
§ 4. Der anonyme Text in Vatic. gr. 2125 und dessen
Genossen.
Schon A. Mai2 hatte den Prophetenviten des Cod. Marcha-
lianus (Vat. 2125) Aufmerksamkeit geschenkt, und daraus die
vita und miracula des Elisaeus „exemplo gustuique" mitgeteilt.
Der erste, welcher den ganzen Text veröffentlichte, war Eb.
Nestle3, nach Abschriften von F. Borger und H. Dopffel.
Gleichzeitig fast war eine phototypische Wiedergabe der
ganzen Handschrift unter dem Vizebibliothekar Cozza-Luzi4
besorgt worden. Die damit angekündigte commentatio critica
1) Casim. Oudini, Commentarius de scriptoribus ecclesiae antiquifi
illorumque scriptis . . . Francof. 1722 tom. I 1382, wenn diese (Epiphanias)?
Recension nicht die anonyme (D) ist.
2) Nova Patr. Biblioth. IV 1847, 318—320.
3) Marginal, und Materialien, Tübingen 1893, II S. 16 ff.
4) IIf)0(prjvai — Prophetarum codex gr. Vatic. 2125, vetustate lec-
tionum, notationibus unicus aeque et insignis phototypice editus auspice
Leone XIII. Pont. Maximo ourante Josepho Cozza-Luzi abate l!;i-iliano
S. Rom. ecclesiae Vicebibliothecario. Accedit commentatio critica Ant.
Cerianj Ambrosianae Bibl. Praefecti. Romae, K Bibliotheca Vaticaoa.
Agente photographo Danesi 1890.
16 Schemiann, Propheten- und Apostellegenden.
des Ant. Ceriani scheint nicht erschienen zu sein, wenigstens
stand sie mir auf keiner der Bibliotheken zur Verfügung. Der
Text beginnt auf S. 11 — 15 mit den Viten der vier großen Pro-
pheten, S. 17 folgen sich Osee, Michaeas, Arnos, Joel. Abdiu,
Jonas, Nahum, Habakuk, Sophonias, Aggaeus, Zacharias, Ma-
lachias, S. 20: Nathan, Achia, Joad, Azarias, Elias, Elisaeus und
S. 24 Zacharias. S. 1 — 9 ist der Traktat des Eusebius über
die Inhaltsangabe der Bücher der einzelnen Propheten (Migne
P. gr. 22, 1264 ff.) vorangeschickt.
Wohl hat Nestle Recht, wenn er sagt, daß in dieser HS
der „weitaus älteste griechische Zeuge '; 1 vorliegt; er glaubt
seinen Stammbaum durch wenige Mittelglieder auf Origenes zu-
rückführen zu können, wie die Unterschrift vor Isaia 2 und
Ezechiel dartut : unsere HS geht demnach auf das Exemplar des
Coenobiarchen Apollinarius zurück, das selbst oder wenigstens
dessen Vorlage von Eusebius glossiert und von Pamphilus korri-
giert worden war. Dieses Exemplar war aus der Hexapla und
Tetrapia des Origenes hervorgegangen.
Eine Ähnlichkeit zeigt mit Vatic. 2125 der codex syro-
hexaplaris Ambrosianus vom Jahre 617, welcher ebenfalls durch
Unterschrift zu Isaias bekannt gibt: Genommen und verglichen
aus dem Exemplar des Eusebius und Pamphilus, welches sie
aus der Bibliothek des Origenes korrigiert haben. Was aber
diese Verwandtschaft für unseren Zweck besonders .interessant
macht, besteht darin, daß der Syrus Hexaplaris ebenfalls Pro-
phetenviten bietet, allein nur zu neun derselben, und diese No-
tizen hinter den betreffenden Büchern einreiht, während sie der
Vatic. gr. 2125 vor dem griechischen Text der einzelnen Pro-
pheten als ein Ganzes zusammenstellt. Über das Verhältnis des
Textes der syrischen Hexapla und unserer griech. HS läßt sich
vorerst soviel sagen, daß sie inhaltlich nicht wesentlich abweichen.
1) Margin. usw. S. 46.
2) fol. 84r (pag. 171): [lexe/Jiq&rj 6 ^Haaiaq anb • dvxiyQacpov xov
aßßa \AnouvaQiov xov xoivoßiägyov . . iUfre/. >)</#// ö ^Hoalaq ix xCov xaxä
rag ixöuaeig t^an).ü)v . . . arxeß?.fjd-r]oav yag itobg xexQa7i).oir ' Haaiav.
Fol. 2S0v (pag. 56S) . . fiexeh'jcp^i] vnö xä>v . . e$ax?.G)v xal diop&u>9-T] (sie)
and xCov 'Qgiyevovq avxov zexpankü»' axiva xal avxov yeiol öiioq&ü)XO xal
ioyo/.ioyQÜcpt] xe ü&ev Evoißeioq iyu> xä ayoXia Tiage&rjxa. näucpilog xal
Evasßeiog ÖHoo&ujoavxo.
1. Überlieferungsgeschichte der vitae prophetarum.
17
Ferner wollen wir uns mit der Frage begnügen: Wie verhalten
sich die übrigen griechischen Texte zu dem des Marchalianus?
Sie wird weiter unten eingehender behandelt.
Dieser Text fand sich ebenfalls anonym in Coisl. 205, Vatic. 1974,
Coisl. 224, welchen bereits Tischendorf1 veröffentlichte, in Ambros.
445, in Leyd. Voss. 46, dessen Varianten zu einigen vitae Hamaker2
in seiner Commentatio in libellum de vita et morte prophetarum
mitteilte: S. 24 zu Nathan; S. 31 f. zu Achias; S. 148 zu Osee,
S. 149 zu Arnos; S. 163 zu Joel; S. 168 zu Jonas; S. 185 zu
Nahum; S. 191 zu Habakuk; S. 206. 208 zu Aggaeus; S. 217
zu Zacharias Jojadae filius; in Paris. 1712 jener Chronik des
Pseudo-Symeon Logotheta, dessen Lesarten bereits Ducange 3 zu
dem Dorotheustexte des Chronicon Paschale anmerkte. Die
Chronik wird in die zweite Hälfte des 10. Jahrh. verlegt4.
Alle die jüugeren HSS haben durch Vermischung mit dem
Dorotheustexte ihre Integrität eingebüßt, nicht eine einzige er-
hielt ihre Vorlage von Vatic. 2125 unversehrt. Als Zeichen der
Neuredaktion seien folgende Beispiele angeführt; aus der Vita
des Ezechiel:
Vatic. 2125 : xal
dccc TEQaOticov <po-
ßtj&bvzeq Ijiavöavzo.
Alle anderen HSS
von D: orjfislov (an-
fielet) jcoirjOag (+ £jt
avzovq oxozovq)tJtav-
ob (td-gavöa) zovq xo- &sv
Xefiiovq xaza 3tlr\^aq
avzovq (avzolq) ovga-
vofrsv.
Dorotheus:
o?]fieicc
7C0Li]0aq tjiavös zovq
jcoZtfiiovq xazajtZrj-
$aq avzovq ovoavo-
1) Tischendorf, Aneedota sacra et profana. Lipsiae 1855, ed. alt.
1861 pag. 110. Migne Patr. gr. 43, 415.
2) Commentationes latinae tertiae classis , Instituti Regii Belgici
Vol. V. Amstelod. 1833. Wohl gehört dieser Recension der Text des
Baroc. 131 saec. XIV fol. 73v an : ne qI xütv ayiwv 7tQO(pr]Tü>v nö9ev ixaovog
alzüjv i\v xal nov reTe?.ela)zai. Inc. 'Hoatag ?)v i<- 'iepovoaXfi/x, auf den
Nestle, Marginalien und Mater. S. 12 aufmerksam machte.
3) Migne 92, 362 ff.
4) Ferd. Hirsch, Byzant. Studien. Leipzig 1876, 53 und 303 ff. vgl.
Ose. v. Gebhardt, Die ascensio Isaiae in Zeitschr. für wissensch. Theologie
12, 1878, 335.
Text« u. Untersuchungen etc. 31,3 2
18
Scherniann, Propheten- und Apostellegenden.
In derselben Vita:
Ovxoq . . siösv . .
JtSQlTSlXOQ jiXazv,
xaQ-mq sijtsv xal o
Aavi7]X öxi xxig&tJ-
osxai.
Alle andern HSS
von D: Ovtoq . . sl-
ow xb xstyoq xal xt)v
JtvXr]v, sv ?] xvQtoq
slösXsvösxai (xal £^£-
Xsvösxai) xal söxai
tj JIvXt] xsxXsiatusv7)
(xal siq avxbv sX-
jclovöl xavxa xa
Uvn HSS BB»E).
Dorotheus: Ovxoq
. . siös xbv xvjiov . .
xal Jtvlriv sv r) xv-
Qioq slösXsvosxai xal
s§sAsvösxai xal söxai
7) üzvIt] xsxXsLöfisvrj
xal siq avxbv sXjci-
ovöi jiavxa xa. sd-vrj.
Die HSS Coisl. 205 (B), Philadelpk. 1141 (B i) und Paris. 1712
(E) und Leid. Voss. (F) zeigen noch weiterhin eine Neuredaktion
mit Hilfe der ersten Epiphaniusrecension (A), besonders in den Viten
des Nathan, Achias und der folgenden. Da der Dorotheustext hier
sich einer ausnahmsweisen Kürze bedient, so wurde er von dem
Redaktor nicht beigezogen, dagegen die erste Epiphaniusrecension
in dieser Weise verwertet. Dies können wir in der vita des
Zacharias Jojadae filius feststellen, wo Epiphanius mit den HSS
BB^ des anonymen Textes die Verwechslung mit dem Vater
des Johannes des Täufers eingeht. Diese drei HSS hatten auch
in der vita des Jonas nach andern offenbar chronologischen Ge-
sichtspunkten eine andere Ordnung vorgenommen, als sie in
Vatic. 2125, 1974, Coisl. 224 und dem Dorotheustexte vorliegt,
Demgemäß können wir eine dreifache stufenweise Überlieferung
dieses anonymen Textes feststellen: Der unversehrte Text ist
allein im Vatic. 2125 erhalten; er wurde mit Dorotheus ver-
glichen, wofür alle andern HSS Zeuge sind. Dabei behielt der
anonyme Text die Oberhand, wofür besonders Vatic. 1974, Coisl.
224 und dessen Konsorten sprechen. In den andern HSS BB ^F
dagegen ging eine dritte Redaktion durch, welche sich den ersten
Epiphaniustext zum Vorbilde nahm.
Die Zeit der letzten Neuredaktion ist durch das Alter der
Chronik saec. X (deren HS Paris. 1712 saec. XIV), durch Leyd.
Voss. saec. X und Coisl. 205 saec. XI bestimmt.
Da der syrische Paralleltext nur die Viten von 9 kleinen
Propheten aufbewahrte, so ist das Vergleichungsmaterial geringer;
immerhin läßt sich feststellen, daß neben kleinen stilistischen
1. Überlieferungsgeschichte der vitae prophetarurn.
19
Unterschieden keine nennenswerte Variante gegenüber der HS
Vatic. 2125 vorliegt. Durch folgendes Stemma soll die Abhängig-
keit dargestellt werden:
A V±t 2125
X Mischrec. mit Dorotheu?
Va.1 /97<r C^/ ^C Mischung mit £pipkA
Coisl ZV+ d/ ^J\\^
Amöroj. 4¥J \ V
§ 5. Die sog. Scholienrecension.
Mit Unrecht wurde diese Recension einem Hesychius von
Jerusalem beigeschrieben, da der erste Herausgeber Dav. Hoe-
schelius seine handschriftliche Vorlage, welche jetzt als Cod.
Monac. gr. 472 gezählt wird *, nicht getreu wiedergab. Vielleicht
scheint sie anonym verbreitet gewesen zu sein, so daß manche
der Exegeten und Erklärer der Propheten sie ihren Ausführungen
anhängten oder daß manche Abschreiber sie freier Hand bei-
fügten. Deshalb wäre diese Recension richtiger genannt: Re-
cension der Scholien, denn als solche mochte sie ursprünglich
ihren Platz behauptet haben.
David Hoeschelius2 hatte bei seiner Ausgabe, welche er
den Fragmenten der Isagoge in sacras scripturas des 'AÖqkxvoq
beigab, einige Verwirrung augerichtet. Aus seiner Handschrift,
einem codex Augustanus, jetzt Monac. gr. 472 saec. XI, hatte
er nur die Kapitelzusammenstellung des einzelnen Propheten
1) Vgl. M. Faulhaber, Hesych. Hierosol. Interpret. Isaiae prophetae,
I ''il>. I'.mmi, S. XXX1L: die Ausgabe bei Migne gehe auf diese HS zurück;
erstere aber, wie zu ersehen, auf jene des Hoeschelius.
2) D. Hoeschelius, Adriani Isagoge in sacras litteras, August.
Vindel. 1002. Mir stand die Ausgabe zur Verfügung in Tractatuum
biblicorum hoc est Variarutn in diversas materias biblicas commenta-
tioiunn volmiKMi prius, sive Ciiticorum Bacrorum tum. \'I., Francof. L696,
S. 28 ff. Vgl.Nestle, .Marginal, ii. Material. S. 7.
2*
20 Scherniann, Propheten- und Apostellegenden.
mitgeteilt und den nachfolgenden griechischen Text unterdrückt.
Dadurch waren nun diese vitae, welche durch Maiuskelschrift
vom vorhergehenden Text unterschieden waren, an die capitu-
lationes, welche Eigentum des Hesychius genannt werden, an-
gehängt worden, so daß sie ebenfalls als des letzteren Arbeit
erscheinen *. In der HS dagegen sind von den özixoi Hesychii
unsere Vitae durch den Text getrennt und daher eigentlich
anonym: zu Osee fol. 20v, zu Joel fol. 25v, zu Arnos fol. 35v,
zu Abdias fol. 37 r, zu Jonas fol. 40 v, zu Michaeas fol. 48 v, zu
Nahum fol. 51v (zu Habakuk fehlt fol. 55v), Sophonias fol. 58v,
Aggaeus fol. 62 r, Zacharias fol. 77 v, Malachias fol. 82 v.
Hoeschelius hatte ferner als Ergänzung aus der Epiphanius-
recension I die ersten Sätze der vitae der ersten drei großen
Propheten2 beigefügt, welche aber in der Ausgabe bei Migne3,
die auf dem Text des Hoeschelius fußt, weggelassen wurden.
Zum zweitenmal benützte Joh. Lud. Schulze4 unsere Hand-
schrift, der im Vorwort zum 2. Bande seiner Ausgabe der Werke
des Theodoret von Cyrus einen Cod. August, membr. in 4 ° s. IX.
vel X. namhaft macht. Dieselben vitae, welche in dieser HS
sich fanden, entdeckte Schulze in einem „Cod. Florentin. [Laur.
plut. IX cod. 4 saec. XV] (Bandini, Catal. codd. mss. Bibl. Med
Laur. t. I S. 499)", die er denn auch in den Noten zu den exe-
getischen Erklärungen der kleinen Propheten abdrucken ließ.
Seine Ausgabe ist bei Migne P. gr. 81 wiederholt, so daß sich
die Vita zu Osee befindet S. 1362; zu Joel 1633 C; zu Arnos
1664C; zu Abdias 1709 C; zu Jonas 1724D; zu Michaeas 1741D;
zu Nahum 1789 D; zu Habakuk fehlt; zu Sophonias 1837C; zu
Aggaeus 1861 D; zu Zacharias 1876D; zu Malachias 1961 D.
Auch in HSS der Commentare des Cyrill von Alexandreia
zu den kleinen Propheten5 scheinen sich dieselben Vitae nach
1) Relandus schreibt sie ebenfalls dem Presbyter Hesychius zu,
Nestle S. 5.
2) In der angegebenen Ausgabe der Tractatuurn biblicoruni etc.
S. 37. 42. 49.
3) Migne P. gr. 93, 1348 ff.
4) Migne P. gr. 81, S. 10—11.
5) Cyrill. Alex, elq c£Zor]h xal iß' n^ocpi/tai in Athous Esphigui. 103
(Lampros I 2116) saec. XIII und Athous Panteleem. 710 (Lampros I 6227)
saec. XIX fol. 83.
1. Überlieferungsgeschichte der vitae prophetarum. 21
einer Notiz bei Migne P. gr. 93, 1347 Nota 4 zu finden, welche
bisher aber noch nicht veröffentlicht wurden.
Ebenso hat Theophylakt dieselben Vitae seinen Kommen-
taren zu den 12 kleinen Propheten beigegeben, von denen aber
vorerst nur fünf veröffentlicht sind: zu Osee (Migne Patr. gr. 1 2 »> .
817 C — D); zu Habakuk (904 B — D, aus der Epiphaniusrecen-
sion II genommen); zu Jonas (968 B — D); zu Nahum (1048 C)
und Michaeas (1189 D).
Auch in zwei HSS der Ambrosiana l sind den Texten ein-
zelner Propheten vitae angehängt, ohne vorerst verglichen worden
zu sein: Ambros. 433 (H 45 sup.) saec. IX zu Joel, Abdias,
Jonas, Habakuk, Sophonias, und Ambros. 260 (D 96 sup.) saec.
X — XI zu Sophonias, Aggaeus, Zacharias.
All diese Exegeten übernahmen die vitae aus einer gemein-
samen Quelle, deren Archetypus der Cod. Monac. gr. 472 am
besten wiedergibt. Es war eine griechische Textausgabe der
kleinen Propheten, in welcher schon frühe jedenfalls vor Theo-
phylakt, saec. VI — VII, die vitae anonym beigefügt waren.
§ 6. Die Recension in den griechischen Menologien und
Synaxarien.
Eb. Nestle2 hat die Gedenktage der Propheten nach den
Acta Sanctorum, dem Martyrologium Romanum, nach dem grie-
chischen Menologium des Kaisers Basilius und dem äthiopischen
Synaxarium zusammengestellt. Da es für uns sich zunächst nur
um die griechischen Vitae prophetarum handelt, so haben wir
an der Neuausgabe des griechischen Synaxariums durch Hip-
polyte Delehaye3 das zuverlässigste Hilfsmittel. Demnach findet
sich Osee am 17. Okt. (Delehaye 143, 15 f.). 2. Joel am 19. Okt.
(149, 5). 3. Arnos am 15. Juni, in einigen Menologienhss auch
am 16. und 17. Juni (749, 27). 4. Abdiu am 19. Nov. (235, 37),
in anderen Hss auch am 18. Nov. und 31. Dez. 5. Jonas am
21. (22.) Sept. (63,8). 6. Michaeas am (21. (22.) April, 5. Januar)
1) Catalogus codicurn graecoruni Bibl. Ambros. Digesserunfc Ae-
midiua Martini et Domin. Bassi tom. I. Mediol. 1900, S. 522. 291.
2) a. a. O. H, S. 5!) ff.
3) Synaxarium ecclesiae CPolitanae e' codice Sirmondiano nunc Be-
rolinensi [Propylaeum ad Acta Sanctorum Novembria] Bruxellea 1902.
22 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
14. August (889, 17). 7. Nahum am 1. Dez. (569, 4). 8. Habakuk
am 21. Dez. (271, 7). 9. Sophonias am 3. Dez. (275, 3). 10. Ag-
gaeus am 16. (17.) Dez. (313, 5). 11. Zacharias am (8. Febr.)
16. (15.) Mai (689, 17). 12. Malachias am 3. Januar (367, 20).
1. Isaias am 9. Mai (665, 26). 2. Jeremias am 1. Mai (645,
4 ff.). 3. Ezechiel am 21. Juli (831, 17). 4. Daniel mit den drei
Jünglingen am 17. Dez. (317, 16).
1. Nathans Vita ist an die Davids angeschlossen am Sonntag
nach Weihnachten (347, 32 ff.). 2. Achias am 9. Januar (3S0, 25),
auch am 12. Nov. (217, 54). Joam am 31. März (573, 13). 4. Aza-
rias am 5. Febr. (446, 23). 5. Elias am 20. Juli (831, 4). 6. Eli-
saeus am 14. Juni (747, 22).
Den meisten dieser vitae prophetarum ist eigen, daß sie am
Schlüsse derselben oft eine Beschreibung der Gestalt des Pro-
pheten beifügen. Auffallenderweise folgen diese vitae nicht einem
bestimmten Typus, sondern sind aus verschiedenen zusammen-
gewürfelt; am meisten berühren sie sich mit der sogenannten
Hesychius- oder Scholienrecension.
Die Vitae prophetarum im Menologium Basilii Porphyro-
geniti1, an denselben Tagen wie im Synaxarium CPolitanum
mitgeteilt, folgen nicht einer unserer Recensionen, sondern haben
deren legendarischen Gehalt, namentlich messianischer Tendenz,
frei mit dem Inhalt der Prophetenbücher selbst verschmolzen,
so daß sie als Parallelzeugen nicht in Betracht kommen können.
§ 7. Lateinische vitae prophetarum.
Die lateinischen Viten umfassen Übersetzungen und eigene
Bearbeitungen.
Die bereits erwähnte lateinische Übersetzung der Dorotheus-
recension der Prophetenleben besorgte ein gewisser Wolf gang
Musculus, welche zum erstenmal mit einer Ausgabe des Eu-
sebius 1557 in Basel erschien und oftmals wieder gedruckt wurde2.
Eine lateinische Übersetzung macht ferner Eb. Nestle3 in
Paris, lat. 4986 (n. 2) namhaft, welche einem gewissen Theodor
1) Migne Patr. gr. 117.
2) Eb. Nestle, Marginal, u. Material., Tübingen 1S93, II, S.S.
3) Ebenda S. 12.
1. Überlieferungsgeschichte der vitae prophetarum. 23
zugeschrieben wird. Welcher Text hier übersetzt ist, bleibt vor-
erst unbekannt.
Eine eigene Bearbeitung dagegen liegt in der Schrift des
Isidor Hispalensis vor: „de ortu et obitu prophetarum", welche
die zweite Abteilung der größeren „de ortu et obitu patrum, qui
in scriptura laudibus efferuntur"1 ausmacht. Hier kommen die
Kapitel 35 — 57 in Betracht, welche in folgender Reihe die Pro-
phetenleben bieten, zunächst 1. Elias Thesbites (c. 34; 140 C).
2. Elisaeus (c. 36; 141 B). Dann 1. Isaias (c. 37; 141 D— 142 C).
2. Jeremias (c. 38; 142 C). 3. Ezechiel (c. 39; 143 A—B). 4. Daniel
(c.40; 143 B— 144 A). 1. Osee (c.41; 144 A). 2. Joel (c.42; 144 A).
3. Arnos (c. 43; 144 B— C). 4. Abdias (c. 44; 144 C). 5. Jonas
(c. 45; 144 C— 145 A). 6. Michaeas (c. 46; 145 A)2. 7. Nahum
(c. 47; 145 A). 8. Habakuk (c. 48; 145B). 9. Sophonias (c. 49;
145 C). 10. Äggaeus (c. 50; 145 B). 11. Zacharias (c. 51 ; 145 C).
12. Malachias (c. 52; 145 C).
1. Nathan (c. 53; 145 C). 2. Achias (c. 54; 145 D). 3. Addo
(c. 55; 146 A). 4. Azarias (c. 56; 146 A). 5. Zacharias filius Joja-
dae (c. 57; 146 B).
In den lateinischen Kaiendarien haben die Propheten erst
spät Einlaß gefunden. Das Martyrologium Hieronymianum3 nennt
nur Aggaeus (4. Jan.), Habakuk (15. Jan.), lob (9. Jan.) und Eli-
saeus (29. Aug.). Ob die Namen schon bei Abfassung des Mar-
tyrologium Hieronymianum aufgenommen wurden oder erst später
eindrangen, will DuchesDe nicht entscheiden.
Die Verteilung der Propheten auf einzelne Tage des Kirchen-
jahres, wie sie in den Acta SS. und im Martyrologium Romanum
aufgezählt sind, hat bereits Nestle4 zusammengestellt.
Hieronymus5 schickt zwar in seinen Kommentaren zu den
1) Migne Patr. lat. 83, nach der Ausgabe von Faustinus Arevalus. Auch
gedruckt in De vita et mortc Mosis libri tres. Cum observationibus Gilb.
Gaulmini. Accedunt I. Pseudo-Dorothei, Tyrii et aliorum veterum apo-
spasmata cur. 1. A. Fabricio, Hamburgi 1714, p. 512 — 551. Über die Echt-
heit s. Nestle S. 5.
2) Hamaker p. 1<> glaubt, dass Micha fehle; offenbar nur in einer
lückenhaften HS.
3) De Rossi et L. Duchesne. Martyrologium Hieronymianum. A.A.
SS. Novembrifl tom. \l pag. LXXX.
1) Marginal, u. Material, a. a. 0. S, 59. 60.
5) Migne Patr. lat. 25 (Tom. 5. 6.)-
24 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
kleinen Propheten jedesmal eine Einleitung voraus, wo er hätte
unserer Texte Erwähnung tun können, allein er berücksichtigt
sie nirgends. Auch Nestle, welcher Spuren davon suchte, fand
nichts Bemerkenswertes. Ob sie unter die fictae revelationes
omnium patriarcharum et prophetarum fallen, von denen Hiero-
nymus gegen Vigilantius Erwähnung tut, läßt sich nicht aus-
machen1.
Einen armenischen Textzeugen haben wir in Cod. Monac.
armen. 13 S. 102— 118: „Tod der Propheten"2.
§ 8. Die dem Epiphanius von Cypern zugeschriebenen
syrischen vitae prophetarum.
Eb. Nestle hatte in seiner ersten Auflage der syrischen Gram-
matik (1881) nur die Leben der vier großen Propheten veröffent-
licht, in der zweiten3 dagegen einen ganzen syrischen Epiphanius-
text aus drei Hss des Britischen Museums, add. 12178. 14536.
17193. Die Varianten hierzu gab er in seinen Marginalien und
Materialien4. Darnach beläuft sich der Umfang der vitae pro-
phetarum zunächst auf die vier großen, dann die 12 kleinen
Propheten: Osee, Arnos, Joel, Micha, Abdiah, Jonas, Nahum.
Habakuk, Zephania, Aggai, Zacharias, Malachias. Es folgen Na-
than, Achias, Joam, Azarias, Elias, Elisaeus, Zacharias, lob. Da-
mit hört der Epiphaniustext auf5: „Vollständig sind die Erklä-
rungen der Propheten, welche von Epiphanius, Bischof von Cypern,
gemacht sind." Es sind dann noch glossenartig eine Reihe von
Namen beigefügt, Propheten, welche keine Bücher geschrieben
haben.
Eine zweite Recension dieses Epiphaniustextes liegt in zwei
Hss vor, Cod. Sachau 131, welche Fr. Baethgen6 beschrieb, und
1) Vgl. AI. Berendts, Studien über Zacharias -Apokryphen und
Zacharias-Legenden, Leipzig 1895, 23.
2) Von Eb. Nestle, Marginal, p. 15 angegeben.
3) Eb. Nestle, Syrische Grammatik [Porta linguarum Orientalium.
Pars V.] Zweite Aufl. Berlin 1888, S. as bis p.
4) Tübingen 1893, IT. Die dem Epiphanius zugeschriebenen vitae
prophetarum, S. 36 — 43.
5) Nach eigener Übersetzung.
6) Beschreibung der syrischen Handschrift „Sachau 131" auf der k.
Bibliothek zu Berlin in Zeitschrift für die alttestam. Wissenschaft. TL Jahrg.
Giessen 1886, 197.
1. Überlieferungsgeschichte der vitae prophetarurn.
2o
einer Handschrift des Union Theological Seminary in New York1,
beide sehr jungen Datums, die erstere aus dem J. 1862. Beide
gehen, wie der Übersetzer des Textes der letzteren, Isaac H. Hall,
angibt und nach der ausführlichen Beschreibung von Baethgen
zu schließen ist, auf ein und dieselbe Vorlage zurück, repräsen-
tieren also nur einen Text. Die vitae werden genannt: „der
Propheten Triumphe"2, welche von dem heil. Epiphanius von
Cypern verfaßt sind. Der Umfang ist größer als jener der bei
Eb. Nestle edierten vitae. Vorausgeschickt ist ein kurzer Katalog
derjenigen, welche die alttestamentlichen Bücher geschrieben
haben, was offenbar nicht zu unsern vitae gehörte. Dann be-
ginnt unter der Rubrik „Von ebendemselben Heiligen" mit Hiob
der erste der Propheten. Es folgt Moses, dann Josua, dann
Samuel, David, Salomon, Elias, Elisaeus, Isaias, Osee, Arnos, Micha,
0 badiah, Joel, Jonah, Nahum, Habakuk, Zephaniah, Haggai,
Zechariah, Maleachi, Daniel, Ezechiel, Jeremiah, Nathan, Ahijah,
Jojakim, Azariah, Hanan, Hezäel, Jehu. Wie aus der eigentüm-
lichen Stellung des Isaias hervorgeht, ist wohl die Ordnung nicht
die ursprüngliche.
Eine dritte ßecension, erst bekannt seit wenigen Jahren,
liegt vor in der Chronik Michaels des Syrers3, jakobitischen
Patriarchen (1166 — 1199), welcher dem 4. Buche die vitae pro-
phetarum des Epiphanius einverleibte: 1. IV c. 11 teilt er die Vita
des Achias mit; c. 12 des Jojada, Jehu; c. 13: Elias, Abdias;
Michaeas, Elisaeus; c. 14: Zacharias, Arnos, Nahum; c. 15: Jonas,
Osee; c. 18: Isaias; c. 19: Jeremias, Sophonias; c. 20: Ezechiel,
Daniel, Habakuk; c. 21: Aggaeus, Zacharias, Malachias.
Von allen drei syrischen Epiphaniusrecensionen deckt sich
der Umfang der einen mit der andern nicht vollständig, geschweige
denn mit den beiden griechischen des sogenannten Epiphanius.
1) Isaac H.Hall, The Lives of the Prophets in Journal of the
Society of Biblical Literature and Exegesis Vol. VH 1, June 1887. Boston,
8. 28—38.
2) Sachau übersetzte „Ermahnungen", Hall und Baethgen über-
einstimmend Triumphe, s. Baethgen S. 197, Anm. 1. Vgl. Eb. Nestle,
Margin. u. Material. S. 14.
3) Chronique de Michel le Syrien, Patriarche Jacobite d'Antioche
(1166—1199), editee par la premiere fois et traduite en francaia par
I. I'.. Chabot', tome premier, fasc. I. Paris 1899, p. 63— 101.
26 Schemiann, Propheten- und Apostellegenden.
In der ersten syrischen ist gegenüber den griechischen ein Plus
mit Job; in der zweiten ist ebenfalls Job vertreten, mit Moses
Josua, Samuel, David, Salomon; am Schlüsse der mit den grie-
chischen Recensionen sich deckenden Namen sind Hanan, Hezäel
und Jehu beigefügt. Unter diesen in den syrischen Verzeich-
nissen gegenüber dem griechischen Texte überschüssigen Namen
verdienen jedenfalls die vitae des Job und Jehu, weil sie in zwei
syrischen Recensionen vertreten sind, Beachtung. Es ist daher
fraglich, ob sie nicht zu einem ursprünglichen Grundstock ge-
hörten, den der Grieche schmälerte.
Andererseits scheinen aber auch die Notizen über Moses,
Josua schon früh zu der dem Epiphanius beigelegten Schrift ge-
hört zu haben; denn in den kurzen Vitae des Cod. Sinait Syr. 10
saec. IX, welche dem Epiphanius und Cornelius zugeschrieben
werden, sind ebenfalls Moyses, Samuel und David neben Nathan,
Ahias, Joad, Elias, Elisaeus und den 4 großen und 12 kleinen
Propheten mit geschichtlichen Angaben bedacht.
Unter den übrigen syrischen Zeugen von vitae prophetarum,
welche Epiphanius zugeschrieben werden und Nestle namhaft
machte1, scheinen nur die genannten der Öffentlichkeit über-
geben worden zu sein. Es wäre daher sehr wünschenswert, wenn
die verschiedenen syrischen Texte vielleicht in der Patrologia
orientalis nach Recensionstypen geschieden ediert würden.
Für uns erhebt sich zunächst die Frage: Sind diese Zeugen
geeignet, zur Herstellung eines zuverlässigen griechischen Textes
der ersten Epiphaniusrecension, für welche wir nur eine griechische
Handschrift haben, beigezogen zu werden? Die Frage scheint
größere Wichtigkeit zu erhalten, seitdem Is. H. Hall schlechte
Lesarten der griechischen Recension auf eine Übersetzung aus
syrischer Vorlage zurückführte2. Wer die Varianten betrachtet,
welche Eb. Nestle zu seiner Ausgabe der Prophetenleben aus
Brit. Mus. add. 171933 und noch mehr aus 121784 anmerkt,
1) Marg. u. Material., S. 13.
2) Notes on the „Lives of the Prophets" in Journal of the Society
of Biblical Literature und ExegesisYI2, Decernber 1SS6. Boston, S. 97.
Juniheft 18S7, S. 38 f.
3) Die dem Epiphanius zugeschriebenen vitae prophetarum in dop-
pelter griech. Recension in Marginal, und Materialien S. 37.
4) Ebenda S. 39.
1. Überlieferungsgeschichte der vitae prophetarurn. 27
wird die Unmöglichkeit eine einheitliche1 syrische Epiphanius-
recension herstellen zu können, ersehen. Dieses Urteil wird noch
mehr bestätigt, wenn man den von Is. H. Hall in englischer Über-
setzung gebotenen Text vergleicht. Wir wollen daher wenigstens ver-
suchen, die Recensionsgattung der einzelnen syrischen ..Epiphanius-
texte" festzustellen. Nur ein Beispiel der Parallelisierung der
syrischen Epiphaniustexte mit dem griechischen des Paris. 1115
mag angeführt werden, um Unterschiede erkennen zu lassen.
'yiyjag . . eixe jzeqI SaXo^ieöv rov vlov /iavlö, oxl jiqoGxqov-
gel reo &eö>. Ovroq ijkeyge xal rov ^IsQoßoctfi, ort kav ßaöiXsv-
ot] öoXco jtoQEvasTcci (isrct xvglov. Elöe yag ojrraoiav Cevyog
ßoeöv xaranarovv rov XaoV xal xara. rcov leqeoov EJciroEyov[ra]'
xal jiqogeZjce rä Sakoficöv, ort yvvalxeg avrbv exgz?jgovGiv curo
rov xvqiov xal reo lhQoßoa[i eljiev ort öia reov ovo öaficOJcov
gov jiQOGxQovGeig reo xvgieo xal eIq öovXEiav iözai rb yivoz
Gov. \4jiE&avE 61 ^Ayiac xal sra<p?] GvvEyyvq rr\q öqvbq rr\q
OVG7JQ ev JJrjZcofi.
S = Michael Chron. IV 11 (Chabotl 1, 63): Achias prophetisa
de Salomon qu'il irriterait le Seigneur. II reprit Jeroboam qui
agissait insidieusement avec le Seigneur. II vit dans une vision
un couple de boeufs qui pietinaient le peuple et se preeipitaient
sur les pretres. II predit ä Salomon que les femmes l'eloigne-
raient du Seigneur. II dit aussi ä Jeroboam: par tes deux veaux
d'or, tu seras un scandale pour tout Israel. II mourut et tut
enseveli devant le chene de Silo.
51 = Nach der Ausgabe von Nestle, Syr. Gramm., (Zeile
:>41 — 347): Achiah war von Silo, wo das Zelt von altersher war,
von der Stadt Heli. Er sprach zu Salomon, daß er den Herrn
zum Zorn reizte. Und er sah ein Gespann Ochsen, welche das
Volk des Herrn zertraten und gegen die Priester rannten. Und
er sagte Salomon voraus, daß die Frauen ihn und sein ganzes
Geschlecht betrügen. Er starb und wurde neben der Eiche von
Silo begraben.
52 = Übersetzung von Is. H. Hall der Hs in dem Union
Theological Seminary (Journ. of the Soc. of Bibl. Lit. and Exeg.
VII 1, June 1887, 37): Ahijah the prophet was frorn Sbiloh, from
1) Nach der Überschrift ist der Text der HS Brit. Mus. add. L2178
ein sekundärer, aus zwei andern zusammengearbeitet, b. Eb. Nestle,
8. 39, Amn. 1.
28 Schemiann, Propheten- und Apostellegenden.
the place where the tabernacle formerly was. He prophesied
against Salomon, because he angered God, and woman made him
a fool, and he was perishing thereby. He reproved Jeroboam
for Walking deceitfully with the Lord; and he saw a yoke of
oxen that trod the people of Lord, and ran against the priests.
And he died, and was buried beside the terebinth of Shiloh.
Zunächst seien einige Bemerkungen über den Text bei Mi-
chael dem Syrer gemacht. Er fügte gleichsam als Glossen die
einzelnen Abschnitte des Epiphaniustextes dem jeweils von ihm
behandelten Propheten bei. Dadurch mag es sich auch erklären,
daß einige Propheten wie Nathan und Joel sich nicht bei ihm
vorfinden. Aber auch in dem Inhalt der einzelnen Viten liegen
manche Verschiedenheiten vor, welche teils in Auslassungen, teils
in Zusätzen bestehen. Der Text zu Achias scheint von Michael
dem Syrer durch Auslassung der Schilderung der Persönlichkeit
des Propheten, wie durch freiere Wiedergabe der Weissagung
au Jeroboam nicht getreu wiedergegeben zu sein. Auch in der
vita des Joam (Chabot S. 65), welchen der Syrer Jojada nennt,
hat derselbe abgekürzt und den Ps. Propheten Abiathan genannt,
ein Name, den der Grieche nicht angibt. In den Viten des Aza-
rias (Chabot S. 76) und Elias (S. 68) besteht zwischen den
Texten in Paris. 1115 und bei Michael dem Syrer kein großer
Unterschied; in der letzteren hat Michael am Schluß ein Stück
weggelassen. Da darin aus 3 Reg. 18, 38; 3 Reg. 17, 1 und 4 Reg. 2, 11
geschichtliche Tatsachen erzählt werden, so wäre übrigens auch
eine spätere Beifügung beim Griechen als möglich anzunehmen,
so daß vorerst mit dem Urteil abgewartet werden muß. Joachim
Zehner1 hatte die Bestimmung ex yr\a 'Agaßcov, welche zu der
Heimat Thesbe und zur Zugehörigkeit des Propheten zum Stamme
Aaron nicht wohl paßt, als Verderbnis betrachtet, hervorgegangen
aus falscher Lesart des 'Aagcov; allein auch der Syrer bietet:
dans le pays des Arabes. Ebenso zeichnet sich die syrische Vita
des Elisaeus (Chabot S. 69) durch Umstellungen und durch
starke Abkürzung aus. Auffallend ist wiederum, daß der in S
fehlende Schluß geschichtliche Fakta wiedergibt. In dem Ab-
schnitt über Isaias ist die syrische und griechische Vita so ziem-
lich dieselbe mit Ausnahme von zwei Abweichungen. Der S
1) Divi Epiphanii usw., S. 24.
1. Überlieferungsgeschichte der vitae prophetaruni. 29
(Chabot S. 87) läßt Isaias avec une scie de bois (mit einer Holz-
säge) zersägt sein, eine Bestimmung, welche erst später aus fal-
scher Interpretation des hebräisch-syrischen Ausdruckes für Baum-
säge entstand und sich in unserem griechischen Texte noch nicht
findet. Am Schlüsse der Isaiasvita hat S noch einen Zusatz
aufbewahrt, welchen der Dorotheustext der Prophetenviten im
Unterschied von unserm Epiphaniustext bietet. Aus dieser Ver-
wandtschaft des S mit Dorotheus lassen sich vorerst noch keine
weiteren Schlüsse ziehen; die Vermutung liegt nahe, dass Doro-
theus hierin ein griechischer Text, welcher mit dem S des Epi-
phanius näher verwandt war als die jeweiligen griechischen,
zugrunde lag. Darin wird man bestärkt durch die Wahrnehmung,
daß auch bei Jeremias S des Epiphanius mit dem griechischen
Dorotheus ein Stück über den griechischen Epiphaniustext hinaus
gemeinsam hat. Bei Ezechiel (Chabot S. 94) ist wiederum die
Wahrnehmung zu machen, daß der Schlußteil des griechischen
Textes in S fehlt. Die syrische Vita des Daniel (Chabot S. 96)
zeigt neben kleineren Umstellungen keine wesentlichen Unter-
schiede vom griechischen Texte. Auch bei Osee (Chabot S. 78)
fehlt in S ein Stück der Prophetie am Schlüsse. Bei Arnos
(Chabot S. 75) hat S die fälschliche Bestimmung, als ob er der
Vater des Isaias gewesen wäre, weggelassen. Den Propheten
Michaeas (Chabot S. 69) läßt S gleich dem griechischen Texte
von einem Felsen gestürzt werden. Joel fehlt in S. Die Vita
des Abdias (Chabot S. 69) zeigt in S Umstellungen und am
Schlüsse einen beträchtlichen Zusatz über die Frau und die
Kinder des Propheten, welcher offenbar spätere Glosse ist. Ebenso
weist die Vita des Jonas (Chabot S. 76) kleine Erweiterungen auf;
dagegen deckt sich S des Nahum (Chabot S. 75) fast wörtlich mit
dem griechischen Texte, ebenso in der Vita des Habakuk (Chabot
S. 97), bei welcher in S das Schlußstück fehlt; in der Vita des
Sophonias (S. 89) fehlt in S ein Satz mit der Weissagung über
die Ankunft des Herrn, bei Aggaeus (S. 101) eine offensichtliche
Glosse des griechischen Textes über den sogenannten Hymnus
des Aggaeus und Zacharias, während die Vita des Zacharias(S.lOl)
keine wesentlichen Unterschiede beiderseits zeigt. In der Vita
des Malachias (S. 101) läßt S wiederum die prophetische An-
deutung über die Ankunft des Herrn vermissen. Die Vita des
Zacharias Jojadae filii (S. 70) ist frei von der Verwechslung mit
30 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
dem Vater des Johannes des Täufers, welche der griechische Text
aufweist, unterscheidet sich aber sonst nicht wesentlich von letz-
terem. Der Anhang Symeon und Johannes Baptista fehlt in S.
Vergleichen wir nun S1, die bei Nestle edierte syrische Re-
cension, mit unsern griechischen Texten. Um den Unterschied
zwischen S1 und der ersten griechischen Epiphaniusrecension (A)
hervortreten zu lassen, seien S1, A und andere griechische Re-
censionen einander gegenübergestellt.
S1: Joel war vom Lande Rüben, von dem Acker Bethmaron;
er starb im Frieden und wurde dort begraben. (Nestle, Zeile
213—215.)
A: 'icoijX .. 6 XQo<prjTt]q. Ovxoq i(V eg dygov Bq&cbfi Ix x?]q
yrjq *Povßi(i' JtoXXa ös jcgoscprjxevoe jcegi ^hgovOcüJ]^ xal xeXovq
ed-vcov. 'Ogcöv 6s ajii&avsv hv slgrjvy xal ixdcpr] Bq&cbfi Iv xfl
yfl avxov svöoscoq.
BCDE: 'icorjX hx yrjq i]V xov 'Povßrjv dygov xal Btfro-
fiogcöv xcu ajtid-avev ev elg?]v^ xcu ezct(pr] sxsl.
D^HssBB^): *Ico?]X ... jtgocprjxsvoaq jceqI Xifiov xcu ax-
d-Xltyecoq &V61CQV xcu Jtd&ovq jrgo<p?]xov ötxaiov xcu öl avrov
ävaxcuviofrrjGEod-cu xrjv xxiöiv elq öcoxrjgiav Hieraus geht
hervor, daß S1 nicht von dem Griechen A beeinflußt ist. Vielmehr
scheint es, daß S1 mit dem syrischen Paralleltext zu D, welcher
in hohes Alter, vielleicht in die Zeit des Origenes zurückreicht,
großenteils übereinstimmt. Leider ist der syrische Paralleltext
in Cod. Ambrosianus Syro-Hexaplaris nur zu neun Propheten er-
halten. Ich stelle daher einige auffallende Übereinstimmungen
von S1 mit D zusammen. Das Ende der Vita des Jonas lautet
beiderseits:
D: xcu eöcoxe regaq sjtl Is- S1 (nach eigener, wörtlicher Uber-
govöaX/jfi xcu öXr\v xtjv yl]v, 6xs Setzung): Und er gab ein Zeichen
löcoöt Xi&ov ßocovxa olxrgcdq. über Jerusalem und die ganze
8yyiL,£i xb xtXoq' xcu oxs iöcoöi Erde, daß, wenn sie sehen einen
ev fl£QovöaX?)(i Jidvxa xct s&w], Stein bitterlich schreiend, das
oxi rj jtoXiq tcoq eöcupovq t)cpd- Ende naht und daß, wenn sie
viöxcu oXrj. sehen in Jerusalem alle Völker,
dann die Stadt bis auf den Erd-
boden zerstört werden wird, sie
ganz. (Nestle, Zeile 27U— 273.)
1. Überlieferungsgeschichte der vitae prophetaruin.
31
Ferner in der Vita des Habakuk:
D: "Eöcoxe 6s xtqag xolg iv
xr\ 'iovöaia, öxi otpovxat iv reo
vaco (pmg' xai ovxcng IöcoOl xr\v
ööiav xov vaov. Kai Jtsoi övv-
rsÄEiag xov vaov xqoeijcev oxl
vxb t&vovg övxixov y£V7]6£xai.
S1: Er gab aber ein Zeichen in
Juda, daß sie sehen in dem
Tempel ein Feuer; und so sollen
sie sehen den Ruhm des Tem-
pels; und über das Ende des
Tempels sagte er voraus, daß
es von einem Volke von Westen
her kommen wird. (Nestle,
Zeile 285—289.)
In der Vita des Jeremias: S1: Und in der Nacht war eine
D: Kai iv vvxzi vtfptXt] mg Wolke wie Feuer gemäß der
jivq ylvexai xaxcc xov xvjiov früheren Art, auf daß nicht auf-
zog aQ'/alov (andere Hss xojtov). hört der Lobpreis Gottes von sei-
oxi ov fi?] jiavötjxai i) öo^a xov nem Gesetze. Und deshalb gab
fttov ix xov vofiov avxov. Kai Gott Gnade dem Jeremias, daß er
löcoxev o &ebg xcp TsQSfiia ya- mache das Ende dieses Geheim-
Qiv, Iva xb xiXog xov tuvoxt]- nisses, damit er werde Mitgenosse
qiov avxov avxog jzom/geisv,
Iva yev7]xai ovyxocvojvbg Mcov-
Otcog^xaiofioveioivtcogOr'jfiEQop.
des Moses; und sie sind zusammen
bis zum heutigen Tage. (Nestle,
Zeile 90—95.)
Ich habe hier Beispiele gewählt, in welchen D von den
übrigen griechischen Recensionen abweicht. Eine wörtliche Über-
einstimmung zwischen D und S1 findet sich auch sonst sehr oft.
Man vergleiche folgendes Beispiel:
D: £Zö7)£' ovxog i)v Ix Bs-
Xefiatfr xi~)g cpvXr/g 'ioayao zcü
ixafprj iv xrj yt~] avxov iv sIqtjV)]
xai töcoxe xtoag ?%etv xvoiov
im xrjg yijq, iav 7/ öovg 7] iv
JSrjXcofi lunio'&ij ag. lavxijg, xai
ytvcovxai ÖQvsg ömötxa.
S1: Oseas. Dieser war von Bel-
moth vom Stamme Isachar und
er wurde begraben in seinem
Lande im Frieden. Und er gab
ein Zeicheu, daß kommen wird
der Herr auf die Erde, wenn die
Terebinthus, welche in Silo ist,
gespalten wird in 12 Teile von
selbst und 12 Terebinthen ent-
stehen. (Nestle, Zeile 201— 205.)
Da D bei Osee trotz seines hohen Alters bereits christianisiert ist,
so hat S1 dieselbe christliche Form ohne Weiterbildung bewahrt.
32
Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
Abgesehen von den kleineren Abweichungen ist besonders
auffallend, daß S1 mit den andern griechischen Recensionen nur
selten, manchmal mit der 2. Epiphaniusrecension, aber besonders
mit der anonymen (D) geht; wie in der Vita des Jeremias, wo
der Schluß von S1 sich ganz mit D deckt; ebenso in der Vita des
Jonas; ebenso finden sich in der Vita des Habakuk beiderseits
Anklänge, so daß es nicht rätlich ist, diese Textgestalt S1 als
Zeugen zur Textherstellung einer etwaigen Epiphaniusgrundschrift
einspringen zu lassen. Ebensowenig ist dies ratsam betreffs S^,
der in Cod. Sachau 131 und der HS des Union Theological Semi-
nary in New York vorhandenen Textgestalt, welche die griechi-
schen Viten an Ausführlichkeit übertrifft. Sie ist aus zwei syrischen
Texten geflossen, jenem von S1 bei Nestle, aber auch jenem der
vitae prophetarum bei Sb = Salomon von Basrah „Buch der Biene"
c. 32. Ferner hat S2 bei Osee, Arnos und Michaeas eine etwaige
Datierung dieser Propheten vor Christus angegeben. Es läßt sich
öfters feststellen, daß S2 manche vita geradezu aus S1 und Sb
zusammensetzte. Als Beispiel diene folgende Gegenüberstellung:
S2: Habakkuk was
of the country of
Beth Sachöth, of
the tribe of Simeon,
of theland of Zoar
(Soir). This one
prophesied con-
cerning Christ,
that be should
come and destroyjrum esse
the law s of the
Jews; and before
he saw the capti-
vity, also concer-
ning the subjuga-
tion of Jerusalem.
And he mourned
much.
Sb: Habakuk e tribu
Simeon de terra
Zoar (Süär).
Hie prophetavit
de Christo, eo ve-
niente legem Ju-
daeorum cessatu-
S l : Habakuk war vom
Stamme Simeon, von
dem Acker Beth-
Suchar.
Ehe er die Gefan-
genschaft sah, (er-
kannte er)über die
Einnahme Jerusa-
lems. Und er war
sehr betrübt.
(Nestle, Z.27U-273.)
Solcherlei Fälle ließen sich noch öfters in S2 nachweisen.
Sb scheint ihm namentlich in spezifisch christlichen Zusätzen
1. Überliefe rungsgeschichte der vitae prophetarum. 33
Quelle gewesen zu sein, wie folgende Gegenüberstellung zeigt,
deren Inhalt sonst in keinem bekannten griechischen noch syri-
schen Zeugen sich findet:
S2: Zephaniah .. he prophe- Sb: De Christo passuro pro-
sied concerning Christ, that be pbetavit; solem tenebris obru-
should suffer, and the sun would tum, lunam opertum iri.
become dark, and the moon
be hid.
Ebenso ist in der Vita des Aggaeus die Weissagung über
Christus aus Sb, die andere über die Rückkehr des Volkes aus
Babylon aus S J genommen. In der Vita des Zacharias trat in
S2 eine Verschmelzung ein zwischen jener des Barachiae filius
und jenem Jojadae filius, und zwar nur aus S l entnommen.
Dagegen bot Sb dazu die Veranlassung, welcher den elften Pro-
pheten nicht näher charakterisierte (durch das Attribut Barachiae
filius) , so daß der Kompilator beide in S 1 getrennte Zacharias
für eine Person hielt. Diese und ähnliche Fälle zeigen, daß S2
eine spätere Kompilation1 aus Sb und S1 ist und zur Herstellung
oder Einschätzung einer syrischen Grundschrift nicht in Betracht
kommen kann, zumal auch starke Kürzungen darin vorkommen,
namentlich in den vitae der großen Propheten. Da Sb nur sehr
kurze Notizen über dieselben hat, so konnte S2 diese nicht als
Grundlage nehmen, vielmehr mußte S l dazu dienen, wobei auch
andere Elemente mitwirken konnten. In der vita des Isaias er-
setzen z. B. nur S l und S - das griechische jroX^fiioi, welche
die Israeliten bedrängen, mit „Philister", während S1 im weitern
Verlauf dieser vita, wie auch jener des Jeremias, ebenso des Eze-
chiel stark abgekürzt mit Umstellungen in S2 wiedergegeben ist.
Daneben findet man auch Zusätze in S2 der vita des Jsaias 2,
1) Vgl. Nestle a. a. 0. S. 39 A. 1 zu Brit. Mus. add. 1217s.
2) Z.B.: Griech. Synax.(F) : 8-eToq S2: And because he reprovedMa-
<)': vnrJQxe xov ßaaiki-wq Mavaaafj nasseh the son ofHezekiah, because
vlov E'C,ex!ov. EXiyy^üiv 6e avzbr he did evil and sacrifed to idols, he
^v xalg avout'aiq avvov inQiaO-rj sawed him in two with a wood-
elq ovo fAfza §v?.ivov noiovoq. saw.
Das gesperrt Gedruckte hat F allein gegen alle andern griechischen
Zeugen der vitae prophetarum,
Texte u. Untersuchungen etc. 31,3 3
34 Schemiann, Propheten- und Apostellegenden.
welche er mit dem Text der griechischen Synaxarien gemeinsam
hat. Wenn wir diese drei syrischen „Epiphanius"recensionen
vergleichen, so finden wir die auffallendsten Gegensätze: Während
S die christlichen Geist verratenden Zusätze über die Ankunft
des Herrn ausläßt, deckt sich in der Mitteilung solcher messia-
nischer Weissagungen S 1 öfters mit der griechischen Epiphanius-
recension (A); dagegen ist S2 bedacht, diesen christlichen Gehalt
zu vermehren. Während S hierdurch öfters an die griechische
Dorotheusrecension anklingt, zeigt S * manchmal Berührungen
mit der griechischen anonymen Recension des Vatic. 2125, und
S 2 gar mit dem Text der griechischen Synaxarien und Meno-
logien, welche uns in spätere Zeit hineinführen.
Was durch eine solche Vergleichung gewonnen werden
kann, ist nicht besonders hoch anzuschlagen; immerhin wurde
gezeigt, daß wir keine syrische einheitliche Epiphaniusrecension
besitzen, daß manche auch späteren Einflüssen unterlagen und
daß in der von dem Patriarchen Michael mitgeteilten am ehesten
eine etwaige unverfälschte syrische Grundschrift vorliegt. Auch
Nestles Versuch, die Vita des Nahuni einheitlich zu rekon-
struieren, war undurchführbar.
Angesichts dieser Tatsache ist die von Isaac H. Eball aus-
gesprochene Meinung, daß der von Nestle edierte syrische Text
das Original für die griechischen Epiphaniusrecensionen, ja auch
für die übrigen1 sei, ganz in der Luft hängend. Hall hatte einen
griechischen Text in der HS Philadelph. 1141 (der anonymen
griechischen Recension D angehörend) mit dem Text bei Nestle
verglichen, dabei herausgefunden, daß der Grieche öfters schlechter
überliefere, wobei er aber nicht bemerkte, daß dies auf Kosten
des HSschreibers auch zu setzen ist. Hall läßt seine HS in
der vita des Jeremias überliefern, daß der Prophet in der Nähe
r?/g Krjöemg $>aQaä>'2 begraben wurde. Trotzdem die syrische
Parallele liest: j&uls».. (= des Hauses), wird der Herausgeber
nicht zu der Korrektur (ofyxrjöscog veranlaßt. Mit seinem ein-
mal auf Grund ungenügenden Vergleichungsmaterials vorgefaßten
1) Notes on the „Lives of the Prophets" in Journal of the Society
of Biblical Literature and Exegesis VI 2, December 1886, Boston p. 07 ;
vgl. VE 1, June 1887, p. 38 f.
2) Journal usw. VI 1, Juniheft 1886, S. 30.
1. Überlieferungsgeschichte der vitae prophetarum. 35
Urteil polemisiert Hall des weiteren gegen Baethgen1, welcher
an der griechischen Originalität unserer Viten nicht zweifelt.
Die uns bekannten syrischen Epiphaniusrecensionen sind
nicht geeignet, eine Grundschrift für unsere griechischen Texte
darzustellen; vielmehr unterlagen sie verhältnismäßig mehr als
unsere griechischen spätem Einflüssen.
§ 9. Andere syrische Zeugen von vitae prophetarum.
1. Agnes Sm. Lewis hatte in dem Catalogue of the Syriac
Mss in the Convent of S. Catharine on Mount Sinai2 aus HS
10 (saec. IX.) Prophetenviten veröffentlicht, welche sich in kurzer
Form nur über Zeitalter der Propheten, über Stammesangehörig-
keit und Begräbnisort verbreiten. Sie werden dem Epiphanius
von Cypern und Cornelius von Jerusalem zugeschrieben, haben
aber für unsern Zweck fast kein Interesse.
2. In der römischen Ausgabe der Werke Ephrems des
Syrers3 finden sich Scholien zu den vier großen und einer
Reihe kleinerer Propheten, welchen manchmal vitae, kurze
Lebensbeschreibungen vorausgeschickt sind. Sie haben aber fast
nichts mit unsern syrischen Texten gemeinsam. Z. B. die Nach-
richt über Isaias4 ist eine bloße Inhaltsangabe seiner Weis-
sagungen, ebenso enthält jene des Ezechiel5 nur historische
Daten, bei Daniel6 findet sich kein derartiges Scholion. Da-
gegen zeigt die kurze Lebensbeschreibung des Jeremias 7 einige
Berührung mit unsern Legenden; sie lautet in lateinischer Über-
setzung: Jeremias, patria Anathotites, Taphnis Aegypti urbe a
populo lapidibus oppressus interiit. Situs est in eo loco, ubi
Pharao quondam domicilium habuit: hoc nimirum honore Aegypti
acceptorum ab ipso beneficiorum memores, eius reliquias prose-
cuti sunt. Postmodnm Alexandriam translatae ibidem magnifice
collocatae fuerunt. Duobus supra quadraginta annis prophetavit,
1) Zeitschr. für die alttest. Wissensch. VI. Jahrg. 188G, 197. Vgl.
Hall, Journal of the Society etc. Vi 2, Deceniber 1886, Boston p. 102.
2) Studia Sinaitica Nr. I. London 1894, p. 7.
3) Sancti Patris nostri Ephremi Syri opera omnia, quae exstant Graece,
Byriace, Lafane, in sex tomos distributa. Nunc priraum sub auspiciis Bene-
dicti XIV P. M. e Bibliotheca Viiticana prodeunt. Syriacuni textinn recen-
suit Petras Benedictus S. I. Tom. IT. Syriace et latine. Romae 17 l<».
4) ibidem p. 20. 5) p. 165. 6) p. 203. 7) p. 98.
3*
36 Schennann, Propheten- und Apostellegenden.
sexaginta vero supra quingentos Christi in carne adventuni an-
tecessit.
Von den kleinen Propheten sind Osee (p. 234), Joel (p. 249),
Arnos (p. 255) und Malachias (p. 312) mit kurzen vitae ausge-
zeichnet, wovon jene des Osee, Joel und Malachias mit den
legendarischen vitae prophetarum in manchen Angaben über-
einstimmen; auch jene des Abdias, welche sich bei Ephrem
anderorts findet1.
Ein Vergleich der Vita des Osee mit S1 gestaltet sich also:
Ephrem: Hoseae Prophetae S1: Osee. Er war von Bel-
patria fuit Beelmoth in tribu mothvom Stamme Isachar. Und
Issachar, in eaque mortuus in er wurde begraben in dem Lande
pace sepultus est. Dominum in im Frieden. Er gab ein Zeichen,
terras venturum praedixitet eius daß der Herr auf die Erde kom-
adventum expresso signo prae- men wird, wenn die Terebinthus
monstravit ... sich spaltet in zwölf Teile
Das Gemeinsame in der vita des Malachias umfaßt in S ]
und Ephrem die Notiz über das engelreine Aussehen des Pro-
pheten und die daraus entsprungene Verehrung des Volkes. Im
übrigen erklärt Ephrem den angelus Malach. 3, 1 und den Elias
Malach. 4, 5 als Johannes Baptista. Besondere Schlüsse lassen sich
weiter nicht ziehen, als daß legendarische vitae prophetarum
von Ephrem benützt wurden.
3. Weitere vitae prophetarum finden sich in cap. 32 des
„Buches der Biene" von Salomon von Basrah (c. 1222), auf
welche schon Jos. Sim. Assemani aufmerksam machte. Neben
einer lateinischen Übersetzung, durch J. M. Schönfelder2 besorgt,
haben wir jetzt die Ausgabe nach einer syrischen und arabischen
HS von Ern. A. Wallis Budge 3 gefertigt. Salomon von Basrah
bietet eine Neubearbeitung mit Vermehrung der messianischen
Andeutungen und Verringerung und Streichung des übrigen
legendarischen Stoffes. Die Prophetenreihe ist folgende: Isaias,
1) Fr. Delitzsch, De Habacuci vita etc. S. 60, Anin. 1.
2) Bamberg 1806, S. 51 ff.
3) The Book of the Bee [Anecdota Oxoniensia, Semitic Series Vol. I.
pari DJ Oxford 1886, p. 69 ff.
1. Überlieferungsgeschichte der vitae prophetarum. 37
die 12 kleinen Propheten, ferner Jeremias, Ezechiel, Daniel,
Achia, Esra, Zacharia Barachiae filius, Simon und Nathan.
4. Besonders von Interesse sind die vitae zu neun der kleinen
Propheten in Cod. Syriac. Ambrosianus Hexaplaris. H. A. Ha-
maker1 hatte in dem öfters zitierten Werke einige Biographien
bereits zum Vergleich mit den griechischen vitae prophetarum
herangezogen.
Dieser Codex Syro- Hexaplaris gibt in einer Unterschrift2
an, daß die syrische Übersetzung des alten Testamentes3 auf
eine griechische Handschrift zurückgehe, welche aus der
Tetrapia des Origenes in der Bibliothek in Caesarea abge-
schrieben von Eusebius4 und Pamphilus verglichen und ver-
bessert wurde. Die Übersetzung sei im März 617 vollendet
worden. Und zwar sollen Job, Daniel und die 12 kleinen Pro-
pheten auf dem Tetrapiatext beruhen. Der Codex Marchalianus-
Vatic. gr. 2125 enthält, wie bereits bemerkt, ebenfalls die
vitae prophetarum als geschlossenes Ganze (Recension D). Er
wird durch Unterschrift hinter Ezechiel auf Origenes zurück-
geführt. So glaubten Hamaker und Nestle, daß sowohl die
griechischen vitae des Codex Marchai., wie die syrischen des
Ambros. entweder von Origenes selbst herrühren oder schon
1) Comuientatio p. 150 zu Arnos, p. 186 zu Nahum. Nestle, Margin.
und Material., S. 5.
2) Vgl. Matth. Norberg, Codex Syriaco-Hexaplaris Auibrosiano Me-
diolensis. Editus et latine versus, Londini 1787, Toni. I. Praefatio Editoris
p.vnif.
3) Unterschrift zu Isaias in: Codex Syro-Hexaplaris liber quartus Reg.
e cod Parisiensi, Jesaias, duodecini Propbetae etc. e cod. Mediolanensi. Ed.
Henr. Middeldorpf. Berolini 1835. Pars. II, Commentarii p. 508: Explicifc
prophetia Jesaiae secundum interpretationem Septuaginta. — Desumptus
ist et appositus (Jesaias) ex Eusebii et Pamphili codice, quem illi etiam
correxerant e bibliotheca Origenis." Unterschrift zu Arnos (ibid. p. 530).
Propheta Arnos, opus [graece] versuin secundum Hebraicum [Syrus secun-
dum graecumj.
4) Unterschrift zu Malachias (ibid. p.S'JS): Die Vorlage des syrischen
Übersetzers war ein altes Exemplar, in welchem geschrieben war: III.
„Desumti sunt duodecim prophetae ex exemplari, quod erat secundum
versiones quattuor colurunarum (i. e. secundum Tetrapia). Pamphilus et
Eusebius sedulo correxerant. IV. Conversus auteni est hie liber syriace
in Alexaudriae urbe mense Canuni posterioris anni vicesiiui orhi\ i Alexandri,
indictione quinta."
38 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
von ihm gekannt sind. Beide HSS, die griech. und die syrische,
welche hier in Betracht kommen, zeigen aber darin eine Ver-
schiedenheit, daß in der griech. sämtliche vitae vorausgeschickt
sind, in der syrischen aber die vita dem einzelnen Propheten
jeweils beigegeben ist, und zwar nur zu neun derselben. Das
Verhältnis mag hier ähnlich sein, wie bei der Recension E der
griechischen Prophetenviten, welche bald den capitula des He-
sychius beigegeben sind, bald dem griechischen Text der Pro-
phetenbücher, bald den Kommentaren des Theophylakt angehängt
wurden. Dabei ist wohl anzunehmen, daß sie von einem ein-
heitlichen Ganzen erst nachträglich verteilt wurden. Die Fragen,
welche Nestle fernerhin aufwarf, warum nur zu den neun kleinen
Propheten sich die Notizen fänden, auf wen die syrische Über-
setzung zurückgehe, wer Verfasser einer etwaigen Grundschrift
der vitae prophetarum sei, ob dabei Origenes ein Anteil zufalle,
all diese Fragen bleiben nach wie vor noch unbeantwortet.
Nach Nestle's Urteil ist1 „das Syrische des Ambrosianus
jedenfalls Übersetzung aus dem Griechischen".
Die vitae prophetarum sind aus dem Codex Syro-Hexaplaris
noch in keiner der Ausgaben, weder in der von Norberg (1787),
noch in jener von Middeldorpf (1835), trotzdem der letztere daraus
die 12 kleinen Propheten eigens publizierte, veröffentlicht worden.
Weshalb er die am Schlüsse des einzelnen Prophetentextes
stehenden vitae nicht edierte, dafür ist kein Grund einzusehen.
Nach der nun phototypisch durch Ceriani besorgten Wiedergabe
der HS steht die Vita des Osee fol. 99 v, des Arnos fol. 101 v, des
Michah (fol. 103v), des Joel (fol. 104^), des Obadjah (fol. 105),
des Jonas (fol. 106), des Nahum (fol. 106v), Habakuk (108), So-
phonias (fol. 108v). Die vitae der weiteren Propheten fehlen.
Die Recension der syrischen Vitae deckt sich mit der griechi-
schen anonymen Recension (D) des Vatic. gr. 2125; nur geringe
Unterschiede sind wahrzunehmen, welche aber mehr dem Über-
setzer zur Last fallen; z. B. in der Vita des Arnos lautet die
syrische Übersetzung so, als ob der den Propheten tütende
Amasias sein Sohn gewesen wäre: Arnos fuit e Thecoa, et Ama-
sias filius eius . . occidit eum, zudem konnte der griechische
Wortlaut von D dazu Veranlassung werden: 'Alicoz i]v ex
1) Margin. und Material. S. 46.
1. Überlieferungsgeschichte der vitae prophetarmn. 39
Ssxovs. xcu Afiaotac . . avrbv TVfutavlöag, reloq avBlXev avzov
6 vloc avrov . . Inhaltlich ist zwischen der syrischen Re-
cension und der griechischen anonymen nicht der geringste
Unterschied wahrzunehmen. So ist es wohl möglich, daß die
syrische Übersetzung direkt aus einer Quelle floß, welche zu-
gleich jene der Prophetenvitae des Vatic. gr. 2125 war, nur daß
erstere die vitae jedesmal an den Schluß des einzelnen Pro-
phetentextes stellte und sie aus der ursprünglichen Einheitlich-
keit zerteilte.
§ 10. Die Reihenfolge der Propheten.
Die fünf zuerst genannten griechischen Recensionen weichen
in der Anordnung der verschiedenen Gruppen, große und kleine
Propheten, und solche, welche nichts Schriftliches hinterlassen
haben, unter einander ab. Namentlich die Stellung der letzteren
Gruppe weist große Verschiedenheit auf, sogar in HSS ein und
derselben Recension, so daß selten gewisse Prinzipien darin er-
blickt werden können. Bald steht die Reihe Nathan, Achias,
Joad, Azarias a» erster Stelle, wie in Paris. 1115 der Epiphanius-
recension, und es sind dann Elias, Elisaeus angereiht, bald an
letzter Stelle mit noch weiterem Anhang: Zacharias, Symeon,
Johannes Baptista.
Im allgemeinen lassen sich drei Gruppen in der Anordnung
unterscheiden:
a) jene, in welcher diejenigen Propheten, welche nichts
Schriftliches hinterlassen haben, dagegen in den historischen
Büchern des A. T. erwähnt werden, an die erste Stelle gesetzt
werden, wie dies in der griechischen Epiphaniusrecension l I des
Paris. 1115 der Fall ist, ebenso in dem syrischen Texte des Cod.
Sinait. syr. 10, der Epiphanius von Cypern und Cornelius von
Jerusalem zugeschrieben wird. Letzterer erweitert die erste
Gruppe durch Moses und David, und verfährt historisch, indem
er zu Nathan, Achias, Joad, auch Elias, Abdias, Jonas, -Elisaeus
einreiht und dann erst die vier großen und die 10 übrigen kleinen
Propheten erwähnt. Diese historische Ordnung ist auch bereits
1) Der syrische Text beginnt in den HSS mit den großen Propheten.
Eb. Nestle, Syrische Grammatik 2. Aufl. [Porta Linguarum orientalium
Pars V.| Berlin 1888, S. os.
40 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
durch die Überschrift angegeben: „quibus temporibus fuerunt pro-
phetae" und durch die Unterschrift zu Aggaeus und Malachias:
„fueruntque prophetae ultimi". Derselben Ordnung folgte Eu-
sebius 1 in seiner Schrift de vitis prophetarum, welche in Cod.
Marchal.-Vat. 2125 erhalten ist. Er zählt zuerst Propheten auf,
von denen nichts Schriftliches überliefert ist: Samuel, Nathan
und Gad zur Zeit Davids; zur Zeit Jeroboams aber Abia, Asa
und Achias, Samaias, Addo, Azaria, Anania, unter Josaphat und
Achab: Elias, Elisaeus und einige Namenlose, ferner Jehu, Oziel
und Eliada: al£ ov (ptQerai xovxcav iöia CvyyQa/ifiaTa, sondern
es sind nur einige Aussprüche oder Worte von ihnen in den
Büchern der Könige oder in den Paralipomena erhalten. Dann
gibt Eusebius eine vorläufige Datierung der übrigen großen und
kleinen Propheten, indem er als die ersten Osee und Isaias
nennt, dann aber die kleinen, dann die großen Propheten
weiterzählt.
Einen äußeren Grund für die Voranstellung des Nathan und
Genossen glaubte H. A. Hamaker2 geltend machen zu können,
indem er gemäß seiner Scheidungsthese zwischen einer hebräi-
schen und griechischen Grundschrift der vitae prophetarum an-
nahm, daß eine ursprüngliche hebräische Grundschrift nur diese
Viten umfaßt habe. Allein diese Scheidung würde zu einem
undurchdringlichen Wirrsal von hebräischer oder griechischer
Grundlage der einzelnen vitae führen. Viel eher ließe sich die
Überbrückung von dieser ersten zur zweiten Gruppe auf tech-
nische Weise erklären.
b) Die zweite Gruppe stellt dieselben Propheten an letzte
Stelle nach den großen und kleinen. Es wäre nicht undenkbar,
daß alle Recensionen auf eine Grundschrift, auf einem Rotulus ge-"
schrieben, zurückgingen, dessen eines Ende mit Isaias oder Osee
begann, dessen Kehrseite aber die Reihe Nathan usw. aufwies.
Der eine Abschreiber mochte mit Isaias, ein anderer mit Nathan
beginnen, zweierlei Ordnungen, welche dann später bei wieder-
holter Bearbeitung und Abschrift noch mehr Verbindungen und
Veränderungen eingehen mußten. Zu dieser Gruppe gehört vor
allem die Dorotheusrecension, welche die Dreiteilung deutlich
1) Bei Migne P. gr. 22, 1264 ff. Die Schrift enthält eigentlich exe-
getische Exkurse über den Inhalt der Prophezien.
2) Commentatio in lihellum de vita et niorte prophetarum. p. 10 ff.
1. Überlieferungsgeschichte der vitae prophetaruin. 4^
angibt: kleine Propheten, Übergang zu den großen {Xoljiov axl
rovg täööccQaq [layalovg ßaöiovfiav JcXrjQcoöavzag Ovv &acö zovg
iß') und der Anbang : hactenus de prophetis cmi libros con-
scripserunt iam consequenter et de illis dicendum est, quorum
nulli libri circumferuntur (Übers, d. Musculus), wobei Elias, Eli-
saeus, Zacharias, Nathan, Achia, Joath, Azarias mit Jephthe,
David und Samuel genannt werden. Ferner hat diese Anordnung
Isidor von Sevilla in de ortu et obitu patrum, qui in scriptura
laudibus efferuntur c. 34—57 [Migne P. lat. 83, 140 f.]; auch
die Reihenfolge in dem ,,Buch der Biene" c. 32 des Salomon
von Basrah kann mit größern Umstellungen auf diese Gruppe
zurückgeführt werden.
c) Eine dritte Gattung von Texten hat weitere mehr oder
weniger prinzipienlose Anordnungen: so die HS Paris. 1712 des
Ps. Symeon Logotheta, welche die vier großen Propheten durch
Nathan, Elias, Achias, Joad, homo Dei, Elisaeus von den kleinen
trennt. Ebenso hat Michael der Syrer die einzelnen Viten des
Epiphaniustextes als Glossen dem Texte seiner Chronik der ge-
schichtlichen Folge 1 der letzeren entsprechend angereiht.
Aufmerksamkeit verdient noch die Reihenfolge der kleinen
Propheten innerhalb ihrer Gruppe.
Die zwei Ordnungen, die hebräische und die alexandrinische
der LXX, welche die erstere abänderte 2, wechseln auch in unsern
Texten. Die vier letzten Namen sind stets dieselben; es handelt
sich demnach nur um die Stellung der acht ersten. Wenn wir
sehen, daß Theodoret in dem Vorwort zu seiner tQfit]vaia3 der
Propheten eine andere Ordnung befolgt als im eigentlichen
Kommentar, so kann uns dasselbe Unbeständige in unsern
Texten nicht verwundern.
a. Die alte hebräische Ordnung: 1. Osee. 2. Joel. 3. Arnos.
4. Abdias. 5. Jonas. 6. Michaeas. 7. Nahum. 8. Habakuk be-
1) Eine geschichtlich-chronologische Anordnung findet sich in der
Aufzählung des röm. Chronographen vom Jahre 354; s. Theodor Monini-
sen, Über den Chronographen vom J. 354 in Abhandlungen der kgl. sächs.
Gesellschaft der Wissensch. (philol.-hist. Klasse) IL Bd. Leipzig L850, 640.
_) Hieron ynius, in prooem. Joelis, Migne P. lat. Tom. 25, 993 A.
Vgl. C. von Orelli, Das Buch Ezeohiel und die L2 kleinen Propheten.
Nördlingen L888, 197f.
3) Migne P. gr. 81, 1548 D.
42 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
folgen Eusebius (Migne P. gr. 22, 1261—1272); Theodoret,
Kommentar (Migne 81, 1551 f.), Hesychiusrecension (Migne 93,
1348 ff.); Paris. 1712 des Ps. Symeon Logotheta-Textes, Coisl. 205
und 224 der sog. anonymen Recension; Salomon v. Basrah,
Buch d. Biene c. 32; Isidor v. Sevilla (Migne P. lat. 83, 140 ff.)
de vita proph. c. 41 — 52.
b. Die Ordnung der LXX: 1. Osee. 2. Arnos. 3. Michaeas.
4. Joel. 5. Abdias. 6. Jonas. 7. Nahum. 8. Habakuk befolgen
die Dorotheusrecension, die anonyme in Vatic. 2125 aber mit
Umstellung von 2. Michaeas. 3. Arnos; ferner die Epiphanius-
recension I des Paris. 1115; ferner die Epiphaniusrecension II
des Coisl. 120 *.
§ 11. Die Namenerklärungen der Propheten.
Manche Textzeugen schicken den einzelnen vitae Namen-
erklärungen der Propheten voraus. Dazu gehört das Chronicon
paschale (B), die Ps. Hesychiusrecension (E), einige HSS der
anonymen Recension (D), ferner der Text der griechischen
Synaxarien (F) nach der Ausgabe von Hip. Delehaye. Von
lateinischen Zeugen ist zuerst Hieronymus (H) zu nennen, welcher
zweierlei Erklärungen bietet, die einen im Kommentar zu Joel-.
wo alle Prophetennamen gedeutet werden, die andern im Ein-
gang zu jedem einzelnen Propheten. Beide Deutungen weichen
meist von einander ab, je nachdem er die griechische, mehr sym-
bolische Erklärung oder die etymologische, wie er sie in seiner
Schrift de nominibus hebraicis3 gab, die Oberhand gewinnen
ließ. Martinaeus 4 hatte beide Reihen daher einander gegenüber-
gestellt.
Auch Isidor von Sevilla (Li) scheint einer zweifachen Tra-
dition gefolgt zu sein, teils in seiner Schrift „allegoriae quaedam
sacrae scripturae" (Migne Patr. lat. 83, 113 f.), teils in der
andern: „in libros Veteris et Novi Testamenti prooemia" (Migne
Patr. lat. 83, 166 f.). Um nun die Verschiedenheit der Deutungen
1) Zehner a. a. 0. p. 89 f. zählt noch mehr Beispiele aus Amphilo-
chius usw. auf; Dan. Huetius, Demonstrat. evangel. Parisiis 1679, pro-
positio IV, pag. 232.
2) Migne Patr. lat. 25 (tom. 6) 993 B.
3) Migne Patr. lat. 23, 817 ff.
4) Migne Patr. lat. 23, 1623 C—D.
2. Recensionstypen der vitae prophetaruin. 43
und deren teilweise Abhängigkeit erkennen zu lassen, sollen
einige Beispiele angeführt werden, wobei die in Klammern ge-
setzten Siglen zur Verwendung kommen. Z. B.: Joel: avfrai-
qstoc ioyvg (B), ayant] xvqiov 1} ägyj] (EF), incipiens HLi
(sive Dominus Deus H [Migne 25, 1, 615 A]).
Michaeas: orQar?/yog (B), rasi£ivo}Oig ?} Tajtaivovfievog E
(<C F), quis iste? (Li), rig cog = quis quasi aut quis velut (H),
(humilitas H [Migne 25, 1207 B]).
Sophonias : Gxoxsvmv (B), oxojtia xvqiov EF, ?] ovviüg
xQvnxa (F), speculator mysteriorum Domini et abscondens (Li),
xexQVfifiivoQ xvqiov = arcanus Domini (H).
Aus den Abweichungen der einzelnen Recensionen in diesen
drei Beispielen ist ersichtlich, daß B eigene Wege geht, während
E und F miteinander großenteils übereinstimmen. Ebenso scheinen
Li und H gegenseitig abhängig zu sein oder auf eine gemein-
same Quelle zurückzugehen.
2. Kapitel. Recensionstypen und Rekonstruktion einer
etwaigen Grundschrift.
Wie aus den bereits angedeuteten Kontroversen zu ersehen
ist, stehen sich zwei große Fragen gegenüber: Waren die beiden
christlichen Schriftsteller, unter deren Namen die vitae prophe-
tarum im Umlauf sind, Epiphanius und Dorotheus, Verfasser
oder nur Übersetzer? Diejenigen Gelehrten, welche sich bis jetzt
eingehender mit den Viten beschäftigten, H. A. Hamaker1, I.
H. Hall2 und Eb. Nestle3 schwanken zwischen hebräischer
oder syrischer Grundschrift, während Baethgen4 an dem grie-
chischen Original festhält.
1) Conimentatio in libelluni de vita et raorte prophetarum in Com-
mentationes latinae tertiae classis, Institut? Regii Belgici vol. V. Amste-
lod. 1833.
2) Journal of Society of Bibl. Literatare and Exegetical 1830. L887.
p. 28—40; ! 17— 102.
3) Marginal, u. Materialien S.43f.
4) Zeitschrift für die alttest. Wissenschaft VI. 1886, 197.
44 Schemiann, Propheten- und Apostellegenden.
Seitdem Hamaker und auch Delitzsch1 der Frage nach
einer Grundschrift oder einem Grundtypus näher traten, hat „sich
uns eine Reihe ihnen noch verschlossener Quellen eröffnet2."
Eb. Nestle3 konnte „leider eine Vergleichung all der verschie-
denen Recensionen und die Zurückführung auf die ursprünglichste
Form und sodann die sachliche Erklärung und Würdigung dieser
Traditionen" wegen anderweitiger Überhäufung mit Arbeit nicht
machen; dagegen gibt er eine einzige Probe von der vita des
Propheten Nahum. Dabei mußte er manche in der Sache liegende
Schwierigkeiten mit in Kauf nehmen. Da er infolge der mangel-
haften Bezeugung, welche ihm zur Hand war, die Recensionen
noch nicht scheiden konnte, so hatte er jegliche Varianten selbst
der Ausgaben des Torinus und Zehner, die an sich noch mehr
als ihre Grundhs Paris. 1115 fehlerhaft waren, in den Apparat
aufgenommen; ebenso von Einzelhss, welche ein und derselben
Recension angehörten. So mußte er zu folgender Überzeugung
kommen4: „Es ist klar, daß die Arbeit so . . . nicht weitergeführt
werden kann, da so nicht einmal das erreicht wird, daß das
Verhältnis der Texte zueinander klar ins Licht tritt." In der
Tat müssen wir mit Beiseitelassung der unwesentlichen Vari-
anten einzelner HSS, welche übrigens öfters von einer Recen-
sion auch zur andern überspielen, unser Augenmerk auf einen
etwaigen Grundtypus richten. Die Einzelvarianten gehören in die
Ausgabe.
Trotzdem manche Recensionen teilweise wörtliche Überein-
stimmung zeigen, bot keine Textgruppe hinlängliche Sicherheit
zur Rekonstruktion einer gemeinsamen Grundlage, oder um ein
annäherndes Bild eines Urtypus zu gewinnen; vielmehr müssen
zwei Gruppen geschieden werden, eine ausführlichere (christlich
erweiterte) und eine kürzere; jene des Epiphanius I und diese
des Dorotheus. Letztere scheint die ursprünglichere, mehr an
ein hebräisches oder syrisches Original anklingende Grundschrift
darzustellen, wenn wir nur die Lebensbeschreibungen der Pro-
1) Fr. Delitzsch, De Habacuci prophetae vita et aetatc adiecta
diatribe de Ps. Dorotheo et Ps. Epiphanio Lipsiae 1S42.
2) Nestle, Marginalien S. 6.
3) Ebenda S. 43 ff.
4) Ebenda S. 45 f.
2. Recensionstypen der vitae prophetaruni. 45
pheten in Betracht ziehen. Öfters aber — und dies bei den-
jenigen vitae besonders, welche einen größeren Umfang haben,
z. B. bei Habakuk, Zacharias, auch bei Nahum, dann aber bei
den großen Propheten, ferner bei Elias und Elisaeus — zeigten
sich bei Dorotheus keine wesentlichen Differenzpunkte gegenüber
Epiphanius I und den übrigen Recensionen, so daß ein Grund-
stock hergestellt werden konnte.
Am entschiedensten läßt sich die Frage nach einer Grund-
schrift bei den großen Propheten bejahen, wobei sogar die beiden
Repräsentanten eines Urtypus Epiphanius I und Dorotheus gegen-
seitige stilistische Abhängigkeit und wörtliche Übereinstimmung
verraten.
Demgemäß werden folgende Klassen unterschieden und ver-
glichen:
A = recensio Epiphanii I (Paris. 1115),
B = recensio Dorothei,
C = recensio Epiphanii II,
D = recensio Anonymi,
D* = recensio Anonymi (Coisl. 205, Paris. 1712,
Leid. Voss., Philad. 1141),
E = recensio Hesychii,
F = recensio Synaxariorum Graecorum.
Zum weiteren Vergleiche werden dann noch beigezogen:
Li = Isidor Hispalensis, de ortu et obitu Patrum c. 34 — 57
(Migne P. lat. 83, 144 f.).
Sb = Salomon von Basrah (c. 1222), Buch der Biene c. 32.
Ern. A.Wallis Budge, The Book of the Bee [Anecdota Oxoniensia,
Semitic Series, Vol. I part. II] Oxford 18S6, S. 69 und I. M. Schoen-
felder, Salomonis episcopi Bassorensis über Apis, Bamberg 1866,
S. 51 ff.
Ss = Cod. Sinait. syr. 10 (s. IX). Agn. Sm. Lewis, Catalogue
of the Syriac Mss in the Convent of S. Catharine on Mount Sinai
[Studia Sinaitica I] London 1S94, 4 ff. In lateinischer Übersetzung
mir von Dr. C. Julius besorgt.
46 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
§ 12. Osee.
(Sco&fievog BEF oxia$a>v D'F ij <pvXa$ F)
Ovrog 'ßorjh fjv ex Beleficbfr rrjg cpvlijg 'iöayag xal erd<p?j
ev ry yf] avrov ev elgrjvrj (B).
5 'Qörjh 6 JcQocp?]tT]g' vlbg Berjgel. Ovrog syevvrjxrrj ev BeXe-
{icbd- ex rrjg <pvXr)g 'iöayag- Ovrog töcoxe regag rj&iv rbv
xvqlov Ig ovgavov eJtl rrjv yr)v xcu rovro rb örjfielov rrjg
jtagovolag avrov' örav r) ögvg rj ev SiXcofi fiegio&ü äcp* iavrrjg
eig öcoöexa fiegrj xcu ytvcovrai ögveg öcoöexa. Ovrcog xcu eyevero.
10 HoXXa öh jcgocpijrevdag Jtegl rrjg Jiogveiag rov Xaov avrov,
äjte&avev ev elgrjvrj xcu eracprj ev rfj yf] avrov (A).
1. Osee de tribu Issachar ortus in Belemoth. Hie praenun-
tians dedit signum: Veniet Dominus in terram suam, si quercus
quae est in Silo, ex semetipsa in duodeeim divisa fuerit partes
totidemque quercus effecerit. Hie in terra sua sepultus placida
quiete dormivit Li.
2. Osee filius Beeri de tribu Issachar, de vico Beelmuth
(Bee'lmath, Budge p. 69). In mysterio de DNJ Chr. venturo
5 Osee 1,1 — 7 cfr. testament. XII patriarchar. Simeon c. 6 —
10 Osee 5, 4
3 [BCD] ovxoq <Z C ^oijh + vlöq BetjqI C zijq <Z C xal + d-arvav C |
4 slQt'jvy -\- Kai eöcoxev zsoaq tfl-siv rov xvqlov inl zr\q yrjq. idv gnjaiv (<C D)
)) öovq fj iv SiXujf/. [/.egioQ-y slq iß' (<D) dep ' kavzfjq xal ysvcovzai öoveq iß' CD
5 [AD^F] 6 — Beyoei < E o noo<p.] ovrog i)v F Ber/Qt] F Oho;
iyevv. < F iv BsXs(.ico& F ovzoq] ElXaßl/q 6s a>v xal rov &ebv rov
ovQavov xal zijq yfjq oeßo/usvoq xal zovq zü>v i&vCbv &sovg ßiaüjv xal aito-
azQScpö^isvoq xal züov 6/*o<pv?.(ov 'iovöalwv xä a<pdXfj.aza xal rdq ä/uaoziaq
ikeyxav xal 6ioo&ov/ii£voq sös^axo yaoiofiaxa noocprizsiaq xal TtoXXa tiqo-
(prjxevaaq xaxä xe xov ^Iopal/X xal xibv i&vCov F ovxoq] xal E | 7 i$
ovQavov < EF xljv yrjv] xfjq yijq EF yfjq + dvd-oümoiq ovvavaoxQEcpö-
fzsvov (testam. Dan c. ö) D'EF xovxo — oxav <C D*E xovxo — oxav]
oxe Svvei 6 tjXioq iv ZiXtoft xal F | 8 /nepioStjOexai DJE d<p* savxi'jq <
DJEF | 9 yevrjoovzai D'E yevqÖijaovTcu F dtoösxa + tfxoi oi öäyösxa
aitöoxoXoi xal diöägovoi nävxa xä e&vtj tugteveiv elq xdv Xqlotöv F
Sihöexa + inaxovoai (dxo?.ov&fjoai D1) [av] xeo inl yijq (pavsvxi 9-eöj D»E
-)- xal öi1 avrov ccü&TjOsxai näaa ?) y>] D!EF Ovxoq — Xaov avxov]
xavxa TtQotprjxEvoaq F Ovxoq — stQi'jvtj xal < E | 11 xal + ovxcoq (Hxvoav E
avzov -r-'Hv 6s Xsvxög xljv xoi%a ovx slq ßcc&oq, äXXä oxooyyiXov lycnv x
ysvecov' ifi<f>£ol]q xm 'hoaxslß 1} [xcü.Xov rw ^Itoa/j(p F
2. Recensionstypen der vitae prophetaruni. 47
prophetavit: quando natus erit, quercus illa quae in Silo est, in
duodecim partes dividetur. Et gubernabit duodecim (Arab. et
accipiet duodecim discipulos) ex Israel. Mortuus est in pace et
in regione sua sepultus Sb.
15. Osee fuit tempore Oziae ex tribu Issach ar sepultusque
est in terra sua Ss.
Die Vita des Osee läßt zwei bis dreierlei Recensionen unter-
scheiden, die kürzeste des Dorotheustextes1 (B), welche nur per-
sönliche Angaben macht, die längste des Epiphaniustextes I (A),
welche ihm messianische Weissagungen in den Mund legt2, und
eine dritte Gruppe (CD), welche sich aus beiden zusammensetzt.
Die beiden übrigen griechischen Texte (EF) können keine eigene
Bedeutung inhaltlich beanspruchen; auch eine zweite Textgestalt
von D (D1 = Ps. Logotheta in Paris. 1712 und Coisl. 2053) sind
eng mit A verwandt. Ein prinzipieller Unterschied zwischen den
beiden führenden Recensionen A und B liegt zweifellos in der
prophetischen Erweiterung von A, welche alle übrigen griechi-
schen in dieser oder jener Form ebenfalls teilen. Der Inhalt
ist folgender: Die Ankunft des Messias (xvQtog) werde nach der
Weissagung des Propheten durch die Eiche in Silo dadurch an-
gekündigt werden, daß sie sich von selbst in 12 Teile spalte,
aus welchen 12 neue Eichen entstehen. Weder bei Osee, noch
sonst im A. T. ist von einer derartigen Eiche die Rede.
H. A. Hamaker4 sucht eine Erklärung dieser Erfindung zu
geben, indem er durch Genes. 49, 10 unsere Stelle beeinflußt sein
läßt. Hier spricht Jakob von dem nb^lö der da kommen soll,
Worte, die schon von altersher auf den Messias gedeutet wurden.
So mochte Silo durch die Wortähnlichkeit zu der fälschlichen
Weissagung Anlaß gegeben haben, welche noch weiter durch
1) Be?.8fxüj&, wohl BeeXfxü)» = BeXafiüv Jos. 13, 17 (cfr. Judith 8, 3)(?);
B. Aug. Knobel, Der Prophetisuius der Hebräer. II. Teil. Breslau 1837, 154.
2) Übereinstimmend mit testament. XII patriarch. Simeon c. G
(Migne Patr. gr. 2, 1052 A): xvQioq .. . (faivöfxevoq hd y^q ioq av&Qwnoq.
3) Weist eine Erweiterung des christl. Gehaltes, vgl. testam. XII
patriarch. Dan. c. 5 (Migne 1104 A) auf: xvQioq {iv (teocp avrfjq) xolq av&Q<x>-
noii ovvavaOTQ£<p6(XEVog. Vgl. F. Schnapp's Übersetzung der Testamente der
zwölf Patriarchen in E. Kautzsch, Die Apokryphen und Pseudepigraphen
des Alten Testamentes. Zweiter Band. Tübingen 1900, p. 405—485.
1) Commentatio a. a. O. p. 148.
48 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
die Symbolisierung der 12 neuerstandenen Eichen verchristlicht
wurde, durch welche wohl nicht auf die zwölf Stämme Israels
angespielt wird, sondern auf die Apostel, wie manche spätere
-Texte erklären. E und D1 fügen ausdrücklich bei: die neuher-
vorgekommenen Eichen werden dem erschienenen Gotte gehorchen
und nachfolgen, ja F erklärt die 12 Eichen rjroi 61 ömösxa ajto-
öxoXol; ebenso nennt der arabische Text von Sb 12 Jünger.
Text A referiert nicht bloß diese Prophetie und überläßt die
Entscheidung über deren Erfüllung dem frommen Gemüte des
Lesers, wie dies die übrigen Texte tun, sondern fügte noch eine
Tatsachenbestätigung bei: ovtcocxal sysvsro. Ahat noch weiteres
aus etwaigen Weissagungen über den Götzendienst {piOQvüd) des
Volkes mitgeteilt; diese Worte sind in keinen andern Text über-
gegangen und machen nicht den Eindruck der Ursprünglichkeit.
Demgemäß gibt B eine etwaige außerchristliche Grundschrift
(hebräische) am unverfälschtesten wieder, welche nur Angaben
über die Persönlichkeit des Propheten enthielt, wie auch Ss.
Dies mochte auch der Grundbestand der Texte C und D sein,
welche die nachträgliche Beifügung der messianischen Prophetie
dadurch verraten, daß sie nach der abgeschlossenen Vita, welche
sie gleich Dorotheus bieten, erst die angebliche Weissagung an-
fügen, während AED1 letztere organisch verbinden und zwischen
die Angabe der Geburt und des Todes des Propheten einschieben;
ebenso Li und Sb.
§ 13. Joel.
(Av&aiQ8Tog löyvg B ayajtrj xvqiov ?} aQxr) EF i) ayani] &eov
?] äjtaQ'/j] frsov F).
'IcqtjZ ex yr\g ?)v rov 'Povßr/v aygov rov Be&otuoQcov xal
5 ajted-avev ev eigrjvr} xal eragir) exel (B).
7cö?}2 o 7tgo(pr}X7}q' ovtog ijv e£, aygov Brj&cbn Ix z?jg ;'/'_■
'Povßifi' jtolXa öh jzgoe(pr}TevGe jcegl lIegovoa?J]tu xal reXovg
k&vojv. 'Ogcov öh ajted-avev ev elg?jvy xal eracp?] Br/frcbii Iv
xi] y?j avrov evöo^cog (A).
7 Joel c. 3, 1. 9. 12. 20
4 [BCDE] lu)tj?. + vlög Ba&ovt]?. C ix — zov] h vife tpvlrfe CE |
BeQ-ofiÖQvov E QeßoQü>v C
2. Recensionstypen der vitae prophetarain. 49
'IcotjX 6 JTQocprjTTjg. Ovxog ?)v ex Oxeofiaxog Povßifi, ayoov
Mefrouogmv xal jcgocprjxevoag negl Xifiov xal exXeirpecog &vöicöv
xcä jza&ovg jTQO(prjrov öixalov, ov xal ex jcag&evov fielleiv
Ttxi)?)6eö&at etprjöe xal öV avxov ävaxaiviZeöfrai eig Omrijgiav
sräöav x?]v xxiöiv. exi öh xal Jiegl xov ayiov jcvevfiaxog o eXa- 5
ßov oi axodxoXoi ev xr\ fieyaXt] eogxrj x?]g IIevxexoöx?]g eijzojv
öxi' ,.xaöe Xe'yei xvgiog' xal loxai ev xalg eoyaxaig 7]tuegaig,
exyioi aJtb xov Jtvevfiaxog fiov." xal t^g, ev eigrjvi] exoL^r\d-r\
xal ev xr\ 161a yr\ exacpr] (F).
2. Joel. Hie fuit de tribu Rüben, natus in agro Betheron,
ubi etiam in pace mortuus est atque sepultus Li.
3. Joel, filius Phatuel (Bethuel, Budge p. 69) de tribu Rüben.
Mortuus est hie in pace in terra sua. Secundum alium Ochozias
filius Amasiae, virga caput eius percussit; cumque [adhuc viveret,
eum in terram proiecerunt (apportaverunt) et post duos dies
mortuus est Sb.
22. Et Joel ex ea Rüben Ss.
Auch in der vita dieses Propheten bietet B nur persönliche
Notizen, CD, diesmal mit E, folgen ihm. C hat mit dem Syrer
Sb die Angabe filius Bathuel gemeinsam. Nur A und F mit D1
bieten prophetische Exkurse. Nach A enthielten seine Weis-
sagungen die Ankündigung über Jerusalems Ende und den Unter-
gang des Heidentums (c. 3). Bei diesen Gesichten starb er: ogäv
öe äjze&avev. Über diese seltsame Lesart sind bis jetzt zwei
Ansichten laut geworden. Relandus1 erklärte sich diese offen-
bar fälschliche Lesart durch ein Schreibversehen verursacht, das
folgendermassen entstanden sein könnte:
— — — — — — — — — — e§, ayctov Btji}a)fi
OQCOV
ex xrjg Povßifi. JtoXXa de jigoq t/Tevoag Jiegl .... astet) 1
•j Joe] 1, 9—20 — :i cfr. Isa. 7,14 — 4 Joel 2, 22sa — 5 Joel 3, 1 ss
— 7 Act. 2, 17
1 [D'F] iy.XelxpetDq} £x&).Upecoq D1 | 3 xal + u>§ 1 ' ' 8v ••'</ tjas < D1 |
4 avaxaivto&r'jOEOxlai D1 | 5 näaav — 8 l£?s] äni&avev D1 | 8 ixoififöij —
:"'•■! i, liit'h\tu ,'V n~ yj~ avrov £vö6£(i><; I»1
1) Bei II . b. a. 0. p. 163 f.
Texte u. Ontersnchni etc. 81,8 1
50 Scherniann, Propheten- und Apostellegenden.
Der Abschreiber würde dabei das entweder zur Ergänzung
oder nachträglich zur Verbesserung von Brj&cbfi 1 beigefügte oqcov
als eigenes Wort gefaßt haben. Hamaker dagegen glaubt, daß
der Interpolator von A einen Text wie B vor Augen hatte. Als
er nun die kurzen prophetischen Angaben einschob, teilte er
Br]&co^ oqcov, ursprünglich ein einziges Wort in Btj&cofi (Lesart
bei A) und ein vermeintliches oqcöv und schob zwischen beide
Bestandteile seine Zugaben ein. Erstere Auffassung scheint mir
die wahrscheinlichere zu sein, da Hamaker mit einer späteren
Umstellung der Worte kx xr\g yrjg (Povßi{i, das ursprünglich wie
in E vor s£, dyQov B^&co^u gestanden baben müßte, rechnet.
Jedenfalls liegt eine verdorbene Textgestalt in A vor.
D1 dagegen und F haben andere prophetische Notizen ein-
geschaltet, wonach Joel über Hungersnot, über Verdrängung
(Ausfall) der Opfer, über die Leiden eines gerechten Propheten
(welcher aus einer Jungfrau geboren werden soll F), durch den
die Welt erneuert werden wird s lg ömxrjQiav, weissagte, Gedanken,
deren erster Teil Joel c. 1, 9 — 20 entspricht, während der letztere
stark christliche Erfindungsgabe verrät. F hat die Worte von D1
noch mehr christianisiert und verdeutlicht. Hamaker möchte hier
wiederum eine Verbesserung anbringen, indem er ävaxcuviofrrjoe-
öQ-ai tt]v xxlöiv slq öcoxTjQiav in slg xQtxalav verwandelt, was
er aus einer unrichtigen Auflösung von döxrjQLav erklärt. Allein
da durch keine weiteren Worte eine Anspielung auf die Auf-
erstehung des Herrn ausgesprochen ist, so muß man die von
Hamaker vorgeschlagene Lesart für gezwungen und willkürlich
erklären.
Von den übrigen Angaben ist noch hervorzuheben, daß die Les-
arten des Heimatsorts des Propheten d-Eßogmv, ßs&onoQmv, //£#o,wo-
qo)v, ßijd-cbfi, Betheron teilweise auf unrichtiger Auflösung der Sigle
ftTjü-cofj, beruhen, teilweise auf Verwechslung von u (= ß) und //.
Hamaker will Betheron (-pn n^n Num. 32, 36; Jos. 13, 27) als
die richtige Lesart erweisen. Der Syrer Sb berichtet noch von
einer zweiten Tradition, wonach der Prophet nicht ruhig ge-
1) Bethoron s. Eusebius, Onomastikon der bibl. Ortsnamen, hrsg.
v. Erich Klostermann, Leipzig 1904 [Die griech. christl. Schriftsteller,
Eusebius DJ. Bd] S. 46, 21; Hieronymus ebenda S. 47, 18 und Aum.
Andererseits wird Bethramtha als Heimat bezeichnet. Vgl. Aug. Knobel,
Der Prophetismus der Hebräer H, 132.
2. Recensionstypen der vitae prophetarum. 51
storben sei, sondern zunächst von Ockozias mit einem Holze er-
schlagen, aber noch am Leben seiend in seine Heimat gebracht
wurde, wo ihn der Tod erlöste, was offenbar auf Verwechslung
mit Arnos beruht.
§ 14. Arnos.
(2t£Q£(o<jic BE // löxvQ E, xaQx£Qoq, möxoq, ÖQaxxrjq. laöq.
6xXi}o6q. OTEQEog 1] loyyq F).
Atucbq i)v ex &£xove. xal Afiaöiaq ovxvcöq avxov kxvfiJta-
vioe. Tsloq avellsv avxov o vlbq avxov QOJiaXm jclrj^ac xov 5
xgbxa<pov. Kai ext sfijtveov ißd-tv dq xrjv yrjv avxov xal
fisß- rjfisoaq ovo anifravtv xal sxü kxa<prj (B).
Afiaiq 6h o JtQO<pr}xrjq' ovxoq £y£vv?j&?] lv &£xovh ix yr\q
ZaßovXcoV höxi 6h Jtaxijg Hoä'iov xov Jtgocprjxov. AtuaGiaq 6h
0 iegsvq Bs&rjZ Ovxvcöq avxov xvftjcavlöaq Ivtöoa avxov kXoi- 10
6oQ£i, dq xeXoq 6h av£ll£V avxov o vlbq 'Afiaoiov [ev] QOJtaXcp
JcXr/B,aq avxov xara xov xooxayov, öxt i]Xeyx£v avxov Jiegl xrjq
£ve6gaq xcöv 6vo 6akuaX£cov xcöv xqvowv. Kai Ixt £fucv£cov
?/X&£v dq xrjv yijv avxov' xal ajt£&av£ xal ixatyrj Ixü fi£xa
xcöv Jcax£QG>v avxov (A). 15
3. Arnos . . . Hie autem fuit ex oppido Thecue . . . Arnos,
unus de numero pastorum, quem Dominus ablatum inde misit
ad populum Israel praeeipiens ei, ut in Samariam pergeret, et
ibi quae Ventura erant, prophetaret quem Amasias rex frequenter
plagis affecit; novissime Ozias filius eius, vecte per tempora trans-
fixo, crudeli morte neeavit. Post haec semivivens evectus in ter-
ram suam post aliquot dies dolore nimio vulneris animam eunc-
tanter efflavit, sepultusque est cum patribus suis Li.
4 Arnos 1,1; 7, 10 — 9 cfr. Arnos 7, 10. 13 — 13 cfr. 3 Reg. 12,
29; 13, 1
4 [BCDD^] xal — 5 7i?./ßaq] xal rh'^QtO-t] vnb xov vlov 'Afieolov 7i).i'r
§aq avxov £v QOfxipala xazä C n \unavlaaq DE iv qoti. D | 5 6 — ('»
tpnviwv] $l<p£t £[A7tvcorTOQ avxov E kftnvkwv] 6/.iö)q ökiyoipvxCov D | 7 «7rfc'-
Qavev xal] T£).svi>'i<jaq C
8 [AFJ rfe — TiQMpfjrov] Ovxoq fp> naxf/Q ^Hoatov toi- nQvqrijxov xal
tyewy&r] £v Bexovk iv yjj ZaßovXutv x<ü TtQoegrfxevoev exy nevr^xovi
9 Atueoi'aq F | 10 ivrfÖQEvoev F Hamaker p. L50 corrigit iviÖQaq ofr. \
10 | 13 6io <F I 14 ani&ave] (tetä dvo ^(ligaq rx«iu>'t!hi V
\-
52 Schemiann, Propheten- und Apostellegenden.
4. Arnos de regione Thecue. Cruciavit eum sacerdos de
Bethel et tunc occidit. Juxta alium hie est, quem Ochozias ülius
Amasiae virga sua percussit et occidit Sb.
17. Arnos fuit de Thecue; oeeiditque eum Amasias sacerdos
Bethel Ss.
Die vita dieses Propheten ist am weitschweifigsten in A er-
zählt, mit verschiedenen Irrtümern behaftet. F folgt diesmal fast
Wort für Wort diesem Texte. Von B dagegen weichen CDD1
und E fast nur stilistisch ab, C scheint eine Annäherung an A
zu verraten. Nach diesen letzteren Zeugen würde die vita außer
den Angaben der Herkunft1 sich also gestalten. Amasias be-
drängte den Propheten hart2. Dessen Sohn suchte ihn schließ-
lich durch einen Keulenschlag an die Schläfe aus dem Wege zu
schaffen. Noch am Leben kam der Prophet in seine Heimat,
wo er nach zwei (drei) Tagen starb und dort begraben wurde.
Statt der Keule nennt C einen Säbel (goficpala) und E ein ^icpog,
mit welchem der Sohn des Amasias ihn zu töten suchte.
Die Erweiterungen, welche A (P) aufweist, beginnen bereits
mit der Lokalisierung von Thecue, welches nach Zabulon verlegt
wird. Hamaker3 will diesen Irrtum folgendermaßen erklären:
Er glaubt, daß Epiphanius ein hebräisch-lateinisches Glossar zur
Verfügung stand, in welchem Thecua4 in terra sabulorum oder
sabulonis gestanden haben soll, d. h. in der Einöde (Wüstenei),
woraus dann Zaßovlcbv geworden wäre. Eine zweite Möglich-
keit liegt nach Hamaker in der Verwechslung von 2 und 5, da
Thecue zu tfb^Ä gehörte. Beide Erklärungsversuche scheinen
gezwungen zu sein, vielmehr mag eine geographische Täuschung
des Verfassers von A vorliegen.
Die zweite Erweiterung in A und F, wonach der Prophet
Vater des Isaias war, ist jedenfalls auf Verwechslung von tfttXP
1) S. hierüber Nestle, Marginalien S. 55.
2) Nach Am os 7, 10 ss wird der Prophet von dem Oberpriester
Amasia aus Bethel vertrieben.
:;) a. a. 0. S. 151.
4) Eusebius-Hieronymus, Onomastikon derbibl. Ortsnamen, hrsg
y. Erich Klostermann S. 86, 13. Zu Eusebius Zeit wurde dort das Grab
des Arnos noch gezeigt.
2. Recensionstypen der vitae prophetarum. 53
der Schreibart unseres Propheten mit flEtf, jener des Vaters des
Isaias, zurückzuführen1.
Die weitere Ausschmückung in A, insbesondere die Angabe
des Grundes, weshalb Amasias den Propheten peinigen ließ,
scheint auf Arnos 7, 10 zu beruhen, wo auch Amasias Priester
von Bethel genannt und des Götzendienstes geziehen wird2. Etwas
unklar ist das Wort eveöga, welches Hamaker auf das Hebräische
VlttJD'a (Ärgernis) zurückführt. A folgte demnach einem histori-
schen Anhaltspunkte; dennoch scheint dieser Gedanke der ur-
sprünglichen vita fremd gewesen zu sein. Denn auch in keiner
der syrischen vitae, auch nicht jener des Codex Syro-Hexaplaris
Ambrosianus3 ist hiervon die Rede, vielmehr stimmt letztere
wesentlich mit Dorotheus (B) überein; nur ist hier eine ver-
hängnisvolle Umstellung vorgenommen, wonach des Arnos eigener
Sohn Amasias seinen Vater ermordet hätte, als ob der griechische
Text lauten würde: . . . Afiaoiaq o vloq avxov övyyäiq avxbv
rv^jtaviöaq avelXev.
§ 15. Abdias.
(/lovXevo)» xvq'lco B öovXoq xvqiov F 1} e£,0[toXoyov[/evoc F öovXoq
egofioXoyrjzoq E).
Aßöiov o jcQocpi]T7]g' ovroq i}v ex rrjq 2vyh[t e$ äygov
BtjOfrayafiao. Ovroq eöxiv o roiroq Jcsvr^xovraQXOq, ov ecpei- 5
Oaxo HXlaq o Oeoßitrjq xai xaxeßr] Jtgoq xbv ßaoiXea. Meto.
de xavxa ajcoXuicov xr\v ßaCiXix?)v avxov vagiv, JtQoöexoXXrjd-y]
x<ö jcQO(p7]TTi] HXia xai eytvexo avxov fia&rjxrjg. Kai JtoXXa
5 4 Reg. 1, 13 ff. — 7 3 Reg. 18, 3 ff. Ista traditio apud Hieronynium,
Ephraein Syrum, Kimchi, Abarbanel vide Budge p. 70 nota, 1
1) Cfr. Hieronyiuus, Comnientar. in Arnos prophetam, Migne P.
lat. 25, 1037 A. Weitere Literatur, -worin diese Verwechslung berichtigt wird
8. P. Dan. Huetii, Demonstratio evangelica, Parisiis 1679, p. 205. Der Irr-
tum findet sich auch bei Clem. Alex, ström. I; bei dem Rabbiner R. I>.i\.
Ganz und in der Vulgata zu Isa. 37,2; 38,1. Vgl. Aug. K nobel, Der
Prophetismus der Hebräer II, 144.
2) Cfr. 3 Reg. 12, 29; 13, 1 ff. Der Götzenpriester Amasias zeigte
Arnos, der gegen die Abgötter predigte, beim Könige Jeroboam an und
hieß ihn nach Juda zurückkehren; s. Au^. Knobel, Der ProphetismuE der
Hebräer II, 146.
3) Hamaker p. 149.
54 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
vjiofielvaq öl avxbv jieqleöcqCezo xal fravcov izacp?] l.v aynro
Brjfrd-aya[iaQ f/Ezcc zcöv JiazEQmv avzov (A).
jtßöiov i]v ex yrjq ^vyhfi dygov BL&ayaQan- Ovzoq x/v
{iad"r)zrjq HXLa xal jtoXXa vjrofitivaq öl avxbv jieqlgwCez o.l.
5 Ovzoq ijv o zgizoq JZEVzrjxovzagyoq ov ecpsioazo ^Hliaq xal
xaztßrj jigbq OypZJLav. Kai fieza, xavza ajioujcmv XELZovoyiav
zov ßaöilEcoq XQOE<pr\zEv6Ev xal ajit&avE zaq>Elq fiEza zöiv
üiaziQcov avzov (B).
4. Abdias de terra Sichern, ortus in agro Betkacaram. Iste
est ille, qui sub Ochozia, rege Samariae, centum pavit prophetas.
Iste est tertius ille dux, cui pepercit Elias1, qui postmodum re-
licto Ochoziae regis ministerio Eliae factus discipulus prophe-
tavit. Quique etiam morte propria obiit, sepultus cum patribus
suis in Sebastia civitate; ubi et Elisaeus propbeta et Joannes
Baptista venerabiliter requiescunt Li.
5. Abdias de terra Sichern, princeps erat de quinquaginta
qui Achab serviebant. Fuit discipulus Eliae et multa ab Achab
sustinuit; dereliquerat enim illuru et post Eliam abierat. Mor-
tuus est in pace. Ex quo Eliae adhaerebat, prophetia dignatus
est Sb.
8. Abdias ex tribu Ephraim, isque erat praefectus copiarum
Achab, isque abscondit centum prophetas in spelunca, eratque
discipulus Eliae prophetae Ss.
Der Geburtsort des Propheten wird verschieden gelesen, bald
Brjd-aoafi, bald Brj&fraydfiaQ. Vielleicht ist Btj&ycoQ2 (1 Reg. 7,
11) zu lesen. Die Erzählung, daß Abdias Haushofmeister des
Königs Achab war und derjenige, welcher 100 Jahwepropheten vor
3 [BCDEF] Btid-ayaoa/j. DF ayQ. Bi&. < CE oixoq— 5 ~i,v 6] 6 xal
CE ovroq — 4 'Hlla] [ia&)]Z£ioaq 6h HXla xöj fieyäXw 71qo<p>'jt>, F
4 neoie oiot,£xo D | 5 6 — 7 ßaoi?Jioq] 6 xoiözäxtjq sxaxörzaoyoq ö xoizoq
Oyotlov xal öerjS-elq xov 'H)üov xal öiaaw&elq 7iaoa66t~(x>q iysvexo Xeizovq-
yöq~ TioXXa 6h 7ia9-a>v xal vnd xov \Ayaaß 6iä xov HXiav xekoq xaza<poo-
vfjoaq &avärov, xazaXtnoiv xov ßaaiXea i}xo?,oi&>ios xiö 'HUq xal D'E |
7 anoSarviv EF
1) Hieronymus, conimentar. in Ab di am prophetam, Migne P. lat.
25, 1151 B; nennt aber statt Ochozias: Achab.
2) Eusebius, Ononiastikon der bibl. Ortsnamen, hrsg. von Erich
Klostermann S. 50, 5.
2. Recensionstypen der vitae prophetarum. 55
dem Grimm der Isebel schützte, dann plötzlich auf den Propheten
Elias stößt und dessen Begegnung mit Achab vermittelt, ist auf
3 Reg. 18, 3 ff. aufgebaut; eine Tradition, welche sich bei Josephus,
im Targum zu 4 Heg. 4, 1 und Talmud, Sanhedrin1 vorfindet.
Unsere Texte dagegen, ebenso Ephrem der Syrer, und Theo-
doret identifizieren unsern Propheten mit dem dritten von Achazias
zu Elia geschickten und von diesem verschonten Hauptmanne
4 Reg. 1, 13. Ephrem der Syrer und Hieronymus combinieren
beide Traditionen. Weiter nehmen unsere Texte die Episode auf,
Abdias habe des Königs Dienst (offenbar als Haushofmeister)
verlassen und sei Schüler des Elias geworden, wobei sich die
Prophetengabe auf ihn übertragen habe.
Mehr Aufmerksamkeit ist diesmal den Texten D ' und E zu
schenken. E nennt Abdias 6 xQiOraxi]g txarovraQyog o TQirog
^jyoZiov. wobei rgiorarijc , wie Hamaker erklärt2, auf eine Ver-
wechslung des hebräischen Zahlwortes "'ttJbttJ mit ttpb"£ = tribunus
zurückzuführen sei.
§ 16. Jonas.
(ziir/Oic xvqiov, o ttmog ßajcrioxrjQ B vcplörov xovovvtoq t]
JlEQlOTEQCC E).
'icoväq 6 xQocprirrjQ' ovrog ovv ex yr\g KaQiafrf/aovfj. jtXrj-
oiov \tCc6xov JcoXscoq 'EZZJjvcov xaxa ftaXaoöav. Hv tote IlXiag 5
o rroog)TjTrjg hXsyjmv rbv 'Ayaaß ßaGilta Safiagelag xal xaXi-
Oag Zifibv fityaXijv Ixl xt\v yrjv ecpvysv ev t# sgrjfjcp' xal\ktQb-
(ftro Ix tÖ)v xoQaxcov' xai tjtivsv vöcoq ex tov yeitua()QOv, xal
ort e^tjoarOfj 6 yeifiaotjoc Ijteivaös. Kai ijX&sv elg —apEcp&a
rrjq Siöovlaq jrobg yvvalxa yjjoav jtEvryoar, i)rig i]v fi^r?]Q \q
tov 'Icova, xal stOTJZ&ev elg rbv olxov avrtjg- xal ejio'ü]öev
avrm mg jcQoCera^EV avrf]. xal trpayt xal EvZoyiyösv avrfj ohm
6 3 Reg. 17,1; 3 Reg. 21,17. 20. 28 — 7 3 Reg. 17,6 — \) 3 Reg.
17,9 — 12 ::Reg. 17, 12. L5
10 [AD1] r>]q Zitiovtaq < D1 71Q01; — 12 s<paye] etgtav rfv x>'iqccv
ߣTU TOV vlov ttblTJQ *I(Vvä D1
1) C. P.Caspari, Der Prophel Obadja, Leipzig L842, L, 3. Vgl. über
diese Fabeln „entstanden aue der Sucht, gleichnamige Personen zu identi-
fizieren" Aug. Knobel, Der Prophetismus der Hebräer [1,325.
2) a.a.O. S. L64.
56 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
xal sXaico xal sfisivs fier' avrrjg. Ov yag rjövvaro (islvai (isra
räv aJt£QiT(ir)Toov' xal fravovra rov vlbv avrr/g Io)väv avs-
örrjosv 6 d-sbg öia rov 'HXia xal djtsöorxsv avrov Cmvra rfj
[irjTQi avrov öia xrpv (pü.o^sviav. Kai ysvbfisvog r/Xixiag o
5 'Iajväg dxeördXr/ eig Nivsvlv jtgbg tovg Aoovgiovg. Kai sCr/-
rrjösv Imvag ajtoögäoai xvgiov xal xarsjto&rj vjio rov xr/rovg.
xogsv&rjvai ßovXofisvog dg Gagosig' s£sX&o)V ös Ix rov xrjrovg
sxr/gv£s rr/v djtcoXtiav Nivsv'C. Kai fisrsvoi]Oav ol Xivsvlrai
reo d-em xal rjXsrj&rjöav. Kai sXvjtr/{hj Icnväg xal avaxafiipag
10 ovx s/isivsv eig rr/v yrjv avrov' aXXa. JiagaXaßwv r?/v 2ovg
yxogav röiv aXXocpvXcov. EXsys yag ort' ovrmg acpcöfiai rov
ovsiÖiOfiov, ort eip£vadfiJ]v jigo<py]rsvöag xara Nivsv'i. Kai
xaroixrjoag sv yy 2adg sxsl axt&ave xal sra<pr\ sv rät öjitj-
Xaico rov KsvsCiov xgirov. 'Exgocprjrsvöe ös ort' orav löcooiv
15 sv 'hgovoaXrjfi s&vq xoXXa vjio övnxcov, soig eÖafpovg acpavi-
o&rjoerai (A).
*lmvag i/v sx yrjg KagiaO \uaovg JtXr/öiov ACcorov JcoXsmg
'EXXrjvov xara ftdXaööav. Kai sxßgaöB-slg sx rov xrjrovg xal
aJisXd-mv sv Ntvsvf] dvaxafiipag ovx l\usivsv slg rijv yijv avrov,
20 aXXa siagaXaßojv ri]V firjrsga avrov jtagcoxrjOs rr/v —ovg yaygav
aXXocpvXcov sdvwv. "EXsys yag ort' ovroog dcpsXoj rb ovstÖog
tuov: ort sipsvodfjrjV jrgo<p)]rsvöag xara Nivsvrj JtoXsmg X7\g
[tsydXrjg.
Ev ös rbrs *HXiag sXtyymv xal rov oixov Ayadß xal xa-
25 Xsöag Xifisva sjtl rrjv yrjv s<pvysv. Kai eX&ojv rjvgt rijv yjjgav
[isra. rov vlov avrT/g xal Sfisivs Jtag1 avroig. Ov yag t/Övvaro
3 3 Reg. 17, 17. 20 — 5 Jona 1, 2; 3, 2 — « Jon. 2, 1; 4, 2 — 9 Jon.
3, 10 — 12 Jon. 4, 1 s — 25 3 Reg. 17, 1 s
2 ävsarrjasv] tiytiQsv D1 | 12 Nivev't + tfjq fiey&Xijq nöl.ewq lloavoicov,
fj^tXrjae ya.Q o'&söq 6el§ai avxijj, oxf* ov 6vvaxai anoÖQäaat Q-töv D1 |
14 xnixov -\- oixög iaxiv Icjräq 6 yEvöusrog eig rvnov xrjq xov /cvq'iov
avaoxäaeojq xal söwxev xeoaq snl ^Ioga>j/. '/.kyiov oxi öxs D1 | 15 vnb övxi-
xü)v] xöxs fj 710 foc D1
17 [BCDEF] ~r\v + vibq 'AftaM CF + anö r£x$ F KaQiaSsaQifx CF
KaQia9htu E | 18 ixßQccdelq E [ 19 Nivevl F Niv. + xal XTjgvl-at xal F |
h> rrj yijY \ 20 sv xr] Äooovq yöiQa EF | 21 i&vüv < F | 23 (jteydAtjq —
Ovxöq eoziv 6 vldg r/Jc y/'/oc.:, 8v }]ytiQEV H).iaq 6 7ioo<pi)xr}q F | 24 \v
(sie) B olxov < F i'/.9-uiv + elq Zapa<pSa E elq Zäoov&a x/~;q Ztöovia; F j
26 xal — avxolq C
2. Recensionstypen der vitae prophetaruin. 57
[LbvtLV fisra ajctQixftrjxmv. Kai ?]vXoy?jö£V avxi)v. Oavovxa
xbv 'fmväv JcaXiv ?}yeiQEV ix vexqcöv o freoq öia xov HXia.
'H&e'Xtjöe yao öei^cu avxcö , öxi ov övvaxai ajroÖQaoai freov.
Kai avaoxaq 'icoväq fiexcc xr\v Xitu6v ?]X&sv iv yy 'lovöa. xal
ajcodavovoav z/jv tui]xtQa avxov xaxa ztjv Xifiov i&axpEv avztjv. 5
t%6(Jeva z-tjq Aißavov ßaXavov.
'Ev yrj JSaaQ ajzt&avsv xal iza<pi] iv GJi?]lalcp KeveCiov
xqixov yevofiivov tuiäc ffvXtjq iv ?)lutoaic zr\q avao%iaq. Kai
töcoxs xtgaq im IegovoaXtjfi xal oXrjv zyv yr\V oxav iömoi XI-
&ov ßocövza oixxQcöq, eyyiCti xo ziloq. xal özav idcoöiv iv hoov- 10
ßaXrj/i jtavxa xa s&vt], xoxs ?} jtoXiq dcpavio&//OEzai (B).
5. Jonas, columba et dolens, filius Amathi, qui fuit de Getb.
quae est in Opher1, ad gentium praeconia mittitur, missus con-
temnit, contemnens fugit, fugiens dormit: propter quem peri-
clitabatur navis, sed magister navis latentem reperit, cetus abiectum
devoravit, orantem removuit; reiectus praedicavit subversionem.
Sed contristatus in poenitentia urbis et saluti gentium invidit;
gaudet etiam sub hederae virentis umbraculo, et dolet subito
10 Habac. 2, 11
1 avxyv + Siä x?)v $svo6oyj'av avxfjq EF + tjv yäo yiv<x>ox(ov avtijy
ix nowxrjq F fjq xal Davbvxa F 9avövxa xbv vlbv avxfjg CDF | 2 ix — &EÖq]
cyxovö/xtjoe 6h 6 &eög xbv HXlav TtEiväaavxa qeviG&rjvat vnö xr]q yfiQaq,
woxe Evcao&ai ?.v9-fjvai xbv aiyjxbv o xal yiyovsv F | 4 ^Iwväq <C D |
elq ytjv EF 'ioväalav E xal— 5 Xitubv] xaxa ovv xljv 66bv xiXoq Xa-
ßovatjq ti'iq avxov ftqxobq F xal «rroö-. — ßaXävov < C Aißävov < DEF
ßaX. + Jeßßcooag DP] JeßuQaq F | 7 Avxbq 6h xaxwxrjOEv iv yfj Zevaäp
i—ana/jQ E) EF svB-a xal anoS-aviov ixücpr] F iv anrjX.— H avaQyiaq]
ixec C | 8 xal— 9 yf/v] Xiyvov C | 9 xal] iv 6h zip fiiXXsiv xeXeviäv V
10 oixroä>q-\-Xe7iTtiv (pcovfyvxal V + xäv&aoov and §vXov noöq &eor (fO-eyyö-
uevov, töte iyyitEtv EF xb — 11 äcpav.] xfjv awxrjoiav xoxe oipovtai
xijv iEQOvoaXijfi ))6aif>ia^.bvi]v oXrjv tcoq &EfiS?Ju>r xal Eiq avtijv nävca xa
ww; fjget iv tiqooxvvi'iOEi xvqIov (zip xvqIw E) xal uExad->]oovoi zovq
Xi&ovq avxrjq xaxa 6vo(xaq tjXiov xal ixEl ianv (h'arat E // nQOOxvvqoiq
tov tfXEiftfxivov 6iä xb t/)v ''lEQOvaaXlj/x ßöekvx&ijvat iv ioTj/xaiOEi (hjgioiv
(xal Tiäariq axa&aQGtaq El [cf. Habac. 2, 14; Zach. 6, 15; 8, 20; 14, 16 tf'.] xal
Tnxi- i'j^i-i xb xi'/.oq Tcäotjq 7ivo/]q EF | 11 ort >t nbXiq eioq i6ä<povq %<pavi-
axai o?.>) D i6a<pio&rjOExai C
1) I Reg. II. 25 cfr. Hieronymue, comment. in Jonam prophel
Migne P. lat. 25, 1172 A.
58 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
arescente. Tradunt Hebraei, hunc esse viduae filium quem a
inortuis suscitavit Elias. Cuius sepulcrum in quodam urbium
Getb a viculo demonstratur, quod est in secundo milliario a
Sephorim, in itinere quo pergitur Tiberiadem Li.
8. Jonas filius Matthaei (Amittai, im Syr. Matthai) de Gada-
phor (Gath-hepher) e vico Adamps (Küryath-Adämös), qui prope
ad Ascalon et Gazam et littus maris est. Qui cum Ninivitis
tempore regis Sardaua (Surdänös vgl. Budge p. 70) prophetasset,
in terra sua non remansit, quia Judaei ei invidebant, sed cum
matre sua abiit et in Athur (Assuria) habitavit. Timebat enim
invidiam Judaeorum, quia prophetaverat, et prophetia eius non
stetit (non est stabilita, eventu probata). Accusavit autem Achab
regem et famem super terram vocavit. Venit ad viduam Eliae
eique benedixit quia ipsum susceperat, et iterum in terram Juda
reversus est. Mater eius itinere defuncta est; sepelivit eam apud
sepulcrum Debborae et habitavit in terra Sarid (Seridä). Secundo
anno postquam populus de Babel migravit, mortuus et in spe-
lunca Cainan (Kainän) sepultus est. Prophetavit Christo veniente
urbes Judaeorum destruendas esse Sb.
9. Jonas fuit ex Geth Opher (gdhfr), filius Amathi, eumque
salvavit Elias propheta, cum fugeret tempore Oziae regis Ss.
Sonderbarerweise ist in der vita des Jonas die Recension D '
ganz von A abhängig, welches so ziemlich vereinzelt dasteht.
Zwar ist die Kluft zwischen A und B nicht so groß, wie bereits
bei andern vitae festzustellen wrar, vielmehr sind sogar wörtliche
Berührungen wahrzunehmen, allein die Anordnung der Ereignisse
in A weicht doch von B und Konsorten ab. Diese vita scheint
bereits dem Verfasser (Ps. Athanasius) der quaestiones ad An-
tiochum bekannt gewesen zu sein; denn c. 64 wird erzählt coc yctQ
ctQxalog g)EQ£tai loyoq, ', daß er der Sohn der Witwe war, welchen
Elias von den Toten auferweckte. Die geschichtliche Möglich-
keit dieser Erzählung wird von Zehner- entschieden bestritten;
auch Hamaker :! weist in der vita geographische wie chronologische
Verstöße nach, darunter daß Kariathmaum nicht xara 9-aXaooav
1) Ebenso von Hieronymus, commentar. in Jonam prophetam,
Migne P. lat. 25, 1172 B: tradunt .. Hebraei.
2) a. a. 0. S. 101 f.
3) Comnientatio p. 176 ö'.
2. Recensionstypen der vitae prophetarum. 59
gelegen sei. wie sämtliche Recensionen angeben1. Hamaker ver-
mutet, daß hier eine Kombination mit dem Gedanken vorliege
„Jona per mare aufugere cupiente". Ferner führt Hamaker die
Schreibweise 'Aooovg (EF) statt Sovq, der Heimat der Mutter
des Propheten, auf den hebräischen Artikel "Yläft zurück und
stellt chronologische Unrichtigkeiten fest, darunter auch jene,
daß Jonas mit seiner Mutter erst nach der Hungersnot nach
Judaea gekommen sei.
Was die in der vita erwähnten Weissagungen des Propheten
anlangt, so hat A die kürzeste Form erhalten, worin nur von
einer kommenden Zerstörung Jerusalems die Rede ist, welche
durch einen Zug vieler Völker von Westen her eingeleitet und
angedeutet werde. Dieser Grundgedanke ist in B, CD und noch
mehr in EF durch Habac 2, 11 erweitert. Es wurden noch
weitere Anzeichen beigefügt: Xl&ov ßocövru oIxtqöjq (Habac. 2,
11 „denn die Steine schreien aus der Wand") in BCD, in EF xcu
y.avd-aQov ujio gvlov jrgog debv cpdsyyofievov (Habac. „und die
Sparren aus dem Holz . . . antworten"). E schließt dann mit einer
eschatologischen Weissagung ab, welche an Habac. 2, 14 oder
Zach. 6. 15; 8, 20; 14, 16 ff. erinnernd die Anbetung des Herrn auf
der ganzen Welt in Aussicht stellt, dabei aber sichtlich auf Rom als
das neue Jerusalem anspielt: „sie werden die Steine nach Westen
versetzen, wo dann die Anbetung des Gesalbten (//Xeifiutvov)
sein wird, da Jerusalem zur Einöde für wilde Tiere und jeglichen
Schmutz geworden ist und Ekel erregt." Wie dieser Zusatz, so
ist auch jener in D ', wo Jonas als Vorbild der Auferstehung des
Herrn gepriesen wird, sicherlich als ausschließlich christlicher
Gedanke später beigefügt. Auffallenderweise ist Li und Ss ganz
von der Mitteilung von Weissagungen frei, Sb dagegen läßt in
allgemeinerer Form die Zerstörung der Städte Judaeas bei der
Ankunft Christi ankündigen.
1) Die syrischen Zeugen verlegen die Heimat gemäß -A Reg. 14, 25
nach Gath in Hepher. Das Kariatnmaus geben CF mit KaQia&iaQt/j.
wieder (.s. Eusebius-Hieronymuß, Onomastikou der bibl. Orfcsna
hrsg. von Erich Elostermano S. 18, 22. 2-t).
60 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
§ 17. Michaeas.
(JSroarqyoQ B rajtsivcoöig // rajtavovixtvoq E).
Miyaiag 7]V aüio Mooao&i ex cpvXrjq 'E<pQäifi' jtoZZa jcoitj-
öaq rw A%accß vxo Icogafi rov viov avrov av^jQt&rj ev XQrjfivtp,
5 ort rjXeyxev avrov sxl ralg aOeßelaiq xmv nartomv avrov' xal
eracpr] ev ry yfi avrov ftovoq, ovveyyvc Jiokvavdolov 'Evaxeifi.
6. Michaeas de tribu Ephrem in Morathi ortus est. Hie
quoniam peccantem Achab saepius arguebat, sub Jorarn filio
eius de praeeipitio magno provectus oeeubuit. Sepultus est in
terra sua iuxta Polyandrum quod est prope Naim Li.
9. Michaeas Morathites e tribu Ephraim. Joram filius Achab
eum oeeidit. Prophetavit hie de excidio templi Judaeorum et
cessatione Pasch ae per mortem Christi. Mortuus est in pace (et
sepultus in Anikäm Arab.) Sb.
16. Michaeas fuit in diebus Joram filii Achab, ex tribu
Ephraim. Ss.
In dieser Vita hat keine einzige der Recensionen messianische
Weissagungen auch nur angedeutet, trotzdem später aus der
Prophezie des Michaeas die bekannte Stelle: Auch du Bethlehem
(5, 1) usw. Gemeingut der Dogmatik in messianischer Hinsicht
geworden ist. Daher unterscheiden sich alle Texte inhaltlich
nicht, sondern nur durch geringe Zusätze, so daß ein Grundtext,
den wiederum B am besten wiedergibt, erkennbar ist. Die Hei-
3 Mich. 1,1] Jerein. 2(3, 18 — 4 3 Reg. 22, 8 s
3 [ABCDEF| Mry. -f- «5 TtootprjzriQ A fjv and] vioq ^Iegaßioq (3 Reg.
22, 8) 6 Mcoga&lxrjq yiyovev ix C oixoq iyew/jd-?] iv Moga&l A and Mop.]
vldq xov 'Iwgäu. \yevv7i&dq iv Miopa&i F 6 Miopaül D EtpQaifi, -+- xal
TtQoetp/'jTevoev ixt] dy6o>']xovxa rieaaga, ngoikaße 6h xfjv eXevoiv rov Xgi-
axov (cfr. Mich. 4, 1 — 4; 5, 1) hxt] bqaxüoia £§, xal F | 4 inohjaev oixoq A
'A'/äß -+- ßaoiXel 'Ioiöa AF vnd + 6h A avaigeizai AF xgTjuviod-elq A
xgsfxaaS-slq F iv < CD xgq/xvfj gupelq D1 | 5 daeß. + avxov xal A |
avxov -+- cbv inolyoev A xal -+- &aviov iv Mwga&i AF | (> /novtoxazoq A |
fidvoq — 'Evaxsl/Li < C 'Evaxel/i <Z A 'Ev/naxeifi D1 Ev. -f- xal iaxiv 6 xa<poq
avxov evyvtüoxoq (yivcoaxöfisvog F) scoq {(xi%gi- F) x/Jq or \usgov t]/xegaq
(<F) AF
2. Recensionstypen der vitae prophetaruin. 61
mat des Propheten ist wohl Morasti1 zu lesen; in C wird
Michaeas vlbq 'hgaßcöq (3 Reg. 22, 8) genannt, wobei der Name
aus Jimla2 korrumpiert ist. Das Martyrium des Propheten
bestand nach allen Texten darin, daß er von einem Felsen hinab-
gestürzt wurde. Sie wissen nichts von der Tradition, welche die
syrischen Philippusakten3 weiterzählen, daß er mit Backenstreichen
wie ein Knabe mißhandelt worden sei. Unsere Texte berichten
aber auch nicht die Wiederauffindung der Gebeine des Propheten
in Berathsatia unter Bischof Zebenus von Eleutheropolis, von
welcher Sozomenus4 vom Hörensagen her {mq hjiv&ourjv) Kunde
erhielt und Nikephorus5 nach ihm weitererzählt.
§ 18. Nahum.
{Ilagä.xXi]Oiq B 7iagäxh]Toq E jcagaxhjOiq sycb Jiäöiv // cpgo-
vijfia i] vjt6lt]if?iq F).
Naovfi rjv ajib 'EAxsöst jisgav tov 'logddvov dq Brjyaßag
ex <pvlr)2 2!v[iE(6v. Ovroq fisra tov 'imväv Tegaq eöcoxev em 5
Ntvev'i, ort vjtb vöaxcov yZvxt'cov xal jtvgbq vjioycdov ajioZetTcu'
o xal yeyovev. <H ydg JtegLtyovöa avr?]v lijivt] xartxlvöev
avr?]v ev Geiöficö xcu jtvg Ix r/}_: egijfiov bjteld-bv jtdvta t«
4 Nah. 1,1 — 5 — 6 cfr. Nah. 2, 9 ss — 7 Nah. 1, 8 — 8 cfr. Nah. 3, 15
4 [ABCDEF] N. -+- de // KQoq>^%rjq- ohoq A ijv — Btjy.] vlbq EX-
xeaaiov i]v and 'Isoßfj C EXxeaslfi F E/jcsgI DE 'EXxeoiv A 'lood. < BCDEF
elq Brjy.] 'ioßrjyaßaQiv D Bazaßaoijv B Biyaßol ('hjvßaoeiv) E | 5 ovroq]
xal C 'Icoväv + xü Nivevt CDF im N. < BCDF | 6 vnb] änö B |
bnoyelov B imyelov A änoXeixai + // Nlvev'iE | 7 o] oneo C xax&.vGEv C |
8 avooeiofiö) F oeia/nw + xal ändoXeoe B %vqI A ine A9-tbv A ins ?.Q-dv]
i-SrjX&EV xal C itävxa <B to iiprjXöxeoor . . . fitQoq BCF
1) Haraaker a. a. 0. S. 156; Nestle a. a. 0. S. 55.
2) In unserer Vita tritt also eine Identification des Propheten Mi-
chaeas unter König Ahab (3 Reg. 22, 8 ss) ein mit dein Verfasser des
Buches M. Vgl. Aug. Knobel, Prophetismus bei den Eebräern IT, 200.
3) Wright, ed. Apocryphal Acts of the Apostles p. 83f. der eng-
lischen Übersetzung.
4) h. e. VU c. 20 (Migne Fair. gr. 67, L505 C).
5) h. e. XII c. 48 (Migne 146, 916 B). Über seinen Begräbnisort
Enacim (Jos. 11,21) vgl. EusebiuB-Hieronymus, Onomastiken derbibl.
Ortsnamen, ed. Klostermann, Leipzig L904, 3.84,27.
(i2 Scherniann, Propheten- und Apostellegenden.
vipTjÄozsQa avzrjq bvtjcQrjos //tri?]. 'Ajt'öd-avt öt Naov/i lv ti-
Q^vtj, etacprj de ev zy yy avrov.
7. Nahum de tribu Sinieon, in Helcesi trans Betharim natus,
ibique mortuus suo iacet in tumulo Li.
10. Nahum de vico Elcosch, de tribu Simeon. Hie post
obitum Jonae de Ninivitis prophetavit: aquis alternantibus et
igne ascendente Niniveh periturum esse; eo populos superventuros
esse, propter quod eum interficere voluerunt. Hie prophetavit
Christi morte faciem portae templi in duas partes scissum iri et
spiritum sanetum ex eo migraturum esse. Mortuus in pace in
regione sua sepultus est Sb.
18. Nahum fuit ex tribu Simeon Ss.
Sämtliche Recensionen stimmen auch in dieser vita wesent-
lich überein. Nur A und einige HSS von E verlegen Elkese1,
die Geburtsstadt des Propheten jesgav rov ('ioQÖavov), was wohl
nur das unverständliche rov in BCDEF ergänzen sollte. Der
Name Brjyaß/]Q mußte sich alle möglichen Entstellungen gefallen
lassen; der Syro-Hexaplaris liest B?]&yaßQ?] -. Die Angaben, daß
Ninive durch Überschwemmung vöaroav yXvxscov, worunter Ha-
maker den Tigris versteht3, und jcVQog vji&yaiov (nicht wohl
ejciysiov wie A) zerstört werde, mögen teilweise aus Nahum 2,
9 ss geflossen sein.
§ 19. Habakuk.
(JIsQlXrjtpiQ B JtaTtjQ syeQöecog E deöacaicofisvog t] JiaxijQ
eysigcov F).
Afißaxovti r\v sg aygov Btj^ovxccq ex <pvXj]? ~i\uec6v.
1 ivenvQijas C äntS-ave — slQJjvg <C C Naoi\u <C BDEF | 2 aivov
+ rrp/qßäo (sie) A
4 [ABCDEF] BESijOovyaQel F (Bcu&'Ca/ccQicc, 1 Maech. 6, 32) Btj&itov-
'/ü()B BiS-tovyjxQ C Brj&ZovyäQ D
1) Eusebius-Hieronymus, Onomastikon der bibl. Ortsnamen,
hrsg. von Erich Klostermann S. 90, 12; cfr. Cyrill Alex, ad Nah. 1,1;
s. Aug. K nobel, Der Prophetismus bei den Hebräern TL 209.
2) Nestle, Marginalien S. 56 und derselbe in Zeitschrift des deut-
schen Palästinavereins I, 224.
3) Commentatio p. 188.
2. Eecensionstypen der vitae prophetamui. 63
Ovxog sl6s Jigb xi)g alxftaXmöiag nsgl xr\g aXcoöscog fIsgovoaXi'tu.
xal sjtsvd-rjos 0<po6ga sjiI xij jioXei xal reo Xacö' xal oxs i]XQ-sv
NaßovxoöovoöoQ slg IsgovöaXr)(i xov Jtog&tjvai avzrjv, ovzog
scpvysv siq OöxgaxlvrjV xal ?'/v sxsl jrdgoixog dg yrjv 'löi/arjX.
S2g de vjtsOxgsxpav oi XaX6aloi ajtb xr/g IsgovoaXt/fi slg x?]v 5
yrjv avxcöv Xa<pvgov avxr)v Jtoir]öavxsg, xal ol xaxaXouioi oi
ovxsg sv JsgovöaX?]tu xaxsßtjGav tig Älyvjtxov avxbg 6s dvrjX*-
irev slg ryv yi)v avxov xal sXsixovgysi xolg &sgioxalg xov
dygov avxov' söjrstgs yag xgt&ov. '&c 6h r)ipsv avxolg s6sO-
fiaxa, ejtgocprjxtvGE xolg löioig sljtmv' ,.jrogsvotuai syob dg yrjv 10
fiaxgav xal xäyiov sjtavsXsvOotuai' sav 6h ßga6vva>, ajtsvsyxaxs
<payslv xolg d-sgioxalg" Kai ysvöfisvog kv BctßvXcovi xal 6ovg
xb agiöxov xeo AavifjX slg xov Xaxxov xwv Xsovxmv vjiooxgs-
ipag Jtagsöxt] xolg {rsgioxalg sö&iovöi xal] ov6svl sluis xb yivo-
fisvov. Hvvr)xs 6s oxc xdxiov sjitoxgsif'si b Xabg sx BaßvXcövog 15
sig IsgovoaX^fi. "E6orxs 6s xsgag xolg sv xfj 'lovöaia, oxi oipov-
xai sv xeo vaco <pcög fisya 6iaXcciutyav' xal ovxcog I6a>öi xi]v
6o£,av xov {)-sov xal xsgl xr\g ovvxsXsiag xov vaov jtgoslxsv.
oxi vjco s&vovg övxixov ysvrjosxai.' xbxs xb djtXa)tua xov Aaßrjg
slg 6vo us'gjj gayr'jösxai xal xa tJtixgava xcöv 6vo öxvX.oiv 20
aepaigs&rjGsxaf xal ov6s\g yvcoosxai jiov soovxai. Avxa 6s kv
1 Hab. 1, 6 ss c. 2 — 7 cf. Jer. 40, 11. 12 — 13 Dan. 14, 32 ss
1 tisqI — ä?.ü>a.] t/)v sQt'fixojaiv xov vaov xal F | 2 inl — ?.aijj < BCF |
a(f,uÖQa < B | 3 Naß. die ?JA#£V B elg] iv D xov — ovzog < BCDF |
4 elg] iv BCD | 5 anö — 6 noa'joavzeg < BCDF I 7 avxög — 8 elg] ?}v nagot-
xö)v BCDF | 8 ?.eiTovoyöjv C xal •< A | 9 dygov] ).aov C ion. — xqlQ-üv
< BCDF tjxprjOE A t'/.aße BCDF höso/sa BCDF -f- dnevsyxai toi; eoyü-
xaiq C | 10 inoo(p.] nooslne F einwv] ?Jgag F xayjnoz BCDF | 11 ei 6h
ßnaövvib'B | 12 (fayelv < B (payslv] t<) nniovov CF xal — Baßv?..] ravxa
slnuiv vnb äyye/.ov aTii'j/ß-ij siq BaßvXthva ui/.ia xoiaxvoia k^xovza nivzs F |
13 elg — vjiooToixp'ag < BCD iv zip Xdxx<p F j 14 nageaxrj] iniarij BCDF |
ovöhv . . xü)v yivo/cbvcjv B yeyovöq CD | 15 6h -\- 6 7ioo(p>'/Tr]g A + ix xov-
xov C ix] and B vnb DF | 16 slg ^IsQoraaXl/fx] xal tiqö 6vo ixCov äno-
'}ri]<ixfi r/7; inioTooyfjg (vTioorQixp^g F) xal ix<x(pTj iv dygü) I6l(p uövog
iv xri iIov6aiq B) BCDF "Ethoxs — 18 #eof <B uzt ^ tcqo^xijq avaoztf-
osxai xal F | 17 [xiya dia/.äfiipav < CDF | 18 #eof| vaov CD (lovoyevovq'
öi 6h vTiaxovoavxEQ avxov eaovxai iv axöxsiY \ 11) yevrfoezai] aXihoszail?
yevJjoezai + '/ TtÖQ&rjocg xov ia<>r ^IegovoaXtf/t A | 20 ovo /<•';,"/ 1 (juxqo.
CDF + (»'ty^ara F öayr/oexat + iSs/.ttüvzog ix rar vaov i
Ttvevfiaxog !•' | 21 äq>aiQe&$oovTai A l'oovzai] elev I
64 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
TV sQrj[iq) aüi£Vtyß-r\(>ovTai vüib ayyeXcov ojcov iv aoyjj EJiayr]
rj oxrjvr/ xov fiagxvQiov. Kai ev avxolg yvcoo&rjoszai ejtl xeXel
xvgiog, xal cpmx'iOEi xovg öiojxofiEvovg vxb xov ocpsoiq c'jöüieq
Ig ctQxrjg". [Kai öiaömoei avxovc xvgiog ex öxoxovg xal öxiäg
5 {ravaxoV xal eöovzcu ev tixrjvy ayia. Ovxog o uiQO<pr\xi]g üieqI
xrjg sXevoscog xov xvq'iov jtoXXa jcgoEcprjXEVOE' ngb ovo exoöv
üieqI xrjg tJUöxQocpTJg xov Xaov xrjg am) BaßvXcövog äxä&avE'
xal Exacprj ev xä> löitp avxov aygqö Ivöo^cog A].
8. Habacuc de tribu Siraeon, in agro Bethsachar ortus est;
hie ante biennium regressionis filiorum Israel de captivitate in
agro Sabarith, qui est in Ceila, a vita decessit Li.
11. Habacuc e tribu Simeon de terra Zoar (Süär). Hie
prophetavit de Christo: Eo veniente legem Judaeorum cessaturum
esse. Ipse eibum Danieli dispositione divina Babel deportavit.
Judaei eum Jerosolymis lapidaverunt Sb.
19. Habacuc fuit tempore captivitatis, ex tribu Simeon. Is-
que attulit pulmentum Danieli, fuitque in lacu leonum Ss.
Zunächst verdient die Tatsache bemerkt zu werden, daß E
(Ps. Hesychius) keine vita des Habakuk bietet, während der weitere
Zeuge dieser Recension Theophylakt (= E1) dieselbe wörtlich
von C (Epiphanius II) herübernahm. Zur Einschätzung der
einzelnen Recensionen sind besonders zwei Erweiterungen in A
und anderen Texten dienstlich. Die erste zeigt sich in der
Gegenüberstellung folgendermaßen :
A B CDE'F
EmöxQEtyEi o Xabg ex EJiiöxgtipEL 6 X.abg Ix ejciöxq. 6 X. ex Baß.
BaßvXcövog sig h- BaßvXcövog' xal jegb xal jig. ö. exoöv x7jg
QovöaXrjfi. EömxEv övoExcövajto&vröxEL EJiLOxgocprjg {ravoöv
oh xe'gag xolg ev xq I xrjg Ejciovgocprjg xal Ixacpr] xal ev aygco
3'ss cf. Habac. 3, 4 ss
1 äyysXov F iv — 4 aQX'ii] xal xoiq im xsXsi yvioo&t'josxai xvQioq
CE1 xiXovq B | 3 xal] ozi A (pcoxloovoi AD nnc Siwxo/ntvoi; A |
o<pecoq + iv oxözsi B -f- xal anoxataar^asL avxovq tag F | 4 — 8 < BCDE1
4 — 8 Taixa slnibv iv £i(>>'jvy ävsTtaiaaro xal ixd<prj iv ayoco idUo fiövoq.
['Hv de GXQoyyvXov sycuv xö y&veiov, (uxqöv xt TCQoyaivwv xt'jq xoiaj; xal
ovx iv %qv) xovolaq, ov/.tjv xt,v rolytooiv xov ftexu>7iov ?yor. htl xfjq xe<fa-
Xfjq xal xov Ttwywvoq Xsvxaiq xaxeanaQ/.thoc S-piZi] F
2. Reeensionstypen der vitae prophetarum.
65
löicp. "Eöcoxe ös xtgag
xolg hv zjj 'lovöaia,
oxi oxpovxcu ev reo
vaep <pcog xai ovxcog
löcaoi x/jv ö6c.av xov
vaov. Kai jiegi tijg
övvxeXelag xrX.
'fovöala, ort oipovxai exaepr] ev ayoco iöiqj
ev xcp vaco (pcög jiovog ev xy fovdaia'
fiiya ötaXautpav' xai xai sie gl T7Jg övvxe-
ovxcog töojGi xijv 60- Xeiag xxX.
£av xov ireov. Kai
jtsgl x7]Q övvzsJLsiag
xxh
. . fiiiis jtQoscprjxevoe'
3T()6 OVO eXCOV Jt£Ql
xrjg sjiiöxQocptjg xov
Xaov xrjg aotb Baßv-
Xcövog djceO-avs xal
exag)rj ev xo> löiop
avxov ayorö evöo^cog.
Wie aus dieser Zusammenstellung hervorgeht, haben BCDE^F
die eigentliche Biographie des Propheten mit dem Bericht über
dessen Tod abgeschlossen. A dagegen stellte ihn ganz an den
Schluß und hatte die folgenden Mitteilungen über etwaige Weis-
sagungen des Propheten mit der vorausgehenden Biographie ver-
woben. Die übrigen Zeugen lassen in sekundärer Weise dagegen
nach Abschluß der Biographie die Partien prophetischen In-
halts folgen. Wir dürfen hier wohl annehmen, daß A die ur-
sprüngliche Anordnung verlassen und eigenmächtig geändert hat,
indem er den Todesbericht ganz an den Schluß rückte. Auf-
fallend muß es fernerhin erscheinen, daß B nach der Nachricht
vom Tode des Propheten weiterfährt mit xcu jteol xrjg ovvxe-
Xslag xx X. xQoelJtev, als ob bereits eine prophetische Mitteilung
erfolgt wäre. Tatsächlich bieten alle Zeugen mit Ausnahme von
B vorher eine solche, welche über Wundererscheinungen im
Tempel und deren Deutimg auf die zukünftige Verherrlichung
Gottes handelt. Es scheint, daß diese Erzählung in B ausfiel;
denn es liegt diese Annahme näher als jene, wonach diese an
und für sich unbedeutende Mitteilung erst später in den Text
hereingekommen wäre.
Einen weiteren Zusatz hat A allein am Schlüsse beigefügt,
messianische und eschatologische Gedanken enthaltend, deren
Fehlen in sämtlichen andern Zeugen die spätere Abfassung von
A bestärkt und betätigt.
Texte u. I oter Buchungen etc. Bl, 8
(36 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
Über die biographischen Notizen hat Fr. Delitzsch1 ein-
gehende Studien gemacht; er mußte bekennen, daß die Geschichts-
bücher des A. T. nicht eine einzige, das Leben Habakuks be-
treffende Bemerkung aufbewahrt haben, daß fernerhin die Quellen,
woraus jene Geschichten des Dorotheus usw. geschöpft sind, ob
aus jüdisch volkstümlicher Überlieferung oder nicht, sich nicht
nachweisen lassen.
Unsere Texte, welche vielleicht die synagogal-kirchliche Sage
wiedergeben, wissen demnach zu erzählen, daß er in B?]CC,ovyar>2
geboren sei, dann als Nebukadnezar gen Jerusalem zog, sich
nach Ostrakine flüchtete3), nach dem Abzüge der Chaldäer und
der Auswanderung der Juden nach Ägypten in die Heimat zurück-
kehrte, hier Ackerbau trieb und zwei Jahre vor der Rückkehr
des Volkes aus Babylon auf heimatlichem Boden gestorben und
begraben sei. Dabei ist in die Darstellung die apokryphe Er-
zählung (Dan. 14, 32 ff.) von der Entrückung4 Habakuks durch
den Engel zu Daniel nach Babylon eingewoben. Unsere Texte
lassen Habakuk aus dem Stamme Simeon sein, nach der Auf-
schrift der LXX über die apokryphen Stücke von Bei und
dem Drachen ist er aber kx rt]g cpvXrjg Asvlb.
Über das Grab des Propheten berichten Eusebius und Hie-
ronymus6, daß es zwischen Keila und Gabatha gezeigt wurde,
während Sozomenus7 und nach ihm Nikephoras8 ,von dessen
Auffindung in Keia oder Keila infolge eines Traumgesichtes des
Bischofs Zebenus von Eleutheropolis erzählen.-
Der Name Habakuk ist nach Delitzsch von p2~n övfiJttjyvvvai
1) De Habacuci prophetae vita atque aetate, adiecta diatriba de Ps.
Dorotheo et Pseudepiphanio, Lipsiae 1842, 80; und derselbe, Der Prophet
Habakuk, Leipzig 1843, S. H ff.
2) Vgl. Sozomenus h. e. IX, 17 (Migne 67, 1623 C): zayäg Za/apia.
3) Delitzsch, De Habacuci vita pag. 19 f. 21f. Beth-Sacharja
(1 Macc. 6, 32); s. Eb. Nestle, Margin. und Material. H S. 57.
4) Vgl. C. Julius, Die griech. Danielzusätze und ihre kanon. Geltung.
Freiburg 1901, S.15. Über den Ort der Entrückung s. Nestle, Margin. -
5) Delitzsch, Der Prophet Habakuk S. 3. Vgl. Aug. Knobel. Der
Prophetismus der Hebräer H 292.
6) Onomastikon (ed. Er. Klostermann) S. 114, 15.
7) h. e. VH, 29 (Migne Patr. gr. 67, 1505 C).
8) h. e. XH, 48 (Migne 146, 916 B).
2. Recensionstypen der vitae prophetarum. 07
abzuleiten, nicht von p2~X, wie Hieronymus durch luctator fortis
ac rigidus zu erkennen giebt1.
§ 20. Sophonias.
(Sxojievcöv B oxojcia xvqiov EF // ovvielg xqvjito. F).
2oq>oviag o XQo<pr\xi]g' ovrog i]v ex cpvXijg Svpecnv aJtb
ogovg 2aoaßafrä' ejtQorprjrevöe de Jttol rrjg jtoXecog IeoovöaXfjfi,
ort olxoöofirj&rjoerai em xgürrov elg ftfjxog xcä xXarog, xal 5
jiegl reXovg ed-vmv xal ai6yvvr]g aöeßcöv xal Jtegl rrjg rov
xvglov Jtagovoiag' ajie&ave öh [ev axoxaXvipei xvglov] xal era<pt]
ev reo aygm avrov [lovoörarog.
2o<povlag rjv^ ex cpvXrjg 2v[i£(oi> Ig dygov 2aßagd-a&a.
Ovrog jtgoecprjTevGe Jtegl rrjg jtoXecog xal xegl reXovg IogarjX 10
xal aioyyvr]g aöeßcöv xal ftavcbv erd<pt] ev aygco avzov.
9. Sophonias de tribu Simeon, filius Chusi, in agro Saraboth
ortus et gloriosa maiorum suorum stirpe progenitus prophetavit,
mortuusque est atque sepultus in agro suo Li.
12. Sophonias de tribu Simeon. De Christo passufo pro-
phetavit; solem tenebris obrutum, lunam opertum iri. Mortuus
est in pace in patria sua Sb.
20. Sophonias porro ex eadem tribu (Simeon) erat Ss.
Hamaker2 glaubt, daß mit Sabarthatha nicht ein Ort zwi-
schen Jerusalem und Sichern gemeint ist, sondern das heutige
Tripolis, welches diesen Namen getragen habe. Da aber alle
4 cfr. Zachar. c. 14, 10 — 6 Zachar. 14, 12. 18 — (> Sophon. c. 2,11;
c 3, 9. 10. 14. 15. 19 — 10 Soph. 1
3 [AEF] Zo<p. + vldq XovafjY | 4 SaßäpaöpaF ZaQU)9-(ZaßaQÜ>&)~ft
Zaß. + xal EF 6h < EF \ 5 oxt—nXdxoq < EF <> xiXovq + 'ioga^X xal
dvieiaayoyijq xal aojxtjQiaq xCov (Sophon. 3, 9) EF daeßCbv -f- xal öd^tjq
n'>v Sixalcjv xal rov xqixov Tiäorjq nvofjq EF xal tcsqI — 8 fiovöoxaxoq]
xal &ava)v £xä<pt] iv dygio abxov EF
9 [BCD] Sotpovlaq CD + vidq Xoval C HaßagaM CD iv ßaga-
&d D1 | 10 oi't«s<CD 'lOQai/?.\ xüjv iO-väiv CD | 11 #avtbr] zeXevxrfoaq C
1) Delitzsch, Der Prophet Habakuk S. 1.
2) a. a. O. S. 202 ff.
5*
68 Scheruiann, Propheten- und Apostellegenden.
Texte ihn aus dem Stamme Symeon geboren sein lassen, so muß
es doch wohl die Ortschaft Septem puteorum sein. Eine Diffe-
renz zwischen den einzelnen Recensionen verursachen wiederum
die beigefügten Weissagungen; B, C, D bieten den kürzesten
Text, A verrät wiederum am meisten christliche Tendenz, wäh-
rend E und F die aus Sophonias c. 2 und 3 angedeuteten Stellen
weiter verfolgt1. Übrigens gehört die Weissagung über den
Wiederaufbau Jerusalems (bei A) nicht Sophonias, sondern wohl
Zacharias an. Einiges Kopfzerbrechen machten die Worte djct&ave
. . sv axoxaXvxpEi xvqlov. Hamaker sieht diesen Ausdruck als
Dublette des Hebräischen PnrP nib5H2 an, das bereits mit jceqI
r?jq tov xvglov Jtagovöiaq wiedergegeben sei. Allein selbst wenn
beide Ausdrücke auf dieselbe hebräische Grundform sich zurück-
führen ließen, so wäre immerhin die Verschiedenheit der Wieder-
gabe durch einen Übersetzer noch nicht erklärt; ein doppelter
Zweifel entsteht dadurch, daß es fraglich ist, ob der christliche
Gedanke von der Weissagung der Ankunft des Herrn, welcher
sich sonst in keinem Texte findet, auf eine hebräische Grund-
schrift zurückgeht. Auch der Beisatz in EF, daß Sophonias über
den xQiroq Jtaötjq jtvorjg geweissagt habe, ist der christlichen Escha-
tologie entnommen. Ganz mit christlichen Zusätzen durchsetzt
ist Sb, wonach Sophonias über das Leiden Christi geweissagt hätte.
§ 21. Aggaeus.
(Eoqttj BF lograCmv EF y toQTaCoitsvoq F).
'Ayyaloq o JcQorp^rrjq' öxt vsoq cov E7cav7]Xd-EV ex BaßvXcovoq
eiq IegovöaX?](i xcu cpavsQÖJq jzeql xtjq sjti6TQog)7jq tov Xccov
5 ejtQO(prjt8vO£' (xcu aide rt]v olxoöoturjv tov vaov lEQOVöaXTjft
xcu avrbq tipaXXev exeI XQcoToq dXXijXovia' o EQfirjvsvETCU'
aiv£ö03fi8V tco Ccövri frscp. dfit]V 6 sözi yivoixo' ylvoiro). 'Exü
ovv ajre'ß-avs xcu ETCup?) jcXi]Giov tcov Ieqeojv svöo^coq' (öib
Xsyofisv' aXXrjXovta' 6 egtlv vfivoq \lyyaiov xcu Za^agiov).
5 Agg. 1, 8; 2, 10 — 6 Titulus psalm. 137. 145— 148 (LXXi: Ps. 125.
126 (sec. Pesitho); Ps. 111 (sec. Vulgat.)
5 — 8 [AD1] D1 refert etiani illam lunulis inclusam glossam.
1) Über andere Traditionen s. Aug. Knobel, Der Prophetismus der
Hebräer II 246.
2. Recensionstygen der vitae prophetarum. 69
'Ayyatog viog ?)Xfrev ix BaßvXcövog sig 'FsQovGaX?]^ xal
(pavtQcög jtsqI xr\g ijiioxQO(prjg xov Xaov jrgoEcprjxevGe. Kai
eIöbv ex tUEQOvg xi]v olxoöofirjv xov vaov xal fravoov ixa(pr\
jtXrjOiov xov xatpov xä>v leqecov evöoscog cog avxoi.
10. Aggaeus, natus in Babylonia, juvenculus Jerusalem venit,
aedificationem templi aspexit, ac iuxta saGerdotum monumenta
gloriose sepultus requiescit Li.
13. Haggaeus, juvenis Babel Hierosolymani migravit. Pro-
phetavit de Christo: finern f'aciet sacriticiis Judaeorum. Mortuus
est in pace Sb.
21. Aggaeus ex tribu Levi Ss.
Auch hier hat Hamaker1 infolge seiner beliebten These von
einer hebräischen Grundschrift Textverbesserungen angebracht.
Sämtliche Recensionen überliefern eine Weissagung des Aggaeus
jtEQi x?jg sjiioxQOcpfjg xov Xaov. Da bei Aggaeus nun nicht von
der Rückkehr des Volkes, wohl aber von dem Aufbau des Tempels
die Rede sei, so sucht Hamaker Xaov in vaov zu verbessern, da
das Wort aifcj ebenso restaurare wie ex captivitate educere be-
deute. Der Übersetzer, durch die häufigere Bedeutung (educere)
getäuscht, habe Xaov beigefügt. Diese Lösung scheint einige
Wahrscheinlichkeit für sich zu haben, da auch Li den Propheten
über den Aufbau des Tempels weissagen läßt. Auf welche Grund-
laue hier Li zurückgeht, läßt sich nicht ausmachen.
A und D1 berichten noch von der Verfasserschaft des Alle-
in] a durch Aggaeus und Zacharias. Ursprünglich mochten diese
Zusätze wohl Glossen sein und verschiedener Zeit angehören, da
sie in der Mitte und am Ende der vita zu stehen kommen.
Letztere Glosse aXXrjXov'Ca o Igxiv vfivog Ayyaiov xal Za^agiov
:5 Agg. 1,8; 2,10
1 |1jCDEI i; ] loq H 6 xal ayyeXoq räyu D+ovrog in'y'.h, iv Baßv-
Xibvf ijv 6h tu (pvXtjg Aevt xal szi vioq u>v EF i'jji', 1 ix] and E aal -f-
7ln<<i<l 1,11 i'0> niiu Zi'.yi'.nli'r ;>/, IQl&XOVZa JSj" TtQOiXaßt 61 tfjV OttQXCOaiV
toi Xqiozov (cfr. Agg. 2, s töoia ^ß6ofi^xovza F \ 11 «fer C |
;'T(or V iza<prt \- iv ^Iegovaakfifi V \ nkrjoiov] ivümiov C avzol
mW, i E) xal airedq \v ix yivovq iSQazixov EF
1) a. a. 0. S. 206 f.
70 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
rührt wohl von der Benennung der Ps. 145 — 148 bei den grie-
chischen Alexandrinern als 'AXXrjXovia *Ayyalov xcu Zayaoiov her.
§ 22. Zacharias.
(Mvrj/irj d-sov BF [ivrjfir] vtplözov r\ vixrjzrjq Xtovzcov E).
Zayaoiaq o jroocprjzrjq' ovzoq i]v vlbq BagayloV ovzoq i)X-
■d-sv dito zrjq XaXöalcov rjörj jtgoßeßtjxcbq xal hxü cov jroXXcc
5 zcp Xaco jcQOEcprjrevöe' xal TEQaza jtoXXa töcoxev elq äxodeistv.
Ovzoq eijts zcp 'icoöeöix, özi ysvvrjGEi vlbv xcu ev Isqov-
GaXr)(i hgazevosi zcp xvgicp. Ovzoq xcu zbv 2aXad-ir)l evXo-
yrjosv sm vlco XtycoV ozt yEvv?]6eiq viov xcu xaXtöeiq zo ovofia
ZoooßaßrjX. Kai sjtl Kvqov zov ßaöiXtcoq ütoGcov zioaq l'dco-
10 xev tiq vlxoq jceoi Kgoiöov zov Avölcov ßaöiXtcoq' xcu jcegl
Aozvdyovq zov zcov Mrjöcov ßaöiXtcoq xai jceqi zrjq Xeizovoylaq
avzov exQocprjzevösv, r}v Jtoirjöei Kvgoq sjcI [sQOvGaXrjfi xdi
TjvXoyrjöEV avzov Gcpodoa' za de zrjq otoo(pi]züaq avzov zr/q ev
kgovöaXrjfi xal jceql zeXovq efrvcdv xal jieqI zrjq zov vaov
15 IsQovoaXrjfi olxoöoy.r)q' xal aoyiaq JtQO<prjZcöv xal zcov leotcov
xal öutXijq xgiGecoq e^e'9-ezo.
Aned-ave de slq zr)v 'lovöaiav Iv yrjoei (laxgcp xal ezacpi]
Gvveyyvq 'Ayyaiov zov XQO(pr)zov (A). ['Ezacprj eyyvq EXtv-
3 Zachar. 1, 1 — 14 Zachar. 9, 8; 14, 12 — 15 Zachar. 1, 16; 4, 9;
6, 12—15 — 15—16 Zachar. 13, 2—22 — 16 cfr. c. 11, 8. 1?'
3 [ABCDEF] 6 ngo(pi]xi^q— ovxoq2 < B vlöq — i]?.9-ev] ex yevovq
'iogarjX, (pvXfjq Aev'i, eyevvifii] öh ev raXaäö EF xal iX&u>v E rjX&ev
■+- öh F | 4 xijq < B XaXöa'uav + eis ^IegovoaXl^u C | 6 ovzoq] oq xal C |
yevvr/aeiq CF | 7 xib xvglw < B xvgicp -+- elq xvnov zov ä?.7]\Höq (äk^d-ivod F)
dgxisgecoq EF -f- xal negl xi\q Xeixovgylaq avzov Tigostpt'jxevoe %v nou\oei
iv ^IsQovaa?.i/fi xal evlöyrjaev aixov acpööga F | 8 Xeytov — xa?Joeiq] xal B
1) Zogoß. -{- ened-rjxeB xov ßaa.IIeoaCov<BCD \ 10 elqvixoq<.V neol — 11
M/jöojv ßaoiXe(vq-<BCD xal— 11 ßaailecoq<.F \ 11 xal neol — 13 ocpööna
<F | 12 inQO<p.} TtpoTjyöoevoev B Kvooq <BCDF | 13 7ioo<p.] Tioo^r^aecoq
F noo&i'joeojq E ainov xrjq] elSev BCDEF eV<EF | 14 £&ribv + xal
'looai]). CDEF %eol t^<BCD | 15 %QOvaal>iß otxoS. < BCD 'leg. oix]
eojq SeneXimv xaxaaxQO(pijq EF leoetov + xal oaßßäxtov EF leg. -+•
7iQoe(p)'/zevoe C | 16 xal SinX. — 18 nooyi'txov] xal ex/.etntov £xä<prj DE |
'AneS-. — 'lovöaiav] xal exega noXXa ngofprjxevaaq ixotu^S-t] F | 17 elq zfjv
'lovöaiav < B | 18 xov ngocp^xov] AAXqXovCa, Ayyalov xal Za%ag!ov einev
ö 7ivev/j.axixdq ngocfrjXtjq Javlö ev xolq xe?.evxaloiq ipaXfxolq' xovxeaxiv
alvelxe xov 0-edv ev rpaXfioTq xal yogolq neol xrjq inavööov «rro Baßv?.ü)voq D1
2. Recensionstypen der vitae prophetarum. 71
&£Qovjt6Ä£coq ajcb Oxaölcov xsöoaoaxovxa sv aygco xov Nostuav
sv XQOvoiq 'Ecplöov sjuoxojiov sf/tyavio&slq oxi avxoq söxi Za-
Xagtaq vlbq Bagcr/lov, ov {isfivqxat, Höäiaq' ovo/sa ös xcö aygco,
'ivd-a xsixai, Bs&CaQia , (jrjxotttv 'isQovoaXr/fi ajto oxaölcov
Qv (B)J f , , , , , , , . 5
[Ajisxxelve 6s avxbv Icoaq ßaOiXsvq Iovöa fisxasv xov vaov
xal xov &v6ia6xrjQiov, Jtagcuvovvxa avxtö xe xal xcö Xacp avs-
ysod-ai xrjq aösßsiaq xal sjiioxgtcpeiv jrgbq freov xcä X.aßovxsq
avxbv ol isgslq tfraifiav fisxa xov xaxgbq avxov. Kai ajib xoxs
sylvovxo xtgaxa xe sv vaco JtoXXa cpavxaöicoöt] xal ovx toxvov' 10
oi Isgslq siöov ojtxaoiav ayyiXcov &sov, ovxs öovvcu XQr/Gftovq
sx xov Aaßrjg, ovxs öia xcov drjXcov äjtoxgi&TJvat, sv xcö Xacp
coq xb üiq'iv (C).]
11. Zacharias de regione Chaldaeorum valde senex in terram
suani reversus est, in qua et mortuus est ac sepultus iuxta Ag-
gaeum quiescit in pace Li.
14. Zacharias filius Jojadae de Babel in senectute sua reversus
signa in populo fecit. Mortuus est in summa senectute et iuxta
sepulcrum Aggaei sepultus Sb.
Deest in Ss.
Die Varianten der Recensionen in dieser Vita sind nicht
derart, daß wie bisher öfters, zwischen einem kürzern und einem
längern mehr christianisierten Text -Typus geschieden werden
müßte. Nur A hat wiederum die vollere Form bewahrt, welche
D1 bis ins Einzelne übernommen hat, z.B. Kvgov -\- xov ßaöi-
Xicoq üsgocöv, vlxoq -f- ütsgl KqoLöov xov Avöiov. Dagegen
haben B und E beachtenswerte Zusätze am Schlüsse.
Der Inhalt der mitgeteilten Weissagungen läßt sich in zwei
Teile scheiden, in einen apokryphen1, dessen Quellen nicht'nach-
gewiesen werden können, die Weissagungen des Zacharias im
Exil über die Geburt eines Sohnes des Josedek und dessen
4 Sozoui. h. e. IX 17 (Migne Patr. 67, 1629 B); Nicephor. 1. XIV c. 8
(Migne Patr. 146, 1081 B).
1) Alex. Berendts, Studien über Zachanas-Apokryphen und Za-
charias-Legenden, Leipzig 1895, S. 20 ff. glaubt, daß dieser Teil nur „eine
für unser Gefühl fremdartige und willkürliche Deutung der cc. 1 — 8 des
Zacharias-Buehes ist". Allein die Namen sind für ihn störend!
72 Sehennann, Propheten- und Apostellegenden.
künftiges priesterliches Amt, über die Namengebung des Sohnes
Salathiels. über des Kyrus Sieg über Krösus und Astyages und
über desselben Bemühungen um Jerusalem. Der andere Teil der
angeführten Weissagungen über das Ende der Heiden (c. 9, 8;
14, 12), über den Wiederaufbau des Tempels (c. 1, 16; 4, 9; 6,
12—15); über die Untätigkeit der Propheten und Priester (c. 13, 2)
und über das doppelte Gericht (c. 13, 8—9) beruht auf prophe-
tischen Mitteilungen des Zachariasbuches.
Was B und C darüber hinaus berichten, wird ebenso von
Zacharia dem Sohn des Jojada ausgesagt und mag auf einer spätem
Vermengung1 beider beruhen; wie z.B. wenn C berichtet, daß der
Prophet von Joas, dem Könige von Juda vor dem Altare ermordet
wurde, als gerade Zacharias eine Mahnpredigt an das Volk hielt.
Der eine Zeuge des Dorotheustextes B, das Chronicon pa-
schale, fügt am Schlüsse noch den Bericht der Wiederauffindung
der Gebeine des Propheten bei Eleutheropolis unter Bischof
Ephidus bei, welcher ursprünglich Glosse sein mochte; denn in
dem zweiten Zeugen desselben Textes, Vindob. theol. gr. 77, ist
davon nichts erhalten. Sozomenus h. e. IX 17 2 hat darüber einen
Parallelbericht, welchen Nicephorus h. e. XIV 8 fast wörtlich
nachschrieb. Alex. Berendts3 hat die aus den verschiedenen
Angaben sich ergebende Datierung dahin bestimmt, daß die
Wiederauffindung der Reliquien nach dem Chronicon paschale
in das Jahr 415, nach Theodorus Lektor ungefähr in das Jahr 427,
nach Sozomenus c. 423 fallen würde.
§ 23. Malachias.
CAyyeZog BEF).
MaZaxtag' ovrog {isra xi]v eJuöTQOcpyv tlxrarai ev 2o<pq
xal tri jtavv veoq <hv xaXbv ßiov loyjjxf xcü extiöt) -~räc o
4 cfr. Malach. 3, 1
3 [BCDEF] ohog < C * £nLGTQO<pi,v + rov Xaov F ZoyaTg F
Soxpä D 2a<piQä E 2a>xd CI + utv ex (pvXjjq Aevi F -r- 4x ysvovq AevfE
4 xal — jtdvv] dg C ßiov ei%e xaXbv nävv E xuvi- — utv] vsaCfitv F
1) Dieselbe findet sieb. auch, bei Sozomenus, Berendts S. 19, in
den syrischen Philippusakten (W. Wright, ApoeryphaJ Acts of the
Apostles p. 83 f.), Lipsius, Die apokryphen Apostelgeschichten und
Apostellegenden II 2, 35.
2) Migne Patr. gr. 67, 1629 B. 3) a. a. 0. S. 13.
2. Recensionstypen der vitae prophetarum. 73
Xabg szlfia avxbv cog ööiov xal Jtoäov, exccXeöccv avxbv MaXa-
ylav, 6 tQfirjvsvercu äyyeZoc. Hv yao xco elÖei EVJtQEjrtjg. *AX7~a
xal öoa eIjcsv avxbg ev jroocp?]X£ia, avxrj xr\ rjfiSQtt o<p&£lg
ayyO.og xvqiov ejieöevxeqcooev cog eyevsro ev TjfitQaig avagyiag,
cog ytyQajcrai ev £cp£QX£ZZ£iku, xovxeöxlv ev ßlßXcp xqlxcov. Kai 5
ETiveog cqv JtQoo&zti)}/ jtgbg xovg JtaxEQag avxov ev dygcö avxov.
Mcü.aylag 6 Jtgog>rjxt]g r/v ex cpvXiqg ZaßovXcoV ovxog
fiEza r?)v EjriGzQcxprjV xov Xaov xr\v axb BaßvXcovog zixzEzat
ev 2ocpä, ev yij ZaßovXcov. Kai ezl vsog cov xaXov ßlov t6%£.
ütoXXa 6h JCQOE(pi]ZEX)6E jceqI x/jg xov xvqiov £7iiÖ7]niag xal Jtsoi 10
xniosrog vexqcöv, xa\ 6z i xa td-tj McovOtcog JiXr/gcod-rjOovxca
xal aZZayi)öovzai. Kai ejceiö?) nag o Xabg ixifia avzbv mg
ÖOlov xal jtgavv, kxaXEOav avzbv MaXayi, o lg{t?]V£V£xai äyys-
Xog. Hv ydg xal xco eIöel Jtdvv EVJtQExrjg. 'AXXa xal öoa
eItiev avxbg ev jiQocprjXEia, avxrj xfi rjfisga äyyeXog ocp{r£ig 15
EJttÖEVZEQOföEv avxov ZT/v jtgocprjxEiav, ojöjceq EyivEzo ev xalg
TjftEQaig zrjg dvagx^ag. cog ytyoajizai ev ^(pagcpco&Etfi, xovxeöxlv
ev ßißXco xgixcov. NEog öe cov 6 xgo(prjx?jg axtfravE xal jtgoo-
exeü-1] Jigbg xovg JtaxEQag avxov ev xco dygco avxov (A).
12. Malacbias post egressionem populi in Sophia est genitus,
vir iustus et aspectu decorus, quem Judaei Malachiam i. e. angeluni
Domini vocant; ideo asserunt vocitatem, quia quaecumque prae-
dicebat, confestim angelo de coelis veniente confirmabatur. Hie
aiitemadmodnmiuvenis moritur, atque in agro proprio sepelitur Li.
15. Malachias post reditum populi natus est. Propter pul-
ebritudinem suam angelus nominabatur. In terra sua in pace
mortuus est Sb.
10 Malach. c. 3 u. 4 — 13 Malach. 3, 1 — 17 Judic. 2, 1 ff.
1 üoiov] n/ii-iiTiTor E rinrivv E uoun — tcqSov] ayiov C Ma/.aylD
- :['f(.\ ioriv CE eidei] iSetv ~D tu 8iöoQ F aXXa xal] xal rip Xöyip
TtXtjQUittfq C | .'{ n<;<: \ ;,';,, c | 4 xvqLov] 9-soi E inedevxigov -\- xovq
Xöyovq avtoij' zur äs ayyeXov ovöelq avä&QQ i&eutQEi, (':/./.' /,' zfjv {'>]t<h E)
(ptüvfjv aircoi tyxovov {fjxovev V.) uiiror, o\ 6k agioi xal td eldoq avxov
;'!):, '>,,,)! i (eßXenov E) 111'' ined.] ißeßaltoasv C ük iyev.] fa/tact rf^F
5 uiq — xQLxibv ■< C oyjtifpezi •■in 'EtpaQ 'PoiXEifi E G<paQ<po)xL(i l> u,
<portiel(i V ßißXlcp F | 6 nQooerid-t] — aixov] faeXeiü&ti xal £tä<prt -V *'
-f- iv ßlip r.ii: ii:uci (aya&ä> E) xal ird(pr] i | fiera tüöv naxE'Q&v
(ci toi E) EF
74 Schemiann, Propheten- und Apostellegenden.
23- Malachias autem ex eis qui ascenderant a Babylone,
natus est Ss.
Der Geburtsort des Malachias heißt bald Sopha, bald So-
phira, bald Socha und wird von A in den Stamm Zabulon, von
C in den Stamm Levi verlegt. Vielleicht ist TS© (Mich. 1, 11)
zwischen Eleutheropolis und Ascalon gemeint oder Socha, das
bei Jos. 15, 4S1 u. a. erwähnt wird. In die Schilderung der
Jugend hat A wiederum eine Angabe des Inhalts einiger Weis-
sagungen (c. 3 und 4) eingeschoben. Da sie sonst in keiner
Recension vorkommt, so dürfte A hierin wiederum spätere Ein-
flüsse aufweisen.
Die Fabel von dem Engel, welcher die einzelnen Weissagungen
des Propheten wiederholte (und bekräftigte C), gehört zum Grund-
bestand aller Texte2. Nach der einen Ansicht dürfte sie aus der
Erklärung des Namens Malachias mit ayyslog abgeleitet sein,
nach der andern durch falsche Interpretation von "GS"*)? TG in
c. 1, 1 und 3, 1, wo von einem Engel, dem Vorläufer des Messias,
die Rede ist, entstanden. Text E schildert noch die Mitteilungs-
weise, wie dieser Engel die Weissagungen des Malachias kund
tat. Das Sepher Sophthim (Buch der Richter) mußte sich alle
möglichen Verballhornungen gefallen lassen; die Lesart in Spher-
telleim in B mochte auf Verwechslung mit Sepher tehilim be-
ruhen. Die Anspielung bezieht sich auf die Erscheinung des
Engels des Herrn in Judic. 2, 1.
§ 24. Isaias.
Hödtaq o JzQO<prJT?]g, vtbq Afimg, sytvero (ikv sv Ieqovoci-
2 Jes. 1, 1; 4 Reg. 14, 10—15; Isa, c. 20, 2
2 [ABCDFQ] 6 -f- fi£ya"/.0(f(i)vöxaroz F o — iv] >)v anb B 6 + fxi-
yaq D 6 noo(p. < C vlöq — fr] i)v and DF eytveto — iv] r^v and C
1) Vgl. Eusebius-Hieronynius, Onomastikou der bibl. Ortsnamen,
hrsg. von Er. Klostermann S. 156, 25.
2) Die Ansicht, daß Malachias, dessen Vater nirgends genannt wird,
ein Engel in Menschengestalt gewesen sei, wovon Origenes, Hieronymus
und Cyrillus, letztere zwei ohne ihr beizutreten, berichten, kennen unsere
Texte nicht. Vgl. Aug. Knobel, Der Prophetismus der Hebräer 11 p. 3S6,
Anm. 2.
2. Recensionstypen der vitae prophetarum. 75
Xr/tu ex <pvX?jc Iovöa' &vrjGxei öh vjto MavaGGt} xov ßaGiXemg
'iovöa. Jigio freie eig ovo xal hrifh} vjtoxarco ögvbg 'PcoyijX eyö-
fisva x?]g öiaßaGeojg rcöv vöaxcov. cov aJicoXeGev 'ECexlag o
ßaGiXevg yrnGag avxa.
0 öh frebg xb Gr\y.elov rov SiXmay, öia xov srgog)^xt]V 5
ezzolrjoev, öxi ngb xov ajtod-avüv oXiycoQTjöag : xgoGr]vi-axo
jtieiv vöcoq" xal evfrewg aJteGxaXf] avxcp eg avxov. Aia xovxo
txXtjß-ij xb ovofia JSiZcoa/i o lgio]vevexai ajreüxaXfievog. Kai
£jtl ECexiov xov ßaGiXewg jtqo xov JiotT/Gai avxov xovg Xax-
xovg xal xccg xoXv^ßijfrgag em evyjj xov Jtgocprjxov 'Hgcuov 10
(itXQOV vöcoq £gelr]Zvd-£v, Öxl i)v b Xabg ev GvyxXeiG\iä> xcov
aX).o<pv).oiv, xal Iva tut) öiapfragy i) JioXig cog ///) hyovoa vöcog.
Hqcüxojv yag ol jioXe\uioi jtbd-i jtivovGiv; ov yag eiöt/Gav
eyovxeg öh xtjv JtbXiv jragexa&lCovxo xcp 2iXma[i. Oxs ovv
ol TovöalOL i)Qyovxo avxXelv. e^rjgexo avxov vöoyg xalvögevovxo; 15
01 öh aXXÖ<pv).oi, ovyl evgiGxov' expevye yag xb vöodq. Aib xal
scog xr/g Gr^tegov alqpviöicog e^egyexai, iva öery&ü xb uvGxrjgiov.
1 f ascensio Isaiae aethiop. c. 5; graece c. 3, 19 u. 4 (Q). Ose. v. Geb-
hardt in Zeitschrift f. wissensch. Theologie XXI, Leipzig 1878, 350 ff. —
2 cfr. Hebr. 11, 37; Justin, dial. c. Tryph. c. 120, Tertullian de patientia
c. 14; seorpiace c. 8; andere patrist. Belege bei Schürer, Gesch. des Is-
rael. Volkes JJJ3 283 — 3 2 Chron. 32, 3; Sir. 48, 17 — 7 Joa. 9, 7 —
10 cfr. Is. 22, 9—11 vide Hamaker p. 79—94.
1 ex — 'Iovöa < BCDF 9-v/jOxei — ovo] 9-eToq öh vTirjoye xov ßaoi-
Xe<aq Mavaoofj viov 'Et,exlov. 'EXtyyojv öh avxov £nl xaiq avouiaiq avxov
tnniod-t] elq ovo fiexa §vXlvov noiovoq FQ xov — 2 ^loiöa <Z BC rov
'lovöa] ßaaiXhoq ihn' 'Eg~exioi D 9-vi'jOxei — 2 xal] avaioe&elq öh inb M.
nnioüslq eh ovo C | 2 ''Poyi)'/. B 'AqojSjX FQ | 3f b ßaa. < C | 4 xaxaywoaq
D avxa -\- öiä xovq noXe/xlovq F | 5 Kai b 9ebq BCDF | (> 9-aveTv A |
7 avxov -f- ^ü>r vöa)Q FQ | 8 xb uvoua BCDF xal inl — neol avxov < F |
Kai — 9 avxov] 'E'Zexi'aq f?ii tCov eiyCov xovxov ^noirjoev C xov ßaai-
?.ea)q < BD | 10 inl — ^Haai'ov < C | 11 fxixobv + yäo ?]v vöcjq £ceh]?.vd-öq
C 6 ?.abg] >t nbXig T&v <C BCD avyxXeio/uö) xCov ä).Xo(f.] avxaZq Mwäß
r./j.aif i/.wv B | 12 "6o)Q + inoirjaev xovxo C | 13 rjoüixcov — 2iX.] xal i'aav
ovv tjoyovxo ol no?.tluioi ävx/.rjoat, oix ijoyexo vövoq, oxav 6h 'iovöaioi
%Q%ovto, tfoxero xal xb vöojq. "Oxav ea><; C ob — 14 6h ov yaoaxtooav-
xeq B tyaoaxiuoav D neoiexa&e'C.ovxo D1 oxe — 15 avxov] oxav ovv
fJQZOvro oiv xö> "Hoala ol 'lov6aloi, £<-rjoyexo xb BCD | 15 xal — 16 i
■< BC xal — i6ojp] inav 6h ol a.XXb<pvXoi tfoyovxu, ovx fi>,'o/; r<» xb döotQ
D | 17 yci'oyi-Tai -f- xal xaxä x^v iooav )]v ^Q%£to 'Haalaq xbxe ovv zoiq
'lovöaioiq DQ xb + (xeya xovxo BC
76 Schercnann, Propheten- und Apostellegenden.
Kai etcsiö?) öia zov 'Haatov xovzo ysyovs (ivtjfiqq yaoiv yML o
Xabq Jtlrjölov avzov süiinsXmq s&aipazo xai svÖöswq, 'Iva öia
zmv svyßv avzov smq zsXovq lymöiv zrjv aJioXavoiv rov vöa-
zoq. XQ?]G[<6g yag sooft?] avzolq jtsgi avzov.
5 "Eon ös o zacpoq lHoäiov rov JiQofprjzov syoixsva rov zarpov
rcöv ßaöiXsoov ojildco rov za<pov zeöv IsQsatv, sjii zb fii-Qoq zb
jtobg vbzov. JZoXofiätv yho olxoöofiäJv 'iEQovoaZij/i ejtolrjös
zovq za<povq zöjv ßaoiXsov zov Aaßiö öiayoaipavzoq avzovq.
Eözi ös xaz avazoXaq zrjq Sicov, ?jziq syst siooöov aJtb ra-
10 ßaatd- firjxoftsv zrjq xoXsmq özaöiovq x . Kai sjtoir]6E oxoXiav
Ovvd-szov avvjiov6>]zov xal söziv sa>q Gtjiieqov zolq JioXXolq
ayvooviitvt) (A).
Exsl slysv 6 ßaöiXsvq [JEoXofioöv] zb yovolov zb fcj AHrio-
Tiiaq xal za aoaifiaza. Kai sjcsiörj eöei£,ev ECsxiaq zb (IVöttj-
15 qiov Aaßiö xai 2oXo{icöv zolq sfrvsGi xai sfiiavsv oözä zä>v
jiQOJiazoomv avzov, öia zovzo o ftsbq sjc?]Qaöazo siq öovXsiav
sösoüai zb 6Jt£Q{ia avzov zolq s%d-golq avzov. Kai axaojiov
avzov xai ayovov EJtoirjösv o {rsbq cuib zrjq ?][i£Qaq sxstvrjq (B).
Isaias1, filius Amos, non Arnos prophetae, sed alterius qui
siniili nuncupatus est nomine: ille enim ex numero pastorura
13 4 Reg. 20, 13 ff; 2 Chron. 32, 27 — 17 4 Reg. 20, 18
2 Xabq -\- zä>v ^Iovöaiwv B avzov -+- zov HtXa)ätu %9-arpav BCDQ |
i&äipazo < BCD | 3 zübv — zeXovq] oolwv avzov nQooev/ß»- xal /neiä &d-
vcczov avzov woavxojq BCD | 4 ozi xal XQ^jOfiöq B yäo < B avzov]
zov vöazoq CDQ avzov + zov noiijoai ovziaq B
5 "Hoaiov < BCD i%6tuEva + z/]\; ööov D | (> ßaoüluiv] 'lorSa'nov
ßao. + AaßlS xal SoXo(jtä>vzoq F önioo) — leoecjv <Z BD | 7 olxoöouüiv
"Ie (). < BCDFQ | 8 xCov ßaoiXkov < BCDF ÖLayofapaq B avcovq—9
dh < BCDFQ | 9 raßacov FQ | 10 x] elxool BF ovrd-eoiv AC xal aii-
&exov x>jV el'ooöov D l 11 ävvnovötjxov -{- x>tv ELOodttr totq noXkolq FQ
avvrc. + xolq noXlolq D ioxiv + /) si'aoöoq B | 12 äyvoovfxsvii -- tSw
Ieqewv xal oXo) xöj kaö) BDFQ
13 — IS ixEivtiq < A SoXouCov < CDF I 14 EZexIcc; 6 ßaoi?.£v;
DF (jLvazijQiov -\- zov F | 15 SoXofiCbvxoq FQ xolq E'h-EOi <C C |
l-O-r. 4- xoT^: Ilcßvlojvloiq DFQ ztbv noonaz.] zov zönov Tt'or TiaziocüV
DF nazioiov C | 1(J ETiaoäaazo C | 17 EOEG&ai < C | 18 xal ayovov <DF
1) Cod. Monteeass. 117 pag. 1 (Bibliotheca Casinensiß tom. III 1877,
58) hat eine kurze vita vor dem Prologe des Hieronymus in Isaiam:
2. Recensionstypen der vitae prophetarum. 77
fuit de oppido Thecue, hie autem genere nobili ortus in Jeru-
salem. Quem etiam aiunt Hebraei socerum fuisse Manasse. In
quo tanta fuit sanetitatis et vitae excellentia, ut unam tantum
dicatur habuisse tunicam, et hanc cilicinam, quaeque etiam post-
modum pro delicto populi abieeta, saeco membra cooperuit. 5
Sed et hoc ad extremum deposito, iuxta Domini imperium
nudo corpore nudoque vestigio in conventu populorum versatus
est, sieque ferrorem aestivum hiemisque pruinas atque imbrium
tempestates sustinuit, ut et Dei praeeeptis obediret, et populi
deploraret delicta. 10
Hie quindeeim gradibus ascendentem umbram retrodescendere
jussit. Huius oraculo rex Ezechias mortis dilatationem promeruit.
Hunc autem Manasses extensum a vertice per medium seeuit,
atrocique supplicio exeruciatum exstinxit.
Tradunt autem Hebraei duabus ex causis interfectum fuisse 15
Isaiam: una quod eos appellaverit prineipes Sodomorum et popu-
lum Gomorrhae; altera quod testante Domino ad Moysem: „non
poteris videre faciem meam", iste ausus est exclamare: „Vidi
Dominum sedentem super solium excelsum et elevatum", non
animadvertentes caecati mente Judaei, quod in sequentibus faciem 20
et pedes Dei Seraphim texisse narraverat, ac media tantum eius
vidisse propheta ascribat. Iacet sub quercu Rogel, iuxta decursus
aquarum, quas Ezechias rex Juda mole construeta terrae ex-
posuerat Li.
I. Isaias. Manasses Ezechiae filius, serra lignea eum inter- 25
fecit. Depositus ante canalem, quem Ezechias ad ripam Siloa
fodit Sb.
II. Isaias fuit in diebus Oziae et Joathan et Achaz et Eze-
chiae regum Juda, eratque ex tribu Juda et mortuus est ac se-
pultus in Jerusalem Ss. 30
Für die großen Propheten haben wir nur fünf Textzeugen,
da E (die Scholienrecension) keine Viten überliefert. Auch in
19 — 20 Isidorus interdum nominativum pro ablativo absoluta i
buit: non animadv. J ad.
in Bierusalem nobili genere aatus est', [bique propbetavit sali
Miiiuissc i-i in iliui.s partes oeeubuit. Sepultue est sub querou
Rogel, iii\t;i fcransitum aquarum, quam olim Ezechias rex iacto obstru
pulvere.
78 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
der vita des Isaias machte Hamaker1 verschiedene Vorschläge
zu Textverbesserungen. So möchte er statt der dgvg PcoyfjX
eine jcrjjr] lP. korrigieren, da wohl eine Verwechslung von py
(arbor) und "plP (fons) vorliege, welch letztere aus Itinerarien
bekannt sei. Auch in manch andern Lesarten der griechischen
Texte sieht Hamaker Hebraismen-, welche er zu rekonstruieren
sucht; namentlich auch in dem Ausdruck ev OvyxXeiO(icp xcöv
ä/L/Locpv/Lcov: als das israelitische Volk in der „Umschließung
fremder Völker" (Assyrier) war. Auffallend dürfte die Lesart
vonB sein, welche statt dessen liest ev Ovxalg Mcoaß3 aXlocpvlcov ,
daher auch die Übersetzung des Musculus: nam erat populus in
campestribus Moabitarum alienigenarum. Hamaker erklärt diese
Lesarten durch einen technischen Irrtum des Schreibers, dessen Vor-
lage also lauten mochte: ZYTKAEIZ MQTQN AAAO&YA&N,
wobei er das [lajvcov als Abkürzung für Mojaßircov gehalten
hatte und dann OvyxXeiQ, weil unverständlich in ovxalq abänderte.
Ein Zweifel an dieser sehr gefälligen Erklärung wird nur durch
die Lesart Mcoaß in B statt Mcaaßixoov verursacht. Ebenso führt
Hamaker die Differenz im zweiten Teile der vita zwischen (xarpov
xcöv) Isqscov (in AC) gegen 'iovöaicov (B) auf verschiedene Auf-
lösung der Sigle 1QN zurück.
Inhaltlich unterscheiden sich unsere griechischen Recensionen
nicht in einer Weise, daß man gezwungen wäre, zweierlei Typen
anzunehmen. Vielmehr zeigen die sonst am meisten ' entgegen-
gesetzten Texte A und B weithinige wörtliche Verwandtschaft;
dabei ist eine gewisse stilistische Abhängigkeit in ACD zu
bemerken, während B wiederum eigene Wege geht,
Quelle unserer Texte ist teilweise die apokryphe ascensio
Isaiae, deren Entstehung Em. Schürer4 dem ersten Jahrhundert
zuweist. Die zweifache Überlieferung der ascensio gewährt uns
einen Einblick in die verschiedenartige Ausbildung der Legende.
1) a. a. 0. S. 63, 75 ff.
2) S. 65, 68.
3)' Cfr. Isa. 15, 1. 2.
4) Geschichte des jüdischen Volkes im Zeitalter Jesu Christi III. Bd.
3. Aufl. Leipzig 1898, S. 283. Vgl. 0. Zö ekler, Die Apokryphen des
Alt. Testaments nebst einem Anhang über die Pseudepigraphenliteratur,
München 1891, 439 ff.
2. Recensionstypen der vitae prophetarum. 79
Die äthiopische Überlieferung, durch Aug. Dillmann1 veröffent-
licht, gibt das ursprüngliche Buch im wesentlichen wieder, von
welcher sich der griechische Text, von Osk. von Gebhardt2
veröffentlicht, stark unterscheidet. Letztere Textgestalt, eine Be-
arbeitung der visio als christliche Heiiigenlegende, nähert sich
unsern Texten ganz bedeutend, ja mag mit ihnen aus derselben
Bearbeitung hervorgegangen sein. Unsere Texte bieten nicht
den vollen Inhalt, z. B. verraten sie nirgends Anspielungen auf
die eigentliche visio Isaiae, die visionäre Reise des Isaias durch
die sieben Himmel; andererseits haben sie Zusätze, welche in der
äthiopischen ascensio nicht überliefert werden, z. B. die kurze
Erzählung, welche den Quell Siloah durch das Gebet des Pro-
pheten hervorsprudeln läßt, sie wird auch in der griechischen
ascensio erwähnt. Osk. v. Gebhardt glaubte, daß diese Erzählung
vom griechischen Bearbeiter erfunden sei; „wenigstens scheint sie
sonst weder in der jüdischen noch in der christlichen Literatur
vorzukommen".
Leider wissen wir über die Entstehuugszeit und über eine
etwaige Grundschrift unserer Texte nichts Gewisses; dennoch
dürfen wir vorerst als erste Zeugen dieser Überlieferung unsere
Texte betrachten, aus welchen sie dann erst in die griechische
ascensio überging. Unsere Texte zeigen überhaupt nur in der
Schilderung des Martyriums des Isaias Verwandtschaft mit der
äthiopischen ascensio Isaiae, mit welcher die griechische sonst
inhaltlich übereinstimmt. Dies ist wohl nur dadurch erklärbar,
daß eben die griechische ascensio Isaiae aus unsern Texten diese
neuen Stücke aufnahm, und zwar in einer Bearbeitung, wie sie
einer unserer spätesten Textzeugen aufweist, nämlich jener der
griechischen Synaxarien und Menologien (F).
Osk. v. Gebhardt hatte bereits unsere Texte auf die Ver-
wandtschaft mit der griechischen ascensio angesehen und heraus-
gefunden3, daß die Erzählung der griechischen Menaeen am
1) Ascensio Isaiae Aethiopice et Latine cum prolegomenis adnota-
tionibu8 criticis et exegeticis additis versionum latinarum reliquiis edita
;il) Aug. Dillmann, Lipsiae 1877.
2) Die ascensio Isaiae als Heiligenlegende in Zeitschrift für wissen-
schaftliche Theologie XXI. Jahrg. Leipzig 1878,331.
3) a.a.O. 334; im griech. Text c. IV beginnend S. 351.
§1) Schemiann, Propheten- und Apostellegenden.
meisten damit harmoniere, daß die übrigen Recensionen, nament-
lich jene des Dorotheus, sich bei diesem Gesichtspunkt im Nachteil
befinden, d. h. minderwertig seien. In der Tat ist das Verhältnis
umgekehrt. F, der Text der Menaeen, ist nach allen Proben der
andern Viten der jüngste und am wenigsten ursprüngliche, seine
Redaktion überragt nicht das 10. Jahrhundert, daher ist auch der
griechische Text der ascensio Isaiae, weil am meisten damit ver-
wandt, nicht als Maßstab zur Einschätzung der übrigen Text-
zeugen aufzustellen.
Was nun die Schilderung des Martyriums des Propheten
anlangt, so weiß kein einziger unserer älteren Zeugen etwas von
der spätem Ausschmückung, wonach ein Versuch, die Todes-
strafe1 am Propheten mittels einer eisernen Säge zu vollstrecken,
sich als erfolglos erwies, „damit die einem hölzernen Instrumente
geltende Vorherbestimmung wahr werde", sondern sie berichten ein-
fachhin jiqiö&zIq de ovo. Kur F und Q (c. 3, 15) überliefern diese
Legende. Wenn Nestle2 meint, daß diese Erzählung auf einem miß-
verstandenen Hebraismus y$ lliCQ Holz- d. h. Baumsäge, welche
dann als hölzerne Säge gedeutet wurde, beruhe, so mögen viel-
leicht die syrischen Philippusakten3 zur Verbreitung dieses Irr-
tums weitergeholfen haben, welche den Isaias von Juden mit
einer Säge von Buchsbaumholz zersägen lassen. Die Kunde von
der Zersägung ist wohl schon in Hebr. 11, 37 gemeint und in
der patristischen Literatur oftmals schon seit dem 2. Jahrh. be-
zeugt; „wahrscheinlich stammt sie aus der ascensio Isaiae"4 (äth.
Text c. 5).
Isaias wurde nach unsern Texten unter der Eiche Rogel
1) E. Kau tz seh, Die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alt.
Testaments. Zweiter Baud, Tübingen 1900, S. 126; c. 5, 2 der deutschen
Übersetzung nach dem von Dillmann veröffentlichten äthiopischen
Texte.
2) Marginalien und Materialien II 47.
3) Wright ed. Apocryphal Acts of the Apostles p. 83. Vgl. C. von
Orelli, Der Prophet Jesaja, 3. Aufl. München 1904. 2. vro von der wei-
teren Ausschmückung in der judaistischen Literatur, Gemara Jebamoth
und Sanhedrin. die Rede ist.
4) Schürer a. a. 0. III S. 283; Klostermann in HRE VI3 über die
Todesart und den Todestag; Zehner a. a. O. S. 40.
2. Reeensionstypen der vitae prophetarum. 81
bei der Quelle Siloe begraben1; Kaulen2 weiß von einer andern
„besser beglaubigten" Nachricht zu erzählen, wonach Isaias Grab
später zu Paneas in Basan gezeigt wurde, von wo seine Gebeine
442 unter Theodosius II. nach CPel gebracht wurden.
Nach dem eigentlichen Abschluß der vita des Propheten
bringen sämtliche Zeugen außer A, also BCDFQ noch einen ge-
schichtlichen Vorgang, welcher aus 4 Reg. 20, 13. 14. 18 ent-
nommen ist und von der Grabschändung des Königs Hiskia
handelt, weil er den Heiden in die Grabkammern des David und
Salomo Eintritt gewährte. B hat den Namen Salomo beigefügt,
der ebenda auch die Goldschätze und Spezereien aus Äthiopien
verbarg. Die Strafe traf Hiskia und sein Volk, welche ihm der
Herr durch Isaias verkünden ließ; jenes traf Unterjochung durch
Babylon, ihn3 selbst Unfruchtbarkeit. Wir haben keinen Grund
diese Stelle als spätem Zusatz zu betrachten.
§ 25. Jeremias.
'isQEftlaq 6 jiQocpqTTjg ?)v e| 'Araftcbfr xal sv Ta<pvaig
Alyvjirov Xtd-oßoXrj&slg vxb rov Xaov ereXsvT^osv. Kürai öh
ev xojtcp xr\g oixrjosmg <PaQaco, ort ol Ar/vjtnoi eöo^aöav av-
xov evaQytTr/frtvTEg vjt avxov. Aojridsg yag xal xcöv vöaxmv 5
2 Jerem. 1, 1; 43, S — 3 cfr. Hebr. 11, 37; Tertull. scorp. c. 8 — 4 cfr.
Jerem. 43, 9
2 [ABCDF] ö ngocp.] ix ufjxoaq ^yidoO-t] F i4va#d)9- ytooaq x>]q
^lovöaiaq F Tä<pv. -+- xrjq CF | 3 XiQ-oiq ßXrjd-elq CDF ixeXevxtjoev]
dnod-vt/oxei BCDF xelxai 6h] xal xl&exai F | 4 xönio x. olx.\ n\i]aiov
xfjq olxiuq C | 5 avxov -f- r\v\iXO yho avroTq'B aoniöeq — vöäxatv] tjv§axo
yao xal ai öXo&QtiovGai avxovq äanldeq änedavov xal ol iv xoiq vöaoi DF
rjv^axo yag xal al aoniöeq avxovq ei'aoav xal xibv iSäxwv ol S-i/oeq CD
aoniöeq yaQ xal < B xvjv + yao B &rjoeq -f- rfvö%Xovv avxov B
1) Damit auch fernerhin nach seinem Tode diu xö)v ei^cuv avxov die
Quelle sprudle. Grynaeus übersetzte diese Stelle: per sanctos illius preces,
quas videlieet semel cum viveret, ad Deum effuderat. Zehner
a. ;i. 0. j>. 51 f. fügt bei: Grynaeus . . . veritus procul dubio, ne ponti-
ficii hoc testimonio abuterentur ad stabilicndani sanctonuu invocationem.
2) Einleitung ins A. T. 3. Aufl. 352 aus den Acta SS. Holland. Juli II
p. 250; s. Nestle, Margin. II 48.
3) Hamaker p. 69 glaubt, daß diese Strafe auch auf seine Nach-
kommenschaft auszudehnen und avxbv im Texte zu streichen sei.
Texte u. Untersuchungen etc. 31,3 {j
82 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
&rjoeq, ovq xaXovoiv ol Aiyvjtxioi Ne<pco&-, EXXijveq xovq xqo-
xoötLXovq, rjöav avxovq &avaxovvxeq. Kai ev^cc^epov xov jiqo-
<pr\xov TsQEfilov excoXv&r) ex xtjq yyq exelvr\q o &vfioq xcov
actiiidcov xal ix xov xorccfiov coöavxcoq xo eveögov xcov &?]-
5 q'lcov. Kai 6öoi elolv xloxo'l, ecoq ör^iegov evyovxcu ev xcö
xöjtm exe'ivco, xal Xafißdvovxeq xov yooq öijyfia dojtiöojv &eoa-
jcevovöiv, xal avxa. xa ftr/gla cpvyaöevovoiv. Hfteiq de rjxovOa-
[iev ex xcöv Jtaiöcov Avxtyovov xal üxoXefiaiov yegovxcov
dvögcöv, oxi 'AXe^avdgoq 6 xcöv Maxeöovcov ejiiöxaq xcö xonco
10 xov stgocprjxov xal ejiiyvovq xa eiq avxbv (ivöxTjgia. eiq AXe-
£,dvögeiav fiexeöxr]Oev avxov xa Xeiipava, Jtegi&elq avxa evöo-
£-coq xvxXcp' xal excoXv&rj ex x7jq yr\q exeivr\q xo yevoq xcöv
döJtlöcov xal ex xov jtoxafiov coöavxcoq xal ovxcoq eveßaXev
xovq ocpeiq xovq Xeyopevovq dgyoXdovq , 6 eöxiv ocpiofid%ovq,
15 ovq 9]veyxev ex xov Agyovq xov IleXoJtovvrjOiaxov , 6&ev xal
dgyoXaoi xaXovvxai, xovxeöxtv Aoyovq de§tol, XaXiav de lyov-
Olv 7jövxdx?)v xal jravevcovvfiov.
Ovxoq o ütgocpr\xr]q örjfiüov töcoxe xolq Alyvjtxov legevöiv
Xeymv, oxi öel öeiüfrrjvai jidvxa xa, eldcoXa avxcöv xal övfute-
2 cfr. 2 Macchab. 15. 14; Origenes in Joan. t. XIII c. 57 etc.; Schärer
HI 3, 362 — 19 Isa. 19, 1
1 Alyvnnoi + (xsv D [xsvvsq>ü)9- B aEXX. + 6s B | 2 ?)aav — 4f
&rjgio)v <'BDF | 3 'isQEfxiov < C ixcoXid-rjaav C 6 &v/xög) xo ysvog C |
5 soyg -\- x?]g F orj/nsgov] rov vvv C | <> sxsivco] oaov xsTvxai C xov
yoog] rov yovv F yobg + rov xönov" 6?py/j.axa avQ-ocorcov B xal \ 1 xcl -+-
noXXol B xal — 8 avdpibv] f <Paalv 6s F avxa < C &tjg[a + iv rö) vöan
B xa xovtv6axog CD ^Hßsig — 17 navsvüivvixov < A | 9 av6oCov\ nviov C |
xöiv Maxs6.] Maxsötov CF rönoj] räcpco F | 10 imyvovg — /nvart'joia] tua9-u)v
rix xar^ avxov F | 11 (Hainaker p. 100 corrigit naQaQ-slq ... 7ivs?.io) tcsqi-
&sIq — 17 navsvihvvßov] xal ravra navrayov rijq nöl.sajq xaraonsigaz xal
xvxka) rairriq avrä nsgi&slg rag [xsv äo7il6ag ixslftsv äns6lü)§er, ävxeioi)-
yays 6s rovg o<psic rovg Xsyofxsvovg ägyo).äovg, ovg sx rov"Agyovg rtvsyxsv
ixsi&sv syovxag rtjv ngoarjyoQiav F nsoi&slg] negiaxsü.ag C | 12 ixslvTjg
< CD | 13 oioavxoig + t« &i]Qia C uioaircog + rovg y.Qoxo6iXovg D xal
ovrtog — 17 navsvthvvfiov < C | 14 ay^oXag D ayoölai \ 1(> ös&ol mutat
Hamaker p. 101 in 6iipiov laliav — 17 navsvihvv/xor] Xaiäv ycto ).syor-
oiv näv sviovifiov D -(- rö 6h "Apyog ooov avaxoXtxöv D1 (Hamaker corri-
git p. 102 xb 6s äoyaXov öoog).
18 7tQO(p.] >'IsQSiuiag BD Js6u)xs 6s 6 7too<p. F 6s6ujxs CD isga-
rsvoiv C | 19 Xsywv < BCDF nävxa < CF
2. Recensionstypen der vitae prophetarurn. 83
oelv Tß i£iQ03ioh]za üiavxa, oxav ijtißf] iv Alyvjixoo naQ&ivog
Xox^vovoa ovv ßo£<p£i &£0£iÖ£l. Kai iyivsxo avxolg. Aib xal
vvv rifiooöi Jtaofrivov Xoypvv xal ßgi(pog kv (paxvrj xi&ivxeg
jtooöxvvovoc xal ÜToXtfiaim xoo ßaöiXsi Jtvvfravoftivm xijv
alxiav sXsyov, ort' jzaxoojiaoadoxov r/tuiv ioxi [ivöxtjqiov vjco 5
oölov xov jtQocprjxov xolg jcaxgaoiv rjficöv jiaoado&av xal sx-
dex6tu£&a xb Jtigag xov {ivöxrjQiov i/tucöv.
Ovxog o JcQo<p?]T?]g jtgo xrjg aXcoöEcog xov vaov ?'jQJtaötv
Tt]v xißcoxov xov votuov xal xa iv avxy navxa xal ijcob]0£v
avxct xaxajrofrijvai iv xixoa xal eljtev xolg hgsvöi xov Xaov 10
xal rolg Jtg£ößvxigoig jiag£6xcoOiV djtsörjfirjOEV xvgiog Ix Siva
dg xovg ovgavovg, xal jraXiv eXevosrai iv övvafisi ayla. Kai
xovxo örjfiElov torai x?]g avxov xagovolag, öxs BvXov Jiavxa
xa h&vrj JtQoOxvvi']Oovöiv. Eljts 6h avxolg, ort xrjv xißcoxov
xavxrjv ovöüg avajrxvgsi sxi hgioov // jtgocprjxoov d fi?] Mcovöi]g 15
o ixXexxog xov ß-eov' rag iv avxfi jtXaxag ovöalg avaütXooöu
ei [i ij . tagoov. Kai iv avaoxaoei ttqojxov r\ xißooxbg avaox?]-
osxai xal i$tX£vöexai ix xrjg Jiixgag, xal x£&rjö£xai iv xoo oq£c
2£ivä xal JiavxEg oi ayioi jrgbg avxov övvayd-r)oovxai ixü ix-
Ö£x6ft£Voi xov xvgiov, xdi xov iyß-Qov cp£vyovx£g ccveXüv av- 20
xovg fttXovxa.
Kai iö(pgayiG£ xijv Jtixgav xoo öaxxvXco xb ovo{ua xvqiov
8 2 Macchab. 2, 4—8
1 xa — 2 avxolg] 6ta aojti/Qog naiöiov ysvvw/usvov iv (paxvy F Sia
oojz>]noq nai6dg ix naoO-svov ysvo.uivov, iv <päxvy 6s xeifiivov B 6iö
— 7 ijfxüiv < A 6w] xal 6ia xovxo F xal -f- £(*><; BCDF | 3 xi[(Gdoi] 9eo-
Ttowvai BDF loyov BDF xal] öiäxoi xal F | 4f xtjv alxiav <. B |
5 ijßiv <Z BD | 6 xal ixSe%- — 1 ijfiibv < B | 7 nipag -\- <p?]olv C ty/übv
< F | 8 Ovxoq 6 7iQO<p.] Xiyexai 6s tisqI xov 7iQO(pt'jxov oxi F no<i(p. +
ISQSftlaq B | 10 avxa + ind nixpag F xaxanod->~pai] xaxaxsSfjvai B |
iv TtsxQa<iY leoevoi — 11 7ioeativx. < BCDF xal einev] Xiywv C |
11 ix 2iibv C iv Sivä CF | 12 slg — ovgavovg < C xov ovoavöv BDF |
iXevaerai + vofxofrtxrjg ix 2i<hv B vonod-ecrjaai ir —nä F ayla ■< BCDF |
tovto < BCDF | 13 saxeu BCD | 14 sine — oxi < C avxoTq < BDF ti]v
+ 6s C | 15 ov6slg -f- ixßaXsl (ixßüD.si) CD st fi^ 'Aaowv xal t«,- iv
amy n).äxag oh6slg ävanxit-st ovxsxi BCDF | 16 — 17 Aagthv < BCDF |
17 r.vcozi'iosxai] x?] >i,u>9a 1*1$ avaaxäasoig B tiqojxt] BF xiß. -) tov
Usov C | 18 ix x. nixQag < F xal + xbxs C | 20 xvqiov] rov Xoiavdv C |
xdv— 21 üü.ovza < C
22 xal — iv] 'Er 6s xt] nixoa BCDF-f ixslr), B xvqIov] r<>r &eov HCDF
IJ*
84 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
xal yeyovev o xvjtoq o^q yXv(pr\ öidr/gov xal verfielt] eöxejtaöe
xt]v Jiexgav xal ovöelq voel xov xojtov exelvov, aXÜ ovxe
avayvcövai övvaxai xb ovofia ecoq xrjq ?/(ieQaq xavx?]q xal ecoq
xrjq GvvxeXelaq xov alcövoq xovxov. Kai eöxiv rj jtexoa ev xfj
5 eQTjUop Öjiov i] xißcoxoc xqcöxov yeyove, fiexat-v xcöv Ovo ooemv,
ev oiq xelvxai Mmvor]q xal 'Aagcov. 'Ev öe xalq vv$l ve<fieXr\
coq jivq ylvexai ev xcp xojtcp exeivco xaxa xrjv xvüiov xoov
agyalcov, 6xi ov [itj jtavöexai ?} d6$a xov &eov ex xov votuov
avxov. Aia xovxo eömx.ev o &ebq xcp 'iegepia yagiv, iva xb
10 xeXoq xov (ivöxtjqiov avxov avxbq üioir\öxi, iva yev?]xai övy-
xoivcovbq Mcovoecoq xal AagcoV xal ofiov elöiv eojq o?](iegov,
exeiörj xal o Iegefiiaq eöxlv ex ojtegf/axoq legaxixov.
Jeremias ex tribu sacerdotali ortus, in vico Anathot qui est
tribus mülibus ab Jerusalem, sacerdos in Judaea positus, pro-
15 pheta in gentibus consecratus, antequam plasmaretur agnitus,
antequam [procederet sanctificatus, et ut virgo permaneret, ad-
monitus. Hie praedicare puer coepit, arguens populum ob de-
licta et saepius cohortans ad poenitentiam, sed plebis perfidae
saevientis crudelitate afficitur saepe atque ligatur, in carcerem
20 etiam mittitur, proieitur in lacuru, catenis cingitur, ad ultimum
apud Taphnas in Aegypto a populo lapidatur.
Sepultus est in eo loco, ubi Pharao rex Aegypti habitavit.
Verumtamen quia preeibus suis serpentibus ab eo loco effugatis
Aegyptios a noxio^aspidum morsu eripuit, insigni cum veDera-
25 tione amplissimoque honore iidem Aegyptii colunt, sepulcrumque
eius insigni eultu hactenus venerantur Li.
2 2 Macchab. 2, 7 — 6— 7 2 Macchab. 2, 8
1 yeyovev] eyevexo BF yXvylq F ve<pe).t] + (pmxeivfj BF | 2 rqr
nexoav] xb ovo/xa BCDF vortoei F ixeTvov <. BC ixeTvov — 3 xaixyq
xal < C ovös ävayriovat avxov övvaxai xiq eioq ormeoov xal B | 3 dvrr'j-
aevai ea>q xrjq rjftEoaq exeivtjq F | 4 xov alCoroq xovxov <! BF "Eoxi 6e BF |
5 otiov + tiqCoxov CF noioxioq D ngCoxov < BCDF | <> ev oiq] ev&a F |
Kai er vvxxl BCDF | 7 ev xü> — 8 aoyaliov < B ev — 8 agy.] xaxa xov xv-
nov xov agyalov CD enl xov xönov xaxa xov xinor xov äoyaiov F | 0 vxi
— 13 leoaxixov < F | 9 öia xovxo] xal CD Jiä — 12 leoaxixov < A j
10 noit'/oeiev D | 11 xal jlaovjv ■< D xal 1-iaaöjv — 12 leoaxixov C |
12 eneiöij — leoaxixov < D
21 Jeremiam lapidibus obrutum fuisse narrat Tertull. scorp. 8.
2. Recensionstypen der vitae prophetarum. 85
Jeremias, filius Helciae. Judaei eum in Aegypto lapidarunt ;
accusaverat eniin eos, quod idola adorarent. Aegyptii eurn prope
palatium Pharaonis sepelierunt. Amabant enim eum valde: quia
orabat, et animalia, quae de Nilo ascendebant et homines devo-
rabant, moriebantur. Haec animalia crocodili nominabantur.
Cumque Alexander Philippi MacedoDis filius veniret, sepulcrum
eins exquisivit eumque secum Alexandriam tulit. Hie vivus
Aegyptiis dixerat: Puer h. e. Christus, de Virgine nascetur et in
praesepio ponetur et idola commovebit et destruet. Ex illo tem-
pore usque ad nativitatem Christi Aegyptii virginem et infantem
in praesepio erigebant illumque adorabant; quia eis dixerat: „in
praesepio ponetur" Sb.
12. Jeremias fuit ex tribu Levi, filius Helciae sacerdotis,
sororque eius Susanna erat. Fuitque tempore quo descendit
capitivitas in Babylonem. Lapidatus autem est a Judaeis, qui
remanserant, cum irent Memphim quae est in Aegypto, et rnor-
tuus est ac sepultus ibidem Ss.
Der erste Teil der vita des Jeremias ist allen Recensionen
gemeinsam und handelt von dem wunderbaren Einfluß, welchen
seine Gebeine, in den Bauten des Pharao geborgen, auf die
giftigen Nattern und Wassertiere ausübten, so daß die Aegypter,
welche davon geplagt waren, auf die Fürbitte des toten Pro-
pheten hin heil davonkamen und gegen den Biß der Nattern
geschützt waren, wenn sie von dem Schutte des Grabes nahmen.
Offenbar ist damit eine Lokalsage wiedergegeben, deren Ent-
stehung wohl vorchristlicher Zeit angehört. Im 2. Makkabäerbuch
15, 14 1 wird ein Satz der vita des Jeremias zitiert: o JtoXXa
jTQootvxof/evog jcsql rov Xaov xal xi}o, ayiag xoXeooq Iegefilaq,
welcher zwar nicht in dieser Fassung sich in unsern Texten be-
findet, insbesondere fehlt die Beziehung auf Jerusalem, wohl
aber ebenfalls die Fürbitte des Propheten erwähnt. Es wäre
nicht unmöglich, daß mit ev§afievov rov JTQoeprjTOV 'ieoefilov
unserer Texte auf denselben Ausdruck des 2. Makkabäerbuches,
li Übersetzung von A. Camphausen in E. Kautzsch, Die apo-
kryphen und Pseudepigraphen des Alten Testaments. Erster Hand, Tü-
bingen L900, 117. 0. Zöekler, Die apokryphen des Alt. Testaments
nebst einem Anhang über die Pseudepigraphenliteratur. München 1891,
S. 137.
gß Schemiann, Propheten- und Apostellegenden.
das auf ein Werk eines Jason von Cyrene (c. 161 v.Chr.) zurück-
geht, angespielt wird. Bekanntlich wurde jene Stelle öfters
Gegenstand der Kontroverse — namentlich Origenes fand in ihr
die Fürbitte der Heiligen ausgedrückt1 — , demselben Interessen-
kreis gehört auch die Stelle unserer Viten ob ihrer Verwandt-
schaft an.
Die Schlangen heißen (N)Ephoth, B überliefert ft£W£<j)o)&,
was aber nur eine Zusammenziehung von fihv vtcpobft im Gegen-
satz zu dem griechischen Namen öh xQoxoösilovg ist. B zeigt
fernerhin noch Abweichungen gegenüber den übrigen Texten,
indem er nur von Wassertieren, nicht von den Nattern spricht.
In der Tat war aber auch in B von den aOJtlösg die Rede; denn
das sinnlose örjytuara avfrgcojiov (Menschenbisse), welche auf
des Jeremias Hilfe geheilt wurden, rührt sicherlich nur von einer
falschen Auflösung axmv her, das die übrigen Recensionen mit
aöJtiöcov wiedergeben. In dieser vita scheint der Vorzug wirk-
lich A und C gegen B zuerkannt werden zu müssen, welche fast
als einheitliche Recension auftreten. Der Kern der Erzählung
knüpft an die historische Tatsache von dem Aufenthalt des
Propheten in Taphne an, wo er am Tore des Palastes des Pharao
weissagen sollte (Jerem. 43, 9).
Als Abschluß dieser Schlangenlegende2 wird in allen Texten
außer A noch eine geschichtliche Erzählung Zweier Greise, Anti-
gonus und Ptolemaeus, eingeführt, welche noch von Alexander
dem Großen wußten, daß er die Gebeine des Propheten nach
Alexandreia bringen ließ, wodurch die Nattern und eine Art
Schlangen, welche agyoXaoi hießen und ein gar süßes und wohl-
klingendes Zischen hatten, ausgerottet wurden. An der Glaub-
würdigkeit dieser Erzählung zweifelt Hamaker3 und meint, daß
der Fälscher sie beigefügt habe, um seiner Erfindung einen ge-
schichtlichen Anstrich zu geben. Das Urteil ist wohl zu hart:
es liegt wohl nur eine arglose Wiedergabe einer alexandrinischen
Sage vor.
1) Em. Schür er, Geschichte des jüdischen Volkes im Zeitalter Jesu
Christi m. Bd. 3. Aufl. Leipzig 1898, S. 360, 362.
2) Über die Schlangen, Literatur bei Eb. Nestle, Marginal, a. a. 0.
p. 50 f.; zu Argolaoi v. Suidas ed. Bernhardy I 695, 15 — 21, "svo unsere
Texte benützt sind.
3) a. a. 0. p. 100.
2. Recensionstypen der vitae prophetarum. 87
Der zweite Teil der vita berichtet von emer Weissagung des
Jeremias an die ägyptischen Priester, daß alle ihre Götzenbilder
zusammenfallen, wenn eine Jungfrau mit ihrem gottähnlichen
Kinde nach Ägypten komme. Daher sollen die Priester (bis
heute) eine Jungfrau, die gebar, und ein Kind in der Krippe
verehren. Als Ptolemäus sich nach der Ursache erkundigte,
gaben sie ihm zur Antwort, daß dieses Geheimnis von dem Pro-
pheten überliefert ist [und daß sie das Ende des Geheimnisses
abwarten CD], Auch hier hat A wiederum den letzteren Zusatz
von der Verehrung der Jungfrau und ihres Kindes durch die
Priester weggelassen, ebenso die Anfrage des Ptolemäus. Ist
vielleicht der Grund darin zu suchen, daß BCDP die alexan-
drinisch-ägyptische Redaktion darstellen? Hamaker vermutete,
daß gerade in dieser vita eine längere und kürzere Recension,
welche schon bei Beginn der Sammlung so gestaltet war, von
jeher im Umlauf war.
Die Quelle der hier verwendeten Sage und Legende ist strittig.
Ob in der Erzählung von der Weissagung des Jeremias ein apo-
kryphes Evangelium benutzt ist, wie Hamaker annimmt, bleibt
vorerst dahingestellt. Erwähnenswert ist, daß der Verfasser dieses
Abschnittes es als etwas Sonderliches darstellt, daß die Ägypter
eine solche Jungfrau-Mutter und ihr Kind verehrten. Hätte ein
Christ dies geschrieben, so würde er dies nicht als auffallenden
Zug berichten. Vielmehr scheint hiermit auf einen in den My-
sterien1 und bei den Gnostikern üblichen Kultus angespielt zu
sein, worin in nächtlicher Procession ßgecpoc ev (patvri te&sv
in unterirdischen Grotten herumgetragen wurde, dessen jung-
fräuliche Gebärerin — die Köre — ebenfalls Verehrung genoß.
Der dritte Teil der vita berichtet von dem Raub der Bundes-
lade durch Jeremias vor der Einnahme des Tempels und wie er
dieselbe in einem Felsen verbarg. Dabei soll Jeremias eine
Weissagung an die umstehenden Priester und Altesten gerichtet
haben, worin er die Bedeutung der Entfernung der Bundeslade
in messianischem und eschatologischem Sinne erklärte. Moses
und Aaron, zu denen sich dann Jeremias gesellt, sind als Wächter
bis zum Weltende berufen. Auch Eusebius zitiert in praeparat.
1) CiY. Epiphan. adv. haer. 51, 22 (ed. Dindorf II. IM. 183, L2
BLUsener, Reliyionsgcschichtl. Untersuchungen. Kister Teil. Das Weih-
aachtsfest, Bonn 1889, S. 27, 31.
gg Schemiann, Propheten- und Apostellegenden.
evang. IX 39 aus einem alten Schriftsteller Eupolemus1: Nebu-
kadnezar, durch die Weissagung des Jeremias aufgestachelt, habe
Krieg mit den Juden angefangen, Jerusalem eingenommen, Gold,
Silber und Erz aus dem Tempel genommen x^Qh *ov xißcorov
xal rcöv sv avzy nXaxcov' ravtr/v Öh xhv IsQSfiiav xaraoytlv.
Darin mag der Grundbestand unserer erweiterten Fassung und
jener des 2. Makkabäerbuches c. 2, 4 — S2, das hierin wohl auch
von dem wahrscheinlich hebräisch schreibenden Palästinenser
Eupolemus, der c. 158 — 157 v. Chr. schrieb, abhängt. Über den
Tod des Propheten berichten unsere Texte, daß er in Taphne
gesteinigt wurde. Die syrischen Philippusakten3 dagegen er-
zählten streng historisch, daß Jeremias in eine Schlammgrube
(Jerem. 38, 6) geworfen wurde.
Text A scheint gegen die sonstige Gewohnheit den kürzeren
Typus zu vertreten, während CD in der Ausdehnung mit B
übereinstimmen, dagegen in der stilistischen Form mehr mit A
als mit B harmonieren. Infolgedessen mag A die Vorlage (von
CD) abgekürzt haben, B den erweiterten alexandrinischen Grund-
stock vertreten. Demgemäß dürfte in dieser vita folgendes Stemma
die Abhängigkeit veranschaulichen.
X
CDF
1) „Das Fragment ist nach der Lesart der bessern HSS anonym,
darf aber aus innern Gründen dem Eupolemos zugeschrieben werden."
Schürer, Gesch. d. jüd. Volkes III3 352. Huetius, Deuionstr. evang.
Parisiis 1679, p. 211 weist es Alexander Polyhistor zu.
2) E. Kautzsch, Die Apokryphen und Pseudepigraphen des A. T
I. Band, Tübingen 1900, S. 88.
3) Wright, Apocryph. acts of the Apostles p. 83 f. Cfr. Tertullian
scorp. 8 (CSEL XX Vindob. 1890, 161, 2); Hippolyt de Antichristo (Aus-
gabe von H. Achelis, Leipzig 1897, 2. Teil S. 20, 15). Ebenso Hieronynius
adv. Jovin. II 19. J. Dan. Huetii, Demonstratio evangel. S. 208 stellt die
abweichende rabbin. Überlieferung über das Lebensende zusammen. Vgl.
Aug. K nobel, Der Prophetismus der Hebräer II 261, Anm. 5.
2. Recensionstypen der vitae prophetaruni. g9
Über Jeremias und die Rettung der Bundeslade durch ihn
hat der Dorotheustext nach den Apostel- und Jüngerverzeich-
nissen nochmals berichtet und am Schlüsse des Apostelverzeich-
nisses neben andern Apokryphen auch dieses Apokryphon an-
gefügt. Als die Prophetenlisten in späterer Zeit aus ihrer
Verbindung mit den Apostel- und Jüugerlisten weggelassen
wurden, wollten manche vielleicht diese kurze Notiz als wichtige
Sache retten und hatten sie dem Texte angehängt. „Was hier
über den Propheten Jeremias erzählt wird, findet sich wirk-
lich in der dem Dorotheus beigelegten vita prophetarum" l
und ist ein Zeichen der ursprünglichen Anlage des Dorotheus-
komplexes.
§ 26. Ezechiel.
Is^exirjX 6 JiQO(p7]trjg vlbg BovCtj. Ovxog ?)v ex yi]g J£a-
gigä ix xcöv vloov xcöv agyitgecov Aevtxi]g' aJte&ave öe ev xfj
yf] xcöv Xalöaicov em xrjg alyfiaXcoölag JtoXXa Jtgo(prjxevoag
jcegl xrjg ejiioxgocpijg xov Xaov xal jtegl xrjg exavoöov xcöv 5
vlcöv Ioga/jX xal xrjg xov xvgiov jtagovolag. Ajttxxeive öe
avxov 6 rjyovfievog xov Xaov ev xr~] Jiagotxia avxov ev Baßv-
Xcövi, eXeyyotuevog vx avxov ejtl eiömXcov öeßaöfiaöt. Kai
td-aipav avxov ev xop aygcö Maovg, ev xop xacpop -*?]{i xal
Agq)a$aö jtaxegmv Aßgadfi. Kai iöxiv 6 xdcpog ecog Or]tuegov 10
ojrrjXawv öutXovv. Kai yag Aßgaafi ev Xeßgobv Jtgbg xr)v
ofioioxrjxa avxov ejtoirjöev xov xdcpov 2aggac xrjg yvvaixbg
2 Ezech. 1, 3 — 5 cfr. Ezech. 28, 25 — (> cfr. Ezech. 17, 18 s — 11 Genes.
23, 2 — 12 cfr. Genes. 23, 9. 19
2 [ABCDF] 6 — Hagiyä] ovxäq iaxiv £<• AqiqA BF | 3 ix xGiv — Aev't-
ttjq] ix (< BF) xCnv ieqewv BCDF nni&ave — S. 90 Z. 3 xigaq eöcdxe]
Xal JlQOE(pl'/T6VOEV EX7] X , TlQOSkaßE ÖE xijV OaQXUiOlV xov Xqigxov i'xtj XQICC-
xöaia kßSofxrjxovxa hnxä. Kai inl xijq aixf^oc).woiag iv yy XaXSaicov xal
no).Xä n QO(ptjXEiaaq xoiq iv xy 'iovöaia xalF an£9-. — 7 BaßvXCovi] äno-
xxeivaq avxdv 7/yov/j.evoq xov 'lopat/X ev x% yy xCbv XakSaiwv inl tfjq
al//Lta?Molaq C | 5 tceqI — (> naQovalaq] xoiq iv xfi *Iov6ala B | 7 iv ty —
Baßvhovi] '/ffpaz/A ixEi B | 1) e&aipsv 6 Xauq B 2tj/u] ^Iwa^tp B | 10 na-
xeq. AßQ.\ nyoyrjXEvoavxa x<ü^ iv xfi 'lovSaia C tcuq orffAEQOV <C BCD
11 Kai yäg] öxi xal C
1) Lipsius, Die Apostelleg. u. Apostelgesch. I 190.
90 Schemiann, Propheten- und Apostellegenden.
avxov. AutXovv yag Xiysxai, oxi ogvxxöv toxi xal ctJtoxgvrpov
Ig sjcijttöov, xal vjtegcäov höxi ejiI yrjq ev ütixga xQSfiafievop.
Ovxoq ovv 6 jcQoeprjrrjg xtgaq töcoxs xcö Xaca, coöxe xgoo-
bxuv reo jcoxaftcö Xoßag, ort' otav sxXeljty xb vöcoq avxov,
5 eXjii&iv xb ögtjiavov x?]q egrjfiwGEcoq siq Jiigaq xrjq yrjq' xdi
öxav j[Xt]fifivQTJö^j avxov xb vöcoq, xtjv big fsgovCaXrjii Ejtavo-
öov avxcov örjficcivy' o xal ysyovsv. Kai siq yrjv xeov Svgicov
xsixat 6 ootoq, xal jioXXol xgbq xbv xaepov avxov üvvEöxgE-
cpovxo ejtl JigoCEV/rjv xal htsölav. Kai xoxe üiXr\&ovq xeov
10 'iovöaicov övvsX&ovxoq exel ejiI xr/v \LV7\y.r\v avxov öböioxEq ol
XaXdaloi (irj avxagcooiv, e(j,eXXov ejteX&eIv avxcov xal avaigtlv
avxovq. 'EjioLrjöEv öh 6 jtgocp?jxt]q oxtjvcu xb vöcog xov jtoxa-
fiov, Iva hxcpvycoöiv ol vlol 'iogarjX siq xb Jttgav yivofiEVOi. Ol öh
xoXfttjöavxeq xbv Xabv sjtiöicöt-ai ok'ioco avxcov xaxEJiovxiöd-rjöav.
15 Ovxoq o Jigocpr\xr\q öia jigoGEvyjqq avxofidxcoq avxolq öa-
tpiXrj xgocpip Ix&vcov jcagtoxexo, oxi Xifjcp öiEcpirEigovxo. xal
ex xov JcXrjirovq xeov ly&vcov öiExgacptjöav xal jtoXXolq exXe'l-
jtovöi £co?]v eXfrelv ix B-eov jtagsxaXtöav. Ovxoq o Jtgocprjxrjq
ajtoXXvfievov xov Xaov vjib xeov by&gcov jtgotöxf] xolq yyov-
20 fiEvoiq avxcov xal üiagr\vöxXi]G£V avxovq öia xsgaxicov, xal
cpoßrjfrevxsq sjravoavxo ol jxoXe\uioi. Toxs IXsyev xcö Xaco o
3 cfr. Ezech. 1, 3 — 18 cfr. Ezech. 47, 9
1 ogvxxbv] elXixxöv BD eu.ixiCoSeq C xal — 2 XQe/xä.uevov] vTieotoov C
3 Ovxoq, — eöojxe] eöwxe xb xeQaq C | 4 Xoß. -{-xal C uxav — (» avxov]
oxe exXeinoi BF oxe nkrj/ißi-Qi/osi BF | (> e Iq < C | 7 avxCor — 12 avxovq]
xal yäo ixel xaxtöxei 6 ootoq xal noXXol ngbq avxbv ovv>)yovxo (ovvere-
oxoecpovxo DF) xal (avvi'jQyovxo loaxe (pioßeioDai xovq XaXöalovq C) nüxe
nh'jd-ovq ovrövzoq avxio eöeioav ol XaXSaloi (xovq ''Eßoaiovq B) ,«// ävxäocooi,
(öiö C) xal £7t>]X&ov (eTieX&cuoiv B) avxolq siq aualosoiv BCDF | 12 Kai
enolqosv BCDF diaoxqvat, B xov noxapov < BCDF | 13 ol — *Iog. <.
BCDF yivöfxevot. < BCD | 14 xaxaxolßi)aarxeq B | Kai ol < 6h CDF |
xov — avxüiv] xCbv e/9-^ü)v (imöivbl-avTEQ B) i;iiöuo£ci BCDF
15 b Tcgocp. < CDF | 1(> xQo<fiji' + i§ F 7iag60%e B oxi — öiexoä-
<pt]oav < BCDF | 17 nolXCov exXeuiövxtov B ixXaiovai CD | IS iX&elv <
BC eX&eiv + avioiq B ex — naoexüXeoav] t/aoloaxo C 6 7iQO<p. <
BCDF | 19 i>7to — 21 xöxe] orjfxela noit'joaq snavas xovq no?.£,ulovq xaxa-
nXrfeaq avxovq ovoavo&sv' oxe B e-yß-pCov] £&vcbv F nooeoxr]] 7iQoo>Y/.&e
CDF | 20 avxCor < CDF naQijröyy.tjoer avxovq < CDF xeoaox'uav CDF |
xal < CDF | 21 <poß/'/oaq~F enavo. — TtoXe/nioi] avxovq xaxenavae F ol
noXefxioi < C rw — S. 91 Z. 1 '/«■£.] avxolq CD rö Xaü < BF
2. Recensionstypen der vifcae prophetarum. 91
Is^sxirjX, ort' öcajzsrpcovrjxafisv, ajtcoXtro q sXmg rjftcöv xal
sv rsgaöi rcöv ooxscov rcöv vsxgcov sjislösv avrovg, ort sörlv
sXjtlg reo lögatjX, xcu cpös xcu sv reo (isXXovn alcovi. Ovrog
Ixsl cov sv xr\ %cbga rcov XaXöaicov ijQfiijvsvosv reo lach jcctvra
xa sv IsgovoaX?]^ xcu sv reo vaep yivo^isva. Ovrog 6 Jtgocprj- 5
xi]g i]Q7iayi] sx rrjg %c6gag rcöv XaXöaicov xcu r/vsx&r] slg 'isgov-
OaXijfi sig sXsy%ov rcov axiorcov.
Ovrog o 'is&xiijX stös xata rbv Mcovorjv rbv rbütov rov
vaov xvg'iov rb rsiftog rs JtXarv, xa&cbg slnsv xcu o Aavir\X
Öxl xri6&r\6srcu. Ovrog sv BaßvXcövi sxgivsv rrjv <pvXr]v Aav 10
xal raö, ön ijötßovv xgbg rbv xvgiov öicoxovrsg rovg rbv
vofiov cpvXaööovrcig xcu sjiohjösv avrolg rtgctg fis'ya, ort ol
oepsig avi'jXtöxov ret ßgscpi] avrcov xal üidvra ra xrr)vi] avrcov.
ügosXtysv 6s, ort öi avrovg ovx sjciorgsipsi 6 Xabg sig Isgov-
oaXrjft, aXX sv Mrjösia iöovrai scog ovvrsXsiag jcXavrjg avrcov' 15
E§ avrcov yag ?)v xal o avsXcbv avrbv dvrsxsivro yag avreo
scog r)fisgag rsXevrrjg avrov.
Ezechiel sacerdos, filins Buzi, genitus in terra Sarira, in
typo Christi filius hominis nuneupatur. Hie captivus cum Joa-
chim in Babyloniam duetus, ad concaptivos prophetavit, corri-
1 Ezech. 37, 11 — 7 Ezecli. c. S— 11 — 9 Exod. 25, 9 — 9 Dan. 9,
25 cfr. Ezech. c. 40; 43, 2; 44, 2; 46, 1. 2. 8. 14 — 11 cfr. Genes. 49, 16—19
1 anüikwXev B | 2 iozlv] eazai F | 3 cböe] ivxavd-a C alCovL < C |
inl xov [xiXXovxog B ] 4 iv ry — tjyßtjv.] eöeIxvve CDF Xaw -\- ^IOQa^X
CDF 7t«JT«<BCDF | 5 6 nQo<p//xrjg < BCDF | <> ix — XaXöalaiv] exei-
&sv BCDF ix—i}vex&ri<C rfvex&TJ] fad-ev BOF 'Iegovaalijß + xaz'
avzl/v rfjv UiQuv BF | 7 änlazcor] aneid-ovvrtov zip 9-eiojZ'B
8 u 'Ie&xi)iX < BCDF xvnov BCDF ] 9 xv'qIov < BCDF xal zb B |
ts < BCF xa&cog — 10 xziad-t'jijszaL] xal TZE<iizEi%og xal zfjv tivXtjv, er j/ xi-Qiog
slaeXeiaeraixal igs?.£voExai. Kai iaziv // TtvXrj xsxXsiG(ikvr\ xal elq avzov iX-
movoi nävza xa t&vi] BD1 Ovzog exQtvsv BCDF Aav xal<L C | 11 rov
räd BCDF nyug] eig BCDF öuoxovxsq — 12 (pvXäaoovzaq] öoxovrxeq
xov vö/xov (fvXäxxeiv F | 12 avzolg — 3 av/jL] x<>vg ucpsiq uvalioxsiv C |
13 avxüiv 4- Sia xljV äaeßelav avzibr B | 14 npotk. öh] Xiytov C xal tcqo-
elfijxev BDF 'isQovaaXlj^] zl/v yijv avzov BCDF | 15 äXXy — 8 avzov] ig
(hv xal uvüQtQ-ri C M/jöoig F | 1(> ig — aircöv] u&ev xal ig* ai'Tön- &vy-
{"'Uli F ävztxeizo — 17 reXewtjq] näaag n'c ^fiigac, zijq "Qta^q B | 17 i'cog —
TE?.evTi}q) näaag zag tifiigaq DF + anLxzEivE äh atizdv 6 tjyovfiEVOq— xal
iativ Inl yfjq iv ketqo. ixzioßivov (S. 89, 6 — 90, 2) P
92 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
piens eorum offensiones, et zelo Dei motus cuncta eorum crimina
turpitudinesque arguens. Quem dux populi Israel interfecit, pro
eo quod severitate et auctoritate pontificati corriperetur ab eo
ob irnpietateni sacrilegii. Sepultus est a populo in agro Maurim,
in sepulcro Sem et Arphaxat Li.
17. Ezechiel filius Buzi e tribu sacerdotum de terra Sarid
(Seridä). Princeps Judaeorum, qui in terra Caldaeorum erat, eum
interfecit: quia ipsum de adoratione idolorum accusaverat. In
sepulcro Arphaxad, filii Sem, filii Noe, sepultus est Sb.
13. Ezechiel fuit in captivitate, quam cepit Nabuchodonosor,
eratque ex tribu Levi, mortuusque est in captivitate ac sepultus
ibidem Ss.
Der erste Teil der vita behandelt in kurzen Zügen die Bio-
graphie des Propheten, seine Abstammung, wesentlichsten Inhalt
seiner Weissagungen, seine Ermordung und sein Grab. Die
vollendetere stilistische Form vertritt wiederum A, das auch einige
Zusätze hat. Er spricht von ihm als einem Leviten und erweitert
die allgemeinlautende Angabe in B, Ezechias habe den Israeliten
prophezeit, mit dem spezialisierenden Inhalt über die Rückkehr
des Volkes und die Ankunft des Messias, was F noch weiter
führt. Bei dem Bericht über die Ermordung des Propheten1
durch den israelitischen Führer in Babylon wird jene Nachricht
der syrischen Philippusakten2 nicht erwähnt, wonach Ezechiel
an den Füßen geschleift wurde, bis seine Hirnschalen zer-
schmettert waren. Die Erzählung von dem Grabe des Propheten
schreitet in allen Recensionen gleichmäßig fort.
Im weiteren Verlauf werden eine Reihe von Weissagungen
und Wundern des Propheten eingeführt, durch welche er die
Verwüstung Jerusalems durch die Chaldäer ankündigt und
seinem Volke noch nach dem Tode, als es zu seinem Grabe
wallfahrte, Hilfe gegen diese Feinde erbat3. Offenbar war
1) Über andere Nachrichten hei Athanasius s. Aug. Knobel, Der
Prophetismus der Hebräer II 302.
2) Wright, ed. Apocryphal Acts of the Apostles p. 83 f.
3) Die Hilfe des Propheten, welche er seinem Volke dadurch ver-
schaffte, daß bei dessen Übergang über den Fluß derselbe ausgetrocknet
war, während die nachfolgenden Feinde durch den Ansturm der Wellen
darin umkamen, wird in Parallele gesetzt zu Zaratus (Zoroaster) Zug von
China nach Persien: Clem. Alex, ström I. Huetius a. a. 0. p. 220.
2. Recensionstypen der vitae prophetaruni. 93
dieser Abschnitt dazu geschaffen, den hoffnungs- und treulosen
Israeliten neue Kraft einzuflößen und zum letzten Kampfe auf-
zufordern; wir stehen hier in der Zeit von Nationalkämpfen, wo
die Parole erklingt: loxlv aXma xcö 'iöQctrjZ und wo zum letzten-
mal noch der Prophet vor Augen geführt wird gleichsam als
lebendiger Zeuge, nachdem sein Leichnam aus Chaldäa nach
Jerusalem gebracht war elq eXsyxov xcöv ajiiörmv.
Noch in einer wuchtigen Schlußansprache wird der Wieder-
aufbau des Tempels, wie ihn Ezechiel vorher verkündigt, in
Aussicht gestellt und der Prophet als Richter über Dan und
Gad, die treulosesten Stämme des Volkes, ausgespielt, aus denen
auch der Mörder des Propheten hervorging1.
Diese ganze Schilderung ist nichts anderes als ein Kriegs-
aufruf gegen die Feinde Israels. Wir könnten annehmen, daß
die Entstehungszeit der großenteils fabelhaften Prophezeiungen
und Wunder, welche von dem Propheten ausgesagt werden, die
Zeit der Makkabäerkämpfe wäre, wenn nicht auf den Wieder-
aufbau des Tempels nach der Schilderung Ezechiels angespielt
wäre. Es könnte sich auch hier um einen letzten Aufruf nach
der Zerstörung des Tempels und der Stadt durch Titus handeln.
Weshalb Dan und Gad als Beispiele treuloser Stämme ein-
geführt werden, dafür findet Hamaker'2 den Grund in Genes. 49,
16. 19. Damit mag eine Tradition vermischt sein, gemäß welcher
der Antichrist aus dem Stamme Dan wäre.
§ 27. Daniel.
AavujX o xQO(pi'}xi]q. Ovxoq ?]v sx <pvXt]q 'lovöa ytvovq
xä>v l&icov xrjq ßaöiXixrjq vjrt]Qeöiag, aXX* txi v7]jtioq g>v //##•>/
slq BaßvXmva sx rr\q 'lovöalaq. ^Eysvvqd-rj 6s sv Bed-sßoQcö
3 Dan. 1, 3 cfr. 4 Reg. 20, 18; Isa. 39, 7
2 7)v + ix Bsd-ÖQcov x?]q ävvoxeQaq G yevovq <C B | 3 i§E%6vxü>v BDF
■ J"/ior«rrwr C vtitjq, -+- iyevv>]&r] de iv Brj&ayöj xöj ävioxiga F | 4 elq Ba-
ßvkwva] iv r# alyjjiaXioalq D ^i'/ßn — ylovö.\ äv/~,k&ev C 'Ioväalaq -j- elq
yf}v XcüSaiwv BCDF iyev. — S. 94 Z. 1 'iegovoatfii < G Be&oQwv G
Bed-ojQui/ji BD Brj&aQöj F
1) Vgl. von Orelli, Das Buch Ezechiel und die zwölf kleinen Pro-
pheten. Nördlingen 1882, S. 2.
2) a. a. 0. p. Ils.
94 Schemiann. Propheten- und Apostellegenden.
rfj avairtga, nlr\olov 'fegovoaXrjfi. Kai t)v avtjg öoirpgoov töörs
öoxeIv rolq 'iovöalotq avrov eivai OJiaöovra. IloXXa ijrEV&r/GEV
ovroq xi]v IegovGaXrjfi xal ev vr/Grtiaiq ioyvoev ccjio jraGt/q rgo-
cprjq Ejti&vfiriTTJq- xal t/v äv?/g sr/gbraroq rf] iÖta, aXX cogaioq
5 ev yägiri &£ov.
IloXXa öh rjvt-aro ovroq Jitgl rov Naßovyoöovooog, ors
eyevszo ftrjQiov xal xrijvoq, iva fit) äjtoXtjrai. Hv yaQ ra Ifi-
jrgoG&ia avrov wq ßovq ovv XEtpaXy xal ol jrböiq avrov ovv
rolq ojriG&loiq wq lecov. \>AjitxaZvcp{rrj öh reo oöico ntgl rov
10 fivGrrjgiov rovrov, ort xrrjvoq yiyovE öia. rrjv aXoyov avrov
<piX)]öoviav xal GxXrjgorgayjjXiav, xal ort mq ßovq vjtoCvyiov
yswfjGsrai rov BsXlccg, Xewv Öh öia rb agjtaxrixbv xal rvgavvi-
xbv xal d-ijQimötq rov rgojiov.] Tavra yag hyovGiv ol övva-
Grai Iv rfj vEortjn [avrwv, rb wq ßovq vjtb C,vyov yevofievoi
15 rov BsXLag öia rrjq cpiX?]öovlaq]' sjtl reXsi d-rjoeq yivofisvoi
aQJiaCovrsq. oXo>vovreq, jraraGoovreq. Eyprn ovv o ayioq
ovroq, ort wq ßovq ?JgO-ie yogrov, xal eyivsxo avrw dv&gw-
jiivrjq tpvGscoq TQoqprjfia. Aia rovro o AaßovyoöovoGog fiera
ri]v jctfiipiv rov {iaGriyoq avrov, ev xagöla ävfrgojxov ysvo-
20 fisvoq, sxXais xal rjt-lov rov frtbv jcaGav ijfiegav xal vvxrbq
rEGGagaxovraxiq ösbfisvoq rov dsov Btrjfioov. o EGriv rov &eov
4 cfr. Dan. 1, 8. 13 — 16 Dan. 4, 23. 30
1 nkrjalov lIsqovo. < BCDF | 2 areäd. + xal TtQOEfprjXEvoer ext] eßdo-
(xi'y/.ovxa, 7iooe?.aße de xi/r yewr\oiv rov Xqloxov exr\ v§' F oixoq + rov
t.abv xal enl xt\v tiö?.iv 7. B ovroq — Tfo.] hnl xrtq yftq F | 3 loyiaev] fjoxij-
oev BCDF | 4 im&vfi. -j- oneo/bia yfjq ead-lojv B xal rjv — 5 d-eov <. C |
äv>jo < F SrjQog r?jv töiav DF gj]QÖq + xal anavog B | 5 &eoi] vwloxov
C | 6 tieqi] V7zsg BCD Xaßovy. + naoaxa/.ovvxoq avxbv Ba/.züoao xov
vlov avrov BCD | 7 E[i.nQoo&Ev B | 9 otuo&ev B coc <C B anexak. —
13 xoÖTtov < A baUu] ayltp C | 10 xtyvog] &?]qIov /nh- C T//J — 11
<pi?.?]doviav] xb <pi?,?'j6ovov avxov xal oyJ.rjQOXQäyrj/.ov CD xal oxi — 13
zgÖTtov] xxfjvoQ de uxi vrtb tvybv i\v xov Be/.iaQ xal vnfycoog xal to? ßiv
ßovq rjO$i£ %boxov iylvExo de avxö> avS-QtonlvTjq wvoEwq xooqi) C xal —
tqötiov < D | 14 avxwv — 15 <pi?.Tjdoviag<^BGDF \ 15 tnl — S. 95, 2 olvO-qw-
noq<G 9-rJQEq] de B yivovxaiB 7iaxäoaorxeq + avaiQoivxEg. rvQawovvteg,
äosßovrxeg, xäq de xovxwv äfj.oißäq naoa xov dixatoxQixov &eov djio?.a/x-
ßüvovxeqB | 17 xal + oxt oiacB eyevexo B | 18 xob<f?j/jia] xqo<p~,; eni&v-
fjia B XQO(pfj D | 19 Tie/ixpiv — avxov] nexpuv zrjq xoo(pT,q B av&Qoyitivq B |
20 xov 9-eov] xvqlov B | 21 xov &Eoi — S. 95 Z. 1 Zaxäv] Jai/xwv [ßertuu)9
D) de ETiEylvExo abxtp BD
2. Reccnsionstypen der vitae prophetaruni. 95
'iGQarjX. 'Exeyivtxo yag avxcö xvevfia 2£axav xcu iXav&avev
avxov, oxl ytyovev av&ocojioq xal yXoÖGGa avxov iöeGfisvexo
XaXslv xal cpcovi] &rjoiov iöiöoxo avxcö xal iyivovxo 01 6cp&aX-
fiol avxov coq xgsaq anb xov xXalsiv. Kai jtoXXol övvaoxat
xal JtoXlxai l^iovxeq ix xtjg jcoXscoq sfreoiQOvv avxov. Acivir] X 5
öh fiovog ovx r)&kXr]G8v Ideiv avxov, 6x1 jiavxa xov ygovov
xrjq aXXoic6oeo)c avxov Iv xalq JiQOGtvyalq ?)v jieql avxov xcu
IXsytv, 6x1 ..jiciXlv av&ocojcoq ytvrjGtxai. xal xoaxrjGei xrjq
ßaGiXuaq avxov1' xcu rjjriGxovv avxcö.
Ta ijtxa txi] a atjtev avxcö AavirjX, inxct xaiQovq £jcoi?]GE 10
yevtG&ai tjtxa. firjvaq öebfjevoq Jteol avxov Jtobq xvqlov. Tb
(ivoxrjQiov xcöv tjtxa xmlqcöv txeXeo&t] £jr' avxov. oxl ajto-
xaxtGxijGtv tjtxa [seotxtjg. E$ ovv ex/j xal £$• tu?]vaq vjti'jtutxsv
xvqIco xcö &tcö. xal tS.mfioXoyeixo xr)v äos'ßeiav avxov. Kai
fiexcc zi/v acptGiv xrjq avofiiaq avxov ajceöcoxsv avxcö 0 &tbq 15
xr)v ßaGiXüav. Kai ovxe xota scpayev ovxe oivov ejtisv Qo-
fioXoyovfisvoq xq> &£<x>, oxl AavirjX avxcö 3tQoGtxac,tv iv ogxq'l-
oiq 1} yXojgoiq r\ ßoexzoiq tgiXeojGaGd-ai xov xvqlov. Alci xovxo
xal 0 NaßovyoöovoGog txaXtoev xov AavirjX BaXxaoao xaxa.
xb ovofia xov [lovoyevovq viov avxov xal rj&t'XrjGsv avxov 20
OvyxXr]Qovofiov ajcoxaxaoxrjoai xcöv xtxvcvv avxov, aXX 0 oöioq
15 Dan. 4, 33
2 eSeoueiexo] xov fx/j BCD | 3 xal -+- voöiv evSvg eSäxovev B xal
(fwvfj] qo&rj [ixQatTji^j] C) de ^ y).loooa BCD xal— avzijj xal] naoexäXei.
xov &eov xaxa voiv näaav fjtueQav xal ojqüv C iyivovxo — 4c xkaleiv]
avxov yeybvaoiv xoeooSeiq ex noXXLov Soxqvidv C | 4 avxov -f- i}aav ioq
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avo/uag alxov. Kai antfcoxev nä).iv avxco 6 9-eog x),v ßaaü.eiav avn>v,
ovxe öl äpxov C dnoxaxiax. — 13 fxeaixrjc] anoxaxaaxäq ev knxä firjolv,
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SntsToIq B I 18 xal yhjaiq BCD xvQtOv] Seov C | V.) xat 6 IS'aß. <BCD |
xava — 20 avxov xal] wg xbv vldv aircov B t}i)-i).rioev + 6h BD
96 Schemiann, Propheten- und Apostellegenden.
slnsv iXscoq fioi arpslval fis xXrjQovofiiav jcaxtQcov ftovxal xoXXr/-
d-rjvai xXrjQovofiiq. djisoixfirjxoiv. Kai sv xolq ßaöiXsvot IIsQOmv
jtoXXa eJioit]öe xi.Qa.xia, böa ovx sygatpafisv sv xij ßißXco xavxr] '
slölv ös ysyoafifitva sv xfi ßlßXoo xov davir/X.
5 Ovxoq o ütQoeprjxrjq löooxsv xsgaq sv xolc, vtyrjXoiq OQSOi
BaßvXcövoq Xsycov, ort' öxav iörjrs xajivtCofisvov xo Ix ßoooä
OQOq, 7]§si xo xsXoq BaßvXmvoq'
oxav ös LÖtjxs avxb coq sv ütv- [oxs ös xax avaxoXaq vöcoq
q\ xaiofisvov, ?}£si xo xsXoq xa&agov s^sXsvosxai, xoxs 6
10 Jiao"r}q xrjq yrjq. Eav ös sv d-sbq im yrjq <pavslq coq av&oco-
voxoo ogoq Qsvöy vöaxa, im- jtoq avaöt£,sxai jtaöaq xaq avo-
öxQsipsi 6 Xabq sv ry yf] avxov, filaq xov xoöfiov siq iavxbv sv
xal olxoöofirj&Tjösxai IsQovoa- xcö avaöxoXomCsod-ai avxbv
Xr/pi jiXaxsia xal svQvjmgoq' vjio xätv lsqsoov xov vofiov.
15 coöjcsq xai syivsxo öia. xov Ir\- Kai svfrvq Jivsvfiaxoq yaQiq
öov aQxiSQsmq xal ZoooßaßsX im yr)q svyy&i]Qsxai siq Jtavxa
xov vlov JEaXa&irjX (A). xa t&v?].] 'Oxs ös sv jcvqI
xalsxai, xoxs xsXoq söxai xrjq
yrjq. 'Eav ös sv xcö voxco
20 gsvöfl vöaxa, vxooxQsxpsi o
Xabq siq xijv yrjv avxov (B).
4 Dan. 13 — 8 cfr. Ezech. 47, 1 ss — 102 Testam. ±H patriarch.
Simeon c. 6 (Migne 2, 1051 A) ; Äser c. 7 ; Beniamin c. 6. 10
1 acpslvai xh7]Qovo/j.laq A xai] fxsxsnsixa Ss C I 3 xsoäoxia BCD |
iyi>ä<pr}aav BD iygavja/jisv + Ssvxsqov Ss iß/.fj&t] sv. zip Xäxxco x&v
Xsbvxcov vnsQ svasßsiag xai a.yänr\g &sov. Tb /xsv yao nQöixov insiS/j
xü)v BaßvXioviwv nooosvxo/xsvwv AaQsko xiy ßaoiXsl fibvog avxb; t& 9-sco
7iQO<jrjv%sxo. Tb Ss Ssvxsqov Siöri xov Bf]), xaxsozoswsv xal xbv Soäxovza
itpövsvosv inl Kvqov xov ßaoiXsujg xai avzbg /xsv Sisold&tj, xai aßXaßijg
anb xibv Xsövzmv avrjXd-sv ix xov Xäxxov. Ol Ss ißovXsvaarzsg avxco
ißXt'j&rjoav sig xbv Xäxxov zütv Xsövzmv xai si&vg xazsßpto&rjoav in' av-
xibv. Msxä Ss xavxa yrjQäoag xai xeXsvxtfoag iv slgt'jvtj ixäcftj sxsl iv x.
an. x. ß. C iv zfi — 4 JavirjX < BCD iv — 4 davvfjX] Ovxog Ss ansS-ave
xai izä<prj iv zw onr]Xal(p xö> ßaoiXixw (xbvog ivSö^tog BD | 5 oixog o
nQO<p.] xai avxbg BD < C "EScoxsv -f-iffC zotg vxprjXolg <C BCD oq.
xolg vnsoäva> x/jg B | (> oxi — xanv.] uxav xanviod-tjoexai BCD | 7 ugoq
<CD
8 oxs Ss (B) — 17 s&vr/ < CD | 18 saxai (B) + näarjg CD | 19 # +
r« C | 20 Qsvdwaiv C iniaxQsxpsi C j 21 avxov] avxüav C
2. Recensionstypen der vitae prophetarum. 97
3Eav öe aifia Qsvoy rb ogoq, <povoq edrl rov BsllaQ ev jtaoi]
zjj yfj' [tjs£l o xvoioq kxl yrjq evav&QOJjfrjöaq]. 'Exsc ovv exoi-
fcr}&?] 6 ooioq Aavci]! kv BaßvXmvt Iv elQrjvy xal eracpt] sv r<p
öJirjlaioi rrö ßaöiXixcö evöo^cog' xal iönv o racpoq avrov ciajq
rrjq Orji/£Qoi> t)(itQaq jiaGiv yvcoorozaroq ev BaßvXcövi. I
Daniel de tribu Juda in Bethoron superiore natus, genere
nobilis, princeps omnium Chaldaeoruru reguruque prosapia et
florens patriae nobilitate. Hie sub Joachim rege Juda post ex-
eidium Jerusalem, cum tribus pueris admodum puer in Baby-
lonem translatus et princeps Chaldaeorum effectus est, vir glo-
riosus et aspectu decorus, qui continuatis ieiuniis et orationis
instantia futura praenoscere meruit sacramenta.
Hie inter cetera mysteriorum mysteria his virtutibus gestis
atque signis effulsit. Principio sceleratorum senum mendacium
reprehendens, castitatem feminae revelavit. Tribus hebdomadis
dierum exorans pro populo ieiunavit. Simulacrum Bei divinae
aspirationis argumentis elisit: draconem Babyloniae numen eius-
dem gentis, offa pice et adipe et capillis confeeta, divinae mentis
instineta, incredibili admiratione disrupit; in lacum quoque mis-
sus rabiem mitigavit ferarum atque virtute animi fortis inter
frementes securus epulatur leones.
Hunc Darius postquam Babylonium subvertit imperium,
honore maximo habitum secum tulit et in Medos abduxit. Qui
etiam fertur dedisse signa in montibus super Babyloniam, dicens:
Dum montes a Borea fum averint, finem instare Babyloniae, dum
visi fuerint incendiis conflagrare, finis erit totius mundi. Item
dum ad partem Noti refluxerit Tigris, regressio erit populi ad
Jerusalem. Vixit autem usque ad tempus Darii regis Persarum,
annis centum et decem, sepultusque est iam senex in spelunca
regia, solus in captivitate cum gloria Li1.
'2 cfr. Testam. XII patriareh. Äser c. 7 (Migne 2, 1124 C), Beniam.
c. 10 (1148 C)
1 eorai BCD rov] zw BCD | 2 ljf§6< - ivcn&Q. < BCD ixsl oh)
xal B 'Exel — JJ Baßv?.üwi < C | 8 6 oaioz, — 5 Baßv?.Covi] iv <•''(''/»'{< "
oaioq {rov &eov B) BD
1) Beachtenswertes zur vihi iles Daniel aus Hieronymus hat Nestle,
Margin. p. 55 zusammengestellt.
Texte n. Untersueluingim etc. :u.3 7
98 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
18. Daniel de tribu Juda, in Beth-Huran superiori natus est.
Fuit vir a mulieribus se continens; quamobrem Judaei eunuchum
eurn existimabant1; facies enim eius absque barba erat, filiosque
non habebat. Oravit pro Babyloniis. Mortuus est Aelam, in
urbe Huzitarum (Hözäye, arab. Al-Ahwäz, hodie Khüzistän), et
in Castro Susae (Shöshan) sepultus. De reditu populi prophe-
tavit Sb.
14. Daniel erat de tribu Juda et mortuus est ac sepultus in
Susis castro Ss.
Die vita des Daniel ist die umfangreichste. In der Be-
schreibung der Jugend und der Persönlichkeit des Propheten,
welche sich zumeist auf das erste Kapitel des Buches Daniel
beschränkt2, faßt sich C am kürzesten, welchem D fast gleich-
kommt, während A und B weitschweifigere Weiterbildungen zur
Verdeutlichung des geschichtlichen Bildes haben. Die Trauer
des Daniel über Jerusalem, nachdem er nach Babel weggeführt
war, die Schilderung seiner dortigen Ascese, seines Ansehens,
welche sich ja auf Dan. 1, 4ss stützt, erwähnen A und B mit
breiter Behaglichkeit, D dagegen abgekürzt, noch mehr aber C.
Der zweite Teil knüpft teilweise an Daniel c. 4 an, an die
Traumgesichte Nabuchodonosors, welche sagenhaft ausgestaltet
werden. Der Traum Nabuchodonosors von dem herrlichen Baum,
welcher auf göttlichen Befehl umgehauen wurde, so daß nur der
Wurzelstumpf unter wilden Tieren noch für sieben Jahre weiter
vegetierte, wird hier umgedeutet und in Wirklichkeit übertragen.
Die Deutung Daniels, daß Nabuchodonosor sieben Jahre lang
fern von menschlicher Gesellschaft zubringen müsse, hatte dazu
den Schlüssel gegeben. Nabuchodonosor wurde demnach selbst
ein wildes Tier und erträgt alles, was er dann nachträglich
Dan. 4, 30 f. schilderte.
Die Tiergestalt, in welche Nabuchodouosor gehüllt wird,
mit einem Stierkopf, während der Hinterteil einem Löwen gleicht,
wird auf die Herrsch- und Genußsucht der jungen Herrscher
gedeutet.
1) Huetius, Dem. ev. p. 224 stellt die rabb. und patristische
Literatur zusammen.
2) Über dieWegfüürung des Daniel im Alter von 12 Jahren s. Ps.Ignat.
ad Magnes. 3, 2 (ed. Funk, Patr. ap. II, Tüb. 1901 p. 78, 23).
2. Recensionstypen der vitae prophetarum. 99
Auf das Gebet Daniels hin wird die Zeit der sieben Jahre,
in welchen Nabuchoclonosor in dieser Gestalt verharren sollte,
zu sieben Monaten abgekürzt. Der Herrscher erhält Verzeihung
und wird wiederum vom Gotte Israels1 (cf. Dan. 4, 33) in seine
Herrschaft eingesetzt.
Die weitere Erzählung, daß Daniel infolgedessen vom Könige
den Namen Balthasar erhielt, widerspricht Dan. 1, 7, wonach
der Eunuchenoberste ihm den Namen gab.
Zum Schlüsse dieses historischen Teiles unserer vitae wird
ferner erzählt, daß Daniel noch mehr Wunder gewirkt habe, welche
aber im Buche Daniel aufgezeichnet seien. Nur C spricht dann von
den deuterokanonischen Zusätzen des c. 13 des Danielbuches2.
Der nun folgende prophetische Teil eschatologischen Inhalts,
welchen Daniel von den hohen Bergen Babyloniens ausgesprochen
hat, ist auf Ezechiel 47, 1 s aufgebaut, B dagegen hat messia-
nische Weissagungen eingestreut, daß bei bestimmten Zeichen
6 &s6g em yrjq (pavelq coq avfrQcojiog alle Sünden wegnehmen
wird, während A diese messianische Andeutung ?]t-£i o xvqoq
exl ytjg kvavd-QcojtrjOaq an den Schluß verlegt.
A fügte den Weissagungen einiges über den Wiederaufbau
Jerusalems bei, wie dies auch durch den Hohenpriester Jesus und
durch Zorobabel, den Sohn Salatiels, stattgefunden habe.
Während B und D durch die Mitteilung des Todes und
Begräbnisses Daniels den sog. geschichtlichen und prophetischen
Teil scheidet, hat A diese Notiz reichlicher ausgestaltet an den
Schluß gestellt, Hamaker3 stellt in dieser vita auffallend viele
Hebraismen fest.
§ 28. Nathan.
Nad-av 6 jiQocprjzrjg eyevero ev ?]iutQaig Aavid ex (pvXriq
&cox. Ovtoq de f'/v ex Faßad- xal avtög eöviv o öiöa^aa rov
3 2 Reg. 7, 2; Sir. 47, 1
:i fAD'jdeest inCE) Oüx] AsvlD* oizoq 6h %v] £yevv}']Q-tj 6s hTaßaO) D1
1) Über Berj/xiov als Namen des Gottes Israels im tcxhis receptua
b. Literatur bei Nestle, Martin, u. Material. II S. .Y>.
2) C. Julius, Die griechischen DanielzuBätze und ihre kanonische
Geltung [Biblische Studien VI 3 u. 1. Eeffc]. Freiburg L901.
3) a. a. 0. p. L22, L29, 131, 134.
100 Sehermann, Propheten- und Apostellegenden.
Aavlö xbv vbfiov xov xvqiov. Kai \yvco Na&dv, oxi o
ßaöiXEvq Aavld sv xjj Bt]Q6aßee jtaQEßr]. Kai ojtEvöovxa
eX&eiv ex raßaO- slq lEQovoaXrjfi xal xoolvöai xbv Aavld ajtb
xrjq avofiiaq xavx?]q exojXvoev avxbv o BtXiag' oxi xaxa xrjv
ß oöbv evqe vexqov xei{uevov yvfivov, xal ijit'fisivs rov &drpai
avxbv kxel, Iva p] vjco ßtjQimv avaZco&fj, Kai xij vvxzl
exsivi] eyvco, ort ejtohjöe Aavlö xtjv aftagrlav, xal ejieGxqewe
jiev&cüv slq raßdfr. Kai coq avElle Aavlö OvQiav xbv dvÖQa
xrjq B?jQöaߣE, ajtiöxEilEV o {rebq xbv Nafrav xal rjksy^E xbv
10 Aavld jieqI xrjq af/agxiag avxov. Kai £rpoß?]fr?] Aavlö xov xv-
qiov, oxi TjXe'yx&V ° £xol?]6£. Kai Eyvm Aavlö öxi jcvEVfia
&eov aytov ejcI Na&ccv xbv JTQocprjx?]v eöxi' xal ExipjOEv avxbv
a>q oOtov &£ov" xal avxbq Jtdvv yrjQaöaq anEÜavE xal Exacpiq ev
raßad- ev xfj yf] avxov (A).
15 Ovxoq Na&av 6 JCQoeprjxqq ?)v ex raßacbv em Aavlö xal
avxbq i)v o öiöa^aq avxbv xbv vofjov xov xvqiov xal eiöev oxi
Aavlö ev xfj BtjQöaßhx JtaQaß/jöExai. Kai öjtevöovxi eZ&eiv
xal avayyEllai avxw evexoÖiöev 6 BsXiaQ. 'EQ'/bfiEvoq ös
xaxa. xr\v oöbv, evqe vexqov xei^ievov yvfivbv EöcpayfiEVoV xal
20 ajtEfiEive öl avxbv exei. Ovxoq djce&avE xal Exdcptj slq xi]v ytjv
avxov ev raßacov (B).
1 f 2 Reg. 12, 1 ss
1 [AD1] xal yvovq oxi D1 | 2 BqQOaßsh — 4 oxi] Brjgoaßel Tzagaßi]-
Gerai 6 Aavlö eötievoe rov eXS-eiv xal ävayyEilai avxtjj. Iboxe (fv?.a$ao~9ai
and xrjq ävo/niaq xal evetiööigsv avxov 6 BsXlaQ. ^Egyöusvoq ya.Q eI: Ie-
QovaaXljß D1 | 5 xslß.] naQEoxEvaaiiivov D1 yi\uvöv -f- xal dnoövaäfj.Evoq
' xö TtaXlov xal neQißaliov avxöj D1 | 10 tieqI — 14 yjj avxoir\ inEiöi, yag
eiöev 6 &eöq na&ovvxa xov Na&äv h?.Ey£v yag, oxi öi ituov ysyovsv >j
afxaQxla avxrj. Kai 7tQOO£0%sv 6 9-soq inl xov oxEvay^ibv avxov xal einev
iiQoq avxov. ^Etieiöi] öta oov vo/tlteii; yeyevijoO-ai xö XQaiua' öiä oov xal
r] &£(>a7i£ia yevTjoexai. ^nsX&'tbv ovv i'ßsy^ev avxov ircl xexQvuusvoiq xal
avxoc nävv yt]Qccoaq ane&ave. Ovxoq ovv elq ßaS-v yrjgaq iXdoaq xal iv
710?.?.% äya&% exoiiujfyt] ev elQ^vq xal ixdcpt] Eiq r>)v y//v avxov sv Taßaw D1
15 [BDF] Ovxoq — 16 eiöev] Jaßlö ... sölöa^ev Na&äv 6 Ttpoqrfxtjq
xov vöfiov xov xvqiov xal TtQOScptfxevoev ext] xEöoaoäxovxa' nQOsXaßE Se tijv
oaQxvjoiv xov Xqigxov sxtj svaxöaia ivEv/jxovxa svvsa' xal }jv ix Paßä xal
eIöe Na9av F tjv — davLS] Aavlö i)v ix raßä D j H> xov < D xov <D |
\1 o^evölov F | 18 ivE7ioö!aS-7] naget xov Bs?.iag" evqe yaQ xx?.. Y
20 äniuEivE — 21 raßaüiv] iitifistvsv ixsi (&e?.iov ftüu-ai xov vexqöv F),
xal xtf vvxxl ixElv), lyrco, oxi inolijOE zijv ä/uaQxlav (Jaßlö F) xal vn£-
2. Recensionstypen der vitae prophetarum. 101
Nathan propheta ex Gabaonitis, qui David regem legem Dei
docuit, et peccatum quod esset in Bethsabee praevaricatus mani-
festavit. Hie etiam quod non aedificaret David Domino templum
praedixit. Hie Salomonem ungens in prineipem consecravit.
Obiit autem senex in terra sua, sepultusque est cum dignitate Li.
Nathan in pace mortuus est Sb.
4. Nathan ex Gabaon ; et mortuus est ac sepultus in Gabaon
[in] diebus Roboam regis Ss.
Für die folgende Reihe von vitae prophetarum haben wir nur
noch A,B,D, F als Zeugen. C und E überliefern diese Viten nicht.
Dagegen spaltet sich D in zwei Recensionen D und D1, welch
letztere bei Ps. Symeon Logotheta, in Cod. Leidensis und Coisl. 205
vertreten ist. Beide D und D1 gehen im einzelnen mit B, wie
die stilistischen Varianten im Gegensatz zu A zeigen. Für das
hebräische Wort 2D^ liest A sxcoAvösv, B, D, D1 dagegen ge-
meinsam kvEJioöiöev. Andererseits aber haben D und D1 manche
Erweiterungen, welche A hat, ebenfalls, D allerdings nur einen
einzigen solchen Zusatz, welcher als Glosse betrachtet werden
kann. D1 dagegen übernimmt die Neuredaktion von A ganz
und erzählt daher die weitere Entwicklung des Falles Davids.
D1 berichtet sogar über A hinaus von der Begnadigung Davids.
Hamaker geht hier offenbar zu weit, wenn er in derselben
vita Hebraismen und Latinismen zugleich finden will. Gemäß
der gefälschten vita des Dorotheus, daß derselbe lateinisch und
griechisch seine ov/yga^fiaza verfaßt habe, vermutet er, daß dem
griechischen Dorotheustexte eine lateinische Grundschrift unter-
liege, worauf der Ausdruck yv/tvog xal jta(>t6xtvaötuii>og (D1) =
iacens clausis oculis, membris extensis hinweise, während jeaga-
ßaiveiv kv den Hebraismus b2£ mit 3 wiedergebe. Von einer
lateinischen Grundschrift unserer vitae kann keine Rede sein, es
kann sich nur um die Berechtigung der Aussage, daß Dorotheus
hebräisch verstand und daher aus dem Hebräischen übersetzte,
handeln. Das Verhältnis der HSS mit Annahme einer jüdischen
Grundschrift mag sieh folgendermaßen gestalten:
oxQerpe nev&ibv xal u>s aveXXsv töv ävöga airetjq (6 daßld I' I . Ihcefiipt
xvgioq (xöv nQoifi,! /,>■ Na&av Fi h'/.iy^ai avzüv Ttokkä SknsvQ^aaq 6 favlö
[xal abzog l'i xal :uu r y/ioäaag äni&ave xiü &T&(prt elq z}jv y~,r airtov DF
102 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
X Jüdische Grundschrift
Zä.ng. griech. R.ez. X*>\
A
3 Kürz. griech.Kez.
) D (mit 1 'Glosse)
§ 29. Achias.
Ovxoq Ayiaq t)v sv ^EcXchfi ojxov t)v rj axf/v// rj jcaZaia sx
jtoXscoq HXi, xal ajxsd-avs xcd sracptj övvsyyvq rtjq ögvbq 2li-
Xoofi, o ös avxbq xcd 'Aöcoviac Xsysxai (B).
h HXsl o xal 2-ijXcofi' ovroq eysvvTJd-r] sv 2r]Xa>{i jcov ?)v i)
oxrjvrj xvq'lov, JZtjXcofi ös sx).r\&i] 'HXsl xara rb ovofia rrjq
jtöX-scoq' ovroq 6 'HXsl sv dgyjj rrjq Isqcoovv?]c sljis xrX. Z. 10 (D1)
' Ayiaq ös o 2t]Xcovirr/q" ovroq ?)v cutb 2t]Xcb(i sx cpvXJf\q
'iovöa, Öjiov jjv t) dxrjvrj rrjq xißcorov rb xaXaiov sx JtoXscoq
10 Aofiaüslfi HXsl rov Isgscoq' ovroq o jroocprjrrjq sijcs jcsqI 2oXo-
ficov rov vlov Aaviö, örc jcqoöxqovüsi reo {rsco. Ovroq r]XsyZ.s
xal rov 'ieooßoafi, ort kav ßaöiXevöy öoXco jcoosvGsrai f/sza
xvqiov. Etös yag ojtraoiav Csvyoq ßoeov xarajcarovv rov Xabv
xal xara. rcov isQtcov sjTirotyov xcä xqogsijcs reo ^oXoiicdv,
10 f 3 Reg. 11, 20; 12, 15; 15, 29
14, 2 ss)
12 AP. Const, IV 7, 2 (cfr. 3 Reg.
8 [ADD'F] 6s — yv < DF sx — 9 'loi-öa < D + ix ttö/.soj: 'W.el
('HU D) DF | 9 r/7; xißmxov < DF sx — 10 tsoitog < DF | 10 6 tcqo>
(prjTTjq <C DF sine] TiQoecprjxsvasv D1 SokoftihvxoQ D'F | 11 x<p 9e«>}
xvqUo DF + öia xäg yvvalxag' ixoxijoovoir yäo avxöv cu ywatxeg xal
äTioTQtiporoiv avxbv and rov xvqiov F oixog] xal DF tisqI xov ^Isq.
eher D1 | 12 iäv, ßaoiX. < DD 'F noQSiasxai DDT | 13 dnxaalar <
DDT naxovvxa D | 14 iniXQS^ovxa A nQoasüne — S. 103 Z. 3 Ayiag]
xal oxi 7iaf>aßi)G£xai 6 ~o?.otuä>v xöv vöfiov xvqLov xcd zavxa ngoelnsv
*HXsi noug xovq viovg avxov \sQuxsvoai' xal oixog 6 ngocpr'jx^g ant^avs iv
yi'i'jti ßadvxäxw ovx ayadxbg D1 xv> —o/..] tieqI xov —o/.ouCorrog F
2. Recensionstypen der vitae prophetarum. ll)3
ort yvvalxsg avxbv Ixörr/Oovotv curb zov xvgiov xcd reo hgo-
ßoafl £IJI£V ÖXL ÖlO. TCÖV OVO Öa^a7.i.cöv ÖOV JtQOOXQOVO&iq xä>
xvqIco, xal sig öovXelav totai rb ysvoq oov. 'Ajtt&avs ös 'Ayjc-
xal trarft] ovvsyyvg xr\g ögvbg rrjg ovot/g hv ^f]Xc6{u (A).
Achias Silonites de civitate Heli sacerdotis, ubi primum
tabernaculum et arca Dei erat. Salamoni regi praedixit, quod per
uiulieres gentium a mandatis Dei dilanaret, et divisionem populi
in prole non taeuit. Mortuus est ergo Achias atque sepultus
iuxta quercum in Silo Li.
Achias de Silo. Hunc prophetam leo neeavit. Iuxta quer-
cum quae in Silo Samariae est, sepultus est Sb.
Achias porro fuit in diebus Jeroboam Ss.
Was die gegenseitige Abhängigkeit der Texte anbelangt, so
mag dasselbe Verhältnis wie bei der vorigen zutreffen. B er-
zählt nur Aufenthalt und Sterbeort des Propheten. A, D, D1
berichten noch über eine Weissagung des Achias an Salomon
und Jeroboam (3 Reg. 11, 29 ff.)
Die Benennung dieses Propheten ist eine sehr verschiedene.
In dem Dorotheustexte befindet sich am Schlüsse eine Scholie,
wonach derselbe Achias auch Adonias1 genannt worden sein soll.
In D1 dagegen wird er Eli qui et Selom genannt, offenbar
aus Verwechslung mit den Angaben, daß Achias in Selom aus
der Stadt Helis war.
Achias wird in Sb mit der Nachricht 3 Reg. 13, 24. 29 be-
dacht, wonach er der anonyme Prophet war, welcher vom Löwen
getötet wurde. Darauf scheint B hinzuweisen, wenn er nach
dessen Glosse mit Adonias identifiziert wird. Allein in der christ-
lichen Literatur wird er stets davon unterschieden; in den Apost.
2 3 Reg. 12, 28
1 änd — xvgiov < DF | xal — 3 oov] xal näv xu ytvoq airzov DF ]
3 xal än£&. DF lAyja? < DF | t/]q ovorjq < DF
1) Vgl. SS. Patniui qui temnoribus apostolicis floruerunt, Barnabae,
Clementis, Hermae, Ignatii . . opera edita et inedita . . J. B. Cotelerius . . .
Accesserunt in hae nova editione notae integrae alioiuin viroium doctorum.
Recensuit Joan. Clericus Vol. primum, Antverpiae 171«». p. 296 Nota 6.
104 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
Constitut. 1. IV c. 7, 21, bei Lucifer von Caglari, de regibus aposta-
ticis c. 4 (ed. Gul. Hartel, CSEL XIV, Vindob. 1886, 44); Gregor
Magn. hora. I in Ezech., Anastas. Sinait. quaest. s. Cotelier.
§ 3<>. Joath (Joad) -Joam.
Ovxoq Icoafr ?)v Ix yyq Safiagh, ixarage de avxbv 6 Xtcov,
xal ajit&avs, xal exd<pt/ iv BtO-rjX eyyvq xov tptvöojcQOCßrjxov
rov xlavrjöavxoq avxov (B).
5 Icoafi o JtQ0(pTjT7]g eyevvrjfr?] iv JSafiaotia' ovxoq loxiv ov
ijidxaZ,ev o Xecav iv rfj oöcä xal aTÜd-avev, öxi tjZeyi-e xov
'kooßoccfi ixl ralq XQv<Jatq 6a{iaXtGiv avrov, aq ijioirjötv öre
xal xarrjodoaro xrjv &vöiav 'leooßodu, xal et-sxttvs rr/v ytlQa
rov xaxcöoai. avrov, xal i^tjQav^rj rj x&q xov 'ieQoßoan xal fiexa.
10 ravxa t]jtax?j&r/ vjco rov tp£vöoJiQO(p?]xov, xal ißiaoaxo avxbv
cpayslv agxov xal müv vÖcoq. Kai i^elfrovxa avxbv esiaxasEv
6 Xioov, xal xrjv ovov avrov ovx r/öixrjOs. Kai ixd<pt] kv Be-
&rjQ ovvsyyvq xov \ptvöoJiQO(prirov. Kai vortgov ajcofrv?]Gxa)V
o iptvdoJiQO(prjr?]q coqxiös xolq Isqsvölv, ort fiexct xov 'fcoäfi
15 xov JiQO(pr]xov fis ß-aipers' öxi yjcdxt]Oa avxbv. Kai Iv xjj
3 3 Reg. 13, 24. 29 — 7 3 Reg. 12, 28 — 9 3 Reg. 13, 4 s — 10 ibid.
v. 18 cfr. Apost. Constit. IV 6, 5 — 113 Reg. 13, 24 — 12 3 Reg. 13, 28
— 14 ibid. v. 31
2 [BD, deest in CEJ Ovxoq — Safiao.] '/warf ix trjq Safiagel/i. Obxöq
iativ ov D | 3 änid-avs + oxs rjXey^e xov ^Ieooßoäu iid xalq 6atuä?.£Gi D
5 [ADJFJ 'Iwäfx — ioxiv] '/warf . . . rjv ix ytjq Safiaoeiaq F | 6 iv —
odöj <; F äni&. ort] i&aväuooev avxbv, 8w nagi'jxovGs xvqiov oixoq'D1\
7 yoiaaiq < F avxov — 17 fivrtfielqt] ÜQoahaqe y«o avzä) 6 9ebq anü.-
9-zTv fihv xal iXiy£ai, ,«/) (payeTv 6h aoxov f.irj6h nielv vöwq, aAA' vxogxqs-
xpai xayjwq. knekd-ibv 6h xal evowv xov 'leooßoäu 9-vovva insxd/.EGer iv
Xüyo) xvqiov xal eine (3 Reg. 13, 2) xal ixxelvaq 'Ieooßoäu vi/v yelga xga-
xijGai avxöv, iSqoäv&t] // yelg avxov. Kai 7iaoaxa?JGavroq xov legt
xal xov TiQOcpfjxov 6eri$iiVxoq uTtexaxiax), >, yslg avrov xa&toq n> tiqÖxeoov.
L0 6h npocp'jXtiq v7iooxQt<p(DV 7iaoe7i£iG&>] nagä \pev6o7iQO<pi'lxov Gv/nqaytlr
avxä> anxor. Kai 6tä x^v naoaxofjv Gvveyü>ot]Gev aixio ö 9-tuq TiaTayßijvai,
[ihv xal anoxTav&rjvai vnö &t]Qiov ?Jovxoq, (i)j ßocoS-F/vai 6em ixä<f .
iv Bed-ij?. iyyvq rov ipev6o7tQO<ptfzov 'Evßl rov nXav^aavzoq tctoöv F
1) F. X. Funk, Didascalia et Constitutiones Apostolorum Vol. I.
Paderbornae 1906, p. 227, 20. Adonias 227, 6.
2. Recensionstypen der vitae prophetaruni. 105
dvaOrdoii dixaq tlojcga^o/jed-a xal atug:oT£QOt xelvrai iv evl
ftvTjfisicp (A).
Addo in Sarnaria natus est. Hie est qui ad Jeroboam im-
molantem vitulum missus in sermone Domini venit eumque
arguit immolautein. Hunc ad propria revertentern propter inobe-
dientiam leo in via strangulavit sepultumque teuet Bethel, et
propbetam illum. qui eum fefellerat Li (deest in Sb).
Joad erat ex Samaria eumque oeeidit leo in diebus Jero-
boam regis sepultusque est in Bethel Ss.
Auch hier zeichnen sich B und D durch ihre Kürze aus.
AD*F erzählen den ganzen Vorgang des anonymen Propheten,
wie er in 3 Reg. 12, 28; 13, 4 — 31 sich abspielt. Der Name des
Propheten wird in der jüdischen wie christlichen Literatur ver-
schieden bezeichnet. Flavius Josephus antiqu. VIII 8, 5 nennt
ihn Jadon, Hieronymus Addo (2 Chron. 13, 22), auch wird er
Sameas und in unsern Texten Joath oder Joam genannt. Die
Apost. Konstit. 1. IV c. 6, 5 nennen den vom Löwen Getöteten
Adonias '.
D und D1 unterscheiden von diesem Joath noch einen Ja-
dok, oder einen anonymen Mann Gottes, von welchem das in
3 Reg. 13, 1—4 erzählt wird. Hierzu gab 4 Reg. 23. 17 Ver-
anlassung, wo Josias sich nach einem Grabe erkundigt und ihm
die Bürger antworteten: „Es ist das Grab des Mannes Gottes,
der von Juda gekommen und die Dinge verkündigt hat, welche
du getan am Altare Gottes."
§ 31. Zacharias, Joiadae filius.
Za/aQiaz aXAog jcQoprjzijq xai leqevq. Ovtoq 1,v vloq Icoöah
•_' 2 Chron. 24. 21 1
'_' !.UD)D'F| Zu/, -p ncal,n 'Iomxvov tov tiqoSÖ/xov y.ui ßanxiorov F |
a/./.oz — ifotr.l ig IeQOvaaXfjfA DD1
1) Cotelerius, SS. Patrum qui fcemporibufl Apostolicis floruerunt
opera edita et inedita . . J. B. Coteleiiua . . illustravit, Recensuit . . Joa.
Clericus. Vol. primum, Antverpiae L700, 294 f. Vgl. Aug. Knobel, Der
Prophetisraus der Hebräer II 64.
106 Sphercnann, Propheten- und Apostellegenden.
IsQtcoq [jtarrjQ 6h Icoavvov rov ßajtriörov]. Tovrov ajttxr£iv£v
[HQmdijq] o ßaoiltvq eyofisva rov &vöiaörrjQiov xal rov oixov
xvqiov. Ovroq de r/v £§ 'iioovöaZrjfi fcg oixov Aaviö, ava. (liöov
rov EXafi £g oixov xvqiov. Ovroq ejiQogjrjrsvot jceqi Xotörov
5 y£W£aq. 'ExsZ ovv l&atyav Iv ohcco &eov h%6[ieva vaov xvqiov.
Exrore hyivovra rsQCcra jcoXXa. hv reo vaco xal rpavraoiai' xal
ovx iöyyov' ol i£Q£lq löüv ovxsri ojcraolav dyytXoiV ovös
öovvai XQrjöfiovq reo Xaco hv Aaßs'iQ, ovrs tQojrrjöcu Iv rät
}E<povö ovrs öia rcöv dr/Xcov dxoxQi&rjvai tcoq xb jcqIv tcoq rrjq
10 f/ft£Qaq exelvrjq (A).
ZayaQiaq vlbq 'imdah rov iSQtcoq. Ovroq ?)v £§, lf£QovöaX?]fi
xal djt£xr£iv£v avrbv Iomq o ßaöiX£vq 'iovöa lybusva rov
&vöiaörrjQiov , xal £$£%££ rb aifia avrov o oixoq Aaßlö ava
f/£öov £jtI rov iEXd[i. Kai Xaßovrsg avrbv ol UQüq t&atyav
15 [t£rcc rov üiarQoq avrov (B).
Zacharias propheta atque sacerdos, filius Joiadae sacerdotis
qui et Barachias cognominatus est, quem congregatus in atrio
doraus Doraini populus iuxta Joas regis imperium missis in
eum lapidibus exstinxit. Hunc sublevatum continuo sacerdotes
iuxta patrem suum sepelierunt in Jerusalem Li.
Zacharias filius Barachiae, sacerdos Hierosolymitanus Joas
rex eum inter gradus altaris interfecit et sanguinem eius ad
cornua altaris sparsit. Sacerdotes eum deposuerunt. Ex hoc die
Deus templum dereliquit neque angeli amplius in eo visi sunt Sb.
Zacbarias des Jojada Sohn (2 Chron. 24, 20). Diese vita
fehlt in C. B liefert hierin eine gute Probe der Unversehrt-
heit. Während A und einige Handschriften von D, besonders
2 2 Chron. 24, 21 — 3 Mt. 23, 35; Lc. 11, 51; cfr. Sozomen. h. e. IX
17; Niceph. Call. h. e. XIV S — 5 cfr. Lc. 1, 67—79
I 7iar//Q — tovrov] dv D1 nazijQ — zovzov] syyovoq ,usv Afia&ao rov
iv sbayyeXloiq avayeyQafifjevov äp'/jEQecüq, vlöq öh 'Icoöas teoätoq, ov xal
ixäXovv Baoa%iav. "Ovziva Baoayjav antxzELVE ^IomZ, 6 ,?. F | 2 Hochötjq
<D* 'HgcbSrjq] 'Icoäq D 'Icoäq~ F xal — 3 xvqiov < DF | 7 äyyslwv -f-
&eov DF l 8 reo Xaco < DF ix rov Ja/% (3 Reg. 6, 9) DF | 9 tcoq—
ixeivrjq < DF
II [BD] AiXäß D | 15 avrov -j- sxzoze (Z. 6) — icjoq rö tcqiv (== A) D
2. Recensionstypen der vitae prophetaruui. 107
F eine Verwechslung mit dem Vater des Johannes Bapt.1 be-
gehen, hat B, auch D sich davon unberührt erhalten. Da-
gegen scheint D wiederum die Grundlage von A teilweise
gewesen zu sein, da beide Texte den Schlußsatz fast wörtlicb
gleich bieten.
Den vorkommenden Namen 'Elafi erklärt Hamaker2 als irr-
tümliche Auffassung von Db^lN (porticus), da damit eine lokale
Bezeichnung gegeben ist. Einige HSS lesen 'Adaft, was aus
A[AAM (wie D Vatic. 2125) zeigt, sich erklären läßt.
Auf diesen Zacharias wird das Martyrium von Mt. 23, 35,
Lc. 11, 51 angewandt, gemäß einer alten Tradition, deren erster
Zeuge nach Hieronymus3 im Evangelium, das die Nazaräer ge-
brauchten, vorliegt; denn dort war statt Barachiae filius, Jojadae
geschrieben. Aber auch der Vater des Johannes wurde schon
bei Tertullian scorp. c. 84 und später5 in dem zwischen dem Altar
und dem Heiligtum ermordeten Zacharias (Mt. 23, 35) erkannt.
Die Nachricht, dieser Zacharias habe über die Geburt Christi
geweissagt, mag aus zweierlei Traditionen erklärt werden. Hie-
ronymus6 erzählt nach einigen apokryphen Träumereien, daß das
Motiv der Ermordung des Zacharias darin bestand, weil er die An-
kunft des Erlösers vorher verkündigt habe. Diese Mitteilung steht
vereinzelt da, deckt sich aber am besten mit unsern Texten. Aus
einer andern Überlieferung schöpfte Origenes7 und eine Homilie
auf die Geburt Christi, fälschlicherweise dem Basilius von Cäsarea8
beigelegt, wonach Zacharias Maria auch nach der Geburt an dem
für die Jungfrauen im Tempel bestimmten Platze eingereiht habe,
1) Ebenso der syrische Epiphaniustext, den Jacob von Edessa kannte;
W. Wrigbt, Cafcalogue of Syriac Manuscripts in the Brit. Museum, part. II,
London 1871, 601 nach cod. Syriac 707 saec. IX.
2) Commentatio in libellum de vita etc. 216 f.
3) Hieronym. com. in Mt. 23, 35. Erw. Preuschen, Antilegomena,
2. Aufl. Giessen 1905, S. 7.
4) ed. Reifferscheid-WissowainCSELXXVindok L890 pag. 161,
5. 6.
5) Bei Chrysost. Migne Patr. gr. 58,681.
6) In Matth. com. 1. W (Migne Patr. lat, 26, 180 B). Vgl. A. Berendts ,
Studien über Zacharias -Apokryphen und Zacharias -Legenden, Leipzig
1895, 25 f.
7) Berendts S. 25 F.
8) Migne Patr. gr. 31, I 168, Berendts S. 28.
10g Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
weshalb er von den Juden wegen dieser angeblichen Gesetzes-
übertretung zwischen dem Tempel und dem Heiligtum ermordet
wurde.
A. Berendts1 vermutet, daß diejenigen unserer Texte, welche
Zacharias von Herodes getötet sein lassen und berichten: eseyjexo
xb alfia avxov eiq xa xoö&voa xov vaov xvq'lov auf das Proto-
evangelium Jacobi (letztere Stelle c. 23, 3) zurückgehen, da eine
Zacharias-Legende den Herodes der Ermordung des Propheten
zeiht, welche mit dem Protoevang. Jacobi in enger Beziehung steht.
Nach dem Tode des Propheten geschahen im Tempel viele
Wunder2 und Gesichte. Die Priester hatten nicht mehr die
Macht Engelerscheinungen zu haben, noch dem Volke im Aller-
heiligsten Orakel zu erteilen, noch das Ephod3 zu erfragen noch
in bekannter Weise wie zuvor zu antworten.
§ 32. Azarias.
'A^aQiag o JtQO(ptjX7]q' ovxoq rjv ex xr\q 2viißafrä. Ovxoq
eöxiv o ajiooxoeipaq xr)v alynalcaölav 'iovda slq 'Joqütj?. dia
jtQoöevyätv. JJoHa de jiQocprjxevöaq ütegl xrjq elevoemq xov
5 Xqlöxov exoifirjfr?] ev xfj jicctqlÖl avxov (A).
Ovxoq A^aoiaq r\v ex y?]q 2vva&ä, oq djteoxQetpev Ig
IeoovöaXijfi x?)v aiyjialcoöiav 'lovda xai &avcbv kxatpr\ ev ayocp
avxov. [V> de 'lerp&aq xai Aaßlö xcd 2a\iovi]X txaöxoq ev xtj
eavzov jcoXei ajie&ave xai exag>rj].
2 2 Chron. 15, 1. 8 — 3 2 Chron. 23, 9 ss — 4 cfr. 2 Chron. 15, 3 —
8 — 9 Haniaker p. 39 glossa librarii
('» [BDF] y]v + vlög 'AdSüi F Zvßa&ä, Ze/tßa&ä F | 7 lIsgova.] 1a-
(>a>jX (sie) F | 8 — 9 < DF
1) a. a. 0. S. 37. 48 f.
2) Berendts S. 17 glaubt, daß „diese unbestimmte Haltung der
auszugartigen Angaben es nicht unwahrscheinlich erscheinen lassen, daß
unter deu „Wundern" auch der rasche Tod des Königssohnes verstanden
ist", welcher in dem Zacharias- Apokryphon bei Sozoinenus erwähnt wird.
Hierzu berechtigt nicht der geringste Anhaltspunkt.
3) A. Maecklenburg, Ephod in Israel in Zeitschrift für wiss. Theo-
logie 49 (N. F. 14) 1906, 433 ff.
2. Recensionstypen der vitae prophetarurn. 109
Azarias in terra oritur Sabatha mortuusque est ac sepultus
in agello suo Li.
Deest in Sb et Ss.
Der Grundbestand dieser vita ist in 2 Chron. 28, 8 ff. ent-
halten, wo erzählt wird, daß ein Prophet namens Oded den
Israeliten riet, die von ihnen gefangenen Brüder aus Jerusalem
und Juda wieder freizugeben. Da Azarias 2 Chron. 15, 1 (8)
der Sohn Odeds genannt wird, so mochte die Weissagung vom
Vater auf den Sohn übertragen worden sein. Die Mitteilung,
daß Azarias über die Ankunft des Herrn weissagte, mochte sich
auf 2 Chron. 15, 3 ff stützen.
§33. Elias.
^HXiaq 6 JcQOtyrjTrjc' ovroq r\v ex Geoßcöv, ht y?]c Andßcov,
ex (pvli]g 'Aaocbv, oixcöv ev raXadö, ön ?] Oeößlq öofia ?)v rolq
leoevöi ösöofisvrj. Kai öre erexev avrov rj fi^rrjQ avrov, eiöe
Scoßax 6 jrarrjQ avrov ojcraoiav, ort avöoeq ).evxo(pavelq avrä» 5
jcgoOTjyoQSvov' xal ön ev jcvqX eöjraQydvovv xal cpXoya Jtvooq
eöldovv cvrcä cpayelv. Kai eX&cbv eiq IegovoaXrjfi dvqyyeiXe
xolq uqevöc xal eijrev 6 XQ/jfiariüfioq' firj öeiXiaorjq' eötai ydo
i) olxrjöiq rov jiaiöbq cpcöq xal o Xoyoq avrov djrocpaöiq xal
xQivel rov }[öga?]X ev QOfHpala xal ev oivqL [Ovroq eöriv HXiaq 10
6 rb jivq rgirov Ig ovgavov xareveyxaq xal rov verbv rfj 16 ia
ylcoöCf) ßaordoaq' xal vexgovq eyeioaq xal eiq ovgavovq dva-
Xrjfp&elq ev Xailaüti jzvqoq]. [Kai ya.Q Ct]Xajr?jq xal (pvXaz röiv
2 3 Reg. 17, 1; 21, 17 | 4 Reg. 1, 3. 8—10 cfr. Isa. GG, IG — 11 3 Reg.
18, 38; 17, 1 | Siraeh. 48, 3. 5. 9 — 15 4 Reg. 2, 11; 1 Maech. 2, 58
2 [ABCDF] 7ioo(f/',z>iq] d-eoßlxrjq BCD r)v-\- vlöq — wßäx F ixOeoßibv
<BCD Otoßrj F | 3 döjficc B | 4 öxe <5s C öxav Sfj.eV.ev {elys D) tsx&fjvai
(xlxxeo&ai C) BCD avrov — fyxijQ airvov] < BCD | 5 2u}ßa%a B ooßayä
CD Tiaren] /uf'/T-qp C dnxaolav < BCD avöoeq] ayye).oi BD avtip]
airxöv BCD | (> öxi < C | 7 ik&Cov + 6 naxitQ aixov 'Aocofi C eiq 7tp. <
C | 8 xolq Uqev oi < BCD XQ^Ofiöq BCD ,«// ÖEiXidoyq] d-äposi C J \) vov
liaiööq < BCD | 10 h> — itvgl] xal ava).i)([&>)otxai £v orcsosiotirt £x züiV
oinavöiv (4 Reg. 2, 1. 11) D1 tcvqI + ovzoq ovv TCQoegrfzevaev :'r/t Eixoat
71evxe xai TtQoiXaße xitv k).sroir xov Xqigxov IHj öxzaxöoia äexait; F |
10 — finis<BD 10 — 13<C | 12 eyslgag + xal jievr^xovTa Siaaovq xaxa-
<p).scaq xal tv xö> XfüQijß Sqei u){ av&o6i7t(]) IöeZv övvaxöv, ih<)v lS<av xiu vdv
loQÖdvrjv r/j iui/.oi/j oyjoaq F | 13 \alkanC[ ünuaxi F 13 — linis <C AF
HO Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
xov &£ov hvxoXcöv äxQißrjg yeyovooq xal fityiotcov (ivoxrjQicov
xal xagLOfiarcov &eioov agim&eig avsXrjcptt?] Iv äofiaxi xvq'lvco,
oq xaXiv lXi.voi.xaL jtob xrjq ovvxeXüaq, wq fpr/oiv o i)ibq öia
MaXayiov ,,löov eS,ajtoOTeXä) vfilv HX'iav xov Sioßlxip rrnir
5 eXfrsiv x?]v rjfieQcxv xvoiov xr\v fieyaXrjv xal sxicpavf), oq axo-
xaxaoxrjöai xaoöiav Jiazooq jcooq viov xal xaodiav avd-Qcoüiov
Jiooq xb Tihp'iov avxov, (irj eX&cbv jiaxa$co xr\v y?jv aQÖTjv"].
Elias Thesbites .... Trienni nainque siccitate clausit imbri-
bus coelum. Oravit sursum et coelum dedit pluvias, mortuumque
mulieris filium suscitavit. Cuius virtute hydria farinae non de-
fecit, vas olei perpetuo fönte manavit. Cuius verbo super sacri-
ficium ignis de coelo descendit. Hie duos quinquagenarios cum
militibus coelesti igne combussit. Jordanem transiens tactu me-
lotis abrupit. Post igneo curru in coelum raptus ascendit, ven-
turus iuxta Malachiam prophetam in fine mundi ac praecessurus
Christum nuntiaturus ultimum eius adventum cum magnis vir-
tutibus prodigiisque signorum: ita ut etiam in terra bellum gerat
Antichristus adversus eum, vel qui cum eo venturus est, et occi-
det eos, cadavera quoque eorum in plateis insepulta iacebant.
Dehinc suscitati a Domino regnum Antichristi plaga magna
percutient1. Post haec veniet Dominus et interficiet Antichristum
gladio oris sui et eos qui adoraverunt eum. Et regnabit Do-
minus cum omnibus sanetis suis in gloria sempiterna.
Item2. Elias Thesbites de terra Arabum, de tribu Aaron,
cum esset in utero matris suae Gralaath, Sobac pater eius som-
nium vidit, quod nascentem Eliam viri candidis vestibus saluta-
bant, igneisque eum vestimentis (al. institis) obvolvebant atque
pro eibo igneum ei ad nutriendum subministrabant. Hoc visum
pater eius prophetis in Jerosolymis indieavit, hoeque ab eis acce-
pit responsum: Ne timueris inquiunt, erit enim natio eius lumen,
verbumque eius fixis sententiis. Iudicabit enim Israel in gladio
et igne Li.
6. Elias igneus ex familia Aaron de Thesbe, vico Levitarum.
4f Malach. 4, 5. 6 (3, 23. 24)
1) Tertullian. de anima c. 35 n. 50 de Elia et Henoeh: „morituri reser-
vantur, ut Antichristum sanguine suo exstinguant".
2) In tribus Mss Isidori; cfr. Texte B, D.
2. Recensionstypen der vitae prophetarum. \l\
Cum nasceretur, pater eius somnium vidit, nasciturum esse ho-
minem et pro pannis igne enm circumdari; darique ei de hoc
igne, ut comedat. Venitque pater eius Jerusalem et sacerdotibus
visionein, quam viderat, narravit. Dixerunt ei nobiles populi:
Ne timeas; ignis — filius tuus erit; verbum eius non cadet super
terram, et inflammabit peccatores zelo suo sicut ignis, et zelus
eius acceptus erit coram Domino. Assumptus est curru in coelum.
Secundum quosdam pater eius Sobach (Shobäkh) nominatus est Sb.
7. Elias erat a Thesbi ex tribu Levi in diebus Achab regis
et [in diebus] hie in coelos evectus est Ss.
Für die vitae des Elias und Elisaeus tritt wiederum C als
Zeuge auf. Die Entwicklung des Gedankenganges ist in ABCDD l
dieselbe. BDD1 haben nur äußerst wenige Varianten, so daß wir
sie als direkt verwandt bezeichnen können. C bietet einen eigenen
Zusatz am Schlüsse, worin mit Zuhilfenahme von Malach. 4, 5. 6
von der eschatologischen Bedeutung der Auffahrt des Elias die
Rede ist. Auch A hat aus Sir. 48. 3. 5. 9 eine Erweiterung; auf-
genommen. Wir können diese beiden Zusätze, weil sie nur ver-
einzelt auftreten, als spätere Glossen oder Beifügungen erklären
und sind nicht gehindert, für alle Texte eine Grundschrift anzu-
nehmen.
Früheren Versuchen, die Bezeichnung ex y?]g Agaßcov für
die Heimat des Elias durch ein Schreibversehen zu erklären
oder als Duplikat eines etwaigen ex yrjg 'Accqcov, wie dies
Hamaker wiederum versuchte, trat schon Petavius1 entgegen,
welcher nachwies, daß von Tertullian adv. Marc. 1. 111 c. 13 Da-
maskus nach Arabien verlegt wird, und zu Hieronymus Zeit noch
Baasan und Galaaditis zu Arabien gezählt wurde. Der Name
Arabien umfaßte also auch Syrien. In C scheint ein Irrtum ob-
zuwalten, indem der Vater des Elias Asom genannt wird, seine
Mutter Sobach(a), welch letzteren Namen alle andern Recensionen
dem Vater des Propheten beilegen, ohne ersteren Namen anzu-
führen2. Am Schlüsse des allen Recensionen gemeinsamen Teiles
schreiben einige HSS statt o Xoyog avzov ajr6(paoig: oöog, was
ans der Schreibweise OAOC wohl zu erklären ist.
1) Migne Patr. gr. 41, Pariais 1863 p. 070 nota 81.
_) Epiph. adv. haeres. 55, 3 (adv. Bfelchisedec.) eine andere Tradition.
112 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
§ 34. Elisaeus.
'EXiööalog o ütgo<pr\z7]g. Ovzog t/v ag 'slßeX[/.aov& sx rrjg
y?jg Povßifi' xal sjtl zovztp ysyovs zsgaöztov. Ott r\vixa sztyßrj
sv ralyaloig 7) damalig 7) ygvOT] 7) sv 2r}X<h(i o$v sßotjösv,
5 coözs dxovo&rjvai sv IsgovOaXrjfi. Kai sioisv o Isgsvg öia zojv
drjlcov, özi jtQocprjz?]g sxsyßr\ 07'jfjsgov, og xa&sXsi yXvJiza xcä
ovvd-XaöGsi za ywvsvza.
Kai fravcbv sza<pr] sv JSaiiageia.
[IloXXa ös zsgdozia sttoitjösv o &sog öia ysigbg 'EXiöoaiov
10 xal fravcbv sxäcprj sv 2afiagsla, sv 2sßa6zonoXsi. Ovzog sjtgo-
rprjzsvös jisgl züjg zov xvgiov jtagovölag' xal za vöaza 'isgrycö
äzsxva ovza rjyovv aX^ivgd, läoazo siüimv zdös Xsysi xvgiog'
lafiat za vöaza zavza. Kai latii/öav soig zrjg orj/jsgov 7/fJsgag'
xal vsxgovg 7jysigs' xal Xsngbv ovza Nssfiav zov 2vgov sxa-
15 &agiüs Z7~jg Xsjigag. Kai zov risCrj zov vjtrjgsz7]v avzov XtJigbv
sjioirjos ysvsö&ai. Kai vsxgbg mv vsxgbv 7jysigsv].
[Kai yag sjcavajtavodfisvov sjc avzov rb jcvsi\ua öucXovv
ysyovsv sv avzcp öuiXa. sv xvsvpiazi xal za yagiOfiaza xal za
svsgyrjfiaza' 6&sv ov (iovov sv zy £eö# avzov s{ravtuazovgysi,
20 aXXa xal &ava)v xal zacpslg sv JJafiaQsia egglcpT] vsxgog y.ovo-
C,a)og sv zcp zacptp avzov xal sv&vg avsC,7]Osv o vsxgog].
2 3 Reg. 19, 16 — 4 cfr. Cyrill. Alex, coniment. in Oseam laudans
versionem graecam 3 Reg. 12, 29 — 6 Is. 48, 5 — 12 4 Reg. 2, 19 ss —
14 4 Reg. 5, lss — 15 ibid. v. 20ss — 16 ibid. 13, 21 — 17 4 Reg. 2, 15
— 20 4 Reg. 13, 21
2 [ABCDDiF] fjv + vlöq Zayäz F 'AßsXtuaovX BF | 3 ytjq + zov
BCDF ^Povßlß F LPovßlv B -f- (pvX?~/q Asvt, vlöq ^Iiuaatpäx C srcl — ort]
ovzoq de C | 4 fj i v SrjX. < BCD ö%bv A ißdyosv + elq Btd-r'jX D1 |
5 elq iIeoovoaXil/„i] orj/uepor AD1 er] elq BD '/eo.] ^lonai'jX D | (5 ai'jfiegov
< D1 xa&eXüxai A | 7 avv&Xüaaec <BCD (Hainaker corrigit p. 61 ary-
xXäaei) ovv9-?.äoaEi] ovvTQiipei F "/cor. -f- avxibv C | 8 xal — —aiiao. <Z
ACDD'F | 9 IloXXa — 21 IjyeiQEv < BCDDi ] 12 fasxvowza F aXfi. +
ovza F | 16 yertoScu + öia r^v (piXagyiaiav avzov xal zijv nagaxorfv F
^lysioe 4- xal t« ^loQÖäveiu pn&pa z% xov 'HXwv j.u]Xu>xy naräSaq äie$pi]§ß
(4 Reg. 2, 14); xal neol ti/q zov xvqiov nagovolaq TtQostptftsvos F j 17 — 21
solum in C ] 20 Hamaker p. 62 ita corrigit aXXa xal 9avü)v tzäq:?] £v
2afA.ao£ia ' i{jQi(prj vsxabq xal [xovö^wvoq xxX.
2. Recensionstypen der vitae prophetarum. 113
Elisaeus, Eliae discipulus ex Abel Meula oppido, ex tribu
Rüben, in cuius ortu aurea vitula in Galgalis mngitum dedit
eiusqne vox in Jerusalem personavit. Tunc quidam praesagus
vates praedixit: Hodie in Israel natus est propheta, qui cuncta
eorum destruet idola.
[Hie genuino Eliae glorificatus spiritu plurimis atque magnis
virtutum signis emieuit. Jordanem transitu suo divisurn refre-
natis undis retro convertit; aquas Jericho steriles demerso vas-
culo ad feeunditatem perduxit; pueros insultantes sibi verbo
tradidit bestiis repente vorandos; sanguineas aquas in necem
hostium decurrere fecit; inter haec sterilem coneeptionem verbo
feeundavit eiusque filium mortuum suscitavit; eiborum temperat
amaritudinem; denique ex decem panibus plebe refeeta reliquias
collegit.
Et Naaman leprae stigmatibus lavacro Jordanis purgavit;
lepra quoque maledictum aspersit diseipulum; ferrum securis in
Jordane mersum, ligno in aquas misso, supernatare fecit. Hostes
Syriae caecitate percussit, mortem incredulo praedixit, fragore
quadrigarum fugavit hostem, obsidionem dispersit, famem repulit.
Postremo post mortem exanimis cadaveri vitam dedit; cfr. A u.
Vat. 2125].
Cuius sepulcrum usque hodie in Sebastia civitate ostenditur
honore satis dignum et digna habitum veneratione Li.
Elisaeus eiusdem discipulus de Mahul-Ebil (Abel-Melöläh) e
tribu Rüben. Die illo quo natus est, magnum miraculum in
Israel factum est. Taurus enim ille, qui in Golgala erat quern-
que adorabant, clamavit, et vox eius Jerosolymis audita est.
Dixeruntque sacerdotes magni qui in Jerusalem erant: propheta
magnus hoc tempore natus est; ipse simulacra et sculpturas con-
fringet. Mortuus in pace in Samaria sepultus est Sb.
II). Elisaeus fuit ex tribu Rüben eratque discipulus Eliae Ss.
Auch in dieser Vita stimmen B und D miteinander überein.
Eine Lesart, wie sie A und D1 haben, indem sie statt dg Isqov-
oa?Jjf/ (lögarjX) örjfiegov bieten, führt Hamaker1 auf die Schreib-
weise Öl^ä (in Jerusalem) und 31*2 {Crjuegov) zurück. Allein
es ist immerhin sehr fraglich, ob diese Recensionen, welche sonst
stets ein späteres Alter verraten, auf eine hebräische Grundschrit't
l) a. a.0. p. 4Sf.
Texte u. Untersuchungen etc. Bl,9 S
114 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
zurückgehen. D1 erweist sich vom griechischen D und A meist
als abhängig, so könnte es sich nur betreffs A um eine hebräische
Grundschrift handeln, welche übrigens in diesem Falle auch eine
syrische sein könnte. A hat einen umfangreichen Anhang, die
Wunderbegebenheiten nach 4 Reg. c. 2, c. 4, c. 5; 13 schildernd.
Ebenso dürfte auf eine Glosse zurückgeführt werden ein Zu-
satz in C, 4 Reg. c. 2 und 13 entnommen. In A scheint die Er-
klärung von Samareia mit Sebastopolis eine griechische Scholie
zu sein, trotzdem Sam. bei Griechen und Römern nur Sebaste hieß.
§ 35. Homo Dei anonymus.
cO av&gcojiog xov d-eov, 6 eX&d)V ex yr\g Iovöa eig Isqov-
Oali]fi JtQoq, 'legoßoaji, 'iaöcbx exaXelxo. Ovxog jrooetyfjxevGe
jtegl 'leoöia xov ßaöiXeeog 'iovöa, oxi xa oöxä xmv hgecov xov
5 BaaX xaxaxavoei ejcl xov d-vöiaöxijoiov, evfra 'legoßoay. ed-vev
xä> Baal' xal jcgoyrjxevovxog avxov e$exeivev o ßaöiXevg xrjv
XüQa avxov OvXXaßelv avxov, xal e^gävd-?] ?) x£lQ r°v ßaöi-
Xemg jtagavxlxa (Vat. 2125 [D] u. Paris. 1712 [D1]).
Diese beiden Zeugen scheinen einen weiteren anonymen Pro-
10 pheten zu unterscheiden, welcher aber mit dem Joam, Joath ge-
nannten identisch ist und auf 3 Reg. 13, 1 — 4 zurückgeht. Diese
weitere Ausbildung mochte zuerst in D als Ergänzung der kurzen
Mitteilung über den Propheten, welchen der Löwe tötete, viel-
leicht als Scholie gestanden haben, woraus sie in D1 überging.
15 § 36. Symeon.
Svftemv 6 legevg. Ovxog ?)v ex tpvX?]g AaQcoV ovxog exQi)-
fiaxiöd-t] vjio Jtvevfiaxog ayiov xov fit] löelv fravaxov eoig av
tötj xov Xgiöxbv ev öagxi. Ovxog eßaöxaöe xov xvgiov eig
xctg löiag ayxvXag. Kai eöo^aöe xov d-ebv eljzcov' elöov ol
20 o<p&aXtuoi fiov xb öwxtjqlov öov vvv astoXveig xov öovXov oov
2 4 Reg. 23, 17 — 4 3 Reg. 13, 1 | ibid. v. 2 — 7 ibid. v. 3
18 Lc. 2, 26—30 ayxäXaq
2 Videtur esse duplicata vita Joain in codd. Vat. 2125 (D) et Paris.
1712 (D'-Sym. Logoth.).
15 [in A soluin]
2. Recensionstypen der vitae prophetarum. 115
ötojtora, xaxd xb Qtjfia oov sv slorjvy. Ajit&avs 6s xal sxdcprj
jiXtjoiov xcov lsqscov JiQE6ßvxi]q xZrJQijq Tjfisocov (A).
2i(imv 6 vlbq xov KXcojtä, o avetpioq xov xvq'iov ovxo-
<pavx>]&slq vjto xcov algioscov xaxt]yoQ?]&rj sjiI Axxixov vjta-
xixov. Kai sjcI JtoXXaq ijfisgaq alxi^bfisvoq sftaQXVQ?jOsv coq 5
jiü.vxaq vjitQ&avfiaöcu xal rov vjtaxixov, Jtcöq qx srcov rvy-
yavcov vjis\uslvs rdq alxiaq, xcu sxsXsvosv avrbv 6xavgco&?)vai
Symeon filius Sira in pace in vico suo defunctus est Sb.
Pro Symeon D et D1 praebent Sirneonis Cleophae vitam.
§ 37. Joannes Baptista. 10
Icodvvrjq o ßajtxioxi/q vlbq Za%aoiov xcu 'Efaöaßex. Ovxoq
i]V sx g)vk?]q Asv'i. Ovxoq l6t]Xcoösv rj(ilv xbv dfivbv xov &sov
rov vlov xov JiaxQoq xbv aoavxcc xov xoöfiov xr\v afiagxlav.
Ovxoq slooöoq rjfiiv sysvsxo xr/q xov &eov ßaöiXtlag' ovöslq yaQ
sv yev?]xolq yvvaixcav fisiCcov söxlv 'lcodvvov xov ßajtxiöxov. 15
Ajct&avs 6s xy,r}&s\q xtjv xecpaXrjv jcaga 'Hgcoöov öia cIIgco6tccöa
xtjv yvvcüxa 'PiXijtJtov xov dösXcpov avxov.,
§ 38. Anhang.
Kai aXXoi jiQocprjrcu sysvovro, cbv rd ovofiaxa syys'yoa-
ütxai sv ralq avxcov ysvsalq sv ßlßXcp ovofidxcov 'ionarjX], cbv 20
ovx sfivrjiwvsvöaiisv. ['Eyodffovro yag jcäv rb ysvoq 'lOQa?]X
xar ovofia xcov jtQocprjrcov xal oolcov avögcov xcu o d-dvaxoq
avxcov xcu xa a^icofiaxa avxcöv xal Jtoxs cIjis&vtjOxov xal i/v
slq fivTjfioövvov xcov Uqscov xal ßaotXscov xal jtQocpijxcdv xal
rcöv fityiordvcov xal oolcov dvÖQcöv]. 25
Diesen Schluß führt Hamaker auf eine hebräische Grund-
schrift zurück, welche er a. a. 0. p. 224 wiederherzustellen sucht.
Zehner dagegen meint, daß unter dem Buch der jüdischen „Namen"
11 Lc. 1, 5 — 13 Joa. 1, 29 — 15 Lc. 7, 28; Mt. 11, 9 — 17 Mt. 14,
2—5; Mc. 6, 14. 16—20; vgl. Lc. 3, 19. 20; 9, 7. 9
19 [AD] iyev. + xqvtcxoL D tyyi'yQccTirai] iftyepovtai D | 20 yeve-
aloyicug D inl ßißliov D &>v — 21 i/x(ft]/u. < D | 21 'EyQÜip. — 25 ar-
ÖQÜbv <; A
S*
116 Schennann, Propheten- und Apostellegenden.
Genealogien wie 1 Esr. 2, 59 (cfr. 1 Tim. 1, 4; Tit. 3, 9) gemeint
seien, oder öffentliche Volkslisten, welche Herodes verbrennen
ließ. Delitzsch1 denkt an ein apokryphes Bach, welches zu
Zeiten des Epiphanius noch im Umlauf war und woraus die
Väter manchmal geschöpft haben. Vielleicht stamme daher auch
die Genealogie des Elias, welche Epiphanius aus einer Tradition
gegen die Melchisedeeianer nahm. Epiphanius A hat diesen Schluß
wohl aus D entnommen, von dem es auch sonst abhängig ist.
Die Wendung ist zu allgemein, als daß man auf ein eigenes apo-
kryphes Buch schließen dürfte.
3. Kapitel. Alter und Wert der einzelnen Recensionen.
Wie jetzt die Texte vor uns liegen, verraten so ziemlich
sämtliche eine christliche Tendenz, indem sie mehr oder weniger
die angeführten Propheten als Herolde des Messias preisen. Die
einzelnen Recensionen sind nicht in gleicher Weise bei Verteilung
dieser Rolle bedacht worden; namentlich Recension B (Dorotheus)
überliefert die vitae der kleinen Propheten fast ganz ohne dies-
bezügliche Bemerkungen, da messianische Weissagungen, welche
aus den einzelnen Propheten als solche gedeutet und ausgezogen
werden konnten, vorausgeschickt sind. Die vita blieb infolge-
dessen fast ganz frei von Zusätzen. Bei den großen Propheten
ist dagegen in B eine gegenteilige Bemerkung zu machen; diese
vitae unterlagen wie bei allen andern Recensionen auch in B
christlichem Einflüsse. Da uns infolge mangelnder Kenntnis der
Quellen der Legenden und Fabeln nicht viele Kriterien zur Ein-
schätzung des Wertes und Alters geboten sind, so muß zuerst
die Frage behandelt werden: Müssen infolge der christlich mes-
sianischen Tendenz unsere Teste in verhältnismäßig späte Zeit
verlegt werden?
§ 39. Christlich-messianische Tendenz der Texte.
Der Dorotheustext (B) führt prophetische Exzerpte den
Messias betreffend mit der Formel ein jcqoeijiev (jrQOtiJcslv) m q\
rijq s/.svoscog zov Öeöjcotov Xqlöxov. Als erster christlicher
1) De Habacuci Prophetae etc. p. 97.
3. Alter und Wert der Recensionen der vitae prophetarum. WJ
Zeuge für eine solche christliche Sammlung darf wohl der
1. Korintherbrief des Klemens gelten c. 17, 1, in welchem bei
Gelegenheit der Erwähnung der Propheten, den Vorbildern in der
Demut und Bescheidenheit, ihrer gedacht wird als xtjQvööovrsq
r?]V eXevöiv rov Xqiötov; wobei er namentlich Elias und
Elisaeus1, aber auch Ezechiel und dazu jene, „über welche ein
Zeugnis vorliegt", nennt. Nicht ohne Grund ist Elias und Elisaeus
genannt, welche auch in unsern Texten erwähnt werden, ja im
Chronicon paschale wird Elias an erster Stelle als vortrefflichster
genannt. Jedenfalls spielt hiermit Klemens von Rom am Schlüsse
des ersten Jahrhunderts auf eine Sammlung an, in welcher Zeug-
nisse aus Propheten mit messianischer Tendenz vereiuigt waren.
Auch anderwärts konnte man die Beobachtung machen, daß in
der ur- und altchristlichen Literatur eine gewisse Tradition in der
Heranziehung alttestamentlicher Schriftstellen zur Beleuchtung
dogmatischer wie ethischer Wahrheiten herrscht. Durch Zu-
sammenstellung von Zitaten aus Klemens Romanus, Barnabas,
Justin wurde wahrscheinlich gemacht2, „daß im ersten und zweiten
Jahrhundert als ein Erbe der hellenistischen Synagoge kurze
Handbücher im Umlauf waren, die sachlich geordnete Auszüge
aus dem A. T. enthielten". Dies konnte anbetracht der Messias-
erwartung3 auch für unsern Stoff zutreffen; doch ist es damit
noch nicht genügend erwiesen, daß die Christen sich diese Samm-
lungen zunutze gemacht hätten und in dieser Weise christlich
ex eventu umgedeutet und verwertet. Dennoch brauchen wir für
solche christliche Produkte nur die Apologeten des zweiten Jahr-
hunderts zu betrachten, um zu erkennen, daß messianische Weis-
sagungen in der christlichen Apologie eine große Rolle spielten.
Athenagoras4, Ariston von Pella5 in seiner altercatio Jasoni? et
1) Aiyo/uev Je 'H?.lav xcu ,E?.iauit, an de aal le^sxiijX zoi-z nQCxprfzaQ,
7ZQOQ xoizoiq xal xoiq ixeuc.nzvntiakvoi'q.
2) R. Knopf, Der erste Klemensbrief [T. u. U. N.F.V.] Leipzig 1901,
184 f. Vgl. die niessianische Erwartung in den Psalmen Salomons, welche
im 1. Jahrh. vor Christus verfaßt sein sollen.
3) R. Kittel, Die Psalmen Salomons in Die Apokryphen und Fseud-
epigraphen des Alt. Test. hrsg. von E. K'autzsch. IL Band. Tübingen
1900, 129.
4) c. 9 erwähnt „Moses, [saias, Jeremias und die andern.,. Barden-
hewer, Die altkirchl. Literatur 1271.
•.135—175 verfaßt. Bardenhewer 1180,188; Justin S 203.
Hg Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
Papisci, Justinus martyr in seirier ersten Apologie (c. 30 — 53)
suchten auf Grund messianischer Weissagungen zu beweisen, daß
Jesus Christus allein der Sohn Gottes sei.
Aus dieser Umgebung heraus beurteilt zwingt kein Grund,
unsere Texte wegen dieser messianischen Anspielungen, welche
auch in die Lebensskizze verwoben sind, weiter als bis in das zweite
bis dritte Jahrhundert hinabzurücken, wenn keine weiteren Gründe
vorliegen. Im Gegenteil spricht die Übereinstimmung oder gar
die Identität eines Jeremias-Apokryphons mit der Stellensamm-
lung unseres Dorotheustextes (s. meine Ausgabe in d. Bibl. Teubn.
p. 43, 8) in bezug auf Zuteilung von Mi 27, 9 an Jeremias für
ein hohes Alter, da Hieronymus (c. 398) ein solches volumen
einer „Nazarenersekte" mit diesem Zitat unter des Jeremias
Namen von einem „Hebräer" erhielt1.
Dadurch ist aber nur ein Teil des legendarischen Inhalts er-
klärt, ein anderer betrifft die Lebensskizze des Propheten selbst,
wozu wir daher die judaistische Literatur der vor- und nach-
christlichen Zeit zum Vergleiche beiziehen müssen.
§ 40. Verhältnis der vitae prophetarum zur jüdischen
Literatur.
1. Die Verwertung des Martyriums Isaiae in sämtlichen Re-
censionen der vita dieses Propheten steht außer Zweifel. Auch
ist es nicht fraglich, daß unsere Texte aus der äthiopisch am voll-
kommensten erhaltenen Himmelfahrt Isaiae geschöpft2 haben.
Kein einziger unserer Zeugen verrät von dem zweiten Teil des
erhaltenen Textes3, welcher christlichen Ursprungs ist, irgend-
welche Spur. So sehr es dem Verfasser oder einem Redaktor
hätte nahe gelegen sein können, auch von dem visionären Teil
des Isaiasmartyriums einiges zu verwerten, so ist gerade dieser
Mangel ein gutes Zeichen für die Grundlage unserer Texte. Sie
1) Ad. Harnack, Die Chronolog. d. altchristl. Liter. I. Leipzig 1897,
579. 0. Bardenhewer II 1903, 651; Ein. Schürer, Geschichte des jüdi-
schen Volkes im Zeitalter Jesu Christi. 3. Aufl. 3. Bd. Leipzig 189S, 272.
Die Nachricht des Hieron. ist zu unbestimmt gehalten.
2) G. Beer, Das Martyrium Jesajae in E. Kautzsch, Die Apokryphen
und Pseudepigraphen des Alt. Testaments. IT. Bd. Tübingen 190*1, S. 122.
3) Ebenda S. 121. Schür er III 2S2. Vgl. besonder? die Neuausgabe
von R. H. Charles 1900 u. H. Flemming, bei Edg. Hennecke, Handb.
d. neutet. Apokryphen. Tüb. 1904, 323 ff. "
3. Alter und Wert der Recensionen der vitae prophetaruin. H9
bewahrten also hierin noch ganz das jüdische Gepräge, welches
auch sonst sämtliche unserer vitae beherrscht. Da aber doch die
Angaben unserer Texte über jene eines Justin c. Tryph. c. 120,
eines Tertullian de patientia c. 14 hinausgehen, und die Zeich-
nung der Situation, unter welcher Isaias das Martyrium erlitt,
ganz mit dem „Martyrium" übereinstimmt, so dürfen wir an-
nehmen, daß der Verfasser der Grundschrift unserer Texte nur das
jüdische Martyrium gekannt hat. Damit ist für die Datierung1
allerdings nicht viel gewonnen. Die Kritiker Dillmann, Harnack,
Schürer, Charles u.a. haben sogar auf Grund der unsern Texten
parallel laufenden Überlieferung des „Martyriums Isaiae als Hei-
ligenlegende" 2 die auch durch andere Kriterien veranlaßte Aus-
Scheidung solcher Teile, welche jüdischen Ursprungs sind, wie des
Martyriums des Propheten, und anderer, welche christlichen Ur-
sprungs sind, vorgenommen. Unsere Texte zeigen durchwegs noch
eine ursprünglichere Form als der von Gebhardt edierte Text.
Somit mag die Schilderung des Martyriums Isaiae in unsern Texten
noch vorchristlicher Zeit oder dem 1. christl. Jahrh. angehören.
2. Die vita des Jeremias unserer Recensionen hat aus einer
Überlieferung geschöpft, welche in dem 2. Makkabäerbuch sich
vorfindet. Es ist die Erzählung von der Verbergung der Arche
und der andern hl. Gerätschaften durch Jeremias, deren Parallele
in 2 Macchab. 2, 4 — 8 vorhanden ist, welches seinerseits wiederum
auf das Werk eines gewissen Jason von Cyrene zurückgeht.
Unsere Texte haben die Legende weiter ausgeführt und ver-
christlicht. Zur Vergegenwärtigung diene folgende Parallele:
2Macch.2,73: Jeremias sprach: UnsereTexte: djtsö/jfitjoevxv-
Der Ort soll unbekannt bleiben, Qiog . . . xcu jtahv elevöexcu ev
bis Gott sein Volk wieder zu- övvafisi cr/ia. Kai xovxo 0//-
sammenbringen und sich gnädig fislov töxcu xtjq ctvxov jcccqov-
erweisen wird. Alsdann wird der oiaq, öxs §,vXov navxa xa ld-vr\
Herr diese Dinge sichtbar wer- jtQooxvv?]öovöiv. . . . xal ev ava-
1) Beer a. a. 0. 121 läßt den zweiten Teil der Visionen des Isaias
im 2. Jahrh. entstanden sein.
2) Osc.v. Gebhardt in Zeitschr. f. wissensch. Theologie 187S, 350 — 353;
wieder abgedruckt bei R. H. Charles, The Ascension of Isaiah S. 141 — 148.
3) Nach der Übersetzung von A. Kaiup hausen, in E. Kautzsch,
Die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alt. Testaments. I. Bd. Tü-
bingen 1!)00, S. 88.
120 Scherniann, Propheten- und Apostellegenden.
den lassen und die Herrlichkeit GxaGsi . . . xavxtq ol äyioi jiQoq
des Herrn wird in der Wolke er- avxbv GvvayJ^rjGovxat. Ixet txöt-
scheinen, wie sie zur Zeit Moses xonsvoi xbv xvqiov, xa) xbv
sich zeigte. ex&Qov cpsvyovxsq avtltlv av-
xovq &t!ovxa.
Wir können hierin nur zu deutlich die christliche Um-
färbung in unseren sämtlichen Texten erblicken: auch B uimrnt
daran teil. Wenn demnach das 2. Makkabäerbach älter ist als
Philo1, so kann keiner unserer Texte an dieser Datierung parti-
zipieren; sondern sie müssen samt und sonders in die christliche
Zeit des ersten oder des zweiten Jahrhunderts verwiesen werden.
Hierin ein hebräisches Original zu vermuten, ist ganz unstatthaft,
nachdem sowohl das Werk Jasons wie auch der Auszug im
2. Makkabäerbuch ursprünglich griechisch geschrieben sind. Es
scheint überhaupt, daß B nur, was die kleinen Propheten anbe-
langt, die reine biographische Grundschrift erhalten hat. In
unsern Texten wurde die Jeremiasepisode herausgegriffen, da mit
ihr „der feste Glaube an Unsterblichkeit, Auferstehung und
Weltgericht"2 verbunden werden konnte, welche im eigentlichen
Makkabäerbuch an den 7 Märtyrern, den sog. Makkabäischen
Brüdern, demonstriert wurden.
3. Einige unserer Texte haben auch Beziehungen zu den
christlichen Zusätzen in den „Testamenten der zwölf Patriarchen".
Text A (Pseudo-Epiphanius) verrät in der vita des Osee einige
Verwandtschaft:
A : 7]§etv xbv xvqiov £g ov- Testarn. Simeon. c 6 (Migne
qccvov sjiI xr\v yr\v. Patr. gr. 2, 1052 A): xvQioq o
A: Vita des Daniel: ijt-ei 6 frebq fiey.aq xov IoqcctjZ
xvQioq ex\ yrjq svav&Qcojr?]- cpaivofisvoq sjiI y?]q coq av-
öaq. &QCQJtoq. cfr. Testam. Äser c. 7
Texte D!EF: hä yr\q + av- (Migne 1124 C); Beniam. c. 10
d-QooJtoiq GvvavaGXQ£(p6[iSvov. (1148 C). Testam. Dan. c. 5
(Migne 1104 A): xvoioq .. xolq
av&ocoJtoiqGvvavccGXQtcpofitvog.
1) Schürer, Geschichte des jüdischen Volkes im Zeitalter Jesu Christi.
3. Aufl. in. Bd. Leipzig 1898, 361.
2) Kamphausen a. a. 0. S. 84.
3. Alter und Wert der Recensionen der vitae prophetarum. 121
B (Vita des Daniel): 6 d sog cfr. Testarn. Sirneon, c. 6 xv-
ijtl yrjq cpavslg cog äv&oco- Qtog o freog . . cpaivofievog
jiog avaö£<ii]Tca, jtaöag rag sjtl y?]g cog av&ocojcog.
avon'iag rov xoOfiov elg iavrbv
sv reo avaoxo/.ojci^eG&ai avxbv
VJIO XCOV ItQSCOV TOV VOflOV.
Das sind die hauptsächlichsten Parallelen. So gering sie sind,
so sind sie doch nicht ohne Bedeutung, da sie sich meist wört-
lich berühren und eine gegenseitige direkte Beeinflussung oder
gemeinsame Quelle voraussetzen. Es wäre ja nicht unmöglich,
daß derselbe, welcher die Testamente der 12 Patriarchen mit
christlichen Zusätzen versah1, auch unsere Texte interpoliert
hätte. Die letztere Parallele von B zeigt auch etwas von der
patripassianischen Christologie2, welche in den christlichen Zu-
sätzen der Testamente der 12 Patriarchen ausgeprägt erscheint.
Allerdings sind in unsern Texten derlei Stellen zu wenig, um
weitere Schlüsse ziehen zu können.
Dagegen verdient die Kritik, welche an den Testamenten
geübt wurde, für unsere Texte eine gewisse Berücksichtigung.
Denn dieselben Fragen lassen sich hier wiederholen. Fr. Schnapp,
welcher sich am eingehendsten damit beschäftigte, schied die
christlichen Zusätze aus, ebenfalls die weissagenden alttestament-
lichen und eschatologischen Partien, so daß als Grundbestand
der Testamente die bloßen Biographien übrig blieben. In gleicher
Weise ist es zweifellos, daß die christlichen Sätze in unsern
vitae prophetarum nicht zur ursprünglichen Grundschrift gehörten.
Dafür bürgen manche Texte, welche dieselben vermissen lassen,
insbesondere B, dessen vitae der kleinen Propheten fast nur
biographische Tendenz haben. Anders dagegen scheint es mit
den eschatologischen Excursen zu sein, welche meist mit iöcoxe
61 rtQag eingeführt sind. Sie finden sich in den Viten: des
1) Dieselben zusammengestellt bei 0. Zöckler, Die Apokryphen des
A. T. nebst einem Anhang über die Pseudepigraphenliteratur. München
1891,474. F. Schnapp, Die Testamente der 12 Patriarchen inE. Kautzsch,
Die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alt. Testaments. II. Bd. Tü-
bingen 1900, S. 465 ü'., hervorgehoben durch Fettdruck.
2) Em. Schürer, Geschichte des jüdischen Volkes im Zeitalter Christ*.
3. Aufl. III. Bd. Leipzig 1898, 254 A.nm. 60f. S. 256f. Vgl. Ad. Hau
lichte der altchristl. Literatur II 1. Leipzig 1897, 566 570.
122 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
Habakuk (am Schlüsse beigefügt), des Jonas, des Jeremias (Pro-
phezie an die ägyptischen Priester über die Jungfrauengeburt),
des Daniel (über die Zeichen des Weltendes). Bei des letzteren
vita ist es nicht schwer, diesen eschatologischen Teil abzutrennen,
da die besten Zeugen (B und D) den Bericht von dem Tode des
Daniel vorher bringen und damit die eigentliche Biographie ab-
schließen, dann erst die verschiedenen Weissagungen über das
Ende Babylons, der Welt, über die Rückkehr des Volkes, über
den Mord des Satan anführen. Übrigens ist auch in den Testa-
menten der 12 Patriarchen die Ausscheidung ähnlicher Teile
nicht so zwingend, wie Schnapp annahm1. Auch in unsern
Texten läßt sich nicht streng die Absonderung vollziehen, zumal
B hierin mit den andern Zeugen übereinstimmt, ja selbst mit
christlichen Zusätzen interpoliert zu sein scheint.
Ein weiterer Berührungspunkt zwischen den Testamenten
und unsern Texten betrifft die Sprache einer etwaigen Grund-
schrift. Nachdem nun einmal beide Produkte ursprünglich jüdisch
sind, „worauf auch ihr ganzer Inhalt hinweist, so entsteht die
Frage, ob die Ursprache nicht doch eine hebräische gewesen ist"'2.
Trotzdem das Testament Nephthalis auch in hebräischer Sprache
existiert, so ist ein „unbedingt sicherer Beweis" doch nicht zu
erbringen. Das gleiche Urteil müssen wir, so sehr Hebraismen
den griechischen Text durchsetzen , auch auf unsere vitae aus-
dehnen. In Syrien -Palästina mag das griechische ■ Sprachidiom
immer mit Hebraismen versehen gewesen sein, so daß die vielen
Anklänge, welche Hamaker feststellte, eigentlich nur Zeugen der
syrisch-palästinensischen Heimat sind.
4. Beachtung verdient ferner das Verhältnis unserer vitae zu
der judaistischen Literatur, Flavius Josephus und den Rabbinen,
da es sich hier nur um den biographischen Teil, also um den
Grundbestand unserer vitae handelt. Das Urteil mag dahin ab-
gegeben werden, daß unsere vitae nicht viel Zusammenhang
zeigen, ja öfters eine andere Tradition bei den letzteren wahrzu-
nehmen ist. Fr. Delitzsch3 glaubte zwar, daß die vitae mit der
synagogalen Tradition übereinstimmen, daneben sagt er allerdings4,
1) S. Schür er S. 255. 258.
2) F. Schnapp bei E. Kautzsch E S. 459.
3) De Habacuci vita S. 60. 4) p. S9 s.
/
3. Alter und Wert der Recensionen der vitae prophetaram. 123
daß die Dorotheus- und Epiphaniusrecension ganz von der Natur
der altjüdischen Literatur abweiche und in der Hagada keine Einzel-
parallelen zu finden seien. Wir wollen daher einige Fälle prüfen.
Flavius Josephus, anticpiit. iud. IX 11, 31 spricht von den
Weissagungen des Nahum auf Grund von Nah. II 8, auf welche
unsere vitae ebenfalls ihre Mitteilungen aufbauen, ohne aber
weitere Berührungen damit zu zeigen. Allerdings spricht Josephus
noch von vielen andern Weissagungen, welche der Prophet über
Ninive gemacht habe, was er aber nicht anführen wolle. Schwer-
lich wird man dafür halten, daß der jüdische Geschichtsschreiber
damit auf unsere Texte oder deren Vorlage anspielt, wo er auch
sonst keine Kenntnis verrät.
Anticpiit. iud. VIII 8, 52 schildert Josephus in Parallel-
berichten zu unsern Texten die Ereignisse unter Jeroboam
(3 Reg. 12, 28 ff.) und nennt den anonymen Propheten 'ladojv,
unsere Texte dagegen 'lcoad oder 'lcoatu.
Einen Unterschied zwischen Flavius Josephus antiqu. iud.
X 10, l3 und unsern Texten können wir darin feststellen, daß
nach der Überlieferung, welcher Ps. Epiphanius und Dorotheus
folgen, Daniel nur zu den vornehmen Juden gehörte, nach Jo-
sephus aber aus königlichem Geschlechte und aus der Verwandt-
schaft des Königs Sakchius war.
Die rabbinische Literatur zeigt ebenfalls andere Traditionen
als unsere Texte. Z. B. ist die sich dort findende Überliefe-
rung, daß Habakuk ein Sohn der Sunamitin gewesen sei, was
„etymologisierende Rabbinen'; aus 4 Reg. 4, 16 herausgelesen
haben, unsern Texten ganz fremd. Abarbanel4, welcher ebenfalls
diese Kunde verrät, weiß übrigens nichts von den Lebensver-
hältnissen des Propheten, kennt also wohl auch nicht jene unsrer
Texte.
Teilweise Übereinstimmung zeigen beiderlei Traditionen über
Abdias, daß er als der dritte Hauptmann von Elias verschont
1) Flavii Josephi opera edidit et apparatu critico instruxit Bene-
dicts Niese. Vol. U. Berolini 1885, p. 316, 21 ss (n. 239).
2) Ebenda 226, 20 ss (n. 230).
3) Ebenda S. 370, 15 tf. (n. 186— 188). Vgl. Aug. Knobel, Der Pro-
phetismus der Hebräer. II. Teil. Breslau 1837, 304 Anm. 5.
L) Knobel a. a, O. S. 291.
124 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
wurde (4 Reg. 1, 13) x; daneben hat aber die rabbinische Literatur
Weiterbildungen, nach welchen er sich der von Jezabel verfolgten
Jahwepropheten im geheimen annimmt.
Die Todesart des Jeremias scheint der jüdischen Tradition
nicht so bekannt gewesen zu sein, wie sie unsere Texte berichten,
nämlich die Steinigung in Taphne. Hieronymus ad Jes. 30, 6
kennt die jüdische Tradition, wonach Jeremias und Baruch der
bevorstehenden Gefangenschaft durch Nebukadnezar infolge
ihres Todes in Ägypten entkamen, ohne daß weiterhin eine
Todesart genannt wäre. Dagegen sollen „nach Seder Olam und
Jarchi Jeremias und Baruch von Nebukadnezar, als er Ägypten
erobert hatte, mit nach Babylon geführt worden sein" 2.
Betreffs der Todesart des Isaias scheinen unsere Zeugen von
den zwei talmudischen Überlieferungen abzuweichen, der baby-
lonischen und der hierosolimitanischen. Die Tradition der babyloni-
schen Juden ging dahin, daß Manasse den Isaias ums Leben brachte3.
Der jerusalemische Talmud dagegen schildert die Zersägung des
Propheten in der Weise, „daß sich Isaias vor Manasse in einer
Ceder verbarg. Die Fransen seines Gewandes, die aus dem Baume
hervorguckten, verrieten ihn. Manasse ließ den Baum zersägen"4.
5. Eine gewisse Bedeutung für die Einschätzung unserer
Texte haben noch zwei Aussagen des Hieronymus, welche sich auf
„iudaisierende" Texte beziehen. Es handelt sich um den terminus
faeitifisvog = Messias-Christus und um den Namen des Vaters
des Zacharias, der inter altare et templum ermordet wurde. Der
terminus rjXsifi(ievog kommt in einigen Recensionen der Vita des
Jonas (D [3 HSS] EF) am Schlüsse vor, wo von der Erwartung des-
selben die Rede ist. Hieronymus5 kommentiert die Stellen Malach.
1) Ebenda S. 325. C. P. Caspar i, Der Prophet Obadja, Leipzig 1S42,
1. 3. Knobel erwähnt als Literatur Talm. Tr. Sanhedrin fol. 39, 2; Jarchi
ad Obad. 1; Abarbanel ad Ezechiel fol. 153.
2) Knobel II 261 Anm. 4.
3) Im babylonischen Talmud Sanhedrin 103b (vgl. A. Wünsche,
Der babyl. Talm. II, 3, Leipzig 1SS9, S. 233); ebenso Jebamoth 49b; G. Beer,
Das Martyrium Jesajae bei E. Kautzsch, Die Apokryphen und Pseudepi-
graphen des Alt. Testam. Zweiter Band. Tübingen 1900, S. 122, Anm. d.
4) Vgl. M. Schwab. Le talm. de Jerusal. XI 1839, p. 49. G. Beer
S. 112; ebenda Beispiele anderer Variationen der Legende.
5) Commentar. in Malach. prophet. lib. Migne Patr. lat. 25 [tom. 6]
pag. 1642 A— B.
3. Alter und Wert der Recensionen der vitae prophetarcrai. ^25
3, 1 ecce ego mitto angelum meum und Malach. 4, 5: Ecce ego
mitto vobis Eliam prophetam, antequam veniet dies Domini magnus
et horribilis. Hierzu schreibt Hieronymus, daß die Juden Malach. 3,
1 ebenfalls auf Elias beziehen, und den folgenden Satz „sogleich
wird der Herrscher zu seinem Tempel kommen, welchen ihr
sucht und der Engel des Bundes, nach welchem ihr verlangt'"
auf den TjlsLfifievoq h. e. Christum suum, quem dicunt ultimo
tempore esse venturum. Und noch einmal erwähnt Hieronymus1,
daß Judaei et judaizantes haeretici glauben, daß vor ihrem i)).eiu-
ptvoz Elias kommen und alles herstellen werde. Damit erklärt
Hieronymus tjihiuutvoq als terminus jüdischer oder judaisierender
Auffassung, woran demnach unsere Schriften partizipieren.
In dem Kommentare zu Mt. 23, 35, wo von der Ermordung
des Zacharias. des Hohnes des Barachias, die Rede ist, bemerkt
Hieronymus, daß in dem Evangelium, das die Xazaräer gebrauchen,
anstatt Sohn des Barachias: filius Jojadae gelesen werde. Erw.
Preuschen 2 hat dieses Zeugnis für das Hebräerevangelium in
Anspruch genommen. Wie dem immer sei, unsere Texte nennen
den ermordeten Zacharias ebenfalls Sohn des Jojada und ver-
raten demnach dieselbe Tradition, wie das in judenchristlichen
Kreisen mehr gebrauchte Evangelium.
G. Demgemäß scheinen die vitae prophetarum minorum in
ihrer ersten Form rein doktrinäres Interesse verfolgt zu haben.
Manche vitae der großen Propheten dagegen, namentlich jene
des Ezechiel, haben ein agitatorisches Gepräge. Die vita des
letzteren ist geradezu ein Aufruf an das Volk zu neuer Erhebung
und zu einem letzten Freiheitskampf. Wann dieser Appell, ob
zur Zeit der Makkabäerkämpfe, oder nach der Zerstörung Jeru-
salems durch Titus seine Verwirklichung erfahren sollte, ist nicht
sicher zu erkennen.
Es scheint fast, als ob die letztere Epoche anzunehmen ist.
Die in der vita des Zacharias, Jojadae filii, angekündigt m
„ Wunder", die Vernichtung der Herrschaft der Priester und das
Aufhören ihrer Verrichtungen scheint wirklieh in diese Zeit zu
passen, wo der Opferdienst aufhörte und das Synedrium aufge-
1) Eben.Li p. 1654 C.
2) Antüegomena. Zweite Auflage. Gießen 1905, 7. Vgl. oben S
Mt. 27, 9 in quodam Eebraico volumine .. Nazaraenae sectae.
126 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
hoben war1, eine Zeit, in welcher die messianischen Hoffnungen
neu rege waren, welche sich auch in unseren Viten aussprechen.
Die Schilderung der Schand- und Greueltaten eines maß-
losen Herrschers und seiner Strafe wird in der vita des Daniel
an Nebukadnezar vor Augen geführt, wobei man nur zu sehr
an eine Persönlichkeit denkt, welche in dem neuen Falle die
Rolle des Nebukadnezar spielt, vielleicht Trajan, unter dem neue
Kriege und Aufstände der Juden (115 — 117) entbrannten, oder
Hadrian, welcher den letzten großen Aufstand (132 — 135) nieder-
schlug. Unter Trajan erhoben sich die Juden in Ägypten und
Cyrene'2, eine Situation, welche zur Jeremiasvita3 sich vortreff-
lich eignete.
Daß übrigens dieselbe Sammlung nicht schon im ersten Jahrh.
vor Christus bei ähnlicher Gelegenheit veranstaltet war und immer
wieder neue Verbreitung erhielt, ist nicht auszuschließen.
§ 41. Verhältnis der verschiedenen Recensionen
zueinander.
Nach diesen Gesichtspunkten wollen wir nun unsere einzelnen
Texte betrachten.
Die erste Epiphaniusrecension (A) darf wenig Anspruch auf
Originalität erheben. Nicht bloß ist sie durch und durch ver-
christlicht und fügt sogar den Propheten noch Zacharias, den
Vater des Johannes, ferner Symeon und selbst Johannes ßap-
tista bei, sondern ist auch bemüht, den legendarischen Inhalt durch
biblische Aussagen zu ergänzen. Man vergleiche den Schluß der
vita des Elisaeus. Daneben zeigen sich auffallende Textverderb-
nisse, welche die Abhängigkeit von einer griechischen Vorlage
voraussetzen. Allerdings mag daran auch der Schreiber der
einzigen HS dieser Recension Paris. 1115 eine Schuld treffen.
A steht auch in der Erklärung des Namens Siloe in Abhängigkeit
von Joa. 9, 7, was als ursprüngliche Glosse erklärt werden kann.
1) Emil Schürer, Geschichte des jüdischen Volkes. I. Bd. 3. und
4. Aufl. 652,653.
2) Schürer I. Bd. 662. Vgl. Aug. Bludau, Juden und Judenver-
folgungen im alten Alexandreia. Münster 1906, SS ff.
3) Hier wird ein Ptolemäus ö ßaoiXeiq ohne weitere Charakteristik
genannt; über Judenverfolgungen unter Ptolemäern in Ägypten s. Blu-
dau S. 60; 62. 65. Zu 2 Macchab. 2, 4— S s ebenda S. 25.
3. Alter und "Wert der Recensionen der Vitae prophetarum. 127
In die Lebensskizze beinahe eines jeden Propheten ist ein Zusatz
auf das Erscheinen des Messias abzielend eingeschoben; z. B.
weist die vita des Osee jene Fabel von der Eiche Siloe auf,
deren Zwölfteilung mit ovrcog xal eyevezo bekräftigt wird. In
der vita des Joel ist jene Textverderbnis, wonach der Prophet
ogdiv äjre&ave, auf eine griechische Vorlage zurückzuführen.
Daneben zeigt auch A stilistisch die weitschweifigste Form1.
Die zweite sogenannte Dorotheusrecension (B) bewahrte am
besten eine von christlichen Zusätzen freie Textgestalt der vitae
der kleinen Propheten auf. Dies erklärt sich am leichtesten aus
dem Umstände, daß Auszüge aus den einzelnen Propheten, welche
messianisehe Weissagungen enthielten, vorausgeschickt waren,
denen eine Biographie in kürzester Form beigegeben wurde.
Der eine Zeuge dieser Recension, das Chronicon Paschale, schickte
eine Charakteristik des Elias allen Propheten voraus, als des
Bekämpfers des Antichrists und daher hervorragendsten seiner
Kollegen, ein Gedanke, der sich bei Tertullian de anima c. 35
und 50 über Elias und Henoch findet: morituri reservantur, ut
Antichristum sanguine suo exstinguant. Hierin verrät dieser
Zeuge vielleicht christliche Tendenz2, ohne jedoch die vitae der
kleinen Propheten nach dieser Seite hin „verbessert" zu haben.
Anders steht es mit den vitae der großen Propheten. Hier kann
B nicht wohl die erste Stelle beanspruchen, sowohl was Text-
gestalt als auch Integrität anbelangt. Es finden sich darin
manche Weiterbildungen, welche christliche Hand verraten; z. B.
die Ausgestaltung der wertvollen religionsgeschichtlichen Mit-
teilung von der Verehrung der Jungfrau und ihres Kindes, welche
in den ägyptischen Mysterien und bei den Gnostikern3 heimisch
1) Über das Verhältnis von Ps. Epiphanius und Dorotheus s. Fr. De-
litzsch, De Habacuci prophetae vita atque aetate. Accedifc diatribe de
Pseudodorotheo et Pseudepiphanio Lipsiae 1842, p. Sl ss, 03 s: Epiphanii
opusculum ex Dorotheano compilatum vel potius exscripturn est. Huius
exernplum, nescio qua fortuna ipsi oblatum, Epiphanius passim correxit,
auxit, aliter disposuit.
2) Trotzdem nach Hieronymus, conim. in Malachiam 4, 5. 6 (Migne
Patr. lat. 25, 1654 C) Judaei et iudaizantes haeretici auch den Elias als
Wiederhersteller der Welt vor ihrem „Christus" erwarten.
3) Vgl. A. Meyer, bei Henneke, Handb. d. neut, Apokr. Tüb. 1904,
S. 98. Ebenda S. 101 über den Umsturz der Götterbilder im arab. Kind-
heitsevang. (= S. o. Vita des Jeremias S. 82, 19).
128 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
war. Immerhin ist nur zu deutlich in dem Dorotheustexte das
christliche Interesse bemerkbar. Das Chronicon Paschale hat
ferner einen Zusatz in den Dorotheustext aufgenommen, welcher
ursprünglich wohl Glosse war. Er handelt von der Auffindung
des Grabes des Propheten Zacharias unter Bischof Ephidus in
der Nähe von Eleutheropolis um 415.
Die zweite Epiphaniusrecension (C) zeigt mit der ersten (A)
große Verwandtschaft. Die enge Berührung von C mit D nötigt
fast, C vor A die Priorität zuzuerkennen. A mochte die bereits
mit Glossen in C versehene Form noch mehr erweitert haben.
Gegenseitige Abhängigkeit oder jedenfalls von einer gemeinsamen
griechischen Vorlage ist Voraussetzung der oft zahlreichen wört-
lichen Berührungen.
Die vierte Recension (D) zerfällt öfters in zwei Gruppen, in
eine ältere, vorhanden inVat. 2125, und eine jüngere, welche nach
Dorotheus neuredigiert wurde, aber auch in den jüngsten Zeugen
mit A Verwandtschaft zeigt. Die Recension D besitzt selbstän-
digen Wert1 und mochte für (A und) C auch die griechische
Grundschrift, die bereits christianisiert war, abgegeben haben.
D1 dagegen nimmt die spätem Zusätze von A auf und gibt uns
die Form eines Zeugen (Ps. Logotheta) des 10. Jahrhunderts wieder.
Der fünfte Zeuge E nähert sich C, überliefert aber nur die
Viten der kleinen Propheten.
Unser sechster Zeuge F, die in den griechischen Menaeen
und Synaxarien vorhandenen vitae sind eine Mischung der ver-
schiedensten genannten Recensionen, welche abwechslungsweise
teils wörtlich, teils in Neuredaktion zur Verwendung kamen.
Sie schließen sich also nicht einem Typus an, so daß sie
eine einheitliche Recension darstellen würden, vielmehr sind sie
aus verschiedenen zusammengewürfelt. Z. B. folgt in der vita
des Osee dieser Text der Recension E; die vita des Joel ist
Erweiterung von D1; jene des Arnos stimmt wiederum fast wört-
lich mit A überein; Abdias dagegen mit B; bei Jonas vertritt
F wiederum die Recension E. Bei ein und derselben vita des
Michaeas, welche geteilt ist, geht die erste Hälfte, am 14. Au 2.
erwähnt, mit A und teilweise mit B; die zweite Hälfte aber am
1) Abgesehen von den Viten des Simon Cleophae, den D statt Symeon
einsetzt, und Joa. Baptista.
3. Alter und Wert der Recensionen der vitae prophetarum. 129
22. April zeigt große Verwandtschaft mit D. Die vita des Na-
hum ist auf B und D aufgebaut. Habakuks vita geht auf A
und C zurück. Jene des Sophonias stellt eine Mischung
aus C und E dar, die des Aggaeus stimmt wesentlich mit E
überein; ebenso jene des Zacharias. Dieselbe vita findet sich
im Synaxarium Sirmondianum am 8. Febr. und 16. Mai; auch in
der vita des Malachias folgt F der Recension E.
In den Viten der großen Propheten ist F von A abhängig,
manchmal auch Spuren von B aufweisend.
In der Biographie des Nathan, welche F an jene Davids
anschließt, war Recension D Quelle; ebenso für jene des Achias,
Joam, bei welcher F am ausführlichsten berichtet, und Azarias,
in welch letzterer BDF sich vollständig decken. Dagegen folgt F
in der vita des Elias gegen BCD ganz und gar A, ebenso bei
Elisaeus. In der vita des Zacharias, Joiadae filius, tritt in F wie
in A und D die Verwechslung mit Zacharias, dem Vater des
Johannes Baptista, ein. Den Viten der Synaxarien ist fernerhin
eigen, daß sie am Schlüsse jeder einzelnen eine phantastische
Personalbeschreibung bieten, welche aber von keinem Werte ist.
Der uns unter dem Namen des Isidor von Sevilla überlieferte
lateinische Text ist teilweise Übersetzung eines griechischen (D).
Er kürzt die legendarischen Erzählungen "bedeutend ab und er-
setzt sie öfters mit historischen Notizen oder lobenden Aussprüchen.
Die syrischen Texte können insofern größere Aufmerksam-
keit beanspruchen, als in ihnen nach der Annahme von Hall eine
etwaige Grundschrift versteckt sein soll.
Der Text, welcher am meisten diese Rolle spielen könnte, ist
jedenfalls jener des Codex Syro-Hexaplaris Ambrosianus (a. 617),
welchen Hamaker und Eb. Nestle zugleich mit unserer griechischen
D- Recension bei zwar unsicherer Bezeugung in die Zeit des
Origenes hinaufdatieren. In der Tat stimmen beide Texte wesent-
lich überein. Da aber der syrische Zeuge nur die Viten der neun
kleinen Propheten überliefert, so läßt sich jedenfalls der Syrer
nicht als vollgiltige Grundschrift betrachten.
Wie steht es nun mit dem Verhältnis unserer griechischen
ersten (A) und der syrischen Epiphaniusrecensionen? Kann eine
der letzteren die Priorität beanspruchen?
Während auf griechischer Seite nur eine HS Paris. 1115 vor-
handen ist, überliefern einen verwandten Epiphaniustext eine An-
Texte n. i Qtersaohungen etc. Bl, 8 !i
130 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
zahl syrischer HSS und Michael der jakobitische Patriarch.
Hamaker vermutete und erkannte im griechischen Texte (A)
öfters „Hebraismen", welche wohl ebensogut „Syriacismen" sein
können. Da der einzige Paris. 1115 vorerst so vielen syrischen
Zeugen gegenübersteht, so ist nicht zu leugnen, daß die mehrseitige
syrische Verbreitung auf Grund einer syrischen Grundschrift zu-
stande kommen konnte, während eine etwaige spätere griechische
Übersetzung fremd blieb. Dabei ist nicht ausgeschlossen, daß
der griechische Epiphaniustext C bei einer nicht ganz unwahr-
scheinlichen Übertragung Grundlage bildete.
Die syrischen vitae, welche Salomon von Basrah bietet, sind
weit kürzer als die bereits genannten griechischen wie syrischen.
In der Angabe der Heimat und des Begräbnisortes der Propheten
stimmen sie mit den griechischen Angaben überein. Aber all
die legendenhaften Erzählungen über die Weissagungen der Pro-
pheten sind stark abgekürzt und bieten, soweit sie mitgeteilt sind,
meist die Andeutungen über die Ankunft des Messias. Hatten
die griechischen vitae diese messianischen Gedanken nicht deut-
lich genug ausgesprochen, so hat der Syrer nachgeholfen. Wäh-
rend z. B. bei Osee die Spaltung der Eiche in Silo in 12 Teile,
welche die Ankunft des Messias vorher verkünden soll, nicht
weiter erklärt, hat Salomon von Basrah beigefügt, daß diese
12 Teile die 12 Jünger aus Israel bedeuten sollen. In der vita
des Joel ist beigefügt, daß nach einer zweiten Überlieferung
Joel von Achazias, dem Sohne des Amasias, getötet wurde, was
offenbar auf Verwechslung mit dem nachfolgenden Arnos beruht.
Auch der Name Achazias, des Sohnes des Amasias. findet sich
nur bei Salomon, nicht auch in den griechischen Texten. In
der vita des Michaeas hat Sb ein Plus gegenüber sämtlichen
griechischen Texten mit den Angaben über die Weissagungen
des Michaeas von der Zerstörung des Tempels, dem Aufhören
des Passahmahles bei dem Tode des Messias. In der vita des
Nahum hat Sb weitere christliche Zusätze über den Tod des
Messias, über die Zweiteilung des Vorhanges im Tempel und
dessen Verlassenheit. Die Nachricht von der Steinigung des
Habakuk durch die Juden in Sb findet sich nicht im Griechischen.
Ebenso zeigt die vita des Sophonias und Aggaeus eine Weiter-
bildung in messianischem Sinne.
Die Biographien der großen Propheten in Sb berichten meist
3. Alter und Wert der Recensionen der vitae prophetarum. \%l
nur vom Geburts- und Begräbnisort; allein die vita des Jeremias
hat die legendarischen Züge der griechischen Viten, jedoch in
weitschweifigerer Form, aufgenommen.
Die Viten des Nathan, Zacharias, Barachiae filius genannt,
des Elias und Elisaeus haben in Sb große Ähnlichkeit mit den
griechischen Recensionen A und D, welche bekanntlich syrische
Parallelviten haben, wenn auch letztere nicht in vollem Umfange.
Aus diesem Vergleiche geht hervor, daß die griechischen
vitae prophetarum mit diesem syrischen Texte des Salomon von
Basrah die Angaben über Geburt, Sterbe- und Begräbnisort in
gleicher Weise überliefern. Daneben hat Sb meist die messia-
nischen Prophetien erweitert, während er die legendarischen Er-
zählungen aus dem A. T., namentlich bei den großen Propheten,
kaum in der Überlieferung berücksichtigt Es kann jedenfalls
dieser syrische Text nicht Grundlage der andern syrischen ge-
wesen sein, auch nicht älter, da diese alttestamentlichen Zusätze
nicht erst später in diese Texte dazugekommen sein können.
Höchstwahrscheinlich war eine unserer syrischen Epiphanius-
recensionen für Salomon Quelle, vielleicht in ungeordneter Weise
auch die Viten der 9 kleinen Propheten des Codex Syro-Hexa-
plaris Ambrosianus.
Der letzte syrische Zeuge Ss des Cod. Sinait. syr. 10 ist ganz
frei von Legendarischem, bietet überhaupt nur biographische
Notizen in kürzester Form, mag daher hohes Alter beanspruchen.
Eb. Nestle1 hatte eine Probe mit der vita des Nahuni ver-
anstaltet und sämtliche syrische wie griechische Texte verglichen.
Dennoch mußte er gestehen, daß damit die Grundschrift noch
nicht sicher bestimmbar, zumal in der Frage nach deren sprach-
lichen Seite, ob ursprünglich hebräisch oder syrisch, keine Ent-
scheidung zu treffen war. Wir haben nun nicht bloß eine vita
daraufhin untersucht, sondern alle durchgesehen, ohne eine Ge-
wißheit zu erzielen. Die große Meinungsverschiedenheit, welche
früher über den Verfasser der am meisten behandelten Epiphanius-
recension (A) herrschte, kann auch über die Verfasser der andern
Recensionen nicht ganz beseitigt werden. Während auf der einen
Seite Epiphauius wohl als Verfasser angesehen wurde, hielt eine
andere Partei die Schrift für ein rabbinisches Produkt, mit Tal-
nn Verklärungen versehen.
1) Marginalien II 46.
'. I ':
132
Seherin arm, Propheten- und Apostellegenden.
Nur um Geringes sind wir trotz der Kenntnis so vieler Text-
zeugen weiter gekommen, da unter den griechischen Recensionen
die Mehrzahl keine eigene Rolle in der Rekonstruktion eines hebrä-
ischen (oder syrischen) Exemplars beanspruchen kann, sondern in-
folge derwörtlichenÜbereinstimmung öfters gegenseitige Abhängig-
keit gesichert ist. In der Tat zeigten sich weitgehende stilistische
Übereinstimmungen sogar bei jenen griechischen Recensionen,
welche von Hamaker und Hall als die unmittelbaren griechischen
Abkömmlinge aus einem semitischen Original angesehen wurden.
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SbiSddom.oöti.&sO':)
(Ps Sym Logothetb^sK
FA4?nol -Syn&x. sX
Hamaker ließ sich wohl aus Liebe zu seiner These öfters hin-
reißen, griechische Wendungen als Semitismen zu bezeichnen;
am meisten Gewicht dürfen jedenfalls jene Versehen oder Fehler
des griechischen Textes beanspruchen, welche, wie Hamaker in
ziemlich großer Zahl nachweist, aus einer falschen Lesart oder
aus Mißverständnis eines hebräischen Wortes hervorgegangen
sein können. Damit müßte man, da diese Fehler öfters in eine
Gruppe von Recensionen übergingen , eine griechische Grund-
übersetzung annehmen. Inhaltlich verdient jedenfalls B an erster
Stelle und am ehesten als Zeuge einer außerchristlichen Grund-
schrift genannt zu werden, da die vitae der kleinen Propheten
4. Überlieferungsgeschichte der Apostellegenden. 133
gar keine christlichen Züge, oder nur solche, welche als spätere
Glossen leicht erkennbar sind, aufweisen. Selbst in der Form,
wie jetzt die Texte vorliegen, ist ihre syrische Heimat nicht zu
leugnen, trotzdem die Nachrichten der syrischen Philippusakten
über den Tod mancher Propheten unsern Texten nicht bekannt sind.
Die Abhängigkeit der Recensionen mag durch das Stemma
auf S. 132 veranschaulicht werden, wobei jeweils die möglichst
späte Datierung angesetzt ist.
2. Teil. Die Apostellegenden nnd Jimgerverzeichnisse
nebst den geschichtlichen Fälschungen des Dorotheas-
textes.
4. Kapitel. Die Überliefenmgsgesclrichte der Texte.
Bis heute galten Ps. Dorotheus und Ps. Hippolyt als jene
Schlagworte, welche man zur Hand hatte, um griechische mit
Legenden und historischen Notizen ausgestattete Apostel- und
Jüngerlisten zu bezeichnen. R. A. Lipsius1, dessen Studien in
den letzten Jahrzehnten am meisten Beachtung fanden, unter-
schied zwei Dorotheusrecensionen A und B, von denen die eine
die alexandrinische Gruppe, die andere den vulgärgriechischen
Typus darstellte. Beide aber entsprangen nach seiner Ansicht
der offenbaren Fälschung des Dorotheustextes, dessen Datierung
in dem damit zusammenhängenden Exkurs über die Geschichte
der Gründung des Bischofssitzes Byzanz durch Andreas auf das
Jahr 525 angegeben war, was Glauben fand. So wurde dieser
Zeitpunkt als normangebend für das früheste Aufkommen solcher
Verzeichnisse betrachtet.
Einen geringen Zweifel an dieser scheinbar so sichern Da-
tierung und Zurechtlegung der Sachlage verursachte eine Hand-
schrift (Paris. 1115), welche der ägyptischen Recension offenbar
angehörte, aber nur die Apostel- und Jüngerverzeichnisse auf-
wies, sonst aber von der geschichtlichen Umkleidung der Dorotheus-
texte, welche die Persönlichkeit des angeblichen Verfassers Doro-
1) Die apokryphen Apostelgeschichten und Apostellegenden I, Bnum-
schweig 1883, 202.
134 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
theus, die Entstehungsursache des Textes, den Bischofskatalog von
Byzanz aus den ersten drei Jahrhunderten aufwies, ganz frei war
und den Namen des Epiphanius trug. Wie nun das Unglück
wollte, war aber die zweite HS dieser Gruppe (Vindob. theol.
gr. 77) bereits mit dem Mäntelchen der byzantinischen Geschichts-
fälschung des Ps. Dorotheus umhangen, welche dann, obwohl nicht
älter als die erste HS, den Typus Dorotheus A am besten reprä-
sentieren sollte. Der erstgenannte Zeuge konnte ja mit einem
neuen „Aushängeschild" versehen worden sein.
Lipsius hatte damit die einfache Losung früherer, insbeson-
dere eines Cave übernommen, welche aber die Entwicklungs-
geschichte und die psychologische Seite, welche die Dorotheus-
fälschung hat, ganz unberücksichtigt läßt oder vielmehr nicht
zu erklären vermag. Schon Osk. von Gebhardt1 hatte gegen
die Annahme Bedenken getragen, als ob der in Cod. Vindob.
theol. gr. 77 enthaltene Text die ursprünglichste Form darstelle.
In der Tat wurde das Apostel- und Jüngerverzeichnis dieser HS
ungerechterweise Dorotheus A genannt, wie die folgenden Aus-
führungen zeigen sollen.
§ 42. Der Pseudo-Epiphaniustext.
1. Wir nennen den von Lipsius Dorotheus A benannten Text
wohl mit Recht Ps. Epiphaniustext, weil er unter diesem Namen
längere Zeit in Umlauf war. Allerdings ist er nur in1 einer HS,
dem genannten Paris. 1115 anni 12762, unter xov avrov den
vitae prophetarum des Epiphanius von Cypern angereiht; allein
wir haben ein anderes litterarisches Zeugnis aus dem Anfange
des 9. Jahrhunderts 3 bei dem Mönche Epiphanius, der in seiner
Schrift über den Apostel Andreas zweimal auf unsern Text unter
1) Hieronymus de viris illustribus in griechischer Übersetzung (Der
sogenannte Sophronius) [T. u. U. XIV 1 b] Leipzig 1896, S. IX.
2) Die in der Unterschrift gemachte Angabe, daß die HS eine Ab-
schrift einer Apostolischen des Jahres 759 sei, erstreckt sich nicht mit
Sicherheit auf unsern Test fol. 228, wie Ducange und Fr. Delitzsch,
De Habacuci prophetae vitae atque aetate. Accedit diatribe de Pseudo-
dorotheo et Pseudepiphanio, Lipsiae 1842, 78 f., meinen, da bereits in den
vorhergehenden Traktaten Stücke späteren Datums vorkommen.
3) Fr. Diekamp, Hippolytos von Theben. Texte und Untersuchungen,
Münster 1898, S. 145.
4. Überlieferungsgeschichte der Apostellegenden.
13;
ausdrücklicher Nennung des Epiphanius von Cypern als Verfassers
Bezug nimmt. Da aber Epiphanius Monachus in derselben Schrift
jcsqI tov ßiov xal tcöv jrga^scov xal rsX.ovg Avögsov auch von
Ps. Dorotheus Kenntnis verrät1, so lohnt es sich die korrespon-
dierenden Texte bei Epiphanius dem Mönch2, jenem von Cypern
und bei Dorotheus in Parallele zu setzen.
Epiph. monach.
[Tov ös. ay'iov Exi-
cpavlov ssiioxojtov
Evjtgov XsyovTog]
cog Ix jtagaöcoOscog
£%siv, tov (laxagiov
cijcoOtoXov Avögsav
öiÖaZcu 2ixv{rag, Eo-
öoyöiavovg xal /bo-
oivovg, sv Hsßaöro-
jcoXsi r?j (isyaX)]
öxov sötiv i) jcagsiu-
ßoX?) Aipagov xal
"Vooov Xifir/v xcä
<Päoig jioza/uog' sv-
&a olxovoiv "]ßt]Qsg
xal 2ovöoi xal <Pov-
otol xal AXiavoi.
Epiph. Cypr.
Dorotheus
cog 01 jiqo Tjficov naga-
ösöcbxaoiv , sx?]qv£,s
Hxv&aig xal JJoyöi-
avolg xal roQöivocg
xal sv —sßaOTOJioXsi
xfi (i&yaZy ojcov sorlv
7) jtagsiußoXt] Atyagog
xal Foöov Xtfirjv xal
<Päöigxoza[i6g, svß-a
OlXOVOlV Ai&lOJtEQ
SOCQTSOOl ....
. . . Avögtag . .
jtäöav xi]V JiagaXiav
xr\g Bi&vviag xs xal
IIovxov. &gaxi]g xs
xal Sxvdag diifi&sv
svayysXiCofisvog xbv
xvgiov' fisxsxeixa ös
kJtoQsvd-t/ sv 2sßa-
öxojtoXsi xfi fisyah],
ojcov 1] jcagsfißoX?)
"Aipa.Qog xal o <Päöig
jcoxai-iog, tv&a 01
socoxsgoi Atihiojceg
olxovoiv . .
Durch Vergleich der drei Kolumnen wird klar, daß der Mönch
Epiphanius nicht den jetzt Dorotheus benannten Text mit seinem
Zitat meinen konnte, sondern unsern dem Epiphanius von Cypern
auch in Cod. Paris. 1115 beigelegten Text darunter verstand,
welcher demnach als eigener bekannt war. Die wesentliche
Übereinstimmung des Zitates mit Epiph. Cypr. wird nicht durch
die zuletzt aufgezählten Völkerschaften1' beeinträchtigt, da sie nur
„eine geographische Erläuterung der Al&iOJtsg sötoxtgoC' sind.
Ps. Dorotheus kann hier bei Feststellung der etwaigen Quelle
1) Alb. Dressel, Epiphanii monachi et presbyteri edita et inedita,
Parisiis et Lipsiae 1843, p. 68, 27 wird erzählt von der Einsetzung des
Stachys zum Bischof von Byzanz durch Andreas.
2) In derselben Ausgabe p. 4!), 23.
3) Lipsius a. a. 0. I 5ü9 Anm.
136 Scherinann, Propheten- und Apostellegenden.
überhaupt nicht in Betracht kommen, da bei ihm bereits die
politische und thrakische Andreassage in den Vordergrund tritt,
wodurch die Namen der Völkerschaften Sogdianer und Gorsiner
verdrängt wurden. Übrigens zitiert Epiphanius Monachus noch-
mals unsern Text: „Wir haben Stadt und Land durchwandert,
die Schrift des Epiphanius von Cypern in den Händen" l.
Eng verwandt mit Cod. Paris. 1115 ist die zweite HS ägyp-
tischer Heimat Vindob. theol. gr. 77 (al.4U) chartac. saec.XIH exeunt.,
welche bereits unter dem Namen des Dorotheus, Bischofs von
Tyrus, unsern Text überliefert, da sie mit der Kappe, welche dem
sog. Dorotheustexte eigen ist, umkleidet wurde. Dennoch mußte
schon äußerlich der Umstand, daß in dieser HS nicht das 70 Jünger-
verzeichnis wie bei Dorotheus, sondern der Apostelkatalog an erster
Stelle stand, den Unterschied vom Dorotheustexte bemerkbar
machen, eine wesentliche Abweichung, zumal da unter ungefähr
20 HSS des Dorotheustextes nur zwei voneinander abhängige
gewaltsam und leicht erkennbar die Stellung änderten. Die An-
lage des Textes, der im Cod. Vindob. vorliegt, mußte demnach
von Anfang an eine verschiedene gewesen sein, welchem erst
später die gefälschten Angaben des Dorotheus beigegeben wurden.
Trotz dieser späteren Überarbeitung hat diese HS die Merk-
male ihrer ägyptischen Heimat wesentlich bewahrt, wodurch ihre
Verwandtschaft mit Paris. 1115 noch mehr zutage tritt. In beiden
HSS tragen die Monatsnamen neben der griechischen die ägyp-
tische Bezeichnung2. Z.B. ist das griechische Datum des Mar-
tyriums des Petrus also angegeben:
Paris. 1115.. 'Poifit] Jtgorgimv Vindob. theol. gr. 40: .. 'Pco-
EaXavöcov lovllcov ö sötiv'Ejci- [ig (j?]vi 'Ejtupl s' , 6 iöxiv jiqo
g>ls ,navvcöhxi],o£<fTiv3IovviOQ. tqicqv KaZavöcöv TovXicov.
Das Martyriumsdatum des Markus, welcher nebst Paulus den
Aposteln beigegeben ist, wird also bezeichnet:
Paris. 1115: <Pag!iov&l x[vqie] Vindob. th. gr. 40: /Ji/vl <Pan-
o eöxLV AjcQiXXioq. [tovfri /.'.
1) Vgl. Diekainp, Hippolytos a. a. 0. S. 141.
2) Ein Fragment einer solchen Monatsliste s. B. P. Grenfell, Arth.
S. Hunt and D. G. Hogarth, Fayüm Towns and their papyri [Egypt. Ex-
ploration fand] pari I, London 1900, p. 290, papyrus CXXXV verso (s. IV).
Vgl. G. Steindorff, Koptische Grammatik. 2. Aufl. Berlin 1904, 231.
4. Überlieferungsgeschichte der Apostellegenden. 137
Das x (Zahl 2<>), welches übrigens von der Angabe des Vindob.
abweicht, hat der Schreiber der ersteren HS zu y.vQis gemacht.
Gerade das Martyrium des Markus ist in beiden HSS besonders
ausführlich behandelt, da ihnen wohl eine alexandrinische Lokal-
tradition zugrunde liegt.
Ein Parallelzeuge zu der Wiener HS liegt in einer lateini-
schen Übersetzung vor, welche von einem Wolfgang Musculus
gefertigt und im Jahre 1557 ' zum erstenmal veröffentlicht wurde:
Ecclesiasticae historiae auctores. Eusebi, Pamphili, Rufini, So-
cratis, Theodoreti, Sozomeni, Theodori, Evagrii et Dorothei epis-
copi Tyri Synopsis Apostolorum ac Prophetarum vitas complectens
eodem (sc. Musculo) interprete, nunc primum in Lucem aedita.
Basil. MDL VII. Seitdem man in Vindob. th. gr. 77 dieselbe An-
ordnung und Recension wie in der lateinischen Übersetzung
(versio vulgata) fand, ist die Frage noch nicht zur Ruhe ge-
kommen, ob beide Zeugen auf eine gemeinsame griechische Vor-
lage zurückgehen oder die versio vulgata ohne Zwischenglied
auf dem griechischen Vindob. beruhe, wobei der Übersetzer einige
Änderungen vornahm'2.
Die Ungleichheit der griechischen HS und der lateinischen
Übersetzung zeigt sich in den 4 — 5 letzten Apostelnamen. Das
unkanonische Verzeichnis, das in Paris. 1115 vorliegt und ebenso
dem Schreiber des Vindob. zugrunde lag, suchte der Redaktor
der letzteren HS dadurch zu ergänzen, daß er nach den lukani-
schen Verzeichnissen Simon Zelotes einschob und dadurch die
Zahl 13 der Apostel erzielte: 9. Jacob. Alph.; 10. Simon Zelotes;
11. Judas Jacobi Thaddaeus; 12. Simon Judas; 13. Matthias. Zu
dieser Manipulation mochte der Redaktor auch durch die ihm
bekannte Liste des Dorotheustextes verursacht worden sein.
1) Nicht wie Lipsius, Die apokr. Apostelgesch. 1194, angibt, i. J. L57I '.
Vgl. 0. v. Gebhardt, Hieronym. de viris illustr. a.a.O. S. IX Anm. 6.
Die weiteren Ausgaben dieses lat. Textes verzeichnet Fr. Delitzsch, De
Habac. proph. vita etc. S. 54; Eb. Nestle, Maigin. u. Material. II, Tü-
bingen 1893. Lambecius, Comnientar. de Aug. Bibl. Caes. Vindob. lib. III.
Editio altera studio .. Ad. Fr. Kollarii, Vind. 1770, p.130 u. Cas. Oudinus,
Comnientar. de Script, eccl. antiquis illorumque scriptis. Francof. 1722,
p. 1379 f. schreiben die Übersetzung fälschlicherweise Jacob Faber zu, da
er sie 15G0 in die Ausgabe des Sulpicius Severus Aquitanua aufnahm:
fol. 120— 155*.
- Vgl. Fr. Delitzsch a. a. 0. S. 54 nota 1.
138 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
welche nun auch der seinigen neuredigierten näher kam als jene
in seiner Vorlage (= Paris. 1115) stehende. Denselben Weg
scheint auch die versio latina (oder deren Vorlage] gegangen zu
sein, nur noch einen Schritt weiter. Offenbar durch die Überzahl
eines Apostelnamens veranlaßt, hatte (der Redaktor oder) der
Übersetzer noch mehr den Dorotheustext zum Vorbild genommen
und gleich dem hier fehlenden Jacobus Alphaei ihn auch aus
seiner Liste gestrichen. Somit hatte er eine Zwölfzahl erreicht,
sich aber dabei von seiner ursprünglichen Vorlage entfernt. Diese
Vereinfachung ist einem Übersetzer des 16. Jahrh. wohl zuzu-
trauen, ebenso wie einige Namenumstellungen in dem Jünger-
verzeichnis, so daß an die Identität der griechischen Vorlage der
sog. versio latina vulgata und des Cod. Vindob. theol. gr. 77 hierin
wohl gedacht werden kann.
Außer diesen Zeugen, welche die ägyptische Gruppe dieses
Textes darstellen, fanden sich aber noch weitere, welche ihn
zumeist anonym überliefern und den vulgärgriechischen Typus
repräsentieren: hiezu gehören vor allem die HSS Cod. Pii II
gr. 47 (s. XII); Baroc. 142 (s. XIV); Matr. 105 (s. incerti)1.
Letztere zwei HSS sind für die Geschichte unseres Textes des-
wegen von größerer Bedeutung, weil sie den 12 Apostelkatalog
anonym überliefern, dagegen das unmittelbar nachfolgende Jünger-
verzeichnis im Titel auf Dorotheus zurückführen.
Besonders häufig hat sich das legendarische Apostelverzeichnis
unseres Textes in HSS der Öcumenius- und Arethaskommentare
zum N. T. erhalten, an deren Anfang es sich zumeist findet2,
wodurch der anonyme Charakter bewahrt bleibt: Cod. Bodl.
Canonic. 34 (saec. XVI)3. Auch in Cod. Vatop. 635 (saec. XI) ist
diese Recension vertreten, woselbst der Apostelkatalog fol. 7 — 10v
unter dem Titel öiaza^Etg rmv aJtooxöXmv rolg t&vsoiv taco-
öraZeTOai eingetragen ist. Nach Mitteilung von Ph. Meyer4
1) Regiae Bibliothecae Matritensis Codices graeci manuscr. Joannes
Iriarte . . . excussit, recensuit, notis etc. illustravit. Vol. I. Matriti 1749, 415.
2) 'jEgr/yz/öet? naXcual xal Xiav uxpskifioi y.z"/.. Expositiones antiquae
ac valde utiles . . ex diversis sanctoruin patnrrn commentaiiis ab Oecu-
menio et Aretha collectae. Veronae 1532 ist die erste Ausgabe.
3) Catalogus codicum manuscr. Bibl.Bodleiauae, pars III, Codices Graec.
et Latin. Canonic. continens. Confecit Henr. 0. Coxe, Oxonii 1854, p. 38.
4) Bei R. A. Lipsius, a. a. 0. Ergänzungsheft, Braunschweig 1890, 3.
4. Überliefenmgsgeschiclite der Apostellegenden. 139
weicht diese HS von der Recension der Ocumeniushss nur durch
Einschiebung von Marcus nach Matthäus ab.
Viel genannt wurde die Sophroniusrecension, welche als
eigene und früheste Textgestalt öfters betrachtet wurde, da sie
in die ersten Kapitel der angeblich von dem Zeitgenossen des
Hieronymus, Sophronius, gefertigten griechischen Übersetzung
der viri inlustres eingestreut war. Eine andere Gruppe solcher,
die sich mit unsern Texten beschäftigten, versetzten die hier mit-
geteilte Textgestalt in das 16. Jahrhundert, weil der erste1 Heraus-
geber dieser griechischen Version Erasmus (i. J. 1516) zugleich als
Übersetzer galt, der seine eigene Arbeit unter klangvollem Namen
ausgeben wollte. In diesem Verdachte wurde man bestärkt, da
die ihm vorliegende HS nicht aufgefunden wurde. Damit hatte
man aber diesmal Erasmus Unrecht getan; denn seine Vorlage
wurde in Codex C. 11 (s. XIV) der Stadtbibliothek von Zürich
durch Carl Alb. Bernoulli entdeckt und von Osk. von Gebhardt
veröffentlicht2. Zwischen die Kapitel 1 und 10 des lateinischen
Textes des hieronymianischen Schriftstellerkataloges sind im
griechischen Texte mit ß', s', £', rj ' , %•' , i , ly ty, vr\ ' , i&' jene
Apostel eingeschaltet, welche nicht schriftstellerisch tätig waren,
d. h. aus unserm Verzeichnisse entnommen sind. Außerdem sind
noch Timotheus, Titus, Crescens und der Eunuch der Königin
Kandace angehängt. Osk. v. Gebhardt3 erkannte für den ganzen
Text keine Xötiguug, ..aus sprachlichen Gründen über das 7. Jahr-
hundert herabzusteigen", und erklärt4 sich mit Lipsius für ein-
verstanden, die Urgestalt der darin verwerteten Apostelliste
1) Omnium opermn Divi Eusebi Hieronynii Stridoneusis tomus primus
. . cum argumentis et scholiis Des. Erasmi Roterodami . . . Basil. [1516]
fol. 119—138; die 2. Ausgabe 1521 p. 265—305. Bis zur Ausgabe bei
Migne P. lat. XXIII, Paris. 1S45, 602—702 waren noch fünf weitere er-
schienen. Erasmus gab die HS selbst in die Druckerei, weshalb schon
die erste Ausgabe durch öftere Versehen des Setzers fehlerhaft war.
2) Hieronymus de viris illustribus in griechischer Übersetzung. (Der
sogenannte Sophronius) |T. u. U. XIV lb) Leipzig 1896. Der Text befindet
sich S. 663 — 716. Die HS ist „169" im Katalog der fortlaufenden schwei-
zerischen griech. HSS von Omont numuieriert, der sie dem 13. Jahrh. zu-
weist, v. Gebhardt spricht für den Teil des Sophroniustextes, der sich
durch Schrift und Format vom ersten unterscheidet, für das 14. Jahrh.
3) p. VIH.
4) p. X (Lipsius I 199).
140
Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
frühestens an den Anfang des 5. Jahrb., spätestens jenem des
6. Jahrh. zuzuweisen. Beide Gelehrte haben sicherlich zu hoch
gegriffen, da die hier mitgeteilte Textgestalt eine späte, ja ver-
hältnismäßig junge Recension darstellt, welche jener des Cod.
Matrit. gleicht und auch eng mit der sog. Ocumeniusgruppe und
dem Baroc. verwandt ist. Namentlich mit letzterer HS betrifft
die Übereinstimmung auch den Anhang, die Fragmente über
Timotheus, Titus usw., wenn auch in etwas anderer Form.
In den 4 — 5 letzten schwankenden Namen der Apostelliste
vertritt der sog. Sophroniustext ebenfalls die neuredigierte Ge-
stalt, deren ältesten Zeugen wir in Cod. Pii 47 und in den
Ägypt. Fee. A(
D
\.£ Agypt Rec.
' Vlndob.77
/{ vu.lqi.rcf-riech. PfC
*_•> F (O(eumen.JJty)
r ' Aiz.tr it. 105
P'Sophron,. Text
Ocumeniushss haben, welche die unkanonischen, und teils über-
schüssigen Namen der ägyptischen Gruppe ausläßt und Jacobus
Alphaei, Thaddäus Lebbäns, Simon (Judas) Cananäus, Matthias
als Normalliste übernimmt.
Die neuredigierte vulgärgriechische Textgestalt hat Cod. Pii
47 am reinsten aufbewahrt. Die andern HSS und Texte unter-
lagen späteren Einflüssen, welche auch in der HS Vindob. theol.
gr. 77 der ägyptischen Recension auftreten und von dorther
weiter verbreitet sein mögen. Hierzu gehört der Anhang über
Timotheus, Titus, Crescens und den Eunuchen der Königin,
welcher sich in Vindob., Vatop. 635 , in der Ausgabe der Öcume-
niuskommentare, bei Ps. Sophronius und in Baroc. 142 findet;
4. Überliefenmgsgeschichfce der Apostellegenden. 141
in beiden letzteren ist Timotheus allein vertreten. Auch einige
HSS des folgenden Dorotheustextes weisen den Anhang auf, so
daß man auf eine gemeinsame Quelle schließen kann. Sie mag
in Vindob. theol. gr. 77 oder in der ältesten HS Vatop. 635 saec.
XI der sog. Öcumeniusrecension vorliegen.
Eine Übereinstimmung mit Paris. 1115 zeigt noch Baroc,
welche beide nach den Aposteln noch Paulus, Markus, Lukas
einführen, wohl eine Eigenheit der ersteren HS, welche auf die
letztere überging. Demgemäß mag das Stemma auf S. 140 die
Abhängigkeit der Texte in dem Apostelkataloge veranschaulichen.
2. Die Frage, gehörte ein Jüngerkatalog zu dem Apostel-
verzeichnis des Ps.Epiphaniustextes, verdient noch Beachtung. In
den HSS Barroc. 142 und Matrit. 105 ist der anonymen Apostel-
liste ein Jüngerkatalog nachfolgend, der aber ausdrücklich dem
Dorotheus, Bischof von Tyrus, zugeschrieben wird. In den andern
HSS und Texten Pii 47, Öcum., Sophron. fehlt ein solcher. Die
HS Paris. 1115 (A) hat nur ein Fragment eines solchen, welchen
Vindob. (B) und dessen lateinische Übersetzung (b) nach dem
Ps. Dorotheus ergänzte. Die ersten 24 Namen, welche Bb bietet,
fehlen in A. Dabei könnte man vermuten, daß durch irgend-
welchen bibliographischen Fehler diese Nummern in A wegge-
fallen wären. Diese Ansicht läßt sich aber mit Hilfe Bb nicht
zuversichtlich erhärten, da Bb auch die folgenden Namen im
Gegensatz zu den bei A parallel stehenden nach Ps. Dorotheus
neuredigierte und umänderte, so daß wir von B aus keinen Schluß
auf die ursprüngliche Gestalt von A oder deren Vorlage ziehen
können. Immerhin ist es wahrscheinlich, daß durch irgendwelches
Versehen eines Abschreibers ein Teil am Anfang ausfiel, da ja
A die Tendenz zu einem ersten Ansatz eines möglichst voll-
ständigen Jüngerverzeichnisses verrät. Bestärkt werden wir in
dieser Ansicht durch das literarische Zeugnis des Epiphanius
Monachus1 (saec. IX ineuntis), der von einer avayoacpt) xmv hß-
öofirjxovTa fiad-r/rmv des Epiphanius von Cypern zu berichten
weiß, worin letzterer als seine Quelle die Tradition nenne. Der
Mönch ergänzt diese Angabe noch dadurch, daß darunter natür-
lich nicht die hl. Schrift gemeint sein könne, sondern apokryphe
Historiographien, Enkomiasten und andere Überlieferungen. Zu
1) ed. Alb. Dreseel p. 45, 17.
142 Scherniann, Propheten- und Apostellegenden.
dem Zeugenverhör kommt noch Cod. Pii 47 in Betracht, Avelcher
keinen Rest eines Jüngerkataloges aufweist. Da vielleicht dessen
Vorlage ebenfalls wie in A korrupt war oder auch nur fragmen-
tarische Ansätze enthielt, so mochte der Schreiber sie nicht der
Mühe oder der Erhaltung wert erachten, um dieselben eigens
beizufügen.
3. Dieselben Einwände, welche von den verschiedensten Ge-
lehrten gegen Epiphanius von Cypern als Verfasser der vitae
prophetarum gerichtet waren, übertrugen sich auch auf diese
Kataloge, soweit sie nicht mit den Dorotheustexten als eine
Textgruppe betrachtet wurden. Dies war meistenteils der Fall,
da nur der einzige Zeuge Paris. 1115 überhaupt den Namen
Epiphanius damit verband. Nur zwei Ausnahmen verdienen er-
wähnt zu werden, welche auch die Apostel- und Jüngerlisten
einem Epiphanius zuschreiben.
Die eine Ansicht, welche Oudin1 vertritt, geht dahin, daß
nicht Epiphanius von Cypern, sondern Epiphanius der Patriarch
von CPel (520 — 525) als Verfasser zu gelten habe. In der An-
gabe des Ps. Dorotheustextes sei der Anhaltspunkt dafür zu
suchen, wo der Presbyter Procopius aussage, daß er im Jahre 525
das Werk aus dem Nachlaß des angeblichen Dorotheus nieder-
geschrieben habe; in demselben Jahre, wo nach derselben Quelle
Papst Johannes nach CPel kam und damals noch Epiphanius
Patriarch war. So sei es nicht zu verwundern, daß das Werk,
im Auftrage des Epiphanius von CPel von Prokopius verfaßt,
irrtümlicherweise jenem von Cypern zugeschrieben wurde.
Gegen diese geistreiche These wandte sich schon Fr. De-
litzsch mit Gründen, welche durchschlagend sind. Nicht nur
nenne Procopius mit keinem Worte einen Epiphanius als Ver-
fasser, sondern es fehle auch im Epiphaniustexte der Haupt-
zankapfel, die vornicänische Bischofsliste, durch welche die
Apostolizität des C Politanischen Bischofsitzes erwiesen werden
sollte. Diese ist nur dem Dorotheustexte eigen. Ferner sei es
unmöglich, daß man später statt des Epiphanius von CPel ein-
fachhin Epiphanius von Cypern nenne. Diesen Gründen ist
1) Gas. Oudini, Cominentarius de scriptoribus ecclesiae antiquis illo-
rumque scriptis tarn impressis quam rnanuscriptis . . . Francof. 1722, tom. I,
p. 1387. Vgl. Fr. Delitzsch, De Habacuci prophetae vita atque aetate.
Accedit diatribe de Pseudodorotheo et Pseudepiphanio. Lipsiae 1S42. S6ff.
4. Überlieferungsgeschichte der Apostellegendeu. 143
ein weiterer beizufügen, welchen Delitzsch ohne genaue Kenntnis
der Streitfrage noch nicht einschätzen konnte. In den Mittei-
lungen über Andreas hatte der Dorotheustext im Gegensatz zu
jenem des Epiphanius, wie bereits erwähnt, darauf hingearbeitet,
die Reise des Andreas über Pontus nach Thracien zu schildern,
um es wahrscheinlich zu machen, daß Andreas nach Byzanz kam
und dort Stachys zum Bischof einsetzte. Dies wird aber im Doro-
theustexte schon bei Nennung des Stachys im Jüngerkataloge anti-
zipiert, so daß das korrespondierende Glied, die Mitteilung über
Andreas, danach redigiert werden mußte. Hätte nun unser Epi-
phaniustext dem Zwecke dienen sollen, den Oudin vermutet, so
wäre er in nichts behilflich gewesen, da er nichts von der Ab-
sicht einer solchen Fälschung weder bei Andreas, noch im reinen
Jüngerverzeichnis1 aufweist. Außerdem bezeichnet Epiphanius
Monachus den Bischof von Cypern ausdrücklich als Verfasser des
Textes in seiner heutigen Gestalt. Oudin hatte vielmehr die Ten-
denz des Dorotheustextes bereits auf den Epiphaniustext über-
tragen, welcher überhaupt nur den ersten Versuch einer legen-
darisch ausgebildeten Apostelreihe und einer Sammlung der 70
Jünger darstellt, ohne eine weitere Absicht zur Schau zu tragen.
Eine zweite Meinung, welche Delitzsch2 vorträgt, verdient
Erwähnung. Ebenso wie keine gewichtigen Gründe nach ihm
dagegensprechen, die Verfasserschaft der vitae prophetarum durch
Epiphanius zu bestreiten, ebensowenig könne man die Abfassung der
Apostel- und Jüngerlisten in Abrede stellen, zumal auch Delitzsch
als Verfasser des Hippolyttextes wirklich an Hippolyt von Rom
denkt. Gegen Delitzschs Annahme sprechen diesmal innere
Gründe. Die einzelnen Legenden, welche über die Apostel in
dem Texte erwähnt werden, lassen eine verhältnismäßig so frühe
Abfassungszeit am Schlüsse des 4. Jahrhunderts nicht zu, eben-
sowenig die Jüngerliste, welche doch schon die Sitze, welche die
einzelnen Jünger nach der Handauflegung durch die Apostel er-
halten haben sollen, enthält. Die Anzeichen einer solchen ent-
wickelten Form verraten eine weit spätere Zeit, wie sich noch
zeigen wird. Wir dürfen demnach überhaupt nicht an Epiphanius
1) Stachys findet sich nur in dem Jüngerkatalog des nach Dorotheas
redigierten Vindob. theol. gr. 77.
2) De Habacuci proph. vita etc. S. 97. 79. 77 f.
144 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
von Cypern als Verfasser denken. Die ihm zugeschriebenen
Apostel- und Jüngerkataloge entstanden in Syrien, wo unter
seinem Namen schon die vitae prophetarum im Umlauf waren,
denen solche ursprünglich anonyme Apostellegenden unter xov
avxov angehängt wurden.
§ 43. Der sog. Dorotheustext.
1. So ziemlich in allen HSS und gedruckten Texten wird
als Verfasser ein Märtyrer Dorotheus, Bischof von Tyrus in der
ersten Hälfte des 4. Jahrh. lebend, angegeben, über dessen Per-
sönlichkeit wir bei Gelegenheit des geschichtlichen Exkurses,
welcher im Texte eingestreut ist, zu sprechen kommen. Vorerst
ist nur eine HS bekannt, welche die Autorschaft einem andern,
nämlich Kosmas Indikopleustes zuweist: Cod. Athous Iviron. 60
(s. XII) f. 191. Die dem Dorotheustexte vorangehende übliche
Einleitung wird auch hier wiedergegeben mit der Abänderung,
daß einfachhin statt des Namens Dorotheus Kosmas Indikopleustes
eingesetzt wurde1.
2. Die handschriftliche Bezeugung geht bis in das 10. Jahrh.
zurück. Alle HSS und gedruckten Texte haben das Apostel-
verzeichnis erst an zweiter Stelle nach dem 70 Jüngerkataloge
und dem beigefügten sog. geschichtlichen Exkurs über die Ge-
schichte des Bistums CPel; nur zwei HSS weichen davon ab:
Coisl. 224 (saec. XI) (B) und Vindob. th. gr. 34 (Nessel 302)
(saec. XI) (B1), welche aber einen Text darstellen und darin eine
eigenmächtige Änderung aufweisen. Hierfür spricht die dritte HS
B2 = Baroc. 206 (s. XIII) derselben Recension, und besonders
b=Vallic. 47 anni 1425, welche mit BB1 sonst genau überein-
stimmt, also wohl die Vorlage von BB ' wiedergiebt; dafür spricht
ferner die Angliederung der 12 Apostelliste an den sog. Prolog,
in welchem BB1 gegen alle andern Textzeugen also liest:
Alle HSS außer BB1: kv tcq(6- B: xal jiqcoxov fisv Xsysi
xoiq tusi> xovc o' nad-rjxaq, uvat jieqX xcöv iß' . tsieixa sregl
liyei. xcöv o ' .
Demnach repräsentiert BB1 nicht vielleicht eine frühere Gestalt
1) Nach Mitteüung von Ph. Meyer bei R. A. Lipsius, Ergänzungs-
heft S. 3.
4. Überlieferungsgeschichte der Apostellegenden. 145
analog dem sog. Epiphaniustexte, sondern ist eine spätere
freie Redaktion des Dorotheustextes, verursacht womöglich durch
den Schreiber der HSS selbst. Schon bei der ersten Ausgabe
des Dorotheustextes durch den Fälscher war die Anordnung ge-
troffen, daß das Jüngerverzeichnis vorangestellt werde, da in ihm
sich das Ausschlaggebende vorfinden sollte, die Einsetzung des
Stachys zum ersten Bischof von Byzanz durch Andreas. Erst
daran konnte sich die weitere Bischofsliste in den geschicht-
lichen Einlagen anschließen.
Dadurch wird aber auch die von H. Geizer1, Fr. Fischer
und R. A. Lipsius verfochtene These, daß die Recension im
Cod. Vindob. theol. gr. 77 die eigentliche Grundschrift des ganzen
Dorotheustextes darstelle mit Ausnahme des eingeschobenen
Bischofskataloges von Byzanz, umgestoßen. Wie bereits erwähnt,
gehört der Apostelkatalog der in Frage stehenden HS gar nicht
dieser Textgruppe an, sondern wurde erst später mit der Ein-
leitung des Dorotheustextes versehen. Auch das Jüngerverzeichnis
wurde danach redigiert, wobei aber das fragmentarische des
Epiphaniustextes wohl noch zu erkennen ist. Da Cod. Vindob.
eine späte HS (saec. XIII exeunt.) ist, so wäre es höchst auffallend,
wenn sie unter der sonst guten Bezeugung von 20 HSS eine
Ausnahme machen würde und der beste Zeuge wäre. H. Geizer
spaltet den jetzigen Dorotheustext auf Grund seiner Annahme
in zwei Teile: einer Grundschrift des sog. Prologes, des 71) Jünger-
und Apostelkataloges, welche in Cod. Vindob. theol. gr. 77 vor-
liege, und in den Teil eines Fälschers, der die Bischofsliste von
Byzanz beifügte und zwischen Jünger- und Apostelliste einschob.
An der Einheitlichkeit des Dorotheustextes ist aber nicht zu
zweifeln, da die Tendenz, welche auf den Beweis der apostoli-
schen Gründung des Bischofssitzes Byzanz abzielt, alle Teile in
gleicher Weise umfaßt. Der am meisten nach dieser Richtung
in die Augen springende Teil ist allerdings die eingeschobene
Bischofsliste, welche in Vindob. nicht aufgenommen wurde.
Dieses Fehlen ist aber nur ein zufälliges; denn gleich nach dein
Dorotheustexte wird in derselben HS die Patriarchenliste von
Stachys bis Kosmas Hierosolymitanus 10S1 wiedergegeben2, was
1) In Fr. Fischer, De patriarcharum CPolitan. Datalogis [Common-
tat. philo]. Jenons. t. 1IIJ. Lipshie 1884, 273.
'_') Fischer a. a. 0. 274.
Text.: u. Untersuchungen etc. 31,3 10
146 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
die Kenntnis des ganzen Dorotheustextes verrät, da die Patriarchen-
liste ja auf dem dorotheanischen Bischofskataloge aufgebaut ist.
Ferner macht Geizer und nach ihm Fischer geltend, daß der
Titel oder vielmehr der sog. Prolog am besten in Vindob. mit
dem folgenden Textkomplexe übereinstimme; denn darin werde
des Bisch ofskataloges nicht Erwähnung getan, sondern nur des
Jünger- und Apostelkataloges. Allein dieses argumentum ex
silentio ist nicht zwingend, so daß man annehmen müßte, daß
den eigentlichen Text nur die o' f/a&-?]rai und die axoOxoXoi
ausmachen würden; vielmehr mochte der Fälscher bewußt die
Ankündigung der zwischen beiden Reihen stehenden Bischofs-
liste unterlassen haben, um umsoweniger die erste Aufmerksam-
keit darauf zu lenken. Ein gewichtiger Grund dafür, daß Vindob.
erst später nach Ps. Dorotheus redigiert wurde und nicht eine
Grundschrift darstellt, liegt dann wiederum in der Reihenfolge
der Apostel- und Jüngerliste, welche in der Ordnung des Epi-
phaniustextes beibehalten wurden, so daß der sog. Prolog des
Dorotheustextes danach geändert werden mußte.
Doroth.: ^vyygajjiia kxxlrj- Vindob.: AcoQo&tov..Ovvoiptg
OiaOnxov jcsqI rmv o (icc&rj- elg rovg ßlovq xcu xa rilrj rmi>
rcov. AcoQo&iov xrX. axooroXcov xcä rmv jiQO(pi]TCQV.
Ein weiterer Grund, der widerstreitet, in Vindob. th. gr. 77
die Grundschrift des Dorotheustextes zu erblicken, besteht in
dessen Verwandtschaft mit Cod. Baroc. 142 (saec. XIV), welcher
nach der anonym eingeführten Apostelliste des sog. Epiphanius-
textes den Prolog des Ps. Dorotheus, die Jüngerliste und den
Bischofskatalog von Byzanz mitteilt. Beide HSS haben die ge-
schichtliche Tatsache, daß Dorotheus unter Diokletian gemartert
wurde, welche sich auf Euseb. h. 1. VIII 1, 13 stützt, an die Spitze
gestellt, während sie in den Dorotheushandschriften bedeutungs-
los nachfolgt. Eine weitere Verwandtschaft liegt in der Anord-
nung der Texte in beiden HSS und wurde schon in dem
Epiphaniustexte festgestellt. Daraus ist allerdings noch nicht
der Schluß zu ziehen, daß Cod. Vindob. und Baroc. unmittelbar
voneinander abhängen; denn Baroc. hört mit dem sog. Prolog
schon vor der Schwesterhs Vindob. auf, welche noch die Über-
leitung zu der Apostelliste in stark verkürzter Form gegenüber
4. Überlieferungsgeschichte der Apostellegenden. 147
den übrigen Dorotheushss bringt. Dennoch kann man sich denken,
daß beide HSS auf eine gemeinsame dritte HS zurückgehen, in
welcher die Apostelliste des Epiphaniustextes vorausgeschickt
war, dann der dorotheanische Prolog mit dem Jüngerverzeiclinis
folgte. Der Redaktor von Cod. Vindob. stellte nun noch den
Prolog mit entsprechender Abänderung vor die Apostelliste.
Jedenfalls ist die nahe Beziehung des Vindob. zu dem verhältnis-
mäßig jungen Baroc. kein gutes Zeichen für eine Ursprünglich-
keit des Prologes bei ersterem Textzeugen.
Immerhin bedarf eine dadurch gestellte Frage erneuter
Aufmerksamkeit: ob der geschichtliche Exkurs über die vor-
nicaenischen Bischöfe von Byzanz schon bei Ausgabe des
Dorotheustextes über die Jünger und Apostel des Herrn dem-
selben beigegeben war. nachdem im Prologe seiner nicht Er-
wähnung geschieht und nur eine sehr geringe Anzahl von HSS
(4 von 21) denselben überliefern? Die Frage muß entschieden
bejaht werden, wenn auch die frühe Verbreitung dieses Teiles
durch die Chronographia brevis des Patriarchen Nikephorus
(c. 806 — 828) infolge der zweifelhaften Autenticität der letzteren
nicht sicher bestimmt werden kann. Dagegen zeigen die HSS,
daß sie öfters nur der Kürze halber den mittleren Teil auslassen,
da sie an den verschiedensten Stellen derselben abbrechen, um
dann vor Beginn des Apostelkataloges wieder einzusetzen. Diese
fragmentarischen Anfangs- und Schlußstücke sind sichere Zeichen
dafür, daß den HSSschreibern der ganze geschichtliche Exkurs
vorlag. Da derselbe im vorausgeschickten Programm nicht ge-
nannt war, so mochten sie sich um so eher berechtigt fühlen,
denselben zu unterdrücken. Lassen nun HSS des 10. Jahrhunderts
bereits diesen Teil vermissen, so konnte die Anzahl solcher spä-
teren HSS eine ziemlich beträchtliche werden. Ein Zweifel, ob
die HSSklasse Aaa1 [und C1] (Paris. 237; Casanat, 334; Athous
Laur. 34 K; Monac. 211) wirklich schon den Exkurs in der Vor-
lage hatte, wäre berechtigt, weil sie an einer Stelle abbrechen,
welche ein abgeschlossenes Ganze ohne die Bischofsliste von CPel
darstellt, und an einer Stelle beginnen, welche einzig zum
folgenden Apostelkatalog überleitet, wenn nicht Aa1 lesen würde:
vjtoxarubv ös ... tutra rr/v rtöv Ijiloxojicov vov Bv£av-
riov axctQi&firjÖlV xz/... was allerdings C nicht enthält. Da
aber letztere HS mehrere lu-censionsgenossen mii der Bisch ofs-
10*
148 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
liste hat, so kann auf ihre Zeugenschaft verzichtet werden. Da-
mit ist aber nicht ausgeschlossen, daß der Bischofskatalog auch
separat überliefert und die erste Anregung wurde, ihn mit Auf-
zählung der Bischöfe nach dem Nicaenum später weiterzuführen.
3. Die HSS sind in der Textwiedergabe ziemlich überein-
stimmend. Neuredaktionen wie bei Ps. Epiphanius, wo in dem
Apostelverzeichnis neue Namen eingeführt, andere ausgelassen
wurden, gibt es hier nicht. Auch die bisherigen Ausgaben
weichen nicht stark ab; beinahe alle berohen auf der ersten
Ducange's1, welche die HSS „Reg. 2760 und 2819" benützte, von
welchen die eine heute unter Coisl. 224 (B) registriert ist. wäh-
rend die andere HS nicht sicher bestimmbar, nach den ange-
gebenen Varianten zwischen Coisl. 205 (C) oder 209 (D1) oder
258 (e) schwankend ist. Gleichzeitig hatte Guil. Cave2 größere
Proben des Textes aus zwei HSS Baroc. 142 und 206 mitgeteilt.
Während Jo. Alb. Fabricius3 unsern Text aus dem Anhang des
Chronicon Paschale i. J. 1714 abdruckte, hatte L. Dindorf bei
Neuauflage des Chronicon Paschale noch einen Cod. Leidensis
Voss. 46 [?] (saec. X — XI) benützt, dessen Varianten ihm Geelius
mitgeteilt hatte. Eine zweite Kollation dieser HS, durch E. Preu-
schen vorgenommen, zeigte aber, daß die verschiedenen Lesarten
nicht immer richtig angegeben waren.
Die HSS lassen sich in fünf Klassen einteilen, von denen
die Grundhss der ersten vier auf den Prototypus zurückgehen,
während der fünften Klasse keine Selbständigkeit zukommt. Die
HSS 51, ß, (S überliefern nur die Apostelliste, wobei (E und (S
ausdrücklich den angeblichen Dorotheus als Verfasser nennen,
2)2) *2)2 nur die Jüngerliste.
A = Paris. 237 saec. X fol. 242v.
a == Casanat. 334 saec. XV— XVI fol. 325.
a1 = Athous Laur. 34 K saec. ignoti fol. 247,
1) Im Anhange der Ausgabe des Chronicon Paschale, Lutet. 1688
p. 426—436; wiederholt Venedig 1729, 342—350.
2) Guil. Cave, Scriptorum ecclesiasticorum Historia literaria a Christo
nato usque ad saec. XIV. Londini 168S, I. Vol. p. 144 ff ad annum 303.
3) De vita et morte Mosis libri tres cum observationibus Gilb. Gaul-
mini. Accedunt I Pseudodorothei Tyrii et aliorum apospasmata etc. Cum
praefatione Jo. Alb. Fabricii, Hamburgi 1714, p. 470—
4. Überlieferungsgeschichte der Apostellegenden. 149
% = Ottobon. 167 saec. XIV fol. 147,
B = Coisl. 224 saec. XI fol. 8V,
B i == Vindob. theol. gr. 34 (Nessel 302) saec. X— XI,
B2 = Baroc. 206 saec. XIII fol. 124,
b = Vallic. 47 anni 1425 fol. 69,
C = Coisl. 205 saec. XI fol. 258,
C1 = Monac. 211 saec. XI fol. 218,
(£ = Vatic. 1974 saec. XII— XIII fol. 4V,
D = Leidens. Voss. 46 saec. X— XI fol. 46,
Di = Coisl. 209 saec. XI fol. 260,
D2= Laurent, plut. IV 32 saec. XI fol. 3,
2) = Baroc. 142 saec. XIV fol. 288,
£)i=Matritens. 105 saec. ignoti fol. 37v,
©2= Anibros. 484 (L. 49 sup.) saec. XIII fol. 118,
d = Iviron. 60 saec. XII fol. 191,
d1 = Napol. II C 34 saec. XV fol. 137,
6 = Ottob. 408 saec. XVI fol. 144v (copia cod. d1),
d2 = Athous Laur. 38 Q saec. ignoti,
d3 = Athous Dionys. 120 saec. XIV,
d4 = Athous Esphigm. 87 saec. XV fol. 506,
d5 = Ambros. 445 (H 104 sup) anni 1434 fol. 157,
E = Paris. 1085 saec. XI fol. 267,
e = Coisl. 258 saec. XII fol. 212,
ei = Napol. II AA 27 saec. XVI fol. 315v,
© = Ottob. 268 saec. XVI fol. 43,
V = Vindob. theol. gr. 77 saec. XIII fol. 259 (prolog. et
epilog.),
p = editio Chronici paschalis per L. Dindorf, Bonnae
1832 Vol. II 120 ff,
c = Guil. Cave, script. eccl. hist. Liter, a Christo nato
usque ad saec. XIV. Londini 1688 I 114 f (prolog.
epilog. index XII apostolorum,
f = editio Fabricii, De vita et morte Mosis libri tres
cum observationibus Gilb. Gaulmini. Cum prae-
fatione Jo. Alb. Fabricii 1714, 477—480.
§ 44. Anhang: Über die Taufe der Apostel und Maria.
In Cod. Coisl. 224 (saec. XI) folgt fol. 12v einem Teile des
Dorotheustextes über die Apostel ein Fragment, welches liber
150 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
die Taufe der Apostel und der Gottesmutter handelt. Es wird
einem Sophronius beigeschrieben: svQOfiev ovv Iv xotq vjto-
f/vrjfiaoi xov ayiov J£co<pQoviov. In einer zweiten HS Vindob.
theol. gr. 34 l, welche mit der ersten auf dieselbe Vorlage zurück-
geht oder sogar mit derselben direkt verwandt ist, findet sich
ebenfalls dieser Text.
Es handelt sich hier um eine Zusammenstellung von Ant-
worten auf zuvor gestellte Fragen. Die Antworten wurden aus
vuroßv/j/jata des Sophronius genommen, welche als Fragment
eines Enkomiums auf Johannes Evangelista, das dem Patriarchen
Sophronius von Jerusalem zugeschrieben wird, in den Menaeen2
und Synaxarien3 zum 8. Mai aufbewahrt sind. „Der vollständige
Text der Lobrede ist noch nicht aufgefunden."4
Die erste Ausgabe unseres Textes veranstaltete Ducange5
aus Cod. Paris, gr. 1712, wo er der Chronik des Ps. Symeou Logo-
theta unter dem Lemma tov ev ayloiq 0£o6coqitov sjuöxojiov
Tvqov einverleibt ist. Der Herausgeber und ebenso J. A. F a b r i ci u s6
1) Petri Lambecii Haniburgensis, Comnientariormn de augustissinia
ßibliotheca Caesarea Vindobonensi, liber tertius. Editio altera studio et
opera Adami Francisci Kollarii, Vindobonae 1776, 138 f. Wiederum be-
schrieben in Casimiri Oudini, Coimnentarius de scriptoribus ecclesiae
utriusque illorumque scriptis tarn irnpressis quam manuscriptis, Francof.
1722, 1382-138S. Bereits von Cotelier erwähnt: SS. Patrum, qui tem-
poribus Apostolicis floruerunt . . . opera. J. B. Cotelerius . . Nov. edit . .
Joa. Clericus, editio altera. Vol. I. Amstelod. 1724 p. 120. Teilweise Aus-
gabe des Encomiums p. 280 nota 5 und p. 119 e cod. „2216" fol. 124.
2) Menologium Graecorum tom. II BißXior xov MaCoq [xijvöq nsydyov
rtjv HQtnovoav avxöj änaaav äxolov&lccv. ^Eveilrjoir, acpnr]' (1588) fol. S
(p. 35) unter dem Lemma 2aj<pQorlov.
3) Hipp. Delehaye, Synaxarium CPolitan. [Propylaeum ad Acta
Sanctorum Novembris] p. 663, 8 f.
4) Diekamp, Hippolytos a.a.O. S. XXXI gibt noch weitere Aus-
gaben und HSS des Auszuges des Encomiums an. Derselbe ist auch in
einer schon im 10. Jahrh. bezeugten Redaktion der Chronik des Hippolytos
von Theben (Text IV c. 3, 5 — 13; Diekamp p. 20, 5 — 21, 2) aufgenommen.
Weitere HSS auch bei Cotelier p. 120, wo auch jene im Chronicon des
Ps. Symeon Logotheta als „cod. ms 2363" erwähnt ist.
5) Chronicon Paschale p. 438. ed. alt. L. Dindorf Vol. n. Bonnae
1832, 144. (Migne Patr. gr. 92, 1076.)
6) De vita est morte Mosis, Cum praefatione Jo. Alb. Fabricii, p. 552
4. Überlieferungsgeschichte der Apostellegenden. 151
glaubten, um der Wirklichkeit gerecht zu werden, Tvqov
in Kvqov abändern zu müssen. In der Tat hatten sie sich
damit von der Vorlage ihrer Handschrift mehr entfernt, als
sie ahnten. Da in der HS der Chronik offenbar die Quelle mit
der besagten Bezeichnung angegeben werden sollte, so war
&£odcoQr]Tov doch wohl nur eine Verstümmelung von Acogo&tov,
welcher ja nach dem vorausgeschickten Martyrium Bischof von
Tyrus war. Nachdem nun einmal Ps. Symeon Logotheta das
Apostelverzeichnis und die Jüngerliste aus unserem Dorotheus
gekannt und umgestaltet hatte, diente ihm dieselbe Quelle zur
Herübernahme der Beantwortung der Fragen über die Taufe der
Apostel und der Gottesmutter.
Während das Fragment des Encomiums sich „als eine knappe,
excerptartige Zusammenfassung aller Nachrichten über Johannes
bis zu seiner Übersiedlung nach Ephesus" * darstellt, hatte unser
Kompilator ein anderes Interesse. Ihm war es darum zu tun,
die mit den vorhergehenden Apostel- und Jüngerverzeichnissen
zusammenhängenden Fragen, von wem und wie die Apostel ge-
tauft und geweiht wurden, und wie sie diese Gnaden auf andere
(die Jünger) übertragen konnten, zu beantworten. Dabei war
ihm das Encomium des Sophronius sehr erwünscht; allein er
mußte die Notizen aus demselben seinem Zwecke entsprechend
ausheben und zusammenzustellen. Während in dem Encomium
das Verwandtschaftsverhältnis des Theologen zum Herrn voran-
stand, dann dessen und der andern Apostel Taufe Erwähnung
fand, ferner von der dreifachen Sohnschaft des Johannes, von der
Taufe der Madonna durch Petrus und Joannes die Rede war,
hatte unser Kompilator die Taufe der Apostel und Maria zu-
sammengestellt, dann den Titel, daß Johannes ein Vetter (aveipioo)
des Herrn sei, mit der folgenden Verwandtschaftsreihe begründet
und am Schlüsse die absurde Erwähnung, daß Johannes drei
Mütter gehabt habe, beigefügt. Die Sätze wurden daher aus dem
Encomium frei ausgehoben und von dem Kompilator meist mit
öxi (= :) wörtlich angeführt.
mit lateinischer Übersetzung nach dem Kataloge von Lambecius (erste
AuHage tom. III p. 53). Vgl. Kollarius in der Neuautlage des Lambecius-
schen Kataloges tom. III p. 138 nota A.
1) Diekamp p. XXX f.
152 Schermann, ■ Propheten- und Apostellegenden.
Lambecius1 hatte bei seiner Ausgabe unseres Textes an-
gemerkt, daß eine Verwandtschaft mit der Chronik des Hippolyt
bestehe. Diese kann sich aber offenbar nur auf solche Texte
der Chronik erstrecken, welche mit den Fragmenten des Sophro-
nius interpoliert sind. Das ist die vierte von Diekamp aufge-
zählte und edierte Textgestalt, in welcher in c. 3, 5 — 13 (Die-
kamp p. 20) das Stück wohl zum Zweck der Korrektur der
Hippolyteischen Sätze eingeschoben ist. Lambecius mag dem-
nach diese Gestalt der Chronik, welche schon im zehnten Jahr-
hundert bezeugt ist, im Auge gehabt haben.
Allerdings hat unser Text oder der des Sophronius mit den
echten Fragmenten der Chronik Berührungen, welche aber bei
näherem Vergleich ebensoviele2 Differenzen wie Gemeinsames auf-
weisen, z. B. in der Aufzählung der Kinder Josefs, wo zwar jeweils
[chron. Hipp. I c. 6, 1 — 2 (Diekamp S. 7, 6 — 9)] die vier Söhne
gleichmäßig benannt werden, während das Encomium noch drei
Töchter, Hippolyt aber nur zwei ihm zuschreibt. An solche Parallelen
dachte wohl Lambecius nicht, wohl auch nicht an den interpo-
lierten Text V3 (c. 2, 5, Diekamp p. 27, 5), woselbst die Mit-
teilung über die Taufe der Apostel und der Jungfrau aus einem
Briefe, „Licht" betitelt, des angeblichen Evodius4, Bischofs von
Antiocheia, gemacht wird. Auch hier sind, wenn auch geringe,
Unterschiede mit unserm Texte wahrzunehmen, noch mehr bei dem
zweiten Zeugen, Nikephorus5 Callisti Xanthopulus, der in seine
Kirchengeschichte (1. 2, 3) dieses pseudonyme Fragment mit einem
Stück der Chronik des Hippolyt aufnahm. Der sog. Sophronius
hatte seine Sätze über die Taufe der Apostel nicht aus Ps. Evodius6
1) Commentar. usw. tom. III p. 138 A.
2) Hierbei weiß Hyppolyt nichts von Salome, der Tochter Josephs,
auch nennt er überhaupt nicht die Mutter der Zebedaiden. s. Diekamp,
p. 119.
3) „Die durchgreifendste Überarbeitung" der Chronik in Cod. Barocc.
142 s. Diekamp p. XXXIV.
4) Über die Stellung des Fragmentes zur Evodiusliteratur s. Die-
kamp p. XXXVI ff.
5) Migne P. gr. 145, 757; vgl. Lipsius II 1, 10. Der Ps. Evodiustext
hier verderbt; s. Diekamp p. XXXVII Anm. 2.
G) Hier einige Unterschiede mit Sophronius s. Diekamp S. 121 f.
4. Überlieferungsgesehichte der Apostellegenden. 153
genommen, sondern nach aller Wahrscheinlichkeit aus des Jo-
hannes Moschus1 pratum spirituale c. 176.
Demgemäß müssen wir annehmen, daß Lambecius die Ver-
wandtschaft zwischen unserm Appendix und der Chronik des
Hippolyt nur auf Grand der Aufnahme des Encomiumsfragmentes
des sog. Sophronius in den interpolierten Hippolyttext IV fest-
stellen konnte.
§ 45. Der sog. Hippolyttext.
Der erste Zeuge dieses Textes liegt in der Chronik des
Georgias Monachus Hamartolus (c. 866 abgefaßt) vor, der unter
dem Namen des Hippolyt von Rom die vita des Joannes des Evan-
gelisten mitteilt. Allerdings könnte man darüber streiten, ob ihm
unser Text vorlag; denn der Unterschied der beiderseitigen Viten
ist beträchtlich, wie die folgende Gegenüberstellung zeigt:
Hipp, de XII apost.: 'lcoavvr]g Georg. Mon. chron. (ed. C. de
ev 'Joia vjco Ao[i£xiavov xov Boor II 447, 22 — 448, 6): 7co-
ßaOcXicoq e^oqiö&eiq ev Ilaxfico dvvrjc o aÖEXcpoQ 'laxcoßov xtj-
xr\ vfjöcp, ev ?j xcä xb Evayyi- qvööcov ev xrj 'Aöla xbv
Xiov ovvEyodipaxo, xcä xrjv Xoyov E^coQio&t] ev Ildx^cp
ctJioxaXvipiv s&eaöaro, EJtl xfj vrjöcp vstb JofiExiavov ßaöi-
Tqccicwov exoifirj&rj ev 'EcpEöco, XECoq 'Pcofiaicov, xaxti&EV
ov xo Ashpavov C^xrjd-hv ov>x jcgXiv elq EcpEöov ex x rj q
evqe&tj. sgogiaq ävaxXi]&elq vjtb
Negova xcä xb xax avxbv
EvayytXiov ovyyoaipdfJEvoq, tv-
&cc xcä xtjv ctJtoxaXvipiv &saod-
fievoQ exeXevxjjoev, ov xb Xe'l-
IpaVOV OV% EVQE&T).
Der Unterschied liegt nicht bloß im Umfang, sondern auch im
Inhalt. Nach der Stelle des Hippolyt in der Chronik des Geor-
gias Monachus schrieb Johannes erst nach der Rückkehr von
Patmos, welche unter Nerva stattfand, in Ephesus das Evan-
gelium und die Apokalypse, nach unserm Texte dagegen auf
Patmos während der Verbannung. Da jedoch Georgius Monachus
1) Migne Patr. gr. 87, 3, 3045 D, der seinerseits als Quelle das 5. Buch
der Hypotyposen des Klemens angiebt, s. Diekamp p. 120 u. Anm. 2.
154 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
ausdrücklich bemerkt, daß er die Schilderung der Mission und
des Todes der Apostel1, welche Hippolyt von Rom gab, vor sich
habe, so muß er den Bericht des Hippolyt mit andern Nach-
richten vermischt haben, trotzdem er die ganze Stelle durch tfpr)
als wörtliches Zitat einführt. Auch die übrigen Paralleltexte des
Dorotheus usw. berühren sich nicht mit den Zusätzen bei Georgius.
Die Mehrzahl der HSS des sog. Hippolyttextes2, darunter
eine, welche die Entstehungszeit des Traktates fast erreicht —
Coisl. 120 saec. X — , bezeichnen den Verfasser einfacbhin mit
Hippolyt, ohne ihn durch ein Beiwort zu kennzeichnen. Nur
zwei späte HSS des 16. bis 18. Jahrhunderts nennen ihn Mär-
tyrer. Dagegen hat ein Mischtext aus Ps. Dorotheus und unserm
Hippolyt, dessen ältester Zeuge Cod. Petropol. 254 (anni 1111),
Hippolyt von Rom als Verfasser genannt. Die ersten Heraus-
geber schienen auch das Apostelverzeichnis, welches vorerst nur
bekannt war, ihm zuschreiben zu wollen: Fr. Combefis, Steph.
le Moyne, J. A. Fabricius; später dachte Gallandi daran, unter
die Schriften des Hippolyt von Theben die Kataloge einzureihen.
In neuerer Zeit sprach sich Delitzsch3 wiederum für Hippolyt
von Rom aus: „ego vero eos a Portuensi Hippolyto confectos
esse posse . ., contendere non vereor". Die Berechtigung und
Begründung seiner Behauptung, daß man im Hippolyttexte die
Grundlage der dorotheanischen Synopsis zu betrachten habe, wird
alsbald besprochen werden. Unter den Forschern der letzten
Zeit Bardenhewer, Diekamp, Harnack, Lipsius. dachte keiner mehr
ernstlich an Hippolyt von Rom; Harnack, Lipsius, Lightfoot4
dagegen andrerseits an Hippolytus von Theben, dessen dunkle
Gestalt durch Diekamps5 Untersuchungen inzwischen in helleres
1) 6 . . 'innöXvTOi 'Pä>/jU]q neQt xov xtjQiy/uaToq xal xT/q re?.siü>oeio.;
t(bv anoarö).(uv öiet-iuiv.
2) Fr. Delitzsch, De Habacuci prophetae vita atque aetate. Lipsiae
1842, 77 nennt fälschlicherweise als Zeugen unseres Textes Georgios
Kedrenos, Theodoros Metochita und Michael Glycas, was teilweise für
die Chronik und einzelne Redaktionen derselben des Hippolyt von Theben
gut. Vgl. Diekamp, Hippolytos von Theben, Texte und Untersuchungen,
Münster 1898, XLI.
3) Vgl. Diekamp p. LIX.
4) Ebenso Max Treppner, Das Patriarchat von Antiochien von
seinem Entstehen bis zum Ephesinum 431, Würzburg 1891 S. 212.
5) Fr. Diekamp, a. a. 0. p. LlXf u. 42 f.
4. Überlieferungsgeschichte der Apostellegenden. 155
Licht gestellt wurde. Derselbe Forscher, der zwar nur nebenbei
unsern Text in den Bereich seiner Studien zog, konnte noch eine
HS Cod. Mosq. bibl. synod. 186 (Vladimir 430) s. XII namhaft
machen, welche ihn ausdrücklich dem Thebaner zuschrieb: et-rj-
yt]öig 'IjijcoXvtov Orjßaiov Jiegl rcöv [lad-ijTcöv xr).. Vielleicht
wäre noch eine zweite HS zu nennen, Cod. Escurial. i2 — IV — 16,
wenn wir die Notiz des Kataloges1 zu fol. 206: „Extrait de la
chronique d'Hippolyte le Thebain sur les disciples du Seigneur"
als wörtliche Übersetzung des griechischen Titels nehmen dürften.
Trotz der sonst zahlreichen Bezeugung dieses Textes ist vorerst
keine weitere HS2, welche in diesem Falle zu Rate gezogen
werden könnte, ausfindig zu machen. Auf den Verfasser und
demnach die Abfassungszeit des Textes nach äußern Kriterien
zu schließen, dafür sind nicht genügend Anhaltspunkte vorhanden.
Innere Kriterien zur Einschätzung des Hippolyttextes stehen
uns zwei zu Gebote: dessen Verhältnis zur Chronik des Thebaners,
soweit aus den Fragmenten der letzteren sich ein solches fest-
stellen läßt, und dessen Beziehung zu dem sog. Dorotheustexte.
Erstere Untersuchung führte schon Diekamp, der sich aus den
wenigen Anhaltspunkten nicht entschließen konnte, dem Thebaner
Hippolyt in der nun vorliegenden Fassung den Apostel- und
Jüngerkatalog zuzuschreiben. „An den wenigen Punkten näm-
lich, an denen die Verzeichnisse sich mit der Chronik Hippolyts
berühren, sind Differenzen zu konstatieren", in der Datierung
der Bekehrung und Taufe des Saulus und in den Umständen des
Todes oder der Selbstbestattung des Apostels Johannes. Diekamps
Hoffnung auf etwaige Auffindung eines Textes, welcher mit den
Angaben der Chronik mehr harmonierte, erfüllte sich vorerst nicht.
In der Bestimmung des Verhältnisses des Ps. Hippolyt zum
sog. Dorotheustexte kann es sich nur um zwei Möglichkeiten
handeln: ist Hippolyt von Dorotheus abhängig oder umgekehrt,
da eine dritte Möglichkeit, beide gehen auf einen gemeinsamen
Text, ev. den sog. Epiphaniustext, zurück, ausgeschlossen ist.
1) E. Miller, Catalogue des manuscripts grecs de la bibliotheque
de l'Escurial. Paria 1848, 491.
2) G-allandi, BibliothecaVeterum Patrum antiquorumque scriptorum
erclesiiistieormn T XIV stellt die indices apostolorum diseipulorumque
unter den Namen dos Hippolyt von Theben p. 117, ohne sich auf HSS
stützen zu können.
156 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
Den Ausschlag gibt das Jüngerverzeichnis. Ps. Epiphanius hat
keinen ausgebildeten 70 Jüngerkatalog, in der Tendenz des Ps.
Dorotheus lag es fernerhin, unter den 70 Jüngern Stachys als
Bischof von ßyzanz aufzuführen, wobei wohl auch die Vollzahl
von 70 Jüngern erreicht werden sollte. Die Jüngerliste des
Hippolyt schreitet aber mit der dorotheanischen gleichmäßig fort,
nur daß die letztere den Quellennachweis der Erwähnung des
einzelnen Jüngers in den paulinischen Briefen oder andern neu-
testamentlichen Schriften zwischen den Namen des Jüngers und
dessen Bischofssitz einreiht, d. h. die vollere Form hat. Der
Hippolyttext hat dies offenbar, weil überflüssig, weggelassen, da-
gegen bewahrt er den springenden Punkt ruhig bei; er nennt
Stachys sjiloxojtog BvCavzlov. Da wohl ein griechisches Jünger-
verzeichnis vor dem des Ps. Dorotheus nicht in der Vollzahl
existierte und der Hippolyttext mit jenem des Dorotheus zweifellos
den für letzteren charakteristischen Satz: Stachys Bischof von By-
zanz, gemeinsam hat, so ist in diesem Teil des Hippolyttextes
eine Abhängigkeit von Ps. Dorotheus sehr wahrscheinlich.
Anders verhält es sich mit dem legendarischen Apostel Ver-
zeichnisse. Eine auffallende Erscheinung ist es schon, daß im
Hippolyttexte im Gegensatz zu Ps. Dorotheus der 12 Apostel-
katalog an erster Stelle steht und die 70 Jüngerliste nachfolgt.
Ferner deckt sich das Apostelverzeichnis des Hippolyt nicht ganz
mit dem des Dorotheus, und scheint hierin fremden Einflüssen,
wohl syrischen, hauptsächlich in den letzten vier Apostelnamen,
unterlegen zu sein. Im übrigen ließ sich nicht ein einziges Mal
eine ursprünglichere Fassung gegenüber Ps. Dorotheus nach-
weisen, welche nötigen würde, vielleicht Ps. Epiphanius als erste
Quelle des Hippolyt anzunehmen; sondern auch hier ist Hippolyt
von Dorotheus abhängig, wie ebenfalls die kurze Nachricht über
Andreas, daß er den Skythen und Trakern gepredigt habe, be-
stätigt. Wenn nach Diekamps Datierung die Chronik des Hip-
polyt von Theben in die Zeit von 650 — 750 zu verlegen, ja eher
sogar die letztere Hälfte dieser Periode zu wählen ist, so erreicht
das Alter unseres Hippolyttextes noch nicht diese Abfassungszeit,
da dessen Hauptquelle Ps. Dorotheus nicht vor dem Beginn des
9. Jahrh. anzusetzen ist. Also ist an Hippolytus von Theben als
Verfasser der hippolyteischen Verzeichnisse nicht zu denken.
2. Die handschriftliche Überlieferuno; des Textes ist durch-
4. Überlieferungsgeschichte der Apostellegenden. ^57
weg nicht so feststehend, wie bei dem Dorotheustexte. Der erste
Herausgeber, Fr. Combefis1, kannte aus seiner HS „Cod. Reg.
1820" nur das dem Hippolyt beigelegte Apostelverzeichnis. Trotz-
dem Baronius zweimal einige Zitate aus dem Jüngerkatalog des
Hippolyt anführte2, glaubte Combefis, daß hier eine Verwechs-
lung mit dem dorotheanischen Texte vorliege. Eine kleine Diffe-
renz, welche darin bestand, daß Narcissus nach der aus dem
hippolyteischen Jüngerverzeichnisse von Baronius mitgeteilten
Stelle Bischof von Athen gewesen sein soll, während er nach
jenem des Dorotheus Bischof von Paträ war, hielt Combefis
nicht für beachtenswert. Auf weitere HSS dieses Textes machte
dann Montfaucon'' aufmerksam. J. A. Fabricius hatte die Aus-
gabe des Combefis zweimal (17144 und 171 65) mit Verwertung
der Anmerkungen des ersten Herausgebers und des Stephanus le
Moyne abdrucken lassen.
Während die bisherigen Herausgeber zweifelten, ob Hippolyt
von Rom Verfasser des Traktates sei, hatte Andr. Gallandi ihn
unter der Rubrik Hippolyt von Theben0 untergebracht, zugleich
aber das Jüngerverzeichnis aus cod. Baroc. 200 beigefügt. Das
Alter setzte er c. 935 an. Diese Ausgabe" wurde dann bei Migne
Patr. gr. 10, 951—958 wiederholt.
1) Historia haeresis Monothelitaram . . Diversoram item antiqua ac
medii aevi, tum historiae sacrae, tum dogmatica, graeca Opuscula. Opera
ac studio Fr. Combefis, Paris. 1648 [Biblioth. PP. Graecorum. Combefis
T. IT] p. 831.
2) Anal, ad ann. 44 num. 38 und ann. 08 n. 56; s. Combefis p. 834.
3) Die HSS Coisl. 258 und 296; Bibliotheca Bibliothecarum manu-
scriptorum nova. Ubi quae innumeris pene manuscriptorum bibliothecis
oontinentur, ad quodvis literaturae genus spectantia et notatu digna
describuntur et indicantur. Auetore Bernardo de Montfaucon. Tomus
seeundus, Parisiis 1739, p. 1061 und 413.
4) De vita et morte Mosis libri tres cum observat. Gilb. Gaulmini.
Accedunt I Pseudo Dorothei Tyrii etc. apospasmata. Cum praef. Jo. Alb.
Fabricii 1714 p. 508.
5) In der Ausgabe der Werke des Hippolyt, Hamburg 1716. Tom. I.
Appendix p. 30 et II.
6) Bibliotheca Veteran: Patram antiquoramque scriptorum ecclesiasti«
corum . . Cura et studio Andreae Galandii. Tom. XIV, Venotiis 17S1 p. 117 f.
7) Nicht jene des Combefis, wie Diekamp, Hippolytos von Theben
S. LXI Anin. 2 angibt.
158 Seherniann, Propheten- und Apostellegenden.
Wie Ad. Harnack1 mitteilt, hatte H. Achelis bereits HSS
der verschiedenen Recensionen — er vermischt Ps. Hippolyt und
Ps. Dorotheas — in römischen Bibliotheken vorgefunden und
verglichen; doch scheint er nichts hierüber veröffentlicht zu haben.
A. Baumstark2 hatte zu dem arabischen Verzeichnis der 70
Jünger von Abül-1-Barakät die HSS Vat. 1177 und 1226 ver-
gleichend beigezogen. Auch Fr. Diekamp3 machte einige HSS
namhaft. Zu der Neuausgabe hatte Max Bonnet sämtliche
Pariserhss verglichen und H. Geizer zur Verfügung gestellt, von
welchem ich sie überkam.
Zweifellos stellt die älteste HS (A) Coisl. 120 (s. X) den
besten Text dar, den Archetypus aller übrigen Redaktionen,
trotzdem diese wohl nicht auf sie direkt zurückgehen, da die
HS nicht frei von Verderbnissen und Lücken ist. Ein späterer
Korrektor hat manchmal unwesentlich nachgeholfen. Mit dieser
HS stimmt wesentlich überein die zweite Klasse, vertreten in
Paris. 1085 (B), Coisl. 258 (b), während Coisl. 296 (C) eine eigene
Redaktion verrät, ebenso Vatic. 1506 (D), welche am meisten
textliche Veränderungen, sachliche Korrekturen und sprachliche
Verbesserungen mit sichtlicher Anlehnung an Ps. Dorotheus auf-
weist. Alle Jüngern HSS, welche unter das 14. Jahrhundert hinab-
gehen, lassen sich in zwei Klassen scheiden, solche, welche sich
mehr an den Typus A halten, das ist die Gruppe E, und solche,
welche den Text des Archetypus in Einzelheiten frei korrigieren,
Gruppe F. Manche dieser Jüngern HSS sind direkt voneinander
abhängig, z. B. e6 von e5; e2 von e1. Fff*f2 zeichnen sich dem-
nach durch willkürliche Abänderungen und Zusätze aus. Zu be-
merken ist noch, daß HSS, welche im Apostelkataloge derselben
Gruppe angehören, im Jüngerverzeichnisse einer andern Redak-
tion folgen; z. B. vertritt die HS b in letzter Beziehung eine eigene
Redaktion, während e1 öfters mit B geht.
Demgemäß wurden folgende HSS zur Textherstellung benützt:
A = Coisl. 120 (saec. X) fol. 223,
B = Paris. 10S5 (saec. XI) fol. 256,
b = Coisl. 258 (saec. XII) fol. 207v,
1) Altchristi. Literaturgesch. I 2, 644.
2) Oriens christianus II 1902, 313.
3) Hippolytos von Theben a. a. O. p. LX f.
4. Überlieferungsgeschichte der Apostellegenden.
159
C = Coisl. 296 (saec. XIII) fol. 32,
D = Vat. 1056 (saec. XIII— XIV) fol. 78v,
E = Paris. 1555 A (saec. XIV) fol. 186\
= Ath. Esphigm. 131 (saec. XVI) fol. 247v,
= Napol. II C 34 (saec. XV) fol. 72,
= Ottob. 408 (saec. XV) fol. 77,
= Vat. 1226 (saec. XVI-XVII) fol. 35,
e* = Vat. 1862 (saec. XVI— XVII) fol. 19,
eö = Vat. 1177 (saec. XVI— XVII) fol. 468,
e6 = Vallic. 126 (saec. XVI— XVII) fol. 125,
F = Vallic. 47 (a. 1425) fol. 59,
f = Laurent, plut, 56, 13 (saec. XV) fol. 12,
f i = Vat.-Barber. 306 (saec. XVI) fol. 150,
f2 = Napol. II AA 27 (saec. XVI) fol. 312,
c = editio Combefis 1648,
ff = editio Gallandi 1781.
Das Abhängigkeitsverhältnis der HSS ist folgendes:
D
Ifl Crr,
Außerdem überliefern noch folgende HSS den Text, deren
Kollation mir nicht zur Verfügung stand:
Mosq. bibl. synod. 186 (Vladimir 430) s. XII: 'E&rpjoig
Ijtxolvxov &?]ßaiov jt£Ql rcov [icdhrjTcov tov xvqiov, jtov
txaözog avroov txrjQvt-s xcu trelbimfr}]. Vgl. Fr. Diekamp,
Hippolytos von Theben, Texte und Untersuchungen, Münster
1898, p. LX.
Baroc. 206 (s. XIII) membr. ff 131, binis columnis exarains.
codex palimpsestus. f 121: 'fjtJtoXvrov jieqI tcöv öc6Ö£xa axo-
Oxolcov Jtov txaoroc avrcöv tx/'jor^i xai rror ireXticod-i]. f. 122:
160 Scherrnann, Propheten- und Apostellegenden.
rov avtov iiegl tcöv d anoörolcov. Viele: Catalogi codicum
Manuscriptorurn Bibl. Bodl. pars prima recensionem codicum
Graecorum continens, confecit Henr. 0. Coxe, Oxonii 1853, p. 366.
Deu Katalog der 70 Jünger hat daraus Gallandi abgedruckt.
Escurial. ß— IV— 16 s. XVI. (E. Miller, Catalogue
des Manuscripts grecs de la Bibliotheque de i'Escurial. Paris
1848, 491).
Athous Iviron. 388 (Lampros II 4508) s. XVI f. 844.
Athous Hag. Paulu 22 (Lampros I 149) s. XVII n. 5.
§46. Ein anonymer griechischer Text syrischer Heimat.
In den HSS Vat. gr. 2001 (saec. XII) und Vat. 1506 (saec.
XIII— XIV), welche aus Basilianerklöstern in die apostolische
Bibliothek kamen, ist ein Text aufbewahrt, über dessen Herkunft
man nicht im Zweifel sein kanu. Denn den Aposteln ist jedes-
mal die palästinensisch-syrische Heimat beigefügt. Auch das
Jüngerverzeichnis zeichnet sich durch manche Namen aus, welche
nur syrischem Boden angehören und daher in den byzantinischen
Listen nicht vorkommen. Der in letztern eine große Rolle spie-
lende Stachys fehlt überhaupt. So ist der Kontrast ein in die
Augen fallender, wenn wir die ältere der beiden von mir auf-
gefundenen und verglichenen HSS zugrunde legen. Anders da-
gegen steht es bei der zweiten HS, welche zwar unmittelbar aus
der ersten geflossen ist, aber vielerlei spätere Neuerungen auf-
weist. Manche der palästinensischen Namen sind darin ver-
schwunden, wie Lucius Cyren., Jason, Nikolaos, Simon Cleophae,
Simon Cyrene, auch eine nachfolgende Reihe desselben Charakters,
und mit römischen (italischen) Namen ersetzt worden, welche
meistens aber auch den byzantinischen Listen gemein sind. Des-
halb ist die 2. HS eine italienische Redaktion der ersten, welch
letztere mit den erhaltenen ost- und westsyrischen übereinstimmt.
Dieser griechische Zeuge ist überhaupt der Vertreter der ältesten
Jüngerlisten mit legendarischen Notizen, wie er sich zuerst in
Syrien bildete, bevor ein byzantinischer Typus geschaffen ward.
Die Nachrichten zu den einzelnen Aposteln erstrecken sich meist
nur auf Mitteilung der Art des Martyriums, worin der folgende
Text in der Chronik des Ps. Symeon Logotheta ihm gleicht
oder sogar von ihm abhängig ist.
4. Überlieferungsgeschichte der Apostellegenden. \Ql
§ 47. Der Text in der Chronik des Pseudo-Symeon
Logotheta.
Schon Ducarjge hat diesen Text gekannt, und zwar wohl
nur in der einzigen bis jetzt die Chronik des Ps. Symeon Logo-
theta ganz überliefernden HS Paris. 17121. Nach den Unter-
suchungen von Ferd. Hirsch2 soll ihre Abfassungszeit in die
zweite Hälfte des 10. Jahrhunderts zu verlegen sein.
In welchem Verhältnis steht dieser Text zu den vorher-
genannten? Eine gewisse Ähnlichkeit zwischen dem anonymen
syrisch-griechischen Apostelverzeichnis tritt schon darin zutage,
daß beide Texte nur von der Art und Weise des Martyriums
der einzelnen Apostel berichten, nicht auch von deren Missions-
tätigkeit, und zwar in einer Form, daß manchmal ihre gegen-
seitige Abhängigkeit außer Zweifel steht. Ich wähle solche
Beispiele, in welchen die legendarischen Zusätze meist von den
bisher besprochenen Texten abweichen.
Sym. Log.: 'lovöag 6.. adel- Anonym. Syrus: lovdaq o
(foc . . 'laxcbßov . . sv 'Psßtxrrj äöeZcpog 'faxcoßov hv Ptßhx ry
t>] JtoXsi Jtaga x(bv ßlznuvtov ßksfiftoiq) ävccQTij&elq xcä ro-
ävaQTTj&e'ig xcä TOgevfrac te- £ft;#ac rsXeiovrai.
Xuovxai.
'iaxcoßog 6 . . ftsoZoyog £/<jP£« laxcoßog o aözltpoq avxov . .
r.To 'HqcqÖov ävijQtd-tj. vxb ^HqcoÖov rsXsiovzai $L<pu.
Diesen und ähnlichen noch weiter aufzuzählenden Parallelen
gegenüber sind aber auch solche entgegenzustellen, durch welche
1) Verglichen von A. Schöne und H. Geizer, fol. 64 beginnend. Geizer,
Sextus Jul. Africanus und die byzant. Chronogr. II 357 — 384.
2) Byzantinische Studien, Leipzig 1876, 303 ff, der HSS, welche die
erhte Chronik des Sym. Logotheta überliefern, aufzählt. Die Chronik in
Paris. 1712 hat mit Symeon Logotheta nichts zu tun und muß daher als
Pseudo-Symeon bezeichnet werden; s. K. Krumbacher, Gesch. d. byzant.
Literatur. 2. Auf. München 181)7, 359 f. In der Ausgabe des letzten Teiles,
von Leo dem Armenier bis Nikephorus Phokas reichend, aus Paris. 1712
durch Combefis (1685) veranstaltet, welche von J. Bekker (Bonn 1838) und von
Migne, Patr. gr. L09, 663 822 wiederholt wurde, ist unser Traktat nicht inbe-
griffen. Vgl. über die Chronik M. D. Serruys, Autour d'un fragment de
Philippe de Side in Melanges d' archeol. et d'histoire XXVI 1906, 345 ff.
TVxte u. Untersuchungen etc. 31, :t 11
162
Schemiann, Propheten- und Apostellegenden.
beide Texte abweichen: schon die Reihe der Apostelnamen, welche
der Logothettext, wenn auch in anderer Ordnung, mit dem sog.
Hippolyttexte gemein hat. Der anonyme Syrer dagegen hat
Paulus die zweite Stelle eingeräumt. Jedenfalls ist der Logothet-
text eine Mischung aus einem byzantinischen und dem griechisch-
syrischen Texte.
Das gleiche Verhältnis mag in der 70 Jüngerliste zutreffen.
Die enge Berührung zwischen dem anonymen Syrer und unserm
Texte wird durch die Gegenüberstellung folgender beiderseitiger
Schlußreflexion dargetan:
Ps. Logothet: xal zcöv (/ev o Anonym. Syrus: zovzmv zöjr
djtoozoXmv za ovoftara ev- jtgoyeyga/ifievojv .. fiafrr/zcöv zu
zav&a ovzotq aveygdcprjoav, ovzcoq hotXv axgißcöq eldevat
ev de zolq fteloiq evayye- exdozov zr/v jigoocovvfiiav.
Xioiq elq ziva fiev dvz'i- zovzo fiep ex zcöv ayicov yga-
ygacpa Jiegiexei, coq o ß' cpcöv, zovzo , zcöv de Xoi-
vjiriQxov, elq ezega o ', oi xal tccöv xaza za ovofiaza evgofiev
tiycoviöavzo yevvaimq ev zolq ev avziygdcpm Zivi . . Oi . .
ipevdajioözoXoiq xal Xoutolq ajioozazi)oavzeq özi avzbq . .
dvzi&ezoiq zov og&ov zrjq aX?j- aigeöiagx?]q ex zcöv oß' f/a{r?/-
d-eiaq doyfiazoq xal xrjgvy/iazoq. zcöv vndgxcov
Aia zovzo xal o (laxagioq Ilav- Ev zolq ayiotq de evay
Xoq zovq o' zovq Xgiozov fia-
&)jzaq Ovvegyovq xa.Xel.
yeXioiq, elq ziva tuev avzl-
ygarpa jiegiexei o'ß' . elq de
ezega o' fiovov xal jrdXiV
ovzol yevvaicoq zolq ipevdano-
ozoXoiq avz?]yo)vlCovzo , öta
zovzo o tuaxagio~ IlavXoq öw-
egyovq avzovq ev Xgiozcö
xaXel.
Teilweise wörtliche Übereinstimmung ist außer Zweifel. Da an
dem originalsyrischen Aufbau des anonymen Griechen im ganzen
Jüngerverzeichnis mit all den Einzelabteilungen, welche den
syrischen Verzeichnissen eigen sind, nicht zu rütteln ist, so muß
die Abhängigkeit auf seite des sog. Logothettextes liegen, wie
auch der Einzelvergleich mancher Jüngernamen, wie Iguatius
Antiochenus, Simon Cyrenäus, Nathanael, dartut. Daneben tritt
aber wieder eine andere Quelle auf, welche unzweideutig byzan-
4. Überlief erungsgeschichte der Apostellegenden. Jß3
tinisch-dorotheanischer Färbung ist. Da der Syrer lokal beschränkt
blieb, gewann die Dorotheusfälschung mehr und mehr die Ober-
hand. Dies tritt auch hier zutage. Denn im Jüngerverzeichnis
des Logothet ist Stachys (23) eingereiht mit der Nachricht, daß
ihn Andreas bei seiner Pontusreise zum Bischof von Byzanz in
Argyropolis gemacht habe. Somit stellt Pseudo-Logothet eine
Mischrecension zwischen syrischen und byzantinischen Typen dar.
In dem Apostelverzeichnis herrscht der letztere vor, in dem
Jüngerkataloge der erstere. Jedenfalls ist der Text des Pseudo-
Logotheten zeitlich erst nach beiden entstanden.
§ 48. Der Text in den griechischen Menologien und
Synaxarien.
Die älteste Form des Apostelverzeichnisses, wie es am 30. Juni1
in den Menologien und Synaxarien aufbewahrt wird, ist uns in
dem sog. Menologium2 des Kaisers Basilius IL (976 — 1025) er-
halten, dessen erste Konzeption aber jedenfalls früher anzusetzen
ist. Die entwickeiste Form tritt uns in dem Synaxarium Con-
stantinopolitanum entgegen, welches nun Hippolyt Delehayes
mit Zugrundelegung des Codex Sirmondianus. nunc Berolinensis
219 (saec. XV) herausgab. Der ursprüngliche Umfang betraf die
12 Apostel und 12 Jünger, deren Legenden mit den griechisch-syri-
schen Verzeichnissen verwandt sind. Erst in späterer Zeit wurde
die Zwölfzahl der Jünger durch den Jüngerkatalog des Dorotheus
ergänzt, so daß zwei ursprünglich geschiedene Teile zu einem
Mischtext verwoben wurden, welcher nun im Synaxarium Con-
stantinopolitanum vorliegt. Mit dieser Aufnahme ging dann
die Neuredaktion des ursprünglichen syrischen Apostelkataloges
Hand in Hand. Zwar hat das Menologium Basilii auch sonst
schon dorotheanischen Einfluß aufgenommen, allein schon der
1) In alten Kaiendarien (Vat. syr. 37) auch am 20. Dezember gefeiert.
N. Nilles, Kalendarium manuale utriusque ecclesiae oruentalia et occi-
dentalis tom. I. ed. alt. Oeniponte 1896, L96.
2) Zuerst herausgegeben von Card. Albani 1727, abgedruckt nach
der Einteilung der drei Bände der ersten A.usgabe bei Migne Patr. gr. 117,
s. Heinr. Kellner, Heortologie oder die gesch. Entwicklung des Kirchen-
jahre und der Heüigenfeste. 2. Aufl. Freiburg 1906, 274 f£
3) Synaxarium Ecclesiae Constantinopolitanae e codice Sirmondiano
nunc Berolinensi [Propylaeum ad A.cta SS. Novembris] Bruzellea L902.
11*
Iß4 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
Satz in der vita des Andreas: vjtoöTQtipaq öia rov Ilovrov xal
Bv£,avTiöoc läßt an solchem Einfluß keinen Zweifel aufkommen.
Während in den Menaen1 die (ivrjfir] xal Ovvac,iq rcöv tßdo-
[trjxovTct ajcooxolmv am 3. bezw. am 4. Januar angesetzt wird,
haben frühere Redaktoren bereits die Jünger den Fasti des Me-
nologiums Basilii imp. eingereiht, woraus sie dann in die ent-
wickelten späteren Menologien und Synaxarien übergingen; so
werden am 8. April Herodion, Agabus und Ruphus gefeiert; am
4. November Patrobas, Hermas, Linus, Gaius, Philologus; am
10. November Olympas, Rhodion, Sosipatros, Tertius, Erastus,
Quartus, am 8. Dezember Sosthenes, Apollo, Kephas, Tychicus,
Epaphroditus, Cäsar, am 22. Januar Markus, Jesus, Artemas. All
diese Notizen bieten keinen selbständigen Text, ja der Verfasser
des Menologiums, welcher aus Dorotheus schöpfte, hatte mit
großer Flüchtigkeit gearbeitet oder eine fehlerhafte HS zur Ver-
fügung. Denn am 8. Dezember ist Katöag ejiioxoxog Kogojvrjg
genannt, während nach Dorotheus Cäsar Bischof von Dyrrhachium
ist und der erst nach vier weiteren Namen genannte Onesiphorus
als Bischof von Coronia bezeichnet wird.
Von den Menologien und Synaxarien gingen diese Namen
in die griechischen Kaiendarien über, auch das römische Mar-
tyrologium nimmt daran teil. Ja zum 31. Oktober2, wo das grie-
chische Kalendarium verzeichnet: rcöv aylcov ajioorolcov, kx
rcöv tßdofirjxovta Sxayyoq, 'Axellov und anderer, hatte das
römische Martyrologium die Geschichte der Gründung des Bis-
tums Byzanz durch Andreas und die Einsetzung des Stachys
als ersten Bischof aufgenommen, also die Fälschung des Doro-
theus, welche zum Kampfe gegen Roms Primat gemacht war.
Aug. Thenn3 glaubte ein ineditum aus zwei Münchner HSS
Monac. gr. 255 und 551 herauszugeben, indem er einen Apostel-
katalog mit den sich anschließenden 12 Jüngern zum Abdruck
bringen ließ. In der Tat war dies der bereits bekannte Text der
Synaxarien, worauf ihn die Umgebung und das Lemma 3b] vi 'lovvico
X hätten führen sollen. Zwei weitere HSS Paris, gr. 15S7 und 15SS
(saec. XII) verglich auch Geizer, eine davon benützte Delehaye bei
1) Delehaye, Synaxarium Eccl. CPolit. p. XXXVIII.
2) Nilles, Kalendarium inanuale a. a. 0. tom. I S. 311 f.
3) Vitae oninium XIII Apostolorum , item XIII patr. apostolic. in
Zeitschrift für Wissenschaft!. Theologie XXIX. Leipzig 1886, 442—455.
4. Überlieferungsgeschickte der Apostellegenden. K35
Ausgabe unseres Abschnittes im Synaxarium Constantinopolitanum.
Eine weitere HS Paris. 1575 saec. XII hat den Text abgekürzt1.
§ 49. Anhang. Über Judas Iscarioth.
In den Synaxarien ist meist ein Exzerpt über das Ende
Judas des Verräters dem fragmentarischen Jüngerkataloge ange-
hängt, das sich auch als Auszug aus einer Schrift eines Apolli-
narius in Katenen zur Apostelgeschichte findet, der es wiederum
seinerseits aus dem vierten Buche des Papias von Hierapolis der
8sT]yrjosig xätv xvQiaxcov Xoycov entnahm. Sowohl Fr. X. Funk
(1901), wie Osk. v. Gebhardt, Ad. Harnack und Th. Zahn (187S)
haben diesen Auszug in ihre Ausgabe der apostolischen Väter
nach der Textgestalt von Hilgenfeld in Zeitschrift für wissensch.
Theologie 1875, 262—265, aufgenommen.
§50. Mischtexte zwischen Ps. Dorotheus, Ps. Epiphanius
und Ps. Hippolytus.
1. Ein Mischtext, aus Dorotheus und Hippolyt zusammen-
gewürfelt, ist handschriftlich in Cod. Petropol. gr. 254 (anni 1111)
fol. 147v (= A) überliefert, woraus ihn P. A. de Lagard e2 zuerst
mitteilte, ferner in Cod. Ottob. 333 (saec. XVI— XVII) f. 176V(=B)
und in einer dritten HS Cod. Athous Dionys. 186 (LamprosI 3720)
saec. XIV, deren Abschrift ich nicht besitze. Während die zweite
HS (B) keine Überschrift hat, weisen die erste A und die dritte
den Text dem Hippolytus emöxojcog (Pwtu?]q und Dorotheus
tjilöxojtoq Tvqov xal ceQOfiaQzvq zu. Auch der Text selbst läßt
diese Mischung erkennen, dennoch enthält er einige Züge, die
sich in keiner von beiden Quellen finden und daher eine Weiter-
bildung bedeuten. Zur Probe mögen folgende Biographien gelten:
1. Ps. Dorotheus: 2. Ps. Hippolyt: ! 3. Mischtext a. beiden
IJtTQog [tev 6 aJTo- UtrQoq pitvlv Ilovrio JJerQOq' ovtog tx/j-
xal raXarla xal \gvt-ev ir raXiXaia
KajiJtoöoxiaxal Bi-\xal Iv xoiq ftso<>-
d-vvia xal '/raXialyeioiq üovxov xal
OToXoq lv FaXXia
xal lv xolq fitOo-
yeioiq üovzov xal
1) Über abgekürzte Menologien mit ßlot iv ffvvvöfsup siehe Eipp.
Delekaye, Les Menologes Grecs in Änalecta Bollandiana X VI l^'.iT. 325.
2) Nochmals herausgegeben bei F. \. Funk. Didascalia ei Constit.
Apostol. Vol. I. Paderborn 1906, p. XXX -.
166
Scherniann, Propheten- und Apostellegenden.
öoxlav xal Bi&vviav
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Xiov fitxa xb kxava-
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'Avxioytiuq, vOxeqov
öe xal kv r(] lxaXia
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Avögiaq 6 aötX-
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Bi&vvlaq rs xal
IIÖvtov, Goaxrjq
rs xal Sxvfraq
öi?jX&£V svayys/uCo-
fttvoq xbv xvgiov.
MtxtJtELxa öhsjto-
qev&i] kv^Eßaoxo-
jioXei xfj fisyaXy,
6jiov7] JtaQEfißoXr/
"Atpaoog xal 6 <Pa-
öiq jcoxafioq, sv&a
ol egcoteqoi Ai-
ß-icojtsq xaxoixov-
öiv. Ex acp i] ev
TJax q aiq rrj g
A%aiaq oxavoco-
&tlq vjtb Aiysa-
xov.
xal Aöla xtjQv^aq
xb tvayyiXiov, voxs-
qov vjio Ntomvoq
kv lPwfir] öxavgovxai
xaxa xt(paXr\q, ovxa/q
avxov a§ia>Gavxoq
jiad-Elv.
ra Xaxlaq xal
Aoiaq xal Bifrv-
vlaq xal cPo)tU7jq,
tvd-a xal koxav-
oaifrr] vjtb Ayo'uiJta
JTQECpe'xXOV, kv %QO-
voic Ntgavoq, ßa-
öiXiwq Pa>fialcov.
AvÖQtaq JZxvfraiq,
ßgaxaiq xt]QV§aq
köxavgmß-t/ kv Ila-
xgaiq xr\q Ayalaq km
kXalaq oo&ioq xal
&ajtx£xai kxü.
Avögiaq o aötX-
(pbq IIetqov' ov-
xoq kxrjQv^,£ jtao?j
xfj naoaXic? Bi-
ftvviaq xt xal
llbvxov, Ogaxrjq
xal 2xv&iag, fitx-
tjttixa öh kjto-
QEV&t) kv ^£ßa-
öxoxoXel xfj fit-
yct-Xi], ojc.ov jcag-
EfißaXXEi <FaQoq
xal <Päoiq jroxa-
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4. Überlieferungsgeschichte der Apostellegenden. 167
Aus diesen zwei Beispielen geht hervor, daß der Mischtext
mehr aus Ps. Dorotheus ergänzt wurde als aus Ps. Hippolyt; jeden-
falls wurde gerade dasjenige, was Ps. Hippolyt an Legendarischem
über Ps. Dorotheus bietet, z. B. die Würdigung der Todesart des
Petrus, die Art und Weise der Kreuzigung bei Andreas nicht
berücksichtigt. Auf Abhängigkeit des Mischtextes von dem Martyr.
Petri c. 4 u. 12 (ed. Lipsius I 1S91, p. 84 u. 100) macht uns die
Datierung des To/les des Petrus unter dem „Präfekten'1 Agrippa
aufmerksam; ebenso die nähere Präzisierung des Nero „als
Königs von Rom". Die Abfassung des Mischtextes war wohl für
Palästina berechnet. Hierauf weisen uns noch verschiedene andere
Merkmale hin. Paulus steht entsprechend den hierosolymitani-
schen Diptychen an zweiter Stelle nach Petrus; es wird zunächst
erwähnt, daß er von Jerusalem ausging; sein Martyrium erfolgte
mit Petrus Iv rf] eiQtjfitvy] xöXei Pmfty, eine Aussage, die wenig
Kenntnis von Rom oder die weite Entfernung von dem Lande
des Schreibers vermuten läßt. Dann folgt Jakobus Zebedäi als
Apostel der 12 Stämme Israels in der Diaspora; Joannes lebt
noch mit Henoch und Elias im Fleische. Als Apostel ist auf-
genommen der Herrenbruder Jakobus, der erste Bischof von
Jerusalem und am Schlüsse ist Philippus mit seinen weissagenden
Töchtern beigefügt. Dieser Text hat aber mit dem Anonymus
Syrus fast nichts gemeinsam; er ist vielmehr eine Einführung
und Zurechtmachung des Ps. Dorotheus für Palästina.
2. Ein zweiter Mischtext, hervorgegangen aus diesem ersten
und Ps. Epiphanius, findet sich in den HSS Vindob. hist. gr. 73
(ol. 46) (saec. XI— XII) und 64 (ol. 47) (saec. XVI), welche beide
Lagarde1 mitteilte. An der Abstammung aus dem ersten Mischtext
ist nicht zu zweifeln. Wiederum findet sich die Datierung unter dem
Präfekten Agrippa, ferner die Überführung des Apostels Andreas
nach CPel unter Konstantin. Dagegen erhielt Paulus wohl durch
Vergleich mit Ps. Epiphanius eine andere Stelle, indem er am
Schlüsse beigefügt ist, ebenso Jakobus der Herrnbruder. Die
Abhängigkeit zu dem Epiphaniustexte tritt darin hervor, daß An-
dreas zu den Skythen und Sogdiane rn geht, und die Apostelliste
1) Constitutiones Apostolorurn Lipsiae 18(32, 281 als Seholimu zu apost.
conetitut. VITI4. Vide Jo. Alb. Fabricraa, Codicie apoor. N.T. pars 111,
irgi 1719, 593.
168 Schemiann, Propheten- und Apostellegenden.
nach der harmonisierenden Gruppe der HSS des Epiphaniustextes
(CDEFF1) redigiert ist, wobei Matthäus allerdings wegfiel.
§ 51. Kleinere griechische Texte in Reim und Prosa.
1. Ein ganz fabelhaftes1 Machwerk stellt ein Text dar, wel-
cher von der Abstammung der Apostel, deren Verwandtschafts-
verhältnis und Eltern erzählt. Die handschriftliche Bezeugung
reicht bis in das 11. Jahrh. zurück. Aus einem „Reg. 1026"
hatte bereits Cotelier den Text herausgegeben2. Mit einigen
Varianten des Cod. Baroc. 206 veröffentlichte ihn wiederum
Fabricius3, auch der Ausgabe des Chronicon Paschale4 ist er
beigegeben, von wo er nochmals in die Sammlung von Migne
P. gr. 91, 1076 überging. Der Titel des Textes wechselt; ra
ovofiaza xcav iß' axoöToloiv xcu r<x>v yavvrjOavrcov avxovz
dürfte der meist bezeugte sein.
Zur Textesherstellung standen mir folgende HSS zugebote:
A = Paris. 1085 (anni 1001) fol. 272;
B = Paris. 1115 (anni 1276) fol. 235;
C = Coisl. 296 (saec. XII) fol. 31v;
D = Baroc. 206 (saec. XIII) fol. 130v;
E = Ottob. 268 (saec. XVI) fol. 42.
Folgende HSS sind noch nicht verglichen: Iviron. 329 fol. 113
(Lampros II 4449); Panteleem. 829 fol. 2v (Lampros II 6336 ;
Bodl. Canonic. 19 (saec. XV— XVI) fol. 127.
2. Ein Gedicht auf die 12 Apostel in der Sammlung des Johannes
Euchaites Mauropus (saec. XI), welche J. B. Pitra aber Michael
Psellus zuschrieb. Matthäus Bust 16105 edieite dasselbe aus
1) R. A. Lipsius, Die apokr. Apostelgescb. und Apostelleg. I, Braun-
scbweig 1883, 206.
2) SS. Patrum qui temporibus Apostolicis florueruut, Barnabae, Cle-
mentis etc. opera J. B. Cotelerius. Accesserunt in bac nova editione notae
integrae aliorurn virorum doctorum . . recensuit Joa. Clericus. Vol. II p. 272 ;
abgedruckt bei Migne I 755.
3) Codicis Apocrypbi Novi Testament! pars III, nunc primum edita
curante Jo. Alb. Fabricio, 590 ff.
4) Corpus script. Historiae Byzantinae. Cnronicon pascbale ad exem-
plar Vatican. recensuit Ludov. Dindorfius. Vol. IL Bonnae 1S32, p. 142.
5) Abgedruckt bei Migne Patr. gr. 120, 1196 A — B; getrennt bei Jo.
4. Cberlieferungsgeschichte der Apostellegenden. 169
einer HS der Gedichte des Johannes Euchaites. Von den mir
zugebote stehenden HSS nennt keine einen Verfasser: Ottob. 167
fol. 147v, Paris. 1310 fol.34v, Escurial y— III— 9 fol.6, Baroc. 197
fol. 581. In die Apostelliste sind die Evangelisten aufgenommen.
3. Unter dem Namen des Johannes Chrysostomus ist eine
Homilie sie, rovq ayiovq djtoöToXovg1 erhalten, welche zuerst
Gerbard Voß herausgab; es werden in ihr die Apostel mit An-
gabe ihrer lokalen Wirksamkeit aufgezählt, welche aber mit Ps.
Dorotheus nichts gemein haben. H. Geizer verglich diesen Teil
der Homilie in Paris, gr. 1453 saec. X.
§ 52. Lateinische verwandte Texte.
Wenn wir von der gallisch-fränkischen Passionensammlimg
der Apostel, welche unter dem Namen eines Crato oder Abdias
ausgegeben wurde, absehen — sie wird hier nicht weiter berück-
sichtigt — , so kommen für uns noch lateinische Texte in Betracht,
welche Apostellegenden in einer Reihe als geschlossenes
Ganzes bieten.
1. In HSS der passiones apostolorum2 ist gar oft der passio
des einzelnen Apostels eine kurze biographische Notiz voran-
geschickt, welche gesammelt auch eigens überliefert werden3
und unter dem Titel: Breviarium apostolorum ex nomine vel
locis, ubi praedieaverunt, orti vel obiti sunt, auch in einzelnen
HSS an der Spitze des Martyrologiums Hieronymiannms stehen.
Dieser Text existiert in kürzerer und längerer Rezension. Erstere
ist vertreten in Paris, lat. 2316 und scheint die ursprünglichere
Alb. Fabricius, Codieis apoeryphi Nov. Test, pars EX Hamburgi 1710, 593.
J. B. Pitra, Spicilegium Solesmense complectens SS. Patruin scriptorumque
ecclesiasticorum aneedota hactenus opera torn. IV, Parisiis 18öS, S. 496
aus Paris. 17S2, fol. 77. In der Ausgabe von P. de Lagarde, Johannis
Paichaitensis Metrop. quae in cod. Vatic. gr. 676 supersunt. Gottingae
1SX2 iE voluin. comment. a soeiet. reg. Gotting. editor. duodetriges. repe-
tita) ist unser Gedicht nicht enthalten.
1) Migne Patr. gr. 59, 495.
2) L. Duchesne, Les anciens recueils de legendes apostoliques in
Corapte rendu du troisieme Congrea scientifique internationale des Catho-
liques 1894, Bruxelles 1895, V. section, sciences historiqnes pag. 75 f.
3) R. A. Lipsius, Die Apostelgesch. und Apostellegenden a.a.O. I
212 f und Ergänzungsheft S. 17. Vgl. Bibl, hag. Lat. odd. Boüandiani [
L899, 105.
170 Scherrnann, Propheten- und Apostellegenden.
zu sein. Mit dem Text dieser HS ist jener von Cod. Paris.
S. Genovefae H. 1. 10 eng verwandt, sie wurde von einer Hand
des 15. Jahrh. nach Paris. 2316 korrigiert. Die längere Re-
cension findet sich in Cod. Sangall. 110 saec. IX, welcher aber nur
unvollständig den Text überliefert, da er in der Vita des Simon
Zelotes abbricht; ferner in Monac. lat. 6382 (saec. IX) fol. 41,
Paris lat. 12604 (saec. XII) fol. 88 v; Paris 2543 saec. XIII fol. 91 T.
Ediert wurde der Text schon von Lucas d'Achery l nach dem
Martyrologiurn Gellonense (c. 804), von Martene und Durand2 nach
einer „sehr alten HS S. Germani Autissiodorensis", von Gerbert3
nach einem cod. Rhenaugiens. saec. VIII.
2. Das Martyrologiurn Hieronymianum hat am Eingang
ein weiteres Apostelverzeichnis, welches die Herausgeber zum
ältesten Bestand des Martyrologiums rechnen. Vielleicht hatte
der Verfasser selbst aus den Kalendertagen die einzelnen Merk-
würdigkeiten der Apostel zusammengetragen und unter dem Titel
notitia de locis s. apostolorum an die Spitze gestellt. Die HSS
weichen aber in der Anordnung stark voneinander ab, so daß
R. A. Lipsius die Erstlingsform zu rekonstruieren suchte4. Du-
chesne und de Rossi5 legten bei ihrer Neuausgabe Cod. Epter-
nac, jetzt Paris, lat. 10837 saec. VIII zugrunde, den Max Bonnet
nochmals verglich. Die früheren Herausgeber Chr. Brower, Flo-
rentinius und Vallarsi6 hatten noch Cod. Corbeiensis und Codd.
Luccenses verglichen.
3. Mit dem Breviarium apostolorum ist ein laterculus ver-
wandt, den bereits Theodor Zahn" aus Cod. Marcian lat. class.
1) Spicilegiirm sive Collectio veterum aliquot scriptorum qui in
Galliae bibliothecis delituerant. Olim editum opera ac studio D. Lucae
d'Achery. Nova editio priori accuratior . . per Lud. Fr. Jos. de la Barre.
Tom. IL Parisiis 1723 pag. 25.
2) Thesaurus novus anecdotorum. Tom III, studio et opera D. Edm.
Martene et Ursini Durand., Lutet. Paris. 1717 pag. 1549.
3) Monumenta veteris liturg. alemannicae. Pars I, San Blas. 1773, 453.
4) a. a. O. I 210 Anm. 4.
5) Acta Sanctorum Novembris. Tom. II pars prior. Praemissum est
Martyrologiurn Hieronymianum ed. J. B. de Rossi et L. Duchesne. Bruxelles
1894 p. LXX V". Mit Varianten aus Bernensis und Corbeiensis.
6) Bibl. hag. lat. 1 105, AA. SS. Febr. tom. III 431 [6. Kai. Martias p.92]:
Vet. occid. eccl. Martyr. Luccae 1688. Vallarsi, bei Migne P. 1. 30, 499 D.
7) Forsch, z. Gesch. des nt. Kanons u. der altkirchl. Literatur. III. Teil.
4. Überlieferungsgeschichte der Apostellegenden. \~\
XXI cod. 10 (saec. XIII) edierte, in dem ein Zitat aus den Hypo-
typosen des Clemens Alexandrinus sich zu befinden schien. Eine
andere HS dieses Textes liegt in Paris, lat. 9562 (saec. XII — XIII)
fol. 142v vor.
4. Versus memoriales sind in Paris, lat. 8069 (saec. XI) fol. 3
aufbewahrt, deren Quellen teils in der Passionensammlung, teils
im Breviarium apostolorum verborgen sind.
5. Sehr enge mit dem Breviarium berührt sich der wohl
..relativ ältere" Text bei Isidor Hispalensis l in der Schrift de
vita et obitu santorum utriusque testamenti, über deren Echtheit
man strittig ist. Freculph von Liscieux hat diese Apostellegenden
in seine Chronik (c. 824 — 830) fast wörtlich hinübergenommen2.
6. Auch in des Venantius Fortunatus3 Gedicht „de virgini-
tate" carm. misc. VIII 6, zwischen 559 — 574 verfaßt4, ist eine
legendarische Apostelreihe aufgenommen. Verglichen wurde Cod.
Montepesul. 39 (saec. XII).
7. In dem sog. Cold. Fuldensis5 geht der Praefatio zur Apostel-
geschichte ein laterculus vorauf: quibus locis singuli apostoli iaceant'
der auch in Cod. Sangall. 682 (saec. IX) fol. 409 aufbewahrt wird.
8. In Paris lat. 12604 (saec. XII) fol. 91v ist ein laterculus
..divisio apostolorum" erhalten.
Die Benützung der Passionensammlung oder des sog. Abdias-
textes durch Gregor von Tours (f 595) in de gloria martyrum
c. 27 — 33, im Martyrologium Hieronymianum und anderen Martyro-
logien hat schon Lipsius6 herausgehoben. Duchesne" machte
Suppl. Clementin. Erlangen 1884 p. 70. Erstausgabe bei J. Valentinelli
Bibl. nianuscr. ad. S. Marc. V 1872, 214. Vgl. R. A. Lipsius a, a. O. Ergän-
zungsheft III 17.
1) Baronius sprach ihm diese Schrift ab, Papebroch ihm zu; s. Eb.
Nestle, Margin.p. 5. O. Bardenhewer, Patrologie. 2. Aufl. Freib. 1901, 584.
2) Duchesne a.a.O. p. 75 f. Die Ausgabe der Schrift des Isidor
Hispal. nach jener des Faustinus Arevalus abgedruckt in: De vita et
rnorte Mosis, libri tres cum observationibus Gilb. Gaulmini. Accedunt I
Pseudodorothei Tyrii et aliorum apospasmata etc. Cum praefatione Jo.
Alb. Fabricii, Hamburgi 1714 S. 512— 551 und bei Migne P. lat. LXXX1II.
3) Migne P. lat. 88, 270. Lipsius I 168.
4) H. Kellner, Sterbeort und Translation des Evangelisten Lukas
und des Apostels Bartholom. in Theol. Quartalschr. 87, 1905. 606 f.
5) E. Ranke, Codex Fuldensis, Marb. et Lipsiae L868 S. 332.
6) Lipsius a. a. O. I 216 f. Ti a. a. O. p. 77 f.
172 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
auf die Benützung in den Altarinschriften von Aldhelm von Mal-
mesbury 1 (f 709) aufmerksam. Diese letzteren Texte gehören
aber nicht mehr zu unserem Stoffe.
Über den lateinischen Text des Wolfg. Musculus2, der Vin-
dob. theol. gr. 77 (al. 40) übersetzte, ist schon öfters gesprochen
worden.
§ 53. Syrische und arabische Apostel- und Jünger-
verzeichnisse.
R. A. Lipsius [die apokryphen Apostellegenden I 218 u. 111
(Ergänzungsband) 19 f.] hat die Quellen über die syrischen Apostel-
akten zusammengestellt. Für uns kommen nur in Betracht voll-
ständige Apostel- und Jüngerverzeichnisse mit jeweilig beigefügten
biographischen Notizen.
Die Zeugen syrischer Listen sind folgende:
In Cod. Sinait. syr. 10 ist unter dem Namen des Irenaeus
eine Liste der 70 Jünger geboten, welche Agn. Sm. Lewis, Studia
Sinaitica No. I (Catalogue of the Syriac Mss.), London 1894,
8 — 11 mitteilt. Dr. Casp. Julius hat sie mir in lateinischer Über-
setzung wiedergegeben. Das Verzeichnis ist sehr kurz gehalten,
und bietet nebst Notizen über den Tod mancher Jünger fast
nur die Namenreihe. Der Titel , lautet: Porro nomina septua-
ginta apostolorum composita ab Irenaeo episcopo Lugduni.
R. Harris (ibid. in beigefügten Noten) glaubt, daß die, Verfasser-
schaft irrtümlich dem Irenaeus beigelegt werde, daß vielmehr
irgendwelches Stück des Irenaeus in einer andern Vorlage voran-
gegangen sei, welcher dieses Verzeichnis anonym beigegeben
war. Später sei ersteres ausgelassen worden, sodaß nur noch
dieses den Titel trage.
Zwei verschiedene Texte hat Michael der Syrer seiner Chro-
nik einverleibt. Im fünften Buch c. 1 0 3 bietet er eine Zwölf-
apostelreihe, wobei er von jedem einzelnen den Stamm, die Missions-
1) Bei Migne P. 1. 89,291. „Nach all dem ist die Abfassungszeit
der gallofränkischen Passionensammlung des Abdias nicht über die 2. Hälfte
des 6. Jahrb.. hinabzurücken."
2) Eb. Nestle, Marginal, u. Material, p. 7 f.
3) Chronique de Michel le Syrien, Patriarche Jacobite d'Antioche
(1166 — 1199), editee pour la premiere fois et traduite en francais par J.
B. Chabot, tome premier, fascic. II Paris 1900,146.
4. Überlieferungsgeschichte der Apostellegenden. ) 73
Stationen und den Begräbnisort angibt. Michael beruft sich hier
auf keine Quelle. Er scheint also einer eigenen Tradition zu folgen.
Dagegen ist als Anhang zu Buch V der Chronik 1 ein
Apostel- und Jüngerkatalog aus dem Matthäuskommentar (X 2
— 4; Bibl. nat. m. syr. 67, f. 85v) des Dionysius Bar-Salibi auf-
genommen.
Eine 70 Jüngerliste gibt Michael noch 1. VI c. 1 seiner Chronik2.
Salomon von Basrah (c. 1222) hat in sein „Buch der
Biene" 3 ebenfalls zweierlei Apostel- und Jüngerkataloge ein-
verleibt: in c. 48 und 49, einen ausführlichen und einen kür-
zeren. Letzterer in c. 49 berührt sich stark mit dem Texte des
Cod. Sinait. Syr. 10.
Wie Assemani angibt, findet sich eine wohl ganz ähnliche
Liste wie cap. 49 der Biene in einer Abhandlung eines anonymen
Syrers in Cod. Vat. syr. 159, olim Beroeensis primus. Assemani
behandelt sie mit c. 49 als einen Text. (Jos. Sim. Assemani,
Biblioth. oriental. Clement. -Vatic. t. III pars I, Romae 1725
p. 319 f; Eb. Nestle, Margin. u. Material. S. 15). Im Jüngerver-
zeichnisse bricht die HS mit num. 59 ab.
Ein Jüngerverzeichnis findet sich bei dem großen Mono-
physiten Bar-Ebräjä (1226 — 1286) in seinem thesaurus myste-
riorum4, welches aber fast ganz mit jenem 3. Michaels des
Syrers (chronic. 1. VI c. 1) sich in der Reihenfolge deckt.
Derselbe Bär-Ebräjä gibt auch ein Apostelverzeichnis in
seinem „Chronicum ecclesiasticum"5.
Ein syrisches Apostelverzeichnis aus d. J. 874 in Cod, Add.
17193 Mus. Brit. fol. 80 ist ungedruckt, ebenso Add. 14601
fol. 163v. Im syrischen Kalendarium sind nicht alle Aposteltage6
1) Ebenda p. 147—151. 2) p. 154 ff.
3) Em. A. Wallis Budge, The Book of the Bee [Anecdota Oxomcii-ii.
Texts, Documents and Extracts, Seuiitic Series Vol. 1 — Part. TI] Oxford
L886, c. 48 p. ^*»j (der engl. Übersetzung p. 103) und c. 49 p. -*.'—= (der
engl. Übers, p. 113). J. M. Schönfelder, Salonionis episcopi Bassorensis
liber Apis, Bambergae 1886, 77 — 83.
4) Commentare zum A. u. N. T. Ausgaben verzeichnet bei Rub.
Duval, Anciennes litteratures chretiennes II, La Litterature syriaque Paris
1899, p. 81 note 2.
")) ed. Abbeloos et Lamy T. I. Lovanii l87-_'. Lipsius I 218.
0) Vgl. Wright, Katalog der syrischen Handschriften des Brit.
Museums I 280 u. 318 f. Nilles, Calendarium II G13f.
1 74 Schennann, Propheten- und Apostellegenden.
aufgeführt, nur jene von Simon und Petrus, Thomas und Phi-
lippus, Petrus und Paulus, Jakobus Alphaei und Jakobus dem
Herrnbruder.
In der ägyptischen Kirche ist neben den Passionssammlungen
in koptischer Sprache und den Notizen im koptisch -arabischen
Synaxarium eine zweifache 70 Jüngerliste überliefert, welche
unter dem Namen des Abul-1-Barakät bekannt, eine griechische
und eine nichtgriechische Liste, Ant. Baumstark, Oriens
Christianus I Romae 1901, 240—275; u. II 1902, 312—343 edierte.
Sie sind beide neben den griechischen und syrischen Zeugen
ziemlich wertlos.
5. Kapitel. Die geschichtlichen Einlagen des Dorotheus-
textes.
Wir hatten bis jetzt von der Untersuchung die zwei ge-
schichtlichen Traktate, welche das Jüngerverzeichnis des Doro-
theustextes umgeben, ausgeschlossen. Vorausgeschickt ist als
geschichtliche Einleitung — • wir nennen sie Prolog — eine Bio-
graphie des angeblichen Verfassers. An die Jüngerliste dagegen
ist eine Übersicht über die Kirchengeschichte von Byzanz, ins-
besondere die ununterbrochene Reihenfolge der vornicänischen
byzantinischen Bischöfe angeschlossen, welche wir den sog. Epilog
nennen. Es ist nun unsere Pflicht, die angegebenen Tatsachen
im sog. Prologe und Epiloge auf ihre Wirklichkeit zu prüfen.
§ 54. Der sog. Prolog.
Die Persönlichkeit des Märtyrers und Bischofs Doro-
theus, des angeblichen Verfassers des Textes, wird von einem
gewissen Presbyter Procopius, welcher die literarischen Erzeug-
nisse unseres Helden aufgefunden haben will, beschrieben. Nach
diesen Mitteilungen war Dorotheus (geboren 255) literarisch hoch-
gebildet, der lateinischen wie griechischen Sprache mächtiü'.
Unter Diokletian und wiederum unter Licinius (also c. 284 — 305
und c. 308 bis 323) hatte er Verfolgungen zu ertragen. Nach
beider Tod kehrte er dann jedesmal (wohl aus der Verbannung)
in seine Diözese Tyrus zurück und leitete sie bis zum zweiten
5. Die geschieht!. Einlagen des Dorotheustexte^. 175
Jahre Julians des Tyrannen (362). Da Julian wiederum die
Christen geheim verfolgte, floh Dorotheus nach Odyssopolis, v>o
er aber aufgespürt und seines Glaubens wegen gemartert wurde.
Unter den Martern starb er im Alter von 107 Jahren.
Auf den ersten Blick macht dieser Bericht nicht den Ein-
druck der Unwahrscheinlichkeit, trotzdem gewisse Lücken vor-
handen zu sein scheinen: z. B. muß man eine erste Verbannung
unter Diokletian aus der folgenden Mitteilung entnehmen, daß
Dorotheus xi)v löiav jiagoixictv nach des Verfolgers Tod über-
nahm. Die Mehrzahl der Gelehrten, welche sich mit dem Texte
abgaben, sprachen sich nachteilig über ihn aus und hielten diese
Biographie, wie die übrigen ausschließlich dorotheanischen Teile
für eine plumpe Fälschung: Marg. de la Bigne (1589), Molanus
(1585), Bellarmin (162 L), Possevin (1686), Ducange (1688), Tille-
mont (1698), Vales. Labbe (1680), Ellies du Pin (1719), Natalis
Alexander (1724), Banduri (1711), Voss, Cave (168S), Papebroch
(1714), Cuperus (1741) *, Hergenröther, Nilles, Jocham2, Lipsius.
Daneben gab es Stimmen, welche an der Echtheit und Wahrschein-
lichkeit des Berichtes festhielten, und zwar gehören sie neben
jener des Karmeliter Ambros. Gardebosc (1715) meist der neueren
Zeit an, darunter Fr. Delitzsch,3 M. Treppner,4 W. Christ5 und
K. Krumbacher.6
Bevor wir jedoch über unsern Text bei Dorotheus urteilen
können, müssen wir eine zweite Biographie unseres Helden in
der Chronographie des Theophanes, welche in den Jahren 810 11
abgefaßt ist, zum Vergleiche beiziehen.
Ps. Dorotheus, Prolog: Theophanes, Chronographia
ed. C. de Boor, Vol. ], Lipsiae
L883, S. 24 Z. 20—32 (Migne
P. gr. I118 p. 108 B— C) ad an-
num 316 p. Chr.:
1) Über diese älteren wird gehandelt in Acta SS. Juni tom. I pag. 392,
435 ff, Augusti tom. 1 pag. 1 ff, Octobris tom. XIII 688 ff.
2) Kirchenlexion von Wetzer und Weite III2 Sp. 1996.
3) Der Prophet Habacnc 1843 S. IV.
4) Das Patriarchat von Antiochien, Würzburg 1891,212.
5) Geschichte der griech. Literatur, München L898, 922f.
6) Geschichte der by/.anr. Literatur. 2. Auil. München L897, 3
176 Schemiann, Propheten- und Apostellegenden.
Outoq o xgoXeyßüq . . dv?/g Töze xal Amgo&eoq ijtioxo-
(Awgo&eoq ijc'iGxojtoq Tvgov) Jioq Tvgov, 6 im AioxXr/zia-
Gvyygafifiaza öid<poga xata- vov JcoXXd xaxojia&r/Gaq xal
XtXoutt Pcofialxa xe xal EXXr/- i^ogiaq xal ßaoava vJioiieivaq
5 vixa, ijieiörjjteg xal e.xazegcov r/xfiaCsv, jtX.tlGza Gvyygdttiiaza
zcöv yXcoGGcöv efiJieigoq vjtrjgys' xazaXijrcov Pcofiäixa xal EXXtj-
yeyove öh xal jioXvloxodq öl vixa, caq dficpozegcov yXojGGoiv
evcpv'iav. ii.ijitLQÖxaxoq xal JioXv'CGzcog
öi' evcpv'iav yevöfievoq. Ovroq
10 dxgißcöq xal stegl xcöv iniG-
xbitcov xov BvCavxiov xal aX-
Mexd öe xr\v zeXsvzrjv AioxXrj- Xcov jioXXcöv xojccov öiegrjX&EP.
xiavov xal Alxlv'lov xazeXaße *0 avzoq ijcaveX^cbv ix zl)q
xal avzoq zrjv iöiav jtagoixiav, i^oglaq xal iv zi] Gvvööca evge-
15 xal r\v l&vvcov xrp> iv Tvgm &elq xazaXaßcbv zrjv löiav jta-
ixxXrjoiav l^tygiq 'iovXtavov Qoixiav öirjgxeGev tcoq IovXia-
tov zvgdvvov. Kai ijieLÖ?]Jteg vov zov Jtagaßdvov. Kai ijcti-
ovx avzocpavcöq, dXXa xgvjt- örjxeg ov Jtgocpavcöq, aXXä
zcöq öid zcöv agyövzcov 'iov- xgvjixcöq öid xcöv agyövzcov 6
20 Xiavbq dvygei zovq Xgiozia- fiiagoq . dv/jg elq zovq XgiGzia-
vovq, JtaXiv 6 Acogofrsoq xazs- vovq jcagoivei, JcaXiv o fiaxd-
Xaßs z?]v 'OövGGovjtoXiv, Iv&a Qioq Acogofreog xazeXaße zt/r
xal GvGye&eiq vjtb zcöv 'lov- OövggojcoXlv, evfra xal Gvoyt-
Xiavov agyjbvzmv xal JcoXXovq &elq vjco zcöv agyjbvzmv 'iov-
25 alxiGfiovq vjiofielvaq iv ßa&v- Xiavov xal jtoXXovq vjcofiehaq
zdzco yrjga öid zrjv elq Xgi- alxiGfiovq iv ßa&vzdzco yt'/ga
gzov ofioXoyiav zalq ßaGavotq öid zyv elq XgiGzbv ofioXoylav
ivajced-avev exaxbv xal tjcxd xalq ßaGavotq ivajte&avev gZ'
ixcöv rjör/ xvyydvcov. izcöv tjör] zvyydvcov.
Da Anastasius ßibliothecarius in seine historia tripartita
eine lateinische Übersetung dieser Partie des Theophanes auf-
nahm, so habe ich ihre Varianten unter t1 im Apparat beigefügt1.
Sie sind nur geringe und ohne größere Bedeutung. Auch die
HSS des Dorotheus unterschieden sich unwesentlich in ihren
(> Latina simul et t1 | 12 öie^ijXSsv] historiarn texuit t1 | 13 aiToc
— 14 igoylaq <i t1 | 15 statt iöiav 1 HS oixelav | 16 statt ea)z eine HS
fiexQi \ 23 Edissopolrm 1 HS
1) Nach C. de Boor, Theophaais Chrono graphia, Vol. II 84, 31 — So, 4.
5. Die geschichtl. Einlagen des Dorotneustextes. 177
Lesarten. Theophanes kommt aber zum zweitenmal auf Doro-
theus, den JtoXvad-Xog ijtloxojtog Tvqov zusprechen1, wo er von
ihm berichtet, daß er jcoXXag lövoQiag exxXrjöiaörtxag verfaßt
habe und ein guter Prediger gewesen sei (kv Xoyoig öiajiQtJtmv),
daß er unter Diokletian und wiederum unter Licinius Bekenner
geworden sei woran sich sein Martyrium unter Julian in beinahe
denselben Worten, wie in der ersten Schilderung, anschließt. In
dem Texte des Ps. Dorotheus wird noch zur Vermittlung mit
der nun folgenden Jüngerliste weiter erzählt, daß unter dem
literarischen Nachlaß sich die Geschichte der 70 Jünger und
eine Lebensbeschreibung der Propheten gefunden habe. Zuerst
habe er über die Jünger gehandelt, von denen die meisten Bi-
schöfe in verschiedenen Diözesen geworden seien.
Ps. Dorotheus und Theophanes sind von einander in dem
Prologe zweifellos wörtlich abhängig: dennoch ist es schwer,
sich für die Priorität des einen oder andern zu entscheiden.
Theophanes bietet mehr als Ps. Dorotheus, er teilt mit, daß der
Märtyrer und Bischof an der Synode (wohl von Nicaea) teil-
genommen habe; und was dessen Schriftstellerei anbelangt, so
erwähnt Theophanes das reine Gegenteil zu Ps. Dorotheus.
Theophanes2 weiß nur von der Abfassung der Bischofsliste von
Byzanz und anderer Orte durch Dorotheus, Ps. Dorotheus da-
gegen erwähnt allein die Abfassung der Jünger und Prophetenliste.
Die Entwicklung des Biographischen schreitet bei Theo-
phanes normal fort; bei Dorotheus tritt die Mitteilung über die
Rückkehr des Dorotheus in seine Diözese nach dem Tode Dio-
kletians ganz unvermittelt und abgerissen auf, nachdem zuvor
von seiner großen Gelehrsamkeit und schriftstellerischen Tätig-
keit im allgemeinen die Rede war, welche hervorgehoben wer-
den sollte. Daher ergeben manche Notizen eine Lücke im Ge-
dankengang, so daß man zur Überzeugung kommen könnte, die
vita des Dorotheustextes sei aus Theophanes oder aus einer
beiden zugrundeliegenden Vorlage geflossen. J. Hergenröther3
1) Ebenda Vol. I p. 48, 27—49, 3.
2) Tillemont urteilt darüber: 1;. narration de Theophane se detruit
evidemment d'elle meine; s. Fr. Delitzsch, De Habacuci prophetae \ir.i
p. 64 Anra. 1.
3) l'hotius, Patriarch von KIM 1 8. 7 A.imi. 28 u. S. 660.
Texte u. Untersuchungen etc. 31,3 12
178 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
vermutete, um die beiden Berichte in Einklang zu bringen, daß
der Satz ovxoq axQißätg xdi jisqI tcöv sxioxojiojv tov BvCav-
riov xal aXlmv üioXlmv xbncov öugrjX&sv ein späteres Ein-
schiebsel bei Theophanes wäre, da letzterer von dem Bischofs-
kataloge keinen Gebrauch mache, obwohl er die Bischöfe und
Patriarchen KP eis von der Zeit Diokletians an verzeichne. Nach
der Ausgabe /von C. de Boor aber fehlt in keiner HS dieser
Satz. Vielmehr vermag er gerade das Rätsel der Abhängigkeit
beider Berichte von einem dritten zu lösen. Sehr wahrscheinlich
ist es, daß ursprünglich in dem Streite zwischen Rom und
Byzanz, dessenwegen wohl die ganze Fälschung gemacht wurde,
nur die Bischofsliste unter des Dorotheus Namen mit den damit
zusammenhängenden historischen Fälschungen, der Gründung
des Bistums Byzanz durch Andreas usw., ausgegeben war, welcher
dann später — wohl schon kurz darauf — zur Unterstützung
des Gesagten, die Jünger- und Apostelliste mit den entsprechen-
den Zusätzen beigegeben wurde. Nur so läßt sich die unvoll-
ständige, lückenhafte Biographie unseres Ps. Dorotheus erklären,
während Theophanes ohne Hintergedanken seine Vorlage un-
verfälscht und daher lückenlos übernahm.
Woher stammen aber die Nachrichten, welche Ps. Dorotheus
und Theophanes über den Märtyrer und Bischof von Tyrus
bringen? Unter den verschiedenen Dorothei, welche in der
hagiographischen Literatur1 vorkommen, kann nur die Biographie
jener 2 Dorothei in Betracht kommen, welche Eusebius in seiner
Kirchengeschichte als Märtyrer der diokletianischen Verfolgung
beschreibt. Theophanes2 erwähnt noch einen Dorotheus in
Alexandreia unter Valens (364 — 378), welcher in der Verfolgung
durch die Arianer litt, aber keine Lebenszüge mit unserm Doro-
theus gemeinsam hat. Dagegen scheint in der vita des Ps.
Dorotheus ein wahrer Kern verborgen zu sein, der in Euseb. h.
e. VII 32 3 vorliegt. Dort ist die Rede von einem Dorotheus,
der als Presbyter von Antiocheia sprachenkundig war. sogar
1) Janningius unterscheidet ungefähr 6 Dorothei, Acta SS. Juni t. 1
p. 383—387; 429—430. N. Nilles, Kalendarium Manuale utriusque eccle-
siae Orient, et occident. I, Oeniponte 1896, 174.
2) C. de Boor ed. I 66, 4, und Register s. v. Jü>oö&eoq JJ p. 589. Vgl.
Streber im Kirchenlexikon von Wetzer und Weite III2 Spalte 1994 f.
3) Migne P. gr. 20, 721 B.
5. Die geschieh tl. Einlagen des Dorotheustextes. 179
Hebräisch verstand. Kaiser Diokletian hatte ihn als besonders
auffallende Tat (oiov ti jtaQadoZov) in sein Hausgesinde
aufgenommen und ihn mit der Fürsorge der Purpurfarberei in
Tyrus betraut. In dieser Stellung hatte er aber auch in der
Kirche, wohl in der Predigt, die hl. Schrift nicht ungewandt
ausgelegt. Diese vita hatte Nikephorus Callisti h. e. VI 35 l aus
Eusebius aufgenommen, seine Quelle aber nicht verschwiegen,
indem er berichtet, daß Eusebius ihn selbst gehört habe. Diese
Eigenschaft des Dorotheus als Prediger in Tyrus findet sich in
den Parallelviten des Ps. Dorotheus und Theophanes nicht, wohl
aber an der Stelle, wo Theophanes zum zweitenmal von Doro-
theus spricht und ihn als kv loyotq diaJiQtTiovTa, feiert, wodurch
in unserer vita sein Bischofsamt gepriesen wird, da in der alten
Kirche es hauptsächlichste Pflicht der Bischöfe war zu predigen.
Aus der Sprachenkenntnis, die ihm schon als Presbyter von
Antiocheia zukam, mochte leicht durch tendenziöse Entstellung
unser Text, der ihn des Griechischen ebenso wie des Lateinischen
kundig sein läßt, konstruiert werden. Von einem Martyrium
eines Hofbeamten Dorotheus unter Diokletian spricht wiederum
Eusebius h. e. VIII 62, der aber nicht sicher mit dem Presbyter
von Antiocheia identifiziert werden darf. Denn dieser Dorotheus
und sein Leidensgenosse Gorgonius, waren am Hoflager in Niko-
medeia, wie Eusebius schon h. e. VIII c. I3 berichtet. Da nach
unserer fälschlichen •vita Dorotheus auch nur Bekenner unter
Diokletian war und sich durch Flucht dem Martyrium entzog,
so hat er mit diesem Märtyrer nichts gemein; nur die leise
Andeutung eines christlichen Dulders unter Diokletian mag da-
von herrühren.
Damit haben wir einen sicheren geschichtlichen Kern heraus-
geschält, an dem die Fälschung Anhaltspunkte zur weiteren
Entfaltung hatte. Eine Reihe von Einzelheiten, welche aber in
der vita unseres Dorotheus erwähnt werden, haben bei Eusebius
1) Migne P. gi-. 145, 1200 C.
_') Migne P. gr. 20, 753 A; übernommen von Nikephorus Callisti h. e.
VII 5 (Migne P. gr. 145, 1214 C).
3) Migne P. gr. 20, 740 C— D; im Chronicon Paschale ad ann. 303,
XIX Dioclet. Augusti wiederum verwertet; ed. L. Dindorf a. a. O. I 515,
L6f (Migne P. gr. 92, 689 B).
12*
IgQ Scherrnann, Propheten- und Apostellegenden.
noch keine Bestätigung gefunden, müssen daher aus einer andern
Quelle stammen oder als Fälschung erklärt werden.
Fr. Delitzsch1, welcher am meisten von der Echtheit der
Fälschung überzeugt war, hält an jedem einzelnen Punkte fest.
sieht überhaupt nur die Schwierigkeit in dem Schweigen des
Eusebius und Hieronymus über unsern Schriftsteller. Selbst die
Frage, ob unser Dorotheus wirklich auf „der Synode"2, welche
die meisten mit ihm für jene von Nicaea hielten, anwesend sein
konnte, weiß er glücklich zu beantworten, trotzdem in den Unter-
schriften der Akten des Konzils ein Zeno von Tyrus3 sich nennt.
Allerdings herrscht hier ein gewisser Widerspruch, da Theodor
von Mopsuestia. dessen Zeugnis Niketas Akominatus Choniates4
uns aufbewahrt hat, erzählt, daß Paulinus von Tyrus mit acht
andern Bischöfen die Dekrete der ersten Sitzung der nicänischen
Synode nicht unterschrieben habe. Diese Verschiedenheit mag
davon herrühren,' daß Paulinus als Eindringling Bischof von
Tyrus war, wie schon Eusebius5 berichtet, welchen die orthodoxe
Partei nicht anerkannte, so daß sie an seiner statt einen andern
Bischof wählte.
Delitzsch6 versuchte aber der Erzählung des Dorotheus-
prologes dadurch gerecht zu werden, indem er zunächst annahm,
daß der Presbyter Dorotheus von Antiocheia als Bischof nach
Tyrus gewählt wurde und zwar während eines zweijährigen Inter-
valls, das zwischen dem Tod des früheren Bischofs Tyrannis
(f 309) und zwischen Paulinus, der schon geraume Zeit vor 315
Bischof von Tyrus wurde, sich herausstellte. In diesem Zeit-
raum muß aber auch nach Delitzsch noch die Wahl des Metho-
dius als Bischof erfolgt sein, von welchem Hieronymus berichtet.
Um hier Wandel zu schaffen, läßt Delitzsch den Dorotheus als-
bald verbannt werden und wieder gegen Ende seines Lebens
1) De Habac. proph. vita a. a. 0. S. 68, 74. 85.
2) Wie Theophanes berichtet.
3) Max Treppner, Das Patriarchat v. Antioch. S. 72. H. Geizer.
H. Hilgenfeld, 0. Cuntz, Patrum Nicaenorurn nomina, Lipsiae 1898
(Bibl. Script. Graec. et Lat. Teubner. [Scriptores sacri et profani fasc. EEj)
S. 13. 63. 82. 100. 191.
4) Thesaur. ortbod. fidei 1. V c. 7 (c. 1204—1210 abgefaßt), Migne P.
gr. 139, 1368. Vgl. Theodoret. h. e. 16; Sozomenus b. e. II IS.
5) b. e. 1. X Delitzsch S. 70.
6) De Habacuci proph. vita S. 70 — 74.
5. Die geschichtl. Einlagen des Dorotheustextes. jgl
zurückkehren, währenddessen eine ganze Reihe anderer Bischöfe
ihres Amtes in Tyrus walteten. Allein seine ganze Konstruktion
scheitert daran, daß damit nicht der Widerspruch zwischen der
Mitteilung des Theophanes, Dorotheus habe der Synode (dem
Nicaenum) beigewohnt, und dem Tatsachenbestande, daß andere
Bischöfe von Tyrus, wohl ein arianischer wie ein orthodoxer,
anwesend waren, aufgehoben wird, geschweige denn, daß in einer
glaubhaften Quelle ein Dorotheus jemals als Bischof von Tyrus
dieser Zeit genannt wird.
Eine andere Lösung versuchte Hamaker1, der in Abrede
stellte, daß Eusebius dieses Dorotheus überhaupt hätte Erwäh-
nung tun können, da er ja erst nach des Eusebius Tod unter
Julian das Martyrium erlitten habe. Auch drei Jahre vor seinem
Tode (359) habe Dorotheus nicht mehr Bischof sein können,
da Uranius bereits dem semiarianischen Konzil von Seleukia
assistiert habe. So sei wohl an Bischof Dorotheus Vitalis, den
Vorgänger des Uranius zu denken, der 347 noch lebte und auf
dem Konzil von Sardika unterschrieb. Allein auch auf diese
"Weise läßt sich die Geschichtlichkeit der Erzählung nicht halten,
welche abgesehen von dem historischen Kern, der Existenz eines
sprachenkundigen Presbyters Dorotheus von Antiocheia, in das
Reich der Fabel zu verweisen ist.
Die weitere Erzählung, Dorotheus habe die überlieferten
Schriften lateinisch und griechisch abgefaßt, hält auch Delitzsch2
für unrichtig. Dennoch sucht er auch hier einen Funken
von Wahrheit herauszufinden. Wie verschiedene Schriften des
christlichen Altertums ursprünglich griechisch abgefaßt, aber
nur in einer früh angefertigten Übersetzung vorhanden seien, so
habe das gleiche Schicksal auch die Schriften unseres Dorotheus
getroffen. Procopius der Herausgeber habe wohl nur noch die
lateinische Übersetzung angetroffen, und sie dann in seiner eige-
nen Rückübersetzung veröffentlicht. Mit diesen Hypothesen,
worin ihm wohl niemand folgt, glaubte Delitzsch, daß in den
Apostel-, Jünger- und Bischofslisten echte Produkte des Doro-
theus vorliegen.
1) H. A. Hamaker, Cominentatio etc. [Commentationcs latinae
fciae '-lassis instituti Regii belgiei Vol. V] Auistelod. 1S33 p. 15.
2) ii. a. 0. p. 76. 85. 56. 58.
182 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
Heute teilen die wenigsten die Ansicht von der Echtheit
der passio; dennoch hatte eine bedeutende Zahl von Vorgängern
die Biographie des Dorotheus für bare Münze genommen und
weitererzählt. Hierzu gehörte schon Georgius Monachus *,
welcher in seiner Chronik zum J. 1816 der Welt (316 Christi)
und unter Julian unseres Dorotheus gedenkt, ferner Anastasius
Bibliothecarius, dessen Notiz in seiner historia tripartita wir
bereits erwähnt haben; dann aber eine Reihe von Kaiendarien2,
das Menologium Basilii zum 9. Oktober, das Synaxarium CPol.
zum 6. Juni, das Typicum S. Sabae und selbst das Martyrologium
Romanum, welches zum 5. Juni schreibt3: Tyri passio S. Doro-
thei presbyteri, qui sub Diocletiano multa passus et usque ad
Juliani tempora superstes sub eo annum agens septimum 9upra
centesimum, venerandam senectam martyrio honestavit.
§ 55. Des Epilogs 1. Teil. Die Gründung der Kirche
von Byzanz durch Andreas.
Der Hauptzweck des ganzen Dorotheustextes spricht sich
am deutlichsten in dem hier vorgetragenen Gedanken aus, daß
der Apostel Andreas den Bischofssitz Byzanz begründet und als
ersten Inhaber Stachys eingesetzt habe. Hieran reiht sich dann,
um die ununterbrochene Nachfolge in der bischöflichen Amts-
gewalt zu beweisen, ein Katalog von byzantinischen Bischöfen
bis in die Zeit Konstantins des Großen, in welcher Metrophanes
residierte.
Die Erfindung dieser Begebenheiten wurde durch die meisten
Forscher, welche gegen die Dorotheanische Fälschung Stellung
nahmen, meist durch argumenta ex silentio dargetan. Bevor wir
jedoch die Reihe der vorgebrachten Zeugnisse prüfen, darf eiue
bis jetzt in diesem Zusammenhange noch ganz unbeachtete Quelle
oder Parallele zu Dorotheus nicht unerwähnt gelassen werden.
Nach den Akten des Andreas, welche bei den Priscillianisten
viel gelesen wurden, aber großenteils verloren sind, und beson-
1) Delitzsch a. a. 0. S. 63.
2) Acta SS. Juni tom. I p. 434 f.
3) N. Nilles, Kalendarium Manuale a. a. 0. tom. I ed. alt. 173.
Delitzsch a. a. 0. S. 75 nota 40.
5. Die geschieht!. Einlagen des Dorotheustextes. 133
ders nach den noch erhaltenen katholischen Bearbeitungen1)
nach den acta Andreae et Matthiae und acta Petri et Andreae,
soll der Apostel Andreas auf der Durchreise nach Griechenland
(Achaia) auch Thracien berührt haben, sodaß man einen Aufent-
halt in Byzanz anschließen kann. Philastrius (haer. 88) bezeichnet
daher die gnostischen Akten als „actus quos Andreas fecit veniens
de Ponto in Graeciam." Diese Erzählung2 wurde noch weiter-
hin wach gehalten durch die Überführung der Gebeine des
Andreas nach CPel im J. 357 im 20. Regierungsjahre des Kaisers
Konstantius, welche nebst den Reliquien des Lukas und Tiino-
theus in der Apostelkirche beigesetzt wurden. Daneben spielte
noch eine zweite alte Tradition mit, wonach eine Kirche auf
der Akropolis3, der benachbarten Anhöhe von Byzanz, von
Andreas erbaut sei. Der Fälscher entstellte den Namen der
Burg und nannte sie Argyropolis, sodaß sich die Legende bei
Dorotheus folgendermaßen gestaltete: Als Andreas „nach dem
Pontus" übersetzte, wurde er in Byzanz an einer beabsichtigten
Predigt durch die Grausamkeit des Tyrannen Zeuxippus4 ver-
hindert, welcher jeden Christen, der die Stadt betrat, an Händen
und Füßen gefesselt, ins Meer werfen ließ. Andreas sei daher
bei Byzanz vorbeigefahren und habe ein Stadium weit entfernt
in Argyropolis seinen Wohnsitz aufgeschlagen, dort zwei Jahre
1) 0. Bardenhewer, Geschichte der altkirchl. Literatur. I. Bd.
Freiburg 1902, 432 ff.
2) Lipsius a. a. 0. I 007 Anui. 1; Die Überführung nach CPel bei
Hieronymus, de vir. ülustr. c. 7; Chronicon zum 20. Jahre des Konstantius;
adv. Vigilantiura ed. Vallarsi t. II p. 122; Socrates h. e. 140; Philostorg.
h. e. III 2; Georgius Monach. Hamart. 1. III c. 122 u. 1. IV c.'lSS (Migne
P. gr. 110, 444 A u. 057 B).
3) Epiph. Monach. vita Andreae ed. D res sei p. OS, 27: slg r//v ay.oo-
no).iv xov Bv'Qavziov xa&dQOJOev evxrt'jyLov xtjq äyiaq &eotöxov, u £ou
ft&XQl T'l? ofifiegov. Niketas David Paphl. (f SSO) bei Migne P. gr. 105,
6SC. Vgl. A. v. (Jutschmid, Die Königsnainen in d. apokr. Ap. -Gesch.
in Rhein. Mus. f. Philol. N. F. XIX, Frankf. 1804, 393: „Die Behauptung
der Byzantiner, Andreas habe das Bistum Byzanz gegründet, ist eine
notorische Fälschung; sie setzt aber das politische Apostolhit dessen als
etwas allgemein Angenommenes voraus".
4) Der Name Zeuxippus wird im Chronicon Paschale bei Erwähnung
der Gründungsgeschichte von Byzanz einem von Severus eingerichteten
öffentlichen Bad gegeben. Migne Patr. gr. 92. 649 A.
Ig4 Schemiann, Propheten- und Apostellegenden.
lang gepredigt, 2000 Seelen bekehrt, danach den Stachys zum
Bischof geweiht und seine Reise nach Sinope fortgesetzt.
Die letzten Mitteilungen, daß Andreas die Christengemeinde
von Byzanz begründet, sind eine Weiterbildung des Fälschers
auf Grund der Andreasakten; ferner läßt sich bis zum Beginn
des 9. Jahrh. kein Zeugnis beibringen, welches von einer Ein-
setzung des Stachys zum ersten Bischof von Byzanz Kunde
geben würde. Stachys „der Geliebte" (Rom. 16, 9) wird von
Origenes in seinem Kommentar zum Römerbrief1 mit Ampliatus
apostolici operis particeps genannt. Auch Ps. Ambrosius'2 spricht
im Kommentar zu demselben Paulusbrief in ähnlicher Weise
von ihm. Auch Chrysostomos, Theodoret, Primasius und Se-
dulius3 erwähnen ihn lobend, ohne von seinem Amte als erstem
Bischof zu sprechen.
AVeit mehr Bedeutung als bei diesen Gelegenheitszeugen
erlangt das argumentum ex silentio bei Eusebius, welcher im
ersten Buch seiner Kirchengeschichte (c. 1) die Succession der
apostolischen Bischofssitze beschreibt, ohne jener von Byzanz
Erwähnung zu tun. Gregor von Nazianz (or. 33) 4 gibt von
einigen Aposteln die Missionsgebiete an, Lukas in Achaja, An-
dreas in Epirus, Johannes in Ephesus, Thomas in Indien, Markus
in Italien. Auf den Konzilien von CPol. (381)5 und Chalcedon6
(451) hatten sich die CPolitaner für ihren Vorrang nicht auf
die Gründung durch Andreas berufen, sondern nur öia, rb üvat
amrjv vtav lPc6fir]v. Leo I. hatte in seinem Briefe an Kaiser
Marcian (450 — 457) die Gelüste des Anatolius, welche der Kaiser
ihm in einem Schreiben darlegte, dahin zurückgedämmt, daß"
..Anatolius von KPel sich begnügen solle, Bischof der Residenz-
stadt zu sein; zu einem apostolischen Sitze könne er diese doch
nicht machen". Auch andere Briefe Leos I.8 sprechen sich da-
1) 1. X n. 23 (Migne P. gr. 14, 1281 A).
2) Migne P. lat. 17, 179.
3) Die genauen Nachweise ihrer Angaben s. Acta SS. Octobris tom.
XIII, Parisiis 1883, 687 nota 7—10.
4) n. 11, Migne Patr. gr. 36, 22S C.
5) can. 3; C. J. Hef ele, Conciliengeschichte II2, Freiburg 1S75, 17 f. 32.
6) can. 2S; Hefele p. 528.
7) Hefele ebenda S. 530, Mansi T. YI p. 191.
8) Hefele ebenda S. 530 f.
5. Die geschieht!. Einlagen des Dorotheustextes. l§5
gegen aus, daß CPel rechtshalber, weil nicht von einem Apostel
begründet, nicht den Anspruch auf Bevorzugung vor Alexandreia
und Antiocheia machen könne. Es scheint aber aus diesen Ent-
gegnungen hervorzugehen, daß von CPel aus der Versuch ge-
macht wurde, die Gründung auf einen Apostel zurückzuführen,
trotzdem nichts weiter darüber bekannt ist. Auch Joh. Chryso-
stomus1 nennt CPel die Stadt der Apostel, allerdings aus dem
Grunde, weil in ihr die berühmte von Konstantin2 gegründete
Apostelkirche war. Allein dieser Ehrentitel, i) jcolig rcöv auto-
oxblcov, den sich CPel alsbald beilegte, mochte zu dem Nimbus
der Stadt als einer Apostelgründung beigetragen haben. Die
Übertragung dieses Gedankens auf Andreas war leicht gefunden,
als seine Gebeine dorthin überführt worden waren. Im Jahre 396
ließ Arcadia, die Tochter des Arcadius, ihm zu Ehren eine Ka-
pelle erbauen, wie das Chronicon Paschale3 berichtet, welches
aber bei Erzählung der Gründungsgeschichte von ßyzanz nichts
von der Andreassage weiß4. Noch im 9. Jahrhundert scheint
man von dieser byzantinischen Fälschung in Rom nicht Notiz
genommen oder nichts gewußt zu haben, denn Nikolaus I. (858
bis 867) spricht in responsis ad consulta Bulgarorum c. 92 5 nur
von der Apostolizität der Patriarchate von Rom, Alexandreia und
Antiocheia, während die Bischöfe von CPel und Jerusalem für
ihre Patriarchentitel keine solche Auktorität in Anspruch nehmen
könnten. Denn die CPol. Kirche habe weder einer der Apostel
gegründet, noch sei auf der Synode von Nicaea irgendwie der-
selben Erwähnung geschehen; sondern nur weil CPel Neurom
genannt werde, sei der Bischof mehr durch die Gunst der Fürsten,
als durch einen Rechtsgrund Patriarch genannt worden. Derselbe
Papst schrieb im Jahre 860 in der Sache des Photius an Michael III.6
1) Ho-inilia ad eos qui ecclesia relicta ad circenses ludos et ad
theatra transfugerunt (Migne P. gr. 56, 204). Es wird in der Anmerkung
von Montfaucon (?) aufmerksam gemacht, daß auch Konstantin und Helena
loanüoxoXoL genannt wurden, wobei anöoroXog im weitesten Sinne ge-
braucht ist.
2) Georg. Monach. Hamart. Chronicon ed. C. de Boor, Vol. II,
LipoLae 1904 pag. 501, 3-4.
3) Migne P. gr. 92, 777B; ed. L. Dindorf 1, Bonnae 1832, 566, 13.
4) Migne 92, 048 B; ed. Dindorf I 494, 12 f und 507, 20 f.
5) Labee VIII 545ff und Acta SS. Octobr. XIII 687.
6) Mansi XVl'JOA— Bf. Migne P. Lat. L19, 769. Acta SS. Octobris
186 Schennann, Propheten- und Apostellegenden.
(842 — 867), daß CPel nur durch Beute und Gewalt bereichert
worden sei, wobei er sich auf den Brief Leos I. an Kaiser Marcian
beruft.
Daraus, daß in Rom zu Nikolaus I. Zeit noch nichts von
der Fälschung bekannt gewesen zu sein scheint, ist aber nicht der
Schluß zu ziehen, daß sie in CPel und den damit harmonierenden
Landesteilen gleichzeitig nicht schon gemacht und verbreitet war.
Der erste Zeuge ist Epiphanius Monachus1, der die neue Erfin-
dung von der Einsetzung des Stachys zum Bischof von Argyro-
polis und die ältere Tradition von der durch Andreas auf der
Akropolis erbauten Marienkirche nebeneinander feil bietet: Als
Andreas von Sinope nach Byzanz kam, war Argyropolis eine
blühende Stadt. Er setzte ihnen den Stachys zum Bischof ein
und erbaute auf der Akropolis von Byzanz einen Gebetsraum
zur hl. Gottesgebärerin, welche noch bis heute steht. Das eigentlich
an erster Stelle2 zu nennende Zeugnis der chronographia brevis des
Patriarchen Nikephorus von CPel (758 geb., 806 Patriarch, 815
verbannt, f 828) ist nicht unumstritten, da deren Echtheit äußere
wie innere Gründe wankend machen. Von der zweiten Hälfte
des 9. Jahrhunderts an mehren sich die Zeugnisse, welche sich
tom. XIII, 687 comment. Historie, ad 31 octob. de SS. Stachy, Arnpliato,
Urbano et Narcisso.
1) Vita Andreae, c. 800—815 abgefaßt. Diekamp, Hippolytos von
Theben S. 145. ed. Dressel p. 68, 27.
2) Migne P. gr. 100, 1042 D. Der Biograph des Patriarchen. Diakon
Ignatius, erwähnt nichts von chronologischen Studien (vide AA. SS. Octob.
XIII 688), auch nicht Photius Bibl. cod. 66 (Migne P. gr. 103, 163 A— B ),
trotzdem ihm gerade die Cronik ob dieser Notiz über Andreas und Stachys
hätte erwünscht sein können. Nach der neuesten Ausgabe von C. de
Boor, Nicephori archiepisc. CPolitani opuscula historica {"/aovoyQa<pixbv
aivropov Leipzig 18S0 p. 112) schreiben alle 10 griech. HSS, welche in
zwei Redaktionen zerfallen, das chronol. Compendium dem Patriarchen
zu. Dagegen fehlt die Bischofsliste von Byzanz in der Historia tripartita
des Anastasius Bibliothec. (in der Ausgabe von C. de Boor, Theophanis
Chronographia Vol. DZ 185, 52), der also seine Quelle nicht getreu wieder-
gibt. Auf andere Schwierigkeiten machte Petavius aufmerksam, da nach
dem angebl. Verfasser noch weitere 16 Patriarchen bis Ignatius aufgezählt
sind. Der neuste Herausgeber C. de Boor scheint dafür zu sprechen, daß
dieses Werk nur in einer Überarbeitung veröffentlicht ist, welche unter
Michael III. um das Jahr 850 veranstaltet wurde. Vgl. K. Krumbacher,
Gesch. d. byzant. Literatur, 2. Aufl. S. 350.
5. Die geschichtl. Einlagen des Borotheustextes. l$7
meist in den Bischofslisten von Byzanz vorfinden; in dem Pane-
gyrikus des Niketas David Paphlago (f 880) auf Andreas1, der
auch von der Muttergotteskirche auf der Akropolis erzählt, in
der Rechtsammlung des X. Jahrh., dem ius Graeco-Romanum2.
und in denjenigen Chroniken, welche die Bischofsliste von Byzanz
mit jener des Dorotheustextes gemein haben und alsbald zur
Sprache kommen. Auch das vjtoiivt/fia in den griechischen
Menaeen und Menologien, jenem des Kaisers Basilius (saec. X)3.
in dem Synaxarium CPolit. haben die Einsetzung des Stachys
als ersten Bischof von Byzanz aufgenommen. Selbst das römische
Martyrologium zeigt in der seit 1583 ihm einverleibten Xotiz
zum 31. Oktober Byzanz gegenüber großes Entgegenkommen:
CPoli sancti Stachys episcopi, qui a beato Andrea Apostolo
primus eiusdem civitatis episcopus ordinatus est4. Übrigens
findet sich kein Jüngername der Dorotheusliste. auch nicht
Stachys, im ältesten CPolitanischen Kalendarium5.
§56. Des Epilogs 2. Teil. Die Bischofsliste von Byzanz.
In ausführlicher und eingehender Weise gab sich Fr. Fischer6
mit den Bischofs- und Patriarchenkatalogen von Byzanz ab, ohne
daß es ihm gelungen wäre, die Liste des Dorotheustextes" or-
dentlich einzureihen. Wer einen Einblick in die dabei schwebende
Frage hat, ob überhaupt vor Konstantin d. Gr. berechtigterweise
ein Katalog aufgestellt werden kann oder ob erst die mit Metro-
phanes beginnenden Bischofslisten von CPel der geschichtlichen
Tatsache entsprechen, wird nicht wie Fischer die Gruppierung
1) Migne P. gr. 105, 63 < .
2) Migne P. gr. 119, 909 C—D.
3) Lipsius a. a. 0. I 549 Anui. u. WS Anin. 1.
4) Martyrologium Romanuni, auctore C. Baronio, secunda editio Ant-
verpiae 1589, 481. Vgl. AA. SS. Octobr. tom. XIII 687.
5) Steph. Ant. Morcelli, Kalendarium Eccl. CPolit. t. II Romae
1788 p. 243. Vgl. H. Kellner, Heortologie oder die geschichtl. Entwickl.
des Kirchenjahrs und der Eeiligenfeste. '_'. Autl. Freib. 1906, 273.
0) Bo Patriarcbarum CPolitanor. catalogia [Commentat. philolog. Je-
nenses t. III] Lipsiae 1884. Dissertat.
7) In der Batierung der Kaiser wimmelt das Ganze von Anachronis-
men, s. Bucange in der Ausgabe (Migne P. gr. 92, L068); Hergenröther,
Photius I 661.
188 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
der in verhältnismäßig reicher Anzahl vorhandenen Listen nach
deren äußeren Form, ob in Prosa oder Reim abgefaßt, treffen,
und ebensowenig nach ihrem Endziel, ob sie mit einem Patriar-
chen des 13. oder 17. Jahrhunderts abschließen. All diese äußern
Kriterien und Zutaten, welche für die Geschichte gewiß nicht
belanglos sind, bieten aber für unsern Zweck keine Merkmale,
welche eine ihnen etwa zugrundeliegende Vorlage beurteilen
lassen. Ein weiterer Widerspruch liegt darin, daß Fischer, trotz-
dem er den vornicänischen Dorotheuskatalog der byzantinischen
Bischöfe wie Banduri1, Cave, H. Geizer, Lipsius u. a. als Fäl-
schung2 betrachtet, ihn dennoch auf die kirchlichen Diptychen
zurückführt, ja ihn als unverfälschten Repräsentanten derselben
anzunehmen scheint; dabei sollen die übrigen spätem Kataloge
darnach interpoliert worden sein. Dadurch ist sein Stemma,
durch welches die gegenseitige Abhängigkeit der Listen dargetan
wird, ein höchst kompliziertes geworden, welches die zwei
Gruppen, die von Andreas resp. Stachys3 beginnende und jene
mit Metrophanes z. Z. Konstantins anhebende zu verschmelzen
sucht. Bevor wir auf diese zwei Gruppen eingehen, mag noch
eine 3. vorher zur Sprache kommen.
1. Ps. Symeon Logotheta4, dessen Chronik unter Nikephorus
Phokas (963 — 969) vollendet worden zu sein scheint, und Geor-
gius Kedrenus5 erwähnen vor Konstantin drei, resp. Metrophanes
eingerechnet, vier Bischöfe von Byzanz: z. Z. des Caracalla (211
bis 217) Bischof Philadelphias als ersten, der drei Jahre lang
regierte; vor ihm stand ein Presbyter der Kirche vor. Im
3. Jahre des Gordianus (238 — 244) sei ein Eugenius Bischof ge-
worden, welcher 25 Jahre lang den Sitz inne hatte; unter Xu-
merian (284) sei ein dritter Bischof namens Rufinus der Kirche
vorgestanden; und unter Konstantin wird als 4. Bischof Metro-
1) Anselm Banduri, Imperium Orientale tom. II Pavisiis 1711 p. SSS.
2) De patriarch. CPol. catal. S. 273. 295.
3) K. Krumbacher, Geschichte der byzant. Literatur 2. Aufl., Mün-
chen 1897 S. 1148 gibt den Katalog der Bischöfe von Stachys (3S— 54)
bis Probus (303 — 315) nach der Datierung des Dorotheus.
4) Ans. Banduri, Imper. oriental. tom. II p. 888. Vgl. K. Krum-
bacher, Gesch. d. byzant. Literatur a. a. 0. S. 358 f.
5) Synopsis historic. (Migne P. gr. 121, 520 D) Kguxtoq tnioy.ont>i
xareoTTj <Pi).üöe).<poq £r>/ tq'kx' noior/v yäo i/'jg ixxXrjaiag rj' TtQEOßvzSQÖs n.\
5. Die geschieht!. Einlagen des Dorotheustextes. 189
phanes1 genannt. Der letztere Schriftsteller übernahm diese
Notizen der Chronik, wobei er aber den als dritten angeführten
Bischof Rufmus nicht nennt. Nur diese zwei Zeugen haben uns
drei Bischöfe von Byzanz vor Konstantin genannt, welche sonst
nirgends erwähnt werden. Daraus hat nun Guil. Cuperus2 ge-
schlossen, daß bei Ps. Symeon in der Charakterisierung der
Männer als „Bischöfe" ein Irrtum vorliege. Da zudem die an-
gegebene Regierungszeit der einzelnen „Bischöfe" nicht den
Zeitraum von Caracalla (f 217) bis Konstantin ausfüllt und
zwischen den einzelnen Hierarchen große Intervallen frei blieben,
welche ein halbes Jahrhundert Interregnum auf dem bischöflichen
Stuhl von Byzanz darstellen, so würde diese auffallende Erschei-
nung am besten durch die Annahme einer Verwechslung gehoben,
wonach diese drei Männer als Leiter der byzantinischen Christen-
gemeinde im Auftrage des Bischofs von Heraklea, welchem
Byzanz unterstand3, zu gelten hätten (im Sinne von chorepiscopi).
Fischer4 nahm auch hierin eine eigentümliche Stellung ein. Er
glaubt, daß die drei Bischofsnamen, welche Ps. Symeon Logo-
theta und Georgius Kedrenus nennen, Fragmente aus einem
..chronicon vetustum aliquod Constantinopolitannm" seien, welches
z. Z. des Sokrates schon in Vergessenheit geraten wäre. Allein
auch Eusebius erwähnt sie mit keinem Worte. So wäre es
höchst eigentümlich, daß ihre Namen bis zum 9. Jahrh. ganz
verschwunden, auf einmal wieder auftauchten. Ps. Symeon hatte,
um Byzanz etwas in den Vordergrund zu stellen, aus seiner
Quelle, welche ein nach Verfolgungen geordnetes Martyrologium
sein mochte, die Vorstände ImLotcojcol genannt, ein terminus,
der gerade in alter Zeit weite Ausdehnung hatte, so daß es nicht
unmöglich ist, daß sie in seiner Vorlage bereits so genannt waren.
2. Die zweite Gruppe der byzantinischen Bischofs- und
Patriarchenlisten beginnt mit Metrophanes, d. i. dem Bischöfe
1) Em 0. Jahre Konstantins. Vgl. St. Ant. Morcelli, Kalendarium
eccl. Constantinop. Vol. II p. 121.
2) Tractatus praeliminaris de patriarchis CPolitanis in Acta SS.
Augustitora. I, Venetiis 1750 pag. 1 ff.
3) Janningius, ActaSS. Junii tom.Ip.383— 387;429-430. N.Nilles
Kalendarium Manuale a. a. 0. tom. I, ed. alt. 172.
4) a. a. 0. S. 296.
190 Schemiann, Propheten- und Apostellegenden.
unter Konstantin, dessen Regierungsantritt verschieden angesetzt
wird. Die ältesten Zeugen sind Sokrates h. e. I 37 und das
Chronicon Paschale, welches c. 630 — 640 abgefaßt wurde. Letz-
teres1 berichtet zum 8. Jahre der 1. Indiktion, dem 4. Jahre'2 des
Konstantin und dem 3. des Licinius: xr\q Iv rm Bvtavziqy IxxÄrj-
oiaq rffüxai JcQwtog Mr\xQo(pä.vr\q Ixt] i . Ein weiterer Zeuge ist
Theophanes, welcher zwar in der Biographie des Märtyrers Doro-
theus von unserm Pseudonymen Text abhängig zu sein scheint, den-
noch aber nicht den angegebenen Bischofskatalog von Byzanz
übernahm, welcher mit Stachys beginnt. Dies ist umso auffallender,
als Theophanes ausdrücklich erwähnt, daß Dorotheus äxQißäq xat
jieqi xmv kjcLOxojccov BvCavxiov xal alXcov xojccqv öiegrjZd'ev.
Dennoch beginnt er die Bischofsliste von Byzanz erst mit Metro-
phanes i. J. 5810 der Welt3. Der verdiente Herausgeber C. de
Boor4 gab als Grund für des Theophanes Handlungsweise an,
weil erst „dieser Sitz durch die Wahl von Byzanz zur Residenz
den übrigen 4 oekumenischen Sitzen an Bedeutung gleichgestellt
wurde". Allein wir können dieser Begründung nicht beipflichten,
ebensowenig einer etwaigen Vermutung, es mochte Theophanes,
da er das Werk erst von Diokletian bis Michael I. (813) be-
arbeitete, die früheren Bischöfe von Byzanz nicht genannt haben.
Offenbar bot die von ihm hier benützte Vorlage den uns auch
sonst bekannten, erst mit Metrophanes beginnenden Kataloü'.
welcher die geschichtliche Grundlage der ersten Einsetzung des
Metrophanes zum Bischof von Byzanz vertrat. Daher haben auch
zwei Theophanes-HSS eine Glosse am Rande zum J. 5802: xovxco
xtö £T£C MtjzQogxxvrjq sjtlöxojtoq xov BvCavxlov exEigoxov?]{hi/,
eine Bemerkung5, welche „freilich ebensogut von einem Leser,
1) ed. Lud. Dindorf I, Bonnae 1832, 522, 15.
2) Vol. II 36S ist angemerkt, daß nach allen Fasten zu lesen sei:
dem 3. Jahre. Im ältesten konstantinopol. Kalender ist auch nicht ein
Name der Bischöfe vor Metrophanes aufgenommen. Morcelli, Kalend.
eccl. CPolit. tom. II, 121. H. Kellner. Heortologie S. 273.
3) C. de Boor, Theophanis Chronographia t. I, p. 16.
4) Ebenda II 512.
5) Über den Anfang der Regierungszeit des Metrophanes als Bischof
läßt sich aus den vorhandenen Quellen keine Sicherheit gewinnen: s.
Fr. Fischer a. a. 0. in Commentat. philol. Jenens. Vol. III. Lipsiae 1S44.
p. 298— 333. N. Nilles. Kalend. Manuale I, 172.
5. Die geschichtl. Einlagen des Dorotheustextes. 191
welcher 9 Jahre rückwärts zählte, als von Theophanes selbst her-
rühren kann". Obwohl Antiocheia, Jerusalem, Alexandreia auch
keine Residenzstädte sind und dennoch ihre Bischöfe gleich den
römischen der ersten drei Jahrhunderte von Theophanes ver-
zeichnet werden, so muß der Grund, warum Byzanz erst mit
Metrophanes zu Beginn des 4. Jahrh. bei ihm eintritt, ein an-
derer gewesen sein, als der von C. de Boor aus der neuen Be-
deutung der Stadt geschöpfte. Wie vielmehr de Boor aus andern
Anzeichen schließt, muß für Theophanes ein sorgfältiger Katalog
zugrunde gelegen haben, welcher „in Bezug auf den Beginn der
Liste", sowie auf die Erhebung der Bischöfe zu Patriarchen und
auf die Zeit der Namensänderung der Stadt (erst vom J. 5817
wird statt ijilöxojioq Bvyavrlov: sjt. Kcovöravrivovjcolemq ge-
schrieben) korrekt war. Demnach hatte die von ihm benützte
Bischofsliste von Byzanz wohl erst mit Metrophanes begonnen,
weil er in dieser Vorlage als erster Bischof bezeichnet war1.
Von dieser Gruppe sind noch verschiedene Kataloge anonym
überliefert, teilweise schon gedruckt oder handschriftlich erhalten,
von denen Anselm Banduri2 einige gesammelt hat und weitere
Carolus a. S. Paulo namhaft macht3. Auch Baronius ad an. 536
n. 59 u. 60 berichtet von einem wahrscheinlich dem 6. Jahrh. an-
gehörenden Anonymus, der mit Metrophanes die Reihe beginnen
lasse.
Die wertvollsten und handschriftlich am besten überlieferten
Kataloge dieser Gattung sind in Prosa abgefaßt: jener aus einem
Cod. Vat.-Column. s. XI (bisher noch nicht aufgefunden) zuerst
von A. Mai4 ediert, welcher von Metrophanes bis Methodius (842)
reicht; ferner jener aus Vindob. hist. gr. 76 f. 136v von Fr. Fi-
scher5 edierte, von Metrophanes bis Polyeuctus (956); ferner jener
von Metrophanes bis Cyprian (1706) reichende, welchen Guil.
1) Bv'Cavzlov iniaxönov TtQÜizov Mt]Z(jo(pavovq evoq t. (&'.) Vgl. C. d e
Boor II 512.
2) Imperium Orientale t. I 1. VIII pag. 201.
3) Geographia sacra cum not. Holstenii, Amstelod. 1734, 209.
4) Script. VV. nova coli. t. I p. II p. 1—40 (alias Nova Bibl. PP. IV 1
p. 49); nach dieser Ausgabe wiederholt bei Alf. Schoene, Euseb. Chronic
app. IV p. 59—101.
5) De patriarch. CPol. catalogis a. a. O. p. 270.
192 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
Cuperus1 edierte. In Reimen abgefaßt sind ebenfalls einige
überliefert, welche teilweise auf Theodorus Prodromus (saec. XII)
zurückgeführt werden, wie jener in Cod. Paris „Reg. 1637"; in
Laurent, plut. 87 cod. 16. Diese metrischen Kataloge scheinen
beliebt gewesen zu sein, so daß die späteren Patriarchen immer
wieder nachgetragen wurden. Einige reichen bis zum Patriarchen
Isaias (1333); andere bis zum Patriarchen Joseph (1439) oder
Philotheus (1534), über deren handschriftliche Erhaltung Fr. Fischer
in der öfters erwähnten, auf die Aufmunterung von H. Geizer be-
gonnenen Dissertation (p. 272 ff.) pünktlich Aufschluß erteilt.
3. Die dritte Gruppe von Bischofskatalogen von Byzanz ist
jene des Ps. Dorotheus2, welche zuerst in dem yj)ovo~/Qa.(piy.ov
ovvzofiov des Patriarchen Nikephorus von CPel (c. 806 — 815,
t 829) entgegentritt, gegen dessen Echtheit einige Gründe
vorgebracht werden. Ferner tritt dann die Dorotheusliste
handschriftlich auch in zahlreichen Katalogen auf, dann in
der Kirchengeschichte des Nikephorus Callisti Xanthopulus,
welcher im Anfange des 14. Jahrhunderts ein zu Beginn des
10. Jahrb. abgefaßtes3, bis zum Jahre 920 geführtes Werk
umarbeitete und in 18 Büchern veröffentlichte. Nikephorus
handelt an zwei Stellen von den byzantinischen Bischöfen4: h. e.
VIII c. 65, wo er die ganz auf Dorotheus fußende Liste über-
liefert, und h. e. XIV c. 246, wo er einer andern Quelle gefolgt
zu sein scheint. Bei letzterer Gelegenheit schreibt nämlich der
Kompilator, daß Argyropolis erst im 5. Jahrhundert diesen Namen
von Bischof Attikus von CPel (406 — 425) wegen der prachtvollen
Lage erhalten habe, was auch Sokrates h. e. VII c. 25", der
zeitgenössische Geschichtsschreiber des Attikus, bestätigt. Nike-
1) Acta SS. Augusti toui I, Venetiis 1750, praefatio. Vgl. St. Ant.
Morcelli, Kalendarium eccles. CPolit. Vol. II, 232.
2) Von den Bischofsnamen des Ps. Dorotheus ging nicht ein einziger
in die CPol. Synaxarien, deren Komposition ins 10. bis 13. Jahrhundert
angesetzt wird, über; s. Delehaye, Propylaeum ad AA. SS. Novembrä,
Synaxarium eccl. CPolit., Bruxelles 1902 p. LXXIII f.
3) K. Krumbacher, Gesch. d. byzant. Literatur S. 291.
4) Gr. Grosch, De codice Coislin. 120. Dissert. chronol. Jena*- 38
39. G. Cuperus a. a. O. AA. SS. Augusti tom. I p. 2*.
5) Migne P. gr. 146, 23 C.
6) Migne P. gr. 147, 450. AA. SS. Junii tom. I p. 393.
7) Migne P. gr. 57, 796 B.
5. Die geschichtl. Einlagen des Dorotheustextes. 193
phorus gerät daher in Widerspruch mit seiner früheren Angabe
in 1. VIII c. 6, wo er nach Dorotheus berichtet, daß schon der
Apostel Andreas dort eine Kirche erbaut habe1. So dürfen wir
eine zweifache Quelle bei Nikephorus annehmen. In letzterem
Falle verarbeitete er offenbar nur seine Vorlage des anonymen
Chronisten des 10- Jahrh., welcher aus Sokrates schöpfte, während
er die Bischofsliste wohl direkt aus Ps. Dorotheus nahm, um sie
dem achten Buche seiner Kirchengeschichte einzuverleiben.
Es ist selbstverständlich, daß die späteren Chronisten die
Bischofsliste des Dorotheus, welche ja nur die ersten drei Jahr-
hunderte umfaßt, bis auf ihre Zeit weiterführten, so daß sie mit
jener Gruppe, die erst mit Metrophanes beginnt, von Konstantin
d. Gr. an wesentlich übereinstimmen2. Diese Kataloge zerfallen
wieder in zwei Gruppen, in Prosatexte und versifizierte. Erstere
sind vertreten in den HSS Vindob. theol. gr. 77 (Nessel 40)
fol. 266v bis Cosmas Hierosolym. (1081); in Vindob. theol. gr. 34
(Nessel 302) fol. 356 bis Johannes Xiphilinus (1D63)3, andere reichen
bis Josephus4 (1268), oder Neophytus (1636), welch letzterer
Katalog Matthaeus Cigala zugeschrieben wird5, mit welchem ein
anderer im Chronicon des Philippus Cyprius6 eng verwandt ist.
Die versifizierten Kataloge mit Ps. Dorotheanischer Grund-
lage werden zwei byzantinischen Chronisten zugeschrieben.
Ephrem Monachus" hatte im Anhang seiner gereimten Chronik
..als kirchengeschichtliches Supplement" ein Verzeichnis der
Bischöfe und Patriarchen von Byzanz bis Isaias (1313) (Vers
9565 — 10392) beigegeben, während einen andern Katalog, der
1) Daß nach der älteren Tradition bei Epiph. Monach. und bei Ni-
ketas David Paphlago der Ort Acropolis bieß, ist bereits bemerkt worden.
2) Fr. Fischer, De patriarch. CPol. catalogis a. a. O. p. 27S.
:; Von Fischer p. 282 herausgegeben.
4) Joa. Leunclavius, Ius Graeco-Ronianum (ed. Marquard Freherus)
Francof. 1596; abgedruckt in Anselm Banduri, Imperium Orientale tom. I
1. VDI, p. 201.
5) Gedruckt bei Ans. Banduri a. a. O. 209.
6) ibid. p. 218.
7, A.Mai, Script. Veter. nova coli. t. HI, Romae 1828. part, 1. p. 383;
p. 226 245. Migne P. gr. 143, 349 C-352 C.
Texte u. Untersuchungen etc. 31,3 13
194 Schermann, Propheten- and Apostellegenden.
aber bis Josephus II. (1416) fortgesetzt ist, K. Krumbacher1 dem
Nikephorus Callisti Xanthopulus (Anfangs des 14. Jahrh.) zu-
schreibt. Die Aufzählung derjenigen Kataloge, welche nach Ps.
Dorotheus die Bischöfe der ersten drei Jahrhunderte einschließen,
läßt sich noch vermehren, wenn die in HSS verborgenen von
Fr. Fischer namhaft gemachten Bischofslisten mitgeteilt werden.
§ 57. Die im Epilog angegebene Datierung des
Dorotheustextes.
Der Herausgeber der dorotheanischen Hinterlassenschaft
Procopius erzählt gleichsam in einer Nachschrift zum byzan-
tinischen Bischofskatalog, daß Iv vnaxtia <Pilo§tvov xal ÜQoßov
Papst Johannes nach CPel kam und dort zur Weihnachtszeit
den Vortritt in liturgischer Beziehung vor dem Patriarchen ver-
langte. Damals sei nun zum erstenmal der Dorotheustext zur
Geltung gekommen und dem Papst vorgelegt worden2. Letzterer
erkannte das Dokument als beweiskräftig für den Streitpunkt an.
daß der Bischofssitz von CPel älter sei als jener Roms, da An-
dreas zugleich der jtgcoroxXrjToq war; dagegen suchte er doch
den Vorzug von Rom mit dem Hinweis zu wahren, daß eben
seine Hierarchie durch den xoQVcpcuoTazoq der Apostel begründet
sei. An der hier gebotenen Datierung der övvotpig in das Jahr
525 hielten die meisten Forscher fest, Cave3, Oudin, Ducange,
Bellarmin, Possevin, Baronius4, Lipsius5 und Fr. Fischer6; H. A.
1) Krumbacher a.a.O. S. 292. Labbaeus, Protrept. hist. Byzaut.
ed. Venet. p. 34 ff.
2) Darauf zielt die Mitteilung im Prologe ab, daß der Dorotheus
ursprünglich lateinisch und griechisch geschrieben gewesen sei, was
Fr. Delitzsch, De Hab. proph. vita p. 56. 58 und H. A. Hamaker a. a. 0.
p. 16 für bare Münze nehmen. Latinismen seien: tcqö tquov Ka/.avöCbv
'Iov?Ja>v. AvÖQtaq enogei&t] iv UeßaGTOTiökei x% /ueyä?.% = in urbem
Sebastam magnam; 'Idzcoßoq ävaioeivai fiayaiQcc = gladio perimitur.
3) Script, ecclesiast. hist. liter. a Christo ad saec. XIV, Londini 1688
p. 114.
4) All diese aufgezählt und gewürdigt in Acta SS. Octobr. t. XIII.
Parisiis 1883, 687.
5) Die apokr. Apostelgesch. 1 195. 197.
6) De catalogis Patr. CPol. a. a. 0.
5. Die geschichtl. Einlagen des Dorotheustextes. 195
Hamaker1 setzt die Ankunft des Papstes Johannes in das
Jahr 523, (anno Justini senioris sexto).
Daneben wurden aber auch Stimmen laut, welche diese feste
Datierung und das Vorkommnis des Papstes Johannes in CPel
ebenfalls als Erfindung ausgaben, da von einem solchen Streite
mit dem Patriarchen Epiphanius nichts bekannt sei. Diese An-
sicht vertraten Morcelli2, G. Cuperus3, Hergenröther4, Nilles5 und
der Bollandist des 13. Oktoberbandes der AA. SS6 und L. Du-
chesne". Manche dachten an die Zeit Justinians I. (527 — 565).
in welcher die Dorotheusfälschung entstanden wäre, bei Gelegen-
heit, als vielleicht bei der Restauration der Apostelkirche unter
diesem Herrscher die Gebeine von Andreas, Lukas und Timotheus.
welche unter Konstantius dorthin verbracht waren, wieder auf-
gefunden8 worden seien. Jedenfalls mußte nach der Begründung
Hergenröthers9 die Fälschung damals bekannt gewesen sein,
als das Chronicon paschale entstand, da sich in ihm sichere
Spuren einer Benützung fänden. Mit Recht beruft er sich auf
die vitae prophetarum. Dennoch hat dieses Zeugnis in diesem
Falle keine Beweiskraft, da die vitae als ursprünglich ganz un-
abhängig von der Fälschung existierten und wohl als einzig
echtes Dorotheusstück zu gelten haben. Vielmehr konnten wir
die Beobachtung machen, daß das Chronicon Paschale in den
1) Commentatio in libellum de vita et inorte prophetarum a.a.O. p.14.
2) Corollar. de auctor. fastorum eccl. CPolit. n. 4 — 6 p. 242 — 247 und
in Kalendar. Eccl. CPolit. t. II p. 243: fabulosum esse ipsum Procopiuni
censeo et litein ipsam conrmentatitiarn.
3) Acta SS. Augusti t. I Venetiis 1750, tractatus praelim. de patri-
arch. CPolit.
4) Photius a. a. 0. I 660.
5) Kalendariuni Manuale a. a. 0. I 192.
\cta SS. Oct. t. XIII p. 687 ff.
7 Les anciens recueüs de legendes apostoliques in Conipte rendu
du troisieme Congres scientifique international des catholiques tenu ä
Bruxelles 1894, Bruxelles 1895: Cinquieme section, sciences hiatoriques
p. 74 f. Nach D. kam Papst Johannes nicht an Weihnachten, sondern an
Ostern nach CPel. cfr. lib. Pontif. 1. 1 p. 277.
8) Nach dem Metaphrasten (zum 22. Jan. vitaTimotheij hieß Justinian
die Reliquien in der Mitte der Kirche beisetzen (Migne 114, 771 C).
9) Photius I 661. Vor ihm schon Casim. Oudiu in Commentariua
de sc-riptoribus ecclesiae antiquis illorumque scriptis tarn impressia quam
luscriptifl . . . Francof. 1722 tom. I p. 1380.
13*
196 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
geschichtlichen Angaben, die sich mit dem Dorotheustexte be-
rühren, von ihm abweicht. Von dem byzantinischen Bischofs-
kataloge findet sich noch keine Spur; vielmehr wird Metrophanes als
erster Bischof von Byzanz eingeführt. Das Jüngerverzeichnis der
Paschalchronik (I 399) ist ein von Ps. Dorotheus wesentlich ver-
schiedenes; der Märtyrer Dorotheus unter Diokletian ist identisch
mit dem bei Eusebius genannten und ist noch nicht mit der
dorotheanischen Sage um woben. Ein Einwand, den J. Hergen-
röther noch erhebt, daß die Andreassage von der Gründung des
Bischofssitzes CPel auf die Zeit Justinians zurückgehe, also
älter als Photius sei, beruht offenbar auf Verwechslung mit der
Kunde von einem Aufenthalt des Andreas in Byzanz auf dessen
Reise von Griechenland nach dem Pontus, die sich schon an
die Andreasakten knüpfen mochte. Allein von der Fassung des
Dorotheustextes ist in der Zeit Justinians noch keine Kenntnis
vorhanden.
L. Duchesne aber glaubte aus innern Gründen, welche die
legendarischen Notizen über die einzelnen Apostel boten, die
Abfassung nicht früher als in das 7. Jahrh. setzen zu sollen.
Die Berechtigung einer solchen Datierung werden wir erst nach
einer Untersuchung über die Apostellegenden beurteilen können.
Vorerst kann einige Sicherheit zu einer Datierung nur die
nachweisbare Benützung des Dorotheustextes schaffen, welcher
ja Byzanz höchst erwünscht sein mußte.
Bis jetzt haben wir folgende Anhaltspunkte gewonnen: Der
sog. Prolog, die Biographie des angeblichen Märtyrers und Bi-
schofs Dorotheus, findet sich zuerst in der Chronographie
des Theophanes c. 810/811, worin zugleich die byzantinische
Bischofsliste der ersten drei Jahrhunderte als ein Werk des
Dorotheus genannt wird. Dieser Satz ist aber nicht, wie Hergen-
röther vermutete, ein späteres Einschiebsel, sondern gehört der
ursprünglichen Niederschrift des Theophanes an. Theophanes
ist somit ein sicherer Zeuge für die Existenz des Prologes und
Epiloges.
Die Sage von der Einsetzung des Stachys durch Andreas zum
ersten Bischof von Byzanz findet sich zuerst bei Epiphanius
Monachus in dessen vita Andreae, deren Abfassung Diekamp
in die Jahre 800— 815 verlegt, fast gleichzeitig in der Chrono-
graphia brevis des Patriarchen Nikephorus von CPel (c. 806
5. Die geschichtl. Einlagen des Dorotheustextes. 197
Patriarch, 815 verbannt), deren Echtheit jedoch nicht unumstöß-
lich feststeht.
Das sind vorerst die Anhaltspunkte zur Datierung dieser
Teile des Textes, welche also an den Anfang des 9. Jahrh.
(c. 800 — 810) oder höchstens noch an das Ende des 8. Jahrh.
verlegt werden können.
§ 58. Der Nachtrag zum Dorotheustexte.
Nach Abschluß der 12 Apostelliste werden noch Bruchstücke
eingeführt, die Dorotheus sogar aus „hebräischen und griechi-
schen Vorlagen" entnahm und dann ins Lateinische übersetzte.
Es wird darunter aufgezählt, daß Simon von Cyrene für Christus
gekreuzigt wurde; fernerhin wird über des Propheten Jeremias
Weissagung von Jerusalems Gefangenschaft berichtet, von der
Verwahrung der Bundeslade und den darin befindlichen Dingen,
ferner über das Schicksal der Tochter der Herodias, der letzteren
selbst und des Herodes.
Von diesen Stücken gehört das zweite den Prophetenlegen-
den des Dorotheus an, aus welchen gerade des Jeremias Weis-
sagung und dessen Verbergung der Bundeslade, wie sie ja aus
dem 2. Makkabäerbuche c. 2, 4 — 8 und dessen Quelle bekannt ist,
als besonders bemerkenswert herausgehoben wurde. Jedenfalls
stellt dieser letzte Rest und die Bemerkung, daß Dorotheus a§
Eßgaixcöv nahm, den Zusammenhang mit dem wirklichen Doro-
theus von Antiocheia am Schlüsse des 3. Jahrh.. des mutmaßlichen
Übersetzers der vitae prophetarum aus einer hebräischen (-aramäi-
schen) Vorlageins Griechische, und dem gefälschten Dorotheus her,
und läßt den wahren Grundstock, der fast verloren ging, noch ahnen.
Woher die übrigen Notizen stammen, läßt sich vorerst noch
nicht nachweisen. Hamaker1 vermutete, daß eine vita des Jo-
hannes Baptista ursprünglich den Dorotheusviten der Propheten
angehörte, welche dann mit der weiteren phantastischen Aus-
bildung von dem Schicksal der Salome und der Herodias au
den Schluß des ganzen Komplexes gestellt wurde. Allein es
findet sich keine vita des Johannes Baptista unter den vitae
1) H. A. Hamniaker, Commentatio in üb. de vita et oiorte pro-
phetarum a. n. 0. p. lt>.
198 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
prophetarum des Dorotheus, auch nicht in dessen bestem Zeugen,
dem Chronicon Paschale. Nur eine spätere Recension der vitae,
der Epiphaniustext I, welcher auch sonst mehr christliche Zu-
sätze als andere Recensionen aufweist, bietet eine solche, welche
aber auch keinerlei Anzeichen zu der von Hamaker vermuteten
Weiterbildung zeigt. Vielmehr dürfte der Umstand, daß die
Erzählung an den Schluß gestellt ist, darauf hinweisen, daß
sie erst später beigefügt wurde.
6. Kapitel. Namen und Reihenfolge der 12 Apostel.
§ 59. Die Apostellisten in den kanonischen Schriften
des N.T.
Wie aus unsern griechischen Epiphanius-, Dorotheus-, Hippo-
lyt- und den übrigen Texten zu ersehen war, herrscht in den
4 — 5 letzten Apostelnamen große Verschiedenheit, so daß sogar
in der Epiphaniusrecension drei HSSgruppen nach dieser Rich-
tung hin sich bilden ließen, welche zumeist nach Alter und Heimat
jeweils eine andere gebräuchliche Apostelreihe repräsentieren.
Der Unterschied zwischen den einzelnen HSS betrifft besonders
die Namen Thaddäus, der irgendwelche Vertauschung oder einen
Ersatz mit Lebbäus eingehen muß, ferner die Namen Simon
Cananäus, Judas Jacobi, Judas Zelotes, über deren Persönlich-
keiten man schon sehr bald im Unklaren war, da bereits die
Apostellisten bei Mt. 10, 2; Mc. 3, 16; Lc. 6, 131 keine feststehende
Überlieferung verraten. Der äußerliche Unterschied in den kano-
nischen Apostellisten, darin bestehend, daß Mc. und Lc. die Zwölfe
in je drei Quaternionen, jeweils beginnend 1. mit Petrus. 5. mit
Philipus, 9. mit Jacobus, einteilen, Mt. dagegen paarweise scheidet,
hat für unsere Apostellisten keine Bedeutung. Daher sollen
hier nur die eigentlichen Varianten in den Apostelnamen zur
Sprache kommen.
1. In manchen Bibelhss wird der Name Thaddäus mit
1) Die Gegenüberstellung in drei Rubriken in A Synopsis of the
Gospels in Greek with various readings and critical notes by tbe Rev.
Arthur Wrigbt. Second edition, London 1903 p. 30 — 31.
6. Namen und Reihenfolge der 12 Apostel. 199
dem Doppelnamen Lebbäus verbunden oder sogar durch den
letzteren ersetzt. Die besten HSS bezeugen jedoch nur den
einfachen Namen Thaddäus. Die angegebene spätere Änderung
versuchte man durch eine Bedeutungsidentität der in Frage kom-
menden Namen zu erklären1, was sich aber sprachlich kaum
halten dürfte. Die erste Bezeugung dieses Vertausches findet
sich bei Origenes für die Apostelliste bei Mc. 3, 16 — 19,
welche folgende Reihe aufweist: 1. Simon Petrus, 2. Jakobus
Zebedäi, 3. Johannes Zebedäi, 4. Andreas, 5. Philippus, 6. Bartholo-
mäus, 7. Matthäus, 8. Thomas, 9. Jacobus Alphäi, 10. Thaddäus,
11. Simon Canan., 12. Judas Iscarioth.
Auf den Einwand des Celsus, daß Christus zu Aposteln nur
Zöllner und Schiffer erwählt habe, erwidert Origenes c. Cels. I
62 2: allerdings soll außer Matthäus auch Levi ein Zöllner ge-
wesen sein, welcher Jesum folgte; aber nirgends gehöre er zur
Zahl seiner Apostel außer xard xiva xmv avrr/Qacpcov des
Markusevangeliums. Origenes spielte im ersten Teile seines
Zitates offenbar auf Mc. 2, 14 an, wo von der Berufung des
„Levi3, des Sohnes des Alphäus", der am Zollhause saß, die
Rede ist, während er im zweiten Teile an Varianten einiger
HSS in der Apostelliste von Mc 3, 18 denkt. Durch seine Er-
klärung können wir aber auch feststellen, wie der Ersatz von
Thaddäus durch Lebbäus oder andere Kombinationen beider
Namen zustande kamen. Offenbar wollte man die Berufung des
Levi auch im Apostelkataloge ausgedrückt finden, weshalb einige
den Namen Thaddäus ganz oder teilweise verdrängten. Aller-
dings warum gerade diesem Namen das Schicksal zuteil wurde,
ist hiermit noch nicht aufgeklärt. Die sprachliche Ausbildung
des aramäischen4 Lebi, Lebbi zu AeßßaTog ist analog jener von
Thaddi zu ßadöaloq. Immerhin mag die Identität des origenisti-
1) P. Schanz, Kommentar über das Evangelium des hl. Matthäus,
Freib. 1879, 286.
2) ed. P. Köfcschau, Origenes Werke I. Bd. [Die griech. christl.
Schriftsteller der ersten drei Jahrh.] Leipzig 1899 S. 113 Zeile 19—23.
3) Über den Doppelnamen Levi-Matthäus s. Theodor Zahn, Einlei-
tang in das Neue Testament. 2. Aufl. 2. Bd. Leipzig 1900, 264.
4) B. F. Westcott and F. J. A. Hort, The New Testament in the
Original G-reek, Introduction, Appendix. Cambridge and London 1882,
Notes on select readings, p. 11 f zu Mt. 10, 3.
200 Schernianii, Propheten- und Apostellegenden.
sehen Zöllners Asv?jq (andere HSS auch Atßrjq, Asviq) und des
in manchen HSS überlieferten Asß(ß)aloq am besten uns die ver-
schiedene handschriftliche Bezeugung von Mc. 3, 18 erklären.
Abgesehen von den Verschiedenheiten der HSS und Über-
setzungen bei Mc. 3, 16 ff, welche in der asyndetischen oder
polysyndetischen Verknüpfung der Namen oder in der Schreib-
weise letzterer besteht1, teilen sich die Lesarten an der ent-
scheidenden Steile in zwei bis drei Klassen: Die HSS tfB2, die
altsyrische Übersetzung in Codex Sinait.3, die koptisch bohairische
Version4, Vulgata, Syr. Arab. Aeth. lesen Oaööalov; ein Teil
der alexandrinischen HSS dagegen nach Origenes' Zeugnis, ferner
die westlichen Texte, Cod. D und die altlateinischen Übersetzungen
(d, ff.)5 mit Ausnahme von c (Colbert. s. XII), in welcher aber für
die Evangelien der hieronymianische Text kooptierst ist, lesen
Asßßalov, Lebbaeum.
Weniger bedeutende Abweichungen in den HSS verursachte
die Sprengung des Verwandtschaftsverhältnisses zwischen Petrus
und Andreas, die Mc. 3, 16 — 17 vornahm, indem er zwischen sie
die beiden Zebedaiden stellte. Tatsächlich scheint nur eine lat.
Übersetzung umstellt zu haben, so daß Andreas neben Petrus
zu stehen kam6.
Von Interesse ist noch das epitheton ornans, das dem
11. Apostel Simon gegeben wird. sBCDLJ Lachm. Tisch. Tre-
gelles lesen bei Mc. 3, 18 Kavavalov, während bei Mt. 10, 3 SJ
textus rec. Kavavlrrjq gegenüber den andern Textzeugen bietet.
Die Peschittha7 dagegen hat Mc. 3, 18 Simon. ]^xi£ P. Schanz
hatte in seinem Matthäuskommentar8 noch der Lesart Kavavixrjq
das Wort geredet, da dieses Beiwort mit Kana nichts zu tun
1) P. Schanz, Kommentar über das Evangelium des hl. Markus,
Freib. 1881, 155 f.
2) Westcott-Hort a. a. 0. p. 24.
3) Agn. Sm. Lewis, A translation of the four Gospels from the
Syriac of the Sinaitic Palimpsest, London 1S94, 62.
4) The Coptic Version of the New Testament in the northern dialect,
otherwise called memphitic and bohairic, Oxford 1898, Vol. I 312.
5) P. Sabatier, Biblior. SS. latinae versiones t. III, Parisiis 1751.
197 und Hort a. a. 0.
6) Sabatier a. a. O. III 197.
7) Polyglotta Anglica tom. V p. 168.
8) Comm. über d. Ev. d. hl. Matth. Freib. 1879, 286.
6. Namen und Reihenfolge der 12 Apostel. 201
hat, während er in seinem Markuskommentar1 mit der überwiegen-
den Mehrzahl der HSS Kananäus aufnimmt. Letztere Bildung ist
durch Ableitung von dem jüd.-aram. 82&52J3 = tyZowrjq zu er-
klären. Der Syrer bot bei Lc. 6, 15; Apg. 1, 13 die Übersetzung
des £?ßcoT?]q: Ui^z.
2. Die Vertauschuug von Oaööcüoq mit Asßßaloq, welche
zuerst bei Mc. nach Origenes auftrat, ging auch in die Apostel-
liste bei Mt. 10, 2 — 4 über, welche am meisten Entstellungen
erfuhr. Die Reihenfolge der Namen ist: 1. Simon Petrus und
2. sein Bruder Andreas, 3. u. 4. Jacobus Zebedäi und Johannes,
5. u. 6. Philippus und Bartholomäus, 7. u. 8. Thomas und Matthäus,
9. u. 10. Jacobus Alphäi und Thaddäus, 11. u. 12. Simon Cananites
und Judas Iscarioth. Diese Lesart Thaddäus findet sich bei
«B 17. 1242Copt.3, von lateinischen Übersetzungen c (Colbert. XII),
die mit Vulgata übereinstimmt4, und Hieronymus ad hunc locuru,
Lachmann. Dagegen nahm Tischendorf nach D. 122 Asßßatog
auf, was auch Syr. (cod. hr. [Thom. v. Harkel 616]) 5, von altlatei-
nischen HSS nur afrikanische: k (Bobb. saec. IV — V) und einige
HSS, von denen Augustinus de consensu evangelist. II 70 spricht,
haben. Die Stelle bei Augustinus lautet: in nominibus . . . dis-
cipulorum Lucas . . . a Mt. non discrepat nisi in nomine Judae
Jacobi quem Mt. „Thaddaeum" appellat, nonnulli autem Codices
habent Lebdaeum. Es scheint, daß in den altlateinischen Texten
die Schreibweise Lebbäus nicht feststand; denn in k war ur-
sprünglich iebbaeus geschrieben, was dann in iebdaeus von
alter Hand korrigiert wurde6. Auch Hieronymus ad h. loc.
kennt die Lesart Lebbäus: et alibi appelatur Lebbaeus, quod
interpretatur corculus. Der textus receptus kombinierte offen-
bar beide Lesarten und schreibt Asßßatog 6 sjiiy.lrjfrs\q Oaö-
1) S. 154. Die folgende Ableitung teilte mir Dr. C. Julius mit.
2) Westcott-Hort a. a. 0. p. 12. Schanz, Com. zu Mt. S. 285.
3) The Coptic Version I p. 70: eine HS (Bi hat wohl Schreibfehler
flEMMATßEOS statt QaööaZoc; eine andere (D2) läßt Thomas wohl aus
Versehen aus. Casp. R. Gregory, Textkritik des Neuen Testaments. II. Bd.
Leipzig 1902, 530 f.
4) Sabatier a. a, O. HJ 54 f. Gregory II S. 598 Bf.
5) C. R. Gregory 504 f. 524.
6) Die Benediktiner Herausgeber schreiben mit einigen HSS (?) Leb-
bäum; s. F. C. Burkitt, The Old Latin and the Itala, Cambridge 1896
(Texts and Studies vol. IX] p. 77.
202 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
öcüoq mit C"2 Lzl1, was dann in Syr. Arab. u. Athiop.2 und in
arab. Glossen zur koptisch-bohairischen Übersetzung zum Vor-
schein kommt3
Demnach ist die Lesart Thaddäus wohl die ursprüngliche,
welche dann ähnlich wie bei Mc. im 3. — 4. Jahrh. in west-
lichen Texten durch Lebbäus ersetzt wurde; die weitere Ver-
mischung ist das Produkt dieser beiden Lesarten.
Rätselhaft nach ihrer Herkunft bleibt eine 2. Textgestalt,
welche für Thaddäus Judas Zelotes substituiert. Sie findet sich
in altlateinischen europäischen Übersetzungen4: a (Vercell. saec.IV),
b (Veron saec. V), g (Monac. saec. VII), welche die letzten Namen
ordnen: 7. Matthäus, 8. Jacobus Alphäi, 9. Judas Zelotes, 10. Thomas,
11. Simon Canan., während die Mischhandschriften, welche altlatei-
nische und hieronymianische Übersetzung abwechselnd enthalten,
g (Cod. Gig. Holm.), h (Ciarom. saec. V — VII) und gat (Evangel.
zu St. Gatien) eine andere Reihenfolge haben5: 7. Thomas,
S. Matthäus, 9. Jacobus Alphäi, 10. Judas Zelotes, 11. Simon Canan.
Schon Sabatier war es unklar, wie Judas Zelotes in die
HSS hereinkam, da doch nur Simon das Attribut Zelotes zu-
kommt. Hort sucht es auf eine Confusion mit Lukas (6, 16)
zurückzuführen, wo Simon Zelotes und Judas Jacobi aufeinander
folgen, so daß das Attribut des einen dem andern angehängt
worden wäre, während nach der Mt.-Grundlage Simon Canan.
stehen blieb.
Eine 3. Lesart ist der altsyrischen Übersetzung, des Cod.
Sinait. Syr. eigen, wo Thaddäus durch Judas Jacobi ersetzt
und an die letzte Stelle gerückt ist6. Da auch bei Lc. 6, 16,
Apg. 1, 13 'lovöaq 'laxcoßov statt Thaddäus genannt ist,
so mag hier die schon von Hieronymus" ausgesprochene Ver-
1) Schanz, Conmi. zu Mt. S. 285 f.
2) Polyglotta Anglica tont. V p. 45.
3) The Coptic Version a. a. 0. p. 70.
4) F. Cr. Burkitt, Evangelion da Mepharreshe Vol. II, Cambridge
1904, 271 u. Westcott-Hort p. 12.
5) Sabatier a. a. O. IH 54. Burkitt a. a. O. 271. Vgl. A Synopsis
of the Gospels in Greek -with various readings etc. by Arth. Wright sec.
ed. p. 30—31.
6) Burkitt a. a. 0. C. Holzhey, Der neuentdeckte Codex Syrus
Sinaiticus, München 1896, S. 32.
7) Sabatier a. a. 0. III 54.
6. Namen und Reihenfolge der 12 Apostel. 203
mutung, daß Thaddäus auch Judas Jacobi hieß, Platz greifen:
Thaddaeum apostolum ab evangelista Luca dici Judam Jacobi,
et alibi appellatur Lebbaeus, quod interpretatur corculus, creden-
dumque est, eum fuisse trinomium, wenn dieser Ausweg nicht
bloß zur Harmonisierung von Mt. und Lc. erfunden ist. Auch
Chrysostomus1 kennt diese Namenunion: ?)v jag xal treQoq
'lovöag 6 Aeßßcüog 6 £jcixfo]&elc Qaööalog. Joa. (14, 22) unter-
scheidet einen Judas, der zu den Nachfolgern Jesu gehörte,
von dem J. Ischarioth, welch' ersterer meist mit dem bei Luc.
genannten Judas Jacobi identifiziert wird (cfr. Jud. 1), dann
aber auch mit dem bei Mt. und Mc. genannten Thaddäus, dessen
Vollname Judas Thaddäus gewesen sein soll. So hätte die alt-
syrische Übersetzung mit Lc. und Johannes den „später gewöhn-
lichen" Namen gewählt, während Mt. und Mc. „den früher mehr
gebräuchlichen Zunamen" anwandten2.
Die Exegeten kommen darin nicht überein, ob dieser Judas
(Thaddäus) mit dem Verfasser des katholischen Briefes, dem
döeZcpbg 'laxmßov, identisch ist, oder ob vlog 'lax. zu er-
gänzen ist. Jedenfalls ist die Lesart 'iovöaq o xal 'lax. in der
Minuskelhs 243 eine spätere Entstellung, wie sie in ähnlicher
Weise in der äthiopischen Version der ap. KO vorkommt, wo
der als 12. genannte Judas Jacobi in zwei voneinander ver-
schiedene Namen aufgelöst wird.
3. Die Liste bei Lc. 6, 14 — 16 hat die Reihe: 1. Simon
Petrus, 2. Andreas, 3. Jacobus, 4. Johannes, 5. Philippus, 6. Bar-
tholomäus, 7. Matthäus, 8. Thomas, 9. Jacobus Alphäi, 10. Simon
Zelotes, 11. Judas Jacobi, 12. Judas Ischarioth. Die HSS und
Übersetzungen haben fast nur Varianten in der Schreibweise
der Namen. Der Syrer gibt natürlich Petrus stets mit Kepha
wieder3. Im Cod. Sinait. Syr. ist der Text an dieser Stelle etwas
verstümmelt . . . Cepha . . . Zebedäi; bei 10. Simon fehlt ein At-
tribut. In einer altlateinischen Übersetzung (Cod. Cantabrig.) ist
nach dem Vorbild von Joa. 11, 16 zu Thomas hinzugefügt: qui
cognominatus est Didymus4.
1) Schanz, Comm. zu Mt. S. 286.
2) Schanz, Conimentar zu Mc. a. a. 0. S. 156.
3) Th. Zahn, Einleitung in das N.T. I. Bd. 2. Aufl. Leipzig 1900, 10.
4) Sabatier a. a. O. 111 287 zu V. 15.
2()4 Schermann, 'Propheten- und Apostellegenden.
4. In der Apg. 1, 13 ist wiederum Petrus von Andreas durch
das Zebedaidenpaar getrennt, so daß die Reihe lautet: 1. u. 2.
Petrus und Johannes, 3. u. 4. Jacobus und Andreas, 5. u. 6. Phi-
lippus und Thomas, 7. u. 8. Bartholomäus und Matthäus, 9. Ja-
cobus Alphäi, 10. u. 11. Simon Zelotes und Judas Jacobi. Ab-
gesehen von spätem Umstellungen der ersten vier Namen, z. B.
bei Beda1, betreffen die Varianten besonders die syndetische
Form. In der Charakterisierung der einzelnen Namen durch
die Epitheta herrscht zwischen den einzelnen HSS und Über-
setzungen nicht die geringste Verschiedenheit2.
Nicht ohne Belang ist es, noch die zersprengten Namen bei
Johannes und in den Paulusbriefen zu sammeln.
Joh. 1, 41 — 53 nennt als Erstberufene: Andreas. Petrus, Phi-
lippus3 und einen Anonymus (Johannes?). Joa. 11, 16 (cfr. 14. 5;
20, 24): Thomas mit dem Beinamen Didymus. Joa. 21, 2: 1. Simon
Petrus, 2. Thomas Didymus, 3. Nathanael von Kana4 in Galiläa,
5. u. 6. die Söhne des Zebedäus, 7. u. 8. zwei anonyme Jünger.
In den paulinischen Briefen ist öfters die Rede von Kephas, dem
der Herr (1 Cor. 15, 5) erschien, und nach ihm den Elfen (al.
Zwölfen); dann werden (1 Cor. 9, 5) die übrigen Apostel und die
Brüder des Herrn und Kephas genannt, während in Galat. 1, 18
bis 19 Petrus und Jacobus der Herrenbruder erwähnt sind.
§ 60. Ägyptische außerkanonische und kanonische
Apostellisten.
Je näher der urchristlichen Zeit lokale Überlieferungen
stehen, um so mehr können individuelle Beobachtungen angestellt
werden. Dies trifft auch bei den in Ägypten heimischen Apostel-
listen zu. Ein eigentlich ägyptischer Typus der Apostelnamen
1) Sabatier IH 506.
2) Ad. Hilgenfeld, Acta apostolorum, Graece et Latine, Berolini
1899 p. 3 et 128.
3) Papias (fragm. II 4; F. X. Funk, Patres Apostolici Vol. I editio
II, Tübing. 1901, 352, 1—4 aus Euseb. h. e. III 39) beginnt eine Aufzählung
mit derselben Reihe, dann folgt Thomas (Joa. 11, 16), dann Jakobus, Jo-
hannes, Matthäus etc.
4) Theod. Zahn, Einleitung IL Bd. 2. Aufl., 2(34, 480 identifiziert
Nathanael mit Bartholomäus, während Hilgenfeld ihn Matthias gleich-
setzt.
6. Namen und Reihenfolge der 12 Apostel. 205
läßt sich wegen der wenigen überlieferten Texte nicht aufstellen;
dennoch unterscheiden sich die Verzeichnisse des christlichen
Altertums von den spätem arabischen, welche meist kanonische
substituieren, wesentlich.
Ein besonders wertvolles Exemplar einer ägyptischen Apostel-
liste liegt in dem ersten Teile der apostolischen Kirchenordnung
vor, welcher ethische Vorschriften zum Inhalte hat, wobei die
einzelnen Apostel redend eingeführt werden. Betrachten wir aber
die einzelnen HSS und Übersetzungen des Textes, so werden
wir finden, daß sie je nach dem höheren Alter auch eine ur-
sprüngliche eigenartige Apostelreihe bewahrt haben, während die
jüngeren weniger mehr originell sind. In der HS Vindob., in
der thebaischen und äthiopischen Version1 sind nämlich die
Namen der Apostel an dem Anfange der ap. KO zusammen-
gestellt, wie sie sich darnach nochmals vom dritten Abschnitt
an auf die einzelnen Sittenlehren, welche die Apostel vortragen,
verteilen. Die Ordnung des vorausgestellten Kataloges wie der
im Texte eingereihten Namen ist dieselbe: 1. Johannes, 2. Mat-
thäus, 3. Petrus und 4. Andreas, 5. Philippus, 6. Simon, 7. Jacobus,
8. Nathanael, 9. Thomas, 10. Kephas, 11. Bartholomäus2 [12. Judas
Jacobi]. Der Athiope trennt letzteren in Judas und Jacobus,
die Herrnbrüder, so daß bei Verteilung der Sprüche Judas mit
einem Teile der Sätze des Nathanael betraut wird. Besondere
Beachtung verdient der letzte Apostel Judas Jacobi, der offenbar
die Stelle des Judas Ischarioth, welcher natürlich als Sitten-
prediger nicht zu Worte kommen konnte, vertritt. Dieser Name
fehlt denn auch in einigen Zeugen, und es ist nicht ausgeschlossen,
daß er erst bei der Ausgabe der ap. KO, welche in ihrer jetzigen
Gestalt c. 300 entstanden sein soll, aus einer andern Quelle, um
1) Ad. Harnack, Die Lehre der 12 Apostel nebst Unters, zur älte-
sten Gesch. d. Kirchenverfassung [T. u. U. II] Leipzig 1896, 225 f. Theod.
Zahn, Einleitung II2 480, (i nennt die Unterscheidung von Nathanael und
Bartholomäus eine ebenso mutwillige Dichtung, als die Unterscheidung
von Petrus und Kephas in dem Katalog der apostol. Kirchenordnung.
2) Diese Liste weiß von der Identität des Nathanael mit Bartholo-
mäus nichts, welche man aus Joa. 1, 40 ableitet; s. P. Schanz, Com-
mentar über d. Ev. d. hl. Matth. Freib. 1879, 285. Augustinus wehrte
sich gegen eine Identifizierung des Nathanael und Bartholomäus (tract.
VII 17 in Evang. Joan). Vgl. C.Schmidt in HRE II3, Leipzig 1897, 420
Zeile 45 ff, web-lin- sich für eine solche ausspricht.
206 Scherinann, Propheten- und Apostellegenden.
die Zwölfzahl vollzumachen, beigefügt wurde1. Diese Quelle
mochte syrischer Herkunft sein, da die altsyrischen Mt.listen in
Cod. Sinait. und in den Thomasakten gleich den lukanischen
Apostelkatalogen (Lc. 6, 14; Apg. 1, 13) Judas Jacobi im Kolle-
gium nennen. In einer spätem HS, Cod. Mosqu. der Ap. KO.
wurden die charakteristischen Namen Kephas und Nathanael,
von denen der letztere bei Joa. 21, 2 genannt, der erstere bei
Clemens von Alexandreia von Petrus unterschieden wird, ganz
ausgemerzt. Im zweiten, dem sog. kirchenrechtlichen Teile der
ap. KO ist die Reihe der Apostel nicht mehr vollständig, und
daher ordnungslos, so daß sie nur insoweit Interessse hat, als
Kephas wiederum von Petrus unterschieden auftritt.
Ein Nachwirken dieser altägyptischen Apostelliste ist noch
in dem Katalog zu verspüren, welcher sich in der sog. „Anaphora
der Apostel" der äthiopischen Liturgie der abessinischen Jabo-
biten2 findet, wo der Name Nathanael in der sonst kanonisch
geordneten Reihe erhalten blieb: Petrus und Andreas, Jacobus
und Johannes, Philippus und Bartholomäus, Thomas und Mat-
thäus, Thaddäus und Nathanael, Jacobus Alphäi, Matthias, auch
Jacobus der Herrnbruder.
Andere literarische Quellen des christlichen Altertums ägyp-
tischer Heimat haben leider nur unvollständige Apostellisten
aufbewahrt, wie das sog. Ebionitenevangelium der 12 Apostel3.
Trotzdem am Schlüsse des zweiten Bruchstückes die 12 Apostel
angeredet werden, sind doch im Eingange nur acht namentlich
aufgezählt. Der Herr zählt dem Simon mit dem Beinamen
Petrus die von ihm Erwählten auf: Johannes4 und Jacobus, die
Söhne des Zebedäus, Simon und Andreas, Thaddäus und Simon
Zelotes, Judas Ischarioth und Matthäus. In dem Bruchstücke
von Akhmim der Offenbarung des Petrus (n. 5) ist von den
12 Jüngern leider ohne Namenangabe die Rede5. In der neu
1) Vgl. Scher mann, Eine Elfapostelmoral oder die X-Recension
der „beiden Wege" München 1903, 21 f.
2) Brightman, Liturgies Eastern undWestern I, Cambridge 1894, 228.
3) Edg. Hennecke, Neutest. Apokryphen. Tüb. 1904, 26. Ad. Har-
nack, Die Chronologie der altchristl. Literatur 1 2, Leipzig 1S97, 627 f.
4) Johannes marschiert auch hier an der Spitze des Apostelkollegiums,
was schon Epiphan. adv. haer. 30, 13 bemerkte. Vgl. Th. Zahn. Artikel
Johannes d. Evang. in HRE IX3, Leipzig 1901, 272 Zeile 36.
5) Edg. Hennecke S. 215.
G. Namen und Reihenfolge der 12 Apostel. 2 1)7
edierten koptisch erhaltenen Apokalypse des Bartholomäus l uud
dem ..Evangelium der 12 Apostel und des hl. Bartholomäus'-
schließt sich die Namenreihe an Lc. 6, 16 an. Redend werden
eingeführt: Petrus, Andreas, Jacobus, Johannes, Philippus, (Tho-
mas), Bartholomäus, Matthäus, Jacob. Alph., Simon Zelotes,
Matthias.
In arabischen HSS der mythologischen Apostelakten ist die
Aufzählung derselben nach Mt. 10, 2— 42 geordnet. Der Name
des Petrus fehlt, da er in den HSS nicht mit Akten bedacht ist.
Das Diatessaron Tatians wurde von dem nestorianischen
Mönche Ibn at-Tayyib (f 1043) ins Arabische übersetzt3, aber
leider war schon vorher der syrische Text der Schriftstellen einer
Revision nach den Lesarten der Peschittha unterzogen worden.
Infolgedessen haben wir in dem arabischen Diatessaron nur den
Katalog der Peschittha von Lc. 6, 14 — 16, welcher keine Eigen-
tümlichkeiten gegenüber dem Griechischen bietet.
§ 61. Syrische Apostellisten.
1. Die ältesten syrischen Bearbeitungen oder Übersetzungen
der hl. Schrift stellen zweifellos Tatians Diatessaron, das großenteils
verloren ist, und ein Evangelium da-Mepharrese, d. h. eine Über-
setzung der getrennten (Evangelien), welche in Cod. Sinait. Syrus
und in Cod. Cureton. vorliegt, dar. Das Charakteristische der sy-
rischen Apostellisten von Mt. X besteht darin, daß der Syrer statt
Thaddäus den Namen Judas Jacobi einsetzt, so daß die Ansicht
aufgestellt wird, daß beide Benennungen einer Person zukommen.
Cod. Cureton (Brit, Mus. Add. 14, 451) enthält Mt. cap. X nicht;
so haben wir als einzigen Zeugen der altsyrischen Übersetzung
der getrennten Evangelien nur Cod. Sinait. Syrus (Ss.). Craw-
ford Burkitt4, welcher in der letzten Zeit die eingehendsten
1) Lacau, Fragments d'Apocal. Coptes in den Meuioires de PInstitut
francais au Caire 1904, S. 43 ff. E. Revillout, Patrologia Orientalis
tom. II fasc. 2. Les apocryphes coptes T. Les t'-vangiles des douze apötres
et de S. Barthelemy, Paris 1904, S. 149 ff
2) E. v. Do bschütz, Besprechung von Agn. Sm. Lewis, Acta mythol.
Apostolorum in Theol. Literaturzeitung 1905, Nr. 21 S. 567.
3) Crawf. Burkitt, Evangel. da Mephar. S. 4 u. 271.
4) Evangelion da Mephaweslie Vol. II, Cambridge L904, S. 12 u. i27< ►.
208 Schermaim, Propheten- und Apostellegenden.
Untersuchungen über diesen Evangelientext anstellte, suchte dar-
zutun, daß die Apostelliste von Ss frei von Beeinflussung west-
licher Texte die ursprüngliche Reihe wiedergäbe. Dagegen schien
der Apostelkatalog von Tatians Diatesseron (D), der sich noch
in Isho'dads (852) Bearbeitung erhalten hat, anzukämpfen, da er
den Namen des Jacobus Alphäi also wiedergab: Jacobus Lebbäus
Alphäi. Zahn1 sprach früher der letzteren Liste die Priorität zu.
Weil es sich nur um die letzten 5 — 6 Namen handelt, so wollen
wir sie zum Vergleiche unter einander stellen. Die sog. Liste von
Tatians Diatessaron edierte Goussen2 aus der Berliner Isho'dad-
handschrift Cod.-Sachau 311.
7 8 9
Ss (Ev. da Meph.) Thomas Matth. Jakob. Alphäi
D (Isho'dad, Diät.) Thom. Mt. Jak. Lebb. Alph.
10 11 12
Simon Can. Judas Jacobi —
Sim. Can. Jud. Jac. Jud. Isc.
Matthäus hatte in beiden Verzeichnissen den Beinamen „der
Zöllner", auch ist die Reihenfolge beidemal die gleiche, so daß
wir sicher sein können, daß wir die Liste Mt. 10, 2 — 4 vor uns
haben. Dennoch bringt in die Übereinstimmung der Zusatz
„Lebbäus" zu Jacobus Alphäi bei Isho'dad eine Disharmonie
herein. Gewiß ist er für die Integrität dieser Liste 'kein gutes
Zeichen. Nachdem einmal der Apostelkatalog des Tatianischen
Diatessaron (c. 172) zunächst in den Kommentar Ephrems des
Syrers und von da erst in jenen des Nestorianers Isho'dad über-
ging, ist es sehr leicht begreiflich, daß in dieser indirekten Über-
lieferung sich fremde Elemente geltend machten; dazu gehört
wohl der Beisatz Lebbäus zu Jacobus Alphäi, welcher mit Recht
Ofr. C. Holzhey, Der neuentdeckte Cod. Sinait. Syr. S. 9. C. R. Gre-
gory, Textkritik des N. T. IL Bd. Leipzig 1902, 489-493. Weitere
Literatur bei R. Knopf, Der Test des Neuen Testaments, Giessen 1906
[Vorträge d. theol. Konferenz zu Giessen. 25. Folge] S. 17 Anm. 1 u. 2.
1) Theol. Literaturblatt. Oct. 18, 1895, 499. In seiner Einleitung II2
(1900) S. 263 Anm. 1 dagegen nicht mehr.
2) welche ich J. R. Harris, Fragments of the Commentary of Ephrem
Syrus upon the Diatessaron, London 1895, 101 entnehme, wo sie abge-
druckt ist.
6. Namen und Reihenfolge der 12 Apostel. 209
dem Einflüsse eines westlichen Textes, wie er jetzt in Cod. Bezae
vertreten ist, zugeschrieben wird. Um so mehr aber verdient
die Beibehaltung von Judas Jacobi in dem korrigierten Texte
als einer altsyrischen Eigentümlichkeit Beachtung und bezeugt
uns die Ursprünglichkeit des Verzeichnisses von Ss. Damit
stimmt auch das gegenseitige Abhängigkeitsverhältnis von dem
Evangelium da-Mepharrese und Tatians Diatessaron, welch ersterem
die Priorität, jedoch nicht unwidersprochen, zuerkannt wird1.
Ein weiteres literarisches Zeugnis für diese altsyrische
Apostelliste liegt in den jcsqioöoi Om^ä2 c. 1 vor, wo gleich
zu Beginn der Akten dieselbe bereits bekannte Namenreihe auf-
tritt. Da die griechischen Thomasakten vielleicht aus einer
syrischen Grundschrift geflossen sind, so ist die in ihnen be-
nützte syrische Bibelübersetzung wohl jene des Evangelium da
Mepharrese3.
Im palästinensischen Syrien erhielt sich diese altsyrische
Apostelliste in den Diptychen der griechischen Jacobusliturgie.
Diese Gruppe zeigt aber dadurch einen späteren oder fremden
Einfluß, daß Paulus unmittelbar hinter Petrus zu stehen kommt
und als einer der Zwölfe angesehen wird. Zwar sind der Kürze
halber Jacobus, Simon, Judas nicht näher durch die Beinamen
Alphäi oder Cananäus oder Jacobi präzisiert, dennoch dürfen
wir, da die Reihenfolge die gleiche ist, annehmen, daß das alt-
syrische Verzeichnis zu Grunde liegt. Die in Betracht kommen-
den HSS sind unter sich nicht ganz übereinstimmend, vielmehr
haben manche wiederum spätere Einflüsse aufgenommen. In
allen HSS stimmen die sieben ersten Namen überein: Petrus,
Paulus, Andreas, Jacobus, Johannes, Philippus, Bartholomäus;
abweichend sind folgende Namen:
1. Vatic. 2282 (s. VIII)4: Thomas Mt. Jacob. Simon Judas
1) Holzhey a. a. 0. S. 59.
2) ed. (Lipsius)-Bonnet IP, Lipsiae 1903 pag. 99, 3. W.Wright,
Apocryphul Acts of the Apostles Vol. II, 1871, 147.
3) Cr. Burkitt a. a. 0. 101, 104. Edg. Hennecke, Neutest. Apocr.
in deutscher Übersetzung u. m. Einl. herausgeg. Tübingen 1904, 480. Vgl.
Alli. Ehrhard, Die altchristl. Literatur und ihre Erforschung I 1900, 164.
4) Nach eigener Abschrift, s. Oriens Christ. III 1903, 214—219. Jetzt
veröffentlicht in Novae Patr. bibliothecae ab Ang. Card. Maio collectio
tom. X editus a Jos. Cozza-Luzi, Romae 1905, p. 31 — 116.
Texte u. Untersuchungen etc. 31,3 ]4
210 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
2. Rot. Messan.1 177 (s. X — XI) Thomas Mt. Jacob. Simon Judas
3. Sinait.21040(a. 1166)
4. Vat. 1970 (s. XIII)
5. Paris 2509 (s. XIV) Thom. u. Thadd. „
6. Paris 476 (s. XVI) Thomas
Die Fortsetzung lautet in Vat. 2282, 1970, Par. 2509, 476, Sinait.
1040: Matthias Markus Lukas, in Messan. 177 aber ist weiterhin
beigefügt Thaddäus, Barnabas usw. Ebenso wie in letzterer HS
Thaddäus wohl durch Vergleich mit Mt. 10, 2 — 4 nach X B u.
andern HSS angereiht wurde, so hat die noch spätere HS des
XIV. Jahrhunderts ihn direkt in das Verzeichnis aufgenommen.
Durch Brightmans Ausgabe kann man aber hierin leicht irre-
geführt werden, da er zu ihr den Cod. Paris. 2509 mit Zu-
hilfenahme des Rot. Messanensis zugrunde legte und daher
die Reihe Odfia Oaööalov Marfralov in den Text aufnahm 3.
Gerade dadurch, daß Thaddäus fehlt und Judas (Jacobi) bei-
gefügt ist, unterscheidet sich das syrische Verzeichnis von dem
bei tfB und Konsorten. Ob übrigens in den Diptychen nicht
die Liste bei Lc. 6, 14 — 16 ihre Wirkung zeigt, läßt sich nicht
unbedingt ausmachen; dagegen spricht nur der Umstand, daß
Thomas und Matthäus hier eine andere Stellung als bei Lc. und
andern Zeugen haben.
2. Ein zweiter syrischer Typus, welcher bei Mt. 10, 2 — 4 statt
Thaddäus mit der griechisch westlichen Gruppe D 122 Lebbäus
liest, ist vertreten in Cod. Syr. hr. (= der Übersetzung des Thomas
von Harkel 616) und in den Clementinischen Recognitionen I
55 — 62, wo die 12 Apostel im Tempel zu Jerusalem gegen Juden
(Samariter) disputieren4: 1. Matthäus, 2. Andreas Petri frater,
3. u. 4.: Zebedäi filii Jacobus und Joannes, 5. Philippus, 6. Bar-
tholomäus, 7. Jacobus Alphäi, 8. Lebbäus, 9. Simon Cananäus,
10. Barnabas, 11. Thomas, 12. Petrus. Abgesehen von der Um-
stellung der Namen ist auffallend, daß Barnabas entgegen der
Erzählung bei Apg. I 23 u. 26 der Zwölfzahl eingereiht wird.
1) C. A. Swainson, The Greek liturgies, Cambridge 1884, 292—293.
2) F. E. Brightman, Liturgies Eastern und Western Vol. I, Oxford
1896, p. 501.
3) Ebenda p. 51.
4) Ad. Hilgenfeld, Acta Apostolorum ed. Berolini 1899, 201. 205.
6. Namen und Reihenfolge der 12 Apostel. 211
Clem. Recogn. 1 60 identifizieren Barnabas und Matthias: Barna-
bas qui et Matthias, qui in locum Judae subrogatus est apostolus.
3. Die syrischen Übersetzungen des Mc. Evang. haben sämt-
liche, sowohl die altsyrische wie die Peschittha, die Lesart
Thaddäus beibehalten. Noch Barhebräus (1285) } hat sie rein
bewahrt, der zwar eine freie Namenstellung sich erlaubt, dabei
aber Thaddäus, Jacobus Alphäi wie Mc. 3, 16 — 19 ohne Zusätze
nennt. Auch das syrische Zwölfapostelevangelium2 hat diese
Reihe aufgenommen, wobei die Abstammung der einzelnen
Apostel3 auf die 12 Stämme Israels verteilt wird: 1. Simon
Kepha aus Rüben, 2. u. 3. Jacobus und Johannes, vom Stamme
Issachar, 4. Andreas von Zabulon, 5. Philippus aus dem Stamme
Joseph, 6. Bar Tholmai aus Simeon, 7. Matthäus aus Naphthali,
S. Thomas aus Benjamin, 9. Jacobus Alphäi aus Levi, 10. Thad-
däus aus Juda, 11. Simon Canan. aus Asser, 12. Judas der Ver-
räter vom Stamme Gad. Vielleicht vermag diese Liste uns
Aufschluß zu erteilen, wie in dem Apostelkataloge von Tatians
Diatessaron in der Überlieferung bei Isho'dad der Apostel Ja-
cobus Alphäi den Beinamen Lebbäus erhielt. Es wäre nicht
unmöglich, daß eine Tradition, wie sie hier vorliegt „Jacobus
der Lebite (aus Levi) Sohn des Alphäus" zur Lesart des Isho'dad
beitrug.
4. Aus der Kombination dieser zwei syrischen Typen, des-
jenigen mit westlichem Einfluß, wie er in den Clem. Recogn.
vorliegt, und jenes dieser Markusgruppe, entstand ein dritter
Mischtypus, jener der Peschittha4 von Mt. 10, 2 — 4, welcher viel-
leicht auch ein direktes Vorbild in einigen griechischen HSS
(C2LJ4) haben konnte. Dieser Mischtypus umfaßt eine Reihe
1) Gregor. Barhebraei Chronicon Ecclesiast. ed. Joa. Bapt. Abbeloos
et Thom. Jos. Lamy. Tom. I, Lovanii 1872, sect. I p. 32 f.
2) J. R. Harris, The Gospel of the twelve Apostles, Cambridge
1900, p. 26.
3) Cfr. I Clem. ep. ad Cor. 43, 2 [PP. Apostol. opp. rec. O. de Geb-
hardt, Ad. Harnack, Theod. Zahn, ed. V minor, Lipsiae 1906, p. 23].
Vgl. Eb. Nestle, Theol. Literaturzeitung 190t), S. 558.
4) Auch im Jerusalemischen Syrisch (d. h. in Lektionarien). Evangel.
Hierosolymit. ex codice Vaticano Palaestino depromptum edidit, latine
vertit. etc. Fr. Miniscalchi Erezzo, Verona 1861 — 1864. 2 vol. Am
1. Novbr. (Fest der Thaumaturgen Kosmas und Damian) ist die Lektion
14*
212 Schemiann, Propheten- und Apostellegenden.
von Apostellisten, welche bald mehr, bald weniger eine frühere
Vorlage durchblicken lassen. Hierzu gehört das Verzeichnis1
in Cod. Sinait. syr. 10 (saec. 9), wo die letzten Namen lauten:
7. Thomas, 8. Matthäus, 9. Simeon, 10. Judas Thadd. Lebb.,
11. Jacobus Alphäi, 12. Judas, ferner jenes in den apostolischen
Konstitutionen 1. VI 14, l2 und 1. VIII 4ff.3: 1. u. 2. Petrus und
Andreas, 3. u. 4. Jacobus und Johannes, 5. u. 6. Philippus und
Bartholomäus, 7. u. 8. Thomas und Matthäus, 9. u. 10. Jacobus
Alphäi und Lebbäus mit dem Beinamen Thaddäus, 11. u. 12. Simon
Cananites und Matthias, 13- u. 14. Jacobus frater Dom. und
Paulus. Durch Beiziehung des Paulus, der 1. VIII c. 33 noch
mit Petrus zusammengestellt ist, war der erste Anfang getan,
durch welchen dann Paulus in das Apostelverzeichnis eingereiht
wurde, wie es in den hierosolymitanischen Diptychen entgegen-
tritt. Übrigens auch in dem Kuddäsa der Apostel Mar Addai
und Mar Mari, der persischen Liturgie der Nestorianer4, ist
Petrus und Paulus zusammengestellt; auch die sog. arabische
Didaskalie reiht in der ihr eigenen Vorrede den 12 Aposteln
den „guten und heiligen Bruder Paulus . . . und Jacobus den
Bruder des Herrn" an5.
Je nachdem nun noch Reste des altsyrischen Namens Judas
(Jacobi) bei der späteren Vermengung mit westlichen Verzeich-
nissen sich erhielten, oder die Peschittha-Benennung obsiegte, findet
man in späterer Zeit für den in Frage kommenden Apostel bald
aus Mt. X 1—8; ebenso am 30. Juni aus Mt. IX 36— X 8. G. H. Gwil-
liani, Tetraevangeliuni sanctum iuxta simplic. Syrorum versioneni 1901.
1) Catalogue of the Syriac Ms in the Convent of S. Catharine on
Mount Sinai, [Studia Sinai tica I] Compiled by Agn. Sm. Lewis, London
1894 p. 7.
2) F. X. Funk, Didascalia et Constitut. Apostol. ed. Vol. I, Paderk
1906, 335, 8—12.
3) Ebenda 472, 4; Andreas 1. VIII c. 6, 1; Jacob. Zeb. c. 12, 1; Phi-
lippus c. 17, 1; Barthol. c. 19, 1; Thomas c. 21, 1; Matthaeus qui et Levi
(c. 22, 1); Jac. Alph. c. 23, 1; Lebb. Thadd. c. 25; Simon Can. c. 27; Mat-
thias c. 29; Paulus c. 32; Paulus und Petrus c. 33; Jacob, fr. Dorn. c. 33
(Funk 542, 16).
4) Brightman a. a. O. p. 276. Die Liste in der syr. rnelchit. Litanei
(ed. Baumstark, Oriens christ. IV S. 117) ist unvollständig und wertlos.
5) F. X. Funk, Didasc. et Const. Ap. DZ p. 120 und derselbe, Die
apostol. Konstitut. S. 208; vergl. die Vorrede der äthiop. Didascalia S. 217.
6. Namen und Reihenfolge der 12 Apostel.
213
die Dreinamen Judas (Jacobi) genannt Thaddai, qui et Labai
oder Labai mit dem Beinamen Thaddai, qui et Judas Jacobi.
Die erstere Bezeichnung kommt in dem Katalog (Chronik Vc. 10)
des monophysitischen Patriarchen Michaels vor1 und in jenem
(„Buche der Biene" c. 48) des Nestorianers Salomon2 von Bas-
rah, welche ein und dieselbe Recension darstellen. Die einzelnen
Apostel sind auch jüdischen Stämmen zugeteilt. Der Vorrang
kommt jedenfalls der Liste des zwar später schreibenden Nesto-
rianers Salomon (1222) zu, da Paulus noch nicht nach Petrus
eingereiht ist, und die westsyrische Redaktion einige Verbesse-
rungen und Umstellungen anbrachte. Daher seien sie neben-
einander gestellt.
Buch der Biene c. 48.
1. Simon (Kepha) de tribu
Naphthali.
2. Andreas frater eius.
3. Johannes Zebed. de tr. Ze-
buion.
4. Jacobus frater Johannis.
5. Philippus de tribu Asser.
6. Thomas de tribu Juda.
7. Matthäus de tribu Issach ar.
8. Bartolomäus de tribu Issa-
ch ar.
9. Judas Jacobi qui et Thaddai
qui et Lebbai de tribu Juda.
10. Simon Zelotes de tribu
Ephraim.
1 1. Jacobus Alphäi de tribu
Manasse.
12. Judas Iscarioth.
Chronik Mich. d. Syrers V, 10.
1. Simon de tr, Naphthali.
2. Paulus de tr. Benjamin.
3. Andreas.
4. Jacobus Zebed. de tr.Zabulou.
5. Johannes frater eius.
6. Philippus de tribu Asser.
7. Bartholomäus de tr.lssacbar.
8. Thomas de tr. Juda.
9. Matthäus de tr. Issachar.
10. Simon Cananäus de tr.
Ephraim.
11. Judas, cogn. Thaddai qui et
Labai, de tribu Juda.
12. Jacobus Alphai de tr. Ma-
nasse.
13. Judas Iscariotes de tr. Dan.
14. Matthias de tr. Rüben.
In der Zuweisung der einzelnen Apostel an die zwölf Stämme
unterscheiden sich die monophysitische und nestorianische Re-
1) J.-B. Chabot, Chronique de Michael lo Syrien, Patriarche Jaco-
bite d'Antioche (1166—1199) Tom. I (fasc. II) Paris 1900, 146.
2) Ern. A. W. Budge, The Book of the Bee [Anecdota Oxouiensia,
Semitic Series Vol. I part. II], Oxford 1886, 103.
214 Scherniann, Propheten- und Apostellegenden.
censiou fast gar nicht. In der Umgestaltung der Apostelreihe
scheint aber dem Patriarchen Michael der Traktat des Dionysius
bar-Salibi über die 12 Apostel und 72 Jünger behilflich gewesen
zu sein, welchen er dem 5. Bache seiner Chronik als Appendix
beigab1. Diese Liste hatte nämlich bereits Paulus an zweite
Stelle gesetzt, so daß Michael sein überkommenes Verzeichnis
darnach umänderte und auch eine andere Namenstellung teilweise
vollzog. Der um ein halbes Jahrhundert spätere Nestorianer
scheint die in sein Sammelwerk, das er nach Art einer „Biene"
machte, aufgenommene Liste nicht neu redigiert zu haben, wie
auch der alsbald c. 49 2 desselben Buches folgende Apostelkatalog
seine Eigentümlichkeiten beibehielt. Letzterer nennt nur Lebbäus
qui et Thaddäus nach der Peschittha. In c. 50 3 desselben Buches
aber scheint wiederum eine andere Vorlage aufgenommen worden
zu sein, wo unter den Aposteln, welche verheiratet wareu, auf-
gezählt wird: Nathanael qui et Bartholomäus. Lebbäus qui et
Thaddäus qui et Judas Jacobi. Simon Cananites qui et Zelotes,
qui et Judas, Simonis filius.
5. Den Prozeß, wie spätere Redakteure in eigenmächtiger
Abänderung überkommener Listen verfuhren, können wir an
einem griechischen Apostelverzeichnisse nachprüfen, welches ur-
sprünglich das altsyrische des Evang. da Mepharrese war, jetzt
aber in drei Recensionen erhalten ist. Ph. Meyer hatte es bereits
bei R. Ä. Lipsius aus Cod. Vatop. 739 (saec. XII) fol. '2S2V mit-
geteilt. Ich fand es in einer weitern HS und noch gedruckt
vor, so daß sich eine Textherstellung lohnt, trotzdem Lipsius
„nichts Eigentümliches" daran findet. Die Zeugen sind folgende:
A = Im Eingange der Kommentare des Oecumenius als
selbständiges Stück. Olxovfispiov vjtofiprjfictza sig zag zf/g
veaq öia&r]x?]g jtQay^iazeiag zagös. Oecumenii commentaria in
hosce Novi testamenti tractatus. Opus primum graece et latine
editum. Interprete Joan. Hentenio, emendatore et praelectore
Fed. Morello, Lutetiae 1630, initio pag. i.
B = Cod. Vatop. 739 (saec. XII) fol. 282? nach neutestam.
1) ed. Chabot I (fasc. II) p. 147.
2) ed. W. Budge p. 113.
3) ed. Budge p. 115.
6. Namen und Reihenfolge der 12 Apostel. 215
Schriften. Die Kollation von Ph. Meyer mitgeteilt bei Lipsius,
Die apocr. Apostelgesch. u. Apostelleg., Ergänzungsheft S. 4.
C = Cod. Vatic. gr. 1974 (ol. Basil. XIII cfr. fbl. 2) (saec. XII),
membr. (ff. 125) rniscell. Nach dem griech. Texte von Isaias be-
ginnt der Katalog fol. 23v.
Er findet sich noch in Cod. Iviron. 695 (Lampros 4815) n. 11
'Ovofiara xmv iß' ajtoörölmv ex rov xaxa 3Jazd-alov, wovon
ich keine Kollation besitze.
Tcöv iß' aiioöxöXcav ra ovofiara.
HifMov 6 leyofievog üergog xal Avögtag o aöelcpog avrov.
'iaxcoßoq xal 'la>avv?]g. <PlliJtjtog xal Bagd-oXofiaTog, Oco^iäg
xal Maz&aioq 6 xeXcovi}Q. 'laxcoßog 6 rov Alcpaiov
A: Sificov o Kava-
vaiog xal 'lovöag
laxcoßov
B: xal Oaööalog 6 C: xal Aeßßaiog 6 5
xal >Iovöag. 21[Iodv ' eJiixl)]&elc&adöaTo-.
6 Kavavirrjq ^ificov o Kavavirr]g
xal Matd-iag 6 ovyxaratprj(piöd-elg fisra rcöv evöexa avxl rov
JtQOÖOTOV.
Der Katalog A bewahrte seine altsyrische Form, durch
späteren Vergleich mit anderen Listen ging das Charakte-
ristische verloren; B wurde nach X B etc. korrigiert, C konnte
nach dem Peschitthatexte oder den damit übereinstimmenden
griechischen HSS, oder was wahrscheinlicher ist, nach dem
Kataloge von Apost. Konstit. 1. VI c. 14, mit welchem C ganz
übereinstimmt, neuredigiert worden sein. Die Beifügung des
Matthias (Apg. 1 , 26) verlangt nicht auf ein lukanisches
Apostelverzeichnis Bezug zu nehmen, da unsere Liste nicht bloß
gegenüber den lukanischen Umstellungen in den ersten acht
Namen ganz den sonstigen Mt.-Listen getreu bleibt, sondern
auch Matthäus im Anschluß an Mt. 10, 3 als 6 reZcovtjg und
Simon als Cananäus, nicht gemäß der griechischen Übersetzung
bei Lc. als ^rßcor^g, bezeichnet. Auch Ap. Konst. VI 14 hat zu
seinem Mt-Kataloge Matthias beigefügt.
1 <B iß') 6h A uvöinava -f- iavtv zavva A | "J Slfzcav — ?.ey. <Z
C | 3 'Icoävvijq -\- o ä6e).<poq avxov C | 4 Maid-. < 6 B 'AX<p£ov C
8 Mav&elaq C 6 — J) tcooöotov <Z C
216 Schemiann, Propheten- und Apostellegenden.
Wir können daher einen 4— 5 fachen syrischen Typus in
den Apostelkatalogen unterscheiden.
1. Den altsyrischen des 2. Jahrh., vertreten im Evangeliuni
da-Mepharrese, in den Thomasakten und mit geringem (west-
lichen?) Einfluß in der Recension des Diatessaron Tatians bei
Ishocdad. Auch die Diptychen der griechischen Jakobusliturgie
geben von ihm noch Zeugnis, trotzdem Paulus zu Petrus bei-
gefügt ist. Ein anonymes griechisches Mt. Verzeichnis ging in
seiner ursprünglichen Textgestalt darauf zurück, wie ein Zeuge
noch beweist.
2. Ein mittelsyrischer Typus verrät westlichen Einfluß da-
durch, daß er mit D. 122 Lebbäus liest; er ist vertreten in den
Clementinischen Recognitionen I 55 — 62 und in der syrischen
Übersetzung des Mt.-Evangeliums des Thomas von Harkel.
3. Eigene Wege ging der Verfasser des syrischen Zwölf-
apostelevangeliums, der die Liste von Mc. 3, 16 substituierte,
welche Barhebräus noch rein erhielt.
4. Der syrische Mischtypus der Peschittha fand Eingang in
Ap. Konstit. VI 14 und VIII 4 ff., in den späteren nestorianischen
und monophysitischen Apostelverzeichnissen, welche manchmal
noch Verwandtschaft mit dem altsyrischen oder mit dem X B etc-
Typus verraten. Damit soll natürlich nicht eine chronologische
Aufeinanderfolge angezeigt sein, vielmehr nur eine materielle
Scheidung vollzogen. Der 2. Typus kann wohl gleichzeitig, ja
sogar vielleicht später als Typus 4 sich gebildet haben, wenn
wir die Peschittha in das 4. Jahrh. setzen.
§ 62. Lateinische Apostelverzeichnisse.
Eine reiche Quelle für die Geschichte der Apostelkataloge
im Abendlande bildet das Gebetbuch des Bischofs Aethelwold,
[vielleicht von Lindisfarne (721 — 740)], genannt Book of Cerne,
welches A. B. Kuypers1 aus der HS LC 1, 10 der Universitäts-
bibliothek von Cambridge (s.VIII) herausgab. Dieses Buch enthält
eine Sammlung von Privatgebeten und Hymnen in 74 Nummern,
mit welcher ein zweites Gebetbuch in der HS 2 A XX f. 2 — 51 v
des Britischen Museums Ähnlichkeit hat. Beide haben ver-
1) The Prayer Book of Aedeluald the Bishop cotnmonly called the
Book of Cerne, Cambridge 1902.
6. Namen und Reihenfolge der 12 Apostel. 217
schiedene Gebete gemeinsam, einige derselben finden sich auch
in dem sog. Buch von Nunnamiuster (Cod. Harl. 2965) ', so daß
Kuypers die Vermutung aussprach, daß in dem Buch von Cerne
mehrere ursprünglich getrennte kleinere Bücher vereinigt sind.
Wie vielerlei Bestandteile und Einflüsse sich hier zusammenfinden
mochten, geht daraus hervor, daß manche Gebete, abgesehen von
denjenigen, welche es mit 4 alten Gebetssammlungen2 gemeinsam
hat, mit solchen der römischen Sakramentarien, des Leonianums-
und Gelasianums, des karolingischen Supplements des Gregoria-
nunis, mit solchen des Missale Gothicum, jenes altgallischen
Sakramentars, mit solchen des irischen Stowe Missale und des
irischen über Hymnoruin große Ähnlichkeit haben. Das Buch
von Cerne ist ein Produkt aus der Werdezeit der englischen
Christenheit und hat von überallher Beiträge aufgenommen.
Daraus erklärt sich auch, daß in 74 Nummern nicht weniger als
in 7 Gebeten vollständige Apostelverzeichnisse sich finden, und
unter diesen 5 verschiedene Gruppen. Dank des guten Quellen-
und Parallelennachweises können wir die lokale Fixierung ein-
zelner Apostelverzeichnisse vornehmen.
1. Der erste altlateinische Typus findet sich nicht in
dem Buch von Cerne und scheint sich überhaupt des Lebens
nicht lange erfreut zu haben. Er ist in den europäischen alt-
lateinischen Übersetzungen von Mt. 10, 2 — 4 zu finden, welche
statt Thaddäus den seinem Ursprünge nach rätselhaften Namen
Judas Zelotes setzen, wobei Thomas bald die 7. (ghgat), bald
die 10. (abq) Stelle einnimmt. Diese Form ist auch beim Chrono-
graphen von 354 3 vorhanden, der die Stellung des Thomas und
Bartholomäus gemäß Apg. 1, 13 vornahm. Das Verzeichnis ist
also folgendes: 1. u. 2. Petrus und Andreas, 3. u. 4. Jacobus und
Johannes, 5. u. 6. Philippus und Thomas, 7. u. 8. Bartholomäus
und Matthäus, 9. u. 10. Jacobus Alph. und Simon Zelotes,
11. Simon Canan. Zu bemerken ist, daß Paulus noch nicht
nach Petrus zu stehen kommt. Dieses trifft bereits zu in dem
1) W. de Gray Birch (Harnpsire Record Society) An ancient Mann-
script 1889.
2) p. XXXU. 4) p. XXII ff.
'6) Theod. Mommsen, Über den Chronographen vom J. 354 in Ab-
handlungen der kgl. sächs. Gesellschaft der Wissensch. (philol.-histor.
Klasse) II. Bd. Leipzig 1850, 640.
218 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
zu dieser Gruppe wohl gehörenden Apostelmosaik des großen
Baptisteriums von Ravenna, wo neben Petrus auch Paulus steht,
während die sechs letzten Apostel in folgender Reihe bei wech-
selnden Zickzacklesen dargestellt sind: Thomas, Matthäus, Ja-
cobus Alphäi, Simon Canan. , Judas Zelotes. Übrigens ist es
sehr unsicher, ob hier das altlateinische Verzeichnis oder viel-
mehr das altsyrische zu Grunde liegt. Da der letzte Judas von
dem Iscarioth unterschieden werden sollte, wie er z. B. in den
Diptychen der Jacobusliturgie ohne Epitheton genannt ist, so
mag der Mosaicist den Beinamen Zelotes von dem vorhergehenden
Simon (nach Lc.) weggenommen und Judas beigegeben haben.
Darin würde sich der westliche Einfluß an dem ursprünglich
syrischen Verzeichnis feststellen lassen.
2. Die Uniformierung der selbständigen abendländischen
Liturgien, hauptsächlich Galliens und Irlands, geschah vom
5. u. 6. Jahrhundert an auf der Grundlage der römischen Sakra-
mentarien, des sog. Gelasianums und Gregorianums. Da aber
der Gelasianische Kanon in den Diptychen ein im Aufbau ganz
unkanonisches Apostelverzeichnis hat, welches sich forterbte und
überallhin Verbreitung fand, so ist dieser liturgische Typus
leicht zu erkennen. Im Gelasianischen Sakramentar, wie es
Muratori1 und andere aus Cod. Vatic.-Regin. Suec. 316 edierten,
ebenso in sämtlichen ältesten HSS2 des Gregorianischen oder
des revidierten Gelasianischen ist die Namenreihe die nämliche:
1. Petrus, 2. Paulus, 3. Andreas, 4. Jacobus, 5. Johannes, 6. Thomas,
7. Jacobus, 8. Philippus, 9. Bartholomäus, 10. Matthäus, 11. Simon
u. 12. Thaddäus. Die Liste bat zweifellos den Vulgata Mt.-Katalog
als Unterlage, weshalb aber die Umstellung der einzelnen Namen
gemacht wurde, läßt sich nicht ersehen. In all jenen außer-
römischen Sakramentarien und Missalien, in denen meist die
lokalen Eigentümlichkeiten in der Feier der Heiligenfeste ver-
blieb, dagegen der eigene Aufbau des Kanons durch den römi-
schen verdrängt wurde, welchen die Päpste durch Zuschickung
des gelasianischen an die einzelnen Bischöfe oder durch Missionäre
1) Lud. Ant. Muratori, Liturgia Romana Vetus, 1. 1, Sacram. Gre-
gorian. 1. III, p. 696.
2) Edm. Bishop, On the early texts of the Roman Canon in Jour-
nal of Theol. Studies Vol. IV, 1903, 558.
6. Namen und Reihenfolge der 12 Apostel. 219
als Grundlage weitergaben, findet sich dieselbe Liste. Hiezu
gehört das sog. irische Stowe Missale1, dessen alter Kanon durch
den „Canon Dominicus Papae Gelasi" ersetzt wurde, ferner2 das
sog. Missale francorum und der Kanon der altgallischen Sakra-
mentarien, ferner das Missale von Bobbio, das zum KirGhen-
sprengel von Mailand gehörte. All diese Bücher haben den
römischen Kanon und daher dessen Apostelliste aufgenommen3.
Das Stowe Missale scheint doch nicht ganz den römischen
Kanon so übernommen zu haben, wie ihn die übrigen Zeugen
bieten. Eine auffallende Erscheinung ist in ihm, daß in den
Diptychen des Gebetes „Communicantes" vor dem Einsetzungs-
bericht und in den Totendiptychen des „Memento etiam" Gebetes
nach demselben, also zweimal die vollzählige Apostelliste sich
findet, während sie an letzterer Stelle sonst in dem neuredigierten
Gelasianischen Kanon nicht vorkommt. Zudem unterscheiden
sich in ein und demselben Kanon des Stowe Missale beide Kata-
loge in der Anordnung, welche in jenem der Totendiptychen
mehr dem des Mt. 10, 2—4 entspricht4: 1. 2. 3. 4. 5. 8. 9. 6. 10.
7. 11. u. 12 (+ Matthiae, Marci, Lucae). Die Frage, ob hier
noch ein Überrest des altirischen Kanonaufbaues, der sämtliche
Diptychen überhaupt erst an der Stelle der Totendiptychen ver-
lesen ließ, oder ob ein Fragment einer älteren Form eines rö-
mischen Kanons vorliegt5, aus dem der gelasianische später ge-
formt wurde, läßt sich nicht entscheiden.
Die Apostelreihe des römischen Kanons findet sich noch in
andern lateinischen (altirischen und britischen) Literaturdenk-
1) Barth. Mac Carthy, On the Stowe Missal in Transactions of the
Royal Irish Academie Vol. XXVII 1887—1886 [Nr. 6. 1886], Dublin, p. 208.
2) Leop. Delisle, Memoire sur d'anciens saranientaires, Paris 1886
p. 85, 360, 362, 363, 366, 367.
3) Dasselbe ist auch zugrunde gelegt der Verteilung der einzelnen
Sätze des apost. Synibolums an die Apostel in der pseudoaugust. Predigt
sermo 240 de symbolo IV (Migne Patr. 1. 39, 2189). Vgl. O. Barden-
hewer, Gesch. d. altkirchl. Literatur I, Freib. 1902, 69. Arth. Bell,
Lives and legends of the Evangelists, Apostles and other early Saints (in
Christian art) London 1901, 66.
4) Mac Carthy a. a. O. 216. Joh. Watterich, Der Konsekrations-
monient im heiligen Abendmahl, Heidelberg 1S96, 276.
5) Vgl. Ant. Baumstark, Liturgia Romana e liturgia dell'Esarcato,
Roma 1904, 185 f. und 71 tt.
220 Scherniann, Propheten- und Apostellegenden.
malern. In dem poema des Aldhelm von Malmesbury (f 709) *
de aris beatae Mariae et duodecim apostolis dedicatis ist jedem
der Apostel nebst Maria eine Strophe gewidmet, welche an
legendarischem Inhalt sehr arm ist. Einzelne der Apostelnamen
werden durch Attribute näher kenntlich gemacht, z. B. wird
Thomas (n. 6) Didymus beibenannt, Jacobus (n. 7) als der Herrn-
bruder durch sein beigefügtes Martyrium, die Tötung durch einen
Walker, charakterisiert; Simon (n. 11) heißt Zelotes Cananäus
und Thaddäus (n. 12) cognominatus Lebbäus. Auch in einigen
Gebeten des Book of Cerne ist diese Apostelreihe verwertet;
z. B. Gebet 30 2 und dessen Dublette Gebet 69 3, das die Über-
schrift hat: oratio de apostolis sanctis und welches auch sonst
stark römisches Gepräge in Anklängen an das Sakramentarium
Gelasianum 1. III 9 u. 76, das Gregorianum und dessen Supple-
ment verrät, so daß wir eine römische Heimat des Gebetes an-
nehmen können. Ebenso ist in dem 2. Gebet eines Alchfrid
(n. 48)4 neben dem römischen Apostelverzeichnis wieder manche
Gedankenentlehnung aus den römischen Sakramentarien zu be-
merken. In Gebet 29 ist dieselbe römische Liste, welches eine
annähernde Dublette in Harl. Ms. 7653 fol. 45 hat. Letztere um-
stellt nach Art der Reihe in den Totendiptychen des Stowe
Missale.
Es scheint, daß diese letztere in liturgischen Gebeten häufig
im Gebrauche war, bevor die des römischen Kanons, eingeführt
wurde, wie eine Anzahl von Litaneien in der HS 2 AXX fol. 1SV
und fol. 26 6, auch das 1. Gebet des Buches von Cerne beweisen.
Die Revision nach dem Mt. Texte war weiter fortgeschritten in
der Liste eines irischen Hymnus7, eines Gebetes in 2 A XX
1) Migne P. 1. 89, 291—296. Dasselbe wird auch Rhabanus Maurus
und Alcuin beigelegt.
2) Kuypers, Tbe book of Cerne p. 12S, 10 ff.
3) Kuypers p. 164, 10 ff. Vgl. Edm. Bishop, The Litany of saints
in the Stowe Missal in Journal of theolog. studies vol. VII 1905, 135.
4) Kuypers p. 145, 2.
5) Ebenda 127, 3.
6) p. 208 u. 211.
7) Irish liber Hymnorum ed. Bemard und Atkinson Vol. I [Publ. of
Henry Bradshaw Soc. Vol. XEI] p. 18—20. Edm. Bisehof a, a. O. p. 135.
6. Namen und Reihenfolge der 12 Apostel. 221
fol. 40v 1 und in Cod. Sangall. 13952, welche ganz den Vulgata-
text wiedergeben oder nur in der Stellung der letzten Namen
abweichen.
3. Neben dieser Uniformierung der Apostelreihen in der
Liturgie der altfränkischen, altgallischen und altbritischen Kirche
tritt eine gewisse Selbständigkeit in den Diptychen der Kirche
von Arles, der mozarabischen Messe3, auch der altirländischen4
auf, welche die sonst in der lateinischen Kirche nicht gebräuch-
lichen lukanischen Listen (Apg. 1, 13; Lc. 6, 14) zur Verwendung
bringen. Auch in den Literaturdenkmälern sind sie selten zu
finden. Die Evangelienharmonie in Cod. Fuldensis5 und eine
Homilie, die Augustinus6 zugeschrieben wird, hatten sie in ihren
Dienst genommen, erstere jene des Evangeliums, letztere die der
Apostelgeschichte.
4. Eine vierte Gruppe verrät syrischen Einfluß, da sich
deren Katalog durch das Attribut Simon Cananäus (Lc. und Apg.
Simon Zelotes) und durch den Namen Judas Jacobi (bei Mt., Mc.
Thaddäus, Lebbäus) mit der altsyrischen Liste deckt. Schon der
Apostelkatalog des ravennatischen Mosaiks näherte sich mehr
dem altsyrischen wie altlateinischen Verzeichnisse, leider war durch
Beigabe des Attributs Zelotes zu Judas keine Klarheit zu er-
zielen. Wie die Diptychen der griechischen Jakobusliturgie
bereits Paulus mit Petrus verbunden und Judas nach Vorlage
des altsyrischen Verzeichnisses an Stelle des Thaddäus setzten,
ohne ihn aber näher durch den Zusatz Jacobi zu charakterisieren,
so haben auch zwei Verzeichnisse unseres altenglischen Gebet-
buches diese unbestimmte Form sich zu eigen gemacht. Sie
ersetzen den Namen Thaddäus durch Judas; ja das eine Ver-
zeichnis nähert sich dem syrischen noch dadurch umsomehr, als
1) Kuypers p. 218.
2) F. E. Warren, Liturgy and Ritual of the Celtic Church, Oxford
1881, 180.
3) Edm. Bishop, The Litany etc. in Journ. of th. Stud. VII 1905, 136.
4) Ebenda und Cr. Burkitt, Evang. da Mepharr. a. a. 0. p. 271.
5) E. Ranke, Codex Fuldensis, Novum Testamontum latine inter-
prete Hieronymo ex manuscripto Victoris Capuani edidit. prolegg. intro-
duxit, coramentariis adornavit. Marb. et Lipsiae 1868 p. (45 und) 332.
6) Sermo 241 (de symbolo V) Migne Patr. 1. 39, 2190. Vgl. Barden -
he wer, Gesch. d. altkirchl. Lit. I 69.
222 Schennann, Propheten- und Apostellegenden.
es denselben ausdrücklich Judas Jacobi nennt. Der eine Kata-
log in HS 2 A XX fol. 47 1 zeigt darin noch eine Abnormität,
als er Jacobus Alphäi, der sich aber in allen kanonischen Ver-
zeichnissen findet, ausläßt. Isidor v. Sevilla2 bediente sich
desselben syrischen Kataloges, fügte aber als 13. den bei Lc. u.
Apg. genannnten Simon Zelotes bei. Demgemäß haben Isidor
und 2 A XX fol. 47 folgende Liste: 1. Simon Petrus, 2. Paulus,
3. Andreas, 4. Jacobus, 5. Johannes, 6. Philippus, 7. Bartholomäus,
8. Thomas, 9. Matthäus, 10. Jacob. Alphäi, 11. Judas Jacobi,
12. Simon Cananäus, 13. Matthias, [14. Simon Zelotes]. In
Hymnus 71 des Buches von Cerne3, welcher die Überschrift
trägt: Ymnum de apostolis sanctis D. n. J. Chr. heißen die letzten
vier Apostel: 9. Jacobus Alphäi, 10. Simon, 11. Matthias, 12. Judas.
Da ohne den letzten Namen die Zwölfzahl nicht erreicht wird
und in den syrischen Verzeichnissen Judas (Jacobi) am Schlüsse
steht, so könnte man vermuten, der Hymnenkomponist hätte aus
irgendwelchen Rücksichten Matthias vorangestellt. Tatsächlich
hat aber derselbe den Judas den Verräter mit einigen Versen
bedacht, wie aus dem Inhalte hervorgeht:
Judas et victis corpus sine fronte demonstrat
et videt occisum vivere in orbe deum.
5. Wir hatten bereits bemerkt, daß ein außerkanonisches
Apostelverzeichnis Johannes an erster Stelle nennt, welches der
ägyptischen Kirche angehört. Manche lateinische Verzeichnisse
zeigen in betreff des Namens Johannes eine dreifache Gestalt;
entweder ist dieser Name ohne Charakteristikum Petrus voran-
gestellt, ähnlich dem ägyptischen Kataloge; oder es wird am
Schlüsse Johannes der Täufer beigefügt; oder es ist jeglicher
Johannes auch der Zebedaide ausgelassen.
Die Voranstellung des Johannesnamens scheint sich in
1) Kuypers p. 222.
2) De ortu et obitu patrum (Migne P. 1. 83, 147 ff von cc. 68—80).
In Cod. Sangall. 227 (s. VIII— IX), S. 193—196, welcher auf die Schrift
Isidors zurückgeht, ist Judas Jacobi und Simon Canan. ausgelassen. Isidor.
c. 81 (Migne 154 A) bringt noch ein Gesamtverzeichnis, das aber mit dem
voraufgehenden nicht übereinstimmt. Die letzten Namen lauten: 9. Simon
Zelotes. 10. Matthias. 11. Jacob, fr. Dom. 12. Judas Jacobi.
3) Kuypers p. 170, 6—171, 5.
6. Namen und Reihenfolge der 12 Apostel. 223
Litaneien zu finden. W. van Gulik veröffentlichte ein Formular
der letaniae maiores1, welches der mailändischen Kirche angehört.
„In den Heiligenreihen nach der 4. Antiphon werden alle Apostel,
in jenen nach der 7. Antiphon nur zwei, nach der 9. drei, nach
der 11. Antiphon fünf und im übrigen je vier Apostel angerufen,
wobei aber die Aufeinanderfolge der Gesamtzählung stets kon-
form bleibt": 1. Johannes, 2. Petrus, 3. Paulus, 4. Andreas,
5. Jacobus, 6. Philippus, 7. Bartholomäus, 8. Thomas, 9. Matthäus,
10. Jacobus, 11. Simon, 12. Thaddäus, 13. Matthias. Woher
kommt diese exzeptionelle Stellung des Johannes (Ev., welcher
innerhalb der Reihe fehlt,) in dieser Litanei? Ist sie eine Nach-
bildung der alexandriuischen Reihe? So sehr man allenthalben
geneigt ist, eine Beeinflussung der altmailändischen Liturgie vom
Orient her anzunehmen, so ist sie doch in diesem Falle zu bestreiten.
Dazu führt uns schon die Anreihung des Johannes an Maria,
welche vorangeht, so daß der Verdacht rege wird, daß hier unter
Johannes nicht Johannes Zebedäi, sondern Job. Baptista zu ver-
stehen ist. Die mailändische Litanei gehört wohl nicht in eine
frühere Zeit als in das 12. Jahrh., daher kann sie bereits eine
größere Entwicklung vor sich haben. Eine solche Zwischenstufe
zeigt eine ältere Litanei in HS 2 A XX fol. 26 2, wo noch Job.
der Zebedaide seinen bekannten Platz im Apostelkollegium ein-
nimmt und daneben Johannes dem Namen Maria vorangestellt ist3.
Gerade auch in Irland ist die Voransetzung letzterer zwei Namen
nichts auffallendes. In den Totendiptychen des Stowe Missale4
sind nach den alttestamentlichen Propheten, Patriarchen und
Märtyrern vor dem Apostelverzeichnis genannt: Macchabaeorum
item infantium; Joannis Baptistae et Virginis Mariae, Petri,
Pauli etc. Wurde nun Baptista weggelassen, so konnte es leicht
den Schein erwecken, als ob der vorangestellte, der ja bei der
Kreuzigung des Herrn mit Maria durch die Worte Christi so
eng verknüpft wurde, der Zebedaide wäre, weshalb man eine
1) In Rom. Quartalschrift 1904, 1 ff, 16 f. Vgl. M. Magistretti,
Manuale Ambrosianum e codice saec. XI. Pars. I. Mediolani 1905, 64 f. 80.
2) Kuypers p. 211 f.
3) Auch bei Isidor v. Sevilla, de ortu et obitu patr. c. 66, 67
(Migne P. lat. 83, 147); in der Litanei des Sacr. v. Amiens (Delisle 366),
von Winchcombe (Delisle 307).
4) Mac Carthy, On the Stowe Missal a. a. O. p. 216.
224 Schemiann, Propheten- und Apostellegenden.
Umstellung der Namen Johannes und Maria vornahm, ersteren
aber dafür an fünfter Stelle ausließ. Das mochte der Prozeß
sein, welcher dazu führte, Johannes als ersten Apostel nach
Maria zu nennen, während er an der ihm gebührenden Stelle
ausgemerzt wurde1.
In diese Entwicklung ist aber die Litanei des Stowe Missale.
welche als Vorbereitung des Priesters zur Messe beigegeben ist,
nicht leicht einzureihen. In der Apostelreihe fehlt an der ihm
gebührenden Stelle der Zebedaide; aber es ist ein Name Jo-
hannes wie in eben den genannten Verzeichnissen auch nicht
vorangesetzt, sondern die Litanei2 beginnt nach Kyrie eleison
mit Anrufungen wie: sancta Maria, sancte Petre etc. Es gibt
zwei Möglichkeiten, welche uns das gänzliche Fehlen des Jo-
hannes erklären lassen; entweder ist er innerhalb des Apostel-
kollegiums vom Schreiber vergessen worden, oder der Litanei
des Stowe Missale, welche um die Mitte des 8. Jahrhunderts
anzusetzen ist3, lag eine solche Apostelliste zu Grunde, wie sie
in der Mailänder Litanei vorliegt. Da nun zur Komposition der
Stowe-Litanei nur neutestamentliche Heilige verwendet wurden,
so hatte man Johannes, welcher als Baptista angenommen ward.
an erster Stelle weggelassen; d. h. die Erkenntnis, daß der voran-
gestellte Johannes der Täufer ist, mochte den Namen aus seiner
bisher dominierenden Stellung vertrieben haben, während schon
vorher ihr zuliebe der Apostel seinen Platz verlor. Dabei konnte
auch der dogmatische Grund mitsprechen, daß vor Petrus und
Paulus keine andere apostolische Auktorität Platz nehmen dürfe.
Soviel ist sicherlich aus diesen, wenn auch wenigen Fällen, zu
schließen, daß der Apostel Johannes nur wegen des voranstehen-
den gleichen Namens innerhalb des Kataloges weichen mußte,
da er nur in diesen Listen und sonst nigends fehlt. Eine andere
Art von Entwicklung stellt Cod. Harl. 7653 4 dar, wo Johannes
1) Eine Reihe mailänd. Litaneien mit vorangestelltem Johannes bei
Magistretti a. a. 0. 1 p. 80; II p. 47. 49. 129. 132. 138. 164. 248 ff. 259—
267. Eine gallische Litanei bei M. Gerbert, Monum. Vet. Lit. Alem.
pars altera, typis San-Blasianis 1779 p. 90.
2) Mac Carthy a. a. 0. 192.
3) Ebenda p. 166 f.
4) Warren, The Antiphonary of Baiigor [Henry Bradshaw Society]
II 1895 p. 83.
6. Namen und Reihenfolge der 12 Apostel. 225
Baptista an den Schluß des Zwölferkollegiums , das nach den
gelasianischen Diptychen in der Hauptsache geordnet ist, gestellt
wurde.
6. Das normale Mt.-Verzeichnis nach 5? B und andern HSS
der Vulgata scheint in den lateinischen Denkmälern das seltenste
zu sein. Der eine Fall, welchen ich vorerst kenne, verrät zu-
dem mehr griechische als römische Herkunft. Die meisten
spätem Apostellisten, insbesondere auch die römischen, haben
die beiden Apostelfürsten nebeneinander gestellt. Von einem
solchen Einfluß ist jenes Verzeichnis frei, das in den Mosaiken
von Grottaferrata , des griechischen Basilianerklosters in der
Nähe von Rom, zur Darstellung kam. Der Chorbogen ist mit
Apostelmosaiken geschmückt, von denen jeder durch den daneben
geschriebenen Namen kenntlich gemacht ist. Die Mosaiken
stammen aus dem 12. Jahrhundert1. Neben der sog. eroifiaola
sind rechts und links sechs Apostel dargestellt. Wenn man
rechts mit Petrus beginnt und dann von links Andreas aufnimmt
und dieses Zick-Zacklesen fortsetzt, so ergibt sich folgende Liste:
I. Petrus, 2. Andreas, 3. Johannes, 4. Jacobus, 5. Philippus,
6. Matthäus, 7. Thomas, 8. Bartholomäus, 9. Jacobus, 10. Thaddäus,
II. Simon, 12. Matthias.
7. Daß die Mischrecensionen die Mehrzahl bilden, war bei
dieser Mannigfaltigkeit lateinischer verbreiteter Apostelreihen
vorauszusehen. Eine gewisse Unklarheit in der Apostelliste trägt
die dem Martyrologium Hieronymianum vorausgeschickte notitia
de locis SS. Apostolorum2 zur Schau, welche der Redaktor wohl
schon bei der ersten Komposition aus den Kalendertagen zu-
sammentrug und mit historischen oder legendarischen Notizen
versehen voranstellte. Diese notitia ist so ziemlich in allen HSS
der verschiedensten Recensionsgattungen vertreten, allerdings
auch mit späteren redaktionellen Auslassungen und Zusätzen.
Daneben findet sich in manchen HSS noch ein zweiter index
apostolorum, der den Titel führt: Breviarium Apostolorum ex
nomine vel locis ubi praedicaverunt, orti vel obiti sunt, über
welchen die beiden Herausgeber, da nicht zum ursprünglichen
1) Ant. Baumstark, II mosaico degli apostoli nella chiesa abba-
ziale di Grottaferrata, in Oriens Christian. IV 1904, 131.
2) Joa. B. de Rossi et Lud. Duchesne, Martyrologium Hierony-
mianum [Acta SS. Novembris t. II pars prior, Bruxelles 1S94] p. LXXVf.
Texte u. Untersuchungen etc. 31,3 ]5
226 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
Werke gehörend, nicht weiter berichten. Duchesne tritt dagegen
für die Datierung der notitia de locis ss. Apostolorum an den
Beginn des 6. Jahrh. ein. Der Redaktor hatte die Reihenfolge
der Namen nicht nach dem Kalenderjahr vorgenommen, sondern
er mußte eine Liste zu Grunde gelegt haben, nach welcher er
die verschiedenen im Martyrologium gebotenen Notizen ordnete;
dies erhellt schon aus den ersten 4 Nummern:
III. Kl. Jul. Nat. apostolorum Petri et Pauli Romae.
II. Kl. Dec. Nat. S. Andreae etc.
VI. Kl. Jan. Nat. apost. S. Jacobi fratris Domini et Johannis
evangelistae.
VIII. Kl. Jul. Nat. Dormitionis S. Johannis etc. in Epheso.
Ferner ist zu ersehen, daß der Redaktor selbst solche Tages-
daten in die dem einzelnen Apostel gebührende Stelle einreihte,
welche ihm gerade bemerkenswert erschienen. Wenn wir nun
die Namenreihe hieraus zusammenstellen, so ergibt sich nach
dem Cod. Epternac, den die Herausgeber zu Grunde legteD,
folgender index apostolorum: 1. Petrus, 2. Paulus, 3. Jacobus frater
domini, 4. Johannes evang., 5. Thomas, 6. Jacobus frater Job.
evang., 7. Philippus, 8. Bartholomäus, 9. Matthäus, 10. Simon
Canan., 11. Simon Zelotes. Die Ordnung ist nicht in allen HSS
dieselbe, z. B. vertauschen die sonst zu den besten gehörenden
Cod. Bernens. und Corbeiens. n. 3 und 7; in Cod. Bernens. fehlen
auch die beiden letzten Namen, während Corb. n. 11 Judas Zelotes
nennt. In andern spätem HSS ist natürlich die Verschiebung
und daher die Verschiedenheit noch weit größer, je nachdem
bald hier, bald dort nach den jeweils gebräuchlichen Apostel-
listen revidiert wurde. Eine Hauptschuld darf aber jedenfalls
der notitia des Hieronymianums beigelegt werden, wenn eine
spätere Verwirrung, welche die Stellung des Jakobus des Herrn-
bruders am 3. Orte nach Paulus und vor Johannes mit sich
brachte, sogar eine Dreizahl von Jacobi innerhalb des Apostel-
kollegiums zählte. Die notitia nennt Jacobus Alphäi nicht,
welcher aber in allen kanonischen Verzeichnissen vorkommt.
Wurde aber deren Liste nachträglich mit einer andern verglichen
oder vermengt, so trafen Jacobus Zebed., Jacobus Alphäi und
Jacobus der Herrnbruder, sofern letztere zwei nicht als identisch
betrachtet wurden, zusammen. Übrigens gab dazu auch eine
6. Namen und Reihenfolge der 12 Apostel. 227
Überlieferung Anlaß, welche Jacobus den Herrnbruder den
Zwölfen nebst Paulus anreihte. In seinem Kommentar zu Isaias
spricht Hieronymus von solchen, welche die Zahl 14 der Apostel
so zu erklären suchen: quatuordecim apostolos interpretantur
i. e. duodecim qui electi sunt, et tertium decimum Jacobum,
qui appellatur frater Domini, Paulum quoque apostolum, vas
electionis l.
Zu dieser Gruppe von Mischrecensionen, welche unter den
Aposteln Jacobus den Herrnbruder nennt, gehört die Apostel-
liste in dem bereits genannten, in manchen HSS vor dem Mar-
tyrologium Hieronyniianum stehenden Breviarium apostolorum,
welches neben der jeweiligen Namenerklärung der j einzelnen
Apostel auch noch legendarische Notizen enthält. Die Reihe
ist2: 1. Petrus, 2. Paulus, 3. Andreas, 4. Jacobus Zebedäi, 5. Jo-
hannes, 6. Thomas Didymus, 7. Philippus, 8. Jacobus der Bruder
des Herrn, 9. Bartholomäus, 10. Matthäus, 11. Simon Zelotes oder
Cananäus, 12. Judas der Bruder des Jacobus, 13. Matthias. Das
hier zugrunde liegende Verzeichnis war Lc. 6, 14 — 16. Auch
das Verzeichnis bei Isidor3, de vita et obitu sanctorum, zeigt
sich darin beeinflußt, das es dem im kanonischen Lc. Verzeichnis
stehenden Jacobus Alphäi die Attribute des Herrnbruders, des
Gerechten, Bischofs von Jerusalem anhängte.
In den Sammlungen der passiones und virtutes apostolorum
herrscht ein Mischtypus vor, der sichtlich die Liste des Martyro-
logiums Hieronymianums zur Grundlage hat. Alle haben Ja-
cobus den Herrnbruder aufgenommen, zeigen auch das Fehlen
des Thaddäus, und verraten die gegenseitige Abhängigkeit durch
die Zusammenstellung von Simon und Judas. Der Unterschied
beruht auf der Anordnung der Namen, welche in einzelnen
HSS ein und derselben Recension öfters verschieden sind.
Daher unterscheidet4 Lipsius drei verschiedene Reihen, welche
übrigens nicht als eigene Recensionsgattungen, was das Apostel-
verzeichnis anbelangt, betrachtet werden können, da ihre Grund-
1) Hieronymus, in Isaiani prophet. 1. V c. 18 (Migne P. lat. 24,
180 0).
2) R. A. Lipsius, Die apokr. Apostelgesch. u. Apostellegenden I,
Braunschweig 1883, 211 f.
3) Lipsius a. a. 0. I 213.
4) Lipsius I 155, 12ütf.
15*
228 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
läge stets dieselbe ist und nur durch die Verschiedenheit
in der Stellung von Philippus und Jacobus dem Herrnbruder
variiert. Zur gleichen Gruppe gehört auch das Verzeichnis hei
Venantius Fortunatus (f 609)1 in dem Gedichte zum Lobpreis der
Jungfräulichkeit, der sichtlich aus einer vollständigen Passioneu-
sammlung schöpfte, wenn er auch nicht Jacobus den Herrnbruder
anführt. Seine Liste, in welcher Thaddäus fehlt, zeichnet sich
auch dadurch aus, daß Paulus äußerlich an die Spitze gestellt
ist2, inhaltlich aber nach Petrus seinen Platz hat, wie die Verse
angeben:
Juris consultu Pauli comitante volatu
Princeps Romana currit ab arce Petrus.
Solche Verzeichnisse, in welcher die Jacobi generell genannt
sind, finden sich in dem Buch von Cerne (Gebet 153 = Buch
von Nunnaminster ed. W. de Gray Birch [Hampshire Record
Society 1889 p. 59]), wo als 5., 6. u. 7. Apostel „tres Jacobi'" gezählt
sind. In Gebet 684 desselben Buches wird als 2. Apostel Jacobus
Justus, als 5. clarus Jacobus genannt.
Zwei Kataloge, die wahrscheinlich auf eine griechische Vorlage
ursprünglich zurückgehen, zeigen sonstige spätere Verunstaltungen
durch Mischung. Der laterculus Apostolorum5, welcher sich für
die Nachricht, daß der Eunuch der Königin Candace zu den
72 Jüngern gehöre, auf das 5. Buch der Hypotyposen des Clemens
beruft, hat folgende Reihe der letzten fünf Namen: 7. Thomas,
8. Matthäus, 9. Jacobus Alphäi, 10. Thaddäus, auch Judas ge-
nannt, 11. Simon Kleophas, auch Judas (+ Titus, Crescens,
Eunuchus reg. Cand.). Ebenso mag der arg entstellte Katalog
1) Migne P. lat. 88, 270.
2) Vgl. Die Aposteldarstellungen am Bronceportal der alten Panls-
basilica, wo natürlich Paulus an der Spitze steht. Die Apostelliste ist
unvollständig. Arth. Bell, Lives and legends a. a. 0. S. 67. Es sind
Lukas und Markus beigefügt. Joh. Wieg and, Bemerkungen über das
Bronceportal der alten Paulsbasilica, StQcofMxziov &Q%aioXoyucövi Roma
1900, S. 122.
3) Kuypers a. a. O. 104, 18—105, 2. Ed. Bishop a. a. O. Joum.
of Theol. Studies VII 1905, 135.
4) Kuypers 162, 16—163, 3.
5) Zahn, Forsch, z. Gesch. d. neut. Kanons III, Erlangen 1S84, 70.
6. Namen und Reihenfolge der 12 Apostel. 229
in dem irischen liber Hymnorum1 auf mancherlei Mischungen
älterer Verzeichnisse beruhen. Da er die sonderbarsten Zu-
sammenstellungen aufweist, sei er ganz zum Abdruck gebracht:
1. Simon Canan., 2. Matthias, 3. Matthäus, 4. Bartholomäus,
5. Thomas, 6. Thaddäus, 7. Petrus, 8. Andreas, 9. Philippus,
10. Paulus, 11. Jacobus, 12. Johannes, 13. u. 14. duo Jacobi.
In den lateinischen Apostelverzeichnissen sind demnach
verschiedene Typen, welche teils lokal, teils zeitlich sich eigens
entwickelten, zu unterscheiden, je nachdem die Beziehungen
und die Auktorität wechselte, welche maßgebend war.
Der 1. Typus, in den altlateinischen Bibelübersetzungen
europäischer Herkunft vertreten, fristete kein langes Dasein; er
findet sich noch im Chronographen von 354, eventuell in Ra-
venna, wenn der Mosaikkatalog des 5. Jahrh. nicht syrischen
Ursprungs ist.
Der 2. Typus, der liturgische, scheint durch die römischen
Diptychen geschaffen worden zu sein, mit freier Umstellung
einiger Kamen und Beifügung von Paulus zu Petrus. Dieser
Typus wurde mit der Verschickung des römischen (gelasianischen)
Kanons nach Gallien, Irland und England, auch in Mailand
verbreitet.
3. Daneben scheinen in eben den Ländern, Gallien mit Spa-
nien und den britischen Inseln, die lukanischen Verzeichnisse im
Gebrauch gewesen zu sein (Lc. 6, 14 — 16; Apg. 1, 13).
Eine 4. Gruppe scheint syrische Herkunft zu verraten, welche
in Irland und Spanien vereinzelt zur Verwendung kam.
Ein 5. Typus ist beherrscht durch eine gewisse Unklarheit
in den Johannes-Namen, da auch Johannes Baptista mit zu dem
Zwölferkollegium gerechnet wurde. Er findet sich in Mailand
und Irland.
6. Der eigentliche Normaltypus von Mt. 10, 2 — 4, wie ihn die
Vulgata mit SB u. a. überliefert, scheint der seltenste zu sein.
Er ist vorerst allein durch das Mosaik des griechischen Basi-
1) ed. Bernard and Atkinson Vol. I [Publ. of Henry Bradshaw Soc.
Vol. XHI] p. 159; Vol, II 52, 222; s. Ed. Bishop a. a.O. p. 132. Eine
Aufnahme von Lukas und Markus in einer metrischen Litanei mit Um-
stellungen anderer Namen, s. Mart. Gerbert, Monum. Veter, Lit. Alem.
Pars altera, San-Blasien 1770 p. 88.
230 Scherinann, Propheten- und Apostellegenden.
lianerklosters Grottaferrata bei Rom vertreten und mag hier
importiert sein.
Ein 7. Mischtypus hat je nachdem die ursprüngliche Grund-
lage war, verschiedene Gestalt. Durch die notitia de locis ss.
Apostolorum, welche dem Martyrologium Hieronymianum wohl
schon bei seiner ersten Ausgabe zu Beginn des 6. Jahrh. beigegeben
war, wurde Jacobus der Herrnbruder als Zwölfer aufgenommen,
wodurch unter den Jacobusnamen eine Verwirrung durch Ver-
wechslung oder Identifikation oder gar durch Zählung von drei
Jacobi entstand. Insbesondere sind die Kataloge der lateinischen
Sammlungen der passiones und virtutes apostolorum des sog.
Abdias dadurch beeinflußt.
§ 63. Griechisch-byzantinische Apostellisten.
1. Die bei Epiphanius sich findenden oder ihm zugeschrie-
benen Kataloge sind nicht mehr, wie man nach der Heimat
Cypern erwarten sollte, die rein palästinensisch syrischen, sondern
bereits eine Mischung mit den vulgärgriechischen oder westlichen
Listen. Als Vorstufe der späteren byzantinischen kommen sie
daher zur Besprechung.
Epiphanius hat zweierlei Verzeichnisse in seinen Schriften
aufbewahrt. Das eine adv. haeres. 20, 41 zählt die Apostel auf.
wie sie nach der Himmelfahrt des Herrn auszogen; 1. Simon
Petrus und 2. Andreas sein Bruder; 3. Jacobus und 4. Johannes,
die Söhne des Zebedäus; 5. Philippus und 6. Bartholomäus;
7. Matthäus; 8. Thomas und 9. Judas und 10. Thaddäus:
11. Simon Zelotes; 12. Judas Iscarioth. Dieses Zwölferver-
zeichnis scheint eine Mischung von Mt. 10, 2 — 4 nach xB und
Lc. 6, 16 — 19 zu sein.
Die zweite Liste, die sich bei Epiphanius findet, haer. 79, 32
ist folgende: 1. Petrus und 2. Andreas; 3. Jacobus und 4. Jo-
hannes; 5. Philippus und 6. Bartholomäus; 7. Thomas; 8. Thad-
däus und 9. Jacobus Alphäi und 10. Judas Jacobi; 11. Simon
Cananäus; 12. Matthias (+ Paulus, Barnabas, Jakobus der Herrn-
bruder, der erste Bischof von Jerusalem). Die ersten sechs
1) Migne P. gr. 41, 277 D.
2) Migne P. gr. 42, 744 B—C.
6. Namen und Reihenfolge der 12 Apostel. 23 t
Namen nennt Epipbanius noch haeres. 51, 14. 16 *, wo er die
Berufungsgeschichte erzählt, in ganz gleicher Reihenfolge wie
in beiden vorhergenannten Fällen, aber statt Bartholomäus setzt
er Nathanael. Wenn man nun das letztere vollständige Ver-
zeichnis ansieht, erkennt man wohl, daß demselben das altsyrische
zugrunde liegt. Nur der Name Thaddäus wirkt störend. Würde
die Vermutung von Lipsius2 zutreffen, daß bei Oaööalog eine
Verwechslung mit Matthäus vorliege, so würde das altsyrische
voll hergestellt sein. Bevor aber nicht durch handschriftliche
genaue Untersuchung diese These bestätigt wird, können wir
vorerst nur feststellen, daß allerdings Thaddäus hier den Platz
einnimmt, den in der Liste des Mt. 10, 2 — 4 der Name Matthäus
zu beanspruchen hätte. Immerhin mag ein griechisch erhaltenes
Apostelverzeichnis, welches vielleicht auf Epiph. haer. 79, 3 zurück-
geht, uns auf einen andern Weg führen, da in diesem dem Epi-
pbanius in einer HS zugeschriebenen Texte die Auslassung von
Matthäus besonders begründet wird.
Die Zeugen des Textes sind folgende:
A = Vatic. gr. 1974 (al. Basil. 13) (saec. XII) membr. fol. 7V.
B = Vat.-Pii II gr. 47 (saec. XII) membr. fol. 151*. Vide
Cod. Manuscripti Graeci Regin. Suecor. et Pii PP. II, recens.
Stevenson, Romae 1888, 164 f.
C = Ausgabe bei R. A. Lipsius a. a. 0. I 24 nach Cotelier.
SS. Patrum Apostolic. opera t. II p. 274 ed. alt. Clericus, Amste-
lod. 1724, welcher den Text aus einem „Reg. 1007" entnahm.
Derselbe Text ist bei Migne zum 2. Buch der Const. apostol.
Patr. gr. I 754 abgedruckt.
D = Ausgabe in Codicis apocryphi Novi Testamenti pars
tertia, nunc primum edita, curante Jo. Alb. Fabricio, Hamburgi
sumptu vid. Beni. Schilleri 1719, 590, der keine HS, die ihm
etwa zur Verfüg-uns; stand, namhaft macht.
1) Migne 41, 916 B, 920 B.
2) Apokr. Apostelgesch. u. Apostelleg. 1 23 u. Ergänzungsband S. 2.
232 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
Tov ayiov 'Ejticpaviov ägyjejiioxojtov Kvjtgov.
Tavza xa ovofiara xcov iß' ajtooxoXcov.
a. üsxgog, ovxog sXsyexo xal Sificov xal Kricpäg xal 2£v-
liscöv. ß' . 'Avögsag dösXcpbg avxov. -/'. Iaxcoßog. ö'. 'imavvrjg,
5 ovxoi ßoavegysg IxaXovvxo, o Igftrjvsvsxai vlol ßgovxrjg.
s '. <t>iXuiJiog. g'. Bag&oXofialog. £,'. Max&cüog o xeXcovr/g.
})' . Qco^äg, ovtoq xal Jiövfiog sxaXslxo. &' '. Iaxcoßog AXcpalov.
l . &aööalog, ovxog jiaga fisv reo Maxd-aico Asßßalog xaXstxcu,
jeaga ös reo Aovxa lovöag laxcößov, jraga ös reo Magxco Asvig
10 xa&rjfisvog jiaga xb xsXcbviov. ia'. JZipcov o Kavavixrjg.
iß' . 'lovöag IöxaQiorqg, xal avxl xovxov Max&iag slor/Xß-sv
'AösXcpol Ös üsxgog xal Avögsag, vlol Avväg, xal 'iaxcoßog
xal 'lcoavvt]g, vlol Zsßsöaiov, Iaxcoßog xal lovöag, vlol AX-
(palov, aXislg. üsxgog xal 'Avögsag, 'iaxcoßog xal lcoavvi)g
15 Iaxcoßog o xaXovfievog aösXcpbg xov xvgiov, jtolog ?/v o ysvo-
{isvog sjtioxojiog 'isgovöaXrtii, 6 sjrovofia^ousvog ölxaiog, o sig
ijV vlbg Zsßsöaiov xal o sxegog AXcpaiov, xal o aXXog xov
'lcoorjcp xov fivrjOxogog, cog IXsyov Iovöaloi. 2iy.cova xal IovÖa,
'icoorj xov äösXcpbv, Max&alog Xsysi avxovg xaXsiö&ai xsXcovag,
20 Aovxag ös xal Asviv xsxXrjGfrai xsXcova. 'Icoväg ös sgtut]vsvs-
xcu jcsgioxsga.
8 Mt. 10, 3 wie in HS D 122 Tisch. — 9 Lc. 6, 16 | Marc. 2, 14 —
19 Mt. 10, 3 — 20 Lc. 5, 27
1 Tov — Kvtcqov <. BCD | xaxxa <. A xavxa — änoaxöXujv < C |
3 oixoq s?.sy.] 6 C Krjcpäq -)- xal Zifxmv B —v/xs/xstov A | 4 Avögsag
-\- 6 CD 'iäxcußoq + 6 viöq Zsßsöaiov CD ö' + xal CD | 5 ovxoi —
kof.irjv.] sxaXovvxo öcä xb ßoavsoysq C | 6 <Pi).i7i7ioq + 6 ic ''IsQanöXsojg C
iv %gan6?.si D Bag9o?.. + ovxoq 'lvöoig ötödoxsi CD | 7 ovxoq] 6 CD |
sxaXslxo] näo&oiq xal 'lvöoig CD AX(f. + ovxoq (desunt tria verba)
xaXslxai B + SQfirjvsvexai ös fia9-rjx>tq Zwrjq CD | 10 xsXwviov -+- kQfttjvev-
exai ös av8Giq CD xeXöoviov -\- soxiv A Kavav. -+- Gxavoiö 7tQoarj/.ä>9^],
6 xal Sv/uemv xal K/.eioxaq xal *Iovöaq ?.syü/nevoq CD j 11 Tovöaq — hoF,"/.-
9ev] xal Maz&laq 6 ärxl 3Iovöa eloayßelq CD | 12 'Avögeaq hie finit A |
Pro 'A6e?.(fol — 21 finis CD praebent: Te?.ü)vai Max&cdoq, 'iäxuißoq xal'loiöaq,
Max&aioq Xeyei avxöv xex?./]o^ai xü.iovi]v {xeXiovijq D) (Mt. 10, 3). 0 ös
Mäoxoq (2, 14) xov 'läxuißov A?.(faiov, ö ös Aovxäq (5, 27) iv xü> Xrj xeya-
?.aup xov Aeviv, otq xal o Mäoxoq (2, 14) övo/xäZei, iv ös zw /xö' 'iäxwßov
(lovöav 'laxwßov D)
6. Namen und Reihenfolge der 12 Apostel. 233
Die HSS zerfallen in zwei Klassen, in ältere A, B und jüngere,
welche die Drucke C und D vertreten; die älteren A und B bieten
fast nur das Apostelverzeichnis, welches in A dem Epiphanius
von Cypern zugeschrieben wird. Der Anhang in B, C, D war
ursprünglich jedenfalls nur Glosse. A und B sind aber nicht
direkt voneinander abhängig. Dem Schreiber von A lag der
beigegebene Schluß auch vor; da er aber nur ein Fragment, die
beiden ersten Namen, mitteilt, so mochte er ihn als nicht wesent-
liche Glosse erkannt und ausgelassen haben. Die HSS, welche
C und D repräsentieren, bilden die jüngere Gruppe, welche be-
reits mit historischen Zusätzen aus Ps. Epiphanius oder der-
gleichen Texten versehen sind.
Vergleichen wir nun mit dieser Apostelliste jene des Epi-
phanius, so finden wir zunächst den Unterschied, daß dieses
Verzeichnis Matthäus an der ihm gebührenden Stelle aufweist,
während er bei Epiphanius vermißt wird. Kann man dafür viel-
leicht einen Grund, der auf redaktionellen Erwägungen beruht,
geltend machen? Er könnte in der Erklärung zu Thaddäus
liegen, wie sie das Epiphan. -Verzeichnis bietet, hier fällt be-
sonders die Identification von Thaddäus und Levi (Marc. 2, 14)
auf, welche ihrerseits auf die von Origenes schon genannte eigen-
tümliche Lesart bei Marc. 3, 18 (S. 199) zurückgeht. Andererseits
aber wird der Levi mit Mt. identifiziert, weil er ebenfalls jtaga
ro rsXcoviov saß. Eine dritte Erklärung und Personalangabe
macht die Glosse der Texte C und D, welche bei Marc. 2, 14
den Jacobus Alphäi als Levi betrachten. Letztere Annahme be-
ruht schon auf manchen Lesarten in griechischen und altlateini-
schen HSS des N. T., welche wegen der Verwandtschaftsangabe
„Sohn des Alphäus" Jacobus statt Levi einsetzten1. Wenn nun
Matthäus einerseits mit Levi identifiziert wurde, letzterer aber
mit Jacobus Alphäi und mit Thaddäus, so konnte auch bei
Epiphanius eine solche Erwähnung mitspielen, um Matthäus ganz
aus dem Verzeichnisse zu entfernen. Die Verfasserschaft des
Epiphanius kann für diesen kleinen Text nicht wohl in Abrede
gestellt werden; jedenfalls kann das Fragment dem 4. Jahrh. an-
gehören, ja vielleicht in noch frühere Zeit verlegt werden, da die
1) Westcott und Hort, t. II, Notes on select readings p. 23 zu
Mc. 2, 14. Sabatier a. a. 0. III 183 zählt auf: Colbert. Gennan. I, Can-
tabr., Corb. 2, welche Jacobum Alphäi lesen.
234
Schemiann, Propheten- und Apostellegenden.
darin sich findenden textkritischen Erwägungen schon Origenes
bekannt waren, wie z. B., daß in Mc. 3, 18 statt Thaddäus der
Name Lebbäus eingesetzt ist. Auch die Zusammenstellung der
rsXmvai in der Glosse mag der bereits erwähnten Entgegnung
des Origenes auf des Celsus Anklage hin entsprungen sein. Dem-
jenigen, welcher diesen Exkurs niederschrieb, standen jedenfalls
mehrere HSS zur Verfügung, welche statt des einfachen Thad-
däus bereits Asßßaloq oder Judas Jacobi (nach Lc. und der alt-
syrischen Übersetzung) lasen.
2. Wie frei man später in redaktionellen Abänderungen
gerade in den letzten Apostelnamen verfuhr, zeigen die ver-
schiedenen Listen vom 6. Jahrh. ab; z. B. jene des Chronicon
Paschale1, welche nach Thomas fortfährt: 8. Jacob. Alph. „der
Herrnbruder, der Gerechte"; 9. Matthäus der Evangelist; 10. Thad-
daeus qui et Lebbaeus, cognominatus Barsabbas; 11. Simon Ca-
nanites cognominatus Judas Jacobi; 12. Judas Iscarioth.
Epiphanius monachus2 in de vita Deigenitricis et de chronologia
vitae zählt gar: 7. Jacobus Alphäi und 8. Judas, die Herrnbrüder;
9. Josef 6 tovt cor jrarrjg' xo ejtixirjv eJ.ey£To'Al<pcüoq; 10. Simon
Canan.; 11. Thomas Didymus; 12. Matthäus; 13. Jud. Iscarioth.
Die HSS des sog. Epiphaniustextes über die Apostel und
Jünger des Herrn scheiden sich nach der Redaktion der letzten
vier Apostelnamen in drei Klassen, während die ersten 8 ganz
der Liste von Mt. 10, 2 — 3 entsprechen.
HS CDEFF1:
9. Jacobus Alphaei.
10. Thadd. Lebbaeus.
11. Simon Canan.
Cleophae filius qui et
Judas.
12. Matthias.
HS B:
9. Jacobus Alph.
(frater Matth. episc.
Hierosol.).
10. Simon Zelotes.
11. Judas Jacobi qui
et Thaddaeus.
12. Simon Judas ep.
Hieros. post Jacob.
13. Matthias.
HS A:
9. Jacobus cognom.
Thadd.
10.Thadd.Lebb.cogn.
Judas Jacobi.
11. Judas frater Do-
mini.
12. Matthias.
1) Vol.I [Corp. script. hist. Byzant.] rec. L. Dindorf, BonnaelS32, 399.
2) ed. Alb. Dressel, Epiphan. inonachi et presbyteri edita et ine-
dita. Paris. 1843, p. 35, 8.
6. Namen und Reihenfolge der 12 Apostel. 235
Die HS A scheint sich von jeder bekannten Liste zu ent-
fernen und durch spätere Redaktoren stark verwirrt worden zu
sein. Die HS B und deren lateinische Übersetzung (b) stimmen
nicht miteinander überein, b läßt Jacobus Alphaei ganz aus.
Sonst sind die letzten Namen unter Mischung mit Mt. (tf B)
nach Lc. neuredigiert, eine Form, welche CDEFF1 aufweisen.
Damit ist aber nicht gesagt, daß CDEFF1 früher als die Grund-
schrift der HSS A und B anzusetzen wären; vielmehr folgt
daraus, daß die erstere Gruppe die unregelmäßige Liste, welche
die letzteren HSS vertreten, neugestaltete, wobei sie die über-
zähligen aus A und B stammenden Namen unter qui et, 6 xal
verbanden, wie n. 11 zeigt. Die legendarischen Zusätze sind
in allen HSS so ziemlich dieselben, mit Ausnahme derer, welche
durch Teilung auf zwei Apostel übertragen (Bb n. 11 und 12)
oder durch Wiederholung ebenfalls zwei Aposteln gegeben wurden.
Von allen andern Texten, welche mit Ps. Dorotheus ver-
wandt sind, zeigt jeder eine eigene Apostelreihe.
Die Liste des Ps. Dorotheus stimmt in den ersten acht
Namen wiederum mit Mt. 10, 2 — 4 überein. Die letzten vier
Namen lauten mit der HS B des Epiphaniustextes nur mit an-
derer Kombinierung gleich:
Ps. Dorotheus: Ps. Epiphan. HS B:
(Jacobus Alphaei).
9. Judas Jacobi. 9. Simon Zelotes.
10. Simon Judas. 10. Judas Jacobi qui et Thad-
daeus.
11. Matthias. 11. Simon Judas.
12. Simon Zelotes. 12. Matthias.
In der lateinischen Übersetzung von B (b) liegt eine Neuredaktion
nach Ps. Dorotheus vor, da diese versio den vor Simon Zelotes
stehenden Jacobus Alphaei ausmerzte.
Diese letzten vier Namen sind teilweise aus dem lukanischen
Verzeichnis entnommen, wie Judas Jacobi, Simon Zelotes dartun.
Simon Judas (n. 10) in Ps. Dorotheus ist nur eine Dublette von
Simon Zelotes (n. 12); beide wirken in Afrika und werden dort
gekreuzigt, wenn auch kleinere Umstände verschieden angegeben
werden, ebenso wie in Ps. Epiphanias (n. 9 und 11) HS B.
236 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
Wahrscheinlich suchte Ps. Dorotheus seine Vorlage nur durch
Umstellung der Namen zu verbergen.
3. Auf Mt. 10, 2— 41 (8B) nach Mischung mit den west-
lichen Texten beruhen die Listen bei Ps. Hippolyt und Ps. Logo-
thet, welche die Namen anders gruppieren. Letzterer Text
umstellte gegenüber Ps. Hippolyt ganz frei, vielleicht um seine
Abhängigkeit nicht durchblicken zu lassen. Beide Verzeichnisse
nennen statt Thaddäus: Judas Lebbäus (Hipp.) oder Judas Thadd.
Lebb. (Logothet.) Die Reihe des Ps. Hippolyt ist entsprechend
den Nummern bei Mt.:
1 2 4 3 5 6 8 7 9 10 11 12 Matthias;
die des Logothet:
1 2 4 3 5 8 7 9 10 6 11 12 Matthias.
4. Mit der Liste des Epiphanius haer. 79, 3 stimmt jene des
textus mixtus (s. o. S. 167) überein, wo ebenfalls Matthäus fehlt.
Sie nennt aber nicht Judas Jacobi, sondern fügt (= Epiph.)
Paulus und Jacobus den Herrnbruder bei.
5. Jene Apostellisten, welche Paulus zu Petrus in die Apostel-
reihe gestellt haben, lassen sich in zwei Klassen teilen; solche,
welche ein kanonisches Verzeichnis dabei zugrunde legen und
wie es scheint, meistens Lc. 6, und solche, welche bereits die
Evangelisten den Listen einreihen.
Zu den ersteren gehört der anonyme syrische Text (S. 169),
welcher vielleicht die altsyrische Mt.-Liste trotz des Simon „Zelotes"
zur Grundlage hat; das Apostelverzeichnis in den griechischen
Synaxarien2, welche streng den Lc.-Katalog unter Beifügung von
Jacobus dem Herrnbruder einhalten, der zugleich dann als erster
der 70 Jüngerverzeichnisse gezählt wird. Der aus Ps. Hippolyt
und Dorotheus hervorgegangene Mischtext hat seine Apostelreihe
aus Mt. und Lc. zusammengestellt.
Hierher gehört noch eine Liste, welche in .,Canones Cle-
1) Die Normalliste hat Nikephorus Call. Xanthop. h. e. II c. 44 (Migne
P. gr. 145, 877 B— C) ; nur Judas Thaddäus Lebbäus ist der Yollname von
n. 10.
2) Auch im Menologium Basilii imperat. zum 30. Juli (Migne Patr.
gr. 117, 516 B—C). Die letzten Namen sind: 8. Barthol.; 9. Matthäus;
10. Jacobus Alphäi; 11. Simon Zelotes; 12. Judas Jacobi.
6. Namen und Reihenfolge der 12 Apostel. 237
mentis" erwähnt ist. Pitra1 teilte dieses Stück aus einer HS
einer Privatbibliothek in Petersburg mit (describo menibranas in
privata Petropolitani cuiusdam viri bibliotbeca asservatas), über
welche ich sonst nirgends Aufschluß fand. Die durch Ps. Clemens
gegebenen Canones wurden von den Aposteln verkündigt: 1. Petrus;
2. Paulus; 3. Jacobus; 4. Johannes; 5. Andreas; 6. Thomas;
7. Philippus; S. Bartholomäus; 9. Matthäus; 10. Simon Zelotes;
11. Jacobus Alphäi; 12. Judas Jacobi, woran sich weiterhin
Matthias, Jacobus der Herrnbruder, Clemens von Rom, der dritte
Bischof nach Linus, die 7 Diakonen usw. anschließen.
6. Daneben gibt es Verzeichnisse, welche offenbar erst in
späterer Zeit entstanden, welche die Evangelisten, hauptsächlich
Marcus und Lucas, neben Paulus in die Apostelliste aufnahmen,
wodurch andere Apostel verdrängt wurden; dies begegnet in
einem Ps. Clemenstext2, wo Marcus an 9. Stelle steht und Mat-
thäus zweimal (als n. S und 13) gezählt wird; besonders aber
wrurden damit bedacht die Apostellisten mancher griechischen
Menologien und Synaxarien, des Codex Patmiac. 266 (saec. X)3,
ferner des Gedichtes, welches dem Joannes Euchaitensis (S. 168)
zugeschrieben wird. Die Namenliste des letzteren ist: 1. Petrus;
2. Paulus; 3. Lucas; 4. Matthäus; 5. Marcus; 6. Johannes; 7. An-
dreas; 8. Thomas; 9. Bartholomäus; 10. Simon; 11. Jacobus.
Genau die Liste des Synaxarium Patmiacum befolgt auch die
Homilie des Ps. Chrysostomus: 1. Petrus; 2. Paulus; 3. Andreas;
4. Simon; 5. Thomas; 6. Jacobus; 7. Marcus; 8. Lucas; 9. Mat-
thäus; 10. Johannes; 11. Bartholomäus; 12. Philippus.
7. Ebenso wie die syrischen Verzeichnisse bei Salomon von
Basrah und im syrischen 12 Apostelevangelium, haben auch
griechische die Heimat der Apostel teils unter die 12 Stämme,
teils in bestimmte Städte verteilt. Einen solchen Text haben wir
bereits (S. 16S) namhaft gemacht4, worin Petrus und Andreas aus
1) Juris eccl. Graec. hist. et nionum. I Romae 1SG4 p. 75 Anm. 1.
2) Lipsius, Ergänzungsheft S. 3. Vgl. über die Aufnahme des
Marcus unter die Zwölfe, Lipsius II 2, 238. Ebenso in 2 Troparien der
HS 58 {<p. 8) der Ratsbibl. zu Athen in Nioq to.»ii'o,«c//,«ojv III 1906, 243 f.
3) Hipp. Delehaye, Synax. Eccl. CPol. [Propylaeum ad AA. SS.
Novembris], p. X u. 779, 44.
4) Gedruckt bei Migne I 755 und bei Jo. Alb. Fabricius, Codicis
apocr. Novi Testam. pars HI. Hainburgi 1710, 690 f.
238 Seherin ann, Propheten- und Apostellegenden.
dem Dorfe Bethsaida stammen; des Jacobus und Johannes Heimat
wird nicht angegeben. Philippus ist ebenfalls von Bethsaida;
Thomas qui et Didymus von Antiocheia; Bartholomäus unbe-
kannter Herkunft; Thaddaeus qui et Lebbaeus ist ein Italiker;
Jacobus Alphäi stammt von Hierapolis; Matthäus qui et Levi
von Galiläa; Simon Cananites ist unbekannter Heimat; Simon
Zelotes von Salem.
Solche fragmentarische Verzeichnisse hatte Fabricius1 auch
aus einer Katene zu Ps. 67, 28 mitgeteilt. Die sog. Brüder des
Herrn waren aus dem Stamme Juda. Petrus, Andreas, Jacobus,
Johannes und Philippus aus Bethsaida, Matthäus und Jacobus
Alphäi aus Kapharnaum, Simon Zelotes aus Kanan. In der-
selben Katene werden unter dem Lemma „Athanasius" Petrus,
Andreas, Jacobus und Johannes „nach der Überlieferung der hl.
Schrift" den Stämmen Zabulon und Nephthali zugewiesen, dem
Stamme Juda: Levi oder Matthäus und die übrigen Apostel.
Wenig Wert hat die unvollständige Liste in einer Recension
des Martyriums des Andreas in Vatic. gr. 807 saec. XII2, worin
jedem Apostel der Wirkungskreis zubenannt ist. Petrus loste
sich die Judenschaft (zrjv jisQirofirjv) aus, Jacobus und Johannes
den Osten, Philippus die Städte Samarias und Asia ßovvojtoXig,
Matthäus Parthien und die Myrmenidenstadt, Thomas Groß-
armenien und Indien, Lebbäus Thaddäus die Beronikis, Simon
Cananites das Barbarenland; nach all diesen erloste Andreas
Bithynien, Lacedämon und Achaia.
Am wenigsten zeigten die griechischen Apostellisten deutlich
unterscheidbare Gruppen. Solche, welche nach X B die Mt.-Liste
überliefern, solche, welche mit D 122 gehen und solche, welche
sich an Lucas anschließen, sind äußerst wenige; die meisten sind
Mischlisten. Angefangen mit den bei Epiphanius überlieferten
litten die folgenden immer mehr an dem Bestreben, die Ungleich-
heit der vorhandenen Listen mit den kanonischen dadurch aus-
zugleichen, daß sie durch das attributive 6 xcu die Namen der
letzteren aufnahmen und anschlössen. Dadurch war eine Ver-
wirrung unvermeidlich geworden. Aber auch in späterer Zeit
griff man, um Klarheit zu schaffen, nicht auf einen Typus der
1) Ebenda p. 254.
2) Lipsius, Ergänzungsheft S.;14f.
7. Die Nachrichten über die 12 Apostel. 239
biblischen Verzeichnisse zurück und strich die überschüssigen
Namen, vielmehr riß vollständige Ungesetzlichkeit ein, als noch
zu Paulus die Evangelisten in corpore aufgenommen wurden,
welche dann allerdings manche strittige Namen verdrängten.
7. Kapitel. Die legendarischen und geschichtlichen Nach-
richten über die 12 Apostel und die Evangelisten in den
verschiedenen Texten und Recensionen.
L. Duchesne hatte aus dem Inhalt der in den Texten des
Dorotheus mitgeteilten Apostellegenden auf ein späteres Alter
als das 6. Jahrh. geschlossen, da die lateinische Parallelüber-
lieferung des Abdiastextes, des Breviarium apostolorum usw. eine
gleichzeitige, wenn nicht gar manchmal eine ursprünglichere
Form der Legende verraten. Es ist daher nötig, die in unsern
Texten überlieferten legendarischen Züge auf ihr Alter zu prüfen,
um wiederum den Wert der einzelnen Recensionen und Über-
lieferungen einschätzen zu können. Es werden daher folgende
Texte zum Vergleiche beigezogen und mit den benannten Siglen
bezeichnet:
A = Ps. Epiphaniustext,
B = Ps. Dorotheustext,
C = Ps. Hippolyttext,
D = Anonymer griechisch-palästin. Text,
E = Text in der Chronik des Logothet,
F = Text in den griech. Synaxarien,
G = Mischtext zwischen Ps. Doroth. und Ps. Hippolyt,
H = „ Ps. Epiphan. „ „ „
Lb = Lat. Text des Breviarium Apostolorum,
Li = Text bei Isidor v. Sevilla.
Die Varianten des Freculph von Liscieux, welcher in seine
Chronik (824—830 verfaßt, nach Lipsius a. a. 0. 1 216 c. 840)
dieselben legendarischen Notizen fast wörtlich aus Isidor auf-
nahm, werden nicht angegeben. Vgl. Duchesne, Les anciens
recueils de legendes apostoliques [Compte rendu du troisieme
Congres scientifique internat. des Cathol., Bruxelles 1895. V.section,
sciences historiques] p. 75.
240 Schemiann, Propheten- und Apostellegenden.
Ss = Syrischer Text in Cod. Sinait. syr. 10 (s. IX), mitge-
teilt von Agnes Smith Lewis, Catalogue of the Syriac Mss in
the Convent of S. Catharine on Mount Sinai [Studia Sinaitica
No. I] London 1894, p. 7—8. Die Übersetzung fertigte mir
Dr. Caspar Julius, Hofstiftsvikar bei S. Cajetan in München.
Sd = Syrischer Text des Dionysius Bar-Salibi, aufgenommen
in die Chronik Michaels des Syrers (append. ad libr. V) ed. J.
B. Chabot, Chronique de Michael le Syrien, Patriarche Jacobite
d'Antioche, Tom. I fasc. 2, p. 147 f.
Sm = Syrischer Text Michaels des Syrers in dessen Chronik
1. V c. 10 (ed. Chabot p. 146—147).
Sb = Syrischer Text bei Salomon von Basrah, Buch der
Biene c. 48, ed. Em. A. Wallis Budge, The Book of the Bee
[Anecdota Oxoniensia, Semitic Series Vol. I — Part. II] Oxford 1886
p. 103 — 106 der englischen Übersetzung. Hiezu wurde noch die
lateinische Übersetzung von J. M. Schönfelder, Salomonis epis-
copi Bassorensis liber apis, Bambergae 1866 p. 77 f benützt.
Se = syrischer Text bei Bar-Ebräjä in dessen Chronicum
ecclesiasticum sect. I, Grregorii Barhebraei Chronicon ecclesiasti-
cum edidit et illustr. Joa. Bapt. Abbeloos et Thom. Jos. Lamy
tom. I, Lovanii 1872, 31 ff.
Da ein völliger Abdruck der einzelnen Texte zu viel Raum
beanspruchen würde, werden nur beispielsweise und bei be-
sonders bemerkenswerten Lesarten dieselben in Parallele gesetzt.
§ 64. Simon Petrus.
2i(icov IIsxQog o xcöv aüio- JJsxQog fiev o ajcooxoXog sv
oxoXojv xogvcpalog a>g öia xcöv TaXlia xal sv xolg nsöoysioig
sjtioxoXcöv avxov (paivsxai dt]- Il6vxovxalsjtlnäöavx7]v Kaüt-
Xcöv sv Ilövxcp xal r<xlaxia Jtaöoxiav xal Bi&vviav xi}QV$aq
xal KaTtnadoxia xal Bixrvvia xb svayyiXiov fisxa xb sjtava-
xal sv IvaXia, ^Aöla xal sv xm Csv^ai avxov ccjio \\vxLoy^siag,
IXXvqlxcq] sxt]qvss xb svayys- vöxsqov ös xal sv xt~j IxaXia
Xiov, voxsqov 6s sv Pwfifl sjiI Jtaöy xal Poifoj. sv&a xal v.ib
Nsocovog ßaoeXscog oxavQodxai Nsocovog öxavowOslg sv avxfj
xaxcc xscpaXtjg, avxov ovxcog xy Poi/Jt] d-ajcxsxai jtqo xquqv
jia&slv a^ioiöavxog, &ajcxsxai EaXavöcöv IovXimv (B).
7. Die Nachrichten über die 12 Apostel.
241
ös sv avxjj rjj Pcopiy jcqo xqicöv JJsxQog ujio B?]&ocuöä' ovxog
KaXavöcöv 'iovXicov [6 köxiv ysvousvog kjcioxojcog jcqwxov
'Ejuqil e']. [pro kjcl As'q. — xs- kv \ivxcoysla, sjcsixa ös kv
(paX7jg HS D: xaxsX&a>v xal Poofiy. Exsl xsXsiovxat vjco
2itucovi xaxaßaXcbv oxavgcö NsQcovoq oxavoco&slg xaxcxs-
jcagsöcoß-rj vjco Nsgcovog] (A). (paXog (D).
IJtzQog {jhv sv növrcp xal
raXaxla xal Kajcjcaöoxia xal
Bi&vvia xal }IxaXla xal Aölq
xrjQvt-aq xb svayysXiov, voxs-
qov vjco NsQeovog sv Pcofiy
oxavQovxaixaxaxstyaXrjgovxoig
avxov a^icooavxog jca&siv (C).
JJsxoog' ovxog sxijqv^sv sv
raXiXaia xal sv xolg fisooysl-
oig Dovxov xal raXaxiag xal
Aöiag xal Bidvviag xal lPa>-
(i?]g, sv&a xal söxavocoür] vjco
Ayoijcjca jcqs(£Sxxov, sv ygö-
voig Nsoa)vog, ßaOiXscog ^Pco-
uaicov (GH [+ sig t}v xal &ajc-
xsxai H]).
IIsxQog o usyag axöoxoXog
kv Pa>nxi vjco Nsgcovog xov
ßaoiXscog xaxa xsrfaXrjg oxav-
Qcofrslg xsXstol xov ßiov (E).
üs'xQog o öiajcvoog soaoxrjg
xov Xqloxov. Üg JCQOXSQOV
[ilv sv 'iovöaia, sixa kv Av-
xcoysia, sjcsixa kv Uövxcp xal
raXaxia xal Kajcjraöoxia, Aoia
xs xal Bidvvia xr]Qv$ag xax-
?]X&s usygi 'Pcoftrjg avxrjg. Kai
öia xb jcaosvöoxiiir/öai avxbv
kv xolg &avuaGiv sig xov 21-
ficova uayov, vjco Ns'gojvog
OxavQcod-slg xaxa xsfpaXrjg xs-
Xsiovxai (F).
Simon qui interpretatur oboediens . . ., Petrus agnoscens,
. . . filius Joannis, frater Andreae dicitur. Orkus vico Bethsaidae
provinciae Galilaeae, qui propter Simonem ruagum, licet Dei
occulto nutu, Rornam pervenit ibique praedicans evangelium, XXV
anuorum eiusdem urbis tenuit pontificatuin, VI autem et tricesimo
anno post passioneru Domini sub Nerone Caesare, ut voluit, cruce
suspensus est, cuius natalitium III. Kai. Julius celebratur. Lb.
c 68. Simon Petrus .. Hie in Galatia, Ponto, Cappadocia,
Bithynia, Asia atque Italia Evangelium praedieavit . . . Simonem
etiam magicis artibus caelum conscendentem ad terram elisit.
Hie postquam Antiochenam fundavit ecclesiam, sub Claudio
Caesare contra eundem Simonem magum Rornam pergit ibique
praedicans evangelium viginti quinque annis eiusdem urbis ponti-
Tezte u. I'iitersuchungen etc. Bl,8 lti
242 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
ficatum tenuit. Sexto et trigesimo anno post passionem Domini
a Nerone Caesare in urbe Roma deorsum, ut ipse voluit, capite
crucifixus est. Sic post ajjostolicum meritum etiam martyrio
coronatus, sepultus Romae in Vaticano secus viam iuxta vicum
triumphalem. Li.
. Simon precha ä Antioche pendant un an; il y bätit une
eglise, puis il monta ä Rome, oü il precha pendant vingt-sept
ans. Sd.
Simon de la tribu de Nephtali. II etablit un sanctuaire ä
Antioche en la löre annee de Claude; et il monta precher ä Rome,
oü il fut eveque pendant 25 ans. En l'an 13 de Neron, il fut
couronne (du martyre). Sm.
Simon a Bethsaida de tribu Nephtali erat. Primum An-
tiochiae praedicavit ibique ecclesiam in domo Cassiani, cuius
filium resuscitaverat, aedificavit; mansitque ibi unum annum.
Ibidem discipuli Christiani cognominati sunt. Hinc Romain
ascendit ibique 27 annos mansit. Nero eum capite in terram
verso crucifixit. Sb.
Petrus vero carceri inclusus atque ab angelo Dei e custodia
ereptus Hierosolymis exivit, cumque per biennium in itinere
versatus esset docens, pervenit Antiochiam, ubi ecclesiae funda-
menta iecit, altare exstruxit et episcopum primum constituit Evo-
dium. Hinc porro Romam perexit et in ea episcopus fuit annis
viginti quinque. Se.
Simon a Bethsaida e tribu Nephtali. Mortuusque est Romae
anno 7 mense Junio 28 eius. Ss.
Zunächst1 seien noch einige Bemerkungen über Text A (Ps.
Epiphanius) vorausgeschickt, da einige HSS Erweiterungen bieten,
welche in Klammern eingeschlossen sind. Die HS D dieses
Textes erwähnt allein das Zusammentreffen des Petrus mit Simon
Magus. Die Beifügung des ägyptischen Monatsdatums sstiqpl a-
1) Es kann hier nichs meine Aufgabe sein, das Verhältnis der Über-
reste und Bearbeitungen der gnostischen Akten zu der Originalschrift
darzulegen. Carl Schmidt, Die alten Petrusakten [T. u. TL N. F. IX. Bd.
1. Heft] Leipzig 1903, S. 22.
2) Das koptische Martyrium trägt die Datierung am 5. Epep.
i . Die Nachrichten über die 12 Apostel. 243
gehört den beiden besten HSS an; die ältere (HS A) fügt noch
ein syrisch-rnacedonisches Datum1 bei: Ttavvi de v.i{ , o loxiv
lovvioq, wobei Lipsius2 y.rf in xfr' korrigiert, da es sonst dem
vorausgeschickten Datum auf den 29. Juni widersprechen würde.
1. Name, epitheton ornans, Geburtsort. Alle griechischen
Recensionen mit Ausnahme von A nennen ihn schlechtweg Petrus.
Die Bezeichnung Simon (Petrus) (Joa. 1, 40) ist den Syrern eigen,
mit denen demnach der Grieche A hierin verwandt ist; ebenso
der lateinische Zeuge Lb, welcher Worterklärungen sowohl zu
Simon wie zu Petrus beifügt. Ebenda ist die alleinstehende
Angabe filius Joannis3 frater Andreae. Den Heimatsort ccjio
Bij&öaidä4 gibt nur der griechische Zeuge D, dessen syrische
Heimat noch öfters hervortritt, ebenso Lb und Sb, während Sm
und Sb die Stammesangehörigkeit in den Vordergrund rücken.
Die meisten Texte legen Petrus weiter kein Attribut bei: Text A
nennt ihn o rüiv axooroloDV y.oQvqaloq, B einfachhin axodxoXoc,
E tutyag äjcoöroloq und F öiujivqog iQaörrjq rov Xqiotov.
2. Orte der Missionstätigkeit5. Stufenweise Angaben über
die verschiedenen Länder und Orte, wo Petrus predigte, bieten
B, F, Li, Sb, welche zunächst nach Petr. 1, 1 die Völkerschaften
am Pontus, dann Antiocheia und zuletzt Rom betreffen. Text
ACFGHELb erwähnen nichts von einem Aufenthalt in Antiocheia.
Die Angaben unserer Texte über den Aufenthalt Petri in
Antiocheia gehen nur selten über die Mitteilungen der Apg. 12, 3 ff
hinaus. Li erwähnt die Gründung der antiochenischen Kirche,
wie auch alle Syrer einen einjährigen Aufenthalt und den Bau
1) Ein Laterculus rnensium Macedonicorum im Chronicon Paschale
ed. Lud. Dindorfius II, Bonnae 1832, 230.
2) R. A. Lipsius, Apokr. Apostelgesch. u. Apostelleg. I. Leipzig
1883, 200.
3) Jo. 1, 43; 21, 15 ff.
4) Jo. 1, 44. Vgl. F. Sieffert, HRE XV», Leipzig 1904, 187 Zeile 43.
5) Die von J. Guidi edierten koptischen Petrusakten sind aus dem
griechischen sog. Marcelliistext geflossen. Gli atti apocrin' degli Apostoli nei
testi copti, arabi ed etiopici in Giornale della societä asiatica italiana Vol. II
1888, S.29 — 35. Ebenda S.5ff über den Wert der koptischen und der aus
ihnen geflossenen arabischen und äthiopischen (Mal an, The conflicts of
the holy Apostles, London 1371. Neuausgabe durch Wallis Budge [1901])
Akten; vgl. Lipsius a. a. O. Ergänzungsheft S. 80 ff. Vgl. E. von Dob-
schütz in Theol. Literaturzeitg. 1905, 556f.
16*
244 Schennann, Propheten- und Apostellegenden.
einer Kirche mitteilen. Text Sb bezeichnet sogar das Haus eines
Kassian, dessen Sohn Petrus vom Tode erweckte, als das Grund-
stück, auf welchem die Kirche errichtet war.
Text D nennt Petrus aber geradezu Bischof von Antiocheia,
was syrisch-antiochenische Überlieferung ist. Eusebius h. e. III
36, l1 nennt daher auch Ignatius rr/q xara 'Avno'/tiav üe-
tqov ÖLaöoyJiq ÖEvregog zr/v EJtioxoji?]V xtxfojQcopttvog. Hier-
mit stimmt auch die Nachricht in seiner Chronik überein, daß
Petrus die erste Gemeinde in Antiocheia gegründet habe; und
zwar wie es scheint, kurz bevor Claudius die Regierung antrat,
und dann sich nach Rom begab2. Dagegen scheint eine Stelle
seiner Kirchengeschichte (h. e. III 22) 3 einen antiochenischen
Episkopat Petri förmlich auszuschließen, da dort Evodius als
erster, Ignatius als zweiter Bischof von Antiocheia erwähnt wird.
Doch ist dieses negative Kriterium nicht geeignet, die Tradition
von der cathedra Petri Antiochiae, welche neben der Stelle der
Eusebianischen Kirchengeschichte durch weitere antiochenische
Zeugnisse4 und mehrere lateinische5 gestützt wird, zu beseitigen.
Wenn wir nun unsere syrischen Texte zu Worte kommen lassen,
so verteilen sich die Angaben folgendermaßen: Petrus predigte
(zuerst: Sb) in Antiocheia und blieb daselbst ein Jahr lang (Sd,
Sb). Er erbaute im ersten Jahre des Claudius (Sm) eine Kirche
und setzte den Evodius als ersten Bischof ein (Se). Schwache
Anlehnungen an die syrische Tradition verraten dann noch Li,
welcher ebenfalls die Gründung der antiochenischen Kirche unter
Kaiser Claudius ihm beigelegt, B, welcher ihn von Antiocheia
aus zu weiteren Missionsreisen aufbrechen läßt6, während F von
1) Eusebius Werke. Zweiter Band. Die Kirchengeschichte. Bear-
beitet von Ed. Schwartz und Theod. Mornmsen. Erste Hälfte. Leipzig
1903, p. 274„ 17.
2) ad ann. 40 (Migne Patr. gr. 19, 539); ed. Schoene. Cfr. Orosius
h. e. VII 6 (Migne Patr. 1. 31, 1072 B). Petrus begab sich im Anfange
der Regierung des Claudius nach Rom.
3) ed. Schwartz p. 236, 14.
4) Chrysostoni. hom. in S.Ignatium c.4 (Migne P.gr.49.50 [IT1.2]p.593).
5) Das Martyrol. Hieronym., aus dem Depositionsverzeichnis des
röin. Chronisten entnommen. Hieronymus de vir. inlustr. u. interpretat.
in chron. Eusebii. s. Lipsius a. a. 0. II 1, 406 f. Zö ekler in HRE XV3,
Leipzig 1904, 213 Zeile 27.
6) Wie nach einem VTtöfivrjfia TLexqov xal Tlai).ov, das in AA. SS. Juni
7. Die Nachrichten über die 12 Apostel. 245
seiner Predigt in dieser Stadt zu berichten weiß. Nur die An-
gabe, daß Petrus zuerst in Antiocheia predigte, welche mit Sb
das Chronicon Paschale 1 und Johannes Malalas 2 befürworten,
widerstreitet Apg. 11, 19— 30 3.
Neben seiner Missionstätigkeit in Judäa (Apg. 10, 48) und
Antiocheia wird dann von den grichischen Zeugen fast allgemein
genannt4 (ABCFGH): Pontus, Galatien (Gallien), Kappadocien,
Asien und Bithynieu, wohl aus 1. Petr. 1, 1 genommen, wo die
Gemeinden dieser Gegenden als Adressaten genannt werden. Die
syrischen Texte berichten nicht davon, ebensowenig D, Lb, Li5.
Allgemein wird Rom als Aufenthaltsort Petri genannt und
zwar von den griechischen Texten meist nur im Zusammenhang
mit dessen Martyrium unter Neroü. A und B lassen ihn aber
auch in ganz Italien predigen, und die syrischen Texte mit Lb
und Li weisen ihm in Rom eine 25 resp. 27jährige bischöfliche
Tätigkeit zu, da auch Li und Sm seine Ankunft unter Claudius
verlegen. Immerhin ist es auffallend, daß diese in das 3. bis
4. Jahrhundert zurückgehende Tradition" nur in syrischen und
lateinischen Texten sich findet und sich keinem der griechischen
mitteilte.
Seine Kämpfe mit Simon Magus in Rom erwähnt allein eine
HS von A, ferner F, Lb (propter Simonem magum, licet Dei
occulto nutu Romam pervenit), trotzdem auch dieser Teil der
tom. V p. 411 — 424 einem Sophronius zugeschrieben wird, wonach Petrus
sich nur auf der Durchreise in Antiocheia aufhält. Vgl. Lipsius II 217; S f.
1) ed. Dindorf I 421.
2) Chronogr. 1. X 242 (Migne P. gr. 97, 372 B).
3) M. Treppner, Das Patriarchat von Antiochien von seinem Ent-
stehen bis zum Ephesinum 431, Würzburg 1891, S. 6. F. Sieffert in
HRE XV3, 195 Zeile 41.
4) Origenes bei Euseb. h. 1. III 1, 2 (ed. Schwartz 188, 5—8).
5) Dagegen Hieronymus, de vir. inlustr. c.l nennt- dieselben Völker;
ebenso werden in der syrischen doctrina apostolorum (ed. W. Cure ton,
Ancient Syriac. documents, London 1SG4, p. 33) zuerst genannt: Antiocheia,
Syrien, Cilicien, Galatien bis zum Pontus, dann Rom, wo das Zusammen-
treffen mit Simon dem Magier erwähnt wird. Daneben wird eine zweite
Reihe von Missionsländern des Simon Kephas angereiht: Die Stadt Rom,
Italien, Spanien, Britannien und Gallien.
0) Über die Dauer des Aufenthaltes s. C.Schmidt a. a. 0. S. 168.
7) Sieffert in ERE K\r3 202, Zeile 20ff. Schmidt S. L69.
946 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
ältesten Tradition angehört und in den petrinischen Romanen1, in
den Philosophumenen2, in der syrischen Didascalie3 erzählt wird.
3. Martyrium. Eine große Anzahl unserer Textzeugen
ABCDEFGHLbSb berichten von der Kreuzigung Petri unter
Nero (durch den Präfekten Agrippa4 GH), welche in Joa. 21, 18
vom Herrn selbst vorausgesagt wird. Während die älteste rö-
mische Nachricht in 1 Clem. 5 nur sein Martyrium, ohne die
Art desselben, bekannt gibt, hatte die spätere Überlieferung auch
noch die Kreuzigungsart spezialisiert, indem sie berichtet, daß
Petrus xaraxecpaXrjg gekreuzigt wurde. Indem gnostischen griecb.
Martyrium erbittet sich Petrus die Kreuzigung sjcl rrjv xsyalrjv:
c. 8 und 9 (vgl. Acta Petri et Pauli c. 81)5. Schon Origenes6 be-
richtete dieselbe Art der Kreuzigung.
Lb und Li geben als Todesjahr das 36. nach dem Tode des
Herrn, Sm das 13. Jahr des Nero an. Als Tag wird in A, B,
Lb gemäß alter Tradition vom 3. Jahrh. an der 29. Juni genannt.
Li weiß auch von dem Begräbnisort auf dem Vatican secus vicum
triumphalem7.
Unter allen Angaben unserer Texte ist keine vorhanden,
welche jünger als das 4. Jahrh. wäre. Text A scheint für sich
zu stehen als der Grundstock einer Reihe anderer Texte, welche
aus ihm geschöpft, manches abgestreift und vermischt haben;
insbesondere C macht den Eindruck einer abgekürzten Fassung
1) Ebenda S. 201 Zeile 28 f. Actus Petri cum Simone c. 23 ff.
2) Philos. 6, 20.
3) Didasc. Apost. G, 9 (ed. Funk, Didasc. et Const. Apost. I, Pader-
borns 1905, 318 f); Ap. Constit. 6, 9 (Funk 321, 5 ff). Vgl. C. Schmidt,
Die alt. Petrusakten S. 146.
4) Wohl aus dem grieeh. Martyrium Petri c. 4 u. 12 (Acta Apost olorum
apocrypha. Post Constantini Tischendorf denuo ediderunt R. A. Lipsius
et Max. Bonnet. Pars Prior, Lipsiae 1891, 84, 15 u. 100, 15 f); in den
Act. Petr. c. Sim. c. 33 und 41.
5) ed. Lipsius-Bonnet 192, 18. Act. P. cum Sim. c. 37; und p. 215, 2.
6) Bei Euseb. h. e. III 1, 2 (ed. Schwartz 18S, 8 äveaxo/.onio&r]
xaxa xs(pa?j]g). Euseb. h. e. II 25, 5 (ed. Schwartz 176, 18) erwähnt
nicht xaxa xe<pah~jq, wohl aber in demonstr. ev. DI 5, 65 (Migne, Patr.
gr. 22, 209 A).
7) Irrtümlich aus der Nachricht des Gaius bei Euseb ius h. e. II 25,
6—7 (ed. Schwartz, 178, 3) gefolgert, s. Sieffert HRE XV3, 202, 15 ff.
Übrigens auch in den Acta Petri et Pauli c. 84 (ed. Lipsius-Bonnet
I 216, Zeile 16) mitgeteilt: s&r/xav . . . elq xönov xa?.oi\uevov Baxixavöv.
7. Die Nachrichten üher die 12 Apostel.
247
von A. Auch E beruht direkt oder indirekt durch C auf A und
ist fast wertlos. B hängt teilweise wörtlich von A ab, hat aber
in der Mitteilung des antiochenischen Aufenthaltes Petri einen
andern, lateinischen oder syrischen Einfluß aufgenommen. D ist
syrischer Heimat. Text F ist aus einer Mischung von A (viel-
mehr dessen HS D, welche den Kampf des Petrus mit Simon
Magus erzählt) und D hervorgegangen. GH sind spätere Texte
und haben in einem einzelnen Falle mit dem „Martyrium des
Petrus" Verwandtschaft.
Die syrischen Texte befolgen ein und dieselbe Tradition
mit Angabe der Wirksamkeit Petri in Antiocheia, Gründung der
Kirche daselbst, Aufenthalt und Martyrium in Rom. Die latei-
nischen Texte folgen römischer Tradition, welche sich z. B. be-
treffs der cathedra Petri in Antiocheia öfters mit der syrischen
deckt. Zu weiteren Petrusproblemen Stellung zu nehmen, geben
unsere Texte keine Veranlassung.
§ 65.
Avögeaq de o ddeXcpbq avxov,
coq ol Jtgb 7]{io)v Jtagaöeömxa-
öiv, kxtjQv^E 2xv&aiq xai 2oy-
öiavolq xai rogolvoiq, [JZaxaiq]
xcä ev 2eßaöxoJioXei xfj fieydX)],
0310V löxiv 7] Trage^ßoXt] "A\pa-
goq xai Yööov Xifirjv xai <Päöiq
Jtorafioq, ev&a oixovöiv AlMo-
Jtsq. Odjtxexat de ev üdxgaiq
xr\q Ayalaq, öxavgco jtgoööe-
d-eiq vjio Alyea xov ßaöiXecoq
üaxgcöv \^EöeOOr]vcöv]. A.
Avögeaq 2xv&aiq, Ogaxaiq
x7]Qv$aq eöxavgw&r) ev üdxgaiq
xr/q Aya'iaq lüti eXaiaq bgOioq
xai ftdjtxexai exel. C.
Avögeaq o döeXcpbq 2i(/o)voq
Ilexgov xrjQv^aq ev xr\ 'J'JXXaöi,
Andreas.
Avögeaq o döeXcpbq avxov
jiäöav x?)v üiagaXiav x?]q Bi-
frvviaq xe xai IIovxov, Ogdxtjq
xs xai 2xv&aq öirjXfrev evay-
yeXiCofievoq xbv xvgiov. Meri-
jtetxa de ejtogevO-?] ev Seßaöxo-
jtoXei xfj fieydh], onov ?j jta-
gef/ßoXrj Aipagoq xai 6 <Päoiq
jtoxafioq, ev&a ol eöcoxegoi
AlOioDJteq xaxoixovöiv. Exdcp?]
ev ndxoaiq xijq Ayaiaq Oxavgoi-
d-eiq vjtb Alyedxov. B.
Avögeaq o xovxov avxdöeX-
<poq ev Ayaia i'/xoi ev IJdxgaiq
xrjq IleXojtovvrjOov' vxb Alye-
dxov xov ?<jyeiu6voq öxavgojfreiq
xaxaXvei xbv ßiov. E.
Avögeaq o döeXcpbq Ilexgov
24S
Scherrnann, Propheten- und Apostellegenden.
elg IJargag zeXsiovzai vjco zov
Aiyearov. D.
Avögeag 6 jcgcozbxX?]zog xal
aöeXcpog Hezgov xaza jcäöav
z/]v jcagdXuov Bi&vviag zs xal
IJbvzov xal Agfisviaq zov Xgi-
OZOV X7]QVc,aQ xal VJCOÖZgs'lpaq
öid T£ Lfbvzov xal BvCavziöoq
xazijXds ysxgig 'EXXadog xal
sv ndzgaig zl]g ^Aya'iag vjco
Alysdzov özavQcodslg zsXsl-
ovzai. F.
Avögsag o aösXcpbg IIezqov
x?]gvzzei xb evayyiXLOV 2xv-
&aig, JEoydiavoZg, Oga^iv, bg
6 ia zb Xgiozov xrjgvyya ozavgcp
zeXeiovzai vjco Alyeazov dv-
ftvjidzov, xal ezacpi] sv ndzgaig,
vözsgov dh {iszsztfr?] sv Kcov-
GzavzivovjcoXsL vjco Iicavözav-
zivov avzoxgdzogoq. H.
ovzog sxrjgvgev jcdo?j zjj jcaga-
Xlco Bidvviag zs xal növzov,
Sgaxi]g xal Sxvd-iag, fisztjceiza
ös sjtogsvfrr/ sv JZeßaözoJcoXeL
zfi fisydX?], ojcov JcageyßdXXeL
Wagoq xal <Päöiq ütozay,bg, ov
somzsgov ol Aldiojcsq olxovoiv
sjceiza sv ndzgaig z?jq 'Ayalag,
xal sözavga){h] vjco Alyeazov
av&vjcdzov' xal sze&?] sv nd-
zgaig Ttjg 'EXXaöoq, fiezsze&i]
öe sv KovözavzLVovjcoXsi y.ezd
Aovxä zov evayyeXuozov xal
Tiuo&t'ov. G.
Andreas qui interpretatur virilis aut decorus, frater Petri,
hie praedieavit Spasiam et Achaiani ibique in civitate Patrae
cruce suspensus oeeubuit pridie Kai. Decembris. Lb.
c. 70. Andreas qui interpretatur decorus, frater Petri, se-
eundum Joannem primus, iuxta Matthaeum a prirno seeundus.
Hie in sorte praedicationis Scythiam atque Achaiani aeeepit, in
qua etiarn civitate Patris cruce suspensus oeeubuit. Li.
Andre precha dans le pays de Beit-Kalbin et sur tout le
littoral; plus tard les Kalbe lui couperent les mernbres en mor-
ceaux. (Beit-Kalbin = ruaison des chiens1, on interprete gene-
ralernent cette locution comme designant la region des xvvoxe-
1) Vgl. Die syrischen Akten des Matthäus und Andreas inW.Wright,
Apocryphal Acts of the Apostles Vol. II, London 1871, p. 93.
7. Die Nachrichten über die 12 Apostel. 249
(ficikoi — Ethiopie — . La plupart des Actes disent: „le pays
des anthropophages". Chabotl2, 148 note 1, cfr. Lipsius 1 547). Sd.
Andree precha ä Nicee, ä Nicomedie, en Scythie et en
Achaie, le premier il siegea ä Constantinople et il y mourut. Sin.
Andreas frater eius, Scythis et Nicomediae et in Achaia
praedicavit. Byzantii ecclesiam aedificavit ibique mortuus et se-
pultus est. Sb.
Andreas praedicavit Nicaeae, Nicomediae, in Scythia et in
Achaia, ac primus sedem fixit Constantinopoli ibique mortem
obiit. Se.
Andreas frater Simonis, mortuus est Patris in urbe. Ss.
Andreas hat schon in den lukanischen Verzeichnissen seinen
Platz nicht nach Petrus, vom 5. Jahrb. ab wird er ferner
öfters durch Dazwischenstellung des Paulus getrennt, und in
jüngeren Texten kommen noch andere Kombinationen vor.
A berichtet die Biographie des Andreas unter ausdrücklicher
Berufung auf eine ältere Überlieferung: cog ol jtqo rjfimv jictQa-
deöcoxaOiv. Lipsius1 unterscheidet in seiner Quellenaualyse ver-
schiedene Bestandteile; einen katholisch traditionellen, die Nach-
richt von der Mission bei den Skythen, Sogdianern und deren
Nachbarn, einen weiteren, der wenn auch nur mittelbar auf die
gnostischen jisqioöol, auf die Akten des Andreas und Matthias
und jene' des Petrus und Andreas zurückgehe, und von der
Wirksamkeit des Apostels im Gebiet von Kolchis, am schwarzen
Meere und dem äußern Äthiopien im Lande der Menschenfresser
berichte, und eine katholische Tradition des 4. — 5. Jahrb. über
den Kreuzestod in Paträ durch den fälschlich zum König be-
förderten Ageas oder Ageates.
1. Wirksamkeit des Apostels Andreas. Skythien scheint
schon in alter Überlieferung, von welcher Eusebius h. e. III l2
mit Berufung auf seine Quelle, Origenes explanat. in Genes. 1. III,
Kunde gibt, als das Missionsgebiet des Andreas3 gegolten zu
1 ) a. a. 0. I 567.
2) ed. Schwartz p. ISS, lf.
3) Niketas David Paphlago, oratio IV in laud. S. Andr. (Migne
250 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
haben, wie auch in ABCGHLi und sämtlichen syrischen Texten
berichtet wird. Daneben werden noch andere Volksstämme,
Sogdianer, Gorsiner1, Saker, Thraker (Sebastopol) (ABGH), Ar-
menier (F) genannt, welchen er das Evangelium brachte.
Die syrischen Texte folgen einer schon dem 4. Jahrh. an-
gehörenden Tradition, welche in der syrischen doctrina aposto-
lorum2 Ausdruck erhielt, und lassen Andreas in Nicäa, Nicopolis,
Bithynien und Nicomedien (Gothien) (Sm, Sb, Se) predigen,
während Sd mit den griechischen Zeugen ihn im Lande der
Anthropophagen3 (Äthiopien) wirken läßt.
Damit streifen wir bereits die Nachrichten der Akten des
Andreas, welche bei den Anthropophagen am Pontus sich ab-
spielen4. Das urspr. lateinisch geschriebene Martyrium des
Apostels Andreas setzt diese Mission voraus und schildert die
weitere in Achaia, nachdem der Apostel Bithynien5 durchkreuzt
und sich nach Griechenland gewandt hatte. Unsere Texte ver-
teilen die Mission ebenfalls auf Pontus und Bithynien (BFG), auf
Thrakien (BCGH), auf Byzanz6 (F). Die Syrer Sm, Sb, Se sind
aber von der spätem Tradition abhängig und berichten noch von
der Begründung der Kirche in Byzanz durch Andreas.
Nach derselben Quelle berichten noch D, F, Lb, Li von der
Patr. gr. 105, 64 C) nennt als Missionsvölker die Iberer, Sauromaten,
Tauren und Skythen und die übrigen am Pontus Euxinus; ebenso 6SA
die Skythen. Im Menolog. Basilii imp. am 30. Dezember (Migne Patr.
gr. 117, 185 A): Bithynien, Pontus, Tracien, Skythien, Sebastopol, Äthiopen,
Achaia.
1) Die Erklärung des Namens Gorsiner (Grusien) durch v. Gutschmid
und Nöldeke bei Lipsins a. a. 0. II 2, 430 und I 606.
2) Cureton, Ancients Syriac documents, London 1864, p. 34.
3) A. v. Gutschmid, Die Königsnamen in den apokryphen Apostel-
geschichten, in Rhein. Museum für Philologie N. F. XIX. Jahrg. Frankf.
1864, 393 will die Skythen und die Bewohner des Pontus als ein und
dieselbe Landschaft der Menschenfresser fassen.
4) Akten des Andreas und Matthias ed. Acta apostol. apocr. R.
A. Lipsius et M. Bonnet II 1, Lipsiae 1893, 65, 6 ss.
5) Die griech. Übersetzung: 6ieX&sTv tyq B&vvlaq (ed. Lips.-Bonnet
II 1,47, 9). Vgl. Nikephorus Callist. h. e. II 39 (Migne Patr. gr. 145, 860C).
6) Dieselbe Route bei Nikephorus Call. h. e. II 39 (M 860 D); auch
bei Niketas Dav. Paphl. or. IV in s. Andr. (Migne 105, 69 A), der An-
dreas aber noch die Reise durch Macedonien, Thessalien, den Peloponnes
bis Achaia fortsetzen läßt (= D, F).
7. Die Nachrichten über die 12 Apostel. 251
Mission in Griechenland, während die andern Texte in Paträ in
Achaia ihn nur das Martyrium erleiden lassen. Wie bereits er-
wähnt, mochte sich an die Reise des Andreas vom Pontus über
Bithynien, Thracien nach Achaia die byzantinische Fälschung
des Ps. Dorotheus angeknüpft haben. Auffallend ist, daß von
den griechischen Texten nur B und F Spuren der Fälschung
zeigen, während die Syrer1 Sm, Sb, Se sämtlich von ihr ab-
hängig sind und daher mit dieser Nachricht das 9. Jahrb. nicht
übersteigen.
2. Martyrium und Begräbnisort. Die gewöhnliche Lesart
geht dahin, daß Andreas in Paträ unter Ageas, Ageates ge-
kreuzigt wurde (ABCDEF2GHLbLiSs). In dem Fragmente der
„Akten des Andreas"3, wie auch im „Martyrium"4 heißt der
Richter Ageates; in einigen unserer Texte aber auch Ageas, in-
dem das xov in Alyea xov ßaoiXscog zum folgenden Attribut
gezogen wrurde. Ferner wird er König von Paträ (A) oder selbst
von Edessa genannt, wohl in Verwechslung mit Abgar König
von Edessa. E gibt ihm den Titel rjytftcov, GH gemäß dem
„Martyrium" äv&vjiaxog = Prokonsul5.
Auf Grund der Untersuchungen von Alfr. v. Gutschmid6,
wonach die Achäer und Heniocher am Gestade des Pontus,
ebenso wie die Tauren zu den Menschenfressern gezählt wurden,
glaubte Lipsius, daß hier eine grobe „Verwechslung zwischen
dem taurischen Stamme der Achäer an der Ostküste des Pontus
Euxinus und den Achäern im Norden des Peloponnes vorliege.
Indem man an die Stelle der Ersteren ihre bekannten Namens-
vettern setzte, fixierte man das Martyrium des Apostels in Paträ",
1 vie haben mit den syrischen Akten des Matthäus und Andreas
nichts gemeinsam, welche die Bekehrung der „Stadt der Hunde", genannt
lIrka, berichten; s. W. Wright, Apocr. Acts of the Apostles Vol. II p. 115.
2) Vgl. Nikeph. Call. h. e. II 39 (M 145, 860 D): AlyaiüzTjq. Menolog.
Basilii irnper. (M 117, 185 A) vnö Aiyeazor zov äv9v7iäzov.
3) ed. Lipsius-Bonnet II 1, p. 38, 27 ff.
4) ed. Lipsius-Bonnet II 1 p. 51, 1.
5) Dieselbe Ausgabe II 1 p. 1: o zi]v av&vnazeiav xe/eintousvoq.
Über den Namen s. A. v. Gutschmid, Die Königsnamen in den a[iokr.
Apostelgesch. in Rhein. Museum für Philologie N. F. XIX. Jahrg. S. 396.
6) Ebenda S. 393. Lipsius a. a. 0. I 010.
7) II. Kellner, Zur Geschichte des Apostels Andreas i Katholik
3. Folge XXXIII 101 — 106) verteidigt die Glaubwürdigkeit des Briefes der
252 Schennann, Propheten- und Apostellegenden.
der bekannten Küstenstadt von Achaja, und mußte nun, um die
ältere Tradition mit der jüngeren auszugleichen, den Andreas
die ganze lange Reise nicht bloß an der Südküste des schwarzen
Meeres hin — denn dies berichtete schon die ältere Sage — ,
sondern auch weiter durch den Hellespont, durch Thrakien,
Makedonien, Thessalien, Hellas nach dem Peloponnes antreten
lassen." Diese Vermutung, welche wahrscheinlich sein könnte,
wird aber durch die Zeugnisse der gnostischen Akten nach der
Aussage des Philastrius und der gesamten nachfolgenden Tradi-
tion vom 4. Jahrh.1 an nicht bestätigt, da allgemein die Mission
des Andreas in Skythien, ebenso wie in Griechenland angegeben
wird. Die Art des Martyriums wird allgemein als Kreuzigung be-
zeichnet; C weiß noch von einer Kreuzigung an einem Ölbaume
in aufrechter Haltung zu berichten, wie auch Petrus Chrvso-
logus von Ravenna von ihm sagt2: arborem conscendit Andreas
und in späterer Zeit das Menologium Basilii Porphyrogenitr*.
Die syrischen Zeugen scheiden sich in den Nachrichten
über das Ende des Apostels in zwei Gruppen. Die erste (Sm,
Sb, Se) berichtete die Gründung von Byzanz, welchem er zu-
gleich als erster Bischof (Sm, Se) vorstand, und läßt ihn dort
gestorben (und begraben Sb) sein. Nach der zweiten Gruppe
dagegen kam Andreas nicht aus dem Gebiet des Pontus Euxinus
hinaus und wird von den Menschenfressern in Stücke geschnitten
(Sd). Die ersteren Texte sind eine Weiterbildung der Dorothea-
nischen Fälschung und der Nachricht von der Übertragung der
Reliquien des Andreas zu denen des Lucas und Timotheus (G)
im J. 357 nach Constantinopel unter Konstantius4.
Presbyter und Diakonen von Achaia über das Martyrium des Andreas
und die von Usener in der Analecta Bolland. Xlll 374 ff herausgegebene
passio.
1) Die Zusammenstellung bei Lipsius I 608.
2) serrno 133 de s. Andrea. Lipsius I 613.
3) Migne 117, 516. Am 30. Novbr. s. Nilles, Kalendarium I 338.
In dem Texte der beiden „Martyrien des Andreas" ist nur von einem
Svkoq und oxavQÖ^ die Rede; ed. Lipsius-Bonnet IT 1, 54, 14; 63, 1.
Cfr. Niket. David Paphlago or. IV in s. Andr. (Migne 105, 73 C): vrpw-
9eig . . inl xov §vXov.
4) Hieronymus de vir. inlustr., c. 1 u. andere Zeugnisse bei Lipsius
a. a. 0. I 607 Anm. 1. Menolog. Basilii imper. (Migne 117, 183 B)
die Translation unter Konstantin an.
7. Die Nachrichten über die 12 Apostel.
253
Demgemäß ist A wiederum der Grundstock der griechischen
Texte BCFGH. B nimmt die Andreassage von der Reise über
Bithynien, Thrakien auf; welche von ihm auf FG, vielleicht
auch C überging, während D, E nur den Aufenthalt im Pelo-
ponnes erwähnen. H überliefert noch die Überführung nach
CPel unter Konstantius, was G mit kleinen Erweiterungen über-
nimmt. Die lateinischen Texte geben die gewöhnliche Tradition
wieder; die syrischen folgten in der Angabe des Missionsgebietes
teilweise eigener Tradition, teilweise sind sie von der Dorothea-
nischen Fälschung abhängig, letztere dürfen also nicht vor das
9. Jahrhundert gesetzt werden mit Ausnahme von Sd, welcher
die älteste Form von der Mission des Andreas und dem Tod bei
den Anthropophagen wiedergibt.
§ 66. Jacobus Zebedäi.
laxcoßog de o rov Zeßeöaiov, 'laxcoßog öh 6 rov Zeßeöaiov
aöeXcpbg öh 'icoavvov rov evay- rag öcoöexa yvXag rov 'iöQaqX,
yeXtörov, ralg öojöexa (pvXalg //£#•' cov evayyeXiCotuevog rov
rrjg öiaojtoQäg txrjQVss rb evay- Xgiörbv dvaioelrai (laxaioa
yt'Xiov rov Xgiörov, vjco öe vjtb 'Hqgoöov rov rergdg^ov ev
1Hqcqöov rov reroaQxov rä>v Kaioageia r?jg IJaXaiOrivrjg. B.
'lovöaimv avqoed-i] fiayaioa xccl
exel Iracp?) ev ry 'lovöaia. A. 'laxcoßog aöe?.<pbg avrov ev
(ixoifirjd-r) ev JcoXet rrjg Mag- rij 'lovöaia x?]QVööcov vjio
[laoixTjg HS EF). 'Hgcoöov rov rergdgxov dvat-
gtlrai ficr/aiga xai ftccjcrercu
'laxcoßog 6 döeXqjbg avrov, exel. C. (txoi^'jO-?] de ev Axelft
vtol Zeßeöaiov, ravrov vjtdg- t//c MaopaoiXTJg HS D).
yovxog 6 [thv 'idxoißoq vxb
'flgo'jöov reXeiovrai £icpei. D. 'laxcoßog 6 rov Zeßeöaiov.
"Og ev ütaöii rij 'lovöaia rov
'laxcoßog 6 rov 'AXcpaiov, Xgiorbv xr\gvrrcov vxb Ilgco-
fteoXoyog gifpei vjco 'ilgcööov öovrovrergägyovxaVAygijt^a
avyjoe&i]. E. öia rb evjcaggfjoiaörov avrov
itaycinr. ävatgtirai. F.
'laxcoßog o rov Zeßeöaiov'
ovxog ralg iß' (pvXalg rov 'laxcoßog o rov Zeßeöaiov.
'loga/jX ralg ev r(] öiaOJioga döeXcpbg 'icoavvov, ex?'jgvS,ev
254 Scherniann, Propheten- und Apostellegenden.
tvayyeXLöaiitvoc, rov Xqiötov Iv 'iovöaia rb svayythov, ccv?j-
avcuoeirca [ictyccioa vjco HqojÖov Qt&rj fiayaloa vjco HqcoÖov rov
rov rsroaoyov. G. rergdoyov xal xslrcu Iv Kaioa-
gtia. H.
Jacobus, qui interpretatur subplantatus, filius Zebedaei, frater
Joarjnis, hie Spaniae et occidentalia loca praedicat et sub Herode
gladio caesus occubuit sepultusque est in Achaia Marmarica
VIII Kai. Septembris IM
c. 71. Jacobus, filius Zebedaei, frater Joannis, quartus in
ordine, duodecimus tribubus quae sunt in dispersione gentium
scripsit atque Hispaniae et occidentalium locorum gentibus Evan-
gelium praedicavit, et in occasu mundi lucem praedicatiouis in-
fundit. Hie ab Herode tetrarcha in gladio caesus occubuit se-
pultus in Marmarica. Li2.
Jacques fils de Zebedee, et Jean son frere, etaient de la
tribu de Zabulon, du village de Beit-Cayda. Jacqus precha ä
Jerusalem meme, et ensuite il fut martyrise par les Juifs, ä
l'aide d'un bois de foulon Sd.
Jaques fils de Zebedee, de la tribu de Zabulon, fut mis a
mort ä Jerusalem par Herode Agrippa, il fut depose ä Aquar
de Marmärique (in arce Marmarica) Sm.
Jacobus frater Joannis Betbsaidae, in civitate sua praedicavit
ibique ecclesiam constrnxit. Herodes Agrippa gladio eum oeeidit
anno, post ascensionem D. N. Sepultus est in urbe Marmaricae
Akar. Sb.
Jacobus filius Zebedai, occisus est in Jerusalem. Primo
anno quo in Judaea regnavit Agrippa, neci tradidit Jacobuni
Zebedaei filium, fratrem scilicet Joannis evangelistae Se.
Jacobus filius Zebedaei ex tribu Zabulon Ss.
1) Ebenso in Martyrol. Gellonense und andern Martyrologien s.
Lipsius II 2, 214 Anrn. 1.
2) Freculf. chronic. II 2, 4 „fast wörtlich ebenso". Lipsius II 2,
215 Anrn.
7. Die Nachrichten über die 12 Apostel. 255
Im Gegensatz zu allen andern Zeugen spricht der Text E
des Ps. Logotheten hier von Jacobus Alphäi. Da wir nur eine
HS besitzen, so ist diese Verwechslung offenbar auf den Schreiber
zurückzuführen, umsomehr als dann nochmals Jacobus Alphäi
an seiner Stelle erwähnt wird. Das ebenda beigelegte Attribut
&toX6yog mag ebenfalls aus einer Korruptel der Worte 6 xov
&eoZ6yov entstanden sein.
1. Die Missionstätigkeit unter den zwölf Stämmen Israels,
welche die griechischen Texte erwähnen, wird sonst Jacobus
minor, dem Verfasser des Jacobusbriefes (1, 1) beigelegt. Daher
sieht in dieser Angabe Lipsius1 auch eine Verwechslung mit
letzterem; ebenso führt er das Prädikat „Tetrarch"2 bei Herodes
Agrippa auf irrtümliche Übertragung von Herodes Antipas
zurück. Text CHF und die syrischen halten die Überlieferung
fest, daß Jacobus die Grenzen Judäas3 nicht verlassen habe.
2. Das Martyrium unter Herodes Agrippa I. durch das
Schwert wird von allen Zeugen erzählt (Apg. 12, 1. 2). Nur in
Sd wird das Martyrium des Jacobus minor, Erschlagung mit
einem Walkerholz, auf den Zebedaiden übertragen.
3. Weniger einstimmig lauten die Nachrichten über den
Begräbnisort. In A und C wird allgemein „in Judaea" genannt;
in B und H wohl nach Apg. 12, 19 Caesarea in Palästina, was
auch das Menologium Basilii4 überliefert; die große Mehrzahl
aber von Textzeugen, einige HSS von A, eine HS von C, Lb,
Li, Sm, Sb verlegen sein Grab in eine Stadt oder Burg der
Marmarica, welche alle möglichen Schreibarten sich gefallen
lassen muß (ev 'Axeifi HS D von Text C; in achagia marmarica
Lb, Acmar [arx?] Sm, in urbe Marmarica Akar Sb). Auch hier
1) a. a. 0. II 2, 208 f. Sie findet sich auch im Menolog. Basilii imper.
am 15. November (Migne Patr. gr. 117, 101 A .
2) Ebenda im Menolog. Basilii.
3) Die syrische doctrina apostolorum in Ancient Svriac üocuments
relative to the earliest establishuient of Christianity in Edessa and fche
neighbouring countries by W. Cureton, London 1864, p. 33 nennt als
Missionsgebiet Palästina, das Land der Samariter und Philister, die Ge-
gend der Araber und Phönicien und das Volk von Cäsarea. iS'iket. David
Paphl. or. V in laud. S. Jacobi Zebediii (Migne 105. ÖGD): Judäa, Galiläa,
Jerusalem.
4) Migne P. gr. 117, 164
256 Scherruann, Propheten- und Apostellegenden.
soll wiederum eine irrtümliche Verwechslung mit Jacobus Alphäi
vorliegen, welcher nach manchen Texten in Afrika predigte, so
daß diese Lokalnachricht der Marmarica, des Küstenlandes
zwischen Ägypten und der Kyrenaica, Jacobus dem Zebedaiden
zugewendet wurde. Bei der Verstümmelung des Namens der
Stadt denkt Lipsius1 an Ostrakine. J. B. Chabot2 dagegen glaubt,
daß die syrische Schreibart aquar oder Akar (Sm, Sb) auf einen
lateinischen Ausdruck in arce zurückgehe, der schon in der
griechischen Voi-lage schlecht wiedergegeben war.
4. Unsere griechischen Texte erwähnen nichts von den Um-
ständen seiner Hinrichtung, wie sie Clemens Alexandrinus3 im
7. Buche semer Hypotyposen erzählt, auch keine Züge, welche
mit der „passio Jacobi minoris" Ähnlichkeit hätten. Dagegen
haben die lateinischen Texte Lb und Li eine andere Tradition
aufgenommen, wonach Jacobus in Spanien und im übrigen Abend-
land gepredigt hat, wohl eine spanische Legende, welche bis in
das 7. Jahrhundert zurückgehen mag. Der Gedächtnistag (in Lb:
VIII Kai. Septembris) findet sich im Sacramentarium Gregorianum
VIII Kai. Augusti4.
Demgemäß machte A den Anfang der Verwechslung mit
Jacobus minor, wie sie sodann in den meisten griechischen
Texten5 auftritt mit den sonstigen Irrtümern, welche darauf
zurückzuführen sind. Engere Verwandtschaft zeigen B und H,
welche für ersteren Text nicht besonders rühmenswert ist, zumal
an der Verwandtschaft das sog. Menologium des Kaisers Basilius
des 9. — 10. Jahrh. partizipiert. Unter den Syrern zeigt Sd wieder
eine Ausnahmestellung, da er allein das Martyrium des Jacobus
minor auf unsern überträgt. Die übrigen Syrer Sm, Sb haben
mit einigen HSS von A und C die unrichtige Notiz über den
Begräbnisort in der Marmarica gemeinsam.
1) a. a. 0. II 2, 210 f.
2) Michael le Syrien, Chronique toni. 1 fasc. 2 p. 140.
3) Bei Euseb. h. e. II 9,2—3 (ed. Schwartz 124, 10 ff .
4) L. Ant. Muratori. Liturgia Romana vet. Tom. II, Venetiis 1748
(Migne Patr. 1. 78, 127 A).
5) Ebenso in den ägyptischen (kopt., arab. und äthiop.) Texten des
Martyriums des Jacobus Zebedäi, s. J. Guidi, gli atti apocrifi degli apo-
stoli nei testi copti arabi et etiopici, in Giornale della societa asiatioa
italiana. Vol. II 183S, S. 19.
7. Die Nachrichten über die 12 Apostel. 257
§ 67. Johannes Evangelista.
'lcodvvi]z öh 6 dösXcpbgavrov, Icoavvt]c o rovrov dösXr/uj.
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svayys'Xiov rov Xgtorov, vjco (+ xal xrjv ajioxaZvipsv HS B)
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'Pcoftaicov i^ogto&tlg vxavxov XqiOtov vjco Tgatavov rov
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Xoyovxov xvgiov, sxsl CDVövvE- 6td rov Xoyov rov Xgtorov
ygaips rb svayys'Xiov rb xaxa isogiCsrcu. 'Ex ravrtjq fierdg-
'icodvvrjv. xcu i^s'öoro avrb öia otog ysyovcoc, öto xal Xoyoq
rcuov rov t-svoöoyov. fisra öh xsxgarrjxe, ovv reo Evcby xal
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Aousrtavov viov OveöJtaöcavov ifr'} i^ogt^erai vjtb Tgatavov
HS Bb). A. rov ßaöiXscog iv IJc'crfiqy ri]
vrjöcp xcu ötargiipag iv avrfj
Icoavvrjg 6s iv 'Aoicc vjtb üxrj ts ovvsygdrpccro rb dytov
Ao,usnavov rov ßaöiXscog i£,o- svayys'Xiov xal xnväjioxaXvipiv
gtöfrelg iv ndriicp r\\ v/jOco. xaljcdXivvjroGrgsipagiv'EtpsOcp
iv >j xcu rb svayysXaov Owe- xcu Crjoaq exrj xg' ötödöxcov,
ygvMv.ro. xal r/jv anoxaXvipiv {isrsordfr?] sv xvgicp vjtdgycov
i&saoaro, im Tgatavov sxoi- ircöv g' xcu [Itjvcöv C', racpslg
f/Tjihr] iv Ecpsoop, ov rb Xsiipavov vjtb xoovfta&i]xcövavxov,xa9-cbg
Crjri]0-sv ovy tvgsdr]. C. öujysirai b dxoöroX.og Ugbyo-
gog o xcu r?jv jisgtoöov avxov
'Icodvvrjg 6 svayytXiörijg .. iv övyygarpdiisvog. HS C1 von B.
'Ecpsoop irsXsvrrjOs fiexa grj'
trt/ fiexa ryv xvglov c'cvaX?]- 'laHXVvrjg 6 iisoXöyog iv Tld-
tyiv. D. Tuo> ic.ogiolhj /ja uirv. mero
iv 'Ecptoco rJ/. 'Aalag zacpslg
Icoavvrjg, b svayysXtor/j^ xcu fisxexid-rj. E.
d-eoXoyog xal aöeXcpbg'laxcoßov,
o im rb Grijüoq rov Xgtorov lmavvr\g o aösXcpbq error'
ii. Untersuchungen etc. 31, 3 17
253
Schennann, Propheten- und Apostellegenden.
dvajisömv. 'Oq sv Aöia xbv
Xgioxov XTjQv^ag xai sv üccxfico
xy vrjöop vjto Ao\isxiavov s£o-
giö&slqxal xoXXd 7i)j]&i] Jtgooa-
yaycov xcp Xgiöxcp, vjcoöxgtipaq
svEtpsöop sv sigrjv)] dvsjtavöaxo
jiX?]gt]q rjfisgcöv vxägymv. F.
*Icoavvi]Q,o svayysXtOxr}q,dös).-
gbc 'laxcoßov, cpvyadsv&slq vjto
Aopisxiavov sv Ildxfiq) xfj vrjöcp
övvsygdipaxo xo xax avxov sv-
ayysXiov sv xolq Tgaiavov %go-
voiq, xslxai sv Ecpsöqp iöicp
xsXsi XQt]Oa{usvoc, ov xo Xsitya-
VOV 0]X1]&SV OVX 7]VQ?]xai. H.
OVXOQ xfj ACia X?]QV00O3V VJCO
Aofisxiavov, ßaöiXt'coq (Po')fi7]c,
sgcoQiödrj sv IJaxficp xfj vrjOcp,
sv&a xai ovvsygdipaxo xo tvay-
ysXuov avxov sv xolq ygövotq
Tgaiavov, ojiov xai xrjv ccjco-
xaXvipiv s&sdoaxo' sxs&rj 6s
sv E<psGop [isxdgöioq ysyovmq,
öib xai o X.oyoq xsxgdxrjxs' övv
xöp Evmy xai HXla sxi sv öagxl
avxov vjcdgysiv. G.
Joannes . . . Doniini praedicator Asiae et in Epheso VI. Kai.
Januar, sepultus; natalicia VIII. Kai. Julias dieuntur, quando et
saneti Joarmis Baptistae natalicia celebrantur Lb.
c. 72. Joannes, apostolus et evangelista. Hie dum Evange-
lium in Asia praedicaret, a Domitiano Caesare in Pathmos insu-
lam metallo relegatur, ubi etiam positus apocalypsim scripsit.
Interfecto autem . . . Domitiano, exilio resolutus recessit Ephesum
ibique ob haereticorum refutandas versutias efflagitatus ab Asiae
episeopis Evangelium novissimus edidit. Hie anno sexagesimo
septimo post passionem Domini Salvatoris sub Traiano principe
longo iam vetustatis senio fessus, cum diem transmigrationis
suae imminere sibi sentiret, jussisse fertur effodi sibi sepulcrum,
atque inde „vale" dicens fratribus facta oratione vivens tumulum
introivit, deinde tamquam in lectulo in eo requievit. Unde
aeeidit, ut quidem eum vivere asserant, nee mortuum in sepulcro,
sed dormientem iacere contendant, rnaxiine pro eo quod illie
terra sensim ab imo scaturiens, ad superficiem sepulcri conscendat.
et quasi flatu quiescentis deorsum ad superiora pulvis ebulliat.
Quievit autem apud Ephesum sexto Kai. Januarii Li.
Jean precha a Antioche avec Simon; ensuite il s'en alla a
Ephese, et la niere de notre-Seigneur l'accoinpagna. Aussitöt
. . Die Nachrichten über die 12 Apostel. 259
ils furent relegues dans 1'ile de Patmos. En revenant d'exil, il
precha ä Ephese et y bätit une eglise; Ignace et Polycarpe le
servaient; il eusevelit la bienheureuse Marie. II vecut 73 ans1
et mourut apres tous les apötres, il fut enseveli a Ephese. Sd.
(1. L'auteur veut dire 73 ans apres l'ascension. Chabot I 148, 2).
Jean, son frere, precha ä Ephese et en Asie, jusqua l'an 7
de Trajan; il fut enseveli ä Ephese. Sm.
Joannes . . . primum in Asia praedicavit, deinde in Pontum
insulam a Tiberio Caesare in exiliuni rnissus est. Tandem Ephe-
sum pervenit ibique ecclesiam aedificavit. Tres discipuli euin
coinitati sunt: Ignatius, Polycarpus et Joannes, cui sacerdotium
et sedera episcopalem reliquit. Ipse vero multo tempore vixit
et Ephesi sepultus est. Praecepit, ne quis sepulcrum suum sciret.
Duo autem sepulcra eius Ephesi exstant: unum absconditum
Evangelistae, alterum Joannis, discipuli eius, qui apocalypsim
„scripsit"; ait enim, ex ore Evangelistae se ornnia, quae scripserit,
audivisse Sb.
Joannes evangelista praedicavit Ephesi et in Asia Se.
Joannes frater Jacobi mortuusque est anno Traiani regis
(septimo) sepultusque est Ephesi Ss.
Cod. Monac. (C1) des Dorotheustextes gibt einen von den
übrigen HSS derselben Recension verschiedenen Text und dafür
als Quelle die scsqloöoi, welche Prochorus aufgezeichnet habe.
Zahn und Lipsius haben nachgewiesen, daß die JieQiodoi des
Prochorus, ebenso die katholischen Johannesakten auf die gno-
stischen zurückgehen. Da unsere indiculi überhaupt mit ihrem
johanneischen Legendenstoff nicht direkt auf die gnostischen
Akten zurückgehen, sondern nur indirekt durch Prochorus1 oder
die katholischen Akten, so ist zur Datierung unserer Listen, um
den terminus a quo zu bestimmen, auch eine solche ihrer Quelle
von Nutzen. Zahn- setzt für die Entstehung der letzteren den
1) Die koptischen Akten gehen auf den griechischen Prochorustext
zurück; s. J. Guidi, gli atti apocrifi etc. in Giornnle delln societä
fcica italiana. Vol. II 1888, 56 Anm. 1.
2) Wf;i Joannis anter Benützung von C. v. Tischendorfs Nachlaß.
Erlangen 1880, S. LVIII.
17*
260 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
Anfang des 5. Jahrhunderts an, „weil eine volkreiche und groß
vorgestellte Inselprovinz als völlig christianisiert und Ephesus als
vom Götzendienst gereinigt dargestellt wird und zwar durch
einen Apostel im 1. Jahrh." So habe man aber vor der gewalt-
samen Ausrottung des Heidentums im griechischen Orient durch
Theodosius d. Gr. und seine Nachfolger nicht dichten können.
Lipsius1 fügt noch einen zweiten Grund hinzu, der in der „Be-
obachtung liegt, daß erst seit Anfang des 5. Jahrh. oder doch
nicht lange vorher eine nähere Bekanntschaft der katholischen
Schriftsteller2 mit dem Inhalt der gnostischen Jiegioöoi djtoaroXcov
nachweislich ist, wie wir denn erst in jener Zeit die Spuren
katholischer Bearbeitung treffen. Pseudoprochorus aber setzt
die allgemeine Verbreitung des gesamten auf die gnostischen
Akten zurückgehenden Legendenstoffs beim katholischen Volke
voraus. Hiernach ist als Abfassungszeit unserer Schrift (des
Prochorustextes) mit großer Wahrscheinlichkeit die erste Hälfte
des 5. Jahrhunderts anzusetzen.''
Die zur Vergleichung gelangenden syrischen Texte haben
mit den Nachrichten des Prochorus oder dessen Grundlage fast
nichts gemein, ebensowenig wie die „syrische Geschichte des Jo-
hannes3, des Sohnes des Zebedäus", welche fast nur dessen
„Lehre"4 mit stark nicänisch-trinitarischer Tendenz enthält.
1. Missionstätigkeit des Johannes in Asien, Verbannung auf
Patmos und Abfassung des Evangeliums. Von einer Missions-
tätigkeit in Asien berichten ACFGLbSmSbSe5; speziell in
Ephesus B (19 Jahre lang daselbst HS C1 von B = B1) Sm
Se. Sd läßt ihn zuerst mit Simon in Antiocheia, dann erst in
Ephesus predigen, wobei ihn auf dieser Wanderung die Gottes-
1) a. a. 0. I 400 f.
2) Vgl. P. Corssen, Monarchian. Prologe zu den 4 Evangel. [T. u.U.
XV 1, 1896] S. 72—134. Alb. Ehrhard, Die altchristl. Literatur und ihre
Erforschung von 1884—1900, I. Abteil. Freiburg 1900, 159.
3) Apocryphal Acts of the Apostles ed. by W. "Wright, London
1871 Vol. II (engl. Übersetzung) p. 3—60.
4) Ebenda p. 60. Die syrische doctrina Apostolorum (ed. Cureton,
Ancient Syriac documents p. 34) nennt als Missionsländer des Evangelisten
Johannes: Ephesus, Thessalonich, ganz Asien, die Gegend der Korinther,
Achaia und Umgebung.
5) Vgl. Syr. apocr. Akten bei Wright p. S f .
?. Die Nachrichten über die 12 Apostel. 261
mutter begleitet habe. Allgemein schließt sich daran der Bericht
über seine Verbannung nach der Insel Patrnos1 und zwar durch
Trajan (nach ABB1) oder Domitian2 (HSS Bb des Textes A.
CFGH), die andern Texte geben keinen Herrscher an. Diese
Angaben beruhen teils auf kleinasiatischer "Überlieferung3, teils
auf Prochorus. Die HS C1 des Textes B (= B1) scheint übrigens
trotz der Quellenangabe doch nicht ganz mit Prochorus zu gehen,
da sie vor der Verbaunung auf Patmos eine 19jährige Wirk-
samkeit des Apostels in Ephesus nennt, während das Chronicon
Paschale mit Prochorus nur neun Jahre angeben4. Auch jene
Texte, welche die Verbannung durch Trajan geschehen sein
lassen, gehen auf Prochorus zurück, da ein Teil der HSS dem
Trajan, ein anderer und die gnostischen Akten dem Domitian0
die Verbannung des Apostels zuschreibt.
Auf Patmos soll dann der Apostel das Evangelium verfaßt
haben (A, C); nach B1 während seines 15jährigen Aufenthalts6
auch die Apocalypse. F läßt ihn vielmehr dort viele bekehren".
H setzt die Abfassung des Evangeliums in der Zeit Trajans,
ebenso Gr zugleich jene der Apocalypse. Die syrischen Texte
berichten nichts von einer schriftstellerischen Tätigkeit. Nach
Sd wurde auch Maria mit ihm nach Patmos verbannt. Text A
dagegen berichtet, daß die Veröffentlichung seines auf Patmos ge-
schriebenen Evangeliums durch seinen Gastfreund Gaius8 erfolgt sei.
1) Der Bericht von Sb, wonach Johannes von dem Kaiser Tiberius
nach einer Insel Pontus verbannt wurde, beruht jedenfalls auf einer Ver-
wechslung oder Versehen der Schreiber.
2) Ebenso Nikepb. Call. h. e. II 42 (Migne 145, 869 Bi.
3) Vgl. Th. Zahn, Artikel „Johannes der Apostel" in HRE IX3,
Leipzig 191 »1, 275 Zeüe 40 ff u. 281, 42 ff.
4) Th. Zahn, Acta Joannis p. LVIII. Übrigens kann in der HS C1
auch ein Schreibfehler vorliegen i#' statt #'.
5) Zahn, Acta Joannis p.45, 1, namentlich L nennt Domitian, andere
griechische HSS sogar Hadrian, ebenso p. 46, 5 Apparat. In allen alten
Berichten wird aber Domitian als der den Johannes zum Exil verurtei-
lende Richter bezeichnet. s.Zahn ebenda p. CXXIII, CXVHI n. 2. Ebenso
die alten gnostischen Akten c. 2 s. Acta apostol. apocr. ed. R. A. Lipsius et
M. Bonnet pars n vol. prius. Acta Joannis ed. M. Bonnet, Lipsiae 1S93,
p. L51, 13 ff. Dagegen die Rückkehr nach Ephesus unter Trajan c.14 (159,19).
6) Zahn p. LVIII f nach Prochorus.
7) Ebenfalls auf Prochorus zurückgehend.
8) Gaius, Adressat des 3. Johannesbriefs; Zahn, EinleitungII2579,5S3ff.
262 Scherniann, Propheten- und Apostellegenden.
Mit unseren Texten zeigt auch eine spätere Bearbeitung
der Chronik des Hippolyt von Theben ' und ein anonymer Text'2
Verwandtschaft, welche den Gang der Ereignisse in ähnlicher
Weise schildern3; zunächst die Predigt des Johannes in Asien,
die Verbannung auf Patmos, Abfassung des Evangeliums und der
Apokalypse auf Patmos, woran sich die Rückkehr nach Ephesus
unter Trajan anschließt, wie in AEFG. B1 läßt ihn dort nach
Prochorus und dem Chronicon paschale 26 Jahre lang leben.
Die syrischen Texte Sd, Sb berichten, daß er in Ephesus eine
Kirche erbaut habe, und daß ihm Ignatius und Polykarp zur
Seite gestanden seien, nach Sb noch ein dritter Schüler mit
Namen Johannes, welchen der Apostel zum Priester weihte4 und
zum Bischof einsetzte. Er begrub nach Sd dort die selige Jung-
frau Maria.
2. Tod und Lebensalter des Apostels. Im ganzen kursieren
über das Lebensende des Apostels Johannes zweierlei Ansichten,
die Kunde von einem natürlichen Tod und dem Begräbnis durch
seine Schüler (B1: fisT£öza&?] sv xvqlco . . . racpslg vjio rcöv
Had-rjtmv avrov, E: sv 'EcpsOm . .. racpelg {isTsrs&r], F: sv
uQrjVfl ävsjtavöaxo , C: sxoif/rjO?] sv EcpsOro, ov zo Isixpavov
C,rjTrjd-hv ovx GVQd&rj, cfr. Lb, Sm, Sd, Sb: praecepit, ne cpiis sepul-
crum suum sciret Sb), verbunden mit der Legende von der Selbst-
bestattung (in A, H)5 und die Sage von der Entrückung, so daß die
Nachricht geht, er lebe noch mit Henoch und Elias6 (BG). In den
ersten vier7 Jahrhunderten weiß die christliche Literatur nur von
1) Fr. Diekainp, Hippolytos von Theben Text XIV c. V, 5 (S. 44;
45, 10).
2) Ebenda Text IX a b c S. 40.
3) Ebenso Niketas David Paphl. or. VI in laud. S. Joann. evang.
(Migne 105, 117 A; 121 A).
4) Über den Presbyter Johannes in Papiae fragni. II, 4 bei Euseb.
h. e. III 39, 6 u. VII 25, 7—16; s. Th. Zahn in HRE 1X3, Leipzig 1901,
276, 16 ff.
5) Aus den gnostischen Akten des Leucius genommen c. 115 (ed.
M. Bonnet, acta apost. apocr. 11 1 pag. 215, 1—4; Zahn pag. 250, 4 — 6,
vgl. pag. XCVIII und CXI), wonach Johannes sich in ein sorgfältig be-
reitetes und mit seinem Mantel ausgestattetes Grab legte und sofort nach
dem Gruße: stQ^rrj [ie& vtu(bv starb: TiaQsScoxe xö Tcvevfta y_aiQiov.
6) Cfr. Andreas Caesar, comm. in apoc. 29 (Migne Patr.gr. 106, 309 C).
7) Zahn, Acta Joannis pag. CV, Lipsius a. a. O. I 495 f.
7. Die Nachrichten über die 12 Apostel. 263
dem natürlichen Tode des Apostels, Polykrates von Ephesus (bei
Euseb. h. e. V 24), Tertullian (de anima c, 50), Eusebius (Theo-
phan. IV, 6) bis Ambrosius und wahrscheinlich noch die Väter
des Ephesinischen Konzils 431. Dies war auch die ursprüngliche
Gestalt des Schlußkapitels der Johannesakten des Leucius1,
daß Johannes wirklich gestorben ist. Daneben machte sich
schon bei Ambrosius2 und noch mehr bei3 Augustin eine andere
Fassung geltend, wonach einige an seinem Tod gezweifelt haben
oder glauben, daß er nicht gestorben sei, sondern in seinem Grabe
lebend schlafe.
Die Sage von der Entrückung des Apostels und dem leeren
Grab geht auf die Weiterbildung bei Prochorus zurück. Pro-
chorns läßt nach dem unverfälschten Leucius den Johannes den
Geist aufgeben4, weiß aber dann von dem leer gefundenen Grab
zu berichten, welches notwendig die Entrückung voraussetzt.
Diese war aus dem Vergleich des Johannes mit Elias und He-
noch, welchen schon Tertullian de anima c. 50 anstellte, nur die
gezogene Konsequenz. Lipsius dagegen will aus der Sage vom
leeren Grab jene der Entrückung ableiten. Unsere Texte C, H
und Sb berichten nebeneinander von der Selbstbestattung und
dem Nichtauffinden des Leichnams wie der Prochorustext. Text B
dagegen weiß überhaupt nichts von einer Bestattung, sondern
läßt den Apostel gleich jenen alttestamentlichen Männern in den
Himmel entrückt werden. Die späteren Texte, wie G, vermischen
diese verschiedenen Legenden zu mißverständlichenKomplikationen,
lassen ihn begraben5 und dann entrückt sein. Aber erst Niketas
1) Zahn pag. XCVII, wie in der syrischen und armenischen Version,
ebenso noch bei Augustin, tract. 124 in Joa. c. 21, 19 (Zahn pag. CIX
und 205, 8), Nikeph. Call. h. e. II 42 (Migne 145, S73B): Nachdem Jo-
hannes sich ins Grab gelegt hatte, ei&ix; xav öcpeiXüfievov vnvov öixaloiq
XEXolfiTjTcti. Ebenso in der syrischen Erzählung des Hinscheidens des
Johannes s. W. Wright, Apocr. Acts of the Apostles Vol. IL London
1871, 07 f.
2) Zahn pag. CVII Anm. 2.
3) Ebenda pag. XCVIIL
4) Zahn p. CIX. Text S. 104, 9: xcd aircdg naptdcoxe xo nveriuc.
p. 104, 12: xcd £X&6vxwv >tu\~>r h> xv> xÖTtcp, ÖQvgavTEq ovdev suoouev xcd
(X/.aiOCtfAEV a<poÖQÜ)Q.
5) Lipsius 1499 f. Niket. David Paphl. or. VI in läud. Joan.
2(54 Schernianrij Propheten- und Apostellegenden.
Phaphlago, Siraeon Metaphrastes, das Menologiurn Basilii und
die griechischen Menaeen und andere sind Zeugen der Ver-
mischung der ursprünglichen Fassung in den gnostischen Akten
und der späteren legendenhaften Ausbildung von der Entrückung.
Dasselbe Anschwellen der Legende können wir in der Chronik
des Hippolytus von Theben und deren spätem Bearbeitung er-
sehen.
Text 1 5, 51 (ursprüngl. Fassung): ev xfj 'Erpeöra xrjg 'Aöiag
x>lQv£aq xov loyov 'icoavvqg exel avelr\<pd-r\.
Text II 5, 52 (1. Überarbeitung) . . . ev xy 'Aoia xexoiurjxai.
xcu ovx evoed-q xb öcöfia avxov ev xcö xaqco.
Text V 5, 53 (spätere Überarbeitung): exel ovv {rcutxexcu
jiaga xeov (iafr?]rcöv ext Z>cöv, xccl fiexa xgelg rjfieQag cvpavrjg
eyevexo, [lällov öe elg ovgavovg dve?J](p&?}, xa&cog xcu ol fia-
frrjral vjzoöxoeipavxeg ev xcö (ivrjfieicp xccl avoisavxeg ov% ev-
qov avxov.
Unser Text in dem Apostelverzeichnis des Ps. Hippolyt berührt
sich nahe mit der zweiten Recension der Stelle der Chronik,
während die ursprüngliche Fassung mit jener des Dorotheus-
textes inhaltlich harmoniert. Diekamp hatte aus dieser Differenz
unserer Hippolytliste mit der eigentlichen Niederschrift des The-
baners die Annahme einer Verfasserschaft des Hippolytverzeich-
nisses durch letzteren abgelehnt.
Die Nachricht in Sb: duo autem sepulcra eius Ephesi ex-
stant: unum absconditum Evangelistae, alterum Joannis diseipuli
eins, qui apocalypsim scripsit, beruht auf einer „Duplizität der
(Migne 105, 124 A): Johannes el'aeiaiv svöov xov oQiyfiaxoq ev&vq, ara-
xMvexai ös- ol öh xuxäXomoL . . xfj k$t]q . . avxov evQt'axofxev oiöa/j.üi;.
Menolog. Basil. imperat. zum 26. Septbr. (Migne 117, 73 C).
1) Diekamp, Hippolytos von Theben, Texte und Untersuchungen.
Münster 1898 p. 7, 2—3. Cfr. Dorotheustext, der ebenfalls nur von der
Entrückung zu erzählen weiß.
2) Ebenda p. 14, 1—2 (vgl. p. XXXIV) cfr. Hippolyttext: ixoi/x^j
iv 'Ecpeoto, ov xö Xeiipavov g~qxr]&£v ov/ evQS&tj. Unter Hippolyts Namen
ein Text in den griech. Menaen zum 26. Septbr. (Lipsius I 364 Anm. 4):
xäxeld-ev näXiv eiq "Eyeoov ex xT^q igOQiaq avaxhjd-eiq imb Nsqovcx , TS-
Xevxä exeloe, ov xö ?.eiipanov nagä xüov inolxajv xrjq nöXewq maxüiv
Zyxrj&hv ovy evQsS-rj.
3) Diekamp p. 30, 4— S, vgl. S. 117; cfr. Text G.
7. Die Nachrichten über die 12 Apostel. 265
Lokaltradition über die Grabesstätte des Johannes in Ephesus"1,
welche zu der Annahme von zwei Johannes führte, von denen
Eusebius b. e. III 36. 2 berichtet, woselbst er von dem Apostel
einen Presbyter unterscheidet. Letzterer sei der Verfasser der
Apocalypse2, welchen Papias gehört habe.
Das Lebensalter des Apostels wird in A auf 120 Jahre an-
gegeben, während B1 100 Jahre und 7 Monate, D 68 Jahre nach
der Himmelfahrt des Herrn zählt und Sm ihn im 7. Jahre Trajans
(105) gestorben sein läßt. Sb spricht nur von einem hohen
Lebensalter, das er erreicht habe, Sd von 73 Jahren, welche
Chabot3 nach der Himmelfahrt des Herrn verstanden wissen will,
worauf auch der Zusatz „und er starb nach allen Aposteln'' hin-
deutet. Die übrigen Texte geben keine Altersgrenze an, auch
nicht der Hippolyttext, ebensowenig die Chronik des Thebaners
Hippolytns4.
Die Datierung schöpfte B1 mit den andern das Leben des
Johannes betreffenden Zahlen nach eigener Angabe aus Prochorus,
woraus sie auch das Chronikon paschale entnahm5. Die Angabe
des Lebensalters auf 120 Jahre (A) scheint der von Prochorus
unabhängigen syrischen „Geschichte Johannes des Sohnes Zebe-
däi des Apostels und Evangelisten", welche W. Wright0 heraus-
gab, eigen zu sein. Hierin würde also A wie auch sonst syrische
Tradition verraten. Die Berechnung auf 68 Jahre nach der
Himmelfahrt des Herrn (D) bietet auch Hieronymus und andere7,
und scheint für Diekamp am meisten Wahrscheinlichkeit zu
1) Th.Zahn, HRE 1X3, Leipzig 1901, 276 Zeile 16. Euseb.h. e. VII 25,
7—10 und Euseb. h. e. III 39, 6 (ed. Schwartz-Moinmsen S. 288, 6).
'_') Ober den Presbyter Johannes in Papiae fragin. 114 (F. X.Funk,
Patres apostolici Vol. I editio II. Tübingae 1901, 352, 4 und 354 nota).
Vgl. O. Bardenhewer, Geschichte der altkirchl. Literatur I 539. Und
Zahn, Einleitung in das N.T. 2. Aufl. II. Bd. 4S4.
3) ed. Michel le Syrien tom. I fasc. 2, 148 note 2.
4) Diekamp a. a. O. S. 118.
5) Zahn p.LVHIf. Chron. pasch, ed. Di ndorf 1461. 470. Prochorus
Text bei Zahn p. 162, 5—9.
6) Apocr. Acts of the Apostles II, London 1871, 59. Vgl. Lipsius
I 434, 303. Zahn p. CXXXII, 162, 238.
7 Auch Nikeph. Call. h. e. II 42 (Migne 145, 873 B) im 68. Jahre
[iETtl To näO-o^ Tor OfOTtJQOQ XqiOXOV.
266 Sehermann, Propheten- und Apostellegenden.
haben. Die andern abweichenden Zahlen mögen auf andere
Traditionen oder auch Schreibversehen zurückgeführt werden.
Der lateinische Text Lb berichtet noch, daß die Natalicia
des Apostels Johannes mit jenen des Johannes Baptista am
24. Juni gefeiert werden.
An der Hand der verschiedenen Zeugnisse und Parallelen
lassen sich unsere Texte folgendermaßen einschätzen. A zeigt
teils Abhängigkeit von den gnostischen Akten in der Erzählung
des Todes oder der Selbstbestattung, teils in der Angabe des
Alters von der syrischen Überlieferung. Merkmale eines spätem
Alters als das 5. Jahrh. trägt er nicht zur Schau. Text B (Ps. Doro-
theus) erzählt von der Entrückung des Apostels, welcher mit
Henoch und Elias verglichen wird. In diesem Punkt berührt
sich dieser Text mit der Chronik des Thebaners Hippolyt, mit
einigen HSS der letzteren sogar wörtlich. Text C (Ps. Hippolyt)
hat bereits mit der überarbeiteten Chronik des Thebaners die
Erzählung von der Bestattung und dem leeren Grab gemeinsam.
Die Texte D, F, wie die Syrer Sm, Sd, Sb, Se, Ss zeigen die alte
Tradition von dem natürlichen Tode des Apostels. Die übrigen
griechischen Texte vermischen zweierlei Todesarten. Li erzählt
auch schon wie Hieronymus1, Gregor von Tours, Abdias von
dem alle Krankheiten heilenden Staub „Manna" genannt, welcher
über dem Grabe zum Zeichen aufwirble, daß der Apostel noch
lebe. Auch die Homilie des Ps. Chrysostomus, das Menologium
des Basilius Porphyrogen. tun dieser Legende Erwähnung;
nach dem letzteren soll der Staub am 8. Mai jährlich hervor-
quellen2.
§ 68. Philippus.
Während die Jüngerkataloge einen Evangelisten Philippus
mit seinen weissagenden Töchtern unter die 70 Jünger rechnen
und ihn von dem Apostel Philippus aus Bethsaida (Joa. 1, 45)
unterscheiden, haben unsere Apostellisten meist die Verwechs-
1) Hieronymus (bei Migne Patr. gr. 145, 873 nota 1 zu Nikeph.
Call. h. e. II 42 erwähnt): quod et de beato Joa. Evang. . . . plurimi asse-
verant, quia in sepulcro eius (ut fertur) non nisi manna invenitur, quod
et scaturire cernitur. Zahn, Acta Joan. pag. CVIII Anm. 1 u. 2.
2) Migne Patr. gr. 117, 441 D.
7. Die Nachrichten über die 12 Apostel. 267
lang und Yermengung beider Persönlichkeiten vollzogen. Die
Vermischung war schon um die Mitte des zweiten Jahrhunderts
allgemein, wie aus Papias1, Polykrates2 und Proklus3 hervorgeht.
Philippus von Hierapolis wird ebenso in den Philippusakten4 als
Apostel erklärt.
Aber auch die HSS unserer einzelnen Texte sind in den
Lesarten mehr unbeständig als in den übrigen vitae. Z. B. spielt
HS D1 des Dorotheustextes B in Ps. Hippolyt über und über-
nahm von dort die Kreuzigungsart; dieselbe HS läßt unter Do-
mitian (= Text H) seine Tüchter bei ihm begraben sein. In
dem Ps. Epiphaniustexte A zeigt die ganze jüngere Handschriften-
gruppe mehr Spuren der Verwechslang der beiden Philippi als
die beiden altern HSS, und HS D derselben Recension A läßt
ihn (= Hippolyttext C) am Kreuze sterben, wovon wiederum die
andern HSS der Texte A und B noch nichts wissen. Auf diese
späteren Interpolationen in einzelnen HSS kann jedoch weiter
keine Rücksicht genommen werden, da sie in ihrer Textgruppe
doch nur Ausnahmen bilden.
1. Heimat und Wirksamkeit des Philippus. Text A nennt
als Geburtsort Bethsaida (Joa. 1, 45), ebenso D, F5, Lb und die
syrischen Texte Sm, Sd, Sb. Seine Missionstätigkeit wird all-
gemein nach Phrygien verlegt, welches A näherhin als t) avco
4>Qvyia bezeichnet, F als Asien und Hierapolis6, H als ?) 'Aöiavf)
öwlxtjoig, was bereits auf eine Verwechslung mit Philippus aus
1) Bei Euseb. h. e. III 39, 9 (ed. Ed. Schwartz p. 28S, 17).
2) Bei Euseb. h.e.11131, 2 (ed. Schwartz 264,6—9). cfr. Euseb. V 24.
3) Bei Euseb. h. e. III 31, 4 (266, 1—4). Vgl. Lipsius a.a.O. 11 2,
S. 1. Über die Erklärung der Stellen s. Sieffert, HRE XV3, 1904, 335
Zeüe 34.
1) Über den Charakter und Abfassungszeit s. Alb. Ehrhard, Die
altchristl. Literatur usw. I, 1900, 165. Neue Ausgabe von Max Bonnet,
Acta Apost. apocr. II 2, Lipsiae 1903.
5) Niket. Dav. Paphl. or. IX in Philipp. (Migne 105, 169 B); Menol.
Basil. zum 14. November (Migne 117, 160 D); Metaphrast zum 14. Novbr.
(Migne 115, 188 B).
6) A\is den ntQioöoi <Pi).innov (ed. M. Bonnet, Acta apost. apocr.
II '_' pag. 41, 9. 11): Asien und Hierapolis mit Mariamne and Bartholom.
Nik. Dav. Paphl. (173 C, 170 C); Menol. Basil. (161 A); Nikeph. b. e. II 39
(Migne 145, 861 A); ebenso Metaphrast c. 7 (Migne 115, 192).
9(jg Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
Hierapolis zurückzuführen ist. Der Syrer Sd1 berichtet, daß er
eine Kirche in Pisidien erbaut habe und Sb, daß er in Phrygien,
Pamphylien und Pisidien predigte. Die Nachricht einiger Lateiner
von einer Wirksamkeit des Philippus in Gallien2 spiegelt sich
in Lb wieder.
2. Tod und Martyrium. Das „Martyrium", welches den
Schluß der Philippusakten bildet, ist noch unbenutzt in A, B,
Sm, Sb, welche ihn im Frieden sterben und in Hierapolis be-
graben sein lassen. Das ist die alte Tradition des 2. — 3. Jahrh.
über den Evangelisten Philippus, welche Proklus3 in einem Dia-
loge mit Gaius preisgibt. Nach derselben Quelle wurden auch
seine vier weissagenden Töchter bei ihrem Vater bestattet,
welche in dieser Weise auch von unsern Texten A, B, H erwähnt
werden.
Das Martyrium soll in der Kreuzigung4 kopfabwärts, d. h.
nach petrinischer Art, bestanden haben, wie C und E überliefert,
andere Texte sprechen nur von einem Martyrium, ohne die Art
näher anzugeben (D, H unter Domitian), oder von einer Kreuzi-
gung schlechthin (F, G, Lb, Sd). E läßt ihn nach unten an einem
Pfahle gekreuzigt verbrannt werden. Lb und Sd5 wissen noch
von einer Steinigung zu berichten. Auch einige Texte der grie-
chischen Menologien (F und verwandte) verschmelzen einen Teil
der Philippusakten (ptQagig ß' und g)Cl, wo von einer Mission
des Philippus in Griechenland (Athen und Nikatera) die Rede
ist, mit dem Martyrium, und stellen die Hellenen als die Voll-
1) Nach den syrischen Philippusakten predigte er in Karthago (ed.
W. Wright, Apocryph. Acts of the Apostles. Vol. II. London 1871 p. 69).
2) Lipsius a.a.O. 112, 52. Eine andere Weiterbildung der griech.
Akten bieten die koptischen, J. Gruidi, Giornale della societä asiatica
italiana Vol. H 1888 pag. 29.
3) Bei Euseb. h. e. IE 31, 4 (ed. Schwartz, 266, 3—5).
4) Nikephor. Call. h. e. II 39 (Migne Patr. gr. 145, 861 B) erzählt,
daß er wie ein Schlachtstück ini rivoq y.iovoq y.axb. xs(fa?.r]q aufgehängt
wurde (cfr. Text E). Das Menol. Basüii iniper. (Migne 117, 161 A) er-
wähnt: xQSfxäxai . . xaxa xe(paXtj^. Der Metaphrast c. 10 (Migne 115, 196)
läßt ihn eingesperrt, gegeißelt und mit Seilen gehängt werden.
5) Sd nennt nach einer zweiten Quelle, wie er angibt, als Ort des
Martyriums: Mabboug in Phrygien, wo er zuerst gesteinigt, dann ge-
kreuzigt worden sein soll.
6) ed. M. Bonnet II 2, p. 3 und 26.
7. Die Nachrichten über die 12 Apostel. 269
zielier des Kreuzigungstodes dar. Jedenfalls geht der Bericht
über die Kreuzigung auf die Akten c. 133 1 zurück.
Die Kunde von der Verbrennung des gekreuzigten Philippus
(E, HS d1 von B) wird auch in dem äthiopischen certamen apo-
stolorum- wach erhalten, wo eine sekundäre Bearbeitung des Mar-
tyriums den Akten angefügt ist.
Sb erzählt noch weiter, daß Philippus 27 Jahre lang Apostel
war, und Lb spricht von seinen Natalicia am 1. Mai.
Da die Zeit der Abfassung der Philippusakten nicht fest-
steht, aber wohl nicht über das 5. Jahrh. hinabgerückt werden
darf, so ist damit für unsere Texte noch kein sicherer Anhalts-
punkt'' zur Datierung geboten, wenn wir die Stellung, wie sie
sich zu den Akten verhalten, in Betracht ziehen. Dennoch ist
eine Benützung derselben im Hippolyttext (C) nicht gerade ver-
trauenserweckend, zumal A und B von solchen Spuren frei sind.
Die späteren Texte gingen allerlei Kombinationen mit ander-
weitiger Überlieferung ein.
In einem ähnlichen Verhältnis wie AB : C stehen die latei-
nischen Texte Lb, Li, woran sich noch die irische Passion im
LeabharBreac anschließt, zu dem sog. Abdiastexte (s. VI)4, welcher
Philippus friedlich im S7. Jahre in Hierapolis sterben läßt. Lb,
Li und der weitere Zeuge dagegen lassen ihn wie die Akten das
Martyrium durch Steinigung und Kreuzigung erleiden.
§ 60. Bartholomäus.
Die Nachrichten über Bartholomäus, von welchem noch
keine Akten gefunden wurden5, sind meist den Philippusakten
entnommen, als dessen Begleiter er in Hierapolis wirkte und
1) ed. M. Bonnet II 2, p. 64, 3; c. 137, 13S (p. 70, SS).
2) Lipsius, Die apokr. Apostelgesch. II 2, S. 46. 48.
3) Eine Benützung vor dem Ende des 6. Jahrh. ist nicht nachweis-
bar; s. Lipsius II 2, S. 22.
4) Lipsius, Ergänzungshefli S. '■'• nach Atkinson, The I'assions
and the Homilies from Leabhar l'reac p. :!.~>6 — 358.
5) DievonA.Vasiljev zuerst veröffentlichten Quaestiones Hartholomaei,
wie auch die passio Bartholornaei scheinen Reste von Barth. -Akten zu sein,
vgl. Alb. Ehrhard, Die altckrisü. Literatur usw. I L66f.
270 Scherinann, Propheten- und Apostellegenden.
zuletzt in Lycaonien den Märtyrertod starb1. Daneben sind
verschiedene Lokallegenden im Umlauf gewesen-; eine nestoria-
nische, welche ins bosporenische Reich und an den Pontus weist,
und eine großarmenische Nationalsage, welche das Martyrium
in Arbanopolis lokalisiert. Die von Eusebius (h. e. V 10, 3)3 über-
lieferte Sage läßt ihn nach Indien kommen.
1. Die Missionstätigkeit des Bartholomäus wird zumeist nach
dem Gebiet der 'ivöol tvöalfioveg4 verlegt, wo er das Matthäus-
evangelium in die Landessprache übersetzte5 (ABCFGHLi). Da-
neben berichtet E von einer Wirksamkeit in Parthien6, Lb und
Li nach der Tradition der Philippusakten in Lycaonien, während
unsere Syrer7 insgesamt ihn in Armenien predigen lassen (und
zwar Sd drei Jahre lang, Sb im innern Armenien). Auch Moses
von Khorene8 läßt ihn in Armenien wirken.
2. Tod und Martyrium. Nach A und B starb Bartholomäus
eines natürlichen Todes in Arbano- (Albano-, Korbano-, Urbano-)
polis in Großarmenien und wurde dort begraben. H läßt ihn
einfachhin in Indien bestattet sein. Alle andern Texte sprechen
von einem Martyrium der Kreuzigung (nach unten: D, C9; auf-
1) Phil.-Äkten c. 137 ed. M. Bonnet [Acta apost. apocr. Part. alt. vol.
alt., Lipsiae 1903, p. 69, 15].
2) Couard, Altchristi. Sagen über das Lehen der Apostel in Neue
kirchl. Zeitschrift XV 1904, 486 f.
3) ed. Schwartz p. 450, 25. 27. Ebenso die passio Barthol., deren
griechischer Text nur „eine schlechte Übersetzung des lateinischen ist".
Aber auch das „Martyrium" ist jünger als der Abdiastext s. A. v. Gut-
schmid, Die Königsnamen usw. S. 173; derselbe, Kleine Schriften IT 348ft'.
4) Auch im Menol. Basilii (Migne 117, 493 D) zum 11. Juni. Ob
damit das glückliche Arabien oder Indien gemeint s. C. Schmidt in HRE
II3, Leipzig 1897, 420 Zeüe 35 ff. Niket. David Paphl. or. X in laud.
Barthol. (Migne 105, 208 A: Arabes felices, Indier und Äthiopier.
5) Cfr. Euseb. h. e. V 10, 3.
0) Bei syrisch. Schriftstellern spätem Datums zu Hause, s. Lipsius
a. a. O. II 2, 62. Auch in der armen, vita Barth, herausgeg. von M 5 -
singer, Insbruck 1877, Lipsius II 2, 58.
7) Auch in dem syr. Text des „transitus Mariae", Lipsius II 2, 61.
8) Gesch. Armeniens 1. H c. 34 (cfr. Cureton, Ancient Syriac Docum.
p. 137). Barthol. wurde in der Stadt Arep an gemartert. Kellner, Theol.
Quartalschr. 1905, 603.
9) Die Kreuzigung xava zeq)a).ijq auch bei Josephus Rhetor (Lipsius
II 2, 105); aber nicht bei Nik. David or. X in laud. S. Barthol. (Migne
i. Die Nachrichten, über die 12 Apostel. 271
recht F, E, durch König Herstion oder Hirustani : Sb, Sd). Hier
sind offenbar die Philippusakten (c. 137) Vorbild, welche ihn
ebenfalls des Kreuzestodes sterben lassen. Daneben wird aber
eine Art des Martyriums in Lb, Li als Geiselung oder Enthäu-
tung, so daß seine Haut wie ein Lederschlauch wurde, (einige
HSS von C und G) mit folgender Enthauptung nach Art des Paulus
angegeben. All diese Angaben sind späteren Datums; ursprüng-
lich waren die Arten der Enthauptung oder Enthäutung gesondert
überliefert, wie in dem Encomium des Theodorus Studites, später
wurden sie kombiniert, wie in der lateinischen Übersetzung des
soeben genannten Encomiums bei Anastasius Bibliothecarius ', so
daß er noch jcqo xriq Cg>ayr}Q enthäutet oder nach der Lesart
von Lb noch gegeißelt wird2. Das lateinisch-griechische Marty-
rium läßt ihn auch zuerst mit Ruten gestrichen (fustibus caedi,
gr. (xxßdiCsGfrai), so daß die Haut abgeschunden wird, und dann
enthauptet werden3.
Als Vollstrecker des Martyriums wird in Lb König Astarges4,
in Sd Herstion, in Sb Hirustani genannt. Die Bestattung er-
folgte am Orte der Hinrichtung oder des Todes (ABCHLb, Li
Sd, in der Kirche, welche er erbaut hatte Sb). Nach Lb werden
seine Natalicia VIII Kai. Septembris gehalten.
Jünger als das 6. Jahrh. scheinen alle Texte zu sein mit
Ausnahme von A und dem abhängigen B; denn alle partizipieren
entweder an den Nachrichten der Philippusakten, deren Alter
105, 209 V\ auch, nicht bei Nikeph. Call. h. e. II 39 (Migne 115, 861 B— C)
uq&ioq (= F, E). Dagegen im Menolog. Basil. imp. (M 117, 1(31 A) mit
Philippus: xQE^iäiUL 6 BaQ&oloiiaToc' xaxa xe(falrjq and xov xtl%ovq.
Nach dem Metaphrast. zum 1-1. Nov. c. 11 u. 13 (Migne 115, 196 B. 197 B-
wurde er in Hierapolis gekreuzigt.
1) Lipsius II 2, 101 f.
2) Wie in Abdias Lipsius II 2, 101; Gutschmid S. 173.
3) c. 9 (ed. Bonnet II 1 p. 149, 3 und IS: xal ovzcog ^xöaQ&hra
unox£<fa?.io&r}rai avxöv. Die Legende der koptischen Akten von der
Wirksamkeit in Äthiopien und Ägypten und der armenischen Akten von
jener in Aden und die daran anschließenden Martyrien iin einem Sack
ins Meer geworfen kopt., von 6 Männern mit Knütteln geschlagen armen.!
ist unsern Texten fremd.
4) A. v. Gutschmid a. a. 0. S. 176 stellt die Schreibweisen des Na
zusammen. Er sucht an der Hand des spaten Martyriums die Geschicht-
lichkeit dieser Persönlichkeit zu erweisen und will darin Artaxias (f 35
n. Chr.) erblicken. Die Beweisführung ist nicht überzeugend.
272 Scherniann, Propheten- und Apostellegenden.
zwar unsicher, aber deren Benützung vor dem 6. Jahrh. nicht
nachweisbar ist, oder an dem lat.- griechischen Martyrium, das
ebenfalls nicht vor Ende des 6. Jahrh., wenn nicht bedeutend
später angesetzt wird, oder an der syrischen Tradition1, welche
auch nicht höher als das angegebene Jahrhundert hinaufgeht.
§ 70. Thomas.
Die von Thilo, dann von M. Bonnet herausgegebenen jceql-
oöol Ocofia1 setzen die Legende von der indischen und edesse-
nischen Wirksamkeit des Thomas voraus. Leider sind uns die
ursprünglich gnostischen Akten nur in katholischer Überarbei-
tung erhalten3.
1. Name und Missionstätigkeit des Apostels. Neben Thomas
wird auch sein Name Didymus (Zwilling Joa. 11, 16; 20, 24) ge-
nannt, welcher wohl nur eine griechische Übersetzung des he-
bräischen Wortes ist. Daneben wird ihm in der edessenischen
Tradition auch der Beiname Judas gegeben, als ob „der Apostel4
Judas Jacobi, der dabei wohl als Zwillingsbruder des Jacobus
Alphäi vorgestellt ist, den Beinamen Thomas erhalten habe".
(D 6 xal 3lovöaq, EF 6 xcu Jlövfiog.) Die Benennung qui et
Didymus erklären Lb und Li mit: hoc est Christo similis oder
Christi geminus ac similis Salvatori. Dagegen leitet eine Glosse
einer Jüngern HS d1 von Text B das Epitheton „Didymus" aus
der Begebenheit her, daß Thomas wirklich ein Zwilling war"1,
1) Die koptischen Akten des Bartholomäus lassen ihn mit Andreas
bei Parthern und zuvor bei den Menschenfressern predigen; s. J. Guidi,
Gli atti apocrifi etc. in Giornale della societä asiatica italiana. Vol. II
1888, 46 ff.
2) Neu herausgegeben in Acta apostol. apocrypha ed. R. A. Lipsius
et M. Bonnet. Partis alterius vol. alterum. Lipsiae 1903, 99— 292. Vgl.
A. E. Medlcott, India and the Apostle Thomas. An inquiry with an
Critical Analysis of the Acta Thomae. London 1905, 304 pp. Vgl. Recen-
sion in The Journal of Theolog. studies VII 1906, 635 aus der Feder von
M. J. James.
3) Vgl. A. Ehrhard, Die altchristl. Literatur usw. S. 163 f.
4) Sieffert in HRE XV, Leipzig 1885, 569. Ebenso in den syrischen
Thomasakten. W. Wright, ApocryphalActsoftheApostlesVol.il p. 14»».
5) Vgl. Niketas David Paphl. or. VII in laud. S. Thomae (Migne
7. Die Nachrichten über die 12 Apostel. 273
und nennt gemäß einem „Historiographen" seinen Bruder Elea-
zarus. Offenbar ist diese Nachricht aus den Clementinischen
Homilien (II 1) genommen, wo derselbe Zwillingsbruder mit ihm
genannt wird. In einem sonst fast wertlosen Verzeichnis über
die „Heimat der 12 Apostel" wird ihm eine Zwillingsschwester1
unterschoben. Nach einigen HSS von Text A soll er aus Paneas2
in Galiläa stammen, nach Sm, Sd aus dem Stamme Juda, nach
Sb aus Jerusalem, nach D aus Nazareth.
Als Missionsgebiet geben ABCGHLi an: Parther, Meder,
Perser, Hyrcaner, (Germanen3), Baktrer, Marger4, Lb, Sm, Sd, Sb,
Se nennen nur Parther und Meder. In der weitern Angabe,
daß Thomas in Indien gewirkt habe5, sind so ziemlich alle Texte
einig. Mit der Erwähnung der soeben genannten Völkerschaften
scheinen unsere Texte an der Spitze einer Tradition zu stehen,
welche Lipsius in das 7. Jahrh. versetzt und die später noch bei
Barhebräus nachwirkt, der in seinen längern Exzerpten aus
den Akten von dessen Predigt unter den „Parthern, Medern,
Karabäern, Baktrern, Margern und Indern" spricht. Niketas
Paphlago'', Simeon Metaphrastes, Nikephorus Callisti h. e. II 40,
also jene Schriftsteller, welche als die ständigen Vertreter der
in den Apostelverzeichnissen vorhandenen Tradition auftreten,
erzählen demnach von der Mission des Thomas bei den Parthern
und den darüber hinausliegenden Ländern, bis Äthiopien, d. h.
Indien und Ceylon".
Patr. gr. 105, 132 A: diSifxoq 6b xex/.ijo&at, rw [x>/ /idrov, /ue&' ersQov fä
xovxov £x /mag anoxeyßfjvai yaozgög.
1) Lipsius a. a. 0. I 245, 247.
2) Nach der doctrina Addaei ist Paneas die Geburfcsstadt des Addai,
der manchmal mit Thomas verwechselt wird. Lipsius I 271.
3) Wohl ursprünglich Kaßfiavoig.
4) HSS Mayoig: s. hiezu Lipsius I 245.
.1) Auch in der syrischen doctrina Apostolorum (ed. W. Curetoii,
Ancient Syriac Documents 1804 p. 33); ebenso nennt Niketas David (136 ü,
HOB, C) und Nikephor. Call. h. e. II c. 40 (Migne Patr. gr. 145, S61 D)
neben Äthiopien und Indien auch Parther, Meder (864 A).
6) Nicht aber das Menolog. Basilii am 6. Oktober (Migne 1 17. 93 A).
welches nur von der Mission in Indien spricht. Der Metaphrast zum
0. Oktob. (Migne 116, 559).
7) Nik. Call. (864 B) nennt als äußerste Grenze seiner Mission die
Insel Taprobane bei den Brahmanen.
Texte u. Untersuchungen etc. 31, 3 18
274 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
Die Mission in Parthien beruht auf alter Tradition, welche
schon bei Origenes1 angetroffen wird. Wie sich hieran die
übrigen Völkerschaften in unsern Texten anschlössen, läßt sich
nicht sagen; jedenfalls sind dieselben die ersten Träger dieser
Überlieferung, welche deshalb nicht mit Sicherheit in das 7. Jahrh.
versetzt werden muß. Beachtung verdient, daß unsere zwei zu-
verlässigsten Texte A und B der Mission bei den Indern, welche
sonst alle übrigen Zeugen gemäß der vom 4. Jahrh. an2 gang-
baren Tradition nachdrücklich betonen, nur vorübergehend ge-
legentlich der Beisetzung des Apostels in Kalame in Indien
Erwähnung tun. So dürften unsere Texte A und B nur eine
Weiterbildung der ältesten Nachricht von der Mission in Par-
thien sein.
2. Tod und Martyrium. Von einem Märtyrertode des Thomas
weiß die älteste Überlieferung noch nichts. Der Gnostiker Hera-
kleon3 läßt ihn eines natürlichen Todes gestorben sein; ebenso
berichtete Text A ursprünglich einfachhin exoifi^&rj (eine HS
fügt bei {laQTVQrjöaq xal Ixtl eracpi] evöo^coc) und Text B: re-
Ztiovtai4. Die übrigen Texte sprechen alle von einem Martyrium,
und zwar HSmSe, ohne die Art desselben anzugeben, während
CEFGLbLiSdSb gleich den Akten die Durchbohrung mit einer
Lanze5 überliefern. Wohl infolge Verwechslung mit Bartholo-
mäus berichtet eine HS von Text D reXziovrcu jisgidageig^,
die andere dagegen Zoyx8V&£l? vjio JtaQavoficov ccvöqcöv. Der
Hippolyttext spricht davon, daß Thomas in vier Stücke zerrissen
1) Bei Euseb. h. e. III 1 (ed. Schwarte p. 1S3, 3). Weiterhin in
den Clem. Recogn. 1X29 usw. s. A. v. Gutschruid, Die Königsnamen in
Rhein. Mus. N. F. XIX. Jahrg. 162.
2) Zuerst bei Gregor Naz. or. 33 n. 11 (Migne Patr. gr. 36, 228 C);
ebenda Lipsius I 227. Vgl. Sieffert in PRE XV, 569.
3) Bei Clem. Alex. Strom. IV 9, 71 und 73 (ed. 0. Stählin 1906,
280 f).
4) Die HS Bb fügt in Text A bei: Xöy/jj dvai^eO-sL, ebenso in Text
B die 21 *, welche offenbar auf eine spätere Glosse zurückgehen.
5) Acta Thomae c. 104 (Bonnet II 2 p. 278, Zeile 4. 13 ff und W.
Wright, Apocryphal Acts of the Apostles Vol. II p. 295). Ebenso Niket.
Dav. Paphl. or. VII (Migne 105, 144 A) und Menolog. Basilii imperat.
(Migne 117, 93 A): fxezä töjv Hovxagicjv ^ch'jSarve^ anexienav; Nik. Call,
h. e. 11 40 (864 A).
0) Lipsius I 274. 276.
7. Die Nachrichten über die 12 Apostel. 275
worden sei1, was Lipsius auf eine mißverstandene Stelle der
TtEQtoöoi zurückführt.
Der Name der Stadt, wo Thomas starb oder das Martyrium
erlitt, wechselt zwischen: KaXakulv?] (A), Ka/.aiiiru (E), KaXainj
ri\ Xtyontvy] (B), KcO.aidxi] (G), IlaXaurjuz (D), KaXafiijvrj (C1),
( alaminica Lb, Calamia Li, Calamina Sm, Sd, Se. Thilo glaubte,
daß darin ein griechisches Wort verborgen sei und daß der
Name den Darstellungen des Thomas mit dem y.aXa{uoq, oder
Meßstabe2 seine Erfindung verdanke. A. v. Gutschmid:5 dagegen
weist nach, daß xa KaXctfia ein Dorf an der Küste Gedrosiens
war, wie noch heute der dortige Fluß Kaiami (oder Kurmut)
heiße. Der Name dieses Ortes findet sich' nicht in den Akten4.
Die Aufbewahrung des Leichnams geschah nach A Lb und
Li ebenda in Calamina, HG dagegen und die Syrer Sm, Sd wissen
von einem Transport oder einer Überführung nach Edessa der
Osrhoene. Sb nennt sogar einen gewissen Haban5, der den
Apostel dorther verbrachte, und berichtet zugleich von einer zweiten
Tradition: „iuxta alios in Mahluph, urbe regionis Indorum, se-
pultus est".
Die syrische Tradition von dem Grabe des Apostels in
Edessa 6 findet sich zuerst in der vita Ephremi und dann noch
öfters, Barhebräus verlegt die Transferierung des Leichnams
unter Bischof Eulogius (3S7 — 396). Die angebliche Stadt Mah-
luph in Sb ist wohl nach der Tradition der Thomaschristen mit
Mailapar zu identifizieren".
1) Cfr. Acta Thomae c. 165 (ed. Bonuet II 2 p. 27S Zeüe 21 und 279
Zeile 19). Lipsius I 245.
2) Cfr. Acta Thomae c. 13 (ed. Bonnet II 2, 127, 6) 6 nnöato?.og
xäla.uov Xaßibv Sieydgaaaev tiexoCov zbv xönov.
3) Rhein. Museum XIX. Jahrg. 106. 168, infolge der historischen Züge
spricht Gutschmid von der Entstehung der Thoniaslegende in Indien im
1. oder 2. Jahrh.
i'agegen -wiederum bei Niketas Paphlago, Symeon Metaphrastes.
Vgl. Lipsius I 245.
5) Der Kaufmann Habbän spielt in dem ersten Akt der sj'rischen
Thomasakten die Hauptrolle, s. W. Wright, ApocryphaJ Acts of the
Apostles, Vol. II p. 146 ff, der bekehrt wird und Thomas zum Eönig Güd-
aaphar bringt (Güdnpr oder Güdnfn.
6) Sieffert in HRE XV* 569.
7) Lip Bius r J:> n. 284.
L8
276 Scherniann, Propheten- und Apostellegenden.
Unsere Texte A und B scheinen in mancher Beziehung die
ersten Zeugen einer Tradition zu sein, welche sicher datierbar
erst bei Niketas David Paphlago in der zweiten Hälfte des
9. Jahrh. auftritt, so betreffs der Nachricht von der Wirksamkeit
des Apostels bei den verschiedenen Völkerschaften und dessen
Tod in Kalamina.
§ 71. Matthäus.
Den Nachrichten über Matthäus liegen meist Lokaltraditionen
zugrunde.
1. Herkunft des Matthäus, Verfasserschaft des Evangeliums.
In A wird als Heimat des Apostels Jerusalem angegeben, in
den syrischen Texten Sm, Sd, Sb Nazareth im Stamme Issachar.
Die Identifikation mit Levi und dem Bruder des Jacobus Alphäi
(Mc. 2, 14), welche in F, Lb, Li erwähnt werden, beruht auf der
Berufungsgeschichte des „Zöllners"1. Die Niederschrift des
Evangeliums tßgcuöi öiaZextcp (ABCG) scheint auf die Mitteilung
bei Eusebius h. e. III 39, 15 2 zurückzugehen. Als Übersetzer3
des hebräischen Evangeliums in die griechische Sprache werden
Jacobus der Herrnbruder (A) und Jacobus Zebedäi (G) genannt.
Es fand nach B in Jerusalem Verbreitung. Matthäus predigte
in Judäa (Lb, Li), Palästina (Sd, Sb, Sm)4, in Macedonien (Lb.
Li), in Tyrus und Sidon (Sb).
2. Tod und Martyrium. Wenn ihn auch eine Anzahl von
Texten (ABE5, Sd, Sm, Sb, Se) eines natürlichen Todes sterben
lassen, so sind sie ebenso uneinig in der Angabe der Stadt;
1) s. Ad. Jülicher, HRE XIP, Leipzig 1903, 428 Zeüe 50 ff und oben
unter dem Kapitel: Die Apostellisten. Th. Zahn, Einleitung in das N. T.
2. Aufl. IL Bd. S. 263 f.
2) Auf Papias c. 130 beruhend. S. hierüber Jülicher HRE XII,
S. 429, Zeile 38 ff und die dort angegebene weitere Literatur.
3) Ebenda bei Papias: i}Qf/.}']vevoe d' avia a>g i)v Svvaxöq sxaoto:.
Vgl. Jülicher S. 431 Zeüe 10 f.
4) Nach den syrischen Akten predigte Matthäus im Lande der
Menschenfresser mit Andreas, s. W. "Wright, Apocryphal Acts of the
Apostlea Vol. II 93, wobei noch die Verwechslung TiQÜisiq 'Avögeov xai
Maz&slov mit Maz&aiov, wie in einigen griech. HSS, mitwirkte. Ebenso
bei Nikeph. Call. h. e. II 41 (Migne 145, S65 B). Auch im Menolog. Basüii
imper. (Migne Patr. gr. 117, 164 C) zum 16. Novbr.
5) Ebenso Menol. Basüii (164 C); in Hierapolis in Syrien.
7. Die Nachrichten über die 12 Apostel. 277
A: Hierapolis in Parthien, B: Hierapolis in Syrien (HS d1 in
Edessa), C: Hiereus in Parthien, D: Ere in Parthien, E: Eirene
in Parthien, F: Hierapolis in Syrien; ebenso G; Lb: in Persien,
Sm ebenso Sd, Se in Gabala, Sb in Antiocbeia in Pisidien; Sd
berichtet von einer zweiten Tradition, wonach er in Thabira in
Parthien getötet worden sei. Kein einziger Text spricht von
Myrne (Smyrna? oder Myrrnene?), wo nach dem „Martyrium
des Apostels" Matthäus wirkte1.
Ebenso sind die Berichte über seine Todesart2 weit aus-
einandergehend. Nach ABESm, Sd, Sb, Se starb er eines natür-
lichen Todes3, eine HS (D) von Text A dagegen, ebenso Text D,
E, F lassen ihn gesteinigt werden, während er nach G durch
Verbrennung gemartert wurde. Lb spricht allgemein von einer
passio, Sd weiß nach einer zweiten Überlieferung von einer Er-
mordung zu erzählen.
Noch mehr divergieren die Texte in den Nachrichten über
seine Beisetzung. Nach A liegt er in Hierapolis begraben, nach
HS d1 von Text B bei den Parthern, nach Lb, Li ebenfalls in
montibus Parthorum, nach Sm, Sd, Sb, Se in Antiocheia (in Pi-
sidien Sb).
Die Legende von der Wirksamkeit unseres Apostels in Persien
oder im parthischen Reiche ist zuerst bei den Lateinern des
4. Jahrh. Ambrosius, dann Paulinus von Nola4 zu finden , offen-
bar weisen unsere Texte auf eine Parallelüberlieferung in der
griechischen Kirche hin. Lipsius erkennt in ihnen fast die ein-
zigen, jedenfalls die ersten Zeugen. Die Todesstätte wäre dem-
1) ed. M. Bonnet, Acta apost. apocr. II 1, Lipsiae 1S98, p. 220, 6;
227, 2; 262, 3. Vgl. A. v. Gutschmid a. a. 0. S. 391 ff. Dagegen nennt
Nikeph. Call. h. e. II 41 (Migne 145, 865 B) die Stadt Mymiene. Der Meta-
phrast c. 5 und 6 (Migne 115, 820 E — B) nennt Hierapolis in Syrien.
2) Niketas David Paphl. or. XI in laud. S. Matthaei spricht nur von
einem Martyrium schlechthin in Hierapolis (Migne Patr. gr. 105, 233 A — B).
3) Auch Symeon Metaphr. c. 0 (Migne P. gr. 115, 820 B): iv eln^v^
TiQÖt; xbv rfjz elg^VTjg ära?.i6i Btöv. Die Geschichte des Matthäus stand
in der alten Metaphrastessammlung am 16. Nov. s. Alb. Ehrhard, Die
Legendensammlung des Symeon Metaphrastea und ihr ursprüngl. Bestand,
in Festschrift zum elfhundertjährigen Jubiläum des Deutschen Campo
santo in Rom; herausgeg. von St. Ehses, Freiburg IS! '7, 17 II.
4) Zuerst zusammengestellt von Tillemont, Mem. eccles. I 386; A.
v. Gutschmid a. a. 0. S. 389; Lipsius II 2, 125 f.
27 S Scherniann, Propheten- und Apostellegenden.
gemäß nach Hierapolis iu Parthien, oder, wie B besser sagt, in
Syrien zu verlegen, d. b. nach Mabng am Euphrat. Ebenda
scheint auch die Legende von der Steinigung lokalisiert zu sein1.
Der Feuertod beruht auf Entlehnung aus dem katholischen
..Martyrium1'2. Die äthiopische Matthäuslegende ist unseren
Texten ganz fremd, trotzdem sie schon bei Rufin, Sokratn.s
auftritt3.
§ 72. Jacobus Alphäi.
Wie das Martyrium und andere xAngaben unserer Texte
dartun, wurde Jacobus Alphäi mit Jacobus dem Gerechten, dem
Bruder des Herrn, als eine Person angesehen. Infolgedessen
hatte Text B (Ps. Dorotheus) ihn überhaupt nicht unter di«
Zwölfe aufgenommen, trotzdem er mit dem vollen Namen Ja-
cobus Alphäi in den 4 Apostelverzeichnissen genannt ist4, son-
dern als ersten der 70 auf Grund von Euseb. h. e. I 12. 45 auf-
geführt.
Als eigene Persönlichkeit mit eigenem Martyrium schildern
ihn D, F und die syrischen Texte. In Text F dagegen scheint
man eine wenig greifbare vita für Jacobus Alphäi gemacht zu
haben, da daneben Jacobus der Herrnbruder als 14. Apostel die
Überleitung zum Jüngerverzeichnis bilden mußte. Demgemäß
seien zuerst die Nachrichten über Jacobus Alphäi zusammen-
gestellt.
D erzählt, daß Jacobus Alphäi in India der Marinarica (die
Schenkel gebrochen wurden) gerädert wurde; E dagegen, daß er
in dem afrikanischen Indien gesteinigt wurde'1; F" dagegen, daß
1) Lipsius II 2, 130 Anm. 1.
2) c. 19 ed. Bonnet Acta apost. apocr. II 1, S. 242, 11; c. 22 (S. 248, 8).
3) Lipsius II 2, 130. A. v. Gutsehniid, Rhein. Mus. XIX 389 sucht
dein Text des Abdias VII. Buch über die Wirksamkeit des Matthäus in
Abessinien und Äthiopien an der Hand der Namen der Könige historische
Glaubwürdigkeit beizumessen.
4) Vgl. Sieffert in HRE VIH3, Leipzig 1900, 573 Zeüe 42 f.
5) ed. Schwartz p. 82, 15 f.
6) Diese Angabe der Todes art beruht auf Verwechslung mit Jacobus
dem Hermbruder.
7) Ähnlich Menolog. Basilii imper. (Migne Patr. gr. 117, 100 B— Q
am 9. Oktober. Jacobus Alphäi predigte Juden und Heiden. Er wurde
grausam gemartert, ziüetzt mit Ruten zu Tode gepeitscht.
.. Die Nachrichten üher die 12 Apostel. 279
er den Heiden predigte und gekreuzigt wurde. Sämtliche Syrer
haben eine eigene gemeinsame Tradition, wonach Jacobus Alphäi
aus dem Stamme Manasse war, (in Kaliinikien, Circesium und
Thadmor predigte Sd, Sb), eiue Kirche in Bathua-Sarug erbaute,
ebenda starb und begraben liegt.
Die syrischen Zeugen sind als Repräsentanten einer eigenen
Tradition zu achten. Von den angeführten griechischen ist jeder
nur per nefas als solcher einer griechischen Überlieferung zu
betrachten, da alle Angaben meist auf Verwechslung beruhen.
Die Predigt in der Marmarica und Afrika ist wohl von dem
Martyrium des mit Thaddäus und Simon Cleopha identifizierten
Apostel Judas übertragen1. Diese Verwechslung findet sich denn
auch bei Xiketas David Paphlago"2 und (Jsikephorus h. e. II 40 3),
also in der 2. Hälfte des 9. Jahrhunderts. Ganz und gar hat H
seine Notizen aus der vita des Jacobus des Gerechten genommen
und nur unter dem Titel Jacobus Alphäi ausgegeben, wenn er
ihn den zwölf Stämmen in der Zerstreuung predigen und dann
in Judäa begraben sein läßt.
Syrien4 scheint es sich demnach als Verdienst anrechnen
zu dürfen, den Alphaiden von dem Herrnbruder unterschieden
zu haben. Denn schon im 2. Jahrh. war man darüber strittig5.
Und in der Folgezeit werden meist nur zwei Jacobi unterschie-
den, der Zebedaide, welcher von Herodes enthauptet wurde, und
der Gerechte.
Wir haben es in der griechischen Tradition nur mit Jacobus
minor, dem „Herrnbruder" (Marc. 6, 3; Mt. 13, 55; Galat. 1, 19 usw.),
dem Haupte der hierosolymitanischen Gemeinde (Apg. 12, 17;
15, 13: 21, 15) zu tun. Unsere Texte A und B scheiden zwar
die Personen, so daß der Herrnbruder unter die 70 fällt, über-
1) Ebenso der Kreuzestod in F.
2) or. VIII in laud. S. Jacobi Alphaei (Migne Patr. gr. in."., 157 C):
Eleutheropolis, Gaza, Tyrus; (160 A—B): Ägypten, Ostraldne.
3) -Migne Patr. gr. 145, S'it B. Alfl .Missionsstationen sind angegrt'cn:
Gaza, Eleutheropolis und Umgebung, Ägypten und die Stadt Ostrakine,
wo er gekreuzigt wird.
4) Wie dies auch in den ap. Constit. II 55, VI 12, 13 und sonst in
der syr. Literatur der Fall ist, Vgl. Sieffert HRE VIIP, 514, 57 und
Lipsius II 2, 23a
I 'lein. Alex, im 0. Buch der Hypotyposen bei Euseb. h. e. II 1. 5
(ed. Schwartz p. 104, 11. 14) und Strom. 7, 93. 94. Sieffert 574 Z. 51.
2S0 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
tragen aber ganz und gar die vita des Jacobus minor auf den
Alphaiden. Die Berichte unserer Texte beruhen fast wörtlich
auf der Tradition, welche Hegesippus im 5. Buche seiner vjio-
fWTjfiata1 erhielt, und teilweise auf jener, deren Favius Josephus
gedenkt (antiqu.XX9, 1), der von einer Steinigung2berichtet. Unsere
Texte übernahmen die Nachricht, daß Jacobus vom Tempeldache
herabgestürzt und dann von einem Walker erschlagen wurde,
von Hegesipp3 (FGLbSb), die Steinigung dagegen von dem jü-
dischen Geschichtsschreiber (ACHLb). Manche Lb und Sb ver-
mischen beide Berichte und lassen ihn zuerst vom Tempeldach
gestürzt, dann gesteinigt und endlich erschlagen werden. Sein
Grab beim Tempel (ACLb) erwähnt ebenfalls Hegesipp.
Historische Anhaltspunkte zur Datierung einiger Texte, wie
D und E, sind in der Übertragung des Missionslandes des Simon
Cleophae auf Jacobus Alphäi zu erkennen, wozu Parallelen erst
aus dem 9. Jahrh. bekannt sind.
§ 73. Simon Zelotes (Cananäus) und Simon Judas.
Welch große Verschiedenheit in der Identifikation so mancher
Apostel herrschen kann, zeigt Text A, in dem sich betreffs des
Simon Zelotes drei Handschriftengruppen unterscheiden lassen.
HS A kennt überhaupt nicht den Simon Zelotes, HS B (b) hatte
infolgedessen die vita des Simon Zelotes einfachhin wörtlich aus
Text B (Ps. Dorotheus) übernommen, die jüngere HS hatte Simon
Cleophae (= Ps. Hippolyt, Text C) eingeschaltet. In den übrigen
Texten ist eine Verwechslung zwischen Simon Zelotes und Simon
Cleophae, auch Judas Thaddäus4 festzustellen. Da wir für die
vita des Simon Judas5 sichere geschichtliche Anhaltspunkte haben,
1) Euseb. h. e. II 23, 4—6 (ed. Schwartz p. 166, Off).
2) Der Metaphrast zum 23. Okt. (Migne 115, 200) folgt in der vita
dem Hegesippus und Clemens.
3) Auch, bei Clem. Alesandr. im 6. Buch der Hypotyposen bei Euseb.
h. e. II 1, 5.
4) Das Menologium Basilii imperat. am 29. April (Migne 117. 4*2'.» Bi
identifiziert Simon Judas offenbar mit Thaddäus, indem ersterer in Edessa
und Mesopotamien gepredigt haben soll.
5) Das kopt., arab. u. äthiop. Martyrium identifiziert Simon Cleophä
mit Nathanael. s. J. Guidi in Giornale della societa asiatiea ital. Vol. II
1888 p. 20.
7. Die Nachrichten über die 12 Apostel. 281
so sei seine vita, trotzdem sie nicht hierher gehören würde, voran-
gestellt.
1. Simon qui et Judas (HSS BDFF1 von Text A, Text B
und C), Bruder des Jacobus und daher Sohn des Joseph ge-
nannt (F), qui et Cleophae (HSS DEFF1 von Text A, Text C, F)
(o xcu Klswjtaq). Er war nach dem Tode des Jacobus zweiter
Bischof von Jerusalem (HSS BDEFF1 von Text A, Text C, F),
wie dies auch Eusebius h. e. III 32, l1 berichtet. Er lebte 12« )
(nach den soeben genannten HSS und Texten) Jahre, entschlief
und wurde dort begraben (C). Nach andern Nachrichten2 (HSS
DEFF1 von Text A, HS D von Text C, Text F) wurde er unter
Trajan gekreuzigt, (nachdem er unter Domitian vergiftet werden
sollte F)3.
2. Simon Zelotes, qui et Cananaeus (o ajtb Kavä rrjg raXi-
Xaiag E, F)4, qui et Nathanael (F cfr. Joa. 21, 2: Nathanael von
Kana in Galiläa) predigte nach der einen Tradition in Maure-
tanien und Afrika (HS B von Text A, Text B, G, F) und wird
in Britannien gekreuzigt.
Eine zweite Tradition liegt in D, E vor, wonach er am
Bosporus und in Iberien gewirkt haben soll und dann durchs
Schwert enthauptet wurde. Die Tradition findet sich auch bei
dem Mönche Epiphanius5. Sie beruht auf armenischer Lokalsage
(Moses von Khorene)*'.
Eine dritte Tradition bieten die Syrer: Er predigte in Syrien,
in Aleppo, Mabboug bis Claudia (Sd), in Samosata und andern
Orten Syriens (Sb). In der Stadt Cyrus soll er eine Kirche er-
baut haben, wo er begraben liegt (Sd, Sb, cfr. Sm). Sm und Se
nennen seinen Sterbeort Hemath.
Besondere Aufmerksamkeit verdient noch die Nachricht
des Dorotheustextes, daß Simon Judas in Eleutheropolis und
1) ed. Schwartz p. 266, 19 f.
2) Nach Hegesipp hei Eusebius h. e. III 32, 3 (ed. Schwartz p. 268, 711').
3) Nikephorus Callisti h. e. II 40 berichtet dies von Jacobus Alplüii.
4) Über diese Erklärung des „Cananäus" s. Sieffert in HRE XVIIP
Leipzig 1906, 367 Zeile 5 f. Wie B, CI, F auch das Menolog. Basilii imper.
nm 10. Mai (Migne 117, 448 C).
5) ed. Dressel p. 67 f. Lipsius II 2. 143.
6) Lipsius II 2, 143.
282 Schemiann, Propheten- und Apostellegenden.
Gaza predigte und dann in Ostrakine1 starb. Diesen Bericht
übernahm die HS Bb des Textes A und verschmolzen ihn mit
der Wirksamkeit des 2. Bischofs von Jerusalem.
Auch hier ist wiederum für die Sage einer Predigt in Maure-
tanien Niketas David Paphlago der erste datierbare Zeuge2,
welcher auf das Alter von Text B3 und den übrigen Zeugen
kein gutes Licht wirft.
§ 74. Thaddäus Lebbäus und Judas Jacobi.
Die beiden Namen Thaddäus und Judas Jacobi wurden
bald identifiziert, wie schon von Origenes, bald als zwei ver-
schiedene Personen betrachtet. Auch Simon Judas wurde dann
weiterhin unterschieden, wie dies im Chronicon paschale der
Fall ist. Unser Text A hatte Judas den Herrnbruder und Simon
Judas als getrennte Personen behandelt, dagegen Judas Jacobi
mit Thaddäus Lebbäus identifiziert.
Nach den acta Thaddaei4 wirkte Lebbaeus qui et Thaddaeus,
der von Edessa der Osrhoene stammte5, daselbst zur Zeit des
Toparchen Abgar, dann in Mesopotamien6 und liegt in Berytus"
begraben. Das ist die griechische Bearbeitung der edessenischen
Abgarsage8, welche in diesen kurzen Angaben in A, C, H vorliegt.
1) Judas Thaddäus, wie Jacobus Alphäi wurden nach unsem Texten
auch in Ostrakine gemartert. Lipsius II 2, 150f.
2) or. XII in laudem S. Simonis (Migne 105, 244 D); Nikeph. Call,
h. e. II 40 (Migne 145, S64 D): Ägypten, Cyrene, Afrika, Mauretanien,
Libyen, bis Britannien, wo er gekreuzigt wurde.
3) Text A (in den unbeeinflußten HSS) bietet nicht Simon Zelotes.
4) ed. R. A. Lipsius, Acta apostol. apocrypha I, Lipsiae 1891, 273.
5) c. 1 (p. 273, 3j. Die koptischen Akten des Judas Thaddäus sind
wohl auf den acta Thaddaei aufgebaut und lassen ihn in Syrien und
Mesopotamien predigen; s. J. Guidi in Giornale della societä asiatica
italiana Vol. II 18SS, 21.
6) Acta Thaddaei c. 5 (ed. Lipsius I 276, 2).
7) Ebenda c. 8 (Lipsius p. 278, 10).
8) Vgl. Lipsius, Die apocr. Apostelgesch. II 2, 178 ff; dort weitere
Literatur. Niketas David Paphl. or. XIII in laud. s. Judae (Migne Patr.
gr. 105, 264 C, 268 A) und Nikeph. Call. h. e. II 40 (Migne 145, 864 D
zählten als Missionsländer auf: (Judäa. Galiläa, Samaria, Idumäa, Arabien i.
Syrien und Mesopotamien, dann Edessa, wo zuvor ein anderer Thaddäus.
einer der 70, gepredigt haben soll.
(. Die Nachrichten über die 12 Apostel. 2S3
Eine spätere syrische Tradition, vertreten durch die Schrift-
steller Amrus und Barhebräus1, und durch unsere Texte Sin, Sb,
Sd, Se unterscheiden den Apostel Judas Thaddäus von jenem in
der Abgarsage die Hauptrolle spielenden Addai oder Thaddäus,
der einer der 70 Jünger gewesen sein soll. Im Unterschied von
diesem letzteren soll der Apostel Märtyrer geworden und nach
den einen Nachrichten in Berytus, nach den andern in Arados
gesteinigt worden sein. Es liegt hierin wohl nur eine Abzwei-
gung der Abgarlegende vor, wie auch in der armenischen Tradi-
tion, wonach Thaddäus in Ararat in Armenien von den Un-
gläubigen mit Pfeilen durchbohrt wurde: F. Texte D und E
verlegen dagegen seinen Tod nach Rebek, wo er ebenfalls von
den Blemmyern mit Pfeilen erschossen wird.
Einzig steht eine Nachricht in Gr da, welche ihn in Edessa
predigen und in Ostrakene Ägyptens gekreuzigt werden läßt,
was wohl auf Verwechslung beruht.
Erwähnung verdient noch Text A, welcher Judas den Herrn-
brnder ausdrücklich von Thaddäus unterscheidet, den Verfasser
des katholischen Briefes, der in Judäa und Samaria predigte
und zwei Söhne hatte, Jacob und Zoker. Er starb in Jerusalem.
Die beiden Söhne erwähnt ebenfalls Epiphanius monachus in
der vita Maria2.
Bei den übrigen Texten BDEF3, welche Judas Jacobi nennen
und ihm eine Legende zuschreiben, ist letztere ganz auf die
edessenische Abgarsage zurückzuführen.
§ 75. Matthias.
Die Meinung, welche Lipsius4 über Matthias noch hatte,
daß über ihn keine selbständige Tradition herrschte, sondern
daß er nur durch Entlehnung oder Verwechslung mit andern
1) Lipsius II 2, 155.
2) ed. Dressel a. a. 0. p. 28. Vgl. Lipsius II 2, 159 Aimi. 1.
3) Das Menologium Basilü am 19. Juni (Migne 117, 504 C) spricht
dem Judas Jacobi Thaddäus die Abfassung des kathol. Briefes und die
Predigt in Mesopotamien, die Heilung des Abgar in Edessa zu. In Amt
wurde er gekreuzigt und mit Pfeilen erschossen.
4) Lipsius, Die apocr. Apostelgesch. II 2, 130 und 259. Couard,
Altchristi. Sagen usw. in Neue kircbl. Zeitschrift XV, Erlangen L904, 573 0 ';
ebenso Hauck, Art. Matthias Lrj IIKK XII:;, Leipzig 1903, 441 Zeile 41 f.
284 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
Aposteln, besonders mit Matthäus eine eigene vita erhielt, scheint
durch die Ausgaben der Acta Andreae et Matthiae durch C. Thilo,
Tischendorf und M. Bonnet1 umgestoßen zu werden: denn die
griechischen HSS der jtQaseig 'AvÖQtov ~/ai Mar&üov 'lesen
nicht Mar&aiov, sondern Mar&slov.
Nach dem Vorgange bei Eusebius h. e. I 12, 32 wird er in
unsern Texten bald einer der 70 Jünger genannt, bald gemäß
Act. 1, 23 einer der zwölf Apostel.
Auf die acta Andreae et Matthiae geht die Nachricht von
der Missionstätigkeit im äußern (oder ersten) Äthiopien oder im
Lande der Menschenfresser zurück3, wo der Fluß Phasis und die
Festung Hyssos ist (ABFE). Daselbst erlitt er auch das Mar-
tyrium4 (A, HS B von A in Sebastopol).
Eine Verwechslung dagegen mit Simon Zelotes scheint in B
vorzuliegen, wonach Matthias nach Britannien ging und dort
gekreuzigt wird. Eine HS desselben Textes B dagegen nahm
aus dem Martyrium Matthäi die Nachricht, daß Matthias von
dem König der Athiopen Buphnamos5 gemartert und von dem
Bischof PlatoG begraben wurde.
Die übrigen griechischen und lateinischen Texte lassen ihn
in Jerusalem oder in Judäa wirken (C, H, Li, Lb). Unbekannt
ist sonst die syrische Überlieferung, wonach Matthias in Griechen-
land und Sizilien gewirkt habe, dort gestorben und begraben sei
(Sb), oder daß er in Seleucia eine Kirche erbaut habe, worin er
seine Ruhestätte fand (Sd). Letztere Angabe von einer Mission
in Persien ist auch dem äthiopischen certamen apostolorum
eigen".
1) Acta Apostol. apocr. II 1, Lipsiae 1898, 65; vgl. C. Thilo, Acta
SS. Apostolor. Andr. et Matthiae, Halis 1846 p. 1 liest Mcczd-lov; ebenso
C. Tischendorf, Acta apost. apocr., Lipsiae 1851, p. 132 — 166.
2) ed. Schwartz p. 82, 5.
3) c. 1 ed. Bonnet III, 65, 7 f.
4) Niketas David Paphl. or. XIV in laud. S. Matthiae (Migne Patr.
gr. 105, 280 C, 281 D) und Nikeph. Call. h. e. II 40 (Migne 145, 865 Ai (= A).
Nach dem Menolog. Basilii imperat. am 9. August (Migne 117, 5S0A)
wurde er iv zy e|to Al&ionicc mit Qualen überhäuft, so daß er starb.
5) Martyr. Matthaei c. 5 (ed. Bonnet DI p. 221 Zeile 16: <PovXßav6$
oder Bov).(fafxvoq, BovXyavSQOZ p. 258, 5. 7).
6) Cfr. c. 30 (Bonnet n 1, 260 Zeüe 6 u. öfters).
7) Lipsius, Die apocr. Apostelgesch. I 274.
7. Die Nachrichten über die 12 Apostel. 2S5
Demnach würde Text A die ursprünglichste Tradition, welche
auf den Acta Andreae et Matthiae beruht, wiedergeben.
§ 76. Judas Iscarioth.
Die syrischen Texte Sm, Sd, Sb, Se, Ss verbinden stets die
Nachricht über Matthias mit jenen über Judas den Verräter,
der aus dem Stamme Dan (Sm, Sb, Ss) oder Gad (Sd) war, von
der Stadt Saquara (Sm) oder von dem Dorfe Scariot (Sd, Sb, Ss).
Nur Se berichtet weiter, daß er sich selbst erhängt habe.
Unser Dorotheustext hat im Anhang eine Erzählung aus
einem Fragment des Papias. welches auch Theophylakt benützte1.
Nach Zahns Untersuchung soll dasselbe zu dem Zwecke ent-
standen sein, die Berichte des Mi (27, 3 — 10) und des Lucas
(Apg. 1, 16 — 26) über das Ende des Verräters auszugleichen2.
In der Apg. wird in der Rede des Petrus die Erzählung über
das Ende des Verräters gegeben, wonach „Judas sich für den
Verräterlohn ein Grundstück kaufte. Dem Verräter platzte bei
einem Fall der Bauch, so daß seine Eingeweide verschüttet
wurden, und daß um deswillen jenes Grundstück bei der jerusa-
lemischen Bevölkerung den Namen ,Blutacker' führte1'. Die
Darstellung des Mt., wonach der Verräter mit einem Strick sich
selbst entleibte, hat ihren Typus in der alttest. Erzählung von
Achitophel, dem Verräter Davids: 2 Sam. 17, 23.
§ 77. Marcus der Evangelist*.
Die Abstammung des Marcus wird in verschiedenen Texten
sehr spezialisiert angegeben. In F wird er o XQ>]luaT^oa? v^
1) Gedruckt in der Catena in Acta S. Apostolorum (ed. Cr am er,
Oxon. 1838 p. 12 f). Aus Theophylakt zu Act. 1, IS in Patr. apostolic.
opera rec. v. Gebhardt, Harnack, Zahn. Fase. I part. II editio altera
appendix: Papiae fragnienta III, Lipsiae 1878 p. 93. F.X.Funk, Patres
apostolici Vol. I editio IL Tubingae 1901, p. 361 fragm. III. Beide Ab-
gaben nach der Textkonstruktion von Hi Igen fei d in Zeitschr. f, wiss.
Theologie 1875 p. 202 — 2t',r,.
2) Vgl. C. Schmidt, Art. Judas Iscarioth in HRE IX, Leipzig L901,
588, Zeile 56 f.
■ ) Als weitere Zeugen treten noch Ta = Abül-Barakäts oichtgriech.
Verzeichnis (Baumstark, Oriens christ. I) und Tb = Abül-Barakats kriech.
Verzeichnis (Baumstark, Oriens ohrist. II) hinzu.
2§ß Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
des Petrus genannt. Sb will wissen, daß er der Sohn der Frau1
des Petrus (offenbar vor der Verheiratung) gewesen sei, andere
dagegen, daß er der Sohn des Simon war, während seine Schwester
Rhoda hieß. Er hieß zuerst Johannes und zum Unterschied von
dem Apostel und Evangelisten sei er Marcus genannt worden.
Auch in Se wird er Petri discipulus et filius genannt. Kur
Text A weiß von seiner Heimat Kyrene in Libyen zu berichten.
Diese Nachrichten gehen teils auf Act. 12, 12, 25 usw.
zurück, wo der mit Paulus und Barnabas in Jerusalem und
Salamis wirkende Johannes stets o ejtixalovfiepoq MaQXog ge-
nannt wird, teils auf Act. 12, 12, wo die Mutter des Johannes
Marcus Maria heißt, und auf 1 Petr. 5, 13, wo Petrus von MaQXOq
6 vlog fiov spricht2. Aus „Akten des Marcus"3 stammt die
Notiz in A, daß er aus Kyrene stamme.
2. Wirksamkeit und Abfassung des Evangeliums. ADF4
lassen ihn von Alexandreia bis in die Pentapolis wirken, und in
ganz Ägypten5, wo er das ihm von Petrus überlieferte Evangelium
weitertradierte. Nach B, C, E, Se war er Bischof von Alexandreia
(B, E von Petrus eingesetzt, Se 12 Jahre lang). Nach G predigte
er den 12 Stämmen in der Zerstreuung in Ägypten, nach Sd,
Sb, Tb in Rom; nach Ta wirkte er zuerst in Barca, dann
Alexandreia, Kairo und Umgebung bis nach dem äußern Äthio-
pien. Sb dagegen gibt eine vollständige Chronologie. Zuerst
wirkte er mit Petrus in Rom; im 25. Jahre nach Christi Himmel-
fahrt schickte ihn Petrus nach Alexandreia, wo er dann seine
Mission bis Libyen und Tunis von Ägypten ausdehnte; dann im
9. Jahre des Claudius in der westlichen Pentapolis und in Barca,
1) In Sb soll es wahrscheinlich , wie bei Nikeph. Call. h. e. II 43
(Migne 145, 876 A) heißen: sororis filius (aöe?.(fiöoiq fflf IIlxQip).
2) Vgl. Jülicher, Artikel Marcus, in HRE XIP, Leipzig 1903, 289 f.
3) Lipsius, Die apocr. Apostelakten II 2, 332 (Cod. Vat. SOG); AA.
SS. April tom. III p. XL VI.
4) Ebenso Niketas David Paphl. or. XV in laud. s. Marci (Migne
Patr. gr. 105, 292 D) und Nikeph. Call. h. e. U 43 (Migne 14:», S70 A-B).
Das Monolog. Basilii irnper. am 25. April (Migne 117, 421 D) nennt Ägyten,
Libyen, Pentapolis.
5) Nach der syrischen Doctrina apostolorurn (ed. W. Cure ton. An-
cient Syriac documents, London 1804, p. 33) wirkte Marcus in Alexandreia,
der Thebais, in ganz Innerägypten, in der Gegend von Pelusium bis zu
den Grenzen von Indien.
7. Die Nachrichten über die 12 Apostel. 287
worauf er nach Alexandreia zurückkehrte, dort in Ägypten Kopten,
Nubier und Äthiopier taufte.
Allgemein wird die Abfassung des Evangeliums auf die
Mitteilung des Petrus zurückgeführt, A, F, G, Ta, und zwar nach
letzterem Text in Rom in lateinischer Sprache im 12. Jahre nach
Christi Himmelfahrt.
All diese Nachrichten haben eine Überlieferung für sich.
Die alexandrinische Marcussage reicht bis an das Ende des
2. Jahrhunderts1 zurück, und reicht durch die Hand des Eusebius
(h. e. IV 15) in vielerlei Texte über; ebenso hat die Abfassung
des Evangeliums nach den Lehrvorträgen Petri ihren ersten
Zeugen in Papias von Hierapolis bei Euseb. h. e. III 39, 152.
Gleich Tb berichtet auch Epiphanius haer. 51, 6, daß Petrus selbst
den Marcus nach Abfassung des Evangeliums nach Rom geschickt
habe3.
3. Martyrium. Nach A, F war er mit Seilen geschleift4
und von den götzendienerischen Heiden in der Gegend von
Bukolon (Rinderstall) verbrannt, wo seine Asche begraben liegt.
Seine xoifUjöig wird am 30. April angesetzt. Nach D wohnte
und starb er in den Capitana, offenbar einem Vorort Alexandreias,
und wurde begraben in den Bukola, mit Iuktor, wo alle Bischöfe
vor Theonas liegen. Daneben gibt D eine zweite Tradition, wo-
nach er von den Kalodiern erhängt, sein Leichnam aber nach
dem Tode dem Feuer übergeben wurde. Sd läßt ihn in Panös5
gemartert sein, Sb in Rom gestorben und begraben. Die andern
1) Schon die monarchian. Prologe zu Marc. s. Jülicher S. 290,
Zeile 17, vgl. Lipsius II 2, 323. In den Subscriptionen einiger koptischer
HSS ist als Missionsgebiet des Marcus angegeben: Alexandreia und das
weitere Ägypten, Pentapolis, Afrika, Äthiopien, Libyen s. Ad. Jacoby,
Studien zur kopt. Literatur in Recueil des travaux relatifs a la philologie
et ä l'archeologie egyptiennes et assyriennes vol. XXV, Paris 1903, 40ff.
2) ed. Schwartz p. 29o, Zeile 21.
3) Ebenso das vnöfxvrj^a des Ps. Sophronius in AA. SS. Junii toin V.
p. im.
4) Ähnlich bei Niketas David Paphl. or. XVI in laud. S. Marci
i Mi-ne 105, 3oii Aj und Nikeph. Callisti h. e. II L3 (Migne 145, 876 B),
wonach er zum zweitenmal zu Tode geschleift wird, wie auch nach dem
Menol. Basilii (Migne 117, 1 _* l \).
5) Pharos bei Alexandreia in den Akten, im iithiop. certamen apo-
stolorum (ed. Mal an p. 18] — L87) and im arab. Synaxarium.
288 Schemiann, Propheten- und Apostellegenden.
Texte berichten nichts von seinem Tode; dagegen der späte
Araber Tb ausführlich: Die Ungläubigen schleppten ihn am
2. Paschatage1 mit dem Antlitz zu Boden gekehrt durch Alexan-
dreia, bis er am 30. Barmüdah, d. i. am 29. Nisän unter Tiberius
starb. Nach andern dagegen sei sein Leichnam verbrannt wor-
den; nach weitern Nachrichten sei er in der östlichen Kirche
am Gestade begraben gewesen, bis Venetianer den Leichnam
gestohlen hätten. Nur sein Haupt sei noch in einem Kloster
in Alexandreia verwahrt worden. Zu erwähnen ist noch die
HS f1 des Hippolyttextes C, welche ihn mit Lucas zuerst ab-
fallen und dann durch Petrus bekehrt werden läßt.
Auf die Akten gehen alle jene Texte zurück, welche Marcus
eines gewaltsamen Todes durch Schleppen mit Stricken und
nachfolgendes Verbrennen sterben lassen-. Die Abfassungszeit
der Akten setzt Lipsius3 in das 5. — 6. Jahrb. Die Venetianer-
legende4, nur in Tb, ist eine jüngere Schwester der von Aqui-
leja, und mag in der ersten Hälfte des 9. Jahrh. entstanden sein.
§ 78. Lucas der Evangelist.
1. Persönlichkeit und Mission. Gemäß Coloss. 4, 14 nennen
unsere Texte ihn meistens iarQoq. Hieronymus berichtet (de
vir. inl. c. 7) nach dem Vorgange bei Origenes5, daß der 2 Cor.
8, 18 erwähnte Bruder, welchen Paulus mit Titus nach Korinth
entsandte, Lucas sei, wovon Text G ebenfalls Kunde verrät. In
TextD wird er 'Avrioxtvg^, ebenso in Ta genannt. Nach Sb soll er
zuerst von Lazarus belehrt, dann von Philippus in Beröa getauft
worden sein. F nennt ihn dann noch einen Maler, wofür als
erster Zeuge Theodorus Anagnostes" betrachtet wird8.
1) Nach den Akten am Ostersonntag, am 24. April (20. Phannouthi).
2) Lipsius, Die apocr. Apostelgesch. II 2, 336—338.
3) Ebenda II 2, 345.
4) Ebenda p. 351 f.
5) P. Ewald, Artikel Lucas in HRE XI3. Leipzig 1902, 091 Zeüe 6 f.
6) Cfr. Euseb. h. e. III 4, 6 (ed. Schwartz p. 102 Zeile 20).
7) In der ersten Hälfte des 0. Jahrh., ferner im Menolog. Basilii
(Migne 117, 113 C), bei Nikephorus Call. h. e. I 1. Lipsius 11 2, 361.
Th. Zahn, Einl. ins N. T. 1000, p. 334 ff.
8) Daß Lucas der bei Lc. 1, 2 unbenannte Emmausjünger war, er-
zählen Tb, die späteren Menologien, Theophylakt. Simeon Metapbr d
7. Die Nachrichten über die 12 Apostel. 2S9
Seine Mission wird nach Rom, Italien und Griechenland
(A, G, Ta) verlegt, oder xaza ütäöav tijv y^v (B, E); ferner
nach Alexandreia, wo er in griechischer Sprache1 (Sd, Sb, Tb)
predigte, nach Rom, Afrika, nach dem Westen, am großen Meere,
bei den fernen Barbaren, und nach Macedonien. Als Bischof soll
er in Theben in Böotien gewirkt haben (AG); in Antiocheia (E).
Diese Angaben beruhen auf Traditionen2 des 4. und 5. Jahrh.:
Epiph. haer. 51, 11 weiß von Dalmatien, Gallien, Italien und
Macedonien; die Ap. Konstitutionen VII 46 berichten von Alexan-
dreia; von Griechenland erzählt seine Predigt Gregor von Nazianz
(Achaia) und Hieronyrnus (Achaiae Boeotiaecpie partibus)3. Die
Nachricht, daß er in Italien wirkte, ist offenbar eine Erweiterung
seines Romaufenthaltes zu Zeiten der beiden Gefangenschaften
Pauli.
2. Tod des Apostels. Er starb eines natürlichen Todes (A)
in Theben (HS A von Text A); in Ephesus (HS B von Text A),
in Theben in Böotien4 80 Jahre alt (F, Ta unter Trajan).
Sd dagegen berichtet von einem gewaltsamen Tod in Theben,
Sb von einem Tod durch das Schwert in Alexandreia unter Horus,
dem Richter des Tiberius, Tb5 von einem Martyrium unter Nero
in Rom mit 169 Glaubensgenossen. Die HS fl des Hippolyt-
textes C überträgt auf ihn das Martyrium des Andreas und läßt
ihn an einem Ölbaume gekreuzigt6 sein.
Die Überführung nach CPel im Jahre 357 unter Konstantius
mit Andreas hat HS B von Text A7 erwähnt.
zum 18. Okt. (Migne 115, 1129); vgl. Lipsius II 2, 358; dagegen Ewald
a. a. 0. S. 091 Zeile 45.
1) Vgl. Lipsius n 2, 307.
2) Ebenda II 2, 355.
3) Vgl. die syrische doctrina Apostolorum (ed. W. Cureton, An-
cient Syriac documents p. 34): Byzantiuin, Thrakien und Umgebung.
4) Die gebräuchliche Tradition bei Philostorgius; in den acta Lucae,
in den Menaeen, Menologium Basilii (Migne 117, 113 C) und bei Nike-
phorus Call. h. e. II 43 (Migne 145, 870 C). Vgl. H. Kellner, Theol.
Quartalschr. 87, 1905, 598 f.
5) Tb gibt die Legende des arab. Synaxariums zum 22. Babeh =
aethiop. certamen apostolorum wieder. Lipsius II 2, 308.
6) Im Chronicon des Georg. Monach. Harnart. (ed. C. de Boor, Vol. I
377, 15) und bei Nikeph. Call. h. e. II 43 (Migne 145, 870 D).
7) Dasselbe Chronicon des Georgios Monach. (ed. de Boor I 377. 22 ;
Texte u. Untersuchungen etc. 31,8 1<j
290 Schermann, Propheten- und Äpostellegenden.
§ 79. Paulus.
Ein Zeuge des Textes A, die Recension, welche den exege-
tischen Werken des Oecumenius vorausgeschickt ist, hat eine
ausführliche vita des Paulus beginnend mit ITavXoq 6 axooxoXoq
riQ^axo axo Jafiaöxov — expl. Pcofifl SftaQTVQijöev, welche auch
in dem Martyrium aus dem Jahre 396 sich befindet und in ver-
schiedenen HSS separat überliefert wird.
1. Herkunft, Bekehrung und Wirksamkeit. D berichtet,
daß Paulus aus Tarsus1 in Cilicien stamme, Lb, Sm: aus dem
Stamme Beniamin, Sb: aus dem Stamme Ephraim. Xach der
Himmelfahrt des Herrn bekehrte er sich (AC ein Jahr darnach),
durch die Unterweisung Gamaliels in Jerusalem (D); nach Lb
dagegen erst 16 Jahre nach der Auferstehung des Herrn. Seine
Wirksamkeit erstreckte sich von Jerusalem ausgehend bis Illyri-
cum2 (ACDFG) [cfr. Tit. 3, 12] und bis Rom und Spanien (ACG)
[cfr. Rom. 15, 34, 1 Clem. c. 5 exl xo xtgfict xi]q övascog].
2. Enthauptung, Begräbnis und dies anniversarius. Xach
35jähriger Mission (C G Sb Sm nach 27 jähriger) soll er in
Rom (am 29. Juni A)3 unter Nero, dem Sohne des Claudius
(ACFG und Agrippa) mit Petrus (Gr Lb Sb Sd Sm) enthauptet
worden sein. Begraben lag er nahe dem hl. Petrus (A) in Rom
(GLb), in domibus illustribus imperii (Sb), nachdem die Legende
von dem Verlorengehen des Hauptes und dessen Anfügung an den
Körper erzählt ist. In der Erzählung von der Wiederauffindung
des Hauptes hat Sb aus dem apokryphen Brief des Areopagiten
Dionysius an Timotheus über den Tod der Apostel Petrus und
Paulus geschöpft4.
Die meisten unserer griechischen Texte scheinen für eine
ursprüngliche Unabhängigkeit5 der beiden Traditionen über die
Nikeph. Call. (877 A) und Menol. Basilii (M 117, 113 D); der Metaphrasfc
zum 18. Okt. c. 10 (Migne 115, 1137B). Kellner, Theol.Quartalschr.190:.. ".
1) Apg. 22, 3.
2) Origenes bei Eusebius h. e. 111 1, 3 (ed. Schwartz p. 1SS, Zeile 9) :
HavXov . . änö IsQovaa).>],u (iexqi tov 'IXXvqixov nenXrj^mxözoq ro siayye-
foov rov Xqiotov xcä cozeqov st t?] Pwity inl Ni(HovoQ (i£fxaQTVQTix6zoq.
3) Ebenso die syrische Kirche, Lipsius, Ergänzungskeft S. 61. Vgl.
Th. Zahn, Artikel Paulus in HRE XV^, Leipzig 1004, S. 8S Zeile 2 f.
4) Lipsius n 2, 227. 229.
5) Zahn a. a. 0. S. 88 Zeile 8 ff, Lipsius II 1, 236.
7. Die Nachrichten über die 12 Apostel. 291
letzten Schicksale des Petrus und Paulus zu sprechen, da nur
G neben Lb und den Syrern auf Petrus Bezug nehmen. Für
eine Verwertung der ütga^iq IltTQOv xcd IlavXov c. 80, welche
beide Apostel an demselben Tag gemartert sein lassen, haben sie
keine Anhaltspunkte.
Wenn wir nun eine Einschätzung mancher Nachrichten unserer
Texte Yornehmen wollen, so stoßen wir nicht selten auf die
Encomien des Niketas David Paphlago, auf das Menologium des
Basilius Porphyrog.1 und den Metaphrasten als feste Handhaben
zur Datierung. Die letzteren beiden Zeugen dürfen wir dabei
eliminieren, da der Metaphrast in seinen Angaben sich offenbar
auf das Menologium stützt, dessen Grundbestand zugestandener-
maßen ja vor die Neuordnung durch den Kaiser Basilius zurück-
geht. Die fast völlige Übereinstimmung der Angaben des Meno-
logiums und des Niketas David Paphlago lassen auf eine direkte
Abhängigkeit erkennen, welch letzterer wiederum wohl unsere
Texte benutzte.
Der Metaphrast2 hatte nur Petrus und Paulus, Andreas,
Philippus, Matthäus, Thomas, Jacobus minor, Lucas, Timotheus
von den Aposteln, Evangelisten und Jüngern mit Encomien be-
dacht, während das Menologium Basilii biographische Notizen
von allen Aposteln bietet. Der Mangel bei dem Metaphrasten hat
aber wohl nicht darin seinen Grund, daß er auf ein altes Kalendar
zurückginge, in welchem die übrigen Namen fehlten, sondern
die Ursache wird in äußerlichen Umständen zu suchen sein.
Tatsächlich hatten ja vor dem 7. Jahrh. in der griechischen
Kirche nicht alle Apostel eine eigene Feier; im ältesten Fest-
kalender von CPel3 fehlten z. B. Bartholomäus, Jacobus, Thomas,
Simon, Thaddäus, Matthäus, Barnabas, Titus, Lucas, Marcus.
Fast jede vita der späteren abgeleiteten Texte, so schon des
1) Über die Entwicklung der Menologien bis zum Metaphrasten vgl.
H. Liet/.ui an n in Thcol. Studien und Kritiken 1907, 140 f.
2) Alb. Ehrhard, Die Legendensammlung des Synieon Metaphrastes
und ihr ursprünglicher Bestand in Festschrift zum elfhundertjährigen
Jubiläum des Deutschen Campo santo in Rom, herausgeg. v. St. Ehses.
Freib. 1897, 47 ff. Vgl. Hipp. Delehaye, Les Menologes Grecs in Ana-
leeta Bollandiana XVI 1807, 311 f.
3) Steph. Ant. Morcelli, MrjvoXöytOV itbv tiayyeliojv hoQtüouxov
sive Kalendarium Ecclesiae CPolitanae Vol. II, Romae 17ss, pag. 131,
19*
292 Scherinann, Propheten- und Apostellegenden.
Dorotheus, mehr noch des Hippolytus und des Ps. Symeon Logo-
theta, zu schweigen von den Mischtexten, hat Angaben, nament-
lich über die Art des Martyriums, welche zum Unterschied von
der früheren Tradition zum erstenmal auftreten und mit Niketas
Dav. Paphl. harmonieren. Davon ist der Text des Ps. Epiphanius
fast vollständig frei; er bietet meist die ältere Tradition, welche
manche der Apostel, denen nachher ein Martyrium zugedichtet
wurde, eines natürlichen Todes sterben läßt. Nur in der vita
des Thomas nennt er Völkerschaften als Missionsbezirke, welche
eine Fortbildung bedeuten und mit den spätem Texten, auch
Niketas David Paphlago übereinstimmen. Allein dieser Aus-
nahmefall ist für eine spätere Datierung des Textes A nicht von
Belang, wenn wir daneben die sonstigen Unterschiede, welche
uns auf Schritt und Tritt begegnen, in betracht ziehen. Wenn wir
nun auch auf Grund anderer Kriterien die Gestalt des Dorotheus-
textes in den Beginn des 9. Jahrh. (c. 800 — 815) setzen, so dürfen
wir mit dem Ps. Epiphanius wohl um ein halbes, wenn nicht
ganzes Jahrhundert höher hinaufrücken (c. 700 — 750), während Ps.
Hippolyt durch das Zitat bei Georgius Monach. Hamartolus auf
die Mitte des 9. Jahrh. (c. 850) festgelegt ist. Der Text des
Pseudo-Logothet entspricht der Datierung der Chronik in die
Mitte des 10. Jahrh.
8. Kapitel. Die Reihenfolge der 70 Jünger in griechischen,
lateinischen wie oriental. Verzeichnissen.
Den Ausgangspunkt, 70 Jüngerverzeichnisse in früherer oder
späterer Zeit auszugestalten, bildete zweifellos Lc. 10, 1: dar-
nach aber verordnete der Herr noch andere 72; und er sandte sie
paarweise vor sich her in alle Städte, wo er selbst hinkommen
wollte, ava ovo. Die textkritiche Frage, welche sich an diesen
Satz anschließt, dreht sich um die Zahl 70 oder 72 Jünger1. Es
1) Siehe P. Schanz, Commentar über das Evangel. des hl. Lucas,
Tübingen 1883, S. 296 Anm. stellt die verschiedene Bezeugung in HSS und
Literaturwerken zusammen. Vor ihm David Blondellus, de LXX dis-
cipulis dissertatio, abgedruckt in De Vita et Morte Mosis libri tres cum
observationibus Gilb. Gaulmini. Accedunt I. Ps. Dorothei Tyrii aliorum
veterum apospasmata etc. cum praefatione Jo. Alb. Fabricii, Hamburgi
1714 p. 488 ff.
S. Die Reihenfolge der 70 Jünger. 293
scheint übrigens, daß sich hierbei weder eine geschlossene sy-
rische1 noch griechische noch westliche Überlieferung feststellen
läßt. Die Schriftsteller des 2. — 3. Jahrb. Irenäus, Clemens Alexan-
drinus, Tertullian nennen in der Mehrzahl 70 Jünger; Origenes
bald 70, bald 72. Die spätere Überlieferung gebraucht ebenfalls
beide Zahlen promiscue. In der Art und Weise, in welcher
einige „nach gewisser Überlieferung oder aus Konjektur das
teilweise zu ersetzen wagten, was die Schrift verschweigen zu
sollen glaubte", nämlich die Namen der 70 Jünger, wurde eben-
falls bald die Zahl 70, bald 72 ausgefüllt. David Blondeil aber,
welcher sich um die Jüngerverzeichnisse verdient machte, meint,
daß es einen Katalog von 86 Jüngern gegeben habe, neben den
von Lucas genannten 72 noch 14 weitere, welche in Lokal-
traditionen genannt werden, so die Bischöfe und Jünger der
gallischen Überlieferung, ferner jene der syrischen. Natürlich
ist seine Vermutung eine höchst problematische, da sich wohl
noch mehr als 14 Bischöfe oder Jünger finden ließen2, welche
nach Lokaltraditionen in die apostolische Zeit hinaufreichen, als
die von ihm genannten. Wir begnügen uns daher, die ge-
schlossenen 70 Jüngerverzeichnisse nach Ursprung und Heimat
zusammenzustellen.
§ so. Clemens Alexandrinus und Eusebius über die
70 Jünger.
Eusebius h. e. I 12, 1 ff 3 beginnt seine Erzählung über einige
der 70 Jünger des Herrn mit dem Bekenntnis, daß er keinen
Katalog derselben irgendwo kenne. Dennoch seien einige Namen
bekannt. Zunächst verweist er auf die Überlieferung (Jjyercu,
(paoi) für die Tatsache, daß Barnabas und Sosthenes dazu ge-
rechnet werden, welche durch Schriftstellen unterstützt würde.
1) Vgl. über das Schwanken der syrischen Zeugen W. Cureton,
Ancient Syriac Documenta relative to the earliesfc establishenient of
Christianity in Edessa, p. 141 note zu pag. 2.
2) L. Duchenne, Meinoires sur Porigine des dioeceses episcopaux
ilans Pancienne Gaule, Paris 1900. W. Wattenbach, Deutschlands Ge-
schichtsquellen im Mittelalter I. Bd. G. Aufl. Berlin 1893, S. 39 Anni. 1.
H. Delehaye, Les legendes hagiogr. 2 §d. 1906 p. 63 note 1.
3) Ed. Schwartz und Th. .Mommsen. Eusebius Werke. IL Bd. Die
Kirchengeschichte. Erste Hälfte, S. 80, 15—82, 20.
294 Scherrnann, Propheten- und Apostellegenden.
Dann führt er eine trefflichere Quelle ein „die Geschichte bei
Clemens im fünften Buche seiner Hypotyposen", worin mit Be-
rufung auf Galat. 2, 1 1 Kephas, der Namensvetter des Petrus, als
einer der 70 Jünger genannt werde. Eine dritte Quelle stand
Eusebius zu Diensten über Matthias, der die Stelle des Judas
im Apostelkollegium ausfüllte und rrjq avzr/g rü)v eßöofiijxovTa
xXrjöecoq gewürdigt wurde, welche Eusebius mit xartyti XÖyoq
(p. 82, 8) bezeichnet. So ziemlich dieselbe Quelle wird mit (paöi
bei dem Bericht über Thaddäus gemeint sein. Im übrigen glaubt
Eusebius, daß man mehr als 70 Jünger annehmen dürfe, wenn
man die Schriftstelle 1 Cor. 15, 5 — 7 wörtlich interpretiere, wo-
nach der Herr nach seiner Auferstehung dem Kephas, ferner
den Elfen und noch weiter mehr als 500 Brüdern erschienen
sei, auch dem Jacobus, einem der sogenannten Brüder des Herrn.
Die übrigen „Jünger" seien nur xaza [ii[ir}6iv der Zwölfe „Apostel"
genannt worden.
Der griechische Text des Eusebius läßt keinen Zweifel
darüber bestehen, daß der Verfasser der Kirchengeschichte nur
die Nachricht über die Zugehörigkeit des* Kephas zu den Sieb-
zigern auf das fünfte Buch der Hypotyposen des Clemens
Alexandrinus1 gründet. Anders faßt die Rufmische Übersetzung
der Kirchen geschichte des Eusebius die Stelle auf. Nicht bloß
führt sie die Nachricht über Kephas auf das vierte Buch der
Dispositionen des Clemens zurück, sondern veränderte die Sach-
lage auch dadurch in etwa, daß noch die Nachricht über Matthias
als eines Siebzigers aus derselben Quelle stammend wie über
Kephas in folgender Form angereiht wird: sed et Matthian ex
ipsis esse dicit [sc. Clemens] (p. 83, 5). Th. Zahn2 versuchte, die
lözoQia in Clemens Hypotyposen, 5. Buch, als Quelle auch auf
Sosthenes und Barnabas auszudehnen, da die Zusammengehörig-
keit des Sosthenes und Kephas in den spätem byzantinischen
Listen des Chronicon paschale, Ps. Dorotheus usw. doch wohl
nur auf das fünfte Buch der Hypotyposen indirekt zurückgehe.
1) W. Christ, Geschichte der griechischen Literatur bis auf die
Zeit Justinians, München 189S, 922 f. Das ovyyQau/ncc des Dorotheus „hat
zur Hauptquelle das 5. Buch des verloren gegangenen Werkes vnorvTtÜMJeiq
des Clemens von Alexandreia"(!).
2) Forschungen zur Geschichte des neutestam. Kanons III. Teil, Er-
langen 1884, 68 f.
8. Die Reihenfolge der 70 Jünger. 295
wie auch die Aufnahme des Barnabas in die Siebzigerliste durch
dasselbe Buch und anderwärts bei Clemens begründet sei. Dem
Wortlaut des Eusebius entsprechend lehnte schon R. A. Lipsius1
die Ausführung Zahns mit Recht ab.
Noch weiterhin wurde jenes Zitat über Kephas aus dem
5. Buch der Hypotyposen später auf alle bei Eusebius h. e. I 12
genannten Jünger ausgedehnt. In dieser Form wurde es selb-
ständig in den byzantinischen Siebzigerlisten eingeführt oder an
dieselben angehängt, ja das Chronicon Paschale läßt sogar den
Clemens im 5. Buch der Hypotyposen über alle vorher aufge-
zählten 70 Jünger berichten2. In den byzantinischen Listen ist
der Text des sogenannten Clemenszitates in den Recensionstypen
Ps. Epiphanii und Ps. Hippolyti vertreten, ersterer durch Cod.
Vatop. 635 (saec. XI) fol. 10v und durch den Text vor den Kom-
mentaren des Oecumenius, letzterer durch Vatic. 1506 fol. 78v. Er
lautet:
Ex rwv anoöxölcov xov öcozTjQoq rätv o yejovaöiv*, wq
löxoqü Kkrjfit]q hv jitfutrij tvjv vjiotvjiwöecov. Bagvaßaq,
2coG&tvqq, Krjtpäq oftcow^ioq Iltzgco, Maxfriaq o ov/xara-
Qid-(H]d,elq xolq tvÖsxa, [EvßovXoq, IIov6f]q, KQiOxt]q hv rfi ßf\,
BaQoaßäq xal Alvoq, ov (isfivrjrai Ilavloq Tifio&sm ygacpcov, 5
Oaööaioq, KXtojtaq xal ol övv avrm.
Ein anderes Verzeichnis weist dagegen die HS Ottob. 167
fol. 147v des Ps. Dorotheustextes auf:
A (Oecurnenii comment. ed. Morell. p. i) ; B (Vatop. 635 fol. 10v ;
Lipsius a. a. 0. Ergänzungsbeft p. 3); C (Vatic. 1506 fol. 7SV).
1 o'\ kßöofi/jxorza AB | 2 tozooelzai A | 3 6 dficav. A JlezQov A
TlhXQoq C Maz&cäoq B | 4 evdexcc] öüöexa A [Evß. — ß'\ < AB ß in
m argine iv zfi ijCiazoXy ovx iozlv C | 5 xal Bcxoa. A Baooaßäq AC Alvoq
AB [ (5 hl.conäq A
1) Die apokryphen Apostelgesch. und Apostellegenden, Ergänzungs-
heft, Braunschweig 1890, 3.
2) Chronicon Paschale rec. Lud. Dindorfius Vol. I [Corpus Scriptorum
Historiae Byzantinae], Bonnae 1832, p. 421, 8—10.
3) Mit diesen Namen sind jene 8 von den 70, welche Josephus in
seinem vno/xpr/azixov c. 137 nennt, verwandt: Barnabaa, Sosthenes, Justus,
Thaddäus, Johannes, Marcus, Judas, Silas und Kephas. Siehe Diekamp,
Hippolytos von Theben S. 150.
296 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
ovtoi ex TGJv (iafrr]TüJv ysyovaöi rov OcorrJQog, mg Iotoqsc
KZr}(it]Q iv rf] e xcöv vjiotvjicoöecov , xal öooi ejctorafiai xä>v
ajioöToZcov IlavXog, Bagvaßag, Magxog, Tirog, Tifiodsog,
Aovxäg xal JEilovavog.
Während letztere Notiz gar keinen Anspruch, auf klementi-
nische Urheberschaft machen kann, weist der Name Linus mit
Berufung auf 2 Tim. 4, 21 uns wohl auf Euseb. h. e. III 2
(ed. p. 188, 13—16) oder h. e. III 4 n. 8 (p. 194, 6) als Quelle hin.
Th. Zahn hatte als 12. Fragment der Hypotyposen des
Clemens Alexandrinus ein Zitat eines lateinischen laterculus über
die 12 Apostel betrachtet in Cod. Marcian. lat. 21, 10 (saec. XIII) \
welches nach dem fünften Buch der Hypotyposen bezeugen wTill,
daß der Eunuch der Königin Candace zu den 70 Jüngern gezählt
wurde. Derselbe laterculus findet sich auch in Cod. Paris, lat.
9562 (saec. XII — XIII) fol. 142v. Der hier interessierende Passus
lautet: Eunuchus Candacis reginae unus ex septuaginta discipulis
in Arabia, quae felix dicitur, passus, ut ait Clemens in quinto
libro hypotyposeon i. e. informationum. A. Baumstark2 fand in
dem von ihm veröffentlichten arabischen Kataloge der 70 Jünger
von Abü-1-Barakät, welcher auf ein griechisches Verzeichnis
zurückgeht, in der Notiz über den Eunuchen (n. 73, LXXI) eben-
falls eine Berufung auf ein Zeugnis bei Clemens: Candaces
eunuchus . . ., et in nurnero septuaginta (discipulorum) habitus
est suffectus pro iis, qui defecerant, ut Clemens in quinto (libroj
similitudinum scribit. Der Übersetzer und Herausgeber glaubte,
daß dieses „höchst Avertvolle" Hypotyposenfragment, die „sichere
Frucht" seines sonst arg entstellten Textes auf den griechischen
des angeblichen Sophronius [in Ps. Epiphaniustext mit F1 von
mir bezeichnet] zurückgehe, worin das Zitat auf den Eunuchen
bezogen werde. In der Tat findet sich in der Mitteilung über
den Eunuchen bei Ps. Sophronius keine Erwähnung der Hypo-
typosen als Quelle; vielmehr hatte Baumstark in der Eile den
Wortlaut bei R. A. Lipsius a. a. 0. I 201 mißverstanden. Nicht
ein einziges griechisches Zeugnis läßt sich in diesem Falle für
Clemens als Gewährsmann ausfindig machen, so daß man mit Recht
1) Forschungen zur Geschichte des neutestam. Kanons III. Teil, Er-
langen 1884, 70.
2) Ant. Baumstark, Abü-1-Barakäts „griech." Verzeichnis der 70
Jünger, Oriens christianus II 1902, 317.
S. Die Reihenfolge der 70 Jünger. 297
an der Autentizität des nur lateinisch und arabisch überlieferten
Fragments zweifeln kann. Vielleicht mochte einer die Mitteilung
des Eusebius über des Eunuchen und Äthiopiens Bekehrung
(h. e. II 1, 13) 1 auf die weiter oben genannte Quelle (h. e. II 1,
3. 4): das 6. und 7. Buch der Hypotyposen des Clemens zurück-
bezogen haben2.
Aus einer andern Quelle, den Xoyicov v.vQiay.mv ej-rjyrjösiq
des Papias, schöpfte Eusebius h. e. III 39, 33, wo Aristion und
der Presbyter Johannes als xov xvqiov [iad-rjxcd bezeichnet sind,
ebenso bringt er daraus Nachrichten über Philippus4 „rov ajto-
<jto/.ov" mit seinen weissagenden Töchtern und über Justus
genannt Barsabas. In 1. II c. 1 nennt Eusebius noch andere von
den siebzig Jüngern: Matthias (n. 1, p. 102, 11 f), Jacobus Justus,
den ersten Bischof von Jerusalem auf Grund des 6. Buches der
Hypotyposen des Clemens (n. 3, 4, 5); ebenso den Barnabas (n. 4);
dann den Stephan us (n. 8), zu dessen Zeit alle Jünger wegen der
Verfolgung über Judäa und Samaria hinaus bis nach Phönizien,
Cypern und Antiocheia zerstreut worden seien. Er schildert
dabei noch eingehender die Missionstätigkeit des Diakon Philippus
in Samaria (n. 10), des Eunuchen der Königin Candace (n. 13).
In h. e. III 3 ff (ed. p. 192 12 f) nennt Eusebius noch manche
ovvEQyoi des Paulus und ovötQaTicörat, welche Lucas teilweise
namhaft mache. Timotheus habe zuerst den Bischofssitz in
Ephesus eingenommen, Titus über die Kirchen Kretas gewacht.
Er berichtet dann über die Abfassung der Evangelien durch
Lucas und Marcus, während Crescens (Kqtjgx?]?) zuerst Gallien
missioniert, Linus und Clemens der römischen Gemeinde vor-
gestanden und Dionysius der sog. Areopagita in Athen den
christlichen Glauben von Paulus angenommen habe; in Athen
dagegen sei der Hirte der korinthischen Gemeinde, ein anderer
Dionysius, zuerst Bischof geworden. Sonst finden sich bei
Eusebius nur noch wenige ganz zerstreute Notizen über die
Jünger des Herrn.
1) ed. Schwartz p. 108, 10—15. Cfr. Zahn a. a. O. III 148 f.
-) Vgl. Lipsius,Die apokr. Apostel gesch. [12,416; Nachtrag zu IS. 120.
3) ed. Schwartz p. 286, 10—20.
4) h. e. III 30, n. 9 (p. 288, 17 f ; 23).
298 Scherrnann, Propheten- und Apostellegenden.
§ 81. Die Ausbildung der Jüngerkataloge im 4., 5. und
6. Jahrhundert.
Eusebius kannte noch keinen 70 Jüngerkatalog. Die An-
sätze, welche er darbot, mochten in Syrien zur weiteren Aus-
gestaltung im vierten und den folgenden Jahrhunderten benützt
worden sein1. Die ersten Anhaltspunkte bietet Epiphanius, welcher
an zwei Stellen von den 72 Jüngern spricht. Bei der einen
Gelegenheit2 gibt er die bereits bei Ps. Origenes de recta in
Deum fide 1 5 (c. 300) gebotene Xachricht, daß Marcus samt
Lucas zu den Jüngern gehörten, wieder. An der zweiten Stelle3
rechnet Epiphanius zu den 72 Jüngern die 7 Diakonen in der
Reihenfolge von Apg. 6, 5; vor diesen aber sei Matthias, der statt
des Judas ausgeloste, zu zählen. Den Diakonen folgen nach ihm
Marcus, Lucas, Justus, Barnabas, Apelles, Rufus, Niger und die
übrigen der 7<). Dazu komme noch Paulus. Aus dieser genauen
Ordnung der Namen, soweit sie Epiphanius mitteilt, könnte man
den Schluß ziehen, als ob die louiol rcov lßöo(irjy.ovxa} welche
sich an Niger anreihen, ihm auch schon namentlich bekannt
gewesen wären. Jedenfalls hatte er damit kund gegeben, daß
ihm die Namenliste von Interesse war. Eine weitere Entwick-
lung verrät die fragmentarische Liste in den ap. Konstitutionen
1. VII c. 464, wo bereits den einzelnen Jüngern ihre Bischofs-
sitze angewiesen werden. Die syrische Heimat wird zu allem
hin noch dadurch bestätigt, daß die ersten acht Namen den
Patriarchaten Jerusalem mit Cäsarea und Antiocheia zugewiesen
werden. Im ganzen werden 30 Namen geboten.
1. Jacobus, 2. Simeon Cleoph. und 3. Judas Jacobi in Jeru-
salem; 4. Zacchäus, 5. Cornelius und 6. Theophilus in Cäsarea
Palästina; 7. Evodius und 8. Ignatius in Antiocheia in Syrien;
9. u. 10. Anianus und Abilius in Alexandreia in Ägypten; 11. u.
12. Linus und Clemens in Rom; 13. u. 14. Timotheus und Jo-
1) Auch Joa. Chrysostornus, hom. IS in Joan. (Migne P. gr. 59, 117)
scheint keine 72erliste zu kennen.
2) adv. haeres. 51, 6 (Migne P. gr. 41, 900).
3) adv. haeres. 20, 4 (Migne 41, 277 D).
4) P. A. de Lagarde, Constitutiones apostolorum ed. Lipsiae 1S62,
228, 9. Fr. X. Funk, Didascalia et Constitutiones Apostolorum, Vol. I.
Paderbornae 1905, 452, 11—454, 10.
8. Die Reihenfolge der 70 Jünger. 299
hannes (unterschieden vom Evangelisten) in Ephesus; 15. u. 16-,
17. Aristion, Strateas und Ariston der andere in Smyrna; 18. Caius
in Pergamon: 19. Demetrius in Philadelphia; 20. Lucius in
Kenchrä; 21. Titus in Kreta; 22. Dionysius in Athen; 23. Mar-
thones in Tripolis in Phönizien; 24. Archippus in Laodicea in
Phrygien; 25. Philemon in Colossae; 26. Onesimus in Beröa in
Macedonien; 27. Crescens in Galatien; 28. Aquila und 29. Niketas
in Asien; 30. Crispus in Agina. Damit war der Anfang zur
weiteren legendarischen Ausschmückung gegeben.
Das Testamentum Domini N. J. Chr. hat am Ende des
2. Buches 1. II c. 27 l, die Unterschrift, daß die unterzeichneten
Apostel Johannes, Petrus und Matthäus durch Dositheus, Sil[l]as,
Magnus und Aquila die Verbreitung desselben in Jerusalem in
alle Häuser besorgen ließen. In diesen vier Namen ist wohl
kein Rest eines Siebzigerverzeichnisses enthalten, zumal einige
sich in den syrischen Listen nicht finden.
2. Etwas später als diese Entwicklung in Palästina mochte
auch in Byzanz die Schaffung eines Siebzigerkataloges vor sich
gegangen sein. Denn das bloße Namenverzeichnis ohne jegliche
legendarische Ausschmückung, wie es uns das Chronicon Paschale2
(629) aufbewahrt hat, ist ein erster notgedrungener Versuch, aus
den in den Apostelbriefen oder in der Apostelgeschichte genannten
Persönlichkeiten einen Katalog der 70 Jünger zusammenzustellen.
Merkwürdigerweise beginnt das Verzeichnis mit Matthias (den
auch Epiphanius als ersten bezeichnet), Sosthenes und Kephas,
welche Eusebius h. e. 1 12, 1 nennt; auch Linus (2 Tim. 4. 21) und
Kleophas (Lc. 24, 18) mochten durch Eusebius und das angeb-
liche Zitat aus dem 5. Buche der Hypotyposen des Clemens diese
Stelle erhalten haben. Dann begann der Kompilator mit der
Ausbeutung von Rom. c. XVI zur Füllung seiner Liste. Die
Namen 6 — 31 sind aus diesem Kapitel entnommen: 6. Aquila
(v. 3); 7. Epaenetus (v. 5); 8. Andronicus (v. 7); 9. Amplias (v. 8);
10. Urbanus (9); 11. Stachys (9); 12. Apelles (10); 13. Aristobulus
1) ed. Ign. Ephr. II Rahniani, Moguntiao 1809, 148.
2) Cbronicon Paschale rec. Lud. DindorfiuB Vol. I [Corp. Script. Hist.
Byzant.], Bonnae 1832, p. 400 und 420 f. Das Urteil Fr. Diekamps: „Um
500 . . gelangten die Verzeichnisse der 70 Jünger allmählich in weiten
Kreisen in Aufnahme" (Hippolytos von Theben S. 150) ist nicht aufrecht
zu halten.
3Q0 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
(v. 11); 14. Herodion (11); 15. Narcissus (11); 16. Rufus (13);
17. Asyncritus (14); 18. Phlegon (14); 19. Hermes (14); 20. Pa-
trobas (14); 21. Hermas (14); 22. Philologus (15); 23. Nereus (15);
24. Olympias (15); 25. Lucius (21); 26. Jason (21); 27. Sosipater
(21); 28. Tertius (22); 29. Caius (23); 30. Erastus (23); 31. Quar-
tus (23).
Aus 1 Cor. waren entnommen die Namen: 32. Apollos (1, 13;
3, 4. 21); 33. Stephanas (1, 16; 16, 15); 34. Fortunatus (16, 15);
35. Achaicus (16, 15); aus dem Epheserbrief: 36. Tychicus (6, 21);
aus dem Philipp erbrief: 37. Clemens (4, 3); 38. Epaphroditus
(4, 18); aus dem Coloss erbrief: 39. Onesimus (4, 9); 40. Aristar-
chus (4, 9); 41. Marcus Barnabas (4, 10); 42. Jesus Justus (4, 11)
43. Epaphras (4, 12); 44. Demas (4, 14); 45. Nymphas (4, 15)
46. Archippus (4, 17); aus 2. Timoth.: 47. Onesiphorus (4, 19)
48. Erastus (4, 20); 49. Trophimus (4, 20); 50. Eubulus (4, 21)
51. Pudens (4, 21); aus Titus: 52. Artemas (3, 12); 53. Tychicus
(3, 12); 54. Zenas (3, 13); aus Philem.: 55. Philem. (1); 56. Epa-
phras (23); 57. Demas (24); aus Apg.: 58. Barnabas (1, 23 Barsa-
bas); 59. Marcus; 60. Silas; 61. Lucas; 62. Timotheus; aus
2. Cor.: 63. Silvanus (1, 19); 64. Titus (2, 13); aus Apg. 6, 5 die
7 Diaconen 65 — 72. Der Abschreiber oder Compilator nahm
mechanisch, ohne weitere Überlegung, aus seiner jeweiligen
Quelle die Namen; infolgedessen wurde Tychicus (n. 36 und 53)
zweimal aufgezählt, weil er in Ephes. und Titusbrief vorkam,
ebenso Demas (n. 44 und 57), auch Erastus (n. 30 u. 48), Epa-
phras (n. 43. 56).
§ 82. Die palästinensisch-syrischen Kataloge.
Wie schon die Ansätze zu einer Jüngerliste bei Eusebius
von Cäsarea in Palästina, die weitere Ausgestaltung bei Epi-
phanius von Salamis auf Cypern, das mit den Patriarchaten
Jerusalem und Antiocheia eng verbunden war, ferner die Angabe
der Missionsstationen so mancher Jünger in den syrischen Ap.
Konst, VII dartun, war Palästina-Syrien der Boden zur Vollendung
und legendenhaften Ausschmückung der Jüngerkataloge. Diese
Beobachtung wird uns durch die mannigfache Bezeugung der
Kataloge gerade in Syrien bestätigt. Wir können hier drei
Typen unterscheiden.
8. Die Reihenfolge der 70 Jünger. 301
1. Der Vulgärsyrische Typus, welcher im Gebiet von
Jerusalern-Antiocheia heimisch war, ist in einem griechischen
und zwei syrischen Texten erhalten, a) Die beiden HSS, welche
den griechischen Text aufbewahren, Cod. Vatic. 2001 (saec. XII)
und Vatic. 1506 (saec. XIII) sind unter sich verschieden. Die
ältere HS hatte den eigentlich palästinensischen Charakter bei-
behalten, stimmt daher mit den beiden syrischen Listen im
wesentlichen überein, während die jüngere griechische HS öfters
naGh den byzantinischen Listen korrigiert wurde, b) Der Anfang
der Listen mit Jacobus dem Herrnbruder, welche in dem „Buche
der Biene" c. 49 * des Salomon von Basrah und in einer Ab-
handlung eines anonymen Syrers über die Propheten- und
Apostelleben in Cod. Beroeen.2 sich finden, läßt an ihrer Heimat
im Patriarchate Jerusalem keinen Zweifel aufkommen. Diese
beiden syrischen Listen unterscheiden sich nach der Angabe
Assemanis fast nicht; er behandelt sie als einen Text, weshalb
wir, da uns keine nähere Kenntnis des syrischen Anonymus des
Cod. Beroeen. vorliegt, dieselbe Methode beobachten, c) Eine
weitere syrische Liste in Kitäb-al magcdad von 'Arnr und
Mär(j)3 hat durch Vergleich mit dem 2. syrischen Typus, dem
edessenischen, ihre Vorlage stark verändert. Bevor wir auf einen
weiteren Vergleich uns einlassen, mögen zunächst nur die Namen
der 70 Jünger in Parallelkolumnen nebeneinander gestellt werden,
wobei A) die griechische Liste bedeutet und zwar et) Vatic. 200 1
(saec. XII) f. 303; ß) Vatic. 1506 (saec. XIII) f. 78v, beide HSS
nach eigener Kollation. B): Verzeichnis im „Buch d. Biene'"
c. 49 (ed. E. A. W. Budge p. 113 bezw. ■ -V -) und Anonym. Cod.
Beroeen. (Assemani III 1, 319 ff); C) Verzeichnis bei 'Amr und
Mär(j) (Assemani III 1, 320).
1) E. A. Wallis Budge, The Book of the Bee, Anecdota Oxoniensia,
Seinitic Series Vol. I, Part. II, Oxford 1886, p. 113 bezw. > ..\ p .
2) Jetzt Vat. syr. 159; Jos. Sim. Assemani, Biblioth. Orient. Clement. -
Vatic. t. III pars!, Rom'ae 1725, p. 319 f ; t. I, Romae 1719, p. 585.
3) Assemani t. III pars I p. 320. Vgl. Rub. Duval, Anciennes
litteratures chretiennes II. La litterature syriaque Paris 1899, 210 f.
M. Treppner, Das Patriarchat von Antiochien, Würzburg 1891, 219 da-
tiert die von 'Amr (1349) bearbeitete Grundschrift des Marj in das
Jahr 1135.
I
302
Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
23.
24.
25.
26.
27.
28.
29.
30.
31.
32.
33.
34.
= Griechische Liste
= Vatic. 2001 fol. 303;
= Vatic. 150G fol. 780.
Jacob. Justus ep.
Hieros.
Matthias
Josef (ß + Barsabas qui et Justus)
B = Buch der Biene c. 49 C = 'Amr u. Mär(j)
Jacobus filius Joseph, j Jacob, fil. Jos. frater
Dom.
Simon Cleophae | SimonCleophae frater Dom.
Josef de Arimathaea
Marcus (ß Clemens Rom
Barnabas {ß Marcus)
Lucas (ß Joannes, filius Mariae)
Kleopas (ß Jason, Apollos, Kleopas)
Senecas (ß Archippus)
Simeon Niger
Lucius Cyren (<ß)
Manaen
Sosthenes
Kephas
Thaddaeus
Hermas
Andronicus
Junias
Amplias
Urbanus
Rhodion
Asyncritus
Jason (ß Philologus)
Die 7 Diakonen.
Josef
Simon
Judah
Barnabas
Manaeus
Ananias
| Cephas
Josef
Nicodemus (A 43)
Nathanael ( A42)
Justus Josef Barsabä
Silas
Judah
Johannes Marcus
Mnason (A 35)
Manael (A 12)
Simon Niger (A 10)
Jason (A 23)
Rufus (A 40)
Alexander (A4 1)
Cleophas | fehlt
Josef filius Josephi
Simon filius Josephi
Judah filius Josephi
Barnabas
Manaeus
Ananias
Cephas
Josef de Arimathaea
Nicodemus
Silas
Nathanael
Justus
Jason
Judas Niger
Simeon Barses
Simon Cyren. (A 39)
Hermas
Philologus
Judas
Arion latis pedibus
Tertius
Castor
Rhodion (A 21)
Philippus (A 25 B 33)
Prochorus (A 26 B 35)
Stephanus (A24B 34)
Parmenas (A 29 B 38)
Philippus
Timon (A 27 B 37)
Philippus Antioch.
Simon Cleophae (ß Epaenetus) | Stephanus | Andronicus (B 40)
Stephanus
Simon Cyren. (A 39)
Philippus
Lucius Cyren. (A 11)
Prochorus
Judas alter
Timon
Judas Simon
Nicanor
Eurion
Parmenas
Thorus (?)
Nicolaus «/?)
Thorisus (Thyrsis)
Judas
Zabdon
Silas (ß OlfiL II)
Zakron
Septem diaconi
Silvanus
Philippus Evang.
8. Die Reihenfolge der 70 Jünger.
303
35.
36.
37.
38.
39.
40.
41.
42.
43.
44.
45.
46.
47.
48.
49.
50.
51.
52.
53.
54.
55.
56.
57.
58.
59.
A
Mnason
Agabus
Ananias
Ignatius ep.
B
Prochorus
Nicanor
Tiraon
Antioch. I Parmenas
Junias
Titus (B 41)
Patrobas (B 45)
Asyncritus^ (B 46)
Sim. Cyren. (ß Epaphras) Nicol. Antioch. Herrnas Pastor (B 47)
Rufus (ß lacuna) | Andronicus Criscus (B 48?)
Alexander (ßZelas?)
Nathanael (ß Linus)
Titus
Timotheus
Priscas (B 44)
Aquila
| Quinque coniites Petri Romae (B) j
Nicodemus Pharis. (ß Pudens) | Hermas | Narcissus
Kleopas (ß Tychicus) ' Phigtä (Priscas) | Lucas Evangelista (B55)
Josef (ß Trophimus)
Jacobus (ß Sosipatrus)
Judas (ßOnesiphorus)
Patrobas Apollos (B 54)
Asyncritus Aristobulus(A65B6 1)
Hermes | Stephanus (A 66 B 62)
| Sex ad Cornelium euntes (cfr. Act. 10) (B) |
Simon (0 Marcus) | Criscus (Crescens)(A55) Herodion(A67B63)
Simon alter (ßS. + Byr- Milichus(A56) ,
sensis? Berroeensis)
Lucas Antioch. | Kiriton (Criton) Rufus (A 68 B 22)
Barnabas (ß Joses qui et B.) | Simon J Carpus
Joannes pater ($Quartus) | Gaios (A 57) Amplias (A61 B 57)
Barsabbas (.tfAchaicus) | Abrazon
Stephanus (^Stephanas) | Apollos (A60)
Charisius (/?Enetimus sive Narcissus) |
Miliggus (ß Gaius)
Gaius (ß Aristarchus, Carp.)
Aquilas
Phlegon (ß Phlogeas seu
Phlegon. ß Hermas)
ürbanus (A 62 B 58)
Aristarchus
Philemon
Marcus Evang. (B 65)
Legatus RegisEdessae
Abdaeus (B 71)
Aghaeus (B 72)
60. Maris (B 73)
61. Demas (A 70 B 67)
62. Timotheus (B 12)
Hiemit schließt C.
Duodecim apostatici eorumque successores.
A B
60. Korinthus Apollos o öoxifiog \ Simon (A 63) Lucas medicus
61. Heuron A(m)plias Levi (A 64) Apollos (A 60)
62. Appelles ürbanus ßar-Kubbä (A 65) Amp(e)lius (A 61)
304
Scherniann, Propheten- und Apostellegenden.
B
63.
Sirneon Stachys
Kleon (A 66)
Urbanus (A 62)
64.
Levis Puplius
Hymenaeus (A67?
) Stachys (A 63)
65.
Macubas Aristobulos
Candarus (A 68)
Puplius CA 64)
66.
Kleon Stephanos
Clithon (A 69)
Aristobulus (A 65)
67.
Syrianos | Arodion (Her.)
Demas (A 70)
Stephanus (A 66)
68.
Candarus Ruphus
Narcissus (A 71)
Herodion (A 67)
69.
Kleon alter Olympas
Slikispus
Olympas (A 69)
70.
Demas \ fehlen Er-
Thaddaeus
Marcus evang.
71.
Narcissus > satzmänner
Märuthä
Addai
•
72.
Aggai
73
Mär-Mari
Wer die letzten drei Namen von B betrachtet, wird ersehen,
nach welcher Richtung hin B Veränderungen erlitten hat,
Addai, der Apostel Edessas, ist mit zwei andern Genossen bei-
gefügt, welche in den monophysitischen wie nestorianischen
Listen an der Spitze stehen oder eine bevorzugte Rolle spielen,
ist ja auch die nestorianische Hauptliturgie den Aposteln Addai
und Mär(j) zugeschrieben. Wir haben es daher mit A, als dem
unverfälschten und unverbesserten (abzusehen ist von der byzan-
tinischen Korrektur in ß) Hauptzeugen zu tun.
Für die ersten 51 Namen gibt der griechische Text (A) als
Quellen an: die hl. Schrift, alte Historiographien und Briefe,
welche aufbewahrt werden, die übrigen Namen von 52 ab fand
er in einem Antigraphon. Die erstgenannten Quellen werden
von ihm zu Beginn der Liste und bei den einzelnen Namen be-
zeichnet, woraus er die jtQoöcohVfilat mit Pünktlichkeit entnommen
habe; zunächst das Lucasevangelium, woraus er die ersten acht
Namen schöpfte; vom 9. Senecas waren ihm die Briefe an Paulus
bekannt. Die folgenden Männer waren nach der Apostelgeschichte
in Antiocheia: Simeon Niger, Lucius Cyren., Manahen [Act. 13, 1],
Sosthenes [Act. 18, 8. 17], ebenso Kephas [nach Galat. 2, 9. 11;
Clem. Alex, hypotyp. V bei Euseb. h. e. 1 12, 2]. Von Thaddäus
wußte der Verfasser aus der Abgarlegende. Die folgende Reihe
n. 16 — 23 entnahm er dem Römerbrief: Hermes (Rom. 16, 14),
Andronicus (16, 7), Junias (16, 7), Amplias (16, S), Urbanus
(16, 9), Rhodion (Herodion 16, 11), Asyncritus (16, 14), Jason
(16, 21). Für die Namen der 7 Diaconen beruft er sich
S. Die Reihenfolge der 70 Jünger. 3ll5
auf Apg. 6, 5. Die weiteren dagegen entnahm er der Missions-
geschichte von Antiocheia und Palästina, wie sie ihm aus der
Apostelgeschichte und andern Quellen bekannt waren: Judas
Barsabbas (Act. 15, 22 f ), Silas (ebenda), Silvanus (als verschieden
von Silas betrachtet). Simon Cleophae (2. Bischof von Jerusalem),
Mnason von Cypern; Agabus (Act 11, 27), Ananias (Act. 9, 10).
Ignatius von Antiocheia war dem Kompilator aus dessen Briefen
bekannt; Simon von Cyrene aus der Leidensgeschichte des Herrn.
Die weiteren Xamen tragen stark palästinensisches Gepräge,
trotzdem sie nicht gerade als Jünger des Herrn oder Wander-
gehilfen bezeugt sind: Alexander und Rufus, Nathanaül, Nico-
demus der Pharisäer, Kleopas, Josef, Jacobus, Judas, Simon, ein
zweiter Simon aus Joppe (Act. 9, 43), Lucas der Evangelist. Bar-
nabas (Act. 4, 36). Woher das avriyQa(fov stammte, aus dem
der Verfasser die letzten 20 Nummern, insbesondere die Xamen
der Häretiker mit deren Ersatzmännern, entnahm, bleibt vorerst
unbekannt. An der palästinensischen Heimat dieses Apostaten-
kataloges ist ebenfalls nicht zu zweifeln. Trotz der syrisch-
palästinensischen Herkunft dieses ganzen Jüngerverzeichnisses
herrscht doch gegenüber der fragmentarischen Liste der apost.
Konstitutionen wesentliche Verschiedenheit. Die Ungleichheit
rührt davon her, daß die Reihe in AK VII eine universellere ist;
sie will die Verteilung der Jünger über die ganze christliche
Welt dartun, während unser Katalog sich wesentlich ganz auf
die Aufzählung der Jünger und Christianisierten Palästinas und
Syriens beschränkt. Wenn wir vollends betrachten, daß unsere
Liste nur solche biographische Zusätze bietet, welche aus kon-
trollierbaren historischen Quellen der ersten drei Jahrhunderte
uns bekannt sind, so können wir annehmen, daß unsere Liste im
wesentlichen schon dieselbe ist, auf welche Epiphanius adv.
haeres. 20, 4 anspielt, der dort die 7 Diakonen zu den Jüngern
zählt, Matthias die hervorragende Stelle anweist und andere
Namen nennt, welche in unserer Liste vertreten sind. So gehört
jedenfalls die Zusammenstellung der 52 ersten Namen einem
Verfasser des 4. Jahrhunderts an, der zu den Patriarchaten Jeru-
salem oder Antiocheia oder zu dem autokephalen Cypern gehörte.
Über den syrischen Ursprung des „Anhangs" gibt uns der
2. Zeuge Aufschluß, die syrische 70 Jüngerliste B. Denn es kann
nicht als Zufall betrachtet werden, daß unter den 12 Apostatm
Texte u. Untersuchungen etc. Bl, 8 20
306 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
beiderseits 9 gleiche Namen führen, wenn man die Entstellung
der syrischen Schreibweise nicht in Betracht zieht; auch die Er-
satzmänner decken sich großenteils. Vielmehr gehen wohl beide
Zeugen auf eine gemeinsame Quelle zurück, welche in der syri-
schen Liste noch mit geringen, edessenische Herkunft verraten-
den Zusätzen, versehen wurde. Welchen Wert übrigens die
syrische Übersetzung hat, zeigt folgende Gegenüberstellung:
B = Syr. Text in lat. Über- Griech. Text von A (Vat. 2001):
Setzung (nach Budge p. 114): Ol aua KoQivfr{i]cp djtoörarr/-
Hi erant illi duodecim qui erant Oüvxeq, oriavzoq [sicjKoQiv&og
separati ab LXX discipulis, ut ytyovtv cuQtGiaQyjic exrcov oß'
Judas Iscarioth ab XII apostolis, pa&rjTcöv. . .
quoniam vestigia Cerinthi se- IIsqL tovtow tpaölv Xtyeiv rbv
quentes divinitatem D. N. pror- äytov 'icoavvr/v (1 Joh. 2, 19),
sus negaverunt. De quibus Lucas: ort £=• i)ac7)V i^rjÄ&ov elg xtva
hi exierunt a nobis , sed non }itv, all ovx rfiav t$ r/ficöv '
erant nostrum, et Paulus illos xcu xhv äyiov IIavlov(l Cor. 11,
falsos apostolos et operarios dolo 13) anoxlaluv avrovg ipevda-
plenos nominat. jioöroZovq xcu sQyazaq öoliovq.
Einerseits legt der Syrer 1 Joh. 2, 19 dem Lukasevangelium bei,
andererseits zeigt er, wie der Name Korinthos richtig mit Cerinth
wiedergegeben wurde, so daß wir auf die Verstümmelung anderer
Namen im Syrischen keinen Schluß ziehen können. Wir dürfen
doch wohl den syrischen Criscos (B 48) dem griechischen Charisios
(A 55) gegenüberstellen, trotzdem sonst Criscos eine Verstümme-
lung des griechischen KQiöxrjq und lat. Crescens ist; ebenso den
syrischen Milichus (B 49) dem griech. Miliggos (A 56). Es möchte
scheinen, als ob der „Anhang", unter dessen Namen auch außer-
palästinensische auftreten (z.B. Stephanas in Korinth [1 Cor. 1, 16;
16, 15], Gaius in Korinth [Act. 19, 29], Aquila [Rom. 16, 3]) von
einem andern mehr universalkirchlichen Verzeichnis herstammte,
wie auch die Ersatzmänner der 12 Apostaten aus Rom. XVI
genommen zu sein scheinen: Amplias (v. S); Urbanus (9); Sta-
chys (10); Aristobulus (11); Arodion (Herodion 11); Rufus (13);
Olympas (15), während Apollos und Stephanas aus 1 Cor. 1, 13
resp. 16 stammen. Der „Anhang" von A ist wirklich der An-
gabe des Kompilators entsprechend einer andern Quelle ent-
8. Die Reihenfolge der 70 Jünger. 307
nommen als der erste Teil, den er selbst teilweise zusammen-
gestellt haben mochte oder aus einer palästinensisch einheitlichen
Vorlage entlehnte. Damit ist aber nicht ausgeschlossen, daß der
mehr universalkirchliche Tendenz verratende Schlußanhang nicht
auch in Palästina entstanden sein könnte; denn auch AK VII
hat in seinem fragmentarischen Kataloge die Missionsjünger der
ganzen christlich gedachten Welt aufgezählt, zudem sind zwei
Namen des Anhangs und des genannten Verzeichnisses in AK VII
gleichlautend: Crescens und Aquila. Wir brauchen daher nicht
über den Anfang des 5. Jahrhunderts in der Datierung der Zu-
sammenstellung des Anhangs hinabzugehen. Was die zweite
griechische HS von A (Vatic. 1506 =ß) anbelangt, so enthält sie
den Anhang von a in fast unveränderter Form, aber in öfters
unleserlicher Schrift. Die übrige Korrektur oder der Ersatz der
syrisch-palästinensischen Namen mit griechisch-römischen ent-
sprach offenbar einer lokalen Benützung des Textes oder der HS
in der westlichen Christenheit. Die syrische Liste B hat größere
Umstellungen gegenüber A vorgenommen, ohne eigentlich neue
Namen einzuführen. Die Liste C ließ dagegen die Aufzählung
der Häretiker ganz fallen und nahm sofort deren Ersatzmänner
in die auch sonst unvollständige Liste — es sind nur 62 Jünger
genannt — auf. Im übrigen verleugnet sie ihre gemeinsame
Herkunft mit B nicht. Beide Listen B und C haben keine
legendarischen Zusätze, sind also bloße Namenreihen.
2. Ein Typus, welcher der nestorianischen. aber auch der
monophysitischen Kirche eigen war, beginnt den Jüngerkatalog
mit Addai von Urhai, d. i. Thaddäus von Edessa. Im ganzen
ist er in vier Texten vertreten:
a) in dem Jüngerverzeichnis des Cod. Sinait. Syr. 10 (saec.
IX), welchen Agn. Sm. Lewis1 veröffentlicht hat. Der Katalog
wird in griechischer wie syrischer Überschrift mit einer Sticho-
metrie des Alten und Neuen Testaments auflrenäus zurückgeführt:
Gr.: Tazmv tßöofirjxovTa tua&fj- S.: Nomina septuaginta aposto-
xö)V ovofiara tlq xov EIq/j- lorura conscripta ab Irenaeo
valov djtoöiö6/j£va. episcopo Lugdunorum.
1) Catalogue of tho Syriac Mss in the Convent of S. Catharine on
Mount Sinai [Studia Sinaitica Nr. 1], London 1894 p. 8 — 10.
20*
308
Schemiann, Propheten- und Apostellegenden.
Die Zueignung an Irenäus erklärt J. R. Harris1, der zu der Ver-
öffentlichung Bemerkuugen beifügte, auf bibiographischem Wege,
daß an die Werke des Irenäus in einer dem Cod. Sinait. viel-
leicht durch mehrere Mittelglieder zugrunde liegenden HS das
Dokument auf noch übrig stehenden Blättern angereiht war und
damit unter die Gesamtrubrik- Irenäus gelangte. Das Stück,
welches beinahe nur eine Namenliste darstellt, stammt wohl aus
Edessa.
b) Eine zweite syrische Liste ist aufbewahrt in dem Appen-
dix zum fünften Buch der Chronik Michaels des Syrers, jako-
bitischen Patriarchen von Antiocheia (1166 — 1199), als deren
Verfasser Dionysius Bar Salibi2 angegeben wird. Das Jünger-
verzeichnis ebenso wie der vorangehende Apostelkatalog ist reich
mit legendarischen Nachrichten versehen. Wie der Herausgeber
J.-B. Chabot notiert, stimmt die Liste des Bar Salibi bei
Michael nicht mit einer noch unveröffentlichten desselben Ver-
fassers überein, welche in Cod. Paris, syr. 67 fol. 85 dem Kom-
mentar zu Mt. 10, 2 — 4 angehängt ist. Diese letztere Liste steht
mir nicht zu Diensten.
c) Michael der Syrer hat aber selbst im 6. Buche seiner
Chronik c. I3 eine bloße Namenliste der Evangelisatoren gegeben,
welche, wie es scheint,
d) von Bar-'Ebräjä (1226 — 1286)4, dem großen monophysi-
tischen Doktor, in den Mt.-Kommentar seines thesaurus myste-
riorum beinahe unverändert herübergenommen wurde.
A = Sinait. Syr. 10
(Lewis [Stud.sin.l]
p. 8—10)
1. Addar
2. Chananias
3. Melias
4. Kephas
B = Dion. Bar
Salibi (Chabot I
p. 149 ff)
Addai (AI)
Agai
Sirinos
Ananias (A 2)
C = Michaels d. I D = Bar-cEbräjäs
Syrers Chronik VI I Mt. Com. (Asse-
(Chabot I p. 154 ff) j mani III 1, 320)
B 1 B 1
Aggai (B 2) C 2
(E)leazar(us) (B 5) 1 B 4
Hananias (B 4) | B 5
1) Ebenda p. 15 f.
2) J.-B. Chabot, Chronique de Michel le Syrien toni. I (fasc. II)
Paris 1900, 147 ff.
3) Ebenda p. 154.
4) Das Verzeichnis bei Assemani, Bibl. Orient. III 1, 320 gegeben,
ecb Spanuth p. 23, 24. Vgl. Rub. Duval, Anciennes litteratures chre-
tiennes II, La litterature syriaque, Paris 1899, p. 81 note 2.
8. Die Reihenfolge der 70 Jünger.
309
A
B
C
D
5.
Barnabas Lazarus
Jacob us
B6
6.
Sosthenes Meleas (A 3)
Elias(-Meleas B 6?)
A4
7.
Criscus A 4
A5
A5
8.
Josef consiliar. | A 6
A6
A6
9.
Nicodemus Pharis. | A 7
Cyriacus (Criscos?)
A7
10.
Nathanael | A 5
B 11 1 Josef ab Arimath.
11.
Mathias | Josef Senator (A 8) | A 9
Nicodemus
12.
Judas Barsabas | A 9
A 10
A li)
13.
Süas | A 10
A 12
B 14
14.
Judas Barnabas | Justus (A 14?) | B 14
A 13
15.
Marcus 1 A 12
A 13
A 14
16.
Johannes A 13
Barsaba (A 12)
A 15
17.
Manson Cypr. | Ammonius |
Joh. Marcus
Amonius (C 18)
18.
Manael | Nigla (Niger A 20)
| Omius (Amonius? .
B 17) | C 19
19.
Herodes A 21
Niger (B 18?)
A21
20.
Niger Olympas
A21
A 18
21.
Jason A 22
A 18
A22
22.
Rufus | Alexander (A 23)
Dophikimios
B 22
23.
Alexander A 24
B 22
A 24
24.
Simon Cyren. | A 25
A 24
A 25
25.
Lucius Cyreu. | Kleophas (A
26) | A 25
B 25
26.
Kleopha
Simon (A 27)
B25
B 26
27.
Siuieon
Yousai (A 29?)
B26
Joses (C 28)
28.
Jacob
A 28
Josa | Jaco
bus
eiusd. frater
29.
Juda
Bitarsos(A31?)
Rhodosios
Termas
30.
Aorion
Märmätos
Qatastrios
Quartus (C 30)
31.
Tyrsis
Andronicus
Zebedion
Zab
arion (C 31)
32.
Kastor
Junias
A 43
Mamtus
33.
Zabrion Titus
A 44
B31
34.
(E)Stephanus Jonas Probus
A48
B32
35.
Philij)pus A 48
Asynclitus (A 6
1)\
B33
36.
Prochorus Crisis(Cyriacus)
Triscus
A II
37.
Nicanor Socrates
Lucas
A67
38.
Panuenas Crispan
A 6<i
A4S
39.
'riuinn 1 Narcissus
B41
Cyriacus
40.
Nicolaus A 60
B42
A 60
41.
Adronicus Demas
B 45
B41
42.
Junias
Timotheus
B46
B 42
310
Schennann, Propheten- und Apostellegenden.
A
B
C
D
43. Titus
Lucas ev.
B48
Lucas
44. Patrobas
Marcus ev.
B49
B 45
45. Hermas
Levi
B47
B46
46. Phlegon
Epbrem
B 50
B 47
47. Asyncritus
Nicetas
B 51
Herodion
48. Hermas Pastor Act. XVI 12 | Herodes | B 53
B49
49. Kersis
Silvanus
B 54
B50
50. Malachius
Johannes
Lasion (B 55)
Vaticlius
51. Kerito
Theodorus
Zacharius fil. vic
uae | Engiu«
52. Simeon
A61
Simon Lepros
Martolus
53. Gaius
Nigeos
A61
Lison
54. Achlus
Marötölos
Estabus
Zacharias
55. Kerinthus) 55. Lucas j LaisoL
l | Apollo
B 57
56. Ebion j 56. Apla Zacchaeus (A 67) | Yaston | Sim. Lep
57. Urbanus
Der Wwe. Sohn
A5
Olympas
58. Astecus
A 52
Josef
Stephanus
59. Puplius
Kleophas
Orosus
Stachys
60. Aristobulus
A61
Amimaus
Apollos
61. Stephanas
Stetios
Eulius
Theocristus
62. Herodion
Apollon
A 35
Anabestion
63. Narcissus
Yopistan
A36
A52
64. Rufus
Simon
A37
A 34
65. Alompba
Theophilos
A39
, A35
66- Narcissus
Prismus
A 38
A36
67. Zach[i]aeus
Barsabbas
Agabus
A37
68. Gamaliel u.
Zabdai
Kephas
A39
4 Evangelisten:
Tholomai, qui
Matth. Marc.
substitus erat
Luc. Job.
loco Judae et
Thaddaei
69.
Malael
ASS
70.
A40
Diese vier Listen gehen auf einen Grundstock zurück, welcher
wahrscheinlich aus dem vulgärsyrischen Typus und teilweise auch
aus einer Liste, ähnlich jener im Chronicon Paschale, zusammen-
gesetzt ist. Jedenfalls hat die Reihe jener, welche in Rom. 16
mit Grüßen bedacht werden, manche Namen geliefert, wobei der
8. Die Reihenfolge der 70 Jünger. 311
Text dem Kompilator in syrischer Übersetzung vorlag1. Da-
neben mochten auch in gemäßigter Weise apokryphe Traditionen
mitspielen. J. R. Harris2 führt die Namen der drei Männer,
welche Cleophas nach Emmaus begleiteten, darauf zurück. Die
Datierung dieses Typus, wie er wohl noch am reinsten in der
Liste des Sinait. Syr. 10 erhalten ist. mag dem vulgärsyrischen
nicht lange Zeit nachstehen. A. Baumstark3 möchte an den
monophysitischen Bischof von Hierapolis Philoxenus (f 523)
denken, da ein arabisches Verzeichnis seine syrische Quelle mit
„Hierapolitauus" bezeichnet. Trotzdem dies bloße Konjektur
ist, so wäre es doch nicht unmöglich, daß schon im 6. Jahrh.
die legendarische Ausschmückung erfolgt ist, während vielleicht
im 5. Jahrh. die Anfertigung der Namenliste vor sich ging.
Übrigens hatte der Verfasser der letzteren, wie sie bei Michael
dem Syrer vorliegt, auf Euseb. h. e. I 12, 5 bezug genommen,
wenn am Schlüsse erwähnt wird, daß nach den Worten des
Paulus 1 Cor. 15, 6 es mehr als 70 Jünger gegeben habe.
3. Ein weiterer noch späterer Typus scheint schon bei der
Abfassung mit biographischen Notizen versehen worden zu sein.
Seine edessenische Heimat wird durch die hervorragende Stelle,
welche Addai und Aggai einnehmen, verraten. Da der vorerst
einzige bekannte Zeuge in dem Buch der Biene des Sal. v. Basrah
c. 48 zwischen dem voraufgehenden Apostelverzeichnis und den
nachfolgenden Jüngern gar nicht unterscheidet, so können die
ersten 0 Namen ebensogut als Abschluß der Apostelliste, wie
als Anfang des Jüngerverzeichnisses gelten; in ersterem Falle
würden die Apostel Syriens die erste Stelle einnehmen. Auf-
fallend ist, daß neben Addai noch Thaddäus genannt ist, was
vielleicht auf ein griechisches Verzeichnis neben einem syrischen
als Grundlage schließen läßt. Die Namenreihe stellte schon
früher Assemani4 nach dieser Liste zusammen; Abweichungen,
welche gegenüber dem Texte bei E. A. Wall. Budge5 beachtens-
wert erscheinen, werden mit a beigefügt.
1) Studia Sinaitica I a. a. 0. p. IG. 2) Ebenda.
3) A.bül-1-Barakäta nichtgriech. Verzeichnis der 70 Jünger in Oriens
Christ. I, Roma 1901, 245.
4) Bibl. Orient, III 1, 320.
5) Anecdota Oxoniensia, Semitic Seriea Vol. I pars II, Oxford 188(3,
[>. 107 und m' ■ r .
312
Schennann, Propheten: und Apostellegenden.
1.
Jac. frat. Dom.
23.
Justus
45.
Silas (Timoth. a)
2.
Joh. Baptista
24.
Andronicus
(Manael d)
(
3. Anamas in d)
25.
Rufus
46.
Eunuch. Candace
3.
Paulus v. Tarsus
26.
Patrobas
47.
Jason
4.
Lucas Evang.
27.
Hermas
48.
Sosipatrus
5.
Marcus in Rom
(+ Pastor a)
49.
Demas
6.
Addai in Edessa
28.
Narcissus « d)
50.
Omius
7.
Aggai dessen
29.
Asyncritus
(Hymenaeus d)
Schüler
30.
Aristobulus
51.
Thraseus
8.
Taddai in Edessa
31.
Onesimus
(Tertius d)
9.
Zacchaeus
32.
Apollos
52.
Bistorius
d. Zöllner
33.
Olympas
(Aristarchus d)
10.
Simon Leprosus
34.
Stachys
53.
Abrios (Ephr. d)
11.
Josef Senator
35.
Stephanus
54.
Mötos « a)
ab Arim.
(Stephana a)
55.
Levi (< d)
12.
Nicodem. Pharis.
36.
Junias
56.
Nicetas
13.
Nathaniel
37.
Theocritus « d)
57.
Johannes
14.
Simon Cyren.
38.
Martolus « d)
58.
Theodorus
15.
Simon Cleoph.
39.
Niger
(Theododion a)
16.
Stephanus
40.
Lucius
59.
Metalius (<^ d)
17.
Johannes Marcus
41.
Alexander
60.
Euchestion
18.
Kephas
42.
Milus (Linus?)
(Auqsilion a)
19.
Barnabas « «)
43.
Silvanus
61.
Simon
20.
Titus
44.
Herodion
62.
Aphrem
21.
Sosthenes
(Rhodion a)
63.
Justus
22.
Crisios (Cresc. a)
64.
Jacobus « «)
Der Kompilator muß bereits eine stark verballhornte Vorlage
gehabt haben; Assemani glaubte n. 51 Omius in Hymenäus ver-
bessern zu sollen; in der Tat hat die Liste der Chronik des
Michael n. 18 ebenfalls Omius, aber als Verstümmelung von
Amonius, wie die übrigen westsyrischen Zeugen bieten.
§ 83. Byzantinische und lateinische 70 Jüngerverzeich-
nisse.
1. Das Jüngerverzeichnis des Chronicon Paschale, welches
aus den neutestamentlichen Briefen zusammengestellt war. wurde
nicht von späteren Kompilatoren übernommen. Da wir über-
haupt sonst keine byzantinischen Verzeichnisse haben, welche
8. Die Reihenfolge der 70 Jünger. 313
bloß Namen aufweisen, so scheint, daß großenteils aus dem
Lande, wo die legendarische Tätigkeit im 5. und 6. Jahrh. am
meisten sich entfaltete, nämlich aus Syrien, auch die Legenden-
verzeichnisse nach Byzanz importiert wurden. Wir haben ja
noch ein griechisch-syrisches Verzeichnis, mit dem der Anfang
gemacht wurde. Im ganzen sind es 5 Recensionsgattungen-, die
sich in den Namenreihen wie den Beigaben sehr nahe berühren,
a) Das Jüngerverzeichnis im Texte des Ps. Epiphanius. Be-
achtung verdient, daß von 7 Textzeugen nur 2 (A = Paris. 1115
[a. 1276] und B = Vindob. theol. gr. 77 und dessen lateinische
Übersetzung b) eigene Jüngerverzeichnisse haben, und auch diese
nur fragmentarisch. Beide HSS scheinen ägyptischer Heimat zu
sein. In A = HS Paris. 1115 fehlen die ersten 24 Namen,
wohl deshalb, weil in einer Grundschrift von A ein Blatt fehlte
oder unleserlich war. Ein anderer Grund, als ob in einer Vor-
lage von A überhaupt hier keine Namen, wenn auch nicht ge-
rade diese, gestanden hätten, ist wohl unzulässig. Aber auch
von Nr. 25 ab bestehen zwischen A und B (Vind. 77) Differenzen,
welche teils nur in Umstellungen der Namen bestehen, teils
aber auch in spätem Beifügungen, welche B (und dessen lat.
Übersetzung b) aufnahm. Ferner hat Bb auch die stilistisch
vollendetere Form in der Anreihung weiterer Angaben, die mit
ov xcu avxov o anboroloz (ITavXoc) n£pLvi]Tai, eingeleitet werden,
eine Formel, wie sie Ps. Dorotheus aufweist. Daher liegt die
Vermutung nahe, daß Bb nach Ps. Dorotheus ergänzt und teil-
weise neuredigiert wurde, zumal auch die apostatischen Jünger,
n. 43 Phigellus, 44 Hermogenes (2 Tim. 1, 15) und 45 Demas
(2 Tim. 4, 9), sich nur in Bb und Ps. Dorotheus, nicht aber in A
und Chronicon Paschale (I p.400) finden. Die Namen xg — xfr' sind
in B fast unleserlich, weshalb sie aus A ergänzt werdeu müssen.
Der nur in B (als 63.) aufgeführte Priscas (d. h. Priscilla, die
Gattin des Aquila), ebenso der (als 64.) genannte Junias (Rom. 16, 7
Junia) sind für B's Originalität nicht günstig. Auch die über-
zählige Aufführung des Eunuchen der Candace, die Zählung des
Titus und Timotheus als 2. und 3- Jünger ist wohl von den in
manchen HSS (D. F1) des Ps. Epiphauiustextes angehängten
Notizen über dies>' Jünger übernommen. Es scheint, daß B die
unvollständige Liste von A ergänzen wollte. Weshalb die übrigen
(späteren) HSS des Ps. Epiphanius keine 70 Jüngerliste haben,
314 Seherin ann, Propheten- und Apostellegenden.
oder die des Dorotheus beifügten, erklärt sich wohl daraus, daß
die nur fragmentarisch vorhandene (wie in Paris. 1115) von dem
Schreiber als minderwertig erachtet und weggelassen wurde. Die
Liste der HS A ist wohl ein erster Versuch, weshalb die Re-
konstruktion der 24 ersten Nummern nach HS B nicht ganz
zutreffend ist.
b) Die 70 Jüngerliste des Ps. Dorotheus geht jener der 12
Apostel voran. Ihre Verwandtschaft mit dem vulgärsyrischen
Typus bekundet sie sowohl in den ersten zwei Jüngern, dem
Herrnbruder Jacobus und Simon Kleopas, dem zweiten Bischof
von Jerusalem, dann aber auch in denjenigen Namen, welche
sie verschieden von der Liste des Chronicon Paschale (I 400)
aufweist. Folgende Namen des Dorotheusverzeichnisses fehlen
in letzterem: Hermogenes und Phigellus (2 Tim. 1, 15), Jacobus
der Herrnbruder, Thaddäus von Edessa, Ananias (Act. 9, 10),
Agabus (Act. 11, 28), Carpus (2 Tim. 4, 13), Euodus (Euodius)
erster Bischof von Antiocheia, Johannes Marcus (Act. 12, 12) und
Cäsar, der aus Mißverständnis von Phil. 4, 22 als Jünger aufge-
zählt wird. Man muß übrigens daran zweifeln, ob eine Liste
wie die des Chronicon Paschale jemals Grundlage war, da die
Namenreihe nur sehr selten parallel läuft. Bei den gemeinsamen
Namen stimmen Ps. Dorotheus, Ps. Hippolytus und Ps. Epiphanius
in der Angabe der Bischofssitze überein, so daß sie gegenseitig
abhängig sind oder auf eine gemeinsame Quelle zurückgehen.
„Aus demselben Archetypus ist schließlich auch die Liste in der
Chronik des angeblichen Logotheten geflossen" l. Die HSS des
Dorotheusverzeichnisses weichen nicht wesentlich ab; daher
können sie als eine Recension angesehen werden.
c) Die 70 Jüngerliste des Ps. Hippolytus ist der vorangehenden
fast völlig gleich; nur ist Silas als unterschieden von Silvanus
vor ihn gestellt. Statt Apelles (an 24. Stelle) bei Dorotheus ist
Barsabas bei Ps. Hippolytus genannt. Statt Kephas (50.) wählte
letzterer Petrus.
d) Mehr Verwandtschaft mit dem vulgärsyrischen Typus
zeigt wiederum das 70 Jüngerverzeichnis bei Ps. Logotheta und
weicht daher von den vorgenannten griechischen ab. Namentlich
die letzten Namen: Archippus, Ignatius von Antiocheia, Symon
1) Lipsius a. a. O. I 204.
8. Die Reihenfolge der 70 Jünger.
315
von Kyrene, Nathanael, die Quellenangaben und die Bemerkung
am Schlüsse, daß HSS der hl. Schrift in der Angabe der Jünger-
zahl abweichen, weisen unmittelbar auf das griechische vulgär-
syrische Verzeichnis hin, aus dem Ps. Logothet schöpfte. Die
Annahme, daß beide auf eine gemeinsame Grundlage zurück-
gehen, ist nicht zu beweisen. Da Ps. Logothet sonst von Ps.
Dorotheus abhängig ist und nur zur Ergänzung das avtr/Qarpov
beizog, so hat er wohl dasselbe in der Bearbeitung des grie-
chischen Syrers übernommen.
e) Das 70 Jüngerverzeichnis der griechischen Menologien und
Synaxarien schließt sich ohne Unterbrechung an den Apostel-
katalog an. Es stimmt wesentlich mit Ps. Dorotheus überein.
2. Lateinische 70 Jüngerverzeichnisse sind nur Übersetzungen
der griechischen, haben demnach keinen selbständigen Wert.
Das Verzeichnis des Ps. Epiphanius ist in der Übersetzung des
Musculus nach der Vorlage des Cod. Vindob. theol. gr. 77 über-
liefert. Aus einem griechischen Katalog ist nach meinen Auf-
zeichnungen, ohne weiteres angemerkt zu haben, auch jenes in
Cod. Vallic. H. 5 fol. 134 (saec. XVII) übersetzt.
Bei der folgenden Zusammenstellung habe ich daher die
fünf griechischen Verzeichnisse nebeneinander gestellt, um ihre
gegenseitige Abhängigkeit zu veranschaulichen. Im Texte des
Ps. Epiphanius habe ich die Unterschiede der beiden überliefern-
den HSS (« = Paris. 1115, ß = Vindob. theol. gr. 77) angemerkt.
Ps. Epiphanius (A)
(1-24 < «)
1. Jacobus fr. Dom
2. Timotheus
3. Titus
4. Barnabas
5. Ananias
6. Stephanus
7. Philippus
8. Prochorus
9. Nicanor
10. Simon
11. Parmenas
Ps. Doro-
theus (B)
A 1
KleopasSi-
meon(Al3)
Matthias
Thaddaeus
A5
A 6
A 7
A8
A 9
Timon
A II
Ps. Hippo-
lytus (C)
A 1
B2
B3
B4
A 5
A6
A7
A8
A9
B in
A 11
Ps. Logo-
theta (D)
A 1
Griech.
Synaxar. (E)
A 1
A 4 | Simon et Simeon
| et Kleoph. (B 2)
B 2 A4+Joses
A69
B3
B4
A :,
A6
A7
A8
A9
A in
A 70
A7
Ar,
A 53
A 0
A 8
B in
316
Schennann, Propheten- und Apostellegenden.
A
B
C
D
E
12. Nicolaus
A 12
A 12
A 11
A 11
13. KleopasSimeon
A4
A4
A 12
A 12
14. Silas
Marc (A69)
B 14
B 14
A 2
15. Crescens
A 14
B 16
A 3
A3
16. Epaenetus
Lucas (A 70)
A 14
A 14
A9
17. Andronicus
Silvanus
B 17
B 17
A 15
18. Amplias
A 15
A 15
B 16
A 16
19. Urbanus
A 16
A 16
A 15
A 17
20. Stachys
A 17
A 17
A 16
A 19
21. Apelles
A 18
A 18
A 17
A 20
22. Aristobulus
A 19
A 19
A18
A 21
23. Narcissus
A 20
A20
A 20
A43
24. Herod. (« + Agabus) | A 21
Barsabas
A53) | A43
A 44
25. Rufus
A43
B 25
A44
A 45
26. Asyncritus
A44
A 44
A 45
A 21
27. Phlegon
A45
A45
A 21
A 22
28. Hermes (Patrobas a) | A21
[cfr. B 24)
A 2 1 | A 22
A 23
29. Hermas
A 22
A 22
A 24
A24
30. Patrobas««)
A 23
A 23
A 23
A 31
31. Agabus (< a)
A 24
A24
A 31
A 25
32. Linus
A 31
A 31
A 25
A 26
33. Graius
A 25
A 25
A 26
A 27
34. Pbilogogus
A 26
A 26
A 27 ,
A 28
35. Olympas
A 27
A27
A 28
A 30
36. Rbodion
A 28
A28
A 30
A32
37. Herodion (cfr. 24) | A 30
A 30
A 29
A33
38. Jason
A 29
A29
A 32
A 34
39. Sosipatrus
A32
A32
A 33
A 35
40. Lucius
A33
A33
A 34
A 39
41. Tertius
A 34
A 34
A 35
A 41
42. Erastus
A 35
A35
A 36
A42
43. Phigelus««)
A 36
A 36
A 40
A 46
44. Hermogenes (<< a) \ A 40
A 40
A38
A 47
45. Demas « «)
A 38
A38
A 39
Als
46. Quartus
A39
A 39
A 41
A 49
47. Apollos
A 41
Terentius
(cfr. A 41) I
A42 | A57
48. Kephas
A 42
A42
A 46
A 50
49. Sosthenes
A46
A 46
A 47
A 51
8. Die Reihenfolge der 70 Jünger.
317
50.
51.
52.
53.
54.
55.
56.
57.
5^.
59.
6ü.
61.
62.
63.
64.
65.
66.
67.
6S.
69.
70.
71.
A B C D E
Epaphroditus A 47 A 47 A 49 A 52
Kaisar A 4S Petrus A 50 A 53
Marcus Barn. A 49 A 49 A 69 A 54
Jos. Just. Bars.
(Jesus Just, a) A 57 (cfr. B 61) | A 57 | A53 (Jes.Just.) | A55
A 54 A 56
A55| A57(cfr.E47)
Artemas
Klemens
Onesiphorus
Tychicus
Karpus
Evodus
A 50 A 50
A 51 A 51
A 52 A 52
A 53 (Jes. Just.) j A 53
A 54 A 54
A 55 A 55
Philemon (Marcusa) | A 56| A 56
Zenas (Parm. a) \ A 57 (cfr. B 53) | A
Aquila (Philemon a) | A 58 A 58
Priscas « a) A 59 A 59
Junias « a) A 66 (cfr. B 68) | A 66
Marc.Joa.«a) A 65 A 65
Aristarchus A 61 A 61
Pudens A 60 A 60
Trophimus A 66 (cfr. B 64) | A 66
Marc. ev. « a) A 67 A 67
Lucas ev. « a)\
Eunuch. Cand. « «) |
A 57
(Just.) A59
A 65
A 60
Archippus
A 58
A59
A 66
A 65
A 61
57 | Ign. Antioch. | A 60
Sim. Cyren
Natanael
A 58
B 56
A 66
A 67
A 70
Joannes
A71
A 14
B 17
A 36
[Judas Iscarioth]
Die "Übereinstimmung sämtlicher Verzeichnisse in gewissen
Namenreihen ist nicht zu bestreiten. Dennoch haben einige
charakteristische Eigentümlichkeiten, welche auf eine 2. Quelle
schließen lassen. Hätte Text A in der durch Dorotheus unbe-
einflußten HS die ersten 24 Namen erhalten, so könnten wir
besser beurteilen, ob Text B Vorlage oder Abschrift von A ist.
Da aber auch sonst in dem Apostelverzeichnisse A von B nicht
abhängig ist, so können wir eher annehmen, daß B das Teilver-
zeichnis von A erweiterte und nach seinem Zwecke gering ver-
änderte. Das Verhältnis von B (Ps. Dorotheus) und C (Ps. Hip-
polyt) ist entschieden mit einer Abhängigkeit des letzteren zu
bejahen, da C nur eine kürzere Form von B darstellt, indem er
die Quellenangaben von B, welche die Auffindbarkeit des ein-
zelnen Jüngernamens dartun, ganz wegläßt und nur die Bezeich-
318 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
nung des Bischofssitzes beifügt. Auch D verrät eine Abhängig-
keit von B. Bei E schimmert, wie bei D am Schlüsse, eine
zweite syrische Quelle durch. Die Aufnahme des KalöaQ (Cäsar
irrtümlich aus Phil. 4, 22 als Jünger betrachtet) in den Jünger-
kreis geht schon von A aus, während die des sog. Priscas
(= Priscilla) und Junias (Junia) zuerst HS ß von A eigen zu
sein scheint, da sie in der bessern HS a fehlen.
§ 84. Arabische Jüngerverzeichnisse.
Da die christlich-arabische Literatur meist nur Übersetzungen
von griechischen, syrischen und koptischen Stücken sind, wobei
Text und Namen oft arg entstellt werden, so können wir auch
hier dieselbe Beobachtung machen und infolgedessen die arabi-
schen Übersetzungen syrischer Listen ausschalten: 1) jene in
c. 48 der Biene des Salomon von Basrah von E. A. W. Budge
verglichen1, 2) jene des cAmr- und Mär(j)verzeichnisses und
3) jene des Verzeichnisses bei Bar-Salibi2. Dagegen verdienen
zwei arabische Verzeichnisse Beachtung, um deren Herausgabe
sich Ant. Baumstark3 verdient machte. Abül-1-Barakät hatte in
der „Lampe der Finsternis" c. 14 zwei solche mitgeteilt, welche
verschiedene Grundschriften haben. Der Verfasser unterscheidet
sie selbst als „griechisches" und „nichtgriechisches Verzeichnis".
Beide entnahm Baumstark den HSS Vat. Arab. 623 (saec. XVI)
und 106 (a. d. 1718).
Das „nichtgriechische" Verzeichnis stimmt großenteils mit dem
in Cod. Sinait. Syr. 10 überein; nur ist es reich mit historischen
und apokryphen Notizen ausgestattet, so daß man vermuten
könnte, daß dieses arabische eine syrische Mittelstufe zwischen
den legendenlosen bloßen Namenverzeichnissen und den legenden-
reichen syrischen Listen darstelle. Nachdem einmal die Ent-
wicklung von bloßen Namenreihen zu biologischen Jüngertabellen
in Syrien stattgefunden hat, wäre es sehr wohl denkbar, daß
sich zuerst ein Typus bildete, der für die spätem Kompilatoren
1) Anecdota Oxoniensia, Semitic Studies Vol. I part. IT, Oxford 1SS6
p. Vif.
2) Oriens Christ. I 242.
3) Das „nichtgriech." Verzeichnis in Oriens Christ. I, Romae 1901,
240—275; das „griech." Verzeichnis ebenda E 1902, 312—343.
8. Die Reihenfolge der 70 Jünger.
319
Quelle war. Dieses Verzeichnis kann uns aber in der arabischen
Übersetzung Abul-1-Barakäts nicht vorliegen. Ich gebe daher
hier den Namenskatalog (Oriens christ. I 247 ff) mit in Klammern
beigefügter Nummer, welche der Name in dem sog. syrischen
„Irenäus" Verzeichnis (S) trägt.
1. Addai v. Edessa 26.
(S 1) , 27.
2. Ananias (S 2) 28.
3. Mljanu (S 3) 29.
4. Sosthenes (S 6)
5. Barnabas (S 5) 30.
6. Crescens (S 7) 31.
7. Thomas
8. Nicodemus (S9) 32.
9. Jos. Senator (S 8) 33.
10. Nzqüs 34.
11. Justus I 35.
12. Jacob. Jos. (S 28)
13. Judas frater 36.
eius (S 28) 37.
Josias 38.
Simon (S 27) 39.
Silas (S 13) 4H.
17. Judas Barsabbas 41.
(S 14) 42.
Marc. ev. (S 15) 43.
Luc. evang. (S71) 44.
Joannes (S 16) 45.
Munson (S 17) 46.
22. Mshj (Niger? S 20) 17.
23. Herodes (S 19) 48.
24. Manael (S 18) 49.
25. Jason (S 21) 50.
11
15
10
18
19
2()
21
Alexander (S 23)
Rufus (S 22)
Sim.Cyren.(S24)
Lucius Cyren.
(S25)
Kleopha (S 26)
Simon filius
Cleoph. (S 27)
Jac. maior (S28)
Judas Sim. (S 29)
Tyrsis (S 31)
Qstarj us
(Kastor? S 32)
Stephanus (S 34)
Prochorus (S 36)
Nicanor (S 37)
Timon (S 39)
Parmenas (S 38)
Philippus (S35)
Nicolaus (S 40)
Andronicus
Timotheus
Titus (S 43)
Phlegon (S 46)
Patrobas (S 44)
Asyncritus (S 47)
Hermas (S 48)
Hrnsiirs
51. Qrtils
(Kersis? S 49)
52. Btritün
' (Kerito? S 51)
53. Simon (S 52)
54. Caius (S 53)
55. Aquila
(Achlus? S 54)
56. Cyriacus
57. Stachys
58. Bur. im
(Urbanus? S 57)
59. . rstä . . lis
(Aristobulus?S60)
60. Tumnjä
61. Stephanus (S61)
62. Murqsös
(Narcissus? S 63)
63. Rufus (S 64)
64. Ephrem
65. Jason (S 21)
66. Marqsös
(Narcissus S 66)
67. Simon
68. Munis
69. Murüläd
70. Hurumänüs
71. Levi
Das „nichtgriechische" arabische Verzeichnis verdient wohl
nicht die Ehre eines Lückenbüßers eines verlorenen syrischen
Verzeichnisses, das die Grundlage für die andern legendarischen
Verzeichnisse gewesen wäre. Vielmehr zeigen die dem Syrer S
fremden Namen, welche Abül-1-Barakat aufweist, daß er dieselben
320 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
zugleich mit den Legendennotizen aus einer andern Quelle
herübernahm, z. B. gehören Lucas evangel. (n. 19), Levi (n. 71),
Murüläd (Marötölus) (n. 69), Simon (n. 67), Timotheus (n. 44),
Josias (n. 14), Justus (n. 11) dem edessenischen Verzeichnis des
Diouys. Bar Salibi an, während Stachys (n. 57), Ephrem (64) in
dem reich mit Notizen ausgestatteten ostsyrischen Kataloge des
Buch der Biene c. 48 sich finden, worin die Aufnahme des
Namens Stachys bereits byzantinischen Einfluß anzeigt. Aus
diesen Kriterien ist das „nichtgriechische" Verzeichnis Abül-1-
Barakäts nicht als Ausgangs-, sondern als Endpunkt der syrischen
legendarischen Jüngerverzeichnisse zu betrachten.
Auch das „griechisch"-arabische Verzeichnis hat beinahe
keinen eigenen Wert neben den mannigfachen griechisch-byzan-
tinischen Zeugen. Es ist ganz von diesem Typus abhängig, wie
es z. B. auch Stachys und Cäsar bietet. An die Spitze ist Bar-
nabas gestellt, wohl wegen der alexandrinischen Heimat. Es
lohnt sich nicht die Namenliste eigens zu geben. Der Heraus-
geber Baumstark glaubte, daß die arabische Übersetzung aus
einem koptischen Texte geflossen ist. Diese These läßt sich auf
sprachlichem Gebiete nicht erhärten1. Denn was Baumstark
an lautlichen Veränderungen der griechischen Eigennamen durch
eine koptische Übersetzung beeinflußt betrachtet, beweist nichts
gegen eine griechische Vorlage, da auch das Griechische solche
Wandlungen in Ägypten durchmachte. Man braucht nur die
griechischen Worte in koptischen Texten zu betrachten, so wird
man ersehen, daß das Griechische den koptischen Lautgesetzen
unterlag. Wenn vollends Abül-1-Barakät ausdrücklich hervor-
hebt, ein „griechisches" Verzeichnis zu bieten, so wird damit seine
Vorlage als im griechischen Sprachidiom geschrieben bezeichnet.
Dagegen verdient noch ein arabisches Teilverzeichnis2 in
dem arabischen Synaxarium der Maroniten, das aus dem Grie-
chischen übersetzt ist, Beachtung. Am 30. Juni wird die Predigt
1) Ob „Partien des Textes" oder nur die Eigennamen koptisch-
griechisch geschrieben sind, wie in der Ausgabe Baumstarks, ist von Be-
deutung.
2) Assemani III 1, 320. M. Treppner, Das Patriarchat von An-
tiochien von seinem Entstehen bis zum Ephesin. 431, S. 220 setzt dessen
Abfassung in das Jahr 1666. A. Baumstark, Oriens christianus I 1901,
314 f.
9. Die Jünger und ihre Bischofsitze. 321
und der Hingang der 12 Apostel summarisch beschrieben; es
werden dann die Namen folgender Jünger angereiht: 1. Jacobi
fratris Domini, qui filius Josephi dicitur; 2. Simeonis Cleophae,
eiusdem Jacobi fratris; 3. Barnabae qui et Joseph; 4. Marci
evangelistae, qui filius Simonis Petri dicitur; 5. Lucae evange-
listae; 6. Philippi diaconi, patris filiarum prophetissarum, qui
eunuchum reginae Candacis baptizavit; 7. Ananiae, qui Pauluni
baptizavit; 8. Joseph, qui et Justus et Barsabas; 9. Stephani
protomartyris; 10. Prochori; 11. Nicanoris; 12. Parmenae; 13. Ni-
colai. Wie ersichtlich, ist dies genau das Verzeichnis der grie-
chischen Menologien und Synaxarien, welches hierin auf syrischer
Grundlage ruht. Es bricht ebenfalls ursprünglich mit Nicolaus
ab1. Nur in späterer Zeit wurden diese 13 Namen mit Hilfe
des Dorotheusverzeichnisses zu 70 ergänzt und dadurch einige
dieser Namen umstellt, wie dies in dem Codex Sirmondianus
des CPolit. Synaxariums, welchen Delehaye bei seiner Ausgabe
zugrunde legte, der Fall ist.
9. Kapitel. Die Jünger und ihre Bischofsitze.
Wie aus dem letzten Kapitel hervorging, zerfallen die Jünger-
listen in byzantinische und syrische. Erstere sind die späteren
und beruhen teilweise auf syrischer Grundlage. Jedenfalls exi-
stierten bereits die bloßen Namenlisten geraume Zeit, bevor
etwaige biographische Notizen, insbesondere die Angaben des
Bischofsitzes und der Weihe durch einen der Apostel beigefügt
wurden. Wollen wir daher ersehen, in wieweit unsere Texte
anderweitiger früherer Überlieferung folgen, so müssen wir sie
mit einschlägigen syrischen oder byzantinischen Schriftdenk-
mälern, welche vor das 10. Jahrh. fallen, vergleichen.
An etwaigen syrischen Parallelen kommen in Betracht die
apostolischen Konstitutionen 1. VII c. 46 2, mit denen hierin Ps.
1) Siehe A. Thenn, Vitae oranium XIII Apostolorura, item XIII
Patrum Apostolicorum in Zeitschr. für wissensch. Theologie 29, 188(5 aus
Cod. Monac. gr. 255 u. 551.
2) F. X. Funk, Didascalia et Constitutiones apostolorum Vol. I,
Padcrbornae 1905, 452, 11 ff.
Texte u. Untersuchungen etc. 81.8 21
322 Scherrnann, Propheten- und Apostellegenden.
Ignatius1 etwas verwandt ist. In dem genannten Kapitel der
AK VII wird nämlich von Yers 2 — 15 jcsqI . . . xcöv vcp ?jijcöv
XEiqotov?]&evtwv ajtcoxojrcov der Städte Jerusalem, Cäsarea,
Antiocheia, Alexandreia, Rom, Ephesus, Smyrna, Pergamon und
Philadelphia, Kenchrae und Kreta, Athen, Tripolis, Laodicea,
Colossae, Beroea, Galatiens, Asiens und von Agina gehandelt.
Als Weihende werden Petrus, Paulus, Marcus und Lucas einge-
führt. Trotz der vielen Jünger- oder Bischöfe, welche sich an
diese Städtenamen anhängen, ist eine Verwandtschaft mit unsern
Texten gar nicht zu verspüren, wie die nachfolgende Tabelle
zeigt. Nicht bloß weist Dorotheus eine Reihe von hier vor-
kommenden Namen gar nicht auf, sondern selbst wenn sie ge-
nannt sind, unterscheiden sie sich durch die Angabe des Bischof-
sitzes. Wenn auch in AK VII die Namen der Weihenden oft
willkürlich eingesetzt sind, so hatte der Verfasser der AK doch
meist geschichtliche Anhaltspunkte in der Angabe des Bischofs-
sitzes oder des Missionslandes benutzt und trifft darin mit Eu-
sebius öfters zusammen.
Wie weit übrigens auch die in AK VII angegebene Tra-
dition von anderweitig verbreiteter abweichen kann, ist aus beiden
folgenden Beispielen ersichtlich. Archippus2 (bei Dorotheus
fehlend) ist nach AK VII 46, 12 Bischof von Laodicea in
Phrygien; nach Theodoret dagegen (ad. Col. 4, 16 — 17) soll er
nach der einen Überlieferung Bischof von Colossä (== Logothet-
text E), nach der andern Bischof von Thessalonich gewesen sein.
Gaius2 ist nach AK VII 46, 9 Bischof von Pergamum, nach
Origenes3 Bischof von Thessalonich, nach Dorotheus von Ephesus.
nach arabischer Überlieferung von Antiocheia.
Einiges Vergleichungsmaterial bieten auch die clementinischen
Recognitionen und Homilien, da darin die Städte erwähnt sind,
welche Petrus berührte, und in welchen er Bischöfe einsetzte.
Aus der byzantinischen Literatur stehen uns zweierlei Paral-
lelen zugebote. Zunächst ein vjt6tuvr}fia dg rovq ayiovg <xjio-
1) Etwaige Parallelen zitiert Funk ebenda S. 453 aus Ps. Ignatius
Ant. 7, 1 (nota 4), Trall. 7, 4 (nota 6).
2) Funk ebenda I 453 nota 6.
3) Vgl. Funk I 455 nota 12.
4) Ebenda 454, 3.
5) Ebenda nota 9.
9. Die Jünger und ihre Bischofsitze. 323
öroXovq IlixQov xal UavXov, das anonym aus einer HS der
Medicaea mit einer lateinischen Übersetzung des Jacobus Sirletus
in AA. SS. Junii tom. V p. 411 f1 herausgegeben, jetzt aber wohl
mit Recht 2 unter den Namen des Simeon Metaphrastes gestellt
wurde. Im ersten Teil des vjioiuv?]tua ist ähnlich den Clemen-
tinischen Recognitionen nur die Reiseroute des Petrus genannt,
wobei angegeben wird, daß er Bischöfe einsetzte, dereu Namen
aber nicht genannt werden, in Cäsarea, Sidon, Berytus, Biblus.
Tripolis (Bischof Maro), Orthosia, Antaradus, Batanaea, Paltus,
Gabala, Laodicea, Antiocheia: ferner in Tyana, Ancyra: dann kam
Petrus in verschiedene Städte, wo er keine Bischöfe zurückließ.
Bei Erwähnung einer neuen Reise werden nun die Bischöfe,
welche Petrus in den Städten einsetzte, jedesmal genannt, was
dann wiederum für unsern Zweck ein Vergleichungsmaterial ab-
gibt. Jetzt schon muß darauf hingewiesen werden, daß in dem
vjt6fivi]na keine einheitliche Redaktion vorliegt, z. B. wird Epa-
phroditus3 einmal Bischof von Andriake in Lykien genannt, etwas
weiter unten Bischof von Teracina; ferner daß hiermit Ps. Ignatius,
den Abschnitten aus den Clementinischen Recognitionen und
AK VII eine Verwandtschaft vorliegt, so daß das Urteil von
Lipsius begründet ist: „Die Nachrichten über die von Petrus
vollzogenen Bischofsweihen beruhen zum Teil auf älteren Lokal-
traditionen".
Ein lateinischer Paralleltext zu dem vjtouvr]tua liegt in einer
lateinischen Homilie4 vor, welche unter dem Namen des Patri-
archen Sophronius von Jerusalem unter dem Titel: de laboribus.
certaminibus et peregrinationibus SS. Petri et Pauli bekannt ist.
1) Venetiis 1744. Vgl. Lipsius D 1, 217 f.
'_') Alb. Ehrhard, Die Legendensaminlung des Symeon Metaphrastes
und ihr ursprünglicher Bestand in Festschrift zum Elfhundertjährigen
Jubiläum des Deutschen Campo santo in Rom, herausgeg. von St. Ehses.
Freiburg 1897, 47, gemäß der Metaphrasths Mosqu. 382 fol. 57—72 .
3) a. a. 0. p. 414.
4) ed. de la Bigne, Biblioth. Patrum tom. VII. Paris. 1589 col. 153ff.
Lipsius vermutete, daß die latein. Homilie, dem Sophronius zugeschrieben,
nur ein Fragment der griechischen des Sophronius von Jerusalem auf die
hl. Petrus und Paulus ist, was aber nicht zutrifft. Die letztere Homilie
steht Migne Patr. gr. 87, 3, p. 33ö5tf abgedruckt und enthält nichts Hierher-
gehöriges. Vgl. Lipsius, Die apocr. Apostclgesch. II 1. 469 (nicht 1 1. 469
wie in Ergänzungsheft S. 14 gedruckt) Nachtrag zu II 1, 7 Zeile 6.
21*
324 Schercnarm, Propheten- und Apostellegenden.
Abgesehen davon, daß die Namen der Orte in Syrien, welche
Petrus berührt, in der lateinischen Fassung entstellt sind, ist
das griechische vjcoftvfjfia reichhaltiger als die lat. Homilie, da
dasselbe nicht bloß die Erzählung der Jugendgeschichte des
Petrus bis zu seiner zweiten Reise nach Nikoniedien bietet, son-
dern die Aufzählung der Bischofsweihen, welche Petrus auf
späteren Reisen gemacht haben soll, fortführt, so daß die latei-
nische Homilie nur ein Fragment des vjrofivrjf/a zu sein scheint.
Ein weiteres Vergleichungsmaterial liegt in der Schrift jcsq!
rov ßiov xcu rcöv jtQa^scov xcu riXovq 'Avögtov des Epiphanius
Monachus vor, wo er sich beklagt, daß noch niemand die Lebens-
geschichte der seligen Apostel auf angemessene "Weise beschrieben
habe, so daß er jetzt diesem Mangel abhelfen wolle. Er benütze
Clemens von Rom, Evagrius den Sizilier und Epiphanius von
Cypern, von denen der letztgenannte in der avayQacpr) rcöv iß-
öofirjxovxa [tafrrjTcöv sich auf die Überlieferung seiner Vor-
gänger, d. h. auf mündliche Angaben, apokryphe Geschichten
und Enkomiasten berufe. In den nun bei Epiphanius sich fin-
denden Bischofslisten sind aber mehrere vorhanden, welche weder
in dem Jüngerkatalog des Epiphaniustextes (A) noch jenem des
Dorotheustextes (B) sich finden, welche vielmehr mit den von
Petrus Geweihten und in dem griechischen anonymen vjtoftvrjiia
Erwähnten identisch sind. Deshalb mochte Epiphanius monachus
zwei Quellen verarbeitet haben.
Weiteres Vergleichungsmaterial bietet das Menologium
Basilii, welches schon in den Namen der Jünger ganz von un-
serm Dorotheus abhängig ist. Am 15. April1, bei Erwähnung von
Aristarch, Pudens und Trophimus ist sogar ein Abschnitt aus
dem Dorotheustexte mitgeteilt, in dem der angebliche Heraus-
geber Procopius der literarischen Hinterlassenschaft dessen
Schriften über die Apostel „und andere Heiligen und über die
Propheten" namhaft macht.
Dieselben Festtagsdaten, welche Delehaye2 aus dem Syna-
xarium CPolitanum für die Jünger zusammenstellte, treffen auch
für das Menologium Basilii zu, welches wohl hierin des ersteren
Vorlage war. Wir können dies an einem Fehler kontrollieren.
1) Migne Patr. gr. 117, 405 A.
2) Synax. CPol. a. a. 0. pag. LX1X.
9. Die Jünger und ihre Bischofsitze. 325
Am 9. Dezember sind im Menologium Basilii1 genannt: Sosthenes,
Apollo, Cephas, Tychicus, Epaphroditus, Caesar und Onesiphorus.
Alle vorausgehenden mit Ausnahme des letzten haben im Texte
die Bischofsitze nach Ps. Dorotheus' Jüngerkataloge beigefügt.
Da nun der Name des Onesiphorus ausfiel, wurde der vorher-
gehende Jünger Caesar mit dem Bischofsitz des ersteren: Coroneia
betraut, so daß wir hier die Verderbnis folgendermaßen feststellen
können: O de Kalöag, ov xcd avrov o avrog ajioöroloq fiefivrj-
xai, [enioxojtoq ävQQaylov hysvexo, o öh OvrjOicpoQOQ, ov xal
avrov o anbdxoloo, (tSfivrjTai,] ejilüxojioq KoQojv?]q (KoQwvtlag)
kyeveto. Dieselbe Auslassung ging auch in das Synaxarium
CPolit. zum 8. Dezbr. über2.
Jedenfalls schon bei der ersten Ausarbeitung des Menolo-
giums, welches auf Befehl des Basilius IL (976 — 1025) angefertigt
sein soll3, dessen Grundstock aber älter ist, hatte die Dorotheus-
liste über die 70 Jünger Patenschaft gestanden. Die Jünger,
welche bei der ersten Einfügung nicht aufgenommen waren,
wurden auch späterhin nicht mehr berücksichtigt; und die Fehler,
welche bei der ersten Ausgabe sich eingeschlichen hatten, blieben
für immer darin, wie wir an einem Fall kontrollieren konnten.
Bei der folgenden Zusammenstellung wurden folgende Siglen
benutzt:
A = Jüngerliste des Ps. Epiphaniustextes,
B = ,, „ „ Dorotheustextes,
C = „ „ „ Hippolytustextes,
D = „ „ anonym, griech.-paläst. Textes,
E = „ „ Ps. Logothettextes,
F = „ in dem griech. Synaxarium CPolitan.,
Sd= „ des Dionysius Bar Salibi als Anhang
des 5. Buches der Chronik Michael des Syrers,
ed. J. B. Chabot, Chronique de Michel le Syrien,
Patriarche Jacobite d'Antioche(l 166—1199). Tonil,
fasc. II, Paris 1900, 147 ff.
1) Migne P. gr. 117, 197 ß.
2) Delehaye pag. LXIX und 290, 13.
3) Vgl. Andr. Schmid, Artikel Menologium in Wetzer und Weites
Kirchenlexikon XIII. Bd. 2. Aufl. Freiburg 1893, 12G1. K. A. H. Kellner,
Heortologie, 2. Aufl. Freiburg 190(3, 274 f. Delehaye pag. LIU f setzt den
Grundstock in die ersten Dezennien des 10. Jahrh.
326 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
Sb == Jüngerverzeichnis bei Salomon von Basrah c. 4S des
Buches der Biene; ed. J. M. Schönfelder, Salomonis episcopi
Bassorensis liber apis. Bambergae 1886 p. 78 ff. E. A. Wallis
Budge, The Book of the Bee [Anecdota Oxoniensia, Semitic
Series Vol. I part. II]. Oxford 1886 p. 109—113.
Ss = Jüngerverzeichnis in Cod. Sinait. Syr. 10 (s. IX); ed.
Agn. Sm. Lewis, Catalogue of the Syriac Mss in the Convent
of S. Catharine on Mount Sinai [Studia Sinaitica Nr. I]. London
1894, p. 8 — 10. Die lateinische Übersetzung rührt von meinem
Freunde Dr. Casp. Julius her.
Ta = Abül-1-Barakäts1 „griechisches" Verzeichnis der
70 Jünger in der „Lampe der Finsternis" c. 14, herausgegeben
von Ant. Baumstark in Oriens christianus II Roma 1902,
312—343.
Tb = Abül-1-Barakäts nichtgriechisches Verzeichnis der
70 Jünger, herausgeg. von Ant. Baumstark in Oriens christianus
I Roma 1901, 241-275.
Funk = Didascalia et Constitutiones Apostolorum edidit
Fr. X. Funk, Vol. I, Paderbornae 1906; vol. II 1905.
Dressel = Epiphanii monachi et presbyteri edita et ine-
dita. Ed. Alb. Dressel, Parisiis et Lipsiae 1843.
AA. SS. Junii tom. V p. 411 = vjr6fivr]fia eig xovg aylovg
djtoorolovg IltxQov xal llavlov ebenda.
Delehaye = Synaxarium ecclesiae Constantinopolitanae e
codice Sirmondiano nunc Berolinensi adiectis synaxariis selectis
opera et studio Hippolyti Delehaye [Propylaeum ad Acta Sanc-
torum Novembris] Bruxelles 1902.
Menol. Basilii2 = Menologium Basilianum, ex editione
cardinalis Albani, Migne Patrol. gr. tom. 117, Parisiis 1864.
Lipsius I, II 1, II 2, Ergänzungsheft = Die apokryphen
Apostelgeschichten und Apostellegenden von R. A. Lipsius. I. Bd.,
Braunschweig 1883; IL Bd. Erste Hälfte, Braunschweig 1887;
1) Bereits erwähnt werden die dazugehörigen arab. indices aposto-
lorum, welche von Baumstark nicht ediert wurden, von J. Guidi in Giorn.
della Societä asiatica italiana Vol. II 18S8 pag. 67.
2) Wo das Synaxarium CPolit. mit dem Menologium Basüii im Da-
tum und sonstigen Angaben übereinstimmt, wird nur letzteres erwähnt.
9. Die Jünger und ihre Bischofsitze. 327
IL Bd. Zweite Hälfte, Braunschweig 1SS4 (sie). Ergänzungsheft,
Braunschweig 1890.
Zahn VI = Theodor Zahn, Forschungen zur Geschichte des
neutestamentl. Kanons und der altkirchl. Literatur VI. Teil, Leip-
zig 1900.
Treppner = Max Treppner, Das Patriarchat von Antiochien
von seinem Entstehen bis zum Ephesinum 431. Würzburg 1891.
Nilles I, II = Nikolaus Nilles, Kalendarium Manuale utrius-
que ecclesiae orientalis et occidentalis . . auetius atque emen-
datius iterum edid. Tomus I. Oeniponte 1896. Tom. II. Oeniponte
1897.
Die in den erwähnten Listen genannten Jünger sind folgende:
1. Abilius: Bischof von Alexandreia. Nach AK VII 46, 5
(Funk 1 452, 19) von Lucas als 2. Bischof von Alex, eingesetzt.
Ebenso 2. Bischof von Alex, bei Euseb. h. e. III 21 (ed. Schwartz
236, 7) und in Chronik (ed. Schoene II 160). Im koptischen
Kalendarium Todestag am 1. Septbr., com memoriert am 3. April.
Siehe Nilles II 705. 717. Von keinem unserer Texte erwähnt.
2. Addai, einer der 70 bei Euseb. h. e. I 13, 4 (ed. Schwartz
p. 84, 15) und in der edessenischen Legende, stammt aus Paneas1
(Ss, Sb). Tb vertritt die spätere syrische Tradition, wonach er
nach Nisibis und Mesopotamien gekommen wäre, während er
nach der edessenischen Legende2 den Abgar V. Ukhäma in Edessa
vom Aussatze heilte und bekehrte, und dort eines natürlichen
Todes starb (Ss, Sd). In Sb heißt der Sohn des Abgar, der
Addai tötete, Herodes; in Tb dagegen Süds. Sb nennt den Ort
der Ermordung arx Agig, weiß von dem Verbleiben des Leich-
nams zweierlei Überlieferung zu berichten; nach der einen
soll er in Edessa begraben, nach der andern nach Rom ver-
bracht worden sein. Die alten syrischen Kaiendarien3 haben
1) Ancient Syriac Documents relative to the early etablishmenfc of
Chri.stianity in Edessa and the neighbouring countries . . by W. Cureton,
with a preface by W. Wright. London 1S04, p. 8; Paneas-Caesarea Phi-
lippi, Lipsius II 2, 154.
2) Doctrina Addaei bei Cureton p. 1 ff U ff. Euseb. h. e. I 13. Nach
der syrischen doctrina Apostolorum (ed. Cure ton p. 34) wirkte Addaeus
in Edessa und Umgebung, in Soba und Arabien, im Norden und Süden
von Mesopotamien.
3) Nilles II 41t;.
328 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
feria II hebdoni. primae im Monat August das Fest des Apostels
Addai, das dem griechischen Ritus und daher unsern griechischen
Texten ganz fremd ist. Über die Priorität der von Eusebius h.
e. I 13 benutzten acta Edessena gegenüber der doctrina Addai
s. Lipsius Ergänzungsheft S. 105 und neueste Literaturgeschichten.
3. Agabus, nach Act. 11, 27; 21,11 der prophetischen Gabe ge-
würdigt (AB CDETa). Ohne Angabe seiner Wirksamkeit an einem
bestimmten Orte. In den griech. Menaen und Synaxarien Gedächt-
nistag mit Rufus, Herodion, Asyncritus am 8. (resp. 10. 11.) April
(und 30. Juni), Delehaye 591, 9; 596, 48; 786, 7. Im koptischen
Kalender am 4. Febr. Martyr. s. Agabi ex 72 discipulis. Nillesll714.
4. Aggai. Nur in Sb, Sd1. Nach Sb war er seines Hand-
werks purpurius; nach Sd predigte er in Beit-eoupha-naye (la
Sophene) und in Beit Arzanaye (Arzanene) und im äußern Ar-
menien, wo ihm die Heiden die Beine brachen, so daß er starb.
Nach der doctrina2 Addaei und der armenischen Überlieferung3
dagegen habe ein abtrünniger Sohn Abgars V. ihm die Beine
mit seiner Rute abgehauen und gebrochen, worauf er starb.
Fehlt in den Kaiendarien.
[In Ta wird ein Achaeus erwähnt, welchen Baumstark p. 341
mit ^Ayaixöc, identifiziert].
5. Alexander, Bruder des Rufus (Mc. 15, 21) und Sohn
des Simon von Kyrene (Tb), predigte bei den Dailamiten, in der
Stadt Filu, taufte dort, wurde getötet und ist dort begraben (Tb).
Nach Sb, Sd hatte ein Alexander in Heracleopolis in Ägypten4
gepredigt, wurde dann in einen Graben geworfen, wo er starb.
Immerhin ist es fraglich, ob hier nicht eine Verwechslung mit
Heliopolis (= Balbec) vorliegt. Die in Tb angegebene Stadt Filu
ist vielleicht mit Flavias (Flaviopolis) am Calycadnus (das jetzige
Dorf Flipoli), wo ein Alexander Bischof zu Anfang des 3. Jahrh.
1) Nach der syrischen doctrina apostolorum (ed. Cure ton p. 34)
wirkte Aggai in Persien, Assyrien, Armenien, Medien, in den Gegenden
um Babylon, bei den Huriten und Gelen bis zu den Grenzen von Indien
und der Gegend von Gog und Magog.
2) ed. Cureton, Ancient Syr. Doc. p. 22 f.
3) Bei Moses von Khorene, Geschichte Armeniens 1. n c. 34 (ed.
Cureton, Anc. Syr. Doc. p. 136). Vgl. Lipsius II 2, 157.
4) Vgl. Ad. Harnack, Die Mission und Ausbreitung des Christen-
tums in den ersten drei Jahrh. Leipzig 1902, 455 f (noch erste Aufl.).
9. Die Jünger und ihre Bischofsitze. 329
war1. Alexander mit Rufus werden in den Akten des Petrus
und Andreas und des Andreas2 und Bartholomäus als Gehilfen des
Andreas im Lande der Gazarener erwähnt. Die Apostel werden
verbrannt, die Urne mit ihrer Asche ins Meer geworfen3, woraus
vielleicht die rätselhaften Nachrichten in Sd: „fut jete dans une
fosse" oder Sb: „in foveam coniectus'' entstanden. Übrigens
werden Alexander und Rufus auch in den äthiopischen und alt-
slavischen Akten des Andreas und Matthias4 erwähnt. „Der
Schauplatz ist das Land der Menschenfresser".
6. Ammonius predigte nach Sd in Melitene in Armenien.
Vielleicht einer der Wanderer nach Emmaus, welche Ambrosius
Amaon (Ammaon) und Kleophas, (Origenes aber c. Cels. II 62 Simon
und Kleophas) nennt. Vgl. Zahn VI 350 Anm. 2 f. Über Am-
monii s. Nilles II 744 index generalis.
7. Amplias (Rom. 16, 8). Einstimmig berichten A, B, C, E,
Ta nebst dem Menologium Basilii porphyrog. (Migne P. gr. 117,
137 A) und dem Synaxar. CPol. am 30. Oktober von ihm als
Bischof von Odyssus (oder Odyssopolis).
8. Ananias. Allgemein wird erwähnt, daß er Paulus taufte
(Act. 6, 10 f) und dann Bischof von Damascus wurde (Text A
HS Bb, B, C, E, F, Ta, Tb). In Sb wird seine Mission auf Da-
mascus und Arbela ausgedehnt, ebenso in Tb. Von seinem
Lebensende wissen die Syrer zu berichten, daß er ermordet wurde
(Ss, Ta) und zwar durch Balas, den Feldherrn des Arethas (Sd),
welcher auch Phul (Sb) heißt oder Philippus (Tb), oder Lucianus
(F), von dem er eine Reihe von Martern, Zerbrechen der Gliedmaßen,
Brennen mit Flammen und zuletzt Steinigung, außerhalb der
Stadt zu erleiden hat (F). Den Tod verlegen Sd nach Arenaöl,
Sb nach Arel. Tb erwähnt den Todestag am 27. Baöneh. Im
griech. Synaxarium wird sein Gedächtnistag am 1. Oktbr. (Dele-
haye 95, 5) gefeiert, wobei die vita = F ist, ebenso im Meno-
logium Basilii (Migne 117, SO C). In Sb und Tb tritt offenbar
1) Vgl. Treppner, Das Patriarchat von Antioch. S. 87.
2) Ed. Lipsius-Bonnet, Acta apost. apocr. II 1, 117, 5 f. .1. Arm.
Robinson, Coptic Apocryph. Gospels [Tcxts and Studies IV. No. 2] Cam-
bridge 1896, 209; vgl. Mahm, Confüets of the holy Apostles p. 99.
3) Lipsius, Ergänzungsheft 8. '.»i.
4) Tischendorf Act. ap. apocr. p. 151, 17. Lipsius I 553.
330 Scherrnann, Propheten- und Apostellegenden.
eine Verwechslung oder Vermengung mit Ananias, dem Märtyrer
von Arbela in Persien ein, dessen Fest aber im Menologium
Basilii am 1. Dezbr. begangen wird (Migne 117, 186 D). Nilles 1 340.
9. Andronicus (Rom. 16, 7). Nach A (HS Bb), B, C, E
Bischof von Panonien, ebenso in den Menologien und Synaxarien
am 30. Juli (Delehaye 856, 48). Dagegen nach Sb, Sd predigte
er in Illyrien, nach Tb in Thünjüs (Thunisa, Africa procons.?),
nach Ta in Susa (?). Unsere Texte erwähnen nichts von der
Rolle, welche Andronicus in den Johannesakteu des Leucius und
der Überarbeitung des Prochorus zukommt, s. Zahn VI 102 Anm.
10. Annianus, Bischof von Alexandreia, durch Marcus or-
diniert in AK VII 46, 5 (Funk I 452, 18). Vgl. Eusebius Chronik
s. Funk I 453 nota 5 (Euseb. h. e. III 21 [ed. Schwartz p. 236, 6]
erwähnt ihn nicht). Im kopt. Kalender am 20(28.) November,
im röm. Martyrol. am 25. April. In unsern Texten nicht erwähnt.
11. Apelles, Bischof von Smyrna vor Polycarp (A [HS Bb],
B [2 mal xr\ , xö' Bischof von Herakleia], C, E), ebenso in Menol.
und Synax. am 10. Septbr. (Delehaye 33, 36) oder 31. Oktober
(184, 11); in vjrofiv^f/a Act. SS. Junii tora. V p. 414.
— Bischof von Heracleia in B (xö'), F, Ta, griech. Synax.-
Menol. am 22. April (Delehaye 621, 53).
— Bischof von Mailand, nachdem er in Italien gepredigt hat. Ta.
12. Apion von Andreas als Bischof von Odyssopolis ein-
gesetzt bei Epiphanius monach. (Dressel p. 56, 13).
13. Apollos (Act. 18, 24; 19, 1; 1 Cor. 1, 12; 3, 4 etc.),
Bischof von Cäsarea (ABCETa); ebenso in Synax. am 7. Jan.
(Delehaye 376, 51). Dagegen wurde Apollo nach Sb, Sd von
Sparcelins, dem Richter von Grangra, verbrannt, und zwar nach
Sd in Apamea.
14. Aquila, in A (nur HS Bb) und Ta wohl irrtümlich
Bischof von Heraklea genannt, aber unterschieden von dem
Gatten der Priscilla (Act. 18, 1 ff). Dagegen erwähnt Tb seine
Mission in Hi'gän und seinen Verbrennungstod in Sfär. Nach
AK VII 46, 14 sind Aquila und Niketas Bischöfe in Asien (Funk
I 454, 9); in den Clementinen sind Aquila und Niketas oder
Faustus und Faustinianus Brüder des Clemens und Begleiter
Petri. Funk I 455 nota 14.
15. Archippus nach E Bischof von Colossä (cfr. Col. 4, 17).
In Synaxarien und Menologien am 23. Novbr., 20. Febr., 6. Juli,
9. Die Jünger und ihre Bischofsitze. 331
ohne weitere Angaben. Nach AK VII 46, 12 (Funk I 454, 6)
Bischof von Laodicea in Phrygien; nach Theodoret (ad. Col. 4,
IG — 17) sollen zwei Überlieferungen existieren, die eine machte
ihn zum Bischof von Colossä, die andere von Thessalonich; s.
Funk I 455, nota 12.
16. Aristarch (Act. 19, 29; 20, 4; 27, 2; Col. 4. 10 Mit-
gefangener des Paulus) wurde nach AB (£//) C ($>]') mit Paulus
gemartert oder enthauptet. B dagegen (£$'), C (s<f ), Ta nennen
ihn Bischof von Apamea in Syrien. In den griechischen Meno-
logien und Synaxarien wird er mit Pudens und Trophinius am
14. April (Delehaye 601, 5) oder am 15. und 16. April gefeiert.
Sb berichtet nach einer andern Tradition, daß er in Magsarta
predigte und gestorben sei. Ta nennt Codices, welche Aristarch
Bischof von Diospolis in Syrien, heute Lydda, nennen.
17. Aristobulus. Die gewöhnliche Tradition nennt ihn
Bischof von Britannien (A [HS B], B, C, E, Ta). Nach dem vjco-
fiv?]fia (AA. SS. Junii tom. V p. 416) hat Petrus in Britannien
Bischöfe, Presbyter und Diakonen eingesetzt, ohne daß Namen
angegeben werden. Öfters wird er Bruder des Barnabas genannt,
so bei Epipbanius monachus1, auch in den griechischen Syna-
xarien, nach denen er aber (15. März, Delehaye 539, 4; oder
30. Okt.) von Paulus zum Bischof von Spanien geweiht wurde.
Sb läßt ihn in Isaurien predigen2, dessen Metropole Seleucia am
Calycadnus ist, Tb in der Gegend der Romäer (Kleinasien) und
Tarsus, wo er im Gefängnisse starb.
18. Aristion (Ariston3), öfters als Jünger Jesu von Papias4
zitiert (Euseb. III 39, 7. 14), nennen AK VII 46, 8 (Funk I 454, 2)
Bischof von Smyrna. In unsern Texten nicht genannt.
19. Artemas (Tit. 3, 12), Bischof von Lystra (A, B,C,E,Ta);
ebenso Synaxarien, Menologien am 20. Okt. (Delehaye 153, 40);
oder 22. Juni, 30. Oktober.
20. Asyncritus (Rom. 16, 14), Bischof von Hyrcania (A, E,
C, Ta), Urbania (B). Nach Sb predigte er bei den Huziten (Beth-
1) Lipsius I 575; II I, 7. 372.
2) Treppner a. a. O. S. 174 f.
3) Verwechslung mit Ariston, dem Verfasser der altercatio Simonis
et Papisci s. Bardenhewer, Die altürchl, Literatur I 188.
4) Zahn VI 120, 123, L24. Vgl. Funk I 454 nota 8 und derselbe,
Patres apostolici. Vol. I editio II, Tubing. 1901, 352, 3—1 und p. 353 nota.
332 Schercnann, Propheten- und Apostellegenden.
Hüzaye = Khüzistän Budge 111), nach Tb bei den Elamiten.
In den griechischen Menologien am 8. April erwähnt.
21. Barnabas, mit dem Beinamen Josef oder Joses (F, Tb)
gemäß Act. 4, 36 Levit aus Cypern (Tb). Infolge Act. 11, 26,
wo erwähnt wird, daß in Antiocheia die Jünger, welche Barnabas
und Saulus bekehrte, zuerst Christen genannt wurden, wird er
priuceps LXX discipulorum (Ta, cfr. F) geheißen1. Als Missions-
station wird zunächst Rom genannt, wo er nach A, B zuerst das
Evangelium verkündigte, nach E mit Paulus, nach Sb in Italien
allgemein. Auch die Clementinischen Recognitionen und Ho-
milien (I 6 und 7) sprechen von seiner Predigt in Rom, aber
nach Petrus. Daran schließen die meisten griechischen Texte
sein Amt als Bischof von Mailand (A, B, C, E, Ta), eine Legende,
welche von der zweiten Hälfte des 8. Jahrh. ab (Bischof Beringus)
verfolgt werden kann2. Die älteren Martyrologien vor dem 9.
und 10. Jahrh. wissen noch nichts davon; daher glaubte Pape-
broch, daß die Nachricht von unsern Jüngerlisten (Dorotheus)
ausgehe. Lipsius widerspricht ihm und behauptet, daß eine Mai-
länder Lokaltradition die Priorität beanspruchen könne. Dieses
Moment ist jedenfalls ein wesentlicher Punkt zur Datierung
unserer Texte. Nach der syrischen Tradition predigte Barnabas
in Attalia und Claudia (== Römer-Colonie Claudiopolis in Isau-
rien Sd) oder in Kurä (Sb), und läßt ihn in Samos auf Cypern
entweder sterben (Sd) oder getötet (Ss) sein. Ta schildert sein
Martyrium als Steinigung und Verbrennung. Auch seine Ruhe-
stätte wird von Sb, Ss, Tb auf Samos angegeben. Hier liegt
die Überlieferung zugrunde, welche auf Act. 15, 39 aufgebaut
ist, wonach sich Barnabas nach seiner Trennung von Paulus dort
niederließ, und von Clem. Alexandr. Strom. II 20, 12 und Euseb.
h. e. I 12, II 2 und den jcsqloÖol Bagvaßa festgehalten wird.
Eine weitere Ausgestaltung erhielten dann diese Notizen in dem
syxcofiiov des Mönches Alexander3.
22. Während Tb den Barsabbas genannt Justus (Act. 1, 23)
mit dem vorhergehenden Barnabas identifiziert, nennt C einfach-
1) Vgl. David Blondell (ed. Fabricius) p. 491. Apostel genannt bei
Ainbrosius de Spir. s. II 12.
2) Lipsius II 2, 300.
3) Lipsius II 2, 298.
9. Die Jünger und ihre Bischofsitze. 333
hin einen Barsabas Bischof von Herakleia. nach Sd predigte
ein solcher in Arnun und starb im Gefängnis.
23. Birrhus (Birrus, Burrhus). Diakon in den Johannes-
akten s. Zahn VI 204 Anm. 2, Schüler des Petras in sahidischen
Fragmenten des Lebens der Jungfrau c. 4 J. Arm. Robinson,
Coptic Apocr. Gospels (Texts und Studies IV No. 2, Cambridge
1896) p. 36 u. 37. Burrhus, Diakon in Smyrna: Ignatius ad
Ephes. 2, 1.
24. Bitärsus wurde nach Sd in einen Ofen in Laodicea
geworfen und starb daselbst.
25. Btritün und Simon, Elfenbeinschnitzer, predigten in
der Stadt Brutjah, wo sie der Präfekt Silvanus töten ließ (Tb).
26. Bukolus, erster Bischof von Smyrna, nach Ps. Pionius
in der vita Polycarpi c. 10 (F. X. Funk, Patres apostolici II 1901,
291—336). Cfr. Funk, Didascalia I 454 nota 8.
27. Bürün soll nach Tb Nubien mit Stachys bekehrt haben.
28. Caesar, fälschlich aus Phil. 4, 22 abgeleitet, war nach
A, B, C, E, Ta Bischof von Dyrrhachium. Vgl. Lipsius I 203.
29. Carpus (2 Tim. 4, 15), Bischof von Berrhoea in Thrakien
ABC (Berytus in Thracien), E, Ta. Menologium Basilii (476 D)
ohne Angabe eines Bischofssitzes am 26. Mai. Vgl. Nilles I 165.
Ob Qrisis in Sd mit Carpus identifiziert werden darf, wie
Chabot meint, welcher in Birilön (Beroea) predigte und in Krünos
(Chersonese) starb, ist fraglich.
30. Cornelius centurio wird er in AK VII 46 (Funk I 452,
16) von Petrus als 2. Bischof von Cäsarea in Palästina eingesetzt,
nach dem vjcofivtjfia (AA. SS. Junii tom. V p. 414) ebenfalls von
Petrus, aber als Bischof von Ilium am Hellespont.
31. Crescens (2 Tim. 4, 10), KQioxrjg, Qrisius Sd, wird
Bischof von Chalcedon in Gallien genannt A, B, Charcedon C,
Chalcis E, in Gallien F, in Kälänia (= Gallien?) Sd, in Dalmatien
Sb, in Galatien Tb, in Lyon (?) Galliens Ta. Die vielen Ent-
stellungen der Städte- oder Ländernamen gehen doch wohl auf
Galatien (Gallien) zurück, da hierin eine alte Überlieferung ver-
borgen ist, von der schon Eusebius h. e. III 4, 8 (ed. Schwärt/
p. 194, 4) berichtet: rcöv de louicbv axolovftmv rov IlavXov
Kqtjöxijq .. Im rag Falliaq GT£iAdtutvoQ vn avrov (laQXVQEltau
Auch in AK VII 46, 13 (Funk I 451, 8) wird Crescens Bischof
der Kirche von Galatien genannt. Wohl durch Verstümmelung
334 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
aus Chalcedon entstand die Nachricht, daß Petrus in Karthago
den Crescens zum Bischof geweiht haben soll, wie das vjio[ivr][ia
(AA. SS. Junii tom. V p, 416) und das lateinische Fragment des
Pseudo-Sophronius (Lipsius II 1, 222) mitteilen.
Von einem Martyrium unter Trajan sprechen A (HS B) und
Ta in Gallien selbst; dagegen wurde Crescens nach Sb, Sd, Tb
in Alexandreia ins Gefängnis geworfen, wo er dann Hungers
starb. Im Menol. Basilii (M 565 C) wird er am 30. Juli mit
Silas, Silvanus, Epaenetus und Andronicus erwähnt.
32. Crispus (Act. 18, 8; 1 Cor. 1, 14) ist nach AK VII 46, 14
(Funk I 454, 10) Bischof der Kirche von Ägina. In Sd ist die
Stadt, wo Crispan predigte, nicht genannt. Im kopt. Kalender
am 1. Juni. Nilles I 720.
33. Cyriacus (Junias, wohl in Tb Verstümmelung aus Judas).
Judas Cyriacus ist die Hauptperson der Geschichte von der 2. Auf-
findung des Kreuzes durch Helena (Zahn VI 254. 292 Anm. 3).
Nach Tb predigte er in Samos (in occidente), taufte und wurde
Märtyrer.
34. Demas wurde nach 2 Tim. 4, 10 wieder abtrünnig und
Götzenpriester in Thesalonich: A (HS B), B, C, E. Nach Ta war
er zuvor Bischof von Diospolis in Syrien. Sb weiß nichts von
seinem Abfall, auch nicht Sd, wonach er in Cilicien in ein Bade-
bassin geworfen wurde.
35. Demetrius als Bischof von Philadelphia von Johannes
geweiht in AK VII 46, 9 (Funk I 454, 3).
36. Dionysius (Areopagita) von Athen, nach Euseb. h. e. III
4, 10 und AK VII 46, 11 (Funk I 454, 5) Bischof von Athen.
37. Dracontius, von Andreas als Bischof von Nicaea ein-
gesetzt. Epiphan. monach. (ed. Dressel) p. 65, 6.
38. Ebrius (nur in Sb: Abrion et Mo tos) soll mit Mutus
nach Äthiopien gewandert sein (Budge p. 112).
39. Epaenetus (Rom. 16, 5), Bischof von Karthagena nach
A (HS B), B, C, E, F, Ta. Nach dem vjcofivtjfia (Act. SS. Junii
tom. V p. 416) weihte ihn Petrus in Sirmium in Spanien? (sonst
in Pannonien) zum Bischof.
40. Epaphroditus (Phil. 2, 25 s), Bischof von Andriake
(A, B, C, E, Ta, griech. Menol. und Synax. am 9. Dez. Migne 117,
197 B). In dem vjtofivtjf/a c. 2 (AA. SS. Junii tom. V p. 414 1
dieselbe Nachricht, dagegen in c. 3 (p. 416) nochmals als Bischof
9. Die Jünger und ihre Bischofsitze. 335
von Terracina genannt, was wohl auf Lokaltradition zurückgeht
(Lipsius II 1, 222).
41. Ephraem predigte und starb in Baisän: Sd, Sb.
42. Erastus (Rom. 16, 23), Bischof von Paneas = Caesarea
Philippi: A, B, C, E, Ta, Menol. Basilii 10. November, (M. 153 C);
Nilles I 320.
43. Esphana starb im Gefängnis in Tarsus Sd.
44. Evodus (Euodius), erster Bischof von Antiocheia nach
Petrus: A, B, C, E. Nach Ta soll er auch Eubulus heißen und
Bischof von Antiocheia in Pisidien gewesen sein. Die erste
Nachricht teilen auch AK VII 46 (Funk I 452, 16 f); vji6[ivrj^ia
(AA. SS. Junii tom. V, 414) ebenso der lat. Ps. Sophronius;
ebenso Malala, Nikephorus Call. h. e. II 35 (Lipsius II 1, 211),
ebenso die griecb. Menologien und Synaxarien (Delehaye 24, 54)
zum 7. Septbr. Sie ist historisch begründet, wie Euseb. h. e. III
22 (ed. Schwartz 236, 14) mitteilt. Evodius, Schüler des Petrus,
erzählt den transitus Maria. Er nennt sich darin einen der 72
Jünger, den Schüler des Petrus und dessen Nachfolger, aber
nicht in Antiocheia, sondern in Rom als der 2. Siehe J. Arm.
Robinson, Copt. Apocr. Gospels (Texts and Studies IV 2) p. 44.
51. 207. 209. Über Evodius als Verfasser eines Briefes „cpwc"
betitelt, bei Nikephorus teilweise aufbewahrt und in einem inter-
polierten Text der Chronik Hippolyts von Theben (Diekamp V
2, 5 p. 27, 5) s. Diekamp p. XXXIV ff.
45. Euchastion und Simeon wurden von Metholius, dem
Präfekten von Byzanz, hingerichtet: Sb.
46. Eunuch us Candacis reginae, soll in Äthiopien gepredigt
haben, dann auf der Insel Parpachia, wo er an einem Seil er-
tränkt wurde: Sb. Nach Ta soll er in Arabia Felix und der
Insel Taprobane gepredigt haben.
47. Fortunatus, ohne weitere Angaben in Ta.
48. Gaius (Act. 19, 29; Rom. 16, 23; 1 Cor. 1, 14), nach AB
CETa Bischof von Ephesus. Nach Tb predigte er in Antio-
cheia und Umgebung, wo er am 4. des Amsir als Märtyrer starb.
Nach Origenes dagegen, Com. in Rom. 16, 23, erster Bischof
von Thessalonich, nach AK VII 46, 9 (Funk 1 454, 3) von Petrus
zum Bischof von Pergamum geweiht. In dem Synaxarium CPolit.
stimmt zum 4. Novbr. (ev. 6. Novbr.) die Nachricht über ihn mit
unsern griechischen Jüngerlisten (Delehaye IUI. <>. 17).
336 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
49. Hermas (Rom. 16, 14) wurde Bischof von Philippi:
ABCETa, ebenso Synax. CPol. am 4. Novbr. (Delehaye 194, 6.
12). Von diesem scheint in den syrischen Zeugen Hermas Pastor
(D, Sd, Sb, Tb) unterschieden werden zu müssen, der in Rom,
Antiocheia und Caesarea predigte (Tb) und in Antiocheia starb
(Sd, Sb).
50. Hermes (Rom. 16, 14). Daneben wird in A (HS B), B,
C, E, Ta ein Hermes genannt, welcher Bischof von Dalmatien
oder Berytus (Ta) wurde, dessen Gedächtnis in der griechischen
Kirche am 8. April begangen wird. Nilles I 134.
51. Hermogenes war Bischof von Megara: A (HS B), B,
C, E und fiel nach 2 Tim. 1, 15 mit Phygelus ab. In den Acta
Theclae c. 14 wird er mit Demas als Irrlehrer erwähnt. Im
syrischen Martyrologium vom J. 412 wird er mit Rufus zum
19. April erwähnt. Lipsius, Ergänzungsheft S. 42.
52. Herodion (Rom. 16, 11), Bischof von Patara (Paträ)
nach A, B, E. Nach C Bischof von Tarsus, nach Ta der nitri-
schen Wüste. In dem vji6tuvrjfia (AA. SS. Junii V p. 414) wird
er ebenfalls Bischof von Paträ genannt; ebenso in Synax. CPol.
zum 27. März, wo sein Martyrium näher beschrieben wird (Dele-
haye 564, 9). Er findet sich in Menaeen und dem Synax. noch-
mals am 8. April mit Agabus und Rufus (Delehaye 591, 8. 50).
53. In Sd, Tb wird auch ein Her ödes genannt,, der in Acco
ermordet wurde und begraben liegt.
In Hierapolis setzt Philippus Heroe zum Bischof ein =
Niketas David Paphl. or.IX in laud. S. Philippi (Migne 105, 196 C).
54. Hrnsürs, einer der 6, welche mit Petrus in Caesarea
waren, predigte auf den Inseln. Tb.
55. Hurumänüs predigte in Emesa und Heliopolis, liegt in
Sjör begraben. Tb.
56. Hymenaeus (Budge 112: Omius) predigte und starb
in Melitene. Nach dem Ambrosiaster zu 2 Tim. 2, 18 wird ihm
und Philetus mit Verweis auf Acta Theclae c. 14 eine Irrlehre
zugeschrieben, als deren Vertreter aber dort Demas und Hermo-
genes erscheinen. Lipsius II 1, 425 A. 3.
57. Jacobus der Herrnbruder wird 6 dös2.g)6g rov xvqiov
in A (HS Bb), B, H, D (+ xata öagxa D, Tb) Ta, aösXyo&soq
9. Die Jünger und ihre Bischofsitze. 337
in C genannt. Als erster Jünger1 tritt er in A (HS Bb)BCDE,
als 28. in Sd, als 2. in Ta, als 12. in Tb auf. Ta und Tb nennen
ihn fernerhin filium Josephi fabri lignarii, Ta noch concionator.
Nach Tb war er aus dem Stamme Juda; seine Mutter Sa-
lome stand unter dem Kreuze, welche die Nichte des Priesters
Zacharias war.
Er war der erste Bischof von Jerusalem2 (A [HS Bb], B
[vom Herrn selbst dazu gemacht], C, E); als solcher 28 Jahre in
Jerusalem tätig (Ta), oder gar 30 Jahre (Tb). Seine Mission (Tb)
erstreckte sich auch außerhalb Jerusalems über ganz Palästina,
Emesa, Caesarea bis zu den Nomaden von Arabia Petraea, Nach
derselben Quelle ist er Verfasser des katholischen Briefes3.
Sein Martyrium bestand nach A, H, Sb darin, daß er von
den Juden in Jerusalem gesteinigt wurde4. Sb, Ta lassen ihn
gemäß der Erzählung des 7. Buches der Hypotyposen des Cle-
mens5 und des Hegesippus6 von der Zinne des Tempels herab-
gestürzt und dann von einem Walker erschlagen sein. Tb da-
gegen läßt ihn auf Befehl des Agrippa gesteinigt und dann von
einem Walker getötet werden.
Seine Beisetzung erfolgte in Jerusalem in dem Tempel in
der Nähe der Priestergräber (A). In Tb ist dann fernerhin die
Legende erzählt, wonach die Juden als Strafe für die Ermordung
des Jacobus die Eroberung Jerusalems durch Vespasian7 be-
trachteten.
58. Jason (Act. 17, 5; Rom. 16, 21), Bischof von Tarsus
(ABCETa); nach dem vjcofivrjfia zum Bischof von Thessalonich
durch Petrus geweiht (AA. SS. Junii V 414). Im Synax. CPol.
am 28. April mit Sosipater (Delehaye 633, 7), mit welchem er iu
1) Euseb. comm. in Isai. 17, 5 — 6 (Migne Patr. 24, 209 A) nennt ihn
nach Paulus den vierzehnten in der Reihe der Apostel.
2) Nach dem 6. Buche der Hypotyposen des Clemens bei Euseb. h.
e. III 3 (ed. Schwartz-Mommsen S. 104, 4 — 8). In Constit. apost. (Funk
I 452, 12) von Petrus eingesetzt.
3) Cfr. Euseb. h. e. II 23, 25.
4) Nach Flavius Josephus antiqu. 1. XX 9, 1; ebenfalls bei Euseb.
h. e. U 23, 21—22.
5) Bei Euseb. H 1, 5 (ed. Schwartz S. 104, 14).
6) Bei Euseb. II 23, 3. 12.
7) Hegesippus bei Euseb. H 23, 18 (ed. Schwartz 170, 23). Die
späteren Berichte über Jacobus siehe bei Lipsius a. a. O. II 2, 241 Ö'.
Texte u. Untersuchungen etc. 31. 3 22
338 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
Sb erwähnt wird: praedicantes in Olmio bestiis obiciuntur. Dieses
Martyrium wird in Sd ebenfalls von Jason ausgesagt. In Tb
dagegen wird ihm die Stadt Apamea und Saizr als Wirkungs-
kreis übertragen. In demselben Zeugen Tb wird dann als n. 64
genannt ein Jason, den man auch sonst Murqsös (Marcus?) nenne,
welcher in Rhüs (vielleicht Rhosos = El Ros am Orontes bei
dem Meerbusen von Issus [Treppner S. 123]) wirkte und starb.
59. Jousai predigte in 'Ard'at und wurde dort zu Tode ge-
steinigt: Sd. cArdcat vielleicht = Arad, Bistum der Insel Arad
und des unweit von der Küste Phönikiens gelegenen Antarad.
60. Ignatius von Antiocheia, unter Trajan zum Tode im
Kampfe mit den wilden Tieren verurteilt: D, E. Nach AK VII
46, 4 (Funk I 452, 17) war Ignatius von Paulus als Bischof
von Antiocheia ordiniert; über die Zeugnisse bei Eusebius s.
Funk I 453 nota 4.
61. Johannes predigte (mit Theodoms Sb, mit Munson Tb)
in Heliopolis (Baalbec) und Satrön (Tb). Sie wurden dann im
Theater von Baalbec wilden Tieren vorgeworfen SdSbTb. Nach
AK VII 46, 7 (Funk I 454, 1) wurde ein Johannes zum Bischof
von Ephesus durch den Apostel geweiht. Offenbar ist mit dem
ersteren der Presbyter Johannes gemeint, über welchen Papias
bei Euseb. h. e. III 39, 6 berichtet (Funk I 453 nota 7).
62. Johannes Marcus (Act. 12, 12. 25; 15, 37) (D) wurde
Bischof von Alybante (Ta); Bischof von Biblus (A).,
63. Josef von Arimathaea predigte in Galiläa und in der
Decapolis (D Sd Ss Tb), begraben in Ramath (Sb), Arimathaea (Tb).
64. Josef Justus qui et Barsabbas (Col. 4, 11: 'irjöovg o
Xty6tu£voc 'iovötoq BE; Judas Barsabbas: Act. 15, 22. 27. 32
A D E F Ta). Bischof von Eleutheropolis : A B C E Ta. Die sy-
rische Tradition in SdSbTb läßt ihn in Tiberias und Caesarea
predigen und sterben. Unsere Texte wissen weder etwas von
dem Lebensende des Barsabbas Justus, von dem Papias berichtet
(Zahn VI 110 Anm. 2), noch von der Nachricht des Eusebius
(h. e. IV 5, 3; ed. Schwartz p. 304, 26), daß ein Justus 3. Bischof
von Jerusalem war.
65. Josias, „Sohn des Schreiners Joseph, Bruder des Jacobus
und Judas", predigte und starb in Fraus. Tb.
66. Judas Jacobi, Verfasser des katholischen Briefes (Tb),
predigte in Adrät, Edessa, Auranitis und heilte den Abgar von
9. Die Jünger und ihre Bischofsitze. 339
Edessa vom Aussatze. Als Märtyrer starb er in Adr'ät am 25.
des Baöneh. Tb. Hier liegt offenbar Identifikation mit Thaddäus
vor. Siehe hierüber in dem Apostelverzeichnis. Nach Sd pre-
digte Judas Jacobi in Baisan und starb in Loud. Nach Tb wird
noch ein Judas Barsabbas unterschieden (n. 17), der in Persien
und der Tabaristana predigte und zersägt wurde; fernerhin noch
ein Judas Simon, der in Arimathaea predigte und dort von den
Juden getötet wurde. Nach AK VII 46 (Funk I 452, 14) wurde
Judas Jacobi als 3. Bischof von Jerusalem durch Petrus ein-
gesetzt.
67. Junias (cfr. Rom. 16, 7), Bischof von Apamea in Syrien
(A). Nach Sb Sd in Samos ergriffen und getötet. In dem Synaxar.
CPol. am 17. Mai mit Andronicus erwähnt (Delehaye 689, 23).
68. Kephas (Galat. 2, 11), unterschieden von Petrus (D)
durch Clemens Alex, bei Euseb. I 12, 2 (ed. Schwartz p. 82, 3 f).
Bischof von Konia (ABC Ta) oder Kolonia (E). Nach Sd pre-
digte er in Rhodus und wurde dann ins Meer geworfen; nach Ss
wurde er in Antiocheia gesteinigt. Nach Sb predigte er in
Baalbec, Hamaz (Budge p. 110: Hirns [Emesa]) und in der Natron-
wüste. Er starb und wurde begraben in Sarmi (Budge p. 110:
Shiräz, Sarmin, Shaizär, Kurärnah).
69. Kleophas qui et Symeon, oder Simon o rov Kloüta.
Nur ein einziger Text (Sd) unterscheidet Kleophas, der im Ge-
fängnis in Tarsus gestorben sein soll, von dem Bischof von
Jerusalem. Während die griechischen Texte und die arabischen,
welche teilweise mit den griechischen verwandt sind, letzteren
Kleophas 6 xcu ^vfiscbv nennen, sprechen die syrischen Texte
(DSdSbSsTb) von Simon, filius Cleophae1. Tb unterscheidet
beide, den Kleophas, frater Josephi lignarii fabri, und Simon
Cleophae, den Bischof von Jerusalem, was offenbar eine spätere
Trennung ist.
Cleophae filius wird avstyibq xvqiov genannt (ABE), oder
o yctfißgog 7eöO?}<jp rov öixalov E, frater Josephi fabri lignarii
Tb, filius Josephi, frater Jacobi Ta, ccvtjq 61 MaQiag rrjq xaXov-
[iü'tjg aöeXcprjc, (itjrQog rov xvqiov E. Damit sollte das Ver-
wandtschaftsverhältnis zum Herrn ausgedrückt werden. Schon
1) Mit Simon Kleophae wird öfters Simon Kananites identifiziert.
Lipsius II 2, 142 f.
22*
340 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
Hegesippus 1 hatte Joa. 19, 25 zu interpretieren versucht, wo die
Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Kleophas heißt,
und daher Symeon Cleophae als äveipibq des Herrn nach allge-
meiner Annahme bezeichnet; an einer andern2 Stelle nennt er
Kleophas dösXcpoc rov 'icoorjy).
Nach manchen Texten (ABDETaTb) ging Kleophas mit
Lucas nach der Auferstehung des Herrn nach Emmaus3; und auf
seiner Hochzeit verwandelte der Herr Wasser in Wein (Joh.2, 9): E.
Er war nach seinem Bruder Jacobus Bischof von Jerusalem
(ABDETaTb) und wurde 120 Jahre alt (SsTa). Über die
Berechtigung dieser Angaben haben wir bereits bei Judas Jacobi
und Simon Cleophae gehandelt, gemäß Euseb. h. e. III 11 und
Hegesippus bei Euseb. III 32, 3 (Zahn VI 241).
Das Lebensende erwähnen nur wenige Texte. Nach Sd starb
er im Gefängnis, nach Ta wurde er unter Domitian gemartert
und unter Trajan gekreuzigt, nach D wurde er ebenfalls unter
Domitian gemartert und in Caesarea in Palästina enthauptet.
Nach Sd wurde er durch den Chiliarchen Irenaeus (Heraeus:
Schönfelder) im 100. Lebensjahre gekreuzigt. Da Tb Kleophas
von Simon Cleophae unterscheidet, läßt er Kleophas in Diospolis
getötet werden. Die Nachricht von der Kreuzigung unter Trajan
basiert auf Hegesippus bei Euseb. III 32, 6 (Zahn VI 239) und
III 32, 3 (Zahn VI 241).
70. Klemens (Phil. 4, 3), Bischof von Sardica (ABE), Sar-
dinia C. Dagegen nach Ta Bischof von Rom, als Nachfolger
des Linus, wie auch AK VII 46, 6 ihn als 2. Bischof von Rom
nach Linus von Petrus geweiht sein läßt (Funk I 452. 21; 453
nota 6); vgl. Nilles II 622. I 334.
71. Laison, nur in Sd erwähnt; danach starb er in Apamea
in einem siedenden Ofen.
72. Lazarus, ebenfalls in Sd, Bruder der Maria, predigte
in Cypern und starb dort. Ebenso berichtet Barhebraeus, der
von der Predigt des Lazarus in Cypern von „Eusebius" Kunde
haben will. Über weitere Tradition in den Clement. Homilien
1) Bei Euseb. h. e. IV 22, 4—5; Zahn VI 326 f, 338 f.
2) Euseb. HI 11, 1; Zahn VI 236 f.
3) Diese Tradition bei Gregor d. Großen und später s. Lipsius II 2,
360 Anm. 1. 2. 3 und S. 362.
9. Die Jünger und ihre Bischofsitze. 341
und Recognitionen s. Zahn VI, 50. 51. Im Martyrol. Roman, am
17. Dezbr. Nilles II 611; sonst am 17. März: Xilles II 195.
73. Levi, nur in SbSdTb genannt, predigte in Phainös
(= Paneas) (Athen Tb) und wurde durch Charmus (Chronos Sd,
Krmüs Tb) ermordet (Sd Sd Tb). In der syrischen doctrina
apostolorum, W. Cureton, Ancient Syriac documents, London 1864
p. 30 bekannte Levi auf die Lehre der Apostel hin Christus.
74. Linus (2 Tim. 4, 21) nach Petrus erster Bischof von
Rom (ABCETa), nach dem vjr6fivr]fia (Act, SS. Junii V 416)
von Petrus eingesetzt; ebenso Menolog. Bas. (Migne 117. 144 C)
am 4. Novbr. (= Synax. Delehaye 194, 6). Nach AK VII 46, 6
(Funk I 452, 20) wurde Linus, Sohn der Claudia, als erster Bi-
schof von Rom durch Paulus geweiht (vgl. Funk I 453 nota 6).
75. Lucius, Bischof von Laodicea in Syrien (ABCETa).
Die syrische Tradition dagegen nennt ihn Cyrenaeum (Act. 13, 1)
(DTb) und gibt ihm ein Martyrium. Er soll von Pferden ge-
schleift worden sein, so daß seine Glieder ausgerissen wurden
(SdSbTb). Nach Tb predigte der letztere in Njäbör. Im Menol.
Basilii am 21. August (M. 117, 593 Df): ohne Erwähnung seines
Bischofsitzes, und Martyrium durch Enthauptung = Delehaye
916, 30.
76. Manahen, Milchbruder des Herodes (D). In einem
Exzerpt aus Papias wird von der Mutter eines JTavdlfiog be-
richtet, daß sie von den Toten auferstanden sei. Zahn vergleicht
Mavaifiog mit Manaen (Apg. 13, 1), dem Milchbruder des He-
rodes, glaubt aber, daß das Zitat des Papias nicht von diesem
handeln könne. Zahn VI 110 Anm. 2; 166 Anm. Daneben wird
ein Manael1, Sohn des Demetrius (Sb Tb), der in Acco verbrannt
wurde, genannt. Ferner nennt Sd einen Malael, der in Seleucia
in einem Ofen verbrannt wurde. Sb und Tb Ss nennen dann
noch einen M'leas (Mljanu' Tb, Milus Sb), welcher in Rhodus
predigte (Sb Tb), dann in Alexandreia als 3. Bischof nach Marcus
(Tb), und dort gesteinigt wurde (SsTb). Nach Sb wurde er im
Meere ertränkt. Vgl. Meleas nr. 83.
77. Marcianus wurde mit Pankratius zum Bischof von
Sicilien von Petrus geweiht: Epiph. monachus ed. Dressel p. 56.
1) Die syrische doctrina apostolorum nennt einen Menaeus (ed. Cureton
p. 35) als einen der ersten Apostelschüler.
342 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
Ebenso in dem vx6(ivr]fia (AA. SS. Junii V 414), nur daß hier
statt Marcianus: Maximus geschrieben ist. Am 9. Februar in
dem Menol. Basilii (M. 305 B) = Epiph. mon. Nilles I 97.
78. Marcus, der ävsipiog BaQvaßa (Col. 4, 10), wurde Bi-
schof von Apollonias (A B C E Ta).
79. Marcellus (Budge p. 111: Martalus) predigte den
Barbaren und kam dabei um (Sb). Wohl derselbe, Marötölos
geschrieben, ist in Sb gemeint, der bei den Barbaren in Nikta-
motos predigend ermordet wird.
80. Ein Märmätus soll bei den Äthiopiern gepredigt haben
und dort gestorben sein (Sd).
81. Maro, zum Bischof von Tripolis durch Petrus einge-
setzt: vjtofivTjfia (AA. SS. Junii V 412).
82. Marthones wurde von Paulus zum Bischof von Tripolis
in Phönicien geweiht: AK VII 46, 11 (Funk I 454, 5); dagegen
nach den Clem. Recogn. 6, 15, Homilien 11, 36 von Petrus; sein
Name ist Maro geschrieben.
83. Melea predigte in Emesa, Baalbec, Aristän und Hemat
und starb in Saizar (Sd). Ein Migla predigte und starb in
Tyana (Sb). Tb erwähnt nebst Herodes einen Mshj, welche in
Acco predigten und begraben sind. Vielleicht ist der Name eine
Entstellung von Manael.
84. Mnason (Act. 21, 16); nur erwähnt in D. Tb nennt
einen Munsön, der in Heliopolis und in Satron predigte, und
in Heliopolis den wilden Tieren vorgeworfen wurde. Nach Tb
predigte ein Murqsös in Nyssa, Nazianz und den Inseln.
Nach Sb zog ein Mutus (Budge p. 112: Motos) mit einem Ebrius
(Abrios) nach Äthiopien. Nach Tb starb ein Murüläd, d. h.
Theophanes, in Jälüs.
85. Narcissus, Bischof von Athen (ABCETa), starb
in Griechenland (Sb [Budge p. 111], Sd). Nach den jieqioöoi
<PiZijtJiov, auf welche die Erzählung in den Menaeen zurück-
geht, setzt Philippus vor seiner Abreise den Narcissus zum Bi-
schof von Athen ein. Lipsius II 2, 37.
86. Nathanael, erwähnt in DESs, soll nach SdSb im
Hauran gepredigt haben, dann gesteinigt worden sein. Nathanael
(Joa. 1, 45; 21, 2) wird sonst bald mit Bartholomäus, bald mit
Simon Cananaeus identifiziert. In dem Menol. Basilii am 22. April
9. Die Jünger und ihre Bischofsitze. 343
(Migne 117, 417 D) keine Kenntnis unserer Texte; ebensowenig
im Synax. CPol. (Delehaye 621, 21).
87. Nicanor, Diakon (Act. 6, 5), starb an demselben Tage
wie Stephanus mit 200Ü Gläubigen (A B C E Ta). Nach Ta wurde
er wie ein Lamm abgeschlachtet, nach Tb wirkte er in der Stadt
Bsrj (Botrys?) und Umgebung; die Griechen (Heiden) verbrannten
ihn. Erwähnt am 28. Juli mit Prochorus u. a. im Menol. Basil.
(M. 564 D).
88. Nicodemus der Pharisäer nahm die Apostel in Jeru-
salem auf, predigte dort und starb ebendaselbst (DSdSbTb).
Im kopt. Kalender am 1. August: Nilles II 722.
89. Nicolaus, Diakon (Act. 6, 5), zuerst Bischof von Sama-
reia, fiel dann mit Simon wieder ab (ABCEFTaTb): Stifter
der Nicolaiten. Gegen Nicolaus, den Anführer der Nicolaiten:
Clem. Alex, ström. II 28, 118; ström. III 4, 25. 26; Irenaeus 126, 3;
III 11, 1, s. Hilgenfeld, Acta apostolorum ed. Berolini 1899, 210 f.
90. Nigeos wurde von Caiphas im Tempel getötet (Sd).
91. Niger (Simeon Niger Act. 13, 1) predigte in Antiocheia
und wurde dort begraben (Sb).
92. Niketas starb in Tiberias (Sd) und wurde in zwei Teile
zersägt (Sb). In AK VII 46, 14 (Funk I 454, 9) ist Niketas (mit
Aquila) Bischof der Gemeinden in Asien. In den Clem. Recog-
nitionen ist Niketas Bruder des Clemens. Niketas und Aquila
erscheinen auch als durch Zacchaeus bekehrte Anhänger Simons
des Magiers: Recog. II 5. 6. 9-14. 19. Siehe Lipsius II 1, 40 f.
93. Nzqüs, aus Blün in Romaea (Kleinasien). Tb.
94. Olympas (Rom. 16, 15) wurde mit Petrus1 in Rom ge-
martert, aber durch Enthauptung (ABC E). In dem vjc6(ivTj(ia
(AA. SS. V p. 414) wird Olympas durch Petrus zum Bischof von
Philippi geweiht. Ta läßt ihn Bischof von Rom und am 6. Abib
gemartert sein. Nach Sd wurde Olympas genannt Manael in
Acco verbrüht; nach Sd mit Stachys und Stephanas in Tarsus
in den Kerker geworfen, wo sie starben. Im Menol. Basilii
(M. 153 B) mit Rhodion u. a. am 10. November (= A).
95. Onesimus (Col. 4, 9; Phil. 10). Bischof von Beröa in
Macedonien nach AK VII 46, 13 (Funk I 454, 7f); Sb erwähnt,
1) Lipsius II 1, 10 schreibt „mit Paulus", wohl durch die Gleichheit
des Martyriums verleitet.
344 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
daß ihm in Rom die Rippen eingebrochen wurden. Im Menol.
Basilii (M. 313 B) zum 15. Febr. nichts mit obigem Gemeinsames.
96. Onesiphorus (2 Tim. 1, 16; 4, 19) Bischof von Koroneia
(AB CE). Im Menol. Basilii (M. 197 B) am 9. Dez. fiel Onesiphorus
durch Auslassung weg; s. S. 235; ebenso im Syn. CPol. am 8. Dez.
Andere Traditionen s. GL Ficker, Amphilochiana 1 1906, Ulf. 130 f.
97. Pancratius, Bischof von Tauromenium von Petrus ge-
weiht. Nikephor. Call. h. e. III 35 (Migne Patr. gr. 145, 848 C).
Am 9. Febr. im Menol. Basilii (M. 305 B). Ebenso im armen.
Kalendarium. Nilles II 622 f. AA. SS. April tom. I p. 237-243.
98. Parmenas (Act. 6, 5), einer der 7 Diakonen, ohne An-
gabe des Ortes der Wirksamkeit (A B F E). Dagegen nennt C
einen Parmenon Bischof von Soli (auf Cypern), ebenso Ta. Am
2. März im Menolog. Basilii (M. 336 A).
99. Patrobas, Bischof von Puteoli (ABCETa). Nach Tb
Sb predigte er in Chalcedon. Am 4. Nov. (= A B usw.) Menol.
Basil. (M. 144 B).
100. Philagrius, Bischof von Cypern, Schüler des hl. Petrus.
Am 9. Febr. im Menol. Basilii (M. 305 C). Nilles I 97.
101. Philemon, Bischof von Gaza (ABCETa). Nach
AK VII 46, 7 (Funk I 454, 7) Bischof von Colossä. Am 14. Febr.
(=A) Menol. Basüii (M. 313 B).
102. Philippus (Act. 6, 5: Diakon), taufte Simon den Magier
(Act. 8, 13) und den Kämmerer der Königin Candace (Act. 8, 26 f)
(FHTa). Er hatte vier Töchter (Act, 21, 9), welche mit den
Aposteln im coenaculum am Pfingstfeste gewesen seien (Tb).
Nach einer Tradition, welche sich schon bei Hieronymus, ep. 108
ad Eustochium, findet, lassen ihn auch ABEFTa Bischof von
Tralles gewesen sein. Ss nennt gemäß Act. 8, 4 als seinen
Wirkungskreis Samareia. Nur Tb spricht von seinem Grab in
Hierapolis. Die Verwechslung des Apostels und dieses Jüngers
kommt schon bei Papias von Hierapolis und Clemens von Ale-
xandreia vor. Am 11. Okt. (= A) Menol. Basilii (104 B).
103. Philologus, Bischof von Sinope, von Andreas einge-
setzt (A B C E Ta), ebenso bei Epiphanius monachus (ed. Dressel
p. 68, 25). Am 4. Novbr. (= A usw.) im Menol. Basilii (M. 144 C).
104. Phlegon, Bischof von Marathon (ABCETa). Nach
Tb taufte er in Mltjah. Mit 5 andern Jüngern am 8. April er-
wähnt. Nilles I 134.
9. Die Jünger und ihre Bischofsitze. 345
105. Phygellus, der nach 2 Tim. 1, 15 mit Hermogenes
abfiel, war Bischof von Ephesus (A B C E F Ta), vjiofivrjua (AA.
SS. JuniiV 414). Nach dem Menol. Basilii imper. am 16. Nov.
(Migne Patr. gr. 117, 164 C) wurde Plato von Matthaeus geweiht.
106. Priscas (Rom. 16, 13 f Prisca = Priscilla), fälschlich als
Jünger betrachtet, Bischof von Heraklea nur in A (HS B).
107. Prismus, der Weise, starb in Galiläa (Sb).
108. Prochorus (Act. 6, 5: Diakon), Bischof von Nicome-
deia (A B C E F Ta Tb), vjtofjvrjfia (AA. SS. Junii V 414) und in
dem latein. Ps. Sophronius, Lipsius II 1, 8. 9. Im Menologium am
28. Juli (M. 564 C) mit Nicanor. Nach Tb Verfasser der Jo-
hannesakten.
109. Pudens (2 Tim. 4, 21) wurde mit Paulus enthauptet
A B C). Nach Ta wurde er nach Petrus Bischof von Antiocheia.
Am 15. April im Menol. Basilii (404 D).
110. Quartus (Rom. 16, 13), Bischof von Berytus (ABCE),
von Tholemessa Ta. Vielleicht mit ihm identisch: Qstärjüs, der
im Westen und der Insel Mnü' (BmV) predigte (Tb). In den jtsgi-
oÖol IJezQov wird Quartus zum kaiserlichen Leibgardisten, wel-
cher mit der Bewachung des Paulus betraut ist. Lipsius II 1, 276.
Tb nennt einen Qrtils, welchen ein Hierapolitanus Marcellus
nenne, der bei den Barbaren und in Creta predigte. Er gehörte
zu den 6 Begleitern des Petrus in Caesarea. Am 10. Nov. Menol.
Basüii (M. 153, B): Quartus (= A); Syn. CPol. (Delehaye 209, 4).
111. Rhodion, mit Petrus und Olympas in Rom durch Ent-
hauptung gemartert (ABCE Ta) (v. Herodion). Am 10. Novbr.
Menol. Basilii (== A).
112. Rufus (Rom. 16, 13 [Mc. 15, 21 Bruder des Alexander,
Sohn des Simon von Cyrene]), Bischof von Theben (AB CETa).
Das vji6(iv?][ia (AA. SS. Junii V 416) bezeichnet das Theben
näherhin als das ägyptische. In den griechischen Menaeen zum
8. April. Im syrischen Martyrologium l vom J. 412 wird Rufus
mit Hermogenes zum 19. April, im Menol. Basilii am 8. April
erwähnt. Daneben existieren noch andere Traditionen: Nach Sd
predigte Rufus bei den Dailumiten, welche ihn töteten, nach Ta
ein anderer Rufus, mit dem Beinamen Ephraem, im Innern Chinas,
nach Tb in Herculae, wo er in einem Brunnen ertränkt wurde,
1) Lipsius, Ergänzungsheft S. 42. Nilles I 134.
346 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
nach Sb in Zeugmia1. Nach dem spanischen Martyrologium des
Tamayo de Salazar wird Rufus von Paulus als 1. Bischof von
Dertosa (Tortosa) erwähnt2.
113. Seneca, dessen Briefe an Paulus erhalten sind (D).
Siehe hierüber neueste Gesch. d. altchristl. Literatur.
114. Silas (Act. 15, 22 ff) mit Paulus predigend, wurde in
Korinth Bischof (ABCETa). Nach dem vxofivr/fia (AA. SS.
Junii V 414) wurde dagegen Jason in Korinth Bischof. Nach Sd
predigte Silas in Galatien; nach Sb in Sarapolis, nach Tb in Si-
cilien und den westlichen Inseln, wurde mit Paulus eingekerkert
(Act. 16, 19. 25) und starb in Sicilien. Erwähnt im Menol. Basilii
(M. 565 C).
115. Von Silas wird Sil van us unterschieden, welcher Bi-
schof von Thessalonich wurde (B C E Ta). Nach D schrieb er
mit Paulus nach Thessalonich (1 u. 2 Thess. 1, 1); nach Sb Sd
predigte er in Acco und wurde dort getötet. Erwähnt im Menol.
Basilii (M. 565 C).
116. Simon, Sohn der Witwe von Naim, predigte bei den
Schwarzen, in Batanaea3, in der Auranitis mit Judas dem Bru-
der des Jacobus und starb dort von Mörderhand (Tb).
117. Simeon, welcher mit Euchastion von dem Präfekten
Metholius von Byzanz ermordet wurde (Sb). In Sd heißt der
Jünger Simon und der Präfekt Metellius.
118. Simon von Kyrene, welcher das Kreuz des Herrn
trug (D), wurde für Christus gekreuzigt (E). In den Fragmenten
der Act. Joh. (c. 984) des 2. nicänischen Konzils ist von einer
Scheinkreuzigung Christi die Rede (Zahn VI 223, 2). „Photius
(Bibl. cod. 114) hat um der umlaufenden Sage willen, es sei ein
wirklicher Mensch, Simon von Kyrene (Basilidianer) oder der
Verräter Judas (islamische Sage und im Evangelium Barnabae),
nach einer Verähnlichung mit Jesu gekreuzigt worden, in der
löm ofiola (der Joh. Akten c. 98) einen txsQoq suchen zu müssen
geglaubt". Rösch bei Lipsius II 2, 427 zu Lipsius I 452, 454.
1) Wohl Zeugma, am Euphrat zwischen Edessa und Germanicia,
Treppner S. 143.
2) Lipsius II 1, 227.
3) Teil von Peraea, südlich vom Hauran. Treppner S. 132.
4) ed. Bonnet, Act. ap. apocr. III, 1S93, 199, 20 f.
9. Die Jünger und ihre Bischofsitze. 347
Nach Sd Sb wurde Simon in Chios durch das Schwert getötet,
nach Tb predigte er auf der Insel Blcüs.
Ein anderer Simon (Act. 9, 43; 10, 5), bei welchem Petrus
in Joppe (D: Sinope) Gastfreundschaft genoß.
119. Simon (und Btritün), Elfenbeinschnitzer, predigte und
starb in der Stadt Brutjah (Tb).
120. Simeon der Aussätzige wurde in Ramatha durch
die Juden mit Ruten geschlagen (Sd Sb).
121. Sirinus, Sohn des Abgar, starb in Edessa (Sd).
122. Socrates predigte in Beit-Houzaye und starb dort (Sd).
123. Sosipater (Act. 20, 4; Rom. 16, 21) wurde Bischof von
Iconium ( A B C E Ta). Nach Sb predigte er mit Jason in Olmium
und wurde den wilden Tieren vorgeworfen. Am 10. Nov. Menol.
Basilii (M. 153 B) = A.
124. Sosthenes (1 Cor. 1, 1 D, Ta), Bischof von Colophon[ia]
(ABC Ta). Nach Sb predigte er am Pontus und in Asien. Er
wurde auf Befehl des Präfekten Nopha (Budge p. 111 Nonni,
Tb Jünä) ins Meer geworfen (Sb Tb). Am 9. (resp. 8.) Dez. Menol.
Basilii, Synax. CPolit. (=A) (M. 198 B).
125. Stachys (Rom. 16, 9) wurde von Andreas als 1. Bischof
von Byzanz in Argyropolis in Thrakien eingesetzt (A [HS B] B
CEFTa); Epiph. Monach. ed. Dressel p. 68, 28. Nach Sb wurde
Stachys mit Olympas und Stephanas in Tarsus in Fesseln ge-
worfen, nach Tb predigte er mit Bür.ün in Nubien und bei den
Schwarzen. Am 31. Novbr. Menol. Basilii (M. 136 D) = AB.
126. Stephanus jtQcoTOfiayTvg. Alle Texte (ABCEFSd
SbSsTaTb) halten sich streng an Act, 6, 5; 7, 58. Nur F weiß
noch von der Überbringung seiner Gebeine nach CPel zu be-
richten, Sb Tb erzählen, daß sein Leichnam in vico Caphar Garnal
begraben wurde (Kafr Hinlä Tb). Die Überführung unter Kon-
stantin im Menol. Basilii (M. 569 D) am 2. August. Die ä&h]öig
am 27. Dezbr. (M. 228 D).
127. Stephanas (1 Cor. 1, 16) mit Stachys und Olympas in
Tarsus ins Gefängnis geworfen (SbTb), nachdem er in Romaia
(Kleinasien) gepredigt hatte.
128. Stetios starb im Gefängnis in Tarsus (Sd).
129. Stratokies wurde in Paträ von Andreas zum Bischof
geweiht: Epiph. monach. ed. Dressel p. 73, 29.
130. Thaddaeus in BCDESbTa=dem syrischen Addai.
348 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
heilte Abgar vom Aussatze. Sb berichtet noch, daß Herodes, der
Sohn des Abgar, ihn tötete, worauf Thaddaeus in Edessa bei-
gesetzt wurde. Nach Ta dagegen begibt sich Thaddaeus von
Abgar weg nach dem übrigen Syrien, besonders Berytus, welches
nicht mit der Hafenstadt identifiziert werden dürfe, und starb
dort am 2. Abib im Frieden.
131. Theocritus predigte und starb in Ilium (Sb).
132. Theodorus starb in Baalbec (Sd), wo er mit Joannes
den wilden Tieren vorgeworfen wurde (Sb). Nach AK VII 46
(Funk I 452, 16) ward er 3. Bischof von Caesarea in Palästina.
Vgl. Lipsius II 2, 223.
133. Theophilus (Lc. 1, 3) starb in Ägypten (Sd).
134. Thomas al-Maultai predigte bei den Romaeern, kehrte
nach Jerusalem zurück und starb dort (Tb).
135. Tertius (Rom. 16, 22) als 2. Bischof von Iconium
(ABCETa). Am 10. Nov. Menol. Basilii (M. 153 B). Nach Sb
soll ein Tertius oder Thraseus (Budge p. 112) in Laodicea in
einen Feuerofen geworfen worden sein. Tb nennt letzteren Tür.is,
schreibt ihm aber dasselbe Martyrium zu.
136. Timon (Act. 6, 5), von AE: Simon geschrieben. Bi-
schof von Bostra in Arabien, wurde von den Hellenen (Heiden)
verbrannt (A B C E F Ta). Tb nennt die Stadt Basrah, wo er am
20. Babäh starb. Am 30. Januar Menol. Basilii (M. 236 A) = AB.
137. Timotheus, durch Paulus als Bischof von Ephesus ein-
gesetzt (AFTb), wo er auch begraben liegt (Sb Sd). Tradition
bei Eusebius h. e. III 4, 61: als 1. Bischof von Ephesus; AK VII
46, 7 (Funk I 452, 22), in den Akten des Timotheus2. Von der
Übertragung der Gebeine durch Kaiser Konstantius i. J. 356 ist
nicht die Rede. Am 22. Januar Menol. Basilii3 (M. 273B) = A.
138. Titus (Tit. 1, 5). Die Tradition von dem kretischen
Bistum geht auf Tit. 1, 5 zurück, dann bei Euseb. III 4, 6 wieder
erwähnt; AK VII 46, 10 (Funk I 454, 4): A F Sb Sd Tb. Text E
scheint auf eine angebliche, nicht wiedergefundene Lebens-
1) Auch IV 5.
2) H. Usener, Acta S. Timothei. Bonner Univers. Programm 1877.
Lipsius II 2, 373 f.
3) Beim Metaphrasten an demselben Tage eine ausführliche vita
(Migne 114, 761 f).
10. Alter u. Wert der Apostel- u. Jüngerkataloge. 349
beschreibung eines angeblichen Zenas (Tit. 3, 13) zurückzugehen,
wo er als Bischof von Gortyna auf Kreta gepriesen wird.
Lipsius II 2, 401. Ta läßt den Adressaten des Titusbriefes nicht zu
70 Jüngern gehören. Am 25. August Menol. Basilii (M. 604D) = A.
139. Trophimus (Act. 20, 4 usw.), mit Paulus unter Nero
enthauptet (ABC). Am 15. April Menol. Basilii (M. 404 D).
140. Tychicus (Ephes. 6, 21; Coloss. 4, 7), Bischof von
Chalcedon in Bithynien: ABCTa (n. 19), Epiph. Monach. (ed.
Dressel p. 65, 18). In B C Ta (n. 59) wird ein anderer Tychicus
unterschieden, der in Colophonia Bischof gewesen sei. Ta unter-
scheidet noch einen 3. Tychicus (n. 37), der in Chalcedon = in-
sula Rhodus Bischof war. Am 9. Dezbr. Menol. Basilii (= A)
(M. 198 B).
141. Urbanus (Rom. 16,9), Bischof von Macedonien (ACTa).
Nach dem vjcofivrjf/a Bischof von Tarsus, durch Petrus geweiht
(AA. SS. JuniiV414). Am 31. Nov. Menol. Basilii (M. 137 A) = A.
142. Yopistan getötet durch Metellius in Byzanz (Sd).
143. Zabdai wurde mit Malael in Seleucia in einem Ofen
erstickt (Sd).
144. Zacchaeus, der Zöllner, wurde im Hauran ermordet
(Sd Sb). Nach AK VII 46, 3 (Funk I 452, 15) ist Zacchaeus 1. Bi-
schof von Caesarea. Vgl. Recogn. III 65 — 66; Homil. III 72 vide
Funk I 453, nota 3; vgl. Lipsius II 1, 40. 57.
145. Zenas (Tit. 3, 13), Bischof von Diospolis (ABC); Ta
nennt ihn Bischof von Chios.
10. Kapitel. Alter, Entwicklungsgeschichte und Wert der
einzelnen Apostel- und Jüngerkataloge.
1. Die dem Epiphanius beigelegten Recensionen der vitae
prophetarum sind bereits gewürdigt worden. Es handelt sich
hier noch um die Apostel- und Jüngerlisten. Die palästinensisch -
syrische Heimat dieser beiden Teile des Ps. Epiphaniustextes und
die Verwandtschaft mit den syrisch erhaltenen und der anonymen
griechischen Liste ist unzweideutig. Ihre Priorität gegenüber den
dorotheanischen ist nicht zu bestreiten; dennoch wird die Ver-
fasserschaft des Epiphanius von Cypern, welche zu Beginn des
350 Schennann, Propheten- und Apostellegenden.
9. Jahrh. von Epiphanius monachus bezeugt wird, nicht zu halten
sein. Vielmehr mochten die jetzt dem Epiphanius beigelegten
Verzeichnisse ursprünglich anonym, wie die meisten Handschriften
bezeugen, überliefert und vereinzelt an die vitae prophetarum des
Epiphanius angehängt worden sein, wie Paris. 1115 zeigt. Das
Jüngerverzeichnis erreichte wohl anfänglich nicht die Zahl 70.
Ein früheres Alter als Anfang oder Mitte des 8. Jahrhunderts
für die Entstehung der Texte anzunehmen, dürfte gewagt erschei-
nen. Für einzelne legendarische Züge in den Apostelviten haben wir
als erste datierbare Zeugen durch Einzelvergleich Epiphanius mo-
nach., Niketas David Paphlago, das Menologium Basilii kennen
gelernt, z. B. für die Aufzählung von Völkerschaften, bei welchen
Thomas wirkte, für die Namen der Söhne des Judas Jacobi und
für Nachrichten der von Paris. 1115 abweichenden HSS, z.B. über
die Wirksamkeit des Simon Zelotes in Mauretanien. Daneben
aber zeigt gerade dieser Ps. Epiphaniustext häufig in den Be-
richten über den Tod so mancher Apostel die alte Überlieferung,
welche dann bereits bei Ps. Dorotheus und den genannten Enco-
miasten bedeutend erweitert oder umgestaltet wurden. Damit
ist aber zugleich gesagt, daß der Verfasser des Ps. Epiphanius-
textes neben Aufnahme alter Tradition eigene Wege ging und
manchmal eine neue Überlieferung anbahnte, wo bis dahin noch
keine vorhanden war. Sie bedurfte wohl längerer Zeit, bis sie
allgemein Eingang fand. DuchesneV Urteil behält daher Recht,
wenn er sagt, daß unsere Kataloge sowohl von den Akten des
Leucius und deren späteren Weiterbildung, wie von der kirch-
lichen Tradition der ersten vier bis fünf Jahrhunderte abweichen.
Eine gewisse Einschränkung in der Altersgrenze unserer Texte
versuchte Duchesne durch Vergleich mit lateinischen Parallelviten,
namentlich jenen des Breviarium apostolorum, welches hand-
schriftlich zuerst 7*22 bezeugt sei, ferner der Altarinschriften des
Aldhelm von Malmesbury (f 709), welche er teils auf unsere griechi-
schen Texte, teils auf die Schrift des Isidor von Sevilla de ortu et
obitu patrum, teils auf die gallisch-fränkische Abdiassammlung
zurückführt. Eine Benutzung unserer Texte ist darin nicht
1) L. Duchesne, Les anciens recueils de legendes apostoliques in
Compte rendu du troisieme congres scientifique international des Catholi-
ques 1894, Bruxelles 1895, V section, sciences historiques p. 77.
10. Alter u.Wert der Apostel- u. Jüngerkataloge. 351
sicher erweisbar, geschweige denn, daß wir hieraus Schlüsse
auf ihr Alter ziehen könnten. Wir können höchstens damit
feststellen, daß in der lateinischen wie griechischen Literatur so
ziemlich gleichzeitig zu Beginn oder um die Mitte des 8. Jahrh.
solche Breviarien entstanden.
Auch in dem Jüngerverzeichnis scheint späterer Einfluß
wahrgenommen werden zu können, z. B. in der Nachricht, daß
Barnabas Bischof von Mailand war, welche erst von der zweiten
Hälfte des 8. Jahrh. ab sicher datierbar ist. Ob hier unsere
Texte Bannerträger oder nur im Gefolge waren, läßt sich nicht
sicher ausmachen.
Wir haben vorerst nur zwei Kriterien zur Datierung des
Ps. Epiphaniustextes, das Zitat bei Epiphanius monachus, welches
uns in die Zeit zwischen 800 — 815 führt, und die ältere Tra-
dition gegenüber dem Ps. Dorotheustexte in so manchen Viten,
so daß wir ein halbes, höchstens ein ganzes Jahrhundert mit
der Datierung zurückgreifen dürfen, etwa in den Anfang oder
die Mitte des 8. Jahrh.
2. Die einzelnen Teile des Dorotheustextes machten vielerlei
Wandlungen durch, bis sie zu dem Ganzen vereinigt wurden,
wie es heute vorliegt. Die eigentliche Fälschung liegt in dem
Prologe, in dem Jüngerkataloge und der Geschichte der byzan-
tinischen Bischöfe. Für diese Teile ist eine Datierung vor 800
nicht anzunehmen. Anders steht es mit den Prophetenlegenden
und dem Apostelkataloge. Letzterer ist nicht eigenes Produkt
des Fälschers; vielmehr hat er denselben aus jenem anonymen
Verzeichnis, das Epiphanius beigelegt war, herübergenommen
und umgestaltet. Hier konnte der Fälscher seine eigenen Ideen
nicht so deutlich zum Ausdruck bringen, da ihm zu wenig
äußerer Anlaß geboten war. Bei dem in erster Linie in Betracht
kommenden Apostel Andreas hatte der Plagiator die pontische
Andreassage mehr für seinen Zweck einverwoben, womit er einen
Überweg zu der Notiz über Stachys im Jüngerverzeichnis bahnen
wollte. Viel ändern durfte er nicht, denn nachdem nun einmal
der Apostelkatalog bereits Verbreitung erlangt hatte, wären
wesentliche tendenziöse Einschiebungen und Umstellungen auf-
gefallen. Deshalb finden wir noch nicht, wie in den spätem
Mischtexten, Byzanz als Aufenthaltsort des Andreas genannt,
sondern nur im allgemeinen die Erwähnung seiner Mission in
352 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
Bithynien, Pontus und Thrakien. Das Apostelverzeichnis des
Dorotheus zeigt aber auch gegenüber dem des Pseudoepiphanius
eine verflachende Weiterbildung sowohl in der Reihe der 4 letzten
Namen als auch in den Legenden, so daß diese Veränderung und
Verschmelzung mit den übrigen Ps. Dorotheusstücken wohl erst
nach c. 815 vor sich ging. Diese Datierung bestimmt der Um-
stand, daß Epiphanius Monachus in seiner vita des Andreas
(800 — 815 verfaßt) zwar unsern Dorotheus teilweise kennt, wie die
Erwähnung des Stachys als des von Andreas eingesetzten ersten
Bischofs zeigt, daneben aber noch das Apostel- und Jüngerver-
zeichnis dem Epiphanius von Cypern beilegt. Hätten diese zwei
Stücke schon einen integrierenden Bestandteil des Dorotheus-
textes gebildet, so hätte er sie sicherlich nicht Epiphanius zu-
geschrieben. Ob zu der Zeit, als Epiphanius monachus dies
schrieb, schon der dorotheanische Jüngerkatalog geformt war,
ist sehr fraglich. Demgemäß wäre der Termin für diese Voll-
bildung erst nach c. 815 zu bestimmen, nachdem vielleicht schon
die Bischofsliste1, wie Theophanes nahelegt, eigens ausgegeben
war. Epiphanius monachus erwähnt zweierlei Bischöfe in seinem
Encomium auf Andreas, solche von Petrus und solche von An-
dreas eingesetzte; die Namen der letzteren hat Ps. Dorotheus
und Epiphanius monachus gemeinsam, die der ersteren hat Doro-
theus nicht in seiner Namenliste. Doch spricht diese teilweise
Unkenntnis von Epiphanius' Jüngernamen in der Dorotheusliste
nicht dagegen, daß gleichzeitig oder auch erst nach dem Enco-
mium des Mönches Epiphanius unser Text abgefaßt wurde.
Der ursprünglichste Bestandteil2, welcher der ganzen Fäl-
schung den Namen gab, waren die vitae prophetarum, welche der
Presbyter Dorotheus, Vorstand der kaiserl. Purpurfärberei in Tyrus,
wahrscheinlich aus dem Hebräischen(-aramäischen) ins Griechische
übertrug, oder in neuer Bearbeitung weitergab. Im ersten Augen-
blick wurde der sonst wohl wenig beachtete Traktat des Doro-
theus benützt, um die weitere Fälschung damit zu verbinden.
Nur dadurch, daß Dorotheus bereits als Verfasser ähnlicher Texte
1) Der Annahme von St. A. Morcelli und H.Kellner, Heortologie
2. Aufl. usw. S. 272, daß zur Zeit der Abfassung des ältesten konstantinop.
Menologiums (8. Jahrh.) die Erdichtung von 21 Bischöfen vor Metrophanes
noch nicht bekannt war, steht nichts im Wege.
2) Vgl. Delitzsch, De Habacuci vita p. 59. 76.
10. Alter u. Wert der Apostel- u. Jüngerkataloge.
353
bekannt war, konnten ihm noch andere beigelegt werden. Sonst
würde man auch nicht einsehen, warum der Fälscher gerade
diesen Namen gewählt hätte. Dabei zeigte sich wiederum, daß
die Fälschung das Historische ganz überwucherte, welches nur
noch in geringen Anzeichen zu erkennen ist, in der Bemerkung
des Nachtrags, daß Dorotheus hebräisch und griechisch verstand
und daher alttestamentliche Bücher aus dem Hebräischen ins
Griechische übersetzte, worunter auch ein Teil der vita des
Sd/
DoToth ^siLfc.JXinturil.
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' - j M e n ol. Ba. 6 i l. j.X
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Jeremias angeführt wird. Von dem gefälschten Dorotheus ist
eine Menge handschriftlicher Zeugen vorhanden. Dagegen war
das einzige ihm wirklich gehörende Eigentum, die griechischen
vitae prophetarum, nur in einer verhältnismäßig späten HS mit
der Fälschung erhalten geblieben, während es aber auch namen-
los im Chronicon Paschale verwertet wurde.
3. Der Hippolyttext ist weder Hippolyt von Rom, noch
Hippolyt von Theben beizulegen. Er ist aus dem Dorotheus-
texte entstanden, zeigt in manchen Teilen eine spätere Redaktion,
so daß er vor die Mitte des 9. Jahrh. nicht zu setzen ist, eine
Texte n. Untersuchungen etc. 31,3 23
354 Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
Datierung, welche durch das Zitat des Georgius Monachus Ha-
rnartolus (c. 866) bestätigt wird.
4. Ebenso trägt der Text in der Chronik des Ps. Symeon-
Logotheta Bestandteile zur Schau, welche ihn in die Mitte des
10. Jahrh., in welche auch die Abfassung der Chronik des Cod.
Paris. 1712 gesetzt wird, verweisen. Die übrigen Texte, teils
Mischungen bereits genannter Kataloge, teils solche in den grie-
chischen Menologien und Synaxarien, verteilen sich auf die Zeit
vom 10. bis 13. Jahrhundert.
5. Von den uns syrisch erhaltenen Listen kennen wir die
Schriftsteller, welchen die Abfassung beigelegt ist. Ihre Arbeit ist
aber keine originelle, vielmehr vermengen sie nur spätere Über-
lieferungen mit einem überkommenen altsyrischen Verzeichnis,
dessen bester Zeuge uns in dem anonym-griechischen Verzeichnis
syrischer Heimat, wohl des 6. Jahrh., vorliegt. Die Abhängig-
keit der späteren syrischen Listen von Ps. Dorotheus ist durch
die Bemerkung, daß Andreas die Kirche von Byzanz gründete,
gesichert. Eine säuberliche Scheidung zwischen monophysitischer
und nestorianischer Überlieferung ist nicht durchzuführen.
Die Abhängigkeit der griechischen und syrischen Apostel-
und Jüngerlisten stellt das Stemma auf S. 353 dar.
Nachträge und Berichtigungen.
S. 132: In der Zeichnung verbinde Ds mit AS.
S. 250: Anm. Zeile 3 schreibe statt Dezember: November.
S. 353: In der Zeichnung schreibe Ps. Epiph. saec. VIII frieunt.
1. Handschriftenverzeichnis.
Athen , Bibl. zF/q ßovXijq 58 (<p. 8)
S. 237 A. 2.
Athos, Dionys. 120 S. 149; 186 S.165.
Esphigm. 87 S. 149; 103 S. 20 A. 5;
131 S. 159. Iviron. 60 S. 144. 149;
329 S. 168; 388 S. 160; 695 S. 215.
Laura Magn. 34 K S. 147. Pantel.
710 S. 20 A. 5; 829 S. 168. Paul.
22. S. 160. Vatop. 635 S. 138. 140 f.
295; 739 S. 214.
Berlin, gr. 219 S. 163; syr. Sachau
131 S. 24. 32; 311 S. 208.
Cambridge, Univers. Bibl. LC 1. 10
S. 216.
Escurial, gr. Y — IH — 9 S. 169 ; ß —
IV— 16 S. 155. 160.
Florenz, plut. 4, 6 S. 14; 4, 32 S. 149;
9, 28 S. 13 A. 1; 11, 4 (nicht 9,4)
S. 20. 56, 13 S. 159. 87, 16 S. 192-
Leiden, gr.Voß. 46 S. 17. 18. 101. 148 f
London. Add. 12172 S. 4 A. 3. 107;'
12178 S. 24. 26. 27 A. 33 A. 1;
14451 S. 207; 14536 S. 24; 14601
S. 173; 17193 S. 24. 173. Harl. 2965
S 217; 7653 S. 220. 224; 2 A XX
S. 216. 220. 222 f.
Mailand, gr. Ainbr. 260 (D 96 sup.) S.21 ;
433 (H 45 sup.) S. 21; 445 (H 104
sup.) S. 149; 484 (L 49 sup.) 8. L49;
Byr. Hexapl. S. 16. 30. 37 f. 129.
Madrid., gr. 105 S. 138. 141. 149.
Messina, gr. 177 S. 210.
Montecassino, lat. 117 S. 76 A. 1.
Montepesulo, lat. 39 S. 171.
Moskau, gr. 382 S. 323 A. 2; bibl.
syn. 186 S. 155. 159.
Miiuchen, arm. 13 S. 24; gr. 211
S. 1-17. 14«); 255 S. 164. 321 A. 1;
472 S. 19; 551 S. 164. 321 A. 1;
lat. 6382 S. 170.
Neapel, gr. II AA 27 S. 9. 15. 149. 159;
II C 34 S. 149. 159.
New York, Union theol. semin. syr.
S. 25. 32.
Oxford, Baroc. 131 S. 17; 142 S. 138.
141. 146. 148 f.; 197 S. 169; 206
S. 144. 146. 148 f. 157. 159. Canon.
19 S. 168; 34 S. 138.
Paris, Bibl. Nat. gr. 237 S. 147. 148;
476 S. 210; 1085 S. 9. 14. 15. 149.
158. 168; 1115 S. 1. 2 ff. 27 f. 39.
42. 44. 130. 133 ff. 144. 168. 315;
1310 S. 169; 1453 S. 169; 1555 A
S. 159; 1575 S.165; 1587 S. 164;
1588 S. 164; 1712 S. 17 f. 41. 42.
150. 161; 2496 S. 15; 2509 S. 210.
Coisl. 120 S. 14. 154. 158; 205 S. 9.
17 f. 42. 45. 47. 101. 148; 209 S. 148;
224 S. 1. 9. 17 f. 42. 45. 47. 144.
148. 149; 25S S. 14. 148. 15S; 296
S. 159. 168.
— lat. 2316 S. 169. 170; 2543 S.170;
8069 S. 171; 9562 S. 171. 296; 10837
S. 170; 12604 S. 170. 171.
— syr. 67 S. 173. 308.
— S. Genovef. H L 10 S. 1 7' I.
Pat.nos, gr. 266 S. 237.
Petersburg, gr. 254 S. 154. 165.
Philadelphia, gr. 1141 S. 18. 34.
Rom, Bibl. Vatic. gr. 676 S. L69;
699 S. [:>, A. 1; 807 S. 238; 1177
S. L58f; L226 S. L58 f; 1506 S.159f.
295. 301 f. 307; 1862 S. L59; 1970
S. 210; 1974 S. 9. 17 f. 11'.'. 215.
231; 2001 s. L60. 301 f. 307; 2125
S. 1. 14 f. 34. 37 IV. 1". 12; 2282
SOG
Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
S. 209. Pii H gr. 47 S. 138. 140.
231. Reg. Suec. lat. 316 S. 218.
Ottob. gr. 167 S. 148. 169. 295;
268 S. 149. 168; 333 S. 165; 408
S. 149. 159; Barber. 306 S. 159.
Rom. Yat, syr. 37 S. 163.
159 S. 173. 301.
— arab. 106 S. 318.
623 S. 318.
— , Vallicel. gr. 47. S. 144. 149. 159;
126 S. 158; lat. H. 5 S. 315.
— Casanat. 334 S. 147.
St. Gallen, lat. 110 S. 170; 227 S.222;
682 S. 171; 1395 S. 221.
Sinai, gr. 1040 S. 210.
1186 S. 13.
— syr. 10 S. 26. 35. 39. 131. 212.
240. 307. 318.
Yenedig, Marcian. gr. 498 S. 15.
lat. 21, 10 S. 171. 296.
Wien, tbeol. gr. 34 (Neßel 302) S. 144.
149 f. 193; 77 (Neßel 40) S. 7. 9.
13. 72. 134. 136. 140 f. 145. 149.
193. 315; 89 (Neßel 184) S. 15.
— bist. gr. 64 (ol. 47 j S. 167; 73
(ol. 46) S. 167; 76 S. 191.
Zürich, gr. C 11 S. 139.
2. Verzeichnis der Bibel- und Väterstellen.
Seite
Gen. 23, 2. 9 19 89
49, 10 47
49, 16-19 91. 93
Exod. 25, 9 91
Num. 32, 36 50
Jos. 13, 17 47 Ä. 1
13, 27 50
15, 48 74
Rieht. 2, 1 73
II Reg. 7, 2 99
12, 1 100
17 285
Hl Reg. 6, 9 106
11, 29 102. 103
12, 15 102
12, 28 . . . 103. 104. 105. 123
12, 29 51
13, 1—4 .... 51. 104. 105
13. 18 104
13, 24. 29 .... 103. 104
13, 31 104. 105
14, 2 102
15, 29 102
Seite
HI Reg. 17, 1 . 28. 55. 56. 109. 111
17, 6. 9. 12. 15. 17. 20 . 55
18, 3 53. 55
18, 38 28. 109. 111
19, 16 112
21, 17. 20. 28 . .' . . 55. 109
22, 8 60. 61
IV Reg. 1, 3. 8 109
1, 13 4. 53. 124
c. 2 114
2, 11 28. 109
2, 15. 19 112
c. 4 114
4, 16 123
4, 32 112
c. 5 114
5, 1. 20 112
c. 13 114
13, 21 112
14, 25 51
20, 13. 14 76. 81
20, 18 76. 81. 93
23, 17 105. 114
Verzeichnis der Bibel- und Väterstellen.
357
Seite
II Chron. 13, 22 105
15, 1. 3 10S
24, 20. 21 .... 105. 106
28, 9 108. 109
32, 27 76
Esr. 2, 59 116
Sir. 47, 1 99
48, 3. 5. 9 . . . . 109. 111
Judith 8, 3 47 A. 1
Ose. 1,1 46
5, 4 46
Arnos 1,1 51
7, 10 51. 52 f.
Mich. 1, 11 74
4, 1—4 60
5, 1 60
Joel 1, 9—20 49
2, 22 49
3, 1. 9. 12. 20 . . . . 48. 49
Jon. 1,2; 2,1; 3,2.10; 4, 1. 2 55
Nah. 1, 8 61
2, 8 123
2, 9 61. 62
3, 15 61
Habak. 1, 6; c. 2 63
2, 11. 14 57. 59
3, 4 64
Zachar. 1, 16; 4, 9 .... 72
6, 12—15 59. 72
8, 20 59
9, 8; 13. 2. 8. 9 . . . . 72
14, 12 72
14, 16 59
Mal. 3, 1 ... 36. 72. 73. 124 f.
4, 5 .... 36. 110 f. 125
Jes. 7, 14 49
19, 1 82
39, 7 93
66, 16 109
Jerem. 1,1 81
12, 18 60
131, 31—34 9
38, 6 88
I". 11. 12 63
13, B. 9 81, 86
Seite
Ezech. 1, 3 88. 9"
c. 8-11 91
c. 17. 18; 28, 25 . . . . 89
37, 11. c. 40 91
41, 1 09
43, 2; 44,2; 46, 1.2. 8 . . Ol
47, 1 96
Dan. 1, 3 93
1, 4 98
I, 7 99
c. 4 OS
4, 23 94
4, 33 95. 99
9, 25 91
c. 13 96
14, 32 f. 63. 66
I Makk. 2, 58 109
6, 32 62 A. 1
II Makk. 2, 4—8 . 83. 84. 88. 119. 197
15, 14 82. 85
Matth. 10,2-4 . . 201. 207. 210 f.
[215. 229 ff. 30S
II, 9 115
13, 55 279
14, 2-5 115
23, 35 4. 106 f.
27, 9 118; 125 A. 2
Mark. 2,14 . . . 199. 232. 27« i
3, 16—19 . . . . 198 f. 211
3, 18 234
6, 3 270
6. 14. 16—20 115
15, 21 32S.
Luk. 1, 2 288
1, 5 115
1, 67—79 106
2, 26—30 114
3, 19. 20 115
5, 27 232
6, 1—16 . 202 f. 207. 210. 221
[227. 229 f. 232
7, 28 115
9, 7. 9 115
Oi, i 292
L5, 51 4. 106. 107
358
Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
Seite
Luk. 24, 18 299
Joh. 1, 29 115
1, 40. 41—53 . 243; 244 A. 4
1, 45 266. 342
1, 46 205
2, 9 340
11, 16 . . . . 204 A. 3; 272
14, 5 204
14, 22 203
19, 25 339
20, 24 204. 272
21, 2 . . . 204. 206. 281. 342
21, 15 243
21, 18 246
Apg. 1, 13 . . . 202. 204. 217. 221
[229. 284
1, 23 210. 300
1, 26 210. 215
2, 17 49
4, 36 332
6, 5 . . 289. 343. 344 f. 348
6, 10 329
7, 58 347
8, 13. 26 344
9, 10 314
9, 43 347
10, 5 347
10, 48 245
11, 19—30 245
11, 26. 27 .... 328. 332
11, 28 314
12, 1. 2 255
12, 3 243
12, 12. 25 . . 286. 314. 338
12, 17 279
12, 19 255
13, 1 ... . 304. 341. 333
15, 13 279
15,22.27.32.37. . . .338.346
16, 19. 25 346
17, 5 337
18, 1 330
18, 8. 17 304. 334
18, 24 330
19, 1 330
Seite
Apg. 19, 29 331. 335
20, 4 ... . 331. 347. 349
21, 9 344
21, 11 328
21, 16 342
21, 18 279
22, 3 290 A. 1
27, 2 331
I Petr. 1, 11 243, 245
5, 13 286
I Joh. 2, 19 306
Rom. 15, 34 290
16, 3. 5 299
7 . . . 299. 304. 330. 338
8 . . . . 299. 304. 329
9 . 184. 299. 304. 347. 349
10. 11 ... . 299. 304
13 300. 345
14 . . 300. 304. 331. 336
15 300. 343
21 . . 300. 304. 337. 347
22 300. 348
23 300. 335
1 Kor. 1, 12 330
1, 13 300. 306
1, 14 334 f.
I, 16 ... . 300. 306. 347
3, 4. 21 .... . 300. 330
9, 5 204
II, 13 306
15, 5—7 ... 204. 294. 311
16, 15 300
U Kor. 1, 19; 2, 12 .... 300
8, 18 288
Gal. 1, 18 204
1, 19 279
2, 9. 11 . . . 294. 304. 339
Ephes. 6, 21 300. 349
Phil. 2, 25 334
4, 3. 18 300. 340
4, 22 314
Kol. 4, 7 349
4, 9—14 ... 288. 300. 343
4, 10 331
4, 11 338
Verzeichnis der Bibel- und Väterstellen.
359
Kol. 4, 17 .
Hebr. 11, 37
I Tim. 1, 4
II Tim. 1, 15
1, 16 .
2, 28 .
4,9 .
4, 10 .
4, 13 .
4, 15
Seite
.... 330
. . 75. 80. 81
.... 116
313 f. 336. 345
.... 344
.... 336
.... 313
. . . 333 f.
.... 314
.... 333
4, 19 300. 344
4, 21 . . 296. 299 f. 341. 345
4, 22 333
Tit. 1, 5 348
3, 9 116
3, 12 f. . . 290. 300. 331. 339
Philem. 1 300
10 343
23—24 300
Test. d. 12 Patr. Simeon 6 . 46. 96
Äser 7 97
Beniamin 6. 10 .... 96 f.
Dan. 5 46
Martyr. Jes. aeth. c. 5 ... 75
gr. 3, 19 f. 75
Jeremias- Apokr. (Mt. 27, 9 betr.) 1 1 8
Josephus antiqu. 8, 8, 5 . 105. 123
9, 11, 3 123
10, 10, 1 123
20, 9, 1 . . . 280. 337 A. 6
Acta JobanniB c. 114. 115 261 A. 5
Martyr. Petri c. 4. 8. 9. 12 . 246
Acta Petri c. Sim. c. 33. 37. 41 . 246
ActaPetrietPaulic.58.81.84 246 A. 4.7
Acta Theclae c. 14 .... 336
Acta Andreae c. 2 . .
. 250 A. 6
Acta Andr. et Mattb. c. 1
250 A. 4. 284
Martyr. Andreae c. 8 .
... 250
Acta Tbaddaei c. 1. 5.
8 . . 282
Acta Tbomae c. 1 . .
... 209
c. 18
. 27.". A. 2
164. 165 ... .
274 A. 1. 5
Acta Philippi c. 133 .
. . . 269
137
. 270 A. l
syr
. . 72. 88
Seite
Martyr. Matthaei c. 5 . 284 A. 5
c. 19. 22 278 A. 2
c 30 284 A. 6
Protoevang. Jacobi c. 23, 3 . . 108
I. Clem. 5 246. 290
17, 1 117
43, 2 211 A. 3
lustin dial. c. Trypb. 120 . 75. 119
Clemens Alex, ström. II. 20, 12 332
II 28, 118 343
III 4, 25. 26 343
IV 9, 71. 73 ... 274 A. 3
VII 93. 94 ... . 279 A. 5
Origenes in Joa. tom. XIII 57 . 82
in Isa. V 18 227
Genes. 1. III 249
c. Cels. I 62 199
II 62 329
Tertullian de anim. c. 30. 50
110 A. 1. 263
de patient. c. 14 . . . 75. 119
scorpiace c. 8 . 75.81.84.88.107
adv. Marc. 3, 13 . . . . 111
Lucifer Cagl. de reg. apost. c. 4 104
Eusebius b. e. 1 12, 1 293. 299. 332
I 12, 2 339
12, 3 284. 297
12, 4 278. 297
12, 5 311
13, 4 327
II 1, 5 . 279. 280 A. 3. 337 A. 4
1, 13 297
c. 2 333
9, 2—3 256
23, 3. 12 337 A. 5
23, 4—6 280 A. 1
23, 18. 21—22. 25 337 A. 3. 6. 7
25, 5 246 A. 0
HI 1, 1 . . . 249. 274 A. 1
1, 2 246 A. 6
1, 3 290
c. 2 296
3, 3 .... 297. 337 A. 2
4, 6 348
4, 8 296. 333
360
Schermaim, Propheten- und Apostellegenden.
Seite
Eusebius h. e. HI 4, 10 . . . 334
c. 11 340
c. 21 327
c. 22 244. 334
31, 4 268
32, 1. 3. 6 . . . . 281. 340
36, 1 244
36, 2 265
39, 3 297
39, 6 . 262 A. 4; 265 A. 1. 358
39, 7. 14 331
39, 15 276. 287
IV 5, 3 338
c. 15 287
22, 4—5 340 A. 1
V 10, 3 270
c. 24 263
VE, 1 179
25, 7-16 . 262 A. 4; 265 A.l
c. 32 11. 178
VIII 1, 13 146
c. 6 179
praep. evang. 9, 39 . . . 88
demonstr. evg.2,25,6— 7 246 A. 7
3, 5, 65 ..... . 246 A.6
chronic, ad ann. 40 . . 244
onomast 66. 74
theophan. 4, 6 .... 263
Gregor. Naz. or. 33, 11 . 274 A. 2
Epiphanius
adv. haer. 20, 4 230 ; 298 A. 2. 305
30, 13 206 A. 4
51, 6 287. 298 A. 2
51, 11 289
51. 14. 16 231
55, 3 5. 111
79, 3 230 f. 236
Seite
Joh. Chrysost.inJoa.hom.19 298 A.l
Cyrill.Alexandr.com.inproph.niin.112
ad Nah. 1,1 . . . . 62 A. 1
Didasc. apost. 6, 9 . . 246 A. 3
Constit. apost. 2, 55 . . . . 279
4, 6, 5 104
4, 7, 2 102. 104
6, 9 246 A. 3
6, 12, 13 279
6, 14, 1 212. 215
7, 46 . . . 289. 321. 327. 338
[339 ff. 343. 348
8, 4. 33 212
Clem. Recogn. 1, 55—62 . . 210
3,65-66 349
6, 15 343
9, 29 274 A. 1
Clem. Hom. 2, 1 273
3, 72 349
11, 36 342
Hieronymus in Isa. 5, 18 . . 227
30, 6 124
in Malach 124
in Matth. 23, 35 . . . . 107
adv. Jovin. 2, 19 ... 88
ep. 108 ad Eustoch. . . 344
Augustin. de cons. evang. 2, 70 201
Ps.Aug.de symb.lV(serm'o240) 219 A.3
V (sermo 241) ... 221 A. 6
Orosius h. 7, 6 . . . . 244 A. 2
Socrates h. e. 1, 37 . . . . 190
7, 25 192
Sozomenus h. e. 2, 18 . 180 A. 4
7, 29 . . . 61. 66 A. 7. 71. 72
9, 17 66 A. 2. 106
Theodoret h. e. 1, 6 . . 180 A. 1
Theodoret ad Coloss. 4, 16—17 H22
Spätere Schriftsteller siehe unter dem Namen- und Sachregister.
Verzeichnis der Namen und Sachen.
361
3. Verzeichnis der Namen nnd Sachen.
Seite
Aaron 87
Abdias, Proph 53
Abdiastexte über die Apostel 269
Abilius, Jünger .... 298. 327
Abrazon, Jünger 303
Abül-1-Barakät, Lampe der Fin-
sternis, Jüngerverz. 158. 318 f. 326
Achaicus, Jünger 300
Achelis, H 158
Achias, Proph. . . 7. 18. 27. 102
Addai, Ap. Edess. Jünger . . 327
Adonias, Proph. ... 103 f. 105
Aethelwold, Bischof in Irland 210
Agabus, Jünger . . 302. 305. 328
Aggaeus, Proph 33. 68
Aggai, Jünger 328
Akropolis von Byzanz . . . 183
Aldhelm v. Malmesbury . 172. 220
Alexander, Jünger . . . 303. 328
Alexander d. Gr 86
Ambrosius v. Mailand . . . 263
Amianus. Jünger 298
Ammonius, Jünger .... 329
Arnos, Prophet 36. 51
Amphilochius v. Icon. . . 42 A. 1
Amplias, Jünger 299. 302. 304. 329
Ampliatus, Jünger 184
'Amr und Mar(j), arab. Jünger-
verzeichnis . . . 283. 301. 318
Ananias, Jünger 302. 305. 321. 329
Anaphora d.Apostel(aethiop.Lit.
d. abess. Jacobiten) .... 206
Anastasius Bibl. bist, tripart.
176. 182. 186 A. 2
Andreas,7towr^A//ro,,81;6nost.
Andr. Akten 182 f ; Martyr.
Andr.238.217. 251. Wirksam-
keit und Mission, Tod 249—251
Andronicus, Jünger 299. 302. 304. 330
Anianus, Jünger . . . 29S. 330
Anonym. Text d. vitae prophet.
(D-Recension); 2 fache Neu-
Seite
redaktion 18. 129; syrischer
Paralltext in Hexapl. syr.
Ambr 18 f.
Anonymer Text über die Ab-
stammung der 12 Apostel 168. 237
Anonymer Apostel- und Jünger-
katalog syr.-paläst. Heimat . 215
[325. 354
Antonius, erzähl. Greis ... 86
ApeUes, Jünger . . 299. 303. 330
Apion, Jünger 330
Apostaten unter den Jüngern 306
Apostellisten : griech. - byzant.
Typen 137. 140. 238; syr.Typen
216 ; latein. 218. 229; Paulus an
2. Stelle 225; griech. dem Epi-
phanius beigelegt . .
— Mosaiken v.Ravenna .
i — v. Grottaferrata . .
— syr. Evangel. . . .
Apostol. Kirchenordnung
Apostol. Konstitutionen .
Apollos, Jünger ....
Aquila, Jünger ....
Arabien, frühere geograph. Aus-
dehnung des Namens . . 28. 111
Arabische apocr. Apostelakten 207
— Apostelverzeichnisse . 326 A. 1
— Jüngerverzeichnisse . . . 318
— s Kindheitsevangelium 127 A. 3
Archippus, Jünger 299. 300. 322. 330
Argolaoi, Schlangenart ... 86
Argyropolis von Byzanz 183. 186. 192
Aristarch, Jünger . . . 300. 3.!l
Aristion, Jünger . --".'7. 299. 331
Aristobulus, Jünger . . 299. 331
Ariston von Pella 117
Arles, Diptychen der Kirche von 221
Artemas, Jünger . . . 300. 331
Aatyages 72
Asyncritus, Jünger 300. 3' 6
Athanasius, P8.quaest.adAntioeh. 58
231.
242
218.
221
. .
■2S,
206.
237
31 15
300.
330
299.
31 H 1
362
Schermann, Propheten- und Apostellegenden.
Seite
Athenagoras Apologet . . . 117
Attikus von CPel 192
Augustinus, über Job., d. Apost.
Ende 263
Azarias, Propbet 108
Baetbgen 24 f. 35. 43
Bardenbewer, 0 154
Bar-Ebraja Cbron.Apostelkatal.
173. 211. 240. 273. 275. 283. 308
Barnabas, Apostel u. Jünger 117.
297. 300. 302 f. 332. Biscbof
von Mailand 351
Baronius .... 157. 191. 194
Barsabbas, Jünger . . 303. 332
Bar-Salibi, Dionys. Jüngerkat.
214. 240. 307. 318. 325
Bartholomaeus, Apostel:
Mission, Tod 269 f.
Basilius v. Caes. Ps., Homilie
über Christi Geburt . . . 107
Basilius Maced. Porphyrog.,
Menologium des .... 291 ff.
Baumstark, A. 158. 296. 311. 318. 326
Behemon, Gott Israels . . 99 A. 1
Bellarmin ..... 5. 175. 194
Berendts, AI. 71 A. 1. 72. 107 A. 6
Bernoulli, CA 139
Birrhus (Burrh.), Jünger . . 333
Bollandisten, bibl. hag. gr. . 1
Bonwetsch, N 5
Book of Cerne . . 216 ff. 220. 228
Boor, C. de ... 178. 186. 190
Breviarium apostol. 169. 225. 227
Brightman 210
Btritün, Jünger 333
Budge, E.A.Wall. 36. 45. 213 A. 2
240. 311. 326.
Bukolus, Jünger 333
Bundeslade, Verbergung durch
Jerem 87. 89
Burkitt, Crawf 202. 207
Bürün, Jünger 333
Bust Matth 168
Byzanz, vornicän. Bischofsliste
145. 147. 178; nachnicän. . . 193
Seite
Caesar, Jünger .... 325. 333
Caesarea, Bibliothek von . . 37
Caius, Jünger . . 299. 300. 303
Candarus, Jünger 304
Carolus a. S. Paulo 191
Carpus, Jünger 304
Cave, G. . 134. 148. 175. 188. 194
Ceillier 5
Ceriani 16. 38
Cerinth, abtrün. Jünger . 303. 306
Chäbot, J. B 25. 325
Charisius, Jünger 303
Charles, R. H 118 f.
Christ, W 175
Chronicon paschale, Abfassungs-
zeit 8. 12; vitae propbet. 1. 72.
prophet. Exkurse 10; Doroth.
Apostel- und Jüngerliste 168.
185. 190. 195. 234. 299 f.
Chronograph vom J. 354 . . . 229
Cbrysostomus Ps., Homilie auf
die 12 Apostel 169. 237, Ur-
teile über CPel . . 184 f. 203
Cigala Matth 293
Clemens, Jünger 297.298.300.302.340
Clemens Alex.,Hypotyp. 171. 228. 294
296. 297.
Clementis Ps. Canon. '. . . . 237
Combefis, Fr. . 154. 167. 161 A. 2
Cornelius v. Jerusalem ... 35
Cornelius, Jünger 298
Crescens, Jünger . . 297. 299. 333
Crispus, Jünger .... 299. 333
Criton, Jünger 303
Cuperus, Guil. 175. 189. 192. 195
Cyriacus, Jünger 334
Cyrill. Alexandr. in proph. min. 20. 74
Cyrus 72
Dan und Gad 93
Daniel, Proph 35. 98
Delehaye Hipp. . 21. 42. 321. 326
Delitzsch, Fr. 5. 8. 44. 66 f. 116. 122
142 f. 154. 175. 180.
Demas, Jünger . . 300. 304. 334
Demetrius, Jünger . . . 299. 314
Verzeichnis der Namen und Sachen.
363
Seite
Didascalie, arab 212
Didymus (Thomas) 272
Diekamp, Fr. 134. 130. 152. 154 f.
158. 264 A. 266.
Dillmann, A 79
Dionysius, Jünger . . . 299. 334
Dionysius, der sog. Areopag. . 297
Diptychen, kirchl. von CPel 188,
von Arles 221
Dorotheusschriffcen , ursprüngl.
Umfang 89. 145. 351. vitae
proph. 1. 6. 116. 120; prophet.
Excerpte 12 ; lat. Übers, s. unter
Musculus 8. 9. Lebensbeschr.
u. passio des Dorotheus 11.
136. 146. 172. 179. 181. Doro-
theus A- und B-Recens. über
die 12 Apostel 133. 12 Apostel-
reihe 178, Jüngerkat. 9. 141.
145. 314. 317. 325. Datierung
des Ps. Doroth. . 196. 292. 351
D-Recension (anonyme) der vitae
prophet. s. Anonym.
Dracontius, Jünger 334
Duchesne, L. 170 f. 195 f. 226. 239
293. 350.
Ebionitenevangel. d. 12 Apostel 206
Ebrius, Jünger 334
Eleazar, Zwillingsbruder des
Thoin 273
Elias, Proph. . . 8. 28. 109. 117
Elisaeus, Proph 112
Epaenetus, Jünger . . . 299. 343
Epaphras, Jünger 300
Epaphroditus, Jünger 300. 323. 334
Epep, kopt. Monatsname . . . 242
Ephrein, Monach 193
Ephreni d. Syrer vitae proph. . 35
Ephrein, Jünger 335
Ephod 108
Epiphanius, Monach., vita Andr.
134 .f 186. vit. Mar. 234
Epiphanius, Patriarch v.CPel 142. 195
E[iiphanius von Cypern: vitae
prophet. sog. längere Recens.
Seite
(A) 12. 18. 20; kürzere (C.) 1.
6. 9. 14. 21. Syr. oder hebr.
Grundschr. d. griech. vitae 6.
113. 114 f. 122. 129. 131 ; syr.
vitae proph. 6. 24 f. 27 f. 30.
32. 34. 43. 129. Verfasser der
70 Prophetennamen 14, von
vit. proph. in Sinait. syr. 10. 35
Epiphanius von Cypern: Apostel-
und Jüngeriisten 141. 142 f. 242.
313. 317. 349. Apostelreihen
230 f. 234; Eine Apostelreihe
unter d. Epiph. Namen 231.
232 f. Datierung der Apostel-
und Jüngerkat. 292. 298. 325. 349
Erasmus v. Rotteid 139
Erastus, Jünger .... 300. 335
Esphana, Jünger 335
Eubulus 300
Euchastion, Jünger 335
Eugenius, vornicän. P>ischol von
Byzanz 188
Eunuch der Königin Candace . 335
Eupolemus, jüd. Geschichtsschr. 88
Eurion, Jünger 302
Eusebius, Schrift de vitis proph.
40; Hsskorrektor 37, Onomas-
ticon 50A.1. 52 A. 4. 61 A.5.62A.1
Evangelium da-Mepharrese 207. 209
— syr. der 12 Apostel . 206. 237
— der 12 Apostel u. d. Barthol.
Kopt 207
Euodius Ps. aus Antioch. Brief 152
-, Jünger 298. 335
Ezechiel, Prophet 89
Fischer, Fr. . . . 145. 187 f. 194
Fortunatus, Jünger . . . 300. 335
Freculph v. Liscieux .... 171
Gaius, Jünger 322. 335, veröffent-
licht das Joh. Ev 261
Gardebosc 175
Gebhardt, Ose. v. 17. 79. 119. 134.
139. 165
Lanum, Missale . . . 217 f.
Geizer, H 145. 188
364
Schennann, Propheten- und Apostellegenden.
Seite
Georgius Kedrenus, syr. Liste . 188
Georgius Monach. Hamart. 153. 182
185. 196. 354
Gerbert, M. . . . 170. 224 A. 1
Goussen 208
Gregor von Tours . . . 171. 266
Gregorianum, Missale . . . 217 f.
Gulik, W. van 223
Gundermann, G 14
Habakuk, Proph. . 13. 16. 31. 62
Habbän i. d. Thomasakten . . 275
Hall, Js. H. 6. 25. 33 ff. 43. 129. 132
Hamaker, H. A. 2. 5 f. 8. 17. 37 u. oft.
129 f. 132. 181. 195. 197
Harnack, Ad. . 118. 154. 158. 165
Harris, J. R. . 208. 211. 308. 311
Hebraismen in den vitae prophet.
99. 101. 122
Hegesippus 280
Heimat d. Apostel, anonym.Verz. 273
Herakleon, Gnostiker .... 274
Hergenröther, Jos. 175. 177. 195 f.
Hermas, Jünger . . 300. 302. 336
Hermes, Jünger . . 300. 304. 335
Herrnogenes, Jünger .... 336
Herodes, Schicksal des . . . 197
Herodes, Jünger 336
Herodion, Jünger . 300. 304. 336
Heroe, Jünger 336
Hesychius, angebl. Verfasser von
vitae prophet 19. 38
Heuron, Jünger .... 302. 303
Hieronymus, über vitae prophet.
23. 24. 41 A. 2. 50. A. 1. 74;
Namenerklärungen d. Proph.
42; com. in Jon. 58 A. 1; über
das Manna am Grabe des Joh.
266, com. in Joa. . . 202 f. 227
Hieronymiannm Martyrolog. . 169
171. 225 f.
Hippolytus, Verf. v. Apostelkat.
153. 155 f. 236, Datierung 292.
353 f. Jüngerverz. 314. 317. 325
Hippolyt v.Theben,Chronik 152 f. 264
Hirsch, Ferd 17. 161
Seite
Hoeschelius, D 19
Hrnsürs, Jünger 336
Hugo Card, (f 1264) .... 4
Hymenaeus, Jünger . . . 304. 336
Jacobus, 3 zahl im Apostelkoll.
226, in den Apostel- u. Jünger-
verzeichnissen . . . 297 f. 302 f.
— Alphaei 226. 276; identifiziert
mit dem Herrnbruder 278, Syr.
Tradition 279
— d. Herrnbruder, übersetzt d.
Mt. Evang. 276; im Apostel-
koll. 226 f. Jünger 336 f.
Martyrium 337
— Zebedaei, Mission, Martyr.,
Begräbnis 253 — 255
— von Edessa, nest. Schrittst. 4. 107
— Lebbaeus zubenannt . . . 211
— Liturgie griech., Diptych. . 209
Jadok 105
Jason v. Cyrene, jüd. Geschichts-
schreiber .... 86. 119. 160
Jason, Jünger 300. 302. 304. 337 f.
Jbn at-Tayib, nest. Mönch, 207,
Jeremias, der Proph. 31 — 34 f.
81. Martyr. 124; Weissagung
über Jerusalem und Verber-
gung d. Bundesl. . . ' . . . 197
— Apokryphon 118
Ignatius v. Antioch. mit Joh. in
Ephesus 262; als Jünger 298.
303. 305. 338; Ps. Ign. Briefe 322
Joath, Joam-Joad .... 7. 104
Johannes L, Papst 194
— , Baptist 115
— , Euchaitens., Mauropus, Ge-
dicht auf die 12 Apostel 163. 237
— , Evangelist u. Ap., als 1. im
Apostelkoll. gezählt 222; gnost.
Joh. Akten 267, Prochorustext
259 f. 261. Mission 260. 299.
Verbannung auf Patmos 260,
nach Pontus durch Tiberius
261 A. 1; Abf. d.Ev. u. d. Apoc.
261; Tod, Entrückuner 262 ff.
Verzeichnis der Namen und Sachen.
365
Seite
2 Gräber in Ephes. 264; Manna
am Grabe des Ap. 266, Lebens-
alter 205. Syr. Gesch. d. Joh. 265
Johannes, Presbyter, unter-
schieden vom Apostel 262. 265. 297
— Marcus, Jünger 338
Joel, Proph. . . 30. 36. 48 f. 50
Jonas, Proph. . . 18. 30. 55 f. 59
Josedek 71
Josef v. Arimathia . . . 302. 338
Josef Barsabbas, Jünger 300. 302. 321
Josef, filius Josephi . . 302. 303
Josefus, Flavius .... 122. 280
Josias Jünger 338
Irenaeus, Verf. einer Jüngerliste
i. Sinait, syr. 10 . . . 172. 307
Isaias, Proph. . 13. 16. 33. 35. 74 ff.
— Himmelfahrt u.Martyr. 118 f. 124
Isho'dad, Komment. Ephr. 208. 211
Isidor von Sevilla, de ortu et
obitupatr. 23. 41 f. 129. 171. 227.222
Judas Barsabbas, Jünger . . . 305
— der Herrnbruder .... 283
— filius Josephi 302 f.
— Jacobi . . 282. 298. 302. 338
— Iscarioth, Ende des . 165. 285
Julius, C. . . 45. 201 A. 1. 326
Jüngerzahl, 70 oder 72 . . 292 f.
Jüngerverzeichnis, syr. Typen
301 f. 321, Datierung . 305. 307
Jungfrauengeburt ... 87. 128
Junias, Jünger . . 302. 304. 339
Justin, Apol 117 f.
Justus Barsabbas, Jünger . . 297
Kalamine in Indien . . . 274 f.
Kanon d. altirisch. Messe . . 219
Kariathmaum 58
Kephas, Jünger . . 302. 304. 339
Kleon, Jünger 304
Kleophas, qui et Sym. Jünger 302 f. 339
Kosmas Indicopl. typogr. christ.
1. 5 8. 12. 144
— von Jerusalem 193
Krösus 72
Kuddääa, pers. Lit. d. Nestor. . 212
Seite
Labbe 5. 175
Lagarde, P. A. de . . . 165. 167
Laison, Jünger 340
Laterculus apostol 228
Latinismen in den vitae proph.
d. Doroth. 101, in den Apostel-
verzeichnissen . . . . 194 A. 2
Lazarus, Jünger 340
Lebbaeus, Beiname zu Thadd. . 234
Leo L, Brief an Marcian . . 184
Leonianum, Sacrament. . . . 217
Levi, als Apostel und Jünger . 199
233. 304. 341
Lewis, Ag. Sm. 35. 45. 240. 307. 326
Liber hymnorum, irisch. . . . 217
Lightfoot 154
Linus, Jünger .... 297 f. 341
Lipsius, R. A. 135 f. 145. 154 f. 170
u. oft. 260. 295. 326
LogothetPs.Syni.,Chron.i. Paris.
1712, Prophet, vitae 17. 101;
Apostelverz. 160. 188. 236,
Jüngerverz. 314. 318. Da-
tierung 291. 354
Lucas, Evang. (im Apostelkoll.
237), Mission und Tod 2S8 ff.
297. 300. 302 f. 321
Lucius Cyren., Jünger 160. 299.
300. 302. 304. 341
Macubas (Bar-cubas?), Jünger . 304
Mahluph (Mailapar) in Indien . 275
Malachias, Proph 36. 72
Malael, Jünger 341
Malalas, Joh. chron. 1.x. . . 245
Manaeus, Jünger 302
Manahen, Jünger 302
Manael, Jünger 302
Marcellus (Martolus) .... 342
Marcianus 341
Marcus Baraabas . 300. 321. 342
Marcus, Evangel. 137 (im Apostel-
koll. 237), unter den Jüngern
297.300.302. Mission,Tod 285—287
Diana mit Joh. in Ephes. 260. 262
Mannatus, Jünger . ... . . 342
366
Scherrnann, Propheten- und Apostellegenden.
Seite
Maro, Jünger 342
Marthonas, Jünger . . . 299. 342
Martyrol. Gellonense . . . .170
— Roman 164. 182. 187
— Syriac. v. J. 412 336
Marüthä, Jünger 304
Matthaeus, im Apostelkollegium
fehlend 231; Herkunft, Mission,
Tod 276 f.
Matthias, Mission, Tod 283—284,
unter den Jüngern . . 297. 302
Meleas, Jünger 341
Menologien, griech. des Basil.
Porphyrog. 21 f.; Recens. d.
vitae prophet. 128 f. Apostel -
verz.150.163f. 182. 187 f. 291. 324 ff.
Messe, altirische 221
— mozarabische 221
Metaphrastes, Sym. 267 ff. 291. 323
Methodius, Bischof v. Tyrus . 180
Metrophanes, Bischof v.Byzanz 188 f.
Meyer, Phil. . . . 138. 214. 215
Michaeas, Proph 60 f.
Michael d. Syrer, Chronik 1. V,
VI, 25. 28. 172. 213. 240. 308 f.
Miliggos (Milichus) Jünger 303. 310
Mischtexte der Apostelverz. 167. 354
Missale von Bobbio .... 219
— Francorum 219
Mnason, Jünger . . 302 f. 305. 342
Moschus, Joa., prat. spirit. c. 176 153
Montfaucon 157
Moses 87
Muratori 218
Musculus, Wolfg. 7 ff. 137 ff'. —
Die griech. Hs. Vindob. hat
den Passus über Elias an der
Stelle wie Muse, wie ich bei
meiner Kollation ersah;
Geizer hatte ihn nicht ver-
merkt, weil im Chron. Pa-
schale hier fehlend 8
Narcissus, Jünger . 300. 304. 342
Natalis, Alex 175
Nathan, Prophet 18. 99
Seite
Nathanael, Jünger . . 302 f. 342
Nebucadnezar 88. 98
Nereus, Jünger 300
Nestle, Eb. 1. 2. 4. 15. 19. 21 f.
24. 34. 37. 43. 66. 80. 129. 173
Niger, Jünger 343
Nikanor, Jünger . . 302 321. 343
Nikephorus, Patriarch v. CPel,
chronol. brevis 147. 186. 192. 196
Nikephorus Call. Xanthop. h. e.
61. 71 f. 106. 153. 179. 192 f.
236 A. 1. 250 A. 5. 6. 261. 273.
279. ff. 289. A. 4. 6. 344.
Niketas, Jünger .... 299. 343
Niketas, David Paphl. 249 A. 3.
262 A. 3. 263. 273. 279. 291 f.
Nikodemus, Pharis., Jünger 302 f. 343
Nikolaus, Jünger ... 302 f. 343
Nilles, N 163. 175. 327
Norberg, M 37 f.
Notitia de locis sanet. ap. 170. 225 f.
Nunnaminster, Buch von . . 217
Nymphas, Jünger 300
Nzqüs, Jünger 343
Oecumenius-Comm.z.N.T. 138. 140 f.
Offenbarung des Petrus . . . 206
Olympas, Jünger . . ., . 300. 343
Onesimus .... 299. 300. 343
Onesiphorus . . . 300. 325. 344
Origenes, Hexapl. u. Tetrapl. 37,
Verfasser d-(anonym-)Rec. der
vitae prophet. 37 f. 129; Ps.,
de reeta in de um fide . . . 298
Oseas, Prophet . . .31. 36. 46 f.
Oudin, Cas. . 5. 142. 194. 195 A. 9
Pamphilus, Biblioth. des ... 37
Paneas in Basan Sl
Pancratius, Jünger 344
Papebroch 5. 175
Papias v. Hierapolis 165. 204 A. 3.
267. 297
Parmenas, Jünger . . 302. 321. 344
Patrobas, Jünger . . . 300. 344
Paulus, im Apostelkollegium 209.
212. 225. 227. Bekehrung, Tod 2 I 1
Verzeichnis der Namen und Sachen.
367
Seite
Pauni, aeg.-kopt. Monatsname . 243
Petrus, Datierung des Todes 136,
Kämpfe mit Simon Magus 242,
Petrus- Akten 245 f. Simon P.
Heimat, Mission, Martyrium 243 ff.
Philadelphus, vornic. Bischof v.
Byzanz 188
Philagrius, Jünger 344
Philastrius, Geschichtschr. . .183
Philemon, Jünger . . 299. 300. 344
Philippus, Apostel mit Phil. v.
Hierapolis verwechselt. 267.
297. Phil. Akten syr. 61. 266.
268. Heimat u. Wirksamkeit,
Tod d. Apostels . . . 266—268
— Jünger .... 302. 321. 344
Philo, jüd. Philos 120
Philologus, Jünger . 300. 302. 344
Philoxenus, Bischof v. Hierapo-
lis 311
Philoxenus u. Probus, Konsuln . 194
Phlegon, Jünger .... 300. 303
Phygellus, Jünger 345
Pitra J. B 16S
Polykarp m. Joh. i. Ephesus . 262
Polykrates von Ephesus . 263. 267
Preuschen E 107. 148
Priscus, Jünger 345
Prismus, Jünger 345
Prochorus, Jünger . 302. 321. 345
Proklus 267
Psellus, Michael 168
Ptolemäus, König 87
Ptolemaeus, erzähl. Greis . . 87
Pudens, Jünger .... 300. 345
(Juartus, Jünger .... 300. 345
Rhodion, Jünger . . 300. 304. 345
Rufin, Übers, d. Kirchengesch.
d. Euseb 294
Rufus, Jünger . . . 300. 303. 345
Salathiel 72
Salomo, König 81
Salomon von Basrah, vitae pro-
phet. 32. 36. 41. 130. Apostel-
11 iten . . 173. 213f. 237. 240. 301
Seite
Sauieas, Prophet 105
Sardica, Koncil von, .... 181
Scholienrecension der vitae proph. 21
Schönfelder, J. M. 36. 45. 240. 326
Schürer E 7S. 125 f.
Senecas, Jünger .... 302. 346
Silas, Jünger . 300. 302. 305. 346
Siloe, Quelle 81
Silvanus, Jünger 300. 302. 305. 346
Simon Cyr. Jünger 160. 303. 305.
346; fürChristus gekreuzigt 197. 34 6
Simon Judas, Bischof v. Jerusal.,
Kreuzigung unter Trajan . 280 f.
Sim(e)on Kleophae, Jünger 114 f.
160. 298. 302. 305. 321. 346
Sim(e)on Niger, Jünger 302. 304. 346
Simon Zelotes, Mission 281, arm.
Lokalsagen, Kreuzigung in
Brit 281
Simon d. Aussatz., Jünger . . 347
Sirinus, Jünger 304
Slikispus, Jünger 304
Sokrates, Kirchengesch. . . . 193
Sokrates, Jünger 347
Sophonias, Prophet . . . . 33. 67
Sosipater, Jünger .... 300. 347
Sosthenes, Jünger . 302. 304. 347
Sophronius-Recens. d. Apostel-
listen 139
— über die Taufe d. Apostel u.
Maria 149f.
— v. Jerus. Homilie über Pet.
u. Paul 323 f.
Stachys, Jünger, 1. Bischof v.
Byzanz . 11. 145. 184. 299. 347
Stephanas, Jünger . . . 300. 347
Stophanus, Jünger 297. 302f. 321. 347
Stetios, Jünger 347
Stowe Missale . . . 217. 219. 224
Strateas, Jünger 299
Stratokies, Jünger 347
Synaxarium CPolit., vitae proph.
21. 33. A. 1; Apostellist. 129.
L50. 103. 182. 187. Jüngerverz.
315. 320 f. 324
368
Schermaim, Propheten- und Apostellegenden.
Seite
Syrianus, Jünger 304
Syriacisroen i. d. gr. vitae proph. 129
Syrische vitae prophet. . . . 130
Syrisch-griech. anonym. Apostel-
verzeichnis 160
Tatian, Diatessaron . . 209. 211
Tertius, Jünger .... 300. 348
Testamente d. 12 Patriarch. . 120
Thaddaens Apostel 231. 234, Bei-
name Lebbaeus 213 f., Jünger
302. 303. 347
Theocritus, Jünger 348
Theodoret v. Cyrus, Erklärungen
zu d. Proph. 20. 41; Verf. v.
Frag. üb. d. Taufe d. Ap. (?) 150. 184
Theodorus Prodromus .... 192
Theodorus, Jünger 192
Theodosius II 81
Theophanes Chron. 175. 177. 190. 196
Theophilus, Jünger . . . 298. 348
Theophylakt. Erkl. d. Proph. 21. 38
Thomas Apostel, Akten 209.
Name, Mission, Tod . 272—275. 348
— von Harkel, syr. Bibelübers. 210
Seite
Thörus, Jünger 302
Thyrsis, Jünger 302
Timon, Jünger .... 302. 348
Timotheus, .... 297. 300. 348
Titus 297. 299 f. 348
Trophimus, Jünger . . . 300. 349
Tychicus, Jünger . . . 300. 349
Tyrannis, Bischof v. Tyrus . . 180
Uranius 181
Urbanus, Jünger 299. 302—304. 349
Venantius Fortunatus, de virg.
171. 228
Yirtutes apostol. Sammlung . . 227
Wright W 4. 107. 265
Topistan, Jünger 349
Zabdai, Jünger .... 302. 349
Zacchaeus, Jünger . . . 298. 349
Zaccharias, Barach. fil. ... 70
Zaccharias, Iojad. fil. . . . 18. 33
Zakron, Jünger 302
Zebennus, Bischof v. Eleutherop. 61
Zenas, Jünger 300. 349
Zeno, Bischof v. Tyrus . . . 181
Zeuxippus, Tyrann i. Byzanz . 183
Verlag der X C. HINRICHS'schen Buchhandlung in Leipzig.
DIE GRIECHISCHEN CHRISTI. SCHRIFTSTELLER
(Fortsetzung von der zweiten Umschlagseite.)
Origenes. Schrift vom Martyrium (exhortatio). — Die acht Bücher gegen Celsus.
— Die Schrift vom Gebet (de oratione). Herausg. von P. Koetschatt.
Mit Einleitung und dreifachem Eegister. (29% und 345/8 Bogen). [Origenes
Band I/DT| 1899. M. 28—
— Jeremiahomilien. — Klageliederkommentar. — Erklärung der Samuel- und
Königsbücher. Hrsg. v. E. Klostermann. Mit Einleitg. u. dreif. Reg. (25 74
Bogen). [Origenes Band ILT] 1901. M. 12.50
— Der Johanneskommentar. Hrsg. v. E. Preuschen. Mit Einleitg. u. vierf. Res.
(48y2 Bogen). [Origenes Band IV] 1903. M. 24.50
Gebunden in geschmackvolle Halbfranxbände je M. 2.50 mehr.
*Vorläufig nur in Interimskartonage je 50 Pf.
Nicht nur die Werke der Väter im kirchlichen Sinne des Wortes, sondern
alle in griechischer Sprache geschriebenen Urkunden des ältesten Christen-
tums (einschließlich der gnostischen, der zuverlässigen Märtyreracten usw.) sollen
in kritischen, nach einem einheitlichen Plane gearbeiteten Ausgaben vorgelegt
werden. Wo die Originale nicht mehr vorhauden sind, treten die alten Über-
setzungen ein. Die Ausgaben erhalten außer einem vollständigen Apparat
historisch orientierende Einleitungen und Register und sie sollen sowohl in
philologischer als in historisch-theologischer Hinsicht den Anforderungen ent-
sprechen, die heute mit Recht an solche Veröffentlichungen gestellt werden.
Die neue Ausgabe der griechischen christlichen Schriftsteller — zu-
nächst der ersten drei Jahrhunderte — ist daher berufen den verschiedensten
Forschungen zu dienen. Wer eine Antwort auf die Frage sucht, wie die Funda-
mente unserer Kultur in der Verbindung von Christentum und Antike gelegt
worden sind, wer die Entstehung der katholischen Reichskirche ermitteln will,
wer die Ursprünge der Verfassungsformen, die das mittelalterliche Europa be-
herrscht haben, studiert, sieht sich auf die patristische Literatur gewiesen,
und diese Literatur ist auch der Mutterschoß der Literaturen aller romanischen
und germanischen Völker gewesen.
Im Druck befinden sich:
Eusebius. Kirchengeschichte bearb. von Ed. Schwartz, Göttingen. 2. Hälfte mit
Rufins Lateinischer Übersetzg. bearb. v. Theodor Mommsen (f); sowie Re-
gisterband: Prolegomena, Übersichten (Kaiserliste, vier Bischofslisten, Gesamt-
übersicht) und fünffaches Register bearbeitet von Ed. Schwartz.
Die Esra-Apokalypse (IV. Esra) bearbeitet von B. Violet in Berlin.
Der Umfang dieser monumentalen Ausgabe läßt sich im voraus nur annähernd
jerechnen. Ins Auge gefaßt sind etwa 50 (einzeln käufliche) Bände.
Jährlich noch nicht 20 Mark hat die Anschaffung der ganzen Reihe bisher durch-
schnittlich beansprucht, ein Betrag, der gewiss auch jeder kleinen Bibliothek die Subscrip-
ion möglieh macht, um sich die vollständige so wertvolle Sammlung zu sichern.
Leipzig. 3- t. %mx\<$)&\<$)t (gucflflanfcfung.
TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN
ZUR GESCHICHTE DER
ALTCHRISTLICHEN LITERATUR
ARCHIV FÜR DIE VON DER KIRCHENYÄTER-COMMISSION
DER KGL. PREUSSISCHEN AKADEMTE DER WISSENSCHAFTEN UNTERNOMMENE
AUSGABE DER ÄLTEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER
HERAUSGEGEBEN VON
ADOLF BAMACK und CAEL SCHMIDT
DRITTE REIHE — ERSTER BAND 3. HEFT
DER GANZEN REIHE XXXI, 3
LEIPZIG
J. C. HLNRICHS'sche BUCHHANDLUNG
1907
ZU DEN SCHRIFTEN
DES
MAKAEIOS VON MAGNESIA
VON
GEORG SCHALKHAUSSER
^^
-n^m
LEIPZIG
J. C. HINRJCHö's« he BUCHHANDLUNG
L907
TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN
ZUK GESCHICHTE DER
ALTCHRISTLICHEN LITERATUR
ARCHIV FÜR DIE VON DER KIRCHENVÄTER-COMMISSION
DER KGL. PREUSSISCHEN AKADEMLE DER WISSENSCHAFTEN UNTERNOMMENE
AUSGABE DER ÄLTEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER
HERAUSGEGEBEN VON
ADOLE HAMACK und CARL SCHMIDT
DRITTE REIHE — ERSTER BAND 3. HEFT
DER GANZEN REIHE XXXI, 3
LEIPZIG
J. C. HLNRICHS'sche BUCHHANDLUNG
1907
ZU DEN SCHRIFTEN
DES
MAKAEIOS VON MAGNESIA
VON
GEORG SCHALKHAUSSER
LEIPZIG
.1. Q HINRICHS'ai he BUCHHANDLUNG
Y'erlag der J. C. HINRICHS'schen Buchhandlung in Leipzig.
TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN ZUR GESCHICHTE DER
ALTCHRISTLICHEN LITERATUR
ARCHIV FÜR DIE GRIECHISCHEN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER
DER ERSTEN DREI JAHRHUNDERTE
Herausgegeben von 0. von Gebhardt und A. Harnack.
Inhalt der Dritten Reihe (herausgegeben vonA. Harnack und C. Schmidt) Bd. XXXI H. ff.
Neueste Hefte:
Schalkhausser, G., Zu den Schritten des Maka-
rios von Magnesia. V, 218 S. 1907. (XXXI, 4 1
M. 7 —
Schermann. Th., Propheten- und Apostellegenden.
Nebst Jüngerkatalogon Dorotheus und ver-
wandter Texte. VII, 3Ö8 S 1907. (XXXI, 3)
M. 11.50
Bonwetsch, G. N., Die unter Hippolyts Namen
überlieferte Schrift über den Glauben. Nach
einer Übersetzung der in einer Sckatberder
Handschrift vorliegenden georgischen Ver-
sion. 30 S. — Koch, H. , Vineenz von Lerin
und Gennadius. Ein Beitrag zur Literaturge-
schichte des Semipelagianismus. 22 S. —
Koch, H., Virgines Christi. Die Gelübde der
gottgeweihten Jungfrauen in den ersten drei
Jahrhunderten. 54 S. 1907. (XXXI, 2) M. 3.50
Irenäus, des hl., Schrift zum Erweise der apo-
stolischen Verkündigung. Eli lUMet^n roö
ajioazoi.iKnv xivoyfiitzni. In armenischer Version
entdeckt, hrsg. und ins Deutsche übersetzt
von Licc. Dr. Karapet Ter-Mekerttschian und
Erwand Ter-Minassiantz. Mit einem Nach-
wort und Anmerkungen von Ad. Harnack.
VIII, 69 u. G8 S. 1907. (XXXI,1) M. 6 —
Inhalt der NF. (Ztveite Reihe, Bd. XVI -XXX).
Achelis, H., Hippolytstudien. VIII, 233 S. 1897.
(NF. I, 4) M. 7.50
Augar, F., Die Frau im römischen Christen-
process. Ein Beitrag zur Verfolgungsge-
sohichte der christlichen Kirche im röm.
Staat. 82 S. (Mit Harnack und Schultze. NF.
XIII, 4.) M. 4.50
Bauer, Ad., Die Chronik des Hippolytos im
Matritensis graecusl2l. Nebst einer Abhand-
lung über den Stadiasmus Maris Magni von
Otto Cuntz. Mit 1 Abbildung im Text und
5 Tafeln. VI, 288 S. 1905. (NF.XIV, 1) M. 8.50
Berendts, A. , Die Zeugnisse vom Christentum
im slavischen de bello Judaico des Josephus.
III, 79 S. 1906. (NF. XIV, 4) M. 2.50
— Die handschriftl. Überlieferung d...Zacha-
rias- u. Johannes -Apokryphen. — Über d.
Bibliotheken d. Meteorischen u. Ossa-Olvmp.
Klöster. IV, 84 S. 1904. (NF. XI, 3) M. 2.70
Bonwetsch, G. N., Studien z. d. Komm. Hippolyts
zum Buche Daniel n. Hohenliede. IV, 86 S.
1897. (NF. I, 2) M. 3 —
— Drei georgisch erhaltene Schriften v. Hippo-
lytus. XVI, 98 S. 1904. (NF. XI, la) M. 3.50
— Hippolyts Kommentar z. Hohenlied auf Grund
v. N. MÄRR'S Ausg. d. grusin. Textes herausg.
108 S. 1902. (s. Harnack)
Eratke, E., Das sogenannte Religionsgespräch
am Hof der Sasaniden. IV, 305 S. 1899. (Mit
Harnack, Cyi'iian. Schriften NF.IV, 3) M. 10.50
Die syrische Didaskalia ülis. uerkl.v.H. Achelis u.
J. FLEMMlNG. VIII, 388S. 1904. (NF.X.2) M. 12.50
Dobschütz, E. von, Christusbilder. Untersuchun-
gen zur christlichen Legende. XII, 294, 336
und 357 S. 1899. (NF. III) M. 32 —
Erbes, C, Die Todestage «1er Apostel Paulus
und Petrus und ihre römischen Denkmäler.
IV, 1X8 S. 1899. (Mit Harnack, K<-tzeikatalog
und Goetz, Cyprian NF. IV, ..l) M, 5.50
Flemming, J., Das Buchllenoch. Ättuop.Text, Einl.
Komm. XVI, 172 S. 1902. (NF. VII, I) M. 11 —
Gebhardt, ..0. v., Passio S. Theclae virginis. Die
latein. Übersetzgn. der Acta Pauli et Theclae
nebst Fragm., Auszügen u. Beilagen herausg.
"XVIII, 188 S. 1902. (NF. VII, 2) M
Geffcken, J., Komposition u. Entstehungszet d.
Orac. Sibyll. IV, 78S. 1902. (NF. VIII.l) M.2.SÖ
Goltz, Ed. v.d., Tischgebete u. Abendmalilsgebete
in d. altchristlichen u. in der griechischen
Kirche. 67 S. 1905. (NF. XIV, 21.) M. 2 —
— Aiyoi oaiTr^iai ncli z'r,v 7iu(&ävov (de Vir_illi-
tate). Eine e<hte Schrift des Athanasius
IV, 144 S. 1905. (NF. XIV, 2a) M.5-
— Eine textkrit. Arbeit d. 10. bez. 6. Jh., hrsg.
nach e. Codex d. Athoskl. Lawra. Mit 1 Tafel.
VI, 116. S. 1899. (NF. II, 4) M. 4.50
Goetz, K. G., D. alte Anfang u. d. ursprüngl. Form
v.i ypr. Schrift ad Donatum. 16 S. 1899. (s.Erbes)
Gressmann, H., Studien zu Euseb's Theophanie.
XI, 154 u. 69 S. 1903. (NF. VIII, 3) M. 8-
Haller, W., Jovinianns, dieFragm. s. Schriften eto.
VIII, 159 S. 1897. (NF. II, 2) M. 5.50
Harnack, A., D. pseudocypr. Trakt, de singu-
laritate cleric. e. Werk d. douatist. Bisch.
Macrobiusin Rom. (72S.) — D. Hypotyposen
d. Theognost. (20 S.) — D. gefälschte Brief d.
Bisch. Theonas an d.OberkammerherrnLucian.
(25 S.) 117 S. 1903. (NF. IX, 3) M. 3.5U
— Über verlorene Briefe und Actenstikk--.
die sich a. d. Cyprian. Briefsammlg. ermitteln
lassen. 45 S. 1902. (Mit Klostermann, u. Bon-
wetsch, NF. VIII, 2) M.
— Der Ketzer-Katalog des Bischofs Maruta
von Maii>herkat. 17 S. 1899. (s. Erbes)
— Die Pfaffschen Irenäus-Fragmente als
Fälschgn. PfafFs nachgewiesen. — Patrist.
Miscellen. III, 148 S. 1900. (NF. V, 3) M. 5 —
— Diodor v. Tarsus. IV, 251 S. 1901. (NF. VI, 4)
M. 8 —
— Analecta zur ältesten Gesch. d. Christen-
tums in Rom. 10 S. (Mit Koetschau und
Klostermann. NF. XIII, 2.)
— Drei wenig beachtete Cvpi'ianische Schriften
und die „Acta Pauli". 34 S. 1899. (s. Bratke>
— Der Vorwurf des Atheismus in den drei
ersten Jahrhunderten. 16 S. 1905. (Mit
Schnitze und Augar. NF. XIII, 4) M. 4.5 '
Holl, K., Fragmente vornicän. Kirchenvater
aus d. Sacra parallela. XXXIX, 241 s.
(NF. V, 2) M. !' -
— Die Sacra parallela des Johannes Damas-
cenus XVI, 392 S. 1897. (NF. I, 1) M. 12 -
Janssen, R.,D.Johannes-Ev.u.d.Paraph.d.N
Panopolit, IV, 80 S. 1903. (NF. VIII, 4 l M. 2.5<i
Jeep, L., Zur Überlieferung des Philostorgios.
33 S. 1899. (s... Wobbermin) Nicht einzelu.
Klostermann, E., D. Überlief, d. Jeremia-Homilien
d.Origenes. VI.116S. 1897. (NF. I, i)ti
— Eusebius' Schrift »*<?» ™>' tonixCiv ö
rolv Iv zf] de,? yp«(f5. 28 S. 1902. (s. Harnack
Fortsetzung auf der dritten Umschlag:-
ZU DEX SCHRIFTEN
DES
MAKARIOS VON MAGNESIA
VON
GEORG SCHALKHAUSSER
^^
LEIPZIG
•i. C. ll [NRICHS*sche BUCHE WhLUNG
1907
TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN
ZUR GESCHICHTE DER ALTCHRISTLICHEN LITERATUR
ARCHIV FÜR DIE VON DER KIRCHENVÄTER-COMMISSION
DER KÖNIGL. PREUSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEX UNTERNOMMENE
AUSGABE DER ALTEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLEI;
HERAUSGEGEBEN VON
ADOLF HARNACK vxv CARL SCHMIDT
31. BAND HEFT -1
Druck von Julius \iu'l in Greifswald
Vorbemerkung.
Seit mehreren Jahren bin ich damit beschäftigt, zusammen-
zubringen, was von dem griechischen Kirchenschriftsteller
Makarios Magnes oder über ihn geschrieben wurde und da/u
beitragen könnte, das Dunkel in etwas zu erhellen, in das die
Grestalt dieses Autors großenteils noch gehüllt ist. Da sich
jedoch am hiesigen Orte, einem Landstädtchen, keine größere
Büchersammlung befindet und mein Beruf es mir nicht
erlaubt, öfters längere Zeit von hier abwesend zu sein, war
ich für die gedruckte Literatur in der Hauptsache auf den
Postverkehr mit den Bibliotheken, für die Einsichtnahme in
die Bücher, die die Bibliotheken nicht nach auswärts versenden
dürfen, und in Handschriften auf die wenigen Wochen Urlaub
angewiesen, die ich jedes Jahr und zwar zu einer Zeil
hatte, in der manche Bibliotheken ganz geschlossen, andere
nur ein paar Stunden täglich geöffnet sind. Es ist daher nicht
unmöglich, dal,'» mir die eine oder andere Notiz über oder von
Makarios, die sich irgendwo findet, entgangen ist und infolge
dessen der Kenner schon indem der vorstehenden Abhandlung
zugrunde liegenden Materiale Lücken entdeckt. Wer solche
gewahr! oder sich überhaupt zu den Ergebnissen meiner Arbeit
in irgend einer Druckschrift äußert, würde mir einen Gefallen
erweisen, wenn er mich von seiner Wahrnehmung in Kenntnis
setzen, bezw. wenn er mir einen Abdruck seiner Äußerungen
JY Sehalkhausser. Makariu-, Maines. Vorbemerkung.
zukommen lassen oder mich wenigstens auf den Fundort der-
selben aufmerksam machen würde.
Mehreren Bibliotheksverwaltungen bin ich für freundliches
Entgegenkommen zu großem Danke verpflichtet. Er sei auch
hier abgestattet.
Wassertrüdingen, Mittelfranken, den 12. Dezbr. 1906.
Dr. Georg Sehalkhausser,
ev. Pfarrer.
Inhaltsverzeichnis.
Vorbemerkung III
Einleitung 1
I. Zum Apokritikos des Makarios Magnes.
1. Handschriften mit Teilen des Apokritikos 5
2. Franciscus Turrianus und der Apokritikos des Makarios Magnes 18
3. Zackarias Skordylios und der Apokritikos des Makarios .Magnes 81
4. Die Geschichte des codex Venetus 9G
5. Das Verhältnis des codex Atheniensis zum codex Venetus . . . 109
Tl. Die sogenannten Homilien des Makarios Magnes
zur Genesis.
1. Geschichtlicher Rückblick 113
2. Fundstellen der sog. Genesishomilien des Makarios Magnes . . 120
3. Makarios Magnes nicht Verfasser der „Schöpfungsgeschichte" . . 130
Anhan g,
Der Text des Ottobonianischen Fragments nach dem Manuskript des
Magnus Crusius 18ti
Register.
I. Namen- und Sachregister 203
II. Wortregister zu den griech. Texten 211
Nachtrüge 202
1 1 te ii. Untersuchungen etc. ü. •
Einleitung.
Makarios Magnes gehört zu den kirchlichen Autoren, bei
denen, sowohl was die persönlichen Verhältnisse, als auch was
die schriftstellerische Tätigkeit betrifft, noch vieles dunkel ist.
Fest steht, daß er Bischof war. Denn Nikephoros L, Patriarch
von Konstantinopel (806 — 815), berichtet von ihm1, daß ihm
in der Überschrift des sehr alten Exemplars, das er, Nikeph.,
nach langem Suchen von dem Apokritikos desselben gefunden
habe, die Würde eines IsQaQxVs beigelegt war. Ebenso wird
nicht zu bezweifeln sein, daß dieser Hierarch Makarios hieß.
Daß Makarios als Eigenname zu fassen ist, sieht mau nicht
nur aus dem Titel, den die Gegner des Nikeph., die Ikouo-
klasten, ihrem Apokritikos- Exzerpt gegeben hatten2, und aus
der Aufschrift, die das eigene Exemplar des Nikeph. trug3,
sondern auch aus dem Wortlaut der Überschriften, unter denen
uns Teile oder Stellen aus dem Werke des Mak. in Hss. er-
halten sind. Der Verfasser wird nämlich in mehreren derselben
mit fiaxaQiov (idyvfjzog bezeichnet, wrobei also (taxagiov ohne
Artikel steht4.
1) Nicephori antirrhebicus liber de Magnete bei Pitra, Spicilegium
Solesmense T. [. Par. 1852, p. 307.
2) Ibid. p. 305: Tov äyiov Maxaoiov.
3) Ibid. p. 307: H irir ori- ßißXoq Maxaoiov ulr hiiyiyQanxai,
ii. ]i. 334.
4) So im cod. Atheniensis des Apokr. in der Überschrift des -">. und
4. Buches, ferner in der Aufschrift, unter d<>r im Werke des Johannes
Antioch.: ' Yicd&eoig tisqi t<5v frelcav (ivoTTjoiatv im Coisl. Gr. 112, Li den
codd. regü Gr. 364, 90] und 1133 der Pariser Nationalbibliothek, im cod.
Gr. qu. 24 der k. Bibl. zu Berlin und in den Mosquenses •"'!>•"> und IIS
ein Zital aus dem Apokr. mitgeteilt ist. Wenn es in manchen II». vov
fiaxaQiov fiayvijroQ hieß oder beißt [so im Kodex zu Coriolane und in dem
des Klosters auf dem Berge Sardo, in den Vatic. Gr. 840 und 2022, im
Ven. Gr. Marc. 503, im Paris. Gr. L630, im Coisl. Gr. 205 und in einem
Athoskodex — Näheres über die genannten llss. später], so erklärt sich
hier der Artikel vor fiaxaoiov durch ein sehr mibe liegendes Mißverständnis.
ii'Xtc ii. Untersuchungen etc. 31,4 1
2 Schalkhausser. Makarios Magnes.
So gut wie allgemeines Einverständnis herrscht meines
Wissens jetzt auch darüber, daß „fidyvrjq11 nicht für einen zweiten
Eigennamen unseres Autors, sondern für ein Ortsadjektiv [„der
Magnesier"] zu halten und daß der Verf. des Apokr. kein
anderer als jeuer Makarios ist, der nach Photios, Bibl. cod. 59
[Ed. Bekker, Berol. 1824 T. I. p. 17 b, 37 sq.] Bischof von Ma-
gnesia war und auf der Eichensvnode a. 403 als Ankläger o-egen
Herakleides, den Bischof von Ephesus, auftrat1. Gegen diese
Auffassung und Identifizierung spricht nicht, daß in den Hss.
für unseren Autor nie die Benennung (laxaQioq allein gebraucht
wird, denn das wäre undeutlich gewesen ; auch nicht, daß da,
wo die beiden Namen (laxccQiog (idyvrjg nebeneinander sicli
finden, (idyvijq stets ohne Artikel erscheint. In Überschriften
wurde der Art. vor Ortsadjektiven öfters weggelassen. So
lesen wir z. B. tov jtatQoq fjfieöv 'Icodvvov KaQjtad-lov PG 85,
1837sq., 1857sq.; IIqotcojilov TaC,alov PG 87, 21 sq.; 'Iwdvvov
. . . taftaöxijvov PG 94, 1421 sq., 1435sq.; llni'r/.'/.oi Avxlov
Pitra, Anal. Sacra et Class. Par. Pvomae 1888, Teil II. p. 1, 188
u. 201; Mdyvov 'EfiTjöivov lazQov ooyiöTor im Kod. 3632 der
Univ.-Bibl. zu Bologna cf. Studi Italiani di filol. classica III.
Fir. 1895 p. 444. Schwerer scheint gegen die erwähnte Er-
klärung des (idyvrjq ins Gewicht zu fallen, daß in einer so
alten Hs., wie der Yen. Marc. Gr. 23 ist2, der Verf. zweier
kurzer Scholien zu zwei Versen des Hohenliedes nur mit „ud-
1) So Möller in ThLZ. 1877 p. 523: Th. Zahn in ZfKG. 1878
p. 450sqq.: Neumann in Juliani 11. contra Christianos . . Lips. 1880 p. 23:
L. Duchesne in Yita s. Polycarpi . . Graece edita. Par. 1881 \<. 7 sq.;
G. S. im Dictionarv of Christ. Biography . . V. III. Lond. 1882 p. 771
[Art, Mac. M.]; Lightfoot, The Apost. Fathers. Part. IL. Vol. I. Lund.
1885 p. 546; Fr. X. Funk in Patres Apostolici V. II. Tai.. 1901, p. LIX. u. a.
Von Früheren Lequien in Jo. Damase. opp. PG. 94, I147sq. n. 84 und in
Oriens Christianus T. I. Par. 1740 p. 698. Bei Guil. Cave, Script, eccl.
hist. lit. Bas. 1741/5 wird T. I. p. 135 das Werk -gegen Theosthenes. ans
dem Turrianus Bruchstücke mitteilte." unter Maanes. Priester von Jeros.
a, 265 und die „Apocritica". als wäre das eine andere Schritt, unter
Macarius. Bisch, v. Magnesia, a. 403 T. I. p. 379 sq. angeführt.
2) Ich konnte den Kodex im August 1905 zu Venedig einsehen. Er
gehört nach dem Kataloge von 1740 p. 21 etwa dein 10.. nach J. Morelli.
Bibl. ms. Graeca et Lat., Bassani 1802 p. 42 dem 11., nach Karo-Lietzmann,
Catenarum Graecarum catalogus in „Nachrichten v. d. k. Gesellschaft der
Wissenschaften zu Gott.. Philol. hist. Kl., aus dem Jahre 1902". p. 309
und 317, dem 9. saec. an.
Einleitung. 3
yvtjTog1' bezeichnet wird. Doch wäre möglich, daß hier, falls
nicht etwa an einen anderen Magnes zu denken ist, eine Vor-
lage tov (laxaglov yxxyvtjxoQ hatte und tov fiaxagiov dann von
einem späteren Kopisten weggelassen wurde. Vielleicht darf
auch daran erinnert werden, daß z. B. Schriften des S. Julius
Africauus öfters unter dem bloßen Xamen *Ag)Qixai>ov sich
finden (PG 10,42, 50, 52, 97). Als feststehend kann dem-
nach betrachtet werden, daß der Verf. des Apokr. der um
400 p. Chr. lebende Bischof Makarios von Magnesia war. Aber
wann M. geboren wurde und starb, wann man ihm das Amt
eines Bischofs übertrug, welches seine Lebensschicksale sind,
welchen Umfang seine schriftstellerische Tätigkeit hatte, in
welchen Jahren ungefähr er seine Werke schrieb1, welches
seine Quellen sind, wer der Hellene ist, gegen den er im Ap.
sich wendet2, ob Mak. die Einwürfe des Gegners aus einer
1) Den Ansatz, nach 410 wurde der Ap. geschrieben, den Xeumann
1. 1. p. 22sq. machte und der noch in der neuesten (9.) Aufl. v. Ueberwegs
Grundr. der Gesch. der Philos. der patr. a. schol. Zeit 1905 p. 112 wieder-
holt i-t. hat Neumann selbst noch am Schlosse seiner Schrift p. i>4ö
zurückgenommen.
2) In den Abhandlungen und Besprechungen, die anläßlich des V.
scheinens der editio princeps des Apokr. (1876 1 veröffentlicht wurden, tindet
man die Meinungen darüber, wer im Ap. bekämpft wird, noch geteilt.
Duchesne [De Macario Magnete et scriptis eius. Par. 1877 p. 17sqq.] und
andere treten für Hierokles, Wagenmann [Jahrbücher f. Deutsche Theologie
_'•".. Bd. Gotha 1878 p. L40sqq., p. 269sqq.] und Xeumann [Juliaui 11. contra
Christ. Lips. 1880 p. I7sqq.] für Porphyr ein. Manche wie Geffroy [Revue
>l-~, deux mondes 46. Par. 1876 p. 819] und Foucart [in der praefatio der
Blondeischen Apokritikos-Ausg. Par. 1876 p. VI.] reden unbestimmter von
einem Schüler des Porphyr. Möller 1. 1. p. 5:Msq. scheint hauptsächlich
an Julian gedacht zu halten. Zahn 1. I. p. A'rl [cf. auch Gesch. des
Deutest Kanon- I. 1. Eil. ISNS ]>. 310] spricht von einem um 350 lebenden
Schriftsteller.
Späterhin oeigt sich in der Frage, wessen christenfeindliche Angriffe
Mak. zu link wies, bei allen, wenn auch bei den einen mehr, bei den
anderen • ark, die Wagschale zugunsten des Porphyr. Ct. G.
Loesche, Haben die späteren Neuplat. Polemiker gegen das Christentum
das Werk des Celsus benützt? in ZwTh. 27. 1884 v. 277; Th. Zahn, Gesch.
des aeutest. Canons II. 2. Erl. Leipzig 1892 i». 1005 n. 2; Ad. Harnack,
Gesch. der altchristl. Literaturl. Leipz. 1893 p. 873; Lehrb. der Dognnui-
geschichte I. 3. Aufl. Freib. Leipz. 1894 p. 778; Zeitschr. f. Theol. u.
Kirche 5. 1895 p. 100; Probleme im Tr\t.- der Leiden.-.u-'-s.-h. .l.-su in
Sitzgsber. d. k. preuß. Akademie der Wissensch. zu Berl. X. KI. XII.
Berl.1901 p. 262 Ann,. 1 ; ThLZ. 1902 Nr. 22 p. 604; Die Miss. ii.
1*
4 Schalkhausser, Makarios Magnes.
heidnischen Polemik nur nach ihrem Inhalte oder auch nach
ihrem Wortlaut herübernahm1, diese und sonstige Fragen sind,
die einen noch nicht in Angriff genommen, die anderen noch
nicht endgiltig beantwortet.
Eine sichere Lösung der Probleme, die sich an Mak.
knüpfen, ist dadurch erschwert, daß uns die Schriften des
Mak. nur sehr fragmentarisch vorliegen. Was darum in Bezug
auf Mak. Magnes in erster Linie not tut, ist nach meiner
Ansicht nicht, daß man versucht, den einen oder anderen
dunklen Punkt aufzuhellen, sondern daß man zusieht, ob nicht
eine Vermehrung des Textmateriales sich erzielen lasse. Ich
entschloß mich, nach dieser Seite hin Nachforschungen an-
zustellen. Der Zweck der vorliegenden Abhandlung ist, dar-
zulegen, zu welchen Ergebnissen diese Nachforschungen geführt
haben.
Zwei Schriften werden unserem Mak. zugeschrieben: die
eine kurzweg „Apokritikos", die andere „Homilien zur Genesis"
o-enannt-.
Ausbreitung des Christen!;, in den ersten drei Jahrhunderten. Leipz.
2. Aufl. 1906 an verschiedenen Stellen: Kleffner, Porphyrius der Xeu-
platoniker und Christenfeind. Paderb. 1896 p. 63 sqq.; ferner die neueren
Patrologien, Kirchengeschichten usw.
In der neuesten Zeit dagegen hat J. Geffcken in s. Aufsatz: Aus
dem literarischen Kampfe zwischen Heident. und Christent. [Preuß. Jahr-
bücher 114. B.. 2. H. Nov. 1903] die Richtigkeit der Annahme. Porphyr
sei der von Mak. bekämpfte Christengegner, in Frage gestellt.' Er sagt
p. 248: „Mit anderen, viel schärferen Waffen [sc. als Porphyr] hat ein
Ungenannter, den man seit langem wohl fälschlich mit Porph. identifiziert
hat, das Christent. in dieser Epoche bekämpft, usw."
Aus der Art. wie Nikephoros [Pitra, Spicil. Sol. I p. 309] sich über
den Gegner des Mak. äußert, und wie Turrianus ihn in seinen Apokrit.-
Zitaten anführt, darf man schließen, daß auch in dem uns nicht erhaltenen
Teile des Apokr. der Hellene nicht näher bezeichnet war.
1) Während sonst allgemein angenommen wird, daß Mak. die Ein-
würfe des Hellenen in der Hauptsache aus einer ihm vorliegenden, gegen
das Christentum gerichteten Angriffsschrift wörtlich herausgeschrieben
habe, meint G. S. [George Salmon | in seinem Art. Mae. Magnes im Dict
of Christ. Biogr. III. Lond. 1882 p. 7(i~ sq.. Mak. habe zwar den Inhalt der
(piaestiones im wesentlichen aus heidnischen «Quellen geschöpft, die Formu-
lierung der Einwände jedoch sei im ganzen sein Werk. — G. S. hat
meines Erachtens nicht durchweg recht. Immerhin sind die Bedenken,
die er gegen die herrschende Ansicht äußert, der Berücksichtigung wert.
"2) Ein drittes Werk des Mak.. eine Erklärung zum Hohenliede. um
deswillen anzunehmen, weil sich, wie schon erwähnt, im cod. Venet.
I, 1. Bandschriften des Apokritikos. 5
f. Zum Apokritikos des Makarios Magnes.
1. Handschriften mit Teilen des Apokritikos.
Die bis zum Jahre 187(1 bekannt gewordenen Hand-
schriften, in denen sieh Teile der Schriften des Blak, befinden,
sind bei Duchesne (De Mac. Magnete, Par. 1 ST 7 p. 4-8) aufgeführt.
Die hauptsächlichste ist der Atheniensis. Als er im J. 1867 auf-
tauchte, war er Eigentum des Hrn. Apostolides, früheren Konser-
vators der Nationalbibliothek zu Athen1. Nach Athen war die
Handschrift bekanntlich von Epirus, wo sie entdeckt wurde2, und
zwar, wie es scheint, von Janina aus (Dach. 1.1. p. 5) gekommen. Als
Apostolides starb, suchte seine Witwe den Kodex zu verkaufend
Gr. 23 zu zwei Versen des Hohenliedes zwei kurze Scholien des „Magnes"
finden, ist kaum erforderlich. Die beiden Scholien können, vorausgi -
daß es nicht ein anderer Magnes ist, dem sie gehören, auch dem uns
nicht mehr erhaltenen Teile des Apokr. oder der Reden zur Genesis ent-
stammen. Der Texl des einen Scholions steht schon bei J. Morelli, Bibl.
ms. Graeca et Latina, ßassani 1802 p. 42. Beide sind abgedruckt bei
Pitra, Analecta Sacra ei Classica, Par. Romae 1888. Teil 1 p. 36. Pitra
teilt jedoch nicht mit, wie in der Hs. der Verf. der Scholien bezeichnel
i-t. Beim ersten derselben: Kgivov keyst etc. steht im Kodex f. 80r auf
dem rechten seitlichen Rande von erster Hand: fiayvrj. Da dieser Name
sowie der letzte Satz des Scholions: rml-^ dt zovq avd-Qtöitovq etwas
kleiner und mit etwas schwärzerer Tinte geschrieben i-t als das übrige,
so wird es von der ersten Hand etwas später hinzugefüg! worden sein.
Das zweite Scholion findet sich f. 8lv. Etwas unter <\^v Mitte der Seite
steht hier von der einen Hand, die den ganzen Kodex schrieb: Tiq kwtjj
/, ' vctßaivovaa ■ . . &Sek<ptöbv avrijq: (/äyviixoq: Ttjv ixxXjjaiav coöt
etc. Zwischen avrijq und ^ayvqxoq ist ein wenig Kaum gelassen wie
sonst zwischen Bibeltext und Verfassernamen [sc. Verfasser der Scholien].
Die Bibelverse und ^utorennamen sind in etwas anderer der Unziale näher
kommenden Schrift geschrieben als die Scholien.
Ain-h das von Herodes handelnde Bruchstück, das Pitra 1. 1. p. 33sq.
aus dem Vat. Gr. I'ii II. Nr. 22 t. 69r mitteilt, wird einer der zwei uns
bekannten Schriften des Mak. zuzuweisen sein.
1 Cf. Lcademie des Inscriptions ei Belles-Lettre.s. Comptes rendus
seances de L'annee L867. T. ■">. Par. L867 p. 138 sq. u. 340. T. I.
l'annee 1868 Par. 1869 p. 38; L'annee 1877 Paris L878 p. 112.
\e;u|.'Ulie de.-, I IlSil. etc. Kailln-o L867, |>. 138; 1'aUlier 1868, |>. 38 J
l'annee 1877 p. L12. Dazu vgl. in der Druckausg. des Apokrit. p. 5 n. 1
Notiz: Cod. in Lma fol. parte ab hod. m. Kry/ia /'. I. Koifuvrt,^
toi ix x<ü(407i6Xea>q Svoaxov vijq 'HitEiQOV.
3) Dies teilte nur auf Aufrage Herr P. Foucarl in Paris unterm
ö. Dez. 1903 eütigst mit.
() Schalkhausser, Makarios Magnes.
Iü wessen Hände er gelangte, konnte ich uicht erfahren. ICli
vermutete, er sei in die Nat.-Bibliothek zu Athen gekommen.
Im Kataloge der griech. Hss. dieser Bibliothek, den J. und
A. Sakkelion herausgaben1, ist er jedoch nicht verzeichnet.
Es wäre schade, wenn das Ms., das ein Unikum bildet - - es
ist das einzige, durch das uns ein großer Teil des Apokr.
gerettet wurde - - im Privatbesitze bliebe und uns so der
Apokr. vielleicht noch einmal verloren ginge.
Der Kodex des Ach. Statius2, von dem Duch. p. 7 be-
merkt, daß er ihn vergeblich in der bibliotheca Vallicellana
suchte, ist noch vorhanden3. Was diese Hs. von Mak. enthält,
ist aus dem Kataloge Martinis nicht zu erkennen. Da aber
Thomas Bozius Eugubinus in s. Buche De Signis ecclesiae Dei,
Col. Agripp. 1626, T. II. p. 71 am Schlüsse eines längeren lat.
Zitats aus dem Apokr. des Mak. sagt: Haec Magnes, quem
Turrianus refert, et ejus nos aliqua fragmenta habemus in
bibliotheca Achillis Statu, quae secuti sumus, und da die Ver-
gleichung des Mak.-Zitats bei Bozius mit dem gleichfalls lat.
wiedergegebenen Mak.-Zitate bei Turrianus, De SS. Eucharistia,
Romae 1576, p. 98 — 100 zeigt, daß Bozius im Mak.-Zitate die
Übersetzung des Turr. so gut wie wörtlich abgeschrieben4 und
nur im letzten Satze des Zitats5, der bei Turr. teilweise falsch
übersetzt ist, sich nicht ganz au Turr. gehalten hat, so ergibt
sich daraus, daß Bozius nur in diesem letzten Satze das Mak.-
Fragment des Statianus benutzte, und hieraus darf wiederum
geschlossen werden, daß wahrscheinlich im Kodex nichts weiter
1) hc.T('(?.oyoz t(öv /: tooynr.tf vir tJ^ E&vucrjQ ßißXio&rjxrjg T/t;
EXXädoq vnb Im. SaxxsXidüvoQ y.t'."t 'Akxiß. I. 2<xxxe?a<övoz. Er
'A&ijvatQ 1892.
'2) Achilles Statius Lusitanus, „poeta simul et philologus", geb. 1524,
t zu Rom 1581. Cf. über ihn [Andr. Schott], Hispaniae bibliotheca.
Francofurti 1608 p. 483—490. Daß er die bibl. Vallicell. zu Rom be-
gründete, darüber s. Le biblioteche governative [taliane nel 1898. Roma
1900 p. 437.
3) Cf. E. Martini, Catalogus codd. Graec, qui in bibl. Vallicellana
adservantur. Milano 1902 p. 98sqq. [cod. 67], besonders p. 108.
4) Bei Boz. fehlen die griech. Worte und Sätze, die Turr. im
Zitate hat.
5) Dieser Satz lautet bei Bozius: quin potius, qui edit. ad incre-
mentum virium divinarum venit: quod vero editur, consumi nun potest,
(|uoniam naturae inconsumptibili quadam ratione cognatum et Lnsepara-
biliter est coniunctum.
I, 1. Handschriften des Apokritikos. ,
vou Mak. sich findet als jene bekannte Stelle über die Eucha-
ristie, Apokr. ed. Blondel p. 107, 6 — 9, die auch in einer Reihe
anderer Hss. anzutreffen ist.
Auch der Yatic. Gr. 840, den Duch. p. 7 unter Nr. 1 1
nennt, enthält diese Stelle. Er wird mit dem Vatic. „Grabii",
von dem Duch. p. 7 am Anf. der Seite spricht und von dem er
annimmt, er sei verloren gegangen oder verborgen, identisch
und zugleich der Kodex sein, aus dem bereits Allatius1 den
griech. Wortlaut des Mak.-Fragments mitgeteilt hat2.
Außer den bei Duch. p. 4 — 8 aufgezählten Hss. enthalten
noch folgende Kodizes ein Bruchstück aus dem Apokr.:
1. Der cod. Gr. qu. 24 der k. Bibl. zu Berlin, chart.,
saec. 15:i. In ihm findet sich von f. 132 v an die Schrift des
J. Antiocheuus: Vjtod-söcg tv>v . . (ivöTnQioDV zov . . 6<D[iaxoc,
xai cii/r.Toj . . Irjöov yoioror, und in ihr f. 142 v sq. der bereits
genannte Satz über die Eucharistie [= Apokr. ed. Blondel
p. 107,6—9].
2. Die gleiche Stelle haben zwei Florentiner Hss., der
Magliabechianus Gr. VIII, 1357, chart.. saec. 10 [in diesem
Teile], f. 5r4 und der Marueellianus A 148, „ex schedis Sal-
vinii", saec. 17. 5, dessen Mak.-Fragmenr ausdrücklich als eine
Abschrift aus dem oben erwähnten Vatic. 840 bezeichnet ist.
3. Auch im Ottobonianus Gr. 362, chart. saec. IG.6, steht
1) Cf. Leonis Allatii in Kuli. Creyghtoni apparatum . . exercitationum
pars 1. Romae L665 p. ">f>3.
- Magnus Crusius sagt nämlich [PGr. 10, col. 1367 AB j „ex fi.de
excerptorum .To. E. Grabii," daß sich in einem Kataloge der Hss. der
Vaticana, „qui "lim penes episcopum Norvicensem in A.nglia fuit", t\<-v Titel
fand: WayvijToq ix r<-~>r itgoq EkXrjvaq anoxQiasiov. Die Worte ix xätv
. . anoxQio. deuten darauf hin, daß im Vat. „Grabii" jenes A.pokr.-
Fragment stand, das wir unter dem gleichen Titel in der Sammelschrifl
des Jo. Antioch. [cf. Duch. p. 6] lesen. Es ist das die schon erwähnte
kurze Stelle über die Euch. Das „Mäyvrjtoq" macht wahrscheinlich, daß
im Vat. Grabii der Verf. nicht mit [xaxaQiov (jtäyvrjxoq, sondern mit
xov fxaxaQLOv ftäyvrjtoq bezeichnet war. Eben diese Bezeichnung findet
sich alier nach Duch. p. 7 im Vat. 840 und ist für den Vat. des Ulatius
um deswillen anzunehmen, weil Ulatius -ein Zitat mit den Worten ein
leitet: Magnes in responsionibus ad gentes.
3) Cf. Verz. der griech. Hss. ili'y k. Bibl. zu Berlin. II. Nun < '. de
Boor. Berl. 1897 p. I82sq.
I Cf. Studi Italiani di filol. classica. Vol. V. Fir. 1897 p. W7sq.
5) Cf. Studi Italiani di filol. class. Vol. II. Fir. L894 p. 561 Amn.
6 Cf. Codices mss. ©raeci Ottoboniani bibliothecae Vatic. descripti.
I.'ee. E. Feron ei F. Battaglini. Romae 1893 p. I86sqq.
^ Schalkhausser, Makarios Magnes.
zwischen f. 192 und 218 etwas von Magnes. Was es ist, ist
im Kataloge von 1893 nicht gesagt. Doch darf man nach den
Angaben des Katalogs vermuten, daß zwischen f. 192 und 218
ein Bruchstück von des Jo. Antiochenus 'Yjcofrsöiq jcsqI rcov
(ivözriQlcav vorliegt. Das Zitat aus Magnes wäre dann nichts
anderes als die schon einigemal namhaft gemachte Bemerkung
des Mak. über die Eucharistie.
4. Eben diese Bemerkung bietet ohne Zweifel der cod.
Mosquensis 418 [öccl]' saec- l**«1 au^ P- 193. Denn aus der
bei Wladimir p. (529 teilweise griechisch gegebenen Beschreibung
der Hs. geht hervor, daß auf den pp. 158 — 194 derselben auf
eine exXoyrj jceqI svyjjq die Sylloge des Jo. Antioch. .Tfo/ tcöv
ayQavxcov xcu d-sicov (ivörrjQicov oder ein Teil derselben folgt.
Ob das p. 200 des Mosqu. 393 [^l s. 15. — 17.2, sich findende
Mak. -Fragment wiederum die bekannte Äußerung über die
Eucharistie ist, kann ich nicht sageu, da der Katalog Wladimirs
russisch abgefaßt ist. Bei der Vorliebe, mit der man gerade
diese Stelle immer wieder abgeschrieben hat, ist es nicht un-
wahrscheinlich.
5. Endlich findet sich ein Bruchstück „Tov (laxaQiov
MayvrjToq sx t<~>)- jiqoq "EXX-rjvag" auf f. 805v des Kod. 382
der {(<>>'/) 'ißqQcov [auf dem Athos]. Der Kod. ist chart. und
gehört dem 15. saec an3. Da das Fragment nicht einmal eine
Seite eines Oktavkodex ausfüllt, kann es nicht lang sein. Was
es enthält, ist aus Lambros nicht zu ersehen. Der Wortlaut
der Überschrift berechtigt zu der Annahme, daß es die des
öfteren berührte Stelle über die Eucharistie ist.
Selbst einsehen konnte ich von den bei Duehesne und von
den von mir aufgezählten Mss., in denen Apokr.-Fragmente
stehen, die vier Pariser4 und die eine Berl. Hs., in denen «las
1) Wladimir, Die griech. Hss. der Moskauer Synodalbibliothek.
Mosk. 1894 [nissisch].
2) Wladimir 1. 1. p. 591 sqq. Daß die Mosk. Synodalbibl. keine der
Schriften des Mak. enthält und Wladimir nur die zwei erwähnten Frag-
mente aus Mak. verzeichnet, teilte mir auf Anfrage 0. von Gebhardt unter
dem 14. Juli 1904 mit.
3) Cf. Catalogue of the Greek Manuscripts on Mount Athos bj
Sp. Lambros. Vol. IL Cambridge 1900, p. 109 und 118.
4) Par. Gr. 364, 901 und 1133 und Coisl. 11-'. über sie vgl
II. Omont, Inventaire Sommaire T. Par. 1886. p. 37sq., I70sq., 226; luv.
Summ. 111. Par. 1888 p. 136; über den Coisl. 112 auch Bern, de Mont-
faueon, Bibliotheca Coisl. Par. 171Ö p. 18<i.
I. 1. Handschriften des Apokritikos. ',)
Sammelwerk des Jo. Antioch. sieh findet, sowie den Yen. Gr.
Marcianns 503, der. so behauptet man, die Schrift des Jo.
Karpathios llsgl trjq ayiaq xoivcovijöscoq enthält1. Alle diese
1) Cod. ms. Ven. Gr. 503, (hart.. 12°, saec. c. 14 [nach dem Katt
\. L740 li.-n jetzl noch 120 beschriebene Blätter. Anfang and Schluß
fehlen. Der ganze Kodex ist von einer Hand geschrieben. Das Mak.-
BruchstücJj steh! f. 88v. Das größere Ganze, in dem es sich findet, hat
der Verf. des Katalogs von 1740 [cf. p. 265] als das Werk des -l".
Carpathius Ihn) r>^ ayiaq xoivwvijOSüiq betrachtet. Ihm folgten Jac.
Morelli, wie aus handschriftlichen Bemerkungen desselben zum Ven. 503,
die sich im cod. ms. riserv. 97 der Marciana befinden, hervorgeht, und
Duchesne [cf. p. T sr. Abh. i><' Macario MngneteJ. Endigen würde die
Schrifl des Karpathios dem Kat. v. 174(1 zufolge unmittelbar \>>v den oqoi
des Anastasius Antiochenus und dem, was diesen als eine Art Prolog
vorausgeht, das wäre mit f. 96v. Daß in der Tat mit f. 97r etwas Neues
beginnt, ist schon daraus zu ersehen, daß auf diesem fol. zuerst eine rote
Zierleiste und darunter eine rote I berschrift kommt. Ob wir aber f. 84v
bis !'H\ wirklich eine Schrift d^s Kari>uthio> De s. communione oder einen
Teil einer solchen vor uns Indien? Dafür scheint zusprechen, daß es in
unserer Hs. f. 84 \ Zeile 12 heißt: Tov ayiov Im tov xagitad-iaq. tieq\ tJ^
ayiaq xotvwvrjGEcoq, und daß nun nicht Äußerungen des Karp. selbst
mdern die Worte: '1(5' b ßooTQ'iybq, avrjQ ay'ioq etc. Diese Schrift
des Karpath. könnte sich jedoch keinesfalls bis f. 96v erstrecken. Denn
f. 95a lesen wir wiederum: Tov ayiov 'i<ä tov xaQita&iov, woran sich eine
Stelle aus Karp. schließt. Und es ist kaum anzunehmen, daß Jo. Karp.
sich selbst exzerpiert und als ayioq bezeichnet hat. Aber auch die Karpa-
thianische Herkunft des übrigen, f. 84 v bis 95 v scheint zweifelhaft. Auf-
fällig ist es schon, daß, so oft uns auch der Name des Jo. Karp. in den
Hss.-Katalogen begegnet, doch nirgends von einer Schrift desselben: I >■■
s. communione die Rede ist. Ferner ist beachtenswert, daß in den II-.-..
in denen das Sammelwerk des •!<>. Antiochenus üeol itöv frsicov (ivaxi^Qimv
vollständig sich findet, auf ein Zitat aus Jo. Karp. eben die Worte folgen,
mit denen im Ven. 503 f. 84 v die Bemerkung über Jo. Bostrenos anfängt:
'Iotavvrjq o ßoororjvbg' avtjQ ayioq xal i^ovaiav i'yrir xaxa. nvevfiazatv
äxa&äoT&v etc. [cf. Paris. Gr. 901 f. 233 v Kol. A; Coisl. 112 f. 450^
Kol. A. hu Par. 364, in dem die Abhandlung des Jo. Ant. stark verkürzt
ist, fehlt die Karpathios- und Bostrenosstelle]. Wahrscheinlich haben wir
es auch im Ven. 503 f 84vsqq. mit einem Stück der Schrift des .In. antioch.
über die göttlichen Mysterien zu tun. Daß im Ven. l'.Mv auf den Titel
Tov ayiov /<•"/ tov xagnad-iaq etc. nicht, wie in den Pariser II.--. Reg
901 und Coisl. 112, die Stelle u>q inl r<> nXelaxov §v i <■> xaiQtö töii
loQTWV Xal ' (ÖV "i i i J: <•>)■ xal in:/ n.i < nn >■ "•'/././, tiq ' >~, ;n<,risit tQi
iiQooievai etc., sondern gleich die Bemerkung über Jo. Bostrenos folgt,
wird daher rühren, daß uns im Ven. die Abhandlung des -I". Antiochenus
nur Lückenhaft vorliegt. Auch braucht das neol trjq ayiaq xoiva)vj]oe<o$
Ven. f 84a nicht als Titel einer besonderen Schritt des Karpathios gefaßt
zu werden. Es kann damit ein Abschnitt irgend eine- anderen Werks des
10 Schalkhansser, Makarios Magnes.
Kodizes bieten das gleiche Zitat, die bekannte Bemerkung über
•die Eucharistie.
In mehreren Hss.1 folgt unmittelbar auf dieses Zitat eine
längere Erzählung von einem „adsZpog", der daran zweifelte,
daß Brot und Wein bei der Eucharistie der Leib und das Blut
des Herrn seien, durch eine Wundererscheinung aber von seiner
„äjuöria" geheilt wurde. Da diese Erzählung von Früheren'2
noch mit zum Makarioszitate gerechnet wurde und meines
Wissens noch nicht gedruckt ist, teile ich, damit auch anderen
eine Kontrolle ermöglicht sei, ihren Wortlaut in Verbindung
mit der ächten Mak.-Stelle hier mit3.
Maxagiov (idyvfjroq tx t(~jr jcqoq eXXijvag avtov ajco-
xqiöecov: oi'ti- öagg tov Ooottjqoq Tocr/oia'nj (plh loirci ' ovrt
Karp. bezeichnet sein, in dem er von der „heil. Gemeinschaff redet. — Ich
konnte mich zu der Frage, in welchem Verhältnisse der Text Ven. f 84 v sqq.
zu der eucharistischen Schritt des Jo. Ant. steht — eine Frage, die sich
sicher entscheiden läßt, wenn man das ganze Werk des Antiocheners nach
den Hss. mit der in Betracht kommenden Partie des Ven. vergleicht —
nur vermutungsweise äußern, da es weder in meinem Plane lag, noch es
mir meine Zeit erlaubte, eine solche umfassende Vergleichung vorzunehmen.
1) So in den Par. 364, 901, 1133, Coisl. 112; im Vat. 840 imd
Magliabech. VIII, 1357.
2) So vom Verfasser des Catalogus codd. mss. bibliothecae regiae.
T. II. Par. 1740 [p. 51 bei Kod. 364] und früher schon von Steph. Gradius,
praefectus bibliothecae Vaticanae. In einem Briefe, den Gradius an den
Card. Caesar Estraeus richtete und der datiert ist: Romae V. Cal. Mai.
1674, teilt er aus dem Vat. 840 die Äußerung des Mak. über die Eucha-
ristie nebst der sich anschließenden Erzählung vom zweifelnden Mönche
und weiterem, das folgt und das er auch noch dem Mak. zuschreibt, in
lat. Übersetzung mit. Der ganze Brief allgedruckt bei .lac. Morelli.
Codices mss. Lat. bibliothecae Nanianae. Ven. I TT* I, p. 192 — 198. Cf. auch
p. 100—102.
3) Und zwar nach der ältesten der von mir eingesehenen Hss.. dem
Par. 1133. Von den übrigen, den Par. 364, 901, Coisl. 112 und [bloß für den
ächten Ausspruch des Mak.] vom Berol. qu. 24 und Ven. Gr. 503 füge ich
die Varianten bei. Unterschiede in der Interpunktion, der Setzung des
/ subscriptum u. ä. bleiben dabei unberücksichtigt. Bemerkt sei noch.
daß im Coisl. 112 gegeu den inneren Rand zu dann und wann Buch-
staben oder Worte nicht lesbar sind, da das Ms. durch Feuchtigkeit ge-
litten hat.
1 Tor (laxaQiov Ven. 503 — ix bis anoxQiaE(ov fehlt Ven. 503 —
abzaj Par. 364 — 2 tov oojrr/QOQ fehlt Par. 901 ; tov awxrjQoq steht hinter
rnv> ■/(>!< ,'•)•// Ven. 503 — iQioyofJiivr^ P. 901, Coisl. 112. Berol. 24. Ven. 503:
iQoyo(/.ev7] P. 364 — <p&{](>6zat Ber. 24, Ven. 503.
I, 1. Handschriften des Ä.pokritikos. 1 ]
E§avaXiöxExai xo aifia jtivofievov' <'././.' o xomymv fihv elg
av^tjötv U; toi' övvdftecov i'nyjTci ' to 61 xomyo/isvov eöxlv aöa-
jtdvrjtov, tmidij xrjg d6ajtavr}xov tpvöEmg Xoym tu-) GvyyEvkg
vjcttQZEt /.CA i:yc')oiOToi-: — \USihfü~ r/_ afMpEßaXXt jzsqi tmv
dyiaöfidzcov, liymv ;//) sivai avxd xo öcöfia xai aifia xov xvqlov, •">
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tov 9-eov dsLX&rjvat avxqj xi)v xmv jioayfidxmv c.'/.tjih icr. Iva
tovg t>~- djciöxiag XoyiOfiovg djtoßdXXtjtai, ;/;rc To dstoXvdrjvai
xt)v övvagiv, 6ir]yrjOaxo avxolg Xeyoov' iure, xo dvayva>o&rjvat 10
tov djzÖGToXov, o- dvrjXfri >• 6 öidxovog dvayvcavai to dyiov
EvayysXiov, e16ov hyoi xr)v öxtyrjv xr\g ExxXrjöiag avEcoyd-ElOav
-/.(■a ror ovoavov gxxvEvra, tov 61 6iaxovov tov to ayiov
svayyiXiov dvayivcoöxovra jivoi xvxXood-Evxa jtavtod-EV' sixa
XQogi r: yjh'rTor xmv 6coqcov xai Jtgoxi -d-EVXmv, Ei6ov tovg 15
QVQavovg xai Irri td ih.ic. 6moa /er: oyöuti-oi- to jcvq xal (isxd
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(17) 6vvd(iEvog erro (lExaXaßElv ExXaioV /ca rjxovoa tpoamjg^O
Xeyovöijg ;L td mxd fiov' avd-QWXE, 6id ri ov (lEzaXafißdvsig;
ovx fort xovxo 6 :^irii>,c.: Kayat sbtov' HXstog fiot y: ror
1 j' vt Xiaxezai stehl binter nivöfievov Ven. 503 — <i ihnör^ Ven. 503
— 4 an<p£ßaXt P. 364 ."> xal ri, »'nid. L12 «5 tovrwv P. 901, Coisl. 112;
toirov P. 364 — 7 6h P. 364 — 5» änoßäXrjzai P. 364. Coisl. 112 :
lOAtyov ort P.364, 901, Coisl. 112 — IZrbv Da,ch öiäxovov fehll P.364
ayiov fehll P. 901 — lö TCQoqTe»ivra)v P. 901, <{', vsSsptwv P.364 16 ol-
gavoi g ai'Otyc'vrag P. 364, 901, Coisl. 112 19 cäq ij Coisl. 112 eioryxeioi i
P, 901, haxrfitaat Coisl. 112 — 27 iyivexo Coisl. 112 - 2i> vov fisxakaßeh
fehll P. 364 :M avxl CoisF. 112 — 32 Ueöc V. 364.
12 Sehalkhausser, Makarios Magnes.
xrnn ' uti ov övvatuat GcHfia <payslv. Kai jcäXw / q>covrt' fid&i
oi->-' ort ei rjdvvazo av&gamog Ocäfia (iszalaßelv, odifia av
evQiöxeXo, xa.&a)q xal Cv evgeq. A'/J.' ov övvazai öcofia tpayslv
xid öia rovro o xvgioq xal frsbq r^imv dgxovq h:a£i rrjq jtgo-
5 d-eösa)Q. Qqxeg ydg ;< agyr^q xbv ddafi öia rv>r olxeimv
yeigalv ejrXaöe ödgxa xa) hve<pv6rj6ev tr avrcö oivorjv £wrjq
y.iii ij tilv <~>ag^ kycoQiöd'i] eiq tijv yrjv, tu (Vi jtvevfia s/isivev,
ovxw xal o ygiöxoq xageysi xrjv eavxov öägxa övv t<~> dyUp
rrn-riicTi. Kai >j fihv ödgg djtaviöxaxai eiq rovq ovgavovq,
10 xb de Jtvevfia l'axaxai eiq xdq xagdiaq xmv (isxaXaßovxmv. Ei
ovv sjtlöxsvöaq, fiexäXaße xal avxbq. 'Eym de ehcov' Jitöxeva),
xvgie. Kai rovro fiov eixovxoq, eyevexo sv&vq rb öcöfia, o
elyov ;■;• xy yeigi ttor, agxoq' xal evyagiQxridaq t<~> ',h<~>. iut:'-
Xaßov. TiÄKnhlo//^ de rij^ legäq fivözaya)yiaq, etdov 6(ioia>q
IhzrjV özeyrjv zr\q exxXrjölaq dvecpyfievrjv xa) xaq thii'.j. dwd/isiq
av&iq eiq ror_' ovgavovq dwipmd-elöaq. I\c) ravxa dxovöavxeq
ol ddeXtpol xal xaxavvyivxeq sjcI rtj roaavzy dwgsa. rov d-eov,
axr\7£-ov evyagiöxovvreq xal öo^d^ovzsq avxov.
Soweit die Erzählung- vom zweifelnden dösXfpoq. Im Berol.
qu. 24 und Ven. 503 fehlt sie gauz. In den 4 Pariser Hss.
folgt sie zwar unmittelbar und, ohne daß ihre Quelle angegeben
wäre, auf das Mak.- Zitat, ist jedoch von ihm durch das
Zeichen : — oder :, "durch das auch sonst Aussprüche ver-
schiedener Autoren in den Hss. von einander getrennt werden,
geschieden. Daß die Erzählung nicht dem Mak. Magnes an-
gehört, verrät schon ihr Inhalt und Stil. Pitra1, Foucart2
und Duchesue;! haben daher recht, wenn sie sie dem Mak.
absprechen. Doch geht Foucart zu weit, wenn er den Satz
Apokr. p. 107,9 — 10: As^ai yovv bis dgy^yrjötv, der sich in
der Schrift des Jo. Autiochenus in den Mss. nicht findet, mit
zur Geschichte vom ungläubigen Mouche rechnet, einklammert
und als delendum bezeichnet. Der Satz bezieht sich nicht auf
die Mönchslegende, sondern auf die Ausführungen dos Mak.
3 ov fehlt P. 901 — 7 ive/teivev P. 364 - 10 fieraXa/jißavovxmv
P. 901, (lezaXaßßbvxiovY. 1133, (tetaXaßovzwvl?. 364, Coisl. 112 — 1- ro
statt o P. 901 — 16 aussteht hinter ovqovovq P. 364, 901, Coisl. 112 -
17 xal fehlt P. 364.
1 Cf. Spicileg. Solesm. [. Par. 1852 p. 548 Anm. s .
2) Cf. die A.usg. des \.pokr. v. Blondel, Par. IST»!, p. 107 Anm. 4.
3 Cf. Duch., De Mae. M. P. 1877 p. 2.
I, 1. Handschriften des A.pokritikos. {?,
Apokr. p. 103 — 107 und ist eine der Schlußbemcrkungeu, wie
sie Mak. gerne am Ende seiner äjtoxQiöeis bringt1. Auch
würde, wenn man den Satz Jt^cu yovv etc. striche, a<prfpr\<iiq.
verloren gehen und man hätte dann kein Subst., das man zu
den ersten Worten des folg. Kap.: Tr\v tf ;-.£/'_• TcrTiji- Apokr.
p. 108, 1 ergänzen könnte.
Wohl auch dem Apokr. entnommen ist die Bemerkung,
die sich in dem dem 11. Jahrh. angehörigen2 Pergamentkodex
der Pariser Nat.-Bibl. Coisl. Gr. 205 auf dem rechten seit-
lichen Rande von f 41 r befindet8. Das Scholion ist eine Rand-
notiz zu den Versen des 1. Kap. der Apostelgeschichte, in
denen das Ende des Judas und die Wahl eines Ersatzapostels
berichtet wird. Es hat die Überschrift tov (ictxaQtov (tayvrjtoq
rrto) tov iovöa und umfaßt 1'2 Zeilen. Wenn es nicht auf
den Schreiber der Hs. selbst zurückgeht, so stammt es von
einer anderen sehr alten Hand. Leider bin ich nicht in der
Lage, den vollen WTortlaut der Notiz mitteilen zu können4.
Sie ist zum Teil erloschen und nur einzelne Worte und Buch-
staben in ihr lassen sich entziffern. Doch ist soviel zu er-
kennen, daß sie eine Äußerung über Judas den Verräter ent-
hielt, die uns in den sonstigen Resten der Schriften dos Mak.
nicht begegnet.
Außer den bis jetzt namhaft gemachten Kodizes vermochte
ich keine weiteren, die Bruchstücke aus dem Apokr. darböten,
ausfindig zu machen5, obgleich ich alle gedruckten Hss. -Kataloge,
deren ich habhaft werden konnte und die mir in Betracht zu
kommen schienen, sowie von den uugedruckten den Appendix zu
dem a. 1740 erschienenen Kataloge der oriech. Mss. der Mar-
1) Cf. Apokr. p. 17, 7 sqq.; 19, 14sqq.; 68, 15sq.; 73,10sqq; 7t>, 7sq.;
93,27sqq.; I10,7sq.; 112, 17 sq.; 137,12 etc.
2) Cf. Omont, Invent. Somm. III. Par. L888 p. 154.
3) Schon Moutt'aucon wies in seiner Bibl. Coisl. Par. 1715 p. 265
auf diese annotatio hin und Pitra hat offenbar sowohl Spie Sol. I |>. 308
n. 3, als auch p. 549 Kol. A.Z. 1 1 ff. sie und den Coisl. 205 im A.uge, ob-
wohl er ihn beide M : * I < ■ unrichtig, das eine Mal als Par. 364, das andere
Mal als Coisl. 1 12 bezeichnet.
4) Die lls. konnte ich in der Staatsbibliothek zu München im Sept.
lildl'i einsehen.
5) Über die Hss., die das griechische Werkchen: Interrogationes
card. Claudii Guisii Loth. ei responsiones Zachariae Cretensis und in ihm
einen Satz aus dem Apokr. enthalten, sowie über die der zweiten Schrift
des Mak. s. weiter unten.
] 4 Schalkhausser, Makarios Magnes.
ciana in Venedig daraufhin einsall. Zum großen Teile un-
gedruckt sind freilich auch noch die Hss. -Verzeichnisse der
Bibliothek, die durch ihren Reichtum an wertvollen grieeh.
Kodizes besonders berühmt ist, der Vaticana zu Rom. Aber
gerade bei dieser Bibliothek habe ich wenig Hoffnung, daß
die Veröffentlichung ihrer Mss. -Kataloge viel neues Material
aus den Schriften des Mak. Magnes zu Tage fördern wird.
Denn sie wurde, wie später noch genauer dargelegt werden
soll, nebst anderen italienischen Bibliotheken schon öfter als
einmal nach Mak. -Überresten durchforscht1 und das Wenige,
was dabei sich fand, ist längst gedruckt. Ob trotdzem in ihr
oder sonst einer abendländischen oder morgenländischen Biblio-
thek noch das eine oder andere uns unbekannte Stück aus den
Werken des Mak. verborgen liegt, wird vielleicht die Zukunft
lehren. Vorderhand müssen wir uns mit dem wenig erfreulichen
Ergebnisse begnügen, daß, vom Atheuiensis, der den Apokr.
etwa zur Hälfte enthält, abgesehen, bis jetzt keine einzige
Hs. zum Vorschein gekommen oder bekannt geworden ist, die
auch nur ein umfangreicheres Bruchstück aus dem Apokr.
enthielte, geschweige denn eine solche, die ihn oder gar die
beiden Schriften des Mak. ganz darböte.
Noch nicht so ungünstig lagen die Dinge gegen Ende des
15. und Anfang des 16. Jahrh. Für diese Zeit ist uns das
Vorhandensein von drei Exemplaren des Apokr., die als voll-
ständig angesehen werden dürfen, bezeugt. Zwei befanden
sich in Unteritalien, das dritte war ein Venetus, von dem
weiter unten ausführlich gehandelt werden soll. Von jenen
1) So besonders von Bern. Montfaucon während seiner ital. Reise
[1698 — 1701] auf Wunsch seines Ordensgenossen J. Boivin, und später
von Pitra, dem nachmaligen Kardinal und Bibliothekar der Vaticana.
Für Montf. vgl. Ecole Francais e de Rome. Meianges d'archeologie et
d'histoire. 11. annee, 1891, Par. Rome p. 437 — 453: Note sur les mss. du
Diarium Italicum de Montfaucon von H. Omonb. Omont teilt hier S. 443
bis 447 aus dem Ms. fr. 20052 der Pariser Nationalbibliothek einen Brief
mit, den Bern. Montfaucon in Rom unter dem 7. Okt. 1G98 an den k.
Bibliothekar, den Abbe de Louvois in Paris, geschrieben hat. In diesem
Briefe bemerkt Montf. unter anderem: Je n'ay janiais oublie le Macarioe
Magnes de M. Boivin; je l'ay cherche dans toutes les bibliotheques oü
j'ai ete, mais je n'en ay encore rien trouve. Bezüglich Pitras s. Juris eccles.
Graecorum historia et monumenta cur. Pitra. I. Romae 1864 p. 347. Auch
der Göttinger Theologe Magnus Crusius ließ in italienischen Bibliotheken
nach Fragmenten aus den Schriften des Mak. suchen [s. PG. 10, 1375 DJ.
I, 1. Handschriften des Apokritikos. 15
zweien erfahren wir etwas durch Janos Laskaris, der a. 14'.»1
bis 1492 im Auftrage des Lorenzo Medici in die griech. Länder
reiste, um griech. Hss. zu kaufen. Das Notizbuch, das er auf
dieser Reise bei sich führte, ist uns noch im Yat. Gr. 141 2
erhalten. K. K. Müller hat in seiuer Abhandlung: „Neue Mit-
teilungen über Janos Laskaris und die Mediceische Bibliothek"
[Centralbl. f. Bibliothekswesen I. 1884 p. 333—412] Unter-
suchungen über dieses Notizbuch angestellt und die Hss. -Ver-
zeichnisse, die es enthält, mitgeteilt1. In ihnen findet sich
f 80 v die Notiz2: sv KoQoXiavr/* jcaga xm hoit yeoaQyicp* . . .
[folgen die Titel verschiedener Mss.] tov Maxaglov Mayvrjtoq
dxoxQinxog jcQoq 'EXhf\vac, jcsqI tcov djtoQOVfi8V(ov ix t>j xaivy
duz{hjxfl ZijTtjiiÜTov xat XvOscov. — F 81r heißt es5: In Monte
Sardo apud abbatem . . . [folgen wieder Hss. -Titel] ror Ma-
xagiov Mdyvtjtog <crroy.oiTty.oJ: etc. [ganz gleichlautend mit dem
Titel des Exemplars in Corigliauo].
Ob J. Lask. die beiden Apokr.-Hss. nur gesehen und
ihren Titel sich abgeschrieben oder ob er sie auch erworben
hat, ist aus dem Notizbuch nicht zu erkennen0. Über ihre
weiteren Schicksale konnte ich nichts erfahren. Sie sind wohl
verschollen und haben, abgesehen vom Yat. Gr. 1412, keine
Spuren ihres Daseins hinterlassen. (Doch s. unten in Abschn. 4.)
Anders steht es mit einem Kodex, der ebenfalls den Apokr.
des Mak. enthielt und in der Markusbibliothek zu Venedig sich
befand. Zwar wird auch er — etwa seit der 2. Hälfte des
16. Jahrh. vermißt. Aber wir wissen von ihm, daß ihn
ein kathol. Theologe des 10. Jahrh., der Spanier Frauciscus
Turnanus, benützt hat und in mehreren seiner Schriften zitiert.
1) Über Jan. Lask. vgl. auch Bibliographie Hellenique par E. Legrand
T. I. Par. 1885 p. CXXXI— CLXII.
2 K. K. Müller, I. I.. p. 403.
3) Cf. ibid. ]>..">•'>•_'. KogoXiavrj ist Corigliano [Terra d'Otranto].
4) Einiges über den Priester Georg zu Corigl. isl bemerkt in I aia
Allatii de Georgiis et eorum scriptis diatriba [in Georgii Acropolitae
bistoria Byzantina Par. L651, p. 409—411].
■"i K'. K. Midier, I. I. p. 404. In Corigliano und mit' dem Berge Sardo
war Jan. La>k. a. 1492, cf. ibid. p. 362.
6) Legrand sagt Bild. Hell. I. L885 p. CXXXVI: II [sc. Jan. Lask.]
a thüta <\v> mss. grecs .... ä Corigliano: du pretre Georges^ enfin ä
Monte Sardo.
16 Schalkhausser, Makarios Magnes.
Da die einzige Hs., die das apologetische Werk des Mak. in
die Gegenwart herübergerettet hat, der Ath., dieses doch nur
zur Hälfte enthält, da der cod. Ven., wie es scheint, nicht
mehr vorhanden ist und Turrianus der letzte war, der den
Text des Apokr. noch vollständig vor sich hatte1, so dürfte es
sich, dachte ich, empfehlen, einmal sämtliche Schriften des
Turr. daraufhin zu durchforschen, was er über die Apokr.-Hs.
der Marciana sagt und was er aus ihr beibringt. Vielleicht
bekommen wir von ihm, so sagte ich mir, wertvolle Aufschlüsse
über den cod. Ven. Vielleicht finden sich in seinen Schriften
zahlreiche Stellen aus den uus handschriftlich nicht mehr er-
haltenen Partien der Werke des Mak. Vielleicht setzen uns
diese Aufschlüsse und Stellen in den Stand, manche Frage
zuverlässiger zu beantworten, als es uns jetzt möglich ist. Die
Zahl der Schriften, die Turr. veröffentlicht hat, ist allerdings
keine kleine. Sie beträgt nach dem neuesten Verzeichnisse
derselben2 nicht weniger als 58, darunter manche größeren
Umfanges. Der längere Brief, den Turr. a. 1572 von Rom
aus an den Kardinal Hosius schrieb3, das Buch: Latini Latinii
Viterbiensis epistolae . . . a Dom. Magro Melitensi . . . collectae
T. I. Romae 1659, das den Briefwechsel des Turr. mit
Latinius enthält, und die zahlreichen Übersetzungen, die Turr.
von Werken griech. Kirchenväter aus bis dahin meist unbe-
kannten und erst durch ihn aus dem Staube der Vergessenheit
gezogenen Hss. angefertigt hat und die durch ihn oder andere
publiziert wurden, sind dabei mit eingerechnet4. Aber so
wenig als die Briefe durften die Übersetzungen des Turr. bei
der Suche nach Mak. -Resten außer Acht gelassen werden.
Es könnte ja sein, daß Turr. in den Vorreden oder in den
Anmerkungen, mit denen er seine Übersetzungen ausgestattet
1) Die mehr oder weniger kurzen Bemerkungen über Mak. und die
Zitate aus ihm, die sich sonst bei Autoren des 16. und 17. Jahrh. tiuden,
gehen fast ausnahmslos auf Turr. zurück.
2) In Bibliotheque de la Compagnie de Jesus. I. partie: Biblio-
graphie par les peres Aug. et Aloys De Bäcker. Nouv. edition par Carlos
Sommervogel S. J. T. 8." Brux.-Paris 1898, Kol. 113 — 125.
3) Abgedruckt in D. Stanislai Hosii, episcopi Yarmien>i> opera f. II.
Col. 1584, p. 331—336.
4) Zählt man die Schriften, die in e. 2. Ausgabe erschienen sind, nur
ein Mal und läßt man Nr. 57 und 58 bei Sommervogel außer Betracht, so sind
bei diesem erwähnt : 28 selbständige Schriften und '27 Übersetzungen des 1 un .
I. 1. Sandschriften des Apokritikos. 17
hat, etwas von Mak. anführt. Register1 und Vorarbeiten'2,
die das Geschält der Zusammenstellung- dessen, was Turr. über
und aus Mak. mitteilt, erleichtern, sind nicht vorhanden. Trotz-
dem hielt ich es aus den angeführten Gründen für wünschens-
wert, daß eine solche Zusammenstellung unternommen werde.
Ich versuche, sie im folgenden zu geben.
1 Autorenregister mit Angabe der Seitenzahlen, wie sie heutzutage
in wissenschaftlichen Werken vielfach anzutreffen sind, findet man in den
Schriften des Turr. nicht. Die meisten derselben haben überhaupt keine
Register. Einige sind mit einem Bibelstellen- und aiphabet. Sach-
register versehen. In diesen Sachregistern sind dann und wann auch
Autoren, die im Texte zitiert werden, genannt. Aber Vollständigkeit hat
Turr. dabei nicht erstrebt.
2) Bei Fabricius, Delectus argumentorum etc. Hamburgi 1725 p. 65 sqq.
sind nur 4 Mak. -Zitate aus Turr. angeführt. Die gleichen r-ind auch bei
Gallandi, Bibliotheca veterum patrum T.lll. Yen. 17G7 Proleg. p.XXXITJ sq.
u. p. 541 s<j. abgedruckt. Ebenfalls nur weniges aus Turr. bringt Magnus
Crusius in seinen 2 Dissertationen über Mak. Magnes [Gott. 1737 und
1745]. Wenn Keil in Fabric, Bibl. Graec. VII. Hamburgi 1801 p. 297
behauptet, M. Crusius gebe in § 18 seiner 1. Dissert. eine Aufzahlung aller
von Turr. mitgeteilten Mak.-Fragmente, so ist das unrichtig. Grus, nennt
in diesem Paragraph nur 4 Schriften des Turr. und ß Stellen daraus.
Von zweien derselben führt er den Wortlaut an [Cf. Migne, Patrol. Gr. X,
col. 1373 sqq.]. In Pitras Analecta Sacra et Classica Par. Romae 1888.
Teil 1, p. 37 findet sich ein kurzer Abschnitt: Magnes apud Turrianum.
Pitra will hier nicht den Text, sondern nur den Fundort der in den
Schriften des Turr. anzutreffenden Mak.-Zitate verzeichnen. Auch in dieser
Beschränkung hätte sich Pitra mit seiner Zusammenstellung Dank verdient,
wenn sie vollständig und zuverlässig wäre. Dali >ie das nicht ist. das
macht seine Arbeit nahezu wertlos.
Texte ii. Untersuchungen etc. 31,4
]§ Schalkhausser, Makarios Magnes.
2. Franciscus Turrianus und der Apokritikos
des Male. Magnes.
Franc. Turrianus1, auch Torres oder Torrensis genannt-'. i>r
geboren schwerlich schon a. 1504 (so Niceron [s. u. Note 1] LI.
p. 272) oder 1505 (so Du Pin [s. u. Note 1] 1. 1. p. 610), eher 1509
(so Sonimervogel 1. 1. Kol. 113) oder noch später-5 zu Herrera in
Spanien. Unrichtig ist es, wenn De Backer-Sommerv. und andere
dieses Herrera in der Diözese Valencia gelegen sein lassen. Es
o-ehörte zur Diözese Palencia4 im Königreiche Leon5. Dies
1) Die biographischen Notizen über Turr., die den älteren and
neueren Verzeichnissen seiner Werke vorausgeschickt sind, sind ganz spärlich.
Ct. [A. Schott], Hispaniae Bibliotheca. Francofurti 1608. p. 285—288. -
Ribadeneira, Catalogus scriptorum religionis Soc. Jesu. II. ed. Antverp.
1613, p. 74 — 77. — Sotvell, Bibl. scriptorum Soc. Jesu. Romae 1676,
p. 260 — 263. — DuPin, Histoire de l'eglise et des auteurs ecclesiastiques.
T. 5. Par. 1703, p. 454 — 458. — Teissier. Les eloges des hommes savans,
tirez de Phistoire de M. de Thou. T. 3. 4. ed. A Leyde. 1715, p. 302—307.
— Joh. P. Nicerons Nachrichten von den Begebenheiten u. Schriften be-
rühmter Gelehrten, deutsch v. Rambach. 18. T. Halle 1758, p. 272—282.
— Nicol. Antonius Hispalensis, Bibliotheca Hispana nova. T. I. Matriti
1783, p. 487—490. — De Backer-Sommervogel T. 8. 1898. Kol. 113—125
wurde schon S. 16 Anm. 2 erwähnt. Auch der Art. Turrianus im Freib.
Kirchenlexikon 2. Aufl. bietet nicht viel biographisches Material.
2) Er selbst nennt sich in seinen Schriften nie Torres, sondern in
denen, die bis a. 1555 erschienen sind, Torrensis. in den späteren [von
1557 an] Tumanus. Dagegen wird ihm der Name Torres öfters in den
Briefen anderer gegeben, so in denen des Antonius Augustinus' [Cf. Anton.
Augustini archiepisc. Tarracon. epistolae Latinae et Italicae ed. a Jo. An-
dresio. Parmae 1804 p. 368 und 370], des Masius und Latinius [Cf. Pu-
blikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde. IL Briefe
v. Andr. Masius u. seinen Freunden, herausgeg. v. M. Lossen, Leipzig 1886,
p. 89, 90, 149, 154, 179 etc.].
3) Turr. spricht sich über seine Geburtszeit selbst aus in der Schritt:
Adversus capita disputationis posterioris Andr. Freyhubii . . de ecclesia et
ordinationibus ministrorum ecclesiae, libri duo. Colon. 1578 p. 31. Turr.
spöttelt hier über das geringe Alter der ecclesia Augustanae Confessionis,
betont, daß die Conf. Aug. erst 1530 übergeben wurde und sagt: ego
annis prope 20 ante Confessionem Augustanam in Hispania . . . natus sum.
4) Das Richtige, Herrera Palentinae dioecesis, bei Sotvell und An-
tonius Hisp.
5) Ribadeneira hat also nicht unrecht, wenn er p. 74 von Turr.
bemerkt: Franc. Turr., natione Hispanus, patria Legionensis. Nur darf
man Legionensis nicht von der Stadt Leon verstehen, wie Antonius Hisp.,
der p. 487 sagt: Turr., domo Legionensis. aliis ex vico Herrera Palentinae
dioecesis.
1,2. Turrianus und der Apokritikos. ]*)
ergibt sich unzweifelhaft aus einer Bemerkung, die Turr. in
seiner Schrift De sola lectioue legis et prophetarurn Judaeis
. . . permittenda, Romae 1555, p. 46 macht. Er weist hier
den Vorwurf zurück, daß er ein getaufter Jude sei1 und sagt:
possem profecto gloriari nie esse honesto loco natum et fidem
meam, qua Christum a progenitoribus meis colo, habitasse in
atavis, tritavis etc., quod cum infiniti alii, tum praecipue muni-
cipes mei Herrerienses in Vaccaeis ad flumen Pisoricam . .
sciunt.
Spätestens a. 15411 kam Turr. nach Rom2. 1562 wohnte
er dem Konzile zu Trieut als päpstlicher Theologe bei3. 1566
trat er in den Jesuitenorden ein. 1584 am 21. Nov. starb er
in Rom, wo er einen großen Teil seines Lebens zugebracht hat.
T. hegte eine besondere Vorliebe für das Studium griech.
Hss. Namentlich nach solchen, die Werke von Kirchenschrift-
stellern enthielten, hat er allenthalben, wo er sich aufhielt,
die Bibliotheken durchforscht4. Er erwarb sich so aus den
1) Vgl. bezüglich dieses Vorwurfs /.. B. eleu Brief, den Masius an
P. Oct. Pantagathus ex Vingartena unterm 25. Febr. 1554 schrieb [Publik.
d. Gesellsch. f. Rhein. Geschichtskunde II p. 149]: Mirum. ni et ipse [sc.
Torres] verpus eit, quod plane suspicor. Masius war unwillig über Turr.,
weil dieser verlangte, der Talmud u. die anderen jüd. Schriften sollten
verbrannt werden.
2) Seine eiste Schrift, die 1549 erschien, In Monachos apostat;i>.
wurde in Rom gedruckt. Geschrieben hat er sie im Hause des Kardinals
Salviati.
3) Cf. Le Plat, Monumentorum ad hist. concilii Tridentini illustr.
spect. T. VII. Pars 2. Lovanii 1787 p. 310 [Diarium Ficleri] : Bei der Ver-
handlung de usu euchar. am 11. Juni 1562 gab „a meridie" „Franc. Turri-
anus, Hispanus, theologus pontiticius'" seine Meinung kund : ferner p. 340:
Am 28. September 1562 sprach u. a. Franc. Turrianus [über den ordo].
In den Monumenti di varia letteratura tratti dai mss. di Mons. L. Becca-
delli T. II. Bologna 1804, der p. 1 — 155 Atti del concilio di Trento enthält,
ist p. 28 bemerkt: Adi 22 Luglio [1562] la mattina alle ore 10 fu con-
gregazione generale, dove parlö Francesco Torres Spagnuolo sopra i sette
primi articoli de Missa.
4) Wie groü schon die Zahl der griech. Mss. war, die Turr. selbst,
namentlich aus L'nteritalien, zusammengebracht und dann der Bibliothek
der Gesellschaft Jesu in Rom zugeführt hat, ersieht man aus dein Ver-
zeichnisse dieser Mss. bei Possevinus, Apparat US Sacer. T. II. Col. 1608
Appendix p. 23 — 26, Wo diese Hss. jetzt sind und ob sie überhaupt
noch vorhanden sind, weili ich nicht. Um 1754 scheinen sie noch in der
Bibliothek des Collegiums Romannm gewesen zu sein. Denn in dem
Buche Miscellaneorum ex mss. libris bibliothecae Collegii Roman] Socie-
2*
20 Schalkhausser, Makarios Magnes.
Quellen eine für seine Zeit ungewöhnliche Kenntnis der pa-
tristischen Litteratnr. Im griech. Originaltexte gab er jedoch
nur ein größeres Werk, die licrcyc) tmv ayicov ajcoöroXcov
Yen. 1563 heraus. Dagegen hat er nicht wenige griech. Texte
ins Lateinische übersetzt und auf solche Weise manche Kirchen-
väterschrift, von der niemand etwas wußte, der Mit-, bezw.
Nachwelt bekannt gemacht. Weiter hat Tnrr. sein patristisches
Wissen in seinen selbständigen Schriften verwertet. Sie alle
sind mit griech. u. lat. den Hss. entnommenen Kirchenväter-
zitaten reichlich versehen.
Es ist mir möglich gewesen, sämtliche Schriften des Tnrr.1,
die gedruckt wurden, einschließlich der Übersetzungen einzu-
sehen'2 mit Ausnahme der Schrift, die bei De Backer-Sommer-
vogel T. 8, Kol. HS unter Nr. 19 mit folg. Titel aufgeführt.
tatis Jesu T. I. Romae 1 T-">4 sagt der Verf. Petrus Lazeri in der Vorrede,
wo er von der Bibl. des Colleg. Rum. spricht, p. XIV: Nimirum et aDti-
(juiores Uli komines qui sodalitati uostrae uomen dederunt, ad eam cum
venirent, non doctrina solum, sed lauta etiam librorum suppellectile in-
structi, utramque in domum nostram intulerunt: e quorum nuniero
Franciscus Turrianus Graecos Codices multos ad nos comportasse dieitur
a Possevino: et aliorum etiam . . . litterariae opes postea huc commi-
grarunt. Als a. 1773 der Jesuitenorden aufgehoben wurde, sind diese
literarischen Schätze vielleicht verschleudert worden. Vgl. auch Le biblio-
teche governative ltaliane nel 1898. Notizie storiche . . . pubblicate a
cura del ministero della pubblica istruzione. Roma 1900. P. 27 — 55 ist
hier über die Bibl. Naz. Centrale Vittorio Emanuele di Roma, in deren
Besitz die Bibl. des Colleg. Rom. überging, Bericht erstattet. In diesem
Berichte heißt es p. 30: La [sc. die Bibl. des Coli. Rom.] diceva il Can-
cellieri (in una supplica diretta a Pio VII, per la restituzione ai gesuita
del Collegio romano) „doviziosa biblioteca formata eon seelta suppellettile
libraria lasciata da 5 insigni porporati . . . e da quelle dei padri
B. Giustiniani, G. Lainez, Franc. Turriano, etc.-' Und p. 32: . . del Collegio
Romano, e certo ehe dei manoscritti greci laseiati dal Torriano (e di cui
il Possevino pubblicö il catalogo), della ricca collezione di Aldine . .,
poco o niente e stato conservato.
1) Über die Verzeichnisse derselben s. S. 18 Anna. 1. Außer den dort
erwähnten ist noch zu nennen das bei Possevinus, Apparatus Sacer. Col.
Agripp. 1608 T. I. p. 594 — 596. Mehrere der älteren Verzz. Lassen, was
Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben betrifft, viel zu wünschen
übrig. Aber auch im neuesten und besten Verz., dem von Sommervogel,
sind von früheren Ausgaben her einige Ungenauigkeiten stehen geblieben.
2) Zwei der Schriften, von denen Turr. selbst noch eine 2. Ausg
veranstaltete, nur in dieser 2. Ausg., was für unseren Zweck natürlich
keinen Verlust bedeutete.
[, 2. Turrianus und der Apokritikos. 21
ist: Epistola P. Francisci Turriani See. .1. De ratione dispen-
sationi? bonorum ecclesiasticorum. Romae, de facultate superi-
orum. Apud. Franc. Zanettum et Barth. Tosium, socios. 1 -"> 7 7
[sie], 8.°, 16ff. — Date: Romae, ex domo Soe. .!., 1 ;">7<S [siej.
Diese epistola vermochte ich nirgends aufzutreiben, [ch kann
mich aber der Vermutung nicht erwehren, daß sie mit der
unter Xr. 29 Kol. 121 erwähnten Epistola ad Gonzalum
Herreram. episcopum Laodicensem, de redditibus ecclesi-
asticis er ratione iis utendi. Romae 1584 (?) dem Inhalte
nach identisch ist1.
1 Meine Gründe für die Annahme einer solchen Identität von Nr. 19
u. Nr. 29 sind, abgesehen von der Gleichartigkeil des Inhalts, auf die man
aus dem Wortlaute der beiden Titel schließen darf, folgende:
a) Nr. 19 ist in keinem der älteren Verzeichnisse der opera des
Turr., die ich einsah, erwähnt mit Ausnahme desjenigen, das sieh in dem
Buche von A. Schott: Hispaniao lübliotheca, Francof. 1608 findet P. 288
wird hier eine Schrift De dispensatione bonorum ecclesiasticorum namhaft
gemacht. Dafür verlauter aber bei Schott nichts von der Schrift Nr. 29.
b) Der Brief Nr. 29 ist nicht 1584. wie es nach Sommervogel scheint.
geschrieben worden. 1584 wurde er, wie aus Sommervogel selbst hervor-
geht, von neuem gedruckt in Apologia libri de redditibus eccles. auetore
Mari, ab Azpilcueta . . . Antv. 1584. Desgleichen fand er in Mart.
Azpilcuetae Doctoris Navarri opera. Col. Agr. 1616 T. 1 Aufnahme [p. 338
bis 342]. Aus diesem Werke ist deutlich zu ersehen, wann der Brief des
Turr. geschrieben wurde. Er endigt nämlich I. I. p. 342 mit den Worten:
Romae, es domo Soc. Jesu, 1574. April 20. Daß in diesem Datum nicht
etwa ein Fehler steckt, ergibt sich daraus, daß ein im nämlichen Tom. 1.
der opera des Doctor Navarrus |>. 342 — 344 abgedruckter an Mart. Azpil-
cueta in der gleichen Sache gerichteter Brief des Achilles Statius, der
bereits auf den des Turr. Bezug nimmt, schließt: Dat. Romae. Kai. Julii.
\. sal. 1Ö74, und daß die Antwort, die Azpilc. dem Ach. Statins zu-
sandte [p. 344 — 345] datiert ist: Dat. Romae 16. Kai. ^.ug. 1Ö74. Ver-
gleicht man nun das Datum des in Rede stehenden Briefes des Turr.:
Romae, ex domo Soe. Jesu, 1574, April 2<> mit dem des Briefes Nr. 19,
dessen Datum sein soll: Romae, ex domo Soe. Jesu 1578, und bedenkt
man. daß die Jahreszahl 1578 unmöglich richtig ist, da ein Brief, der
1Ö7S geschrieben wurde, nicht schon 1ÖT7 hätte im Drucke erscheinen
können, so liegt es doch -ehr nahe, anzunehmen, daß es statt 1578 beißen
muß 1">74 und daß Nr. 19 die nämliche epistola ist, die Nr. 29 erwähnt wird.
c Für die Identität beider spricht auch, daß Maldonat in einem
Briefe an unseren Turr. von dessen epistola de bonis ecclesiasticis
redet und in diesem Zusammenhange bemerkt, daß Navarrus |= Mart.
Azpilcueta) ein Libell über den gleichen Gegenstand verfaßt habe. Cf. Jo.
Maldonati opera varia tl logica. Lutet. Par. KITT, am Schlüsse des
Bandes Jo. Maldonati epistolae et orationes, p. 19. Von den 2 Briefen
22 Schälkbausser, Makarios Magnes.
Erwünscht wäre es, wenn außer den gedruckten Schriften
noch Mss. des Turr., etwa Briefe u. dergl., die Gewinn für Mak.
abwerfen würden, zu Gebote stünden, insbesondere, wenn die Ex-
zerpte noch erhalten wären, die sich, wie sicherlich angenommen
werden darf, Turr. aus dem cod. Venetus gemacht hat. Denn viel-
leicht hat Turr. in sie mehr Apokr.-Text aufgenommen, als er nach-
her in seinen Werken verwertete, und sehr wahrscheinlich standen
in ihnen alle die Stellen griechisch, die er in seinen Schriften
nur lateinisch wiedergibt. Ob aber diese und andere Papiere
des Turr., die Makarios-Stoff enthalten, noch vorhanden sind,
entzieht sich meiner Kenntnis. Mss. des Turr. — ob nicht viel-
leicht nur lat. Übersetzungen griech. Kirchenväterschriften —
kamen nach seinem Tode zunächst in die Hände seines Ordens-
genossen Ant. Possevinus, der einige dieser Übersetzungen in
seinem Apparatus Sacer abdrucken ließ l. Weitere stellte Possev.
den Ingolstädter Gelehrten Jak. Gretser und Heinr. Canisius
zur Verfügung, die einen Teil derselben veröffentlichten : Gretser
in seinem Buche: Anastasii Sinaitae, Patriarchae Antiocheni
Odrjyöc,. Ingoist. 16062, und Heinr. Canisius in Autiquae
Lectionis T. III, IV und V. Ingoist. 1603 und 1604:\ Nach
des Maldonat an Turr., die hier mitgeteilt sind [p. 16 — 19] hat der für
uns in Betracht kommende zweite leider kein Datum. Der erste ist datiert:
Parisiis IV. Id. Apr. 1574.
Die Sache wird sich so verhalten, daß Turr. den Brief Nr. 29 [bei
Sommervogel] a. 1574 schrieb und daß eben dieser Brief a. 1577 in einer
Sonderausgabe gedruckt erschien und dabei den unter Nr. 19 angegebenen
Titel bekam.
1) Vgl. z. B. Ant. Possevini App. Sac. Col. 1608 T. I p. 466: Franc.
Turrianus noster. Didymum Alex, contra Manicbaeos assecutus, Latinum
fecit e Graeco, quorum uterque ms. apud nos extat nondum prelo datus,
quem ad rinem huius lit. D inserere operae pretium fuit. T. 11. 1608 p. 499:
quae [sc. die Schriften des presbyter Timotheus] Franc. Turrianus . . .
codicem integriorem nactus e Graecis Latina fecit, quaeque nos ex eins
scriptis assecuti, nunc primo hie damus. Vgl. auch S. Maximi confessorifi
contra Monothelitas et Acephalos opuscula tredeeim. Nunc primum in
lucem prolata. . . . Ingoist. 1605 [Herausgeber nicht genannt] p. 4sq.
2) Gretser spricht hier Ad lectorem p. 2 sqq. von verschiedenen lat.
Übertragungen griech. Kirchenschriftsteller, die er inter Turriani adversaria
gefunden habe. Ad lect. p. 8 bemerkt er: Nee tarn mihi gratias debebit
lector, quam R. P. Ant. Possevino nostro, absque cuius pietate si fuisset,
forsan Turriani versio parente suo viduata penitus periisset.
3) Ant. Lect. T. [II. Ingoist. 1603 p. 19, 54sqq. — T. IV. [ngoist.
1603, Epist. dedic. p. 2: Rev. P. Ant. Possevinus S. •'. . . Venetiis ad
[. 2. Turrianus und der Apokritikos. 23
dem Ableben des II. Canisius gingen die diesem von Rossevin
zugeschickten Papiere des Turr. in den Besitz des Ingolstädter
Theologieprofessors Stevartins über1. Wohin sie dann ge-
langten, ist mir nicht bekannt. In den Katalogen der lat. Hss.
der Münchener Hof- und Staatsbibliothek sind keine Mss. des
Turr. verzeichnet. In der Bibliothek des Colleg. Romanuni
zu Rom waren auch scripta von der Hand des Turrianus-.
Sic Bind vielleicht nach der Auflösung des Jesuitenordens ver-
loren gegangen. In der Biblioteca Yittorio Emanuele zu Rom.
der die Bücherschätze des röm. Jesuitenkollegs einverleibt
winden, befinden sieh, wie es scheint, keine Mss. des Turr.3.
In der Yaticaua nachzusehen, war ich nicht in der Lage.
me transmisit praeclarissima illa monumenta [sc. die von Fr. Turr.
stammenden lat. Übersetzungen, die Heinr. ( 'anis. in T. IV mitteilt].
Fag. 163: Praeter libros, quos nunc primum publici iuris facimus ex
schedis Krane. Turriani . . de Soc. Jesu; beneficio et liberalitate R. F.
Ant. Possevini, qui scheda> illas Turriani male, nescio abi, qua ab aqua,
qua a blattis et tineis passim acceptas, nobiscum candide eommunicavit
etc. S. auch p. 250. — T. V. Ing. 1604 p. 6 der praef. ad lectorem:
Finiam, amice lector, si te prius monuero, auctores primae partis huius
tomi deberi admodum Rev. . . P. Ant. Possevino Soe. -i. theologo, qui
eos post mortem elarissinii interpretis Franc. Turriani quasi pupillos suam
in tutelam recepit tandernque ad nos per . . D. Marc. Velserum IT. virum
Augustanum cum aliis veterum Lucubrationibus .vulgandos transmisit.
Vgl. noch Ant. Possev. App. Sacer. Col. 1608 T. I p. 596, 763. T. II.
p. 99, 141, 396. 503.
1) Tonius .^ingularis insignium auctorum tarn Graecorum quam Lat i-
norum, quos . . in lucem prodire . . iussit Petr. Stevartins etc. Ingoist. 1616.
p. 404: R. F. Ant. Possevinus S. I. misit olim ad clariss. v. D. llenr. Canisium
varia veterum monumenta a Fr. Turriano quondam ex Graeco in Lat.
sermonem conversa: quorum potissimam partem D. Canisius tomis Ant.
Lect. inseruil <•! publicavit. Seil cum post mortem optimi mihique, cum
viveret, coniunctissimi viri inter Chartas eins nonnulla a Turriano com-
parerent, quae Jiecdum lucem accepissent: volui ea, ne forte interirent,
in bunc aostrum tomum coniicere. S. auch p. 436 und 462.
2) Cf. Miscellaneorum ex mss. libris bibliothecae Collegii Romani
Societatis Jesu T. I. Romae 1T.VI p, \Y der Vbrr.: bibliothecam [sc die
des Coli. Rom.], quae praeterea . . dac. Lainii, Franc. Turriani, . . aliisque
id genus bominum monumentis aondum vulgatis abundat.
.'! Auf meine Anfrage, ob Mss. des Turr. in der Bibl. Vitt. Emanuele
wären, erhielt ich von der Direktion unterm 5. Juli 1904 den Bescheid:
I >. i Mss. di traduzioni latine da diversi autori greci fatte dal gesuita
spaguuolo Franc. Torres . . . uon ae fu lasciato alcuno dai Gesuiti, e quindi
alla Biblioteca V Emanuele etc. [Die Antwort beschränk) sich auf dir
Übersetzungen t\<'> Tun., während ich bei meiner anfrage hauptsächlich
Briefe und sonstige derartige Mss. des Turr. im Auge hatte .
24 Schalkhausser, Riakarios Magnes.
Mss., namentlich etwaige Briefe des Turr. zu Rute /Ziehen
zu können, wäre um so wünschenswerter gewesen, als seinen
gedruckten Werken nicht viel über seine persönlichen Ver-
hältnisse zu entnehmen ist. So reichlichen Aufschluß uns jene
über seine theolog. Anschauungen gewähren, so wenig erfährt
man aus ihnen über den äußeren Gang seines Lebens. Auf
die Fragen, wo er in den einzelnen Jahren sich aufhielt, wann
und wo er seine einzelnen Schriften verfaßte, geben sie nur
selten genügende Auskunft. So wäre es für unseren Zweck
von Wichtigkeit, genau zu wissen, wie oft und in welchen
Jahren Turr. in Venedig war und die der Markusbibliothek
gehörige Hs. des Apokr. einsah. Da er hierüber nirgends
bestimmte Angaben macht, so siud wir auf Kombinationen an-
gewiesen. In seiner 155*2 erschienenen Schrift Antapologeticus1
pro libro suo de residentia pastorum iure divino scripto san-
cita, ad Rev. Dom. Jo. Salviatum episc cardinalem. Florentiae
p. 7 sagt Turr.: Nihil praeterea nobis, quod ad dogma ulluni
pertineret, controversum fuisse, . ., testis est Jo. Petr. Ferettus
. . Et Alfonsus Dec. Placentinus, s. Petri poenitentiarius, . .
1) Sommervogel hat 1.1. Kol. 115 unter Nr. 11 für dieses Buch die
Jahrzahl (1562). Dieses 1562 muss auffallen, wenn man bedenkt: a) daß
die Schrift des Turr. die Antwort auf des Catharinus Confirmatio doctrinae
de personali residentia episcoporum von 1551 war, b) dal.'» Salviati, dem
Turr. seine Abhandlung widmete, schon 1553 gestorben ist. 1562 erschien
das Buch De summi pontificis auctoritate, de episcoporum res'identia . . .
gravissimorum auctorum complurium opuscula Yen. 1562. in dessen
Tom. II. f 63—106 unsere Schrift nachgedruckt ist. Auch daß der Verf.
im Titel der Schrift sich Torrensis, nicht Turrianus nennt, weist auf eine
frühere Zeit hin. Daher vermutete ich, daß Antonius Hisp. im Rechl
sei, der — er ist der einzige — in seinem Yerz. der Schriften des Turr.
für den Antapologeticus das Jahr 1552 hat. Die übrigen Verzeichnisse,
soweit sie den Antapologeticus überhaupt erwähnen, bemerken über die
Zeit seines Erscheinens entweder nichts oder sie führen, was handgreiflich
falsch ist, den Antapol. unter den von Turr. nach seinem Eintritte in den
Jesuitenorden geschriebenen Werken auf, ohne eine bestimmte Jahrzahl
zu nennen. Für unseren Zweck ist diese scheinbar nebensächliche chronolog.
Frage, von anderem abgesehen; deshalb nicht unwichtig, weil der Antapolog.
ein Zitat aus dem Apokritikos enthält und. wenn er 1552 in die Öffentlich-
keit trat, das erste Buch des Turr. ist, das ein solches bietet. Es war
mir möglich, in der Ambrosiana zu Mailand eine erste Ausg. des Ant-
apologeticus in die Hand zu bekommen. Auf dem Titelblatte findet sich
keine Jahrzahl. Aber auf p. 96 stellt unter dem Schlüsse der Ab-
handlung: 1552.
[, 2. Turrianus und der Apokritikos. 25
Imo cum idem ex nie Venetias proficiscente de mei libri
[gemeint ist die 1551 zu Florenz erschienene Schrift De resi-
dentia pastorum . . adversus Ambros. Catharinum] Florentiae
publicatione in via Bononiensi ad vieum Loiani audiret, fa-
miliari amplexu, et osculo sancto mihi gratulatus est. [am
quanto studio, negotio et importunitate Romae, qui libros meos
sumptu suo vellet imprimere, quaesitus tunc fuerit, testis est
(iuil. Sirletus etc '. Aus dieser Stelle geht hervor, daß Turr.
nach Venedig reiste, als sein, wie erwähnt, 1551 erschienenes
Buch De residentia pastorum in Florenz publiziert worden war.
Auf die Veröffentlichung dieses Werkes muß es sich auch
beziehen, wenn der mit Turr. befreundete spätere Kardinal
Willi. Sirletus'2 an den damaligen Bibliothekar der Vaticana,
Cervini3, unterm 29. Aug. 1551 schreibt: J'appreuds qu'ä Flo-
rence, entre autres mss. grecs, ilya un nouveau Test, si correct
et si ancien . ., et j'ai prie M. Francesco Torres, quia va a
Florence pour se faire imprimer, d'y jeter im coup d'oeil4.
In einem anderen Briefe an Cervini, vom 26. Sept. 1551,
schreibt Sirlet: Quando parti M. Francesco Torres me lascio
in mano l'historia di Georg. Cedreno . . . 5. Am 26. Sept. 1551
war also Turr. schon in Florenz. Da der Druck des kleinen
Schriftchens De residentia pastorum nicht so sehr viele Zeit
in Anspruch genommen haben wird und Turr. unmittelbar
nach der Veröffentlichung desselben nach Venedig aufbrach,
ist es wahrscheinlich, daß er noch gegen Ende des J. 1551
sich dorthin auf den Weg gemacht hat. Wann er in der Lagunen-
stadt ankam, vermag ich nicht anzugeben. Daß er noch um
den .'!. Sept. 1552 in ihr weilte, sehen wir aus einem Briefe,
den Sirlet unterm .'5. Sept. 1552 an Cervini richtete. Es heißt
darin: Torres m'ecrit [de Veuise] qu'il vient d'acheter pour moi
im Nicolas, Defense du concile de Chalcedoine etc.6. Da nun
1) De summi pontif. auctoritate . . . Ven. 1562 'I'. II f65a.
2) Willi. Sirlet, 1514 geb., 1565 Kard., gest. L585 [Freib. Kirchenlex.].
3) Cervini L548- 1555 Bibliothekar der Vat., 1555 Papst [Mär-
cellns II.]. f 1555.
I Ich teile den Text mit nach: La Vaticane de Paul III. ;'i Paul V.
d'apres des documents aouveaux par P. Batiffol. Par. 1890, p. 17.
5 tbid. p. 16 ii. 1.
6) H'iil. p. 37. Auch in einer Mitteilung, die Sirlei unterm 25. .hmi
1552 dem Cervini zugehen ließ, erschein! Turr. in Venedig. Cf. ibid. p. 43:
Cervini Fail copier, bemerkl Batiffol, ä Venise: „Torres vienl de m'ecrire
que le rolume que V. S. Rme fti&i copier, sera bientöl pret, mais que les •*> ecus
<|ii"il m recus, ii'' sont pas suffisants ;'i payer Im copie et la collation."
26 Schalkhausser, Makarios Magnes.
in dem noch a. 1552 erschienenen Antapologeticns des Turr.
(vgl. obeu S. 24 Anm. 1) schon ein Zitat aus dem Apokritikos
des Mak. steht, muß Turr. in der ersten Hälfte des J. 1552
den cod. Ven., der den Apokritikos enthielt, eingesehen und
exzerpiert haben1.
1) Noch von einer anderen Seite her wird uns bestätigt, daß Franc.
Turr. um jene Zeit in Venedig sich aufhielt und Hss. der Marciana
studierte. Aloys. Lipomanus, Bischof von Verona, sagt in seinem 1554
zu Venedig erschienenen Werke Vitarum ss. priscorum patrum . . . T. III
f 143b: Secunda huius tertii tonvi pars candide lector Palladium episcopum
continet, . . . Liber hie aliquot ante annis Parisiis editus fuerat, sed iani
nullibi fere reperiebatur in animumque mihi hoc venerat ut per aliquem
eitm latine reddendum curarem. Cum ecce a viro doctissimo meiqae
amantissimo Basilio Zanco clerico et nobili Bergomensi derepente ex arbe
Roma ad nie liber transmittitur, non tarnen sub Palladi sed cuiusdam
Heraclidis nomine editus Paradisique titulo praenotatus . . . haerebam
animo quis esset, . . . Dumque mecum ipse tluctuarem, librum ipsum ad
eruditissimum probatissimumque virum amicum meum Franciscum Torres
Venetiis tunc commorantem transmisi, rogans ut is qui utriusque linguae
peritissimus esset, in famosam illam quondam Card. Bessarionis bibliothecam
se conferret ac librum hunc cum libro Palladii Cappadociae episcopi quem
ibi adesse sciebam conferret, et an is vel alter esset mihi rescriberet.
Functus est pro sua charitate officio demandato vir optimus et a capite
ad calcem usque utroque collatu volumine, hunc eundem prorsus cum illo
esse reperit etc. Wann das war, gibt Lipomanus nicht genau an. Da
aber die Widmung des T. III schließt: Dätae Veronae cal. Martii anni
1553, so kommt, wenn man die Zeit in Abzug bringt, die Lipomanus für
die Vollendung und Drucklegung des T. 1 LI brauchte, wiederum das
J. 1552 als dasjenige heraus, in welchem Turr. in Ven. verweilte, und
eben der venetianische Aufenthalt, von dem wir durch Turr. selbst und
durch Sirlet wissen, ist auch der von Lipomanus erwähnte. Ja. da Jac.
Morelli in seinem Buche Bibl. ms. Graeca et Latina Bass. 1802 p. 233 zum
cod. Gr. Ven. 345, dem einzigen Marcianus, der Theodorets Historia reli-
giosa und zugleich des Palladius Historia Lausiaca enthält, mit Recht
bemerkt, mit Hilfe dieses Kodex 345 habe Turr. die — oben mitgeteilte —
Frage des Lipomanus entschieden, so läßt sich die Zeit, in der Turr. den
Kodex 345 verglich, wohl sogar nach Monat und Tag bestimmen. In
dem alten Ausleiheregister der Marciana für 1551 — 1559, cod. Marc. Lat.
23 cl. XIV [veröffentlicht von C. Castellani in Atti del R. l>tituto Veneto
di scienze, lettere ed arti. Ven. 1896/97 Ser. 7 T. 8 [T. 55] p, 344—366],
findet sich unter D der Eintrag: 1552, die 9 Julii. — Dns. Dominicus
Portius, Secretarius R. mi D. Episcopi Veronae, iuxta mandatum D. Re-
formatorum, habuit librum grecum, in perg., vitarum S. Patrum per Theo-
doretum Cypri (sie), et per Palladium ad Lausum, A 30, n°. 845, et de-
posuit scutos 25. — Restituit librum die 14 iulii 1552, et rehabuit scutos 25.
Dazu bemerkt Castellani: 11 cod. 345, sec. 15, notato giä nel Reg. I. fol.
9v — 10, p. 21. Contenendo vite di santi e ragionevole supporre che il
I, 2. Turrianus und der Apokritikos. 27
Nun ist es sehr auffällig-, daß sich gerade aus dem J. 1552
in dem zweiten der zwei noch vorhandenen alten Ausleihregister
der Marciana eine Notiz über eine Ausleihe des Apokritikos
des Mak. findet. Die Notiz lautet: Die 28 martii 1552. lieve-
rendiss. I). Lndovicus Beccatelus, legatus pontificius, habuit
librum grecum dictum, Magnetem contra (irecos, in papiro,
cartarum 104, per dominum M. Antonium, eius secretarium.
iuxta mändatum D. Reformatorum, et deposuit duos tazonos
argenteos. — Die 21 aprilis. Restituit suprascriptum librum
et habuit volumen continens Eusebium etc.1. Wir dürfen ver-
muten, dal.! Beccadelli den Kodex: Magnes contra (rraecos sich
geben ließ, um ihn dem Turr. zur Verfügung zu stellen.
Allerdings tut Turr. in seinen Schriften nirgends, wo er vom
cod. Yen. redet und aus Mak. zitiert, des Beccadelli Erwähnung
und es wäre nicht unmöglich, daß Beccad., der bis zum
24. April 1554 im Ausleihreg. erscheint und fleißig rlss. der
.Marciana entlehnte2, den Apokr. zu seinem eigenen ((('brauche
sich geben ließ. Aber da zu jener Zeit bei der Markusbibliothek
das Ausleihen der Mss. gegen ein Pfand die Regel war'' und
Lippomani . . . 1<> prendesse per la sua raccolta di tali vite [Atti etc.
p. 352]. Dieser Eintrag bezieht sich sehr wahrscheinlich auf die Ausleihe,
durch die Turr. in den Stand gesetzt wurde, die von Lipomanus ge-
wünschte Feststellung zu machen. Turr. hätte dann vom !•. bis 14. Juli
1552 in Venedig das griech. Ms. der Historia Lausiaca [damals Nr. 840.
jetzt Nr. 345] für Lipom, verglichen.
1 Cf. Bibliotheque de l'Ecole des Chartes. 48. Annee 1887 Par.
p. 680sq. [P. 651—686 Aldi. v. 11. Omont: Deux registres de prets de
mss. de la bibliotheque de S. .Marc ä Venise (1545 — 1559)].
2) Ibid. p. G8U— 682.
3) Ct'. Jos. Valeutinelli, Bibliotheca ms. ad S. Marci Venetiarum.
T. I. Yen. 18(58 p. 45: Quae de codicum Bessarionaeorum usu buc usque
narrata sunt, ea ad annos se referunt quibus domicilio quo perpetuo con-
sistebat, bibliotheca carebat. Angustia loci eumque facile adeundi aegata
facultas consuetudinem exitialem prorsus ingesserat libros commodandi
petentibus, quo factum est ut ex eis plures . . . amitterentur. Dazu p. I<;
die Anin. 1): „Messi [codices] poi sopra In chiesa di -. Maren, qod essendo
molto ben guardati. se ne smarrirono oleum." Sansoviuo. Venezia citta
Qobilissima. Ven. 1584, c. 12. S. ferner das bei Valent. p. 49 sqq. mit-
geteilte Dekrel der Reformator! dello studio di Padova und ('. Castellani,
II prestito dei codici mss. alla biblioteca Marciana in ..Atti del !>'■ Istituto
Veneto di Bcienze . . . 1896 7 Ser. T. T. 8." p. 326. Cast. bemerkt: Da
quanto e statu sopra esposto si rileva ehe il sistema del prestito invalse
Ihm dal primo tempo che le raecolte del Bessar. vennero in possesso della
Repubblica e che continuö per gran parte dal sec. 16.
28 Schalkhausser. Makarios Magne.-,.
die Beschaffenheit der Räumlichkeit, in der sie damals unter-
gebracht waren1, ein Studium des Kodizes an Ort und Stelle
wohl gar nicht gestattete, so ist es doch das Nächstliegende,
anzunehmen, Turr. habe den Kodex des Mak. durch Ausleihe2
und zwar durch Beccadellis Vermittlung in die Hand bekommen .
Ist diese Annahme richtig, dann stüude fest, daß Turr. zwischen
dem 28. März und 21. April 1552 das Apokritikos - Ms. in
Venedig studiert hat.
Außer im Jahre 1552 verweilte Turrianus a. 1561 4 und
1) A. 1532 -wurden die Mss., die Bessarion der Stadt Venedig ge-
schenkt hatte, aus der Kammer der Aula novissima des Palatium ducale,
in der sie seit einigen Jahrzehnten in Kisten untergebracht waren, entfernt
und in ein Gemach der Markuskirche geschafft. Cf. Jos. Valentinelli,
Bibl. ms. ad S. Marci Venetiarum. T. 1. Yen. 1868, p. 40—41 und
C. Castellani: ..Pietro Bembo bibliotecario della libreria di S. Marco in
Venezia (1530 — 1543)" in .. Atti del R. Istituto Veneto di scienze Ser. 7. T. 7.
Ven. 1895/96" p. 874. In der Markuskirche blieben sie, bis sie in da- neue,
vou Sansovino errichtete Bibliotheksgebäude übergeführt wurden. Dies
geschah a. 1558 nach Castellani 1. 1. p. 873, a. 1580 nach dem Berichte
in Le biblioteche governative Italiane nel 1898 . . . Roma 1900 p. 115.
A. 1552 waren also die Kodizes jedenfalls noch in der Markuskirche.
2) Bei dem Kod., der die Historia Lausiaca enthält, war es ja ähnlich.
Auch bei ihm ist im Leihregister nicht Turr. als Empfänger genannt und
doch war es Turr., der ihn erhielt und für Lipomanus untersuchte. S. oben
S. 26 Anm. 1.
3) Nachträglich fand ich, dal.) schon Jac. Morelli das Gleiche ver-
mutete. Im cod. ms. riserv. 71 der Marciana, den ich 1905 in Venedig
einsah — es ist das Buch Morellis, Della pubblica libreria di S. Maren
in Venezia dissertazione storica 1774 mit weißen Blättern durchschossen
und auf diesen sowie den Rändern der bedruckten Blätter mit zahlreichen
Nachträgen und Verbesserungen von der Hand Morellis ausgestattet — ,
steht auf dem eingefügten Blatte rechts von p. 68 die Notiz: L'operu di
Macario Magnete nel 1552 fu data in prestito a Lod. Beccatelli Nunzio
Apostolico in Venezia, che poi l'ha restituita. Registro Franceschi ms.
nella libreria. Forse Timprestanza servi per il Turriano — il Beccatelli
fini di essere legato a Venezia addi 4 Luglio 1554.
4) Cf. I/abbaye de Rossano. ( 'ontribution ä l'histoire de la Yatieane
par P. Batiffol. These . . . Par. 1891 p. 39 sq.: Des 1561 Franeois Torres
ecrivait ä Sirleto: „J'ai trouve ä Venise une homelie de Sophronius sur
s. Pierre et s. Paul, Catini manu scripta. 11 nie semble que j'en ai vu un
exemplaire grec, et, si je me souviens bien, il est porte au catalogue du
Patir: regardez-y, je vous prie: Et si bene mi ricordo sta in quello in-
dice del Patir, guardatelo di gratia." En d'autres termes, des 1561 le
card. Sirleto possedait par-devers lui un index des mss. du Patir. Dazu
die Anm. 1): Franc. Torres ä Sirleto, 17. oct. 1561 (Vatic. lat. 618!». f. 671 .
Plus loin Torres ajoute: „Desidero sapere se e venuto il mio Cirillo
di Calabria."
I, 2. Tarriaaas und der Apokritikos. 29
15631 in Venedig. Datf er auch a. 1561 und später, wenn er in
Venedig1 war, die Hs. des Mak. einsah, möchte ich bezweifeln2.
Turr. hat sich ans ihr, so vermute ich, als er sie a. 1552 in
der Hand hatte, eine Reihe von Stellen, die ihm wichtig schienen,
griechisch exzerpiert-'5 und diese Stellen dann, wie andere aus
den vielen griech. Hss., die er kannte, in seinen Schriften je
nach Bedarf verwertet, sich aber meistens damit begnügt, den
Text der Apokrit. -Zitate in lat. Übersetzung zu geben.
Die Zahl der Schriften, in denen Turr. den Mak. anfährt.
beträgt 11, die der Zitate selbst 38. Stellen wir nun zusammen.
was sich aus ihnen bezüglich des Mak. ergibt.
über den cod. Ven., der das Werk des Mak. enthielt,
äul.lert sich Turr. nur an 3 Stellen und an allen dreien sagt
er weiter nichts, als daß die Schrift des Mak. in der biblio-
theca Veneta zu finden sei4. Über Alter und Integrität, Format
und Umfang, Schreibstoff und Titel der Hs., ihre Herkunft
und etwaio-eu Eio-entümlichkeiten — lauter Dimie, über die
wir heutzutage, wo der Yenetus nicht mehr vorhanden ist.
gerne mehr wüßten — erfahren wir aus Turr. nicht das geringste.
1) Dies ergibt sich daraas, daß di.' Vorrede der a. lö(>3 in Ven.
erschienenen Schrift des Turr.: De matrimoniis clandestinis explicatio, mit
dem Wiiit'': Ven. schließt. In der gleichen Vorr. bemerkt Turr.. daß er
zur Zeit an den Disputationen der Theologen in Trient nicht teilnehmen
könne, weil er mit der Herausgabe der Apostolischen Konstitutionen be-
schäftigt sei. Daß er im Begriffe stehe, diese zu veröffentlichen, >;v+\ ei
auch in der Abhandlung De matrim. clandest. f8b selbst: Apostolioae
doctrinae, quam Clemens Rom. literis mandavil ei aos nunc in Lucem
emittere paramus. In der Tat ist noch im •). L563 in Ven. dn> ein
schließlich der Prolegomena und Scholieu ganz griechisch geschriebeni
Werk des Tun-.: Iiazayal itöv ayitov anoozökwv erschienen. Es läßl
-ich denken, daß die Herausgabe dieses Werkes in Yen. ihn nötigte,
während der Drucklegung dort anwesend zu sein.
2) Insbesondere wegen des Lapsus, dr\- ihm bezüglich des Tl äthenes
unterlaufen ist, worüber später.
3) Dies ist daraus zu schließen, daß er dann und wann griech.
Worte, zuweilen auch Sätze, ja einmal einen Längeren Abschnitl aus Mak.
griech. mitteilt.
t Adversu.-, Magdrluirgruses Oenturiatores. Flor. 1572 p. ivT
Scripsit hie auetor . . . Libros quinque apologeticos pro Euangelio, qui
usque in hodiernum diem in bibliotheca Veneta servantur. — I'
Eucharistia. Romae 1576 p. L01: si hunc auetorem . . . Legere volueris,
in bibl. Veneta Libros reperies. - Apostolic. Constitut. A.ntverpiae 1578
p.56: eius Libri quinque in ¥eneta bibl. extant.
30 Schalkhausser, Makarios Magnes.
Wenn seine Mitteilungen über die Person des Autors
gleichfalls ganz dürftige sind, so mag dies daran liegen, daß
es vielleicht nicht möglich war, aus der Hs. genauere Auf-
schlüsse über den Vf. des Apokr. zu erlangen. Was zunächst
den Namen betrifft, den Turr. dem Autor gibt, so ist hervor-
zuheben, daß er ihn niemals Makarius, sondern Magnes oder
Magnetes nennt1. In einem Falle und zwar in seinem frühesten
Mak. -Zitate hat Turr. noch das Wort beatus vor Magnetes
gesetzt2. Wir sehen hieraus, daß Turr. wie andere vor ihm
uud nach ihm das (ia.xa.Qiov im Titel des Apokr. nicht für
einen Eigennamen, sondern für das Ehrenprädikat gehalten
hat, das vielen Kirchenlehrern und kirchlichen Autoren in den
Schriften anderer und in Kodizes beigelegt ist, und sind be-
rechtigt, aus der Art, wie Turr. uuseren Vf. bezeichnet, zu
schließen, daß in der Aufschrift des cod. Ven. vielleicht nicht
fiaxaoiov //ayrtjToc, sondern rov (laxaoiov (jccyrt/TOj; stand, die
gleiche Benennung demnach, wie sie Janos Laskaris in den
beiden in Unteritalien von ihm vorgefundeneu Kodizes des Apokr.
antraf3. Da nun Turr. der erste war, der in gedruckten
Büchern des Mak. gedachte, und der einzige, der dies auf
Grund der Kenntnis und Lektüre einer vollständigen Apokr.-
Hs. tat, so ist die von ihm angewendete Bezeichnung unseres
Autors, Magnetes (Magnes), die allgemein übliche geworden
und c. 150 Jahre lang, nämlich bis zu der Zeit geblieben, wo
man in Pariser Hss. eine Abhandlung des Patriarchen von
Koustantinopel, Nikephoros L, über Mak. entdeckte4.
1) In den zwei Zitaten, die Turr. in der Schritt hex eye.) vwv ayifov
emoaxö/MV Ven. 1563 f 174a und 182a aus Mak. bringt, bezeichnet er ihn
viermal mit dem Namen Mäyvrjg. Magnes schreibt er auch dreimal
in den Apostol. Constitut. Antv. 1578 p. 229 sq. in .der explanatio zu
cap. XII (p. 82), die eine lat. Wiedergabe des griech. Scholions liaxayai
I. 181 b sqq. ist. In allen übrigen Fällen, und deren sind sehr viele, sagt
Turr. ausnahmslos Magnetes.
2) Cf. Antapologeticus pro libro suo de resid. pastorum [Flor. 1552]
p. 27: Audi quid beatus Magnetes . . . scripserit.
3) S. oben S. 15. Auch in sämtlichen alten Verzeichnissen der
Mss. der Marciana, von denen noch die Rede sein wird, heißt unser
Autor, wenn er erwähnt ist, nie Makarios oder Makarios Magnes, sondern
immer nur Magnes.
4) Die richtige Erkenntnis, daß der Verf. des Apokr. Makarios bezw.
Makarios Magnes heiße, findet sich bei Tillemont, Bandurius, Lequien.
Magn. Crusius, Cave u. a. Die einen verdanken sie dem Schriftchen des
I. 2. Turrianus und der Apokritikos. 31
Welche Stellung Mak. inne hatte, teilt uns Turr. nicht mit.
Er weiß in dieser Hinsicht von Mak. nichts anderes zu sagen,
ils dal.» er ein alter, bedeutender Kirchenschriftsteller sei1 —
wohl ein deutlicher Hinweis darauf, daß dem cod. Yen. Ge-
naueres über die Stellung des Mak. nicht zu entnehmen war.
Auch nicht über seinen Aufenthaltsort. Denn darüber, wo
Mak. gelebt hat, verlautet bei Turr. nichts.
Was die schriftstellerische Tätigkeit des Mak. betrifft, so
berührt Turr. das zweite Werk, das mau dem Mak. zuschreibt,
die Homilien zur Genesis, mit keiner Silbe. Er zitiert nur
eine Schrift von ihm, den Apokritikos. Auffallend ist, daß
Turr. diese nie mit ihrem eigentlichen Titel li.70zoiTiy.d- oder
'ArroxotTt/j'. oder einem dem ähnlichen, z. B. 'AjtoxQlöeiq,, den
Jo. Antiochenus gebraucht (s. oben S. 10), bezw. den Aus-
drücken Responsor, Respousa, Responsiones anführt. Er be-
titelt sie'2: Apologia oder Apologiae, vielfach mit dem Zusätze
euangelica oder pro euangelio oder euangeliorum, oder er sagt
mit Rücksicht auf die ."> Teile des Werks: Libri apologetici
ohne die oder mit der Apposition „pro euangelio" oder der Be-
merkung: quos adversus euangelii calumniatores . . . scripsit.
Selbst in den Aiaxayai, wo er den grieeh. Ausdruck ItjToxo/rr/.o-
hätte beibehalten können, sagt er: AI jcsqi evayyekiov djtoXoyiai
[f. 182 a]. Dieser Umstand hat schon den Magn. Crusius auf
die Meinung gebracht, daß das Werk des Mak. auch den Titel:
'.Irro/.oyuc tov evayysXiov gehabt habe8. Der gleichen Ansicht
Bandurius: Conspectus operum S. Nicephori, patr. Constantiuopol. Paris.
170/5 [abgedruckt in Fabric. Bibl. Gr. T. 7. Hamb. 1801, p. 610sqq.], die
anderen direkt den Sammlungen des J. Boivinius [Näheres über diese
unter II.: Die sog. Homilien des Mak. Magnes zur Genesis].
1) Turr. nennt ihn, wenn er ihn näher bezeichnet, auctor oder
scriptor vetus, vetustus, pervetustus, vetustissimus, antiquissimus, gravis,
gravissimus, excellens, ecclesiasticus. Graecus, naXaiöxaxoq avyyQ«<pevQ.
•J) Wenn er sie näher bestimmt. Manchmal sagt Turr. nur: Magnetes,
oder: „Das Werk, das M. üvgen Theosth. schrieb", oder Ähnliches.
3) Cf. seine erste Dissert. über Mak. Magnes in Mignes PG X, Ivol.
1357 B und 13(jö( \ Zur letzteren Stelle ist zu bemerken, dali Zacharias
Cretensia und Possevinus für unsere Krage nicht in Betracht kommen.
Beide sind von Turr. abhängig. Inwiefern das bei Zach. Cret. der Kall
ist, soll im 3. Abschn. : „Zach. Skord. und der Apokr. des M. M." gezeigl
werden. Possevinus hat über Mak. Magnes nur zwei Stellen, die eine in
seinem Apparatus Sacer T. II. Col. A.gr. 1608 p. 50: „Magnetes perve-
tustus auctor ante mille et brocentos annos Euangelicae Apologiae lil>n>-
32 Schalkhausser, Makarios Magnes.
ist Pitra1. Da indessen diese oder eine ähnlich lautende Be-
nennung für den Apokr. handschriftlich nicht vorkommt2, da
auch Nikephoros in seiner Abhandlung- nichts mitteilt, was
auf eine solche hindeutet, da Turr. selbst nirgends die Wendung
'AjcoXoyla svayysl'iov oder ähnliche als den Titel des Werks
hinstellt, da der Zusatz euangelica oder Gleichwertiges dem
Turr. wohl noch durch die Sonderüberschriften der drei ersten
Bücher des Apokr. im cod. Yen. dargeboten war — auch im
Atheuiensis heißt es in der Überschrift des III. Buches: . . . jcegl
T(<~>f ev EvayyeXicp C,rjxrj(idt(av y.ca Xvösoov — und somit nur
die Bezeichnung 'AjtoZoyia als eine dem Turr. für den Apokr.
eigentümliche übrig bleibt, diese aber bei dem durchaus apo-
logetischen Inhalte der Mak. -Schrift eine sehr naheliegende
ist, so bedarf es der Annahme nicht, dal.) der Apokr. im cod.
Veu. den Titel oder Nebentitel 'AjtoXoyia vov EvayytXiov
gehabt habe.
Teile oder Bücher hatte die Mak.-Schrift nach Turr. fünf'1.
Daß ihrer gerade so viele waren, dürfen wir dem Turr. glauben.
Er gibt bei den meisten seiner Apokr.-Zitate auch das einzelne
Buch [den koyog] des Apokr. an, dem die angeführte Stelle
entstammt. Diese Angaben des Turr. erweisen sich, soweit wir
Graece scripsit ad Theosthenem adversus Gentiles Euangelii calumniatores."
Sie ist sichtlich der „Bibliotheca instituta et collecta primum ;i Conr.
Gesnero, deinde . . . aucta per Jus. Simlerum, . . postreruo . . . ampli-
ficata per J. -Tae. Frisium Tigurinum. Tiguri 1583u p. 559 Art. Mag]
und dieser Art. hinwiederum der Schrift des Turr.: Dogmatici eharaeteres
verbi dei ad Catholicos Germauiae adv. novos Euangelieos. Flor. 1561
f. 154b und 21b entnommen. Die andere Stelle, die Possev. über Mak.
hat, findet sich in seinem Buche Moscovia, Vilnae 1586. capita f 103 b
und lautet: .'. testes sunt ... et Magnetes antiquissimus auctor üb. 3.
apologiae pro euangelio contra Theosthenem euangelia calumniantem. Sie
ist wörtlich aus Tun.. Apostol. Constitutiones Antv. 157^ p. 82 Anm. 3
abgeschrieben.
1) Cf. Spicileg. Solesm. T. I. Par. 1852 p. 305 sq. Anm. 4.
2) Die Bezeichnungen, die in den Ilss. sich finden, sind: anoxQixixlc,
[2 mal im Ath., cf. p. 4i) und 155 der Ausg. v. Blondel, sowie in den
2 Hss., die Janos Laskaris in Unteritalien sah. S. oben S. 15]; anozQixixol
Xbyoi [2 mal, im Ath. vor der Inhaltsangabe des 3. u. 4. Buches, p. 49
u. 155 der Ausg. v. Bl.]: anoxQixvxä [im Exzerpte der Ikonoklasten, ct.
Pitra, Spicil. Sol. I. Par. 1852 p. 305] und anoxQiaeiq [bei Jo. Antiochenos
S. oben S. 10].
3) Adversus Magdeb. Centur. Flor. 1572 p. 387: Scripsit hie autor
. . libros quinque apologeticos pro euangelio.
1. 2. Turrianus und der Apokritikos. 33
sie kontrollieren können, als richtig1. Die Behauptung, dal.» der
Apokr. 5 Bücher umfaßte, wird uns zudem durch eine Bemerkung
bestätigt, die man im cod. Paris. Gr. 1630 liest. Dieser Kodex,
einst im Besitze des Ant. Eparchos und von ihm mit anderen
griech. Hss. dem Könige von Frankreich, Franz L, zum Ge-
schenke gemacht2, gehört dem 14. Jahrh. an3. F "205 bis '"
findet sich, rot geschrieben, die Stelle: tot fiaxaQiov MayDrytoc,
xiu ezeqov ocyyniit/ua evqiöxetcci ev tcevxe ßißXioig ömjqijiievov
too_- "EAfajvag . . .4, und zwar von erster Hand5. Der Satz
steht über den gleichfalls rot geschriebenen, den Titel der
nachfolgenden Schrift bildenden Worten: Mäyvov Aifisörjvov
latQOÖOg. lüTiir JZEQl OVQCDV6.
1) Duchesne [De Mac. Magnete Par. 1877 p. 5 u. 15] und Pitra
[Anal. Sacra et Class. Par. Romae 1888 Teil I. p. 37] behaupten überein-
stimmend, Turr. habe konstant das 4. Buch des Apokr. mit dem 5. ver-
wechselt, d. h. alles, was Turr. dem 5. Buche zuteile, finde sich im vierten.
Dueh. u. Pitra irren. Turr. bringt Zitate aus dem 4. u. 5. Buche des
Apokr. Diejenigen, die er dem 4. zuweist, stehen zum Teil in der Ausg.
v. Blondel, zum Teil nicht, da im Atheniensis der Schiuli des 4. Buches
fehlt. Was Tun-, dagegen aus dem 5. Buche anführt, steht nirgends bei
Blondel.
2) A. 1540. CT. Bist, generale de Paris. Le cabinet des mss. de la
bibliotheque imperiale par L. Delisle T. I. Par. 1868 p. I54sqtj. — Legraud.
Bibliographie Hellenique [fürs 15. und 16. Jahrhund.] T. I. Par. 1885
p. ('('XIV sqq. — Bibliotheque de l'ecole des chartes. 46. Par. 1885
p. 611 sqq. [H. Omont: -Lettres de G. Pelicier ä Feveque de Tülle, Pierre
Duchatel, garde de la Librairie du roi (1540 — 1542\" p. 611 — 624]. —
Bibl. de L'ecole des chartes 53. Par. 1892 p. 96 [H. Omont: „Catalogue
des mss. Grecs d'Ant. Eparque", p. 95 — 110].
3) Vgl. über diese Hs. : Imperium Orientale sive antiquitates Cpoli-
tanae . . . opera et studio Ans. Banduri T. 11. Par. 1711 p. 875 — 887 [Ausführl.
[nhaltsverz. v. J. Boivinius]. — Catalogus codicum mss. bibl. regiae T. II.
Par. 1740, p. 37t; sqq. — H. Omont, fnvent, sommaire II. Par. 1888 p. 109— 1 12.
S. auch Fabric, Bibl. Gr. T. XI. Hamb. 1808, p. ')M\ sqq.
4) 8m auch Magn. Crusius, cf. MPGr. X, 1365 D sq.
5 II. Omonl hatte die Güte, mir auf meine Anfrage dies und den
oben angegebenen Wortlaul der Stelle zov . . ."EkXrjvag mitzuteilen [unter
dem 20. März 1905].
6 i < !f. .Janus. Zeitschrift für < resch. u. Literatur der Medicin, herausgeg.
v. Hensehel. II. Bd. Bresl. 1847 p. 278 [Bussemaker, über Magnus von
Emesus usw. p. 273- 297]. Bussem. hall die Bern, über das ovyyQctfifit
des Mak. Magnes [roi fiaxaglov . . . "EXXtjvas] für einen /.weiten, über
dem richtigen stehenden Titel der Schrift des Magnus Emesenus. Das
ist sie nicht. Jedoch sieht man aus der Annahme Bussemakers, daß die
Notiz über Mak. Magnes im Par. 1630 nicht am Rande, sondern im Texte
Texte u. Untersuchungen etc. 31,4 ■"«
34 Schalkhausser, Makarios Magnes.
Daß im cod. Yen. die 5 Bücher des Apokr. vollständig
waren, ist zweifellos, wenn es auch Turr. nicht eigens hervor-
hebt. Daß dem Kodex gegen den Schluß des Werkes zu
nichts fehlte, ist damit erwiesen, daß Turr. aus dem Ende des
5. Buches des Apokr. ein Zitat mitteilt'. Daß er auch vorne
unversehrt war, wird daraus geschlossen werden dürfen, daß
Turr. in seiner Schrift Adv. Magdeburg. Ceuturiat. Flor. 1572
p. 387 sagt: „Scripsit hie auetor . . . libros quinque apologeticos
pro euangelio, qui usque in hodiernum diem in bibl. Veneta
servantur", und in Apost. Constitut. Antv. 1578 p. 56: ..eius
libri quinque in Veueta bibliotheca extant". Beweisen diese
Äußerungen auch nicht, daß a. 1572 und 1578 die Hs. des
Apokr. sich noch in der Marciana befand, so zeigen sie doch,
daß zu der Zeit, wo Turr. den cod. Ven. in Händen hatte,
a. 1552, dieser noch die vollen fünf Bücher des Apokr. in
sich schloß.
Zu der Auuahme, daß diese 5 Bücher auch im Yen., wie
es im Athen, der Fall ist2, je mit einer besonderen Überschrift
versehen und dadurch von einander geschieden waren, berechtigt
uns der Umstand, daß Turr. fast bei jedem Apokr.-Zitat angibt,
dem wievielten Buche es entstammt, daß diese Angaben, wie
schon bemerkt wurde, richtig sind, und daß Turr. das Werk
des Mak. öfters mit einem plural. Ausdrucke wie apologiae
oder libri apologetici bezeichnet.
Weniger verlässig ist, was Turr. über die Zeit sagt, zu der
Mak. den Apokr. geschrieben haben soll. Sieben Stellen finden
sich in seinen Schriften, wo er sich nicht mit dem allgemeinen
.,vetustissimus auetor" oder ähnlichem begnügt, sondern be-
stimmtere Angaben machte Aber sie uützen uns nichts. Denn
steht. Das Ursprüngliche kann das nicht sein. Anfänglich muß sie nur
eine Randnotiz gewesen sein. Daraus, daß sie das im Par. 1630 nicht
mehr ist. ist zu schließen, daß der Schreiber des Kod. 1630 die Bern,
über Mak. Magnes nicht selbst gemacht, sondern daß er sie in seiner
Vorlage schon vorgefunden hat, und sie demnach in eine noch frühere
Zeit zurückgeht. Ich selbst konnte den Par. 1630 nicht einsehen, da er
nicht versendet wird.
1) In „Dogniaticus de justiticatione ad Germanos advers us Loteranos.
Romae 1557" f. 37a: „aitenim [sc. Magnetes] lib. quinto eodemque extrem" . . .*
2) Beim 3. und 4. Buche, den einzigen, denn Anfang im Arh.
erhalten ist.
3) Diese Stellen sind, chronologisch geordnet, folgende:
[, 2. Turrianus und der Apokritikos ."{ä
die Zahlenangaben weichen gleich am 200 Jahre von einander
ab und machen den Eindruck größter Willkür. Nur das eine
Gesetz zeigt sich in ihnen, daß die Zahlen in absteigender
Linie sieh bewegen und mn so kleiner werden, je mehr Turr.
selbst an Jahren zunahm [1400 — 1300 — supra 1200 —
prope 1200]. Am ersten verdient Beachtung die Notiz im Ant-
apologeticus, weil das die früheste Schrift ist, in der er den
Mak. zitiert, und die im Traktat De eucharistia, weil er hier
seine Zeitbestimmung auf Bemerkungen des Apokr. selbst
zurückführt. Turr. hat da wohl die beiden Stellen (Apokrir.
ed. Blondel p. 160,6 und 163,4) im Auge gehabt, mit deren
Hilfe schon von Nikephoros (Pitra, Spicil. Solesm. 1. Par. 1852
p. 307, 33 sqq.) und dann wieder neuestens nach Auffindung i\<>s
Athen. (Duehesne, De Mac. M. Par. 1*77, p. 10) die Zeit des
.Mak. bestimmt wurde, hat dabei aber, wie manche unter den
Neueren, übersehen, daß uns beidemale nicht Äußerungen dos
Mak., sondern des Gegners, den Mak. bekämpfte, vorliegen
und sich demnach aus ihnen nur der terminus post quem, aber
nicht quo für die Abfassung des Apokr. ergibt. Andere, noch
genauere Daten, aus denen auf die Entstehungszeit des Apokr.
geschlossen werden konnte, wird Turr. im Yen. ebensowenig
gefunden haben, als Nikephoros in seinem Kodex. Die Ver-
schiedenheit in den Zeitangaben des Turr. rührt wohl daher,
daß ihm bei der Unmasse dessen, was er handschriftlich und
gedruckt las und was er schrieb, wiederholt ein Flüchtigkeits-
versehen unterlaufen ist.
^ntapologeticus. Flor. 1552 p. "27: Audi quid beatus Magnetes
ante tempora Constautini magni . . . scripserit.
li, Dogmaticus de justificatione. Etomae 1557 F. 37a: . . ante mille
400 annos Magneto . . . scripsit.
<• |)uginatiri eliaraetere.» verbi dei. Flui'. l">iil f. 154b: . . sie scripsit
Magnetes vetustiss. auctor ante mille CCC annos.
d) lliid. f. 160a: Magnetes ... ante mille ('('<' annos scripsit.
• ■ Ä.dv. Magdeburg. Centuriat. Flor. 1572 p. 387 : Scripsit hie auctor
ante mille quadringentos annos libros quinque apologeticos pro euangelio
[Zu beachten ist, daß, was Turr. selbst hervorhebt, das Zitat p. 387 sq.,
«renn auch nur lat., aus der Schrift !><• justificatione wiederholl i-i .
i De 3s. eucharistia. Etomae 1576 p, 101: ... in bibl. Veneta libros
reperies et in eis notatum tempus aetatis huius scriptoris supra mille et
ducentos, si recte meraini, annos.
\|pd-i. Constitut. Antv. 1578 p.95: Magnetes auctor graviss. ante
anmiv prope mille ducentos . , . inquit.
3(j Schalkhausser, Makarios Maines.
Ebenso erklärt sich der Verstoß, den Turr. in der Benen-
nung des Hellenen, gegen den Mak. geschrieben hat, machte. Er
bezeichnet nämlich in den meisten Apokr.-Zitaten den Theosthenes
als den Gegner1, gegen dessen Schmähungen des Evangeliums
Mak. sich wendete, und hat so für mehr als 1 1/2 Jahrhunderte
einem Christenfeinde zum Dasein in der theol. Litteratur ver-
holfen, von dessen Existenz das christl., Altertum nichts gewußt
hat. Den wahren Sachverhalt erkannten erst J. Boivinius-
und dessen gelehrte Freunde. Unter ihnen hat namentlich
Magnus Crusius in seiner Dissert. v. 1737 (cf. MPG. X, 1368sqq.)
darauf aufmerksam gemacht, daß Theosthenes nicht der Hellene
war, der das Christentum angriff, sondern der vertraute Freund
des Mak., dem dieser sein Werk widmete3. Es ist indessen
dem Crusius nicht gelungen, den durch Turr. eingeführten
Christengegner Theosth. für immer aus der Welt zu schaffen.
Dieser figuriert noch länger als solcher in theol. und nicht-
theol. Werken der folg. Zeit4. Turr. hätte seinen Irrtum ver-
meiden können, wenn er auch späterhin die Exzerpte, die er
sich aus dem cod. Yen. gemacht hatte, etwas sorgfältiger zu
Kate gezogen hätte. Iu den frühesten Schriften nämlich, in
denen er den Mak. zitiert, ist der Freund des Mak. noch nicht
mit dessen Gegner verwechselt. Im Antapologeticus, Flor. 1552
heißt es p. 27: Audi quid b. Magnetes ... ad Theosthenem ad-
versus quendam novi testameuti reprehensorem . . scripserit.
Hier unterscheidet also Turr. noch deutlich zwischen Theosth.,
1) Contra [adversusj Theosthenem gentilem, contra Theosth. euans
cahunniantem: so oder ähnlich drückt sich Turr. meistens aus, wenn er
angeben will, wem Mak. im Apokr. entgegengetreten ist. Im prooemium
[p. V] der Apost. Constit. Antv. 1578 sagt Turr.: In scriptum enim sacra
non licet ne unum quidem iota aut unum apicem movere . .: uisi quis
Celsus aut Porph. aut Julianus aut Theosthenes velit esse.
- Aus der handschriftlich in Pariser Kodizes vorliegenden Abh. des
Nikephoros [hrsgeg. von Pitra im Spicil. Sol. 1. Par. 1852 p. 302 — 33-3].
3) Aus dem Ath. sehen wir, daß der Apokr. eine ausführliche christl.
Apologie war und ist, gekleidet in die Form eines au den Freund des
Mak., Theosthenes, gesendeten Berichts über eine mehrtägige Streit-
unterredung, die zwischen Mak. und einem Hellenen stattfand und an der
auch Theosth. teilnahm. Apokr. ed. Bl. p. 51 und 157.
4) Z.B. in Lami, Del. erud. T. 4. Firn- 1738 p. XLX u. T. 9. 174o.
p. XXIX; Gallandi, Bibl. vet. patr. III. Ven. i TCT prol. p. XXXIU sq. u.
p. 541 so,.: Jac. Morelli. Della pubbl. libreria di s Maren in Venezia diss.
storica. Ven. 1774 p. (17. u. a.
I. 2. Turrianus und der Apokritikos. 37
dem Empfänger der Schrift des Mak., und dem Gegner, dessen
christenfeindliche Angriffe Mak. zurückwies. Vgl. ferner: Dog-
maticus de justificatioue. Romae 1 5 ö 7 f. 5b: ut Magnetes . .
ad Theosth. scripsit; f. 37a: Magnetes . . in libris apologeticis,
quos adversus euangelii calumniatores ad Theosth. scripsit;
Dogmatici characteres verbi dei. Flor. 1561 f. 17b: ut Ma-
gnetes . . in apologia pro euangelio ad Theosth. notavit; f. 21b:
apologiae Magnetis . . ad Theosth. adversus gentiles euangelii
calumniatores1; De votis monasticis. Romae 15G6 lib. II [zu
beachten, daß lib. II a. 1561 in erster Aufl. erschienen ist]
f. "2a: Scribit Magnetes . . ad Theosth. In den Aiarayai r<~ir
äyicov <c~rooTo/.<>)>' Yen. 1563 f. 182a sagt Turr. : eo§ ff >i>~>>
MdyvTjq . . sv tcp tqito) ßißXicp tc5v aeQi svayysXiov cutoXo-
yicöv jigoq HsoüihiDi. Der Zusammenhang läßt uns darüber
im unklaren, ob jtgbq hier ad oder adversus bedeuten soll-.
Dagegen finden wir in den Schriften des Turr., die nach 1563
erstmalig erschienen sind, ausnahmslos das unzweideutige contra
oder adversus Theosthenem3. Übrigens zeigt uns sowohl der
Gedächtnisirrtum, in den Turr. bezüglich des Theosth. in seinen
späteren Schriften verfallen ist, als auch die Art und Weise,
wie er in seinen früheren Werken den Gegner des Mak. be-
zeichnet, daß, was wir freilich schon aus der Abhandlung des
Nikephoros schließen können4, auch in den uns nicht erhaltenen
Teilen des Apokr. der von Mak. bekämpfte Christenfeind nicht
näher bestimmt war. Damit soll natürlich nicht in Abrede
1) Aus dieser Stelle hat [S. oben S. 32] die „Bibliotheca Gesneri ed.
Frisius Tig. 1583" p. 559 und daraus wieder Possevinus im App. Sacer
T. II. Col. Agr. 1608 p. 50 das richtige ad Theosthenem. Den Wortlaut
des Possev. benutzte Fabric. in Bibl. Gr. Lib. V 1712 p. -.'76 [= Ed. Earl.
v. VII p. 296], vol. VII 1. Au,-, p. 98sq. [= Ed. Earl. v. VI, p. 748] und
in Delectus argument. Eamb. 1725 p. 64. Dagegen führt er in der Schrift
Salutaris lux evaugelii. Eamb. 1731 p. 154 Nr. 11 den Theosth. unter den
Christetigegnern auf. Auf das Richtig«' hätte den Fabr. der Bericht des
Tillemont über Mak., den er im Delectus argum. p. 66s<|i|. in extenso
mitteilt, bringen können.
- In der lat. Wiedergab' de- griech. Scholions, dem das in Rede
stehende Mak. -Zitat angehört, Apost. Constitut. Antv. 1578 p. 229 heißt es
contra Theosth.
3) Abgesehen von De votis tnon. Romae 1566 I. II.. der jedoch nur
eine 2. Aufl. der a. 1561 veröffentlichten Schrift: De inviolabili religione
votorum monasticorum ist.
4) Insofern als sich Nik. doch recht anbestimmt über den Gegner des
Mak. äußert. Cf. Pitra, Spicil. Sol. I. Par. L852 p. 309.
38 Schalkhausser, Makarios Magnes.
gestellt werden, daß in der Hälfte der Mak.-Schrift, die zu
Verlust gegangen ist, manches gestanden haben mag. was es
uns ermöglicht hätte, die Frage: Gegen wen wendet sich Mak.
im Apokr.? leichter und sicherer zu beantworten, als wir das
jetzt können.
Mit der Darlegung dessen, was aus Turr. über die Person
und schriftstellerische Tätigkeit des Mak. im allgemeinen zu
entnehmen ist. sind wir nun fertig. Unsere Aufgabe ist jetzt,
alle Stellen, die Turr. aus dem Apokr. anführt, vollständig und
wörtlich mitzuteilen1 und zu untersuchen, ob sich nicht aus ihnen
Rückschlüsse auf den Text des cod. Yen. tun lassen, und ob sie
nicht einigen Gewinn für die Bereicherung oder wenigstens Berich-
tigung des uns gedruckt vorliegenden Apokr. -Textes abwerfen.
Auch die Zitiermethode des Turr. ist ins Auge zu fassen.
Aus dem 1. Buche des Apokr., von dem wir nur die
wenigen Zeilen haben, die Nikephoros daraus mitteilt (Pitra,
"Spie. Sol. I. Par. 1852 p. 332 sq.), findet sich bei Turr. nichts.
Aus dem 2. Buche ist es nur eine Stelle, die er namhaft
macht. In Adversus Magdeburg. Centuriatores, Flor. 1572
]». 144 sqq. verteidigt T. den Papst Auaklet gegen den Vor-
wurf der Centuriatoren, er habe Cephas unrichtig mit caput
übersetzt. T. sagt dabei p. 14"): Cum enim tarn nota esset
temporibus Anacleti apud omnes lingua Graeca, quam est modo
Latina, ac fortasse magis, Syriacam vero paucissimi . . intelli-
gerent, ita ut, cum audireut nomen Cephae, statim ' omnes djeo
xMf<üi}~, id est a capite dictum existimarent, quid prudeutius
facere potuit aut debuit quam sie, propter facilitatem intelli-
geudi, seeundum cousuetudinem vulgi interpretari in ea epistola,
quae ab omnibus ubique legenda erat? praesertim cum tarn
necessaria et utilis esset ista verbi Cephae clarior interpretatio,
ut scilicet facile omnes intelligerent, caput esse Petrum, sicut
prae se ferebat ipsa, quae seeundum cousuetudinem et opinionem
vulgi magis in promptu erat, verbi Cephae interpretatio. Immo
accedit etiam huc exemplum euangelistarum, quos aliquando
non ex ipsa veritate rei, sed ex vulgi consuetudine et opinione
nomen sumpsisse, auetor est Magnetes vetustissimus scriptor
ecclesiasticus lib. 2. et .")., quos contra Theosthenem gentilem
discrepantiam euangelistarum et alia nobis falso in euangelio
1) Dabei glaubte ich auch die manchmal etwa- absonderliche Inter-
punktion iles T. im großen und ganzen beibehalten zu sollen.
I. 2. Turrianus und der Apokritikos. 3!>
obiicientem scripsit: ait enini, Pro eo, quod unus euangelista
dixit, calamo spongiam circumponeiites, dixisse alium propter
eimilitudinem arbusti, hyssopo eircumponentes, cum dicendum,
inquit, esset calamo. item, quod unus Euangelista dixit, vinum,
rursus dictum esse acetum in cruce (ex eodem euini vase
posito hauserunt, cum perventum est ad Calvarium, et in cruce)
praesertim, inquit, cum legem historiae Euangelistae servarent
nihilque ultra scriberent, quam quod tuuc dicebatur in illo
tumnltu ac furore. Sic enim existimarunt füre, ut historia
omni su>])itioue careret, sl ;//) jcsQieQyozsQOV <'./.'/. ajtXaörov
evQS&sirj rrjg lötogiag vo yQcc/ifta, id est si littera historiae nou
curiosa, sed simplex reperiretur.
Die Untersuchung des Verhältnisses, in welchem dieses
Zitat zu unserem griech. Apokr. -Texte steht, verursacht einige
Schwierigkeit. T. hat hier nämlich zwei Stellen zusammen-
genommen und teilweise nur dem Sinne nach wiedergegeben,
die zwei verschiedenen Apokr.-Büchern angehören und von
denen uns die eine, die im 5. Buche, griech. gar nicht vorliegt.
Die andere steht im 2. Buche. In diesem ist es der Abschn.
A|>. c. 17, ]>. 29,3 — 11 und p. o!,4 — ö der Ausg. Blondeis1,
• It'ii Turr. im Auge hat-. Vergleicht mau mit diesem Ab-
schnitte «las Zitat des T.3, so ergibt sich Folgendes:
1. Der Satz Pro eo, quod . . . esset calamo ist in einigen
Ausdrücken wörtliche, im übrigen nur abgekürzte Wiedergabe
des Griechischen nach dem Sinn. Es ist daher und weil hier
1) Der Kürze wegen bezeichne ich im Folgenden die A.pokritikos-
ausgabe von Blondel [Par. 187(>] bloß mit Aj>.
2 \|>. c. 17. p. "28 — 31 soll die Widerlegung des Einwands c. 12.
p. 2<> — 21 sein. Von den Sätzen aus der Leidensgeschichte, 'li'- der
Hellene p. 20 — 21 als sieh widersprechend bezeichnet, führl Blak, in seiner
Antwort nur zwei noch einmal an, p. 29, 5 und 6, aber in e. Wortlaut,
der von dem unserer Ew. und von dem des Hell. p. 20, lOsq. u. p. 20,5
etwas abweicht. Der Text des Hell, wiederum stimm! auch nichl mit dem,
den die betreffenden Stellenin unseren Evangelien haben. Vgl. \\>. p. "_'<•..">
mit Marc. 15,36 oder Matth. 27,48 und A.p. p. 20,10sq. mit Jo. 19,29.
■ '> Nichl ganz zutreffend isl es, wenn I'. dieses Zital mit der Bern,
einleitet: „M. sei Gewährsmann dafür, daß die Evgsten zuweilen den Aus-
druck uicht entsprechend der Sache selbst, sondern gemäß der Gewohn-
heit und Meinung des Volkes gewähll hätten." M n k. sagt nur: l>ie Evgsten
Italien im Interesse der geschichtlichen Wahrheit eben die Worte ange
wendet, die damals bei dem von ihnen berichteten Vorgange wirklieh
gebrauchl worden seien, auch wenn sie akÄoxora "der avaxoXov&a waren
[Cf. MPG. X, col. 1379],
40 Schalkhausser, Makarios Magnes.
möglicherweise die Stelle des 5. Buches benutzt ist. nicht zu
entscheiden, ob T. statt des jcQogörjöavTeg, das Ap. p. 29, 5
übereinstimmend mit der Ausdrucksweise des Einwände Ap.
p. 20, 1 1 steht, während es in unseren Evangelientexten bei
keinem der vier Evangelisten sich findet, im Yen. jcsQid-ivreg
gelesen hat [circumponentes]. Aus dem nämlichen Grunde ist
unsicher, ob Turr. bei dem Satze Ap. p. 29, 6 2jtoyyov ogovg
etc. im Yen. hinter üclrjöavreg noch die Worte xal xakayucn
xsQid-svrsg vorfand oder nicht. Dafür, daß er sie vorfand,
spräche sein „calamo spongiam circumponentes" und der Um-
stand, daß man andernfalls nicht recht begreift, wie Mak. dazu
kommt, in dem Begründungssätze Ap. p. 29, 6 sqq. den xäXatiog
zu nennen, den er vorher noch gar nicht erwähnt hat. Dafür,
daß sie fehlten, läßt sich geltend machen, daß im Einwände
Ap. p. 20 sq. vom xdXa/iog keine Rede ist, daß Mak. selbst
p. 29, 4 nur von djxöyyog und vööcojtog spricht und daß bei
der Hinzufügung von xal xaXdfico -rtfufltrTtg das öjcoyyoq im
Begründungssatze Ap. p. 29, 6 sqq. ungereimt erscheint. KäXctfioq
und vööcojtoc sind einander gleichartig, aber der OJtöyyog ist
nicht gleichartig dem xdXafiog und vööamog. Dürften wir
Ap. p. 29,7 die Worte xal 6 ojröyyo^ ganz streichen und
p. 29,6 hinter nXr>6avrsg einfügen: xcu xaläficp jcsQid-tvrsg, so
wäre die Ausführung des Mak. weniger dunkel. So aber
bleibt nichts anderes übrig, als zu konstatieren, daß sie
p. 29,4sqq. au einer gewissen Unklarheit leidet und .daß Mak.
den Einwand des Heiden nicht richtig verstanden hat. Diesem
wird es bei dem Einwurfe Ap. p. 20 — 21 überhaupt nur darum
zu tun gewesen sein, hervorzuheben, daß die vier Evangelisten
über die näheren Umstände der Kreuzigung und die Worte,
die Jesus am Kreuze sprach, verschieden berichten. Will mau
aber einzelnes nennen, so hat der Heide sicherlich nicht darin
einen Widerspruch gesehen, daß der eine Evgst. öjioyyog und
der andere röGojjrog sagt, sondern eher darin, daß es bei dem
einen öjtoyyog, bei dem anderen öxsvog ogovg (isözov heißt.
2. Der Satz „item . . . acetum in cruce" gibt die Stelle Ap.
p. 29, 3 sq. nicht wörtlich, sondern dem Gedanken nach, aber
richtig wieder. Zu beachten ist, daß sie im Ap. nicht nach,
sondern vor der vom Schwamm und Ysop steht.
3. Was bei Turr. eingeklammert ist: ex eodem . . . cruce,
findet sich im 2. Buche des Apokr. nicht. Möglich ist, daß
I, •_'. Turrianus und der Apokritikos. 41
derartiges im 5. stand. Übrigens vermißt man bei Mak. Ap.
p. 29,4 zum Satze: Kav yovv bis öirjfiaQzrjöav die Begründung.
Zum mindesten zeigt sich auch hier wieder, daß Mak. den Nerv
des Einwandes des Hell, nicht getroffen hat. Eine Differenz
fand dieser gewiß nicht zwischen oivog und o§oq — sie wäre
ja nur eine scheinbare — , sondern darin, daß nach dem einen
Evgsten Jesus den Trank empfing, als er am Kreuze hing, nach
dem anderen Evgsten schon, ehe er gekreuzigt wurde.
4. Durch den Satz: praesertim. .. furorewirdAp.p.29, 10 — 1 1
ziemlich wörtlich wiedergegeben. Turr. wreicht vom Griech. nur
darin ab, daß er (idktöra mit praesertim übersetzt, das Subjekt
Euangelistae hinzufügt, die zwei Praesentia des Griech. in
Praeterita verwandelt. C,£ovti unübersetzt läßt und dafür illo,
das sich im Griech. nicht findet, zu „tumultu" setzt.
5. Was hierauf bei Turr. unmittelbar folgt: Sic enim . . .
reperiretur, kommt im Griech. erst gegen den Schluß des
Kap. [Ap. p. 31,4 sq.]. Die Übersetzung des T. ist wörtlich.
Nur läßt er v<p xoöfico unberücksichtigt und hat er vor suspitione
das Wort omni, das im Griech. nicht steht. Die Stelle, die T.
selbst griech. anführt: si ;//) etc. stimmt bis auf evQefrsiT], statt
dessen der Ath. svgsdyj hat, mit Ap. p. 31,5 überein. Schon
hier zeigt sich also eine, wenn auch geringfügige, Abweichung
des Ath. vom Yen. Das Bessere wird svQed-shj sein, da ei
vorausgeht.
Der erste Abschn. aus dem 3. Buche des Apokr., den Turr.
verwertet hat, ist Ap. c. 14, p. 90 — 93. Bei Turr. fiudet sich das
Zitat in der Schrift: Dogmatici characteres verbi dei ad Catholicos
GermaniaeadversusnovosEvangelicos. Flor. 1 56 1 f. 154b— 155a
und lautet: Sed de aütsQiyQayia, id est, de non circum-
scriptione corporis Christi, quam non potest intelligere Cal.
[= Calvinus], quia non credit magisque ei placet secunduni
elementa mundi, quam secund um scripturas in Christo [)hilosophari,
sie scripsit Magnetes vetustiss. auetor ante mille CCC anDOS
libro 111. Euangelicae apologiae, transferam Latin e ad verbum.
Passurus paulo post, et impleturus oeconomiatn mortis, necessario
aiebat, non semper diseipulos habituros esse magistrum, sicut
scriptum est, me autem non semper habebitis, postquam vero
mortem vicit et immortalis factus est e mortali et, ut semel
dicam, humanitas deificata est, trjv aüiEQlyQcupov avtov ^ovoiar,
id est, potestatem siiam nullis tenninis definitam, ait fore in
42 Schal'khausser, Makarios Magnes.
omni loco discipulis praesentem, (sie videtur mihi interpretari
illud post resurrectionem, Data est mihi omnis potestas in coelo
et in terra.) et non concludi, aut circumscribi tempore, neque
loco, neque corpore, neque quantitate, neque qualitate, neque
colore, neque umbra, neque praeterito, neque futuro, neque
praesenti. Itaque post resurrectionem, neque locus, neque
tempus, neque magnitudo, neque qualitas. neque latitudo, neque
longitudo, neque profunditas circumscripsit, sed ubique, sive
in Occidente, sive in Oriente quis invoeaverit Christum, antequam
invocet illum. est invenire Christum. Inseparabile est enim
a verbo dei Organum corporis. Sic latroneni in paradisum
ducit et apostolis usque ad consummationem saeculi aderit.
Ante passionem vero verum fuit illud, nie autem non semper
habebitis. Haetenus Magnetes. Ut igitur hie auetor excellens
ilivine admonuit. quod dominus dixit discipulis, cum adhuc
mortalis esset, Me autem non semper habebitis, et quod eisdem
post resurrectionem dixit, Ego vobiscum sum usque ad consum-
mationem saeculi, et illud item post resurrectionem, Data est
mihi omnis potestas in coelo et in terra, cum tarnen idem
deus et dominus ante resurrectionem esset, sed, adhuc homo
mortalis, etc.
Das Zitat, das fast nur lat. ist, gibt zu folgenden Be-
merkungen Anlaß :
1. Es beginnt mit Ap. p. 90, 4 ia')jj<>r.
2. Statt yeco nach in'A'/.or hat T. nach passurus die Worte
paulo post, die im Griech. nicht stehen. Es braucht nicht
angenommen zu werden, «laß Entsprechendes im Yen. sich
fand. T. wird paulo post selbst hinzugefügt haben, um eine
Zeitbestimmung hereinzubekommen.
3. sicut . . . habebitis ist nicht Bern, des Mak., sondern
Zusatz des T. Die Bibelstelle: me autem non semper habebitis
findet sich griech. am Anfange des Kap. 14. Ap. p. 90, lsq.
4. postquam vero . . . deifieata est, Ap. p. 90,6 — 13.
T. bringt nur einiges von dem, was im Griech. steht. Was
er bringt, ist teils wörtlich, teils weniger wörtlich, aber «lern
Sinne nach richtig übersetzt.
5. trjv . . . praesenti nahezu wörtlich für Ap. p. 90,13 — 16.
Unberücksichtigt läßt T. xad-6 !h<> q. Statt avrov Ap. p. 90,14
hat er, was nichts besagen will, avrov. Das Eingeklammerte
I, 2. Turrianus und der Apokritikos. 43
[sie . . . terra] sind seine eigenen Worte. Aut circumscribi
steht nicht im Griech., sondern ist erklärender Znsatz des T..
der das xeoi in jzeoixleisöd-ai mehr zn seinem Rechte kommen
läßt. Für rrc.yrTijrt öcofiaroq hat T. bloß: corpore; jcgayfian
Ap. p. 90,16 drückt T. nicht eigens ans.
<>. Mit Itaque post etc. springt T.. ohne daß dies in seiner
Übersetzung irgendwie bemerklich gemacht ist, gleich auf
Ap. }>. 93,8sqq. über. Itaqne . . . invoeaverit Christum ist fast
wörtliche Wiedergabe von Ap. p. 93,8 — 11. Unübersetzt läßt
T. ovöelg tbv Irjöovv loyog p. 93,8, ov% vipog p. 93,9 und
xav ev avrotg [rotg] dövroig p. 93, 10 sq. Ubique ist Zusatz
des T. Die Worte: antequam invocet illum lassen vermuten.
daß T. statt Ixel tbv p. 93,11 gelesen hat exeivov. Möglich,
daß sich T. verlesen hat. Doch kann auch sein, daß schon
der Yen. das unrichtige exeivov bot.
7. Inseparabile . . . Organum corporis, wörtlich für Ap.
p. 93, 1 1 sq. Vor 0-eov Xoyov übersetzt T. unrichtig mit „a verbo
deik" statt mit „a deo verbo". Den Satz aXvrov bis jtQayfiätog
Ap. p. 93,12sq. hat T. nicht.
8. Mit Sic ... aderit gibt T. Ap. p. 93,13 sqq. verkürzt
wieder. Außer Betracht läßt er yovv, dann xal vor tbv
hßötrjv, das zweite und dritte rovroj t<o Xöycp und Ttör jitörmv
ov yoouiTt:/. Falsch übersetzt er oii-fr mit aderit und zieht
er fiiyjQi OvvxeXeiag zu tolg äjioöroXoig. Saeculi ist vervoll-
ständigender Zusatz des T.
9. Ante . . . habebitis gleich Ap. p. 93, 16 sq. Nur ver-
einfacht T. t))j'j!hvhv eljimv in „verum fuit illud" und läßt er
von der Bibelstelle den ersten Teil, der für ihn nicht in Be-
tracht kommt, weg.
10. In dem Satze Ut igitur etc. weist T. noch einmal
auf das von ihm benützte Mak.-Zitat zurück und gibt er mit
den Worten: quod eisdem . . . saeculi eine Stelle etwas verkürz!
wieder, die sich am Anfange des 14. Kap. Ap. p. 90,2 — 3
findet.
Die meisten Abweichungen des T. vom Ap.-Texte sind
in unserem Zitate offenbar absichtliche. In ein paar Fällen
[avtov statt terror j). 90, 14, exeivov statt ix:i rar p. 93,111
scheint <'s. als ob die Lesart im Ven. eine andere gewesen
sei. Da bei ihnen jedoch auch möglich ist, daß ein Versehen
des T. vorliegt, so läßt sich über das Verhältnis dos Ath. zum
44 Schalkhausser, Makarios Magnes.
Ven. dem Zitate nichts Sicheres entnehmen. Zur Verbesserung
uuseres Ap. -Textes trägt es nichts bei.
Dem nämlichen Kap. 14 des 3. Buches des Apokr. ent-
stammt und gleichfalls ohne Ertrag für die Erkenntnis des
Ven. -Textes und die Berichtigung unseres [des Ath.]-Textes
ist das Zitat in: Apostolicarum constitutionum et catholicae
doctrinae Clementis Romani 11. 8, Antv. 1578, p. 218: Christus
igitur secundum Euangelium et apostolicam doctrinam latronem
introduxit illo die in regnum suum; nee enim inquit Magnetes
lib. 3. Apologiarum pro euangelio contra Theosthenem, audiendi
sunt, qui ita distinguunt: Amen dico tibi hodie, plus enim,
inquit, fuit claudere caelum et obscurare mundum, tum aperire
infernum et educere eos, qui ibi erant, quam aperire paradisum,
et introducere latronem. Die Benützung des Apokr. beginnt
mit nee enim = ov yaQ Ap. p. 91, 3. Das Folgende Ap.
p. 91,3 — 7 verwendet T. nicht. Audiendi sunt steht nicht bei
Mak., ist aber natürlich [mit nee] seine Meinung. Qui ita
distinguunt nicht wörtlich so bei Mak. Ap. p. 91,8, wo der
Satz, der viel mehr enthält, als T. daraus anführt, anders
geformt ist. Amen dico tibi hodie wörtlich gleich Ap. p. 91,8a.
Plus enim . . . latronem schließt sich im Griech. nicht direkt
an den Satz Amen etc. an, sondern kommt erst Ap. p. 91, 24 sqq.
T. übersetzt diese Stelle [p. 9 1,24 sqq.] teilweise wörtlich, teil-
weise gibt er nur den Sinn wieder.
Das längste und bekannteste Zitat aus dem 3. Buche des
Apokr., das sich bei Turr. findet, ist die Stelle über die
Eucharistie in Francisci Turriani Societ. Jesu contra Andr.
Volanum Polonum Calvini diseipulum de ss. eucharistia trac-
tatus . . Romae 1576 J, p. 98 — 101: convertam hie e Uraeco,
quae Magnetes ecclesiasticus auetor et valde vetus libro 3.
apologiarum adversns Theosthenem euaugeliorum calumniatorem
scripsit; dicebat ergo iste idem, quod Capharnaitae illi, durus
1) Von der Schrift des T. : De ss. eucharistia gibt es drei Ausgaben:
Die florent. von 1575, die römische von 1576 und die Pariser von 1577.
Die römische ist eine von Turr. selbst besorgte, etwas veränderte und
bedeutend erweiterte Neuausgabe der florent. In der tlor. fehlt, von
anderem abgesehen, alles, was in der röm. p. 137 — 347 steht. Die Pariser
ist ein unveränderter und vollständiger Nachdruck der röm. Es ist daher
verkehrt, wenn Gallandi meinte, die Par. Ausg. sei „minus emendata" Mi-
die Üor. [cf. Migne, PL. T. 5, col. 346 sq.].
I, 2. Turrianus und der Apokritikos. 45
est hie sermo et quis potest audire eum? respondet Magnetes,
quod vero1 noii sit hoc gevov xtu (pQixäiöeq, id est, inauditum
et horrendum, considerare licet puerura infantem, quomodo
nisi manducet carnem et sanguinem matris, nou vivit: natura
enim sanguinis est seeundum veritatem lae. Ut autem clarius
dicam, naturale aliquid narrabo, ne hoc fabulam putes; ex terra
nati sumus seeundum corpus et quodam modo carne eius et
sanguine alimur, id est, frumento et vino. Audi nunc attente.
prineipio creavit rllius Dei terram: ex terra hominem formavit:
ex homine carnem sumpsit ipse. Si igitur de corpore prae-
dicatur terra ratione originis antiquae, erat autem terra ratione
creationis propria Christi creatura, et ex hac panis et vinum
extiterunt, ex ipsa rursus corpus hominis, hoc autem corpus
Christus induit, merito cum aeeepisset panem et vinum, dixit.
hoc est corpus ineum. Deinde subjungit, ov yccg xvjcog öco/iarog
ovöl rvjcog aifiatog tag ziveg BQQatycaörjGav jtEjtcoQcofievoi toi-
vovv, aXXa xct aZrjfreiav alfia zai öwfia /oiotov, id est, non
enim figura est corporis aut sanguinis, ut quid am stupida
mente nugati sunt, sed potius vere corpus et sanguis Christi,
pergit adhuc philosophari, quando quidem vero, inquit, corpus
ox terra existit, ex terra autem panis, item et vinum, quomodo
non est alius ausus dicere, caro mea est eibus, sanguis meus
est potus? nempe, quia nullus est creator terrae nisi hie;
nullius est creatura nisi filii Dei; ideirco dixit, hoc est corpus
meum: mea enim et non alterius est creatura terrae; omnes
enim post terram geniti sunt, corpus a nie aeeipientes: ego
vero ante terram, a nullo haue aeeipiens; ex hac corpus, id
est, ex mea creatura aeeepi, sumens carnem. ex meo igitur
meum propono vobis charisma. ex terra vobis panis ad alen-
dum extitit; terra vero creatura mea est: ex terra similiter
extitit corpus et haec mea massa. ex unione igitur, qua unitus
sum sanetus cum terreno, do panem et vinum iubens esse
corpus meum et sanguinem. Etenim si Abraain aut alius
(|iiis])iain ex iustis ac sanetis dixisset, caro mea «'st cil)ii> el
sanguis meus potus, valde mentiri ausus esset: aut si dixisset,
hoc esi corpus meum et hie est sanguis meus, nun enim hoc
1) Am Rande bat hier T. die Bern.: Quae Magnetes vetus auetor
ecclesiasticus d^vine scripsil ad äuadendani fidem mutationis panis et \ini
in carnem el sanguinem Christi in sacramento.
|i; Schalkhausser, Makarios Magnes.
ipsius, sed alterius esset substantia; neque manducata vitam
raanducantibus praeberent: siquidem quod non habet verbum
vivens imituin cum corpore, quod fnit terreuum, ad aeternam
vitam edeutes uou adduceret. Christus ergo proprium corpus
et sanguiuem dedit credentibus immisso eis vitali pharmaco
divinitatis. Deiude subiungit, üqtov yovv Xtyoov xr\v GccQxa
xal olvov vo aifia, sjialöevosv ijiiü^ svXoytng Ix yrjc, sivcu t<>
rxöua, id est, cum igitur eam, quae caro est, vocat pauem et
eum, qui sanguis, vocat viuum, docuit nos coiivenienter rationi,
ex terra esse corpus, similiter et panem; et unius geueris
substautiam in corpore et paue. Caeterum panis communis ex
terrae cultura elaboratus, etsi caro quaedam terrae est, tarnen
vitam aeteruam praebere 11011 promittit, seil breve solatium
vescentibus tribuit, cito eo extincto sine divino spiritu: panis
vero in beata Christi terra virtute divinitatis unitae confectus,
solo gustu immortalitatem homini affert. mysticus enim panis,
cum benedictionem patris habeat inseparabilem, illam dico,
quae in corpore et sanguine eius facta est, unit comedentem
corpus Christi eumque membra Christi efficit. Ut enim cfaarta
vim, quam per litteras magistri accepit, discipulo tradit et per
eam cum magistro illum unit, sie corpus, quod ille panis
mysticus est, et sanguis, qui illud vinum, immortalitatem inte-
meratae divinitatis partieipanti tribuunt avro&sv, id est, e suo
sive ex se ipsis, et per eam ad mansionem incorruptibilem
creatoris redueunt. Caro enim Salvatoris manducata non
corrumpitur: nee sanguis hie potatus consumitur. quin potius,
qui edit, ad iucrementuin viriuni venit; qui vero editur, con-
sumi non potest, quia omnis consumpsio ratione quadam naturae
cognata est1, hactenus hie auetor; in quo observare »lebes
1) Bis daher ist das Zitat mehr oder weniger vollständig und richtig
nachgedruckt bei: Th. ßozius Eugubinus. De signis ecclesiae dei. T. II.
Col. Agr. 1626 p. 71 [1. Ausg. Romae 1591]. — Jod. Coccius, Thesauri
eatholici T. IL Col. 1620 p. 607 sq. [Ist aus Bozius abgeschrieben]. —
J. A. Fabricius, Delectus argumentorum, Hamb. 1725, p. 70 sqq. — A.
Gallandius, Bibl. veterum patrum. T. III. Yen. 1767 p. 541 so,. — Dom.
Schräm, Analysis operum ss. patrum. T. VI. Aug. Vind. 1784 p. 418sq<|.
— Gottfr. Lumper, Historia theol.-critica de vita, scriptis atque doctrina
ss. patrum. T. 13. Aug. Vind. 1799 p. 241 sqq. — Migne, PL, T. 5. Lut.
Par. 1844 col. 348sqq. [Schräm, Lumper und MPL, 5 sind — in den Aus-
führungen über Mak. Magnes — in der Hauptsache nichts anderes als
mit einigen Fehlern bereicherte Abdrück.' aus Gallandius].
[, 2. Turrianus und Wer Apokritikos. 47
Volane ea, quae profana tua novitate verborum, quam Apostolus
vitare iubet, eludere nullo iam modo poteris1; primum, quod
cos de coecitate mentis accusat, qui in hoc sacramento panem
dicunt figuram corporis Christi, et vinum sanguinis; deinde,
qiiare dominus carnem suam voeaverit panem: praeterea quod
Christus proprium corpus unitum cum divinitate dedit creden-
tibus ad comedendum, . . ; quod si veritas corporis Christi in
sacramento tota, ut vos traditis, posita est in exhibitione cor-
poris Christi in manducatione spirituali per solam fidem, quo-
modo nusquam hie auetor in bis, quae hie translata et recitata
sunt, fidei meminit. nisi in hoc loco tan tum, cum dicit, dedisse
corpus suum credentibus, quod de omnibus sacramentis diceudum
est? Ad haec, illud praeeipue iuter caetera observandum tibi
est, quod ait hie auetor, panem illum mysticum, qui aeeepit
benedictionem patris inseparabilem, quae facta est in corpore
et sanguine, et vinum illud mysticum, id est, corpus et sau-
guinem Christi immortalitatem divinitatis tribuere avrod-sv id est,
ex se ipsis comedenti, contra atque vos docetis, non facere hoc
ex se ipsis, sed ex adiunetione ad Signum externum et ex-
hibitione corporis Christi absentis per fidem solam. si hunc
auetorem et ea, quae hie a nobis e Graeco conversa sunt,
legere volueris, in bibliotheca Yeneta libros reperies, et in eis
notatum tempus aetatis huius scriptoris supra mille et ducentos,
si recte memini, annos.
Genommen ist «las Zitat aus dem "23. Kap. des 3. Buches,
Ap.p. 103 — 107. Es entspricht den Stellen: Ap. p. 103, 10, 12 sqq.,
23sq. ; 105,18 — 107,9. Im einzelnen sei bemerkt:
1. durus . . . audire eum? ist ein Bibelwort, das im Ein-
wände des Hellenen Ap. p. 94 sq. nicht vorkommt. T. benützt
es, um mit ihm im allgemeinen den Inhalt des gegnerischen
Einwurfs wiederzugeben.
2. non . . Sfcvov xai (pQCXtndtc. Ap. p. 103,10 heißt es:
ov S-tvov ovöl cpQcxcödeg. T. hat ovöl in xai verwandelt, da
er vorher non, nicht ov hat.
3. eonsiderare . . . non vivit: Ap. p. 103,12 — 14a. T. über-
setzt teils wörtlich, teils frei und läßt einiges weg. Ap. p. 103,
Mb — 23a hat T. nicht.
1) Am Rande bat Tun*.: Quae .-.int praeeipue observanda conti'»
1 alvinianos in ii-. quae ex Magnete bactenua recitata sunt.
48 Sehälkhausser, Makarios Magnes.
4. natura . . . lac ist fast wörtliche Wiedergabe von Ap.
p. 103,23. Ap. p. 103,24—105,18 ist von T. nicht benützt.
5. Ut autem . . . putes, teils wörtliche, teils freie und
verkürzte Verwertung von Ap. p. 105,18b — 20. Ne hoc fabulam
putes steht im Grriech. nicht. Das Sätzchen wird den Gedanken
von ti . . . oirjöiv p. 105,20 wiedergeben sollen. Ap. p. 105.
20 — 21 [uclhjö/j . . . (fcit'ri-] hat T. nicht verwendet.
6. ex terra . . . alimur, wörtliche Übersetzung von Ap.
p. 105,21b — 23a. Jedoch läßt T. einiges weg. Aus Ap.
p. 105,23b — 27 [öaQg .... öidyovteg] benützt T. nichts als
das aixov /.VA olvov p. 105,26.
7. Audi nunc attente kurz und frei für Ap. p. 105,27 — 28
[X(>fjooi' . . . öidvotav']. Ti ovv; Ap. p. 105, 28 steht bei
T. nicht.
8. principio . . . corpus raeum = Ap. p. 105,28 — 106, 1.
Die Übertragung ist fast ganz wörtlich und nahezu vollständig.
Vom Originale weicht T. nur darin ab, daß er fiovoyEvrjq vibg
105,29 mit filius dei, Gcöfia Xaßeov evrjjfd-Q(6jtt]6ev 105,30 mit
carnem sumpsit ipse, vxaQxovöa 105,32 mit erat, cT 105,32
mit et, öl 105,32 mit rursus, jcoz^qlov 106,1 mit vinum über-
setzt und daß er Xaßcov 105, 29, »error jtoirjfia öixaicog 1 1 >5- 31 sq.,
yxCi To ciiir. i/nr 106,1 [so auch in Apost. constitut. Ant. 1578
p. 217; dagegen vgl. De ss. eucharistia p. 340] wegläßt. Ap.
p. 105,32 muss es statt ägn agzog heißen. T. hat richtig panis.
9. ov yao bis xqiötov1 stimmt überein mit Ap. p. 106, 2 — 3.
nur daß T. y.ar dlij&Eiav statt xcti) dhqd-Etav hat und eine.
vor ödifia nennt. Die Umstellung ist eine Ungenauigkeit des
T., wie seine lat. Übersetzung hier und seine Verwendung der
Stelle in /tiatayal tcöv ayieov cljcoötÖXgov Ven. 1563 f. 174a
beweist (s. unten S. 51).
10. quandoquidem . . . potus?, beinahe wörtliche Wieder-
gabe von Ap. p. 106,3 — 5. Vero, existit und das zweimalige
est des Bibelspruches fehlen im Griecli. ; xal vor rö aifia läßt
T. unberücksichtigt. Insbesondere aber ist zu bemerken, daß
er Irrtidt) . . 6 oivog p. 106,3 sq. nicht als Nachsatz zum Vorher-
gehenden, sondern als Vordersatz zum Folgenden zieht und
p. 106,4b übersetzt, als ob jtcog ovx aXXog dastünde. T. hat
1) Cf. Jo. Damaskenos, De fide orthodoxa l. IV. c. L3: Ovx toxi
rvjioq etc. [PG. 94, 1148 sq.J.
I. :.'. Turrianus and der Apokritikos. 4!*
vermutlich im Yen. so gelesen. Besser ist die Lesart unserer
Ausg.: rr(~j~ ovv xaZZoq.
11. uempe . . . tilii dei = Ap. p. 106,5—7. T. läßt hier
mehrere Worte unübersetzt; nisi hie ist eigener Zusatz von
ihm: ävspaivsTo schwächt er zu ..est" ab: das übrige ist wört-
lich übertragen.
12. idcirco ... et sanguinem = Ap. p. 100,7 — lö. Die
Wiedergabe i-t last wörtlich. Die Abweichungen vom Kriech,
sind unbedeutend. Sie bestehen darin, daß T. einige wenige
Worte, darunter GtpQayLöag Ap. p. 106, 14 gar nicht, einige andere
nicht ganz wörtlich übersetzt. Erwähnenswert ist bloß, daß
er Ap. p. 106,7 sq., wo wir nur lesen: Torrn fiov, übersetzt:
hoc est corpus meum. Ebenso hat er De ss. eucharistia
p. 158. Im Veu. stand also wohl zovto kort tq öcöfid (iov,
eine Lesart, die mir richtiger zu sein scheint als das tovro
fiov des Ath.
13. Etenim . . . substantia = Ap. p. 106, 16 — 20. Ac sanctis
ist Zusatz des T. Ap. p. 10(5,17 — 1!» [coq . . . tr/j-o: i<:-\ läßt
er weg. Kai Zeycov übersetzt er um deswillen mit: aut si
dixisset. Ap. p. 106, "20 gibt T. mit „non enim hoc ipsius, sed
alterius esset substantia"" wieder. Er hat offenbar nicht <:/./.'
ov, sondern dZZ3 aZZov, das den Vorzug verdient, gelesen.
Im übrigen schließt sich T. eni>- an das Original an.
1-1. neque manducata . . . divinitatis = Ap. p. 106,20—24.
Im ersten und letzten Satze dieses Abschnitts stimmt die Über-
setzung des T. mit unserem Texte vollkommen überein, in den
zwei mittleren jedoch [ejtel bis eöd-lovtag] weicht sie teilweise
von ihm so ab, dal.') angenommen werden muß, T. habe hier
einen von dem unsrigen etwas verschiedenen Text vor sich
gehabt.
1,"). dqxov yovv . . . odüfia lautet genau wie Apokr.
I». 106,24 sM.
Iß. similiter et . . . Christi efficit = Ap. p. 106,25 •>•'•.
Die Übertragung geht meist mit dem griech. Texte. Ab-
weichungen, auf die kein Gewicht zu legen ist. sind, daß T. ;■/.<':-
t;ui: Ap. p. 106,26 mit ..in corpore et pane" umschreibt, xexrf-
nlh'.i nicht eigens ausdrucke u. a. In einigen anderen Fällen ist
vorauszusetzen, «laß der Yen. nicht die Lesart des Ath. bot: statt
Tjrco/Itvoc, Ap. p. 10t;,:;<> wird jener ^rot/ü-or gehabt halien. da
'i. i nlersnchungen etc. 31,4 I
50 Schalkhausser, Makarios Magnes.
T. panis . . virtute divinitatis imitae confectus übersetzt1 ; statt tov
ocotF/üol: Ap. p. 106,31 fand T. in ihm tov jicitooc vor. Denn
er sagt: cum benedictionem patris habeat inseparabilem und
wiederholt diesen Ausdruck gegen Ende unseres Zitats [S. oben
S. 47]. Für to> öco/iari 106, 33 scheint im Ven. ro Ocöfia
gestanden zu haben, da T. unit comedentem corpus Christi hat.
17. Ut ... coguata est ist nahezu wörtliche Wiedergabe
von Ap. p. 107, l — 9. Die Änderungen, die T. vorgenommen
hat, sind unbedeutend. Unübersetzt läßt er Tvyyävn 107,3,
üjtäöavTa 107,4, avtiji' 107,5, d-sicov 107,7, xcu u/cjoiötov
107,9. Erklärende Zusätze, die von ihm stammen, sind: ille
mysticus zu 6 agroq 107,3, illud zu olvog 107,4, potius zu
all' 107,7. Nicht gauz wörtlich und genau überträgt er
dräfiL övvdjttovöa 107,2 sq. mit unit, yovv 107,6 mit enim,
ro 107,8 mit qui, trjg adajrar/jTov (pvöscag övyysvhg vrrdoyhi
mit omnis consumpsio naturae cognata est. Im letzteren Falle
wäre möglich, daß T. im Ven. rräoa öajtävrj Tfj~ (pvöecag statt
Trjg äöajtavrjTOv tpvöscog gelesen hat.
Das Ergebnis der Untersuchung unseres Zitats können
wir in die Sätze zusammenfassen: Was T. aus dem *23. Kap.
des 3. Buches des Apokr. verwendet hat, hat er größtenteils
wörtlich übersetzt. Einzelnes hat er dem Sinne nach über-
tragen. Die Abweichungen, die vorkommen, sind meistens als
absichtliche und belanglose anzusehen. In mehreren F'ällen
jedoch ist es wahrscheinlich bzw. möglich, daß die Vorlage
des T. einen anderen Text hatte als der ist, den wir in der
Ausg. v. ßlondel finden. In dreien verdient der Text des Ven.
den Vorzug, nämlich Ap. p. 105,32, wo er aarog statt äpzi,
106,7 sq., wo er tovto töri to dcofid (tov statt tovto (iov und
106,20 wo er d)Jj aXXov statt dl)! ov bot.
Der Vollständigkeit wegen seien auch die anderen Stellen
der Schrift De ss. eucharistia mitgeteilt, in denen T. den Mak.
anführt. P. 91: . . . ut admoneremur ad facilius credeudum
hoc mysterium, ex pane creatura sua, quo Christus corpus
suum more nostro alebat, et in eum convertebat, dedisse nobis
corpus suum in hoc sacramento, ut paulo post explanatius
auctore Magnete diceudum est. P. 94 in der Überschrift des
17. Kap.: et locus diviuus Magnetis ecclesiastici et vetusti
1) Daß er divinitatis sagt, wo wir Tir^v/narog ayiov lesen, mag aut
seine Rechnung gesetzt werden.
I, 2. Turrianus und der Apokritikos. 51
auctoris de S. Eueharistia. P. 102 : haec hactenus Greg. Nyss.
. . . quae tarn similia sunt iis, quae Magnetes philosophatus
est, ut uesciam uter alterum imitatus sit. Sane quidem uterque
imitatus est Irinaeum; immo et Dominum etc. P. 158: Cur
vero imposuerit uomen pauis carni suae in sacramento do-
minus, causam attulit Magnetes auctor Ecclesiasticus vetustissimus
cuius antea memini; ut admoueret, inquit, nos, ex terra esse
corpus item et panem; et unius generis substantiam esse cor-
poris et panis: quare cuius creatura esset terra, eum et non
alium posse vere dicere sumpto in manus pane, Hoc est corpus
raeura. Dazu am Rande: Quare domiuus carnem suani in
sacramento panem vocat, tres potissimum gravissimas causas
esse alteram a Magnete, alteram a Tertulliano notatam, et
tertiam a nobis. P. "203 : in carue et pane unius generis sub-
stantia est, ut Magnetes Graecus et gravis auctor in iis dixit,
quae in primo tractatu de hoc sacramento divine ab eo tractata
recitavi. P. 339 sq.: ipse [sc. Christus] enim, ut Magnetes vetus
auctor iu superiore tractatu aiebat, nisi pauis creatura sua esset,
immo et terra ipsa, unde primuui panis extitit, numquam vere
dicere potuisset, sumpto in manus pane, Hoc est corpus meum,
et sumpto calice, Hie est sanguis meus. — Näher auf diese
Stellen einzugehen, ist nicht nötig, da sie alle nur auf das
oben behandelte große Zitat über die Eucharistie oder Teile
desselben Bezug nehmen.
Der erste der beiden Sätze, die Turr. in diesem Zitate
griechisch anführt [S. oben S. 45], findet sich schon in einem
früheren Werke von ihm, iu den Aia.Ta.yai xmv ayUav axoGtoXcov
Ven. 1 563 f 174a und heißt da: /} evxaQiOtia ovx sözt ri-rro-
ror owfiarog xal tov aY/iaroq, ojceq, a>g o Mdyvrjg Xiys't, tivsq
£$Qaipa>drj6av jcsjcoQcofidvot [soll heißen jcsjecogco/ievoi] tov vovv,
fiäXXov <Vt öcöfia xal ati/a1- Man sieht, daß hier T. vom
ursprünglichen Wortlaute mehr abweicht als in dem Buche
De ss. eueharistia, Komae 157(1 p. 98. Aber gerade jene un-
genaue Fassung hat. durch Spätere noch etwas ungenauer
1) Wenn Pitra in Anal. Sacra et ('la-sioa. Par. luunae 1888 P. I.
|i. '.il schreibt; I. hazayai etc. I'. 174. Magnetis. Ovx i'<ut rimog . . .
ovalem ).!>•/(■>. so ist mit ovaiag /.<>•/<■> da- Ende des Mak. -Zitates ganz un-
richtig bezeichnet. Es _r«'lit nur Ins al/xa. Dann folgen mehrere Zeilen
mit eigenen Worten des Tun. Bernach kommt eine Stelle aus Theodot
von Antiochia, von der ein Satz niii ovolaq kbyco schließt.
4*
52 Schalkhausser, Makarios Magnes.
gemacht1, in mehrere theol. Werke der Folgezeit Eingang ge-
funden2. Richtiger und in voller Übereinstimmung mit De ss.
eucharistia ]). 98 gibt T. den Wortlaut der Stelle in der Schrift:
Apostol. Constitutiones, Antv. 1 578 3 p. 217 wieder. Hier lesen
wir: limatius itaque non de antitypo, sed de typo admonnit
Magnetes vetustissimus auctor libro 3. Apologiarum pro euan-
gelio contra Theosthenem calumniatorem. Ipse (inquit) dixit,
Hoc est corpus meum, ov yag tvjcoq omfiaroq <>r<Vi tvjtoc
aiftazög, coc tiveg eQQaty(6drjGav jiejrcOQcofiivoi toi- rovv, aXXa
xar (l'/.i/il'.K'.r alfia xccl öcöfiü xqiötov, id est, non enim est
typus corporis aut sanguinis, ut quid am obcaecata mente nugati
sunt, sed re vera sanguis et corpus Christi. Die lat. Über-
setzung des griechischen Zitats ist von der in De ss. eucha-
ristia ]). 98 unabhängig.
Dem 41. Kap. des 3. Buches des Apokr. ist das Zitat in der
Schrift des Tun*. : Dogmatici characteres verbi dei, Flor. 1561 f.
*J lb und 22a entnommen. Es lautet: Totuni hunc locum et
ipsius Apostoli meutern ac propositum, ne sine auctore loquar,
intelligere licet ex tertio libro apologiae Magnetis antiquiss. et
srraviss. auctoris ad Theosthenem adversus (ientiles euangelii
calumniatores. Interpretabor latine, cum (inquit) non erat lex,
qua discernerentur facta, et quae transgressores argueret, cum,
inquam, non erat lex, quae vitam moderaretur et gubernaret
et quae cogeret evraxTSlv, id est, composite vivere, multi,
depravata lege naturali, efficiebantur ministri vitiorum, multi,
inquam, spreta illa ratione virtutis omnibus a natura insita,
quodcunque scelus libebat, committebant, cum haec ita essent,
1; Während z. B. T. in Übereinstimmung mit Ap. p. 106,2 an den
drei Stellen, wo er unseren Satz mitteilt, noch neito)Q(Ofievoi hat. schreiben
die Späteren fast alle neKriQO)fi8VOi. Selbst in einige Hss. <U'^ Zacharias
I Iretensis [cf. Absehn. 1. 3 der vorliegenden Abhandlung] ist dieses tistiijqw-
fisvoi eingedrungen.
2) Sie hier alle namhaft zu machen, dürfte sieh nicht verlohnen.
3) Turr. hat die Apostol. Konstitutionen griech. 1563 im Buche liazayal
t. ay. aTtoarolmv, lat. 1578 in der Schrift: Apost. Constitutiones heraus-
gegeben. Das spätere Werk ist, vom Texte der Konstitutionen selbst ab-
gesehen, durchaus nicht bloß eine lat. Wiederholung des früheren, sondern
in den Prolegomenen, Noten und explanationes eher eine Ergänzung
desselben. Manches ist in der lat. Ausg. aus der griech. einfach herüber-
genommen, manches an anderer Stelle oder mit anderen Worten g<
-ehr vieles bemorkl. was in der griech. fehlt, aber auch einiges nicht
erwähnt, was in der griech. in den Prolegomenen oder Schoben sich findet.
I. _. Turrianus und der Apokritikos. .">.}
venit lex inquisitrix et accusatrix ac magistra acerbaque iiicn-
patrix, quae peccatum quidem commissum non purgabat aut
excusabat, seil potius exaggerabat et onerosnm faciebat, distrin
gendo gladiura sapplicii adversus eum necjue tribuebat mi-
serieordiam deprehensre. Xon enim lex domina erat. sed
dispensatrix ac voluntatis dei ininistra. Ita factum est, ut,
cum venisset lex, abundaret, ut Apost. ait, jta^aütxca^a, id est,
cadaver, quia nun permittebat vivere post peccatum enin. qui
peccarat, sed potius sine ulla miseratione puniebat atque ita
accidebat, ut esset peccatum Stimulus mortis sive mortiferuni,
ita ut non viveret homo. Accepit a utein haue vim per Legem,
quae prohibebat peccar3, et peccantem ibi statim puniebat,
sine lege äutem nihil poterat. Dt enim Stimulus, sive aculeus
oeeidere quidem potest eum. quem feriat. nihil tarnen potest
efficere sine eo, qui eum tenet. sie peccatum Stimulus mortis
erat, nihil tarnen poterat, cum nondum lex peccatum poena
sancitum tenebat. ac demonstrabat, quod quidem Aposto. signi-
fieavit. cum dixit, virtutem peccati legem esse. Deinde subiungit
idem .Magnetes, ut ergo peccati uocumentum vitemus, et metum
legis, quae peecato ad interticiendum vim praebet, declinemus,
consulit Aposto., ut non ad legem, sed ad dominum legis
confugiamus. hactenus Magnetes.
Cum non erat . . . argueret entspricht Ap. ]»■ 141, S — -9;
cum non erat [das zweite] . . . committebant Ap. p. 141, 18 — -*2'2;
cum haec . . . statim puniebat Ap. p. 142,17 — 2!>: sine lege
. . . confugiamus Ap. p. 142,31 — 143,4. In der ganzen Stelle
treffen wir die charakteristischen Merkmale Turrianischer
Zitierungsweise an. Vieles überträgt T. wörtlich, einiges freier,
so ii it öiayivcöoxovrog rar vofiov Ap. p. 141.8 sq. mit „cum
mm erat lex, qua discernerentur" ; trje jictgaßdözcoc ttjv ahiav
sXtyxovTOC 141,9 mit. „quae trausgressores argueret": p^ÖtJtca
141,21 mit „non"; rr/c q)vöixr/c, jraQaxotyavTEQ i vra^iag za voftifia
141, \x mit „depravata lege naturali" u. a. Manche Ausdrückt'
und Wendungen <\<i> griech. Textes übergeht er, so t'.rltnet.-n tag
1 4 1 . '_' 1 : tov ßiov zov Xoyixov xavovoc 141,21 sq.-, XvTTOiOt/g
141,19; yovv 141,20 usw. In dem Abschnitte: cum, inquam,
non erat lex . . . committebant [Ap. p. 141,18- 22] hat T.
insofern eine Umstellung vorgenommen, als er zunächst den
Genetiv absolutus, der im < i riech, nachkommt [Ap. p. 141,21- 22],
und dann erst den Satz mit dem Hauptgedanken, der im Griech.
54 Sehalkhausser, Makarios Magnes.
vorangeht [Ap. p. 141,18 — 20], wiedergibt. Dann und wann
fügt er selbst ein Wort oder mehrere der Erklärung halber
und, ohne damit den Sinn der Stelle zu alterieren. hinzu, so
omnibus zu E/itpvrog1 Ap. p. 141,19; illä zu (pQOVTjötv1 Ap.
j). 141,20; aut excusabat zu txüfhcoti'1 Ap. p. 142,19; erat zu 6
vofiog1 Ap. p. 142, 22 sq. etc. „Ut Apost. ait" bei Ap. p. 142,24
und „quod quidem Aposto. significavit . . . legem esse" bei Ap.
p. 143,1 sq. sind gleichfalls Zusätze des Turr. Ap. p. 142.27
hat auch T. öia 61 [Accepit autem] gelesen, wie der Ath. der
Note 2) zufolge hat. Es ist nicht erforderlich, dieses öia öl in
öia y'c zu ändern, wie der Herausgeber unseres Textes tut.
An zwei Stellen könnte man auf den Gedanken kommen,
daß T. einen von dem unsrigen abweichenden Text vor sich
hatte, nämlich bei Ap. p. 143, 1 sq. und 143,3. Für Ap.
]». 143, 1 sq. sagt T. : nihil tarnen poterat [sc. peccatum], cum
nondum lex peccatum poena sancitum tenebat, ac demonstrabat.
Da T. tqoücov nva. nicht wiedergibt und poena sancitum hat,
das sich in unserer Ausgabe nicht findet, so könnte man
meinen, daß er statt tqojcov nva etwa rificoola las. Auch
das fällt auf, daß er yvdöEi tyij/laipijOavTOQ mit demonstrabat
übersetzt. Da jedoch T. öfters einen kurzen erklärenden Zu-
satz macht und noch öfter Worte, die im Griech. stehen, un-
berücksichtigt läßt, kann es sein, daß er poena sancitum auf
Grand des Vorhergehenden [Ap. p. 142,29] selbst hinzugefügt und
voojiov tiva absichtlich unausgedrückt gelassen hat, 'Sowie daß
bei demonstrabat eine freiere Übertragung vorliegt.
Im Absichtssatze Ap. p. 143, 2 sq.: 'lv ovv bis sxxXi-
vcofisv muß man vfjq afiagriag und tov v6(iov von trjv ßjUzßqv
abhängig machen. Dies hat den Nachteil, daß hierdurch
afiagtla und' vöfioq hinsichtlich der ßXaßrj auf eine Linie ge-
stellt werden. Ferner vermißt man bei ExxZivcofisv das nähere
Objekt [loyri' gehört zu jcaQ£%ovzoq\. Sehen wir nun noch, daß
Turr. in seiner Übersetzung „metum legis. . . declinemus" hat, so
erscheint dieA7ermutuno- nicht unbegründet, daß hinter BXxXivoyuev
ein Acc. wie tov cpoßov hineinzudenken sei. Andrerseits hat es
aber etwas Mißliches, ohne die äußerste Not in unserem Apokr.-
Texte das Fehlen eines ganzen Begriffes anzunehmen. Auch ist
nicht zu verkennen, daß durch die Ergänzung von tov tpoßov oder
ähnlichem formell das Ebenmaß, das wir im Baue des Ah-
1) D. h. natürlich, zu seiner lat. Wiedergabe dieses griech. Ausdrucks.
I. 2. Turrianus und der Apokritikos. 55
sichtssatzes gewahren, zerstört wird und inhaltlich ein Gedanke
hereinkommt, der zwar nicht gegen den Zusammenhang ist,
aber doch auch nicht direkt durch ihn dargeboten wird.
Besser scheint es mir darum zu sein, falls man Ap. p. 143,3
überhaupt eine Änderung für erforderlich hält, nichts zu ergänzen,
sondern statt rtaotyorro^ avxy zu leseu xaxiyovxog avxrp)
[Cf. Ap. p. 142,33]. Freilich spricht gegen diese Änderung
nicht nur der Wortlaut des Ath.. soudern auch die mit diesem
hier harmonierende Übersetzung des T. Sollte trotzdem mit
der Änderung das Eichtige getroffen sein, so hätten wir an
unserer Stelle ein Beispiel dafür, daß Yen. und Ath. in einem
Fehler übereinstimmen, was noch kein Anzeichen der Identität,
wohl aber der Verwandtschaft' der beiden Hss. wäre. Ganz,
unmöglich ist es jedoch nicht, daß Mak. gerade so geschrieben
hat, wie wir in unserer Ausgabe lesen, daß also nichts zu
ergänzen und nichts zu ändern ist, und Mak. äfiaQTiaq und
vöftov mit ßXdßrjv verbunden und den Verbalbegriff, um ihn
zu verstärken, durch zwei Zeitwörter ausgedrückt hat \tx<jv-
ycofiev xal txx/Jroji/tr]. Über das Verhältnis des Ath. zum
Yen. ergibt sich somit aus unserem Zitate nichts Sicheres.
Teile des 42. Kap. des 3. Buches [Ap. p. 145 — 147] führt
T. öfters an. Wir behandeln gesondert den Abschn. Ap. p. 145
14(j and den Ap. p. 147. Aus dem Inhalte von Ap. p. 145
—146 hat T. an 6 Stellen geschöpft. Da nachher bei der
Untersuchung des einzelnen Zitats auch auf den Wortlaut der
anderen Rücksicht zu nehmen ist, sei er gleich von allen
6 Stellen hier mitgeteilt:
1. Aiaxayai rvtv dyUov djioöxoXcov. Ven. 1563 f. 182a:
ff ij<t\ yiuj 0 CCJlOöXoXog, .lär tu iv tu :x, "/.'/.(> JCCoXoVftBVOV ;oU'iiTi
(itjdhv avaxQivovxeg die xr\v övvsi&nöiv, xov ydg xvq'lov / yi
y.r.) xo nXr\Q(oy.a avxfjg. xal yr.n xct Ixslvov rar %q6vov, coq
tprjcl Mir/i//- o jcaXaioxaxog ovyyQayevQ fr t<~> xqixco ßcßXU»
T(~>r .t.' o/ i-riryy: /.!or djtoXoyuoV JtQOg Ht oo .'/,■' Vfj, fjöav SV i/<:-
xtXXco öovÄoi xiveg aqpcoQiOfiivot xal sxxqixoi <>) (ivöxngUp tivI
xote goavoig öjttvöovxeg xc) frvoirceg fisxd vivog yoijxelag <n-
oTixi^j. cjj er c.rn'yi i,t)iu xsXevcoOi xal ;/i] jtgogtpaveiv oX<ag.
rrha'< cov <■>- Efioi öoxsl, ygdg)8t o TlavXog ;'r rjj Jtgog
KoXoGöaslg tjtiöxoXy Xeyovxmv ;//) aiptj >//) dl ]': ''"',• !") &
'•i'tyij- o ovv TlavXog xaxa xr\v r/}_ öidaöxaXiag dxoißeiar
xc) ovv&öiv rir tavxov aGtpaXiCtxai, mg qprjöiv 6 c.cto. Mdyvt/g,
,r>(; Schalkhausser, Makarios Magnes.
riji' xoivfjv Ölaixav, GvyycoQüiv ocxovofiixcög ajrxto-d-ai t:ri^;-
xaözcog xSv ev (laxEXXco r<>^, iv xoivy ayooä, xai xoucm aöxav-
öaXLöxqy Jt&XovfiEvmv xdv tois Öalftoöi Uv<kvt<> öia 6(payfjg
l] öia .Ti'iyi/nr, xav xolg öacfiovioig avaxioivxo, tag xo aifia.
itüXXor de xal avxog o UavXog cpfjölv, ti öe tu xaXsl vuäg
to)V ajti&tcov xal 0-eXexe jiOQEvsö&ai, jcäv ro Ttaoaxid-EUEVov
vfilv eö&Lexe (ifjösv avaxoivovxEg (hie xr\v öweLötjOiv. läv
ök tij. viiir eIjiol, Xovxo EldcoXöfhrxov toxi, fir{ IüU'uti öi*
exelvov xov (irjvvöavxa, öwelörjöiv de Xtym ov xr/r tavxov,
aXXa tijv exeqov' ovxovv ejeetör^ ucävxa, dag (f/jo)r 6 avxog
Mäyvrjg, r\v fisöxa siöwXoXaxQi <-iag, xa) t<> üzXeIöxov xov ßlov
avEXEixo xolg öaifiovioig, jvqoCexi f)l xa) jtoXXol rjöar xcSv
avfrocojicov d-rjOKodEig xal ayoiot öhetjv xrr(~>v ro alfta Xajixovxsg
xal xa xEjcviyfiEva ä<pEida>g xazEöftiovxEg1, oüieq slg xtjr a\/io<pa-
ylav övvxeLvei etc.
2. Apostol. Coustitutiones. Antv. 1578 p. 22!) sq.: Ulis
namque temporibus, ut Magnes antiquissinius auetor in tertio
libro euangelicae apologiae contra Theosthenem scribit, erant
in macello quidam servi ad hoc constitnti et delecti, nt
mysterio quodam idolis libarent, et cum qnadam mystica
fallacia sacrificarent, abstinereqne ac non tangere prorsus
iuberent. de quibus, ut mihi quidem videtur, Paulus in epistola
ad Coloss. scribit, qui aiebant, Xe tetigeris nee gustaveris neque
contreetaveris. Paulus ergo pro illa sua perfecta et absoluta
ratione docendi et pro sua adtnirabili prudentia decommuni
victu, ait idem Magnes, cavet, permittens oeconomice tangere
ea, nihil discernendo, quae in macello, communi foro et loco
ab omni ratioue scandali libero, veneunt, quamvis daemoniis
consecrata sint, ut erat sanguis. immo vero ipse quoque Paulus
ait: Si quis infidelium vocat vos et vultis ire, omne quod
apponitur vobis, manducate, nihil interrogantes propter con-
scientiam. Si quis vero vobis dixerit, hoc immolatum est idolis,
1) Abgedruckt ist die Stelle von y.i'.x' ixeivov rnr yQovov Ms
xarsod-iovreq bei Pitra, Iuris ecclesiastici Graecorom historia et monumenta.
T. I. Komae 18G4 p. 347, aber so fehlerhaft, daß der Text oft unverständ-
lich wird. Auch erkennt man bei Pitra noch weniger als bei Turr. seihst,
was aus Mak. entnommen ist und was wieder Worte des T. sind, da Pitra
das in unserem Zitate bei T. dreimal sich findende <-!*,' (ptjot MäyvrjZ [bezw.
coq (fj?j<jii' o avzbq Mayvijz] weggelassen hat. Dieses dreimalige (OQ <pt]ßl M.
deutet darauf hin, daß in unserer Stelle eigentlich drei kleinere Mak.-
Stücke vorliegen, zwischen denen immer wieder Worte des T. stehen.
Li'. Turrianus und der Apokritikos. 57
aolite mamlucare propter illum qui indicavit, et propter con-
scientiani; conscientiam autem dico, non tuara, sed alterius.
Ergo quia omnia, ut ait idem Magnes, plena erant idololatria,
et magna pars victus daemonibus dedicata erat, praeterea
nuilri erant feri etc.
3. Dogmatici characteres verbi dei. Flor. 15<>1 f. 159b
und 160a: Superest, ut respondeamus ad loeuni unuin epis.
Pauli ad Col., quo Cal. [= Calvinus] omnes ecclesiasticas ceri-
monias. quae ad dei cultum adhibentur, improbari affiriuat,
cum maxime approbentur, nt idem Cal. confiteri cogitur, nisi
proprias voces se potius ignorare fateatur. Ergo qui prae-
ceperat devitare mensas daemonum, ne non vitantes, paulatim
per mensae comnmnioneni religionem dei corrumperent, idem
concessit, ex macello, ut communi furo emere obsonia, quod
is locus ut publicus scandalo eareret, ueque nutam curiositatis
habere videretnr. Erant autem in macellis, ut Magnetes vetu-
stissimus auctor in tertio libro Apologiae euangelicae ante mille
CCC annos scripsit, qui totum luinc locum mirifice explanat,
quid am servi gentilium delecti, qui mysteriis quibusdam, ut
idem ait, et mysticis praestigiis libantes sacrificantesque idoli.s,
iuberent ad iniiciendam scilicet superstitionem abstinere et
prorsus non tangere.
4. De votis monasticis libri duo. Romae 1566 [ 1 ."» ( > 1 J
L. II. ' f. 11) sq.: Afferamus ad explanandum Apostoli locum
|sc. Kolosser 2] tum nostra, tum aliena. Scribit2 igitur Magneto
1 In dem 1566 erschienenen Buche De votis monasticis aal T. zwei
Schriften, die er schon früher und zwar getrennt herausgegeben hatte
nämlich die: De apostatis, 1 .VI!) und die: De inviolabili religione votorum
monasticorum, die L561 das erste Mal herauskam und das Mak. -Zitat ent-
hält, vereinigt und aoeb einmal ausgehen Lassen. Er sagl dies selbst in
der Vorrede des 1 ."> t ; * ; verurteilt liebten Werkes [Scripseram tarn pridem
librum de apostatis etc.]. Daß die Schrift De inviolabili rel. votorum
mon. L561 erstmalig erschien, i-t auch in der zweiten Ausgabe [von l")(>t>|
dadurch ersichtlich gemacht, daß es daselbst am Schlüsse der zweiten Ab-
handlung heißt: Romae. Anno 1561. l>ie im gleichen Jahre 1">'>1 publi-
zierte Schrift: Dogmatici characteres verbi dei entstand vor der.- De in-
violabili relig. votorum a asticorum. K> gehl dies daraus hervor, daß
T. in dieser auf jene verweist. So bemerkl er /.. B. De votis monast.
1566 lib. II. f. 18b: Ostendi prolixe in tertio libro de Dogmaticis cha-
racteribus etc., quae esset lex servitutis.
2 Am Rande hat T.: Quae Magnetes antiquiss. auctor scripsit ac-
< imodate ad interpretandum locum ep. ad Col. ile eultu voluntario, quo
loco ( !alv, vota monastien oppugual .
58 Schalkhaussef, Makarios Magncs.
antiquissimus auctor libro III. Euangelicae Apologiae ad Theo-
stlienem ea, quae ad loci huius interpretatioiiem magnopere faciunt,
Vertam e Graeco. Quaerit Magnetes, quemadmodum Paulus
prohibuit idolothytis vesci, et iis, quae in macello veuduutur,
uon prohibuit, cum tarnen ut plurimum maceilarii essent gen-
tiles. Deinde respondens sibi, considerauda est (iuquit) dili-
gentia et prudentia Pauli. Certam rationem victus constituit
vitae, et iis vesci, quae in macello venduntur et daemoniis
immolantur, sine ulla interrogatione permisit. Quia enim ubique
terrarum mactabantur alia spiritibus aeriis, alia subterraueis,
spiritibus aeriis volucres, terrenis quadrupedes nigri, quia sit
terra natura nigra, aris super terram exstructis et aedificatis,
subterraueis item quadrupedes nigri in foveis. Sive enim (in-
quit) quis navigare vellet, sacrifieabat, sive iter facere, sive
antrum fodere, immolabat. Quia igitur omnia erant plena
idololatria, et maxima pars vitae cousecrata erat daemonibus,
praecepit iis, qui religiöse et pure vivere vellent, ut daemonum
mensas devitarent, ne per communionem mensae paulatim cor-
rumperent animi religionem. Quia vero fieri non potest, ut
qui corpore praeditus est, corpori victum neget, caute et oeco-
nomice concessit ex macello communi foro emere obsoniü,
(juod is locus ut communis scandalo careret, neque haberet
notam curiositatis, ut publicus, et ministri macelli item publici.
Et paulo post. Sunt autem (iuquit) in macello quidam servi delecti,
mysteriis quibusdam ac mysticis praestigiis libautes, ac sacri-
ficantes simulacris, ut iubeant abstiuere et prorsus non tangere.
5. Adversus Magdeburgenses Ceuturiatores. Flor. L572
p. 19: Idcirco enim vescenti suffocato iuste decernebatur ex-
communicatio, quia necessarium erat non vesci eo, ut Apostolico
decreto tuuc sancitum est iis, qui ex gentibus conversi erant,
quibus erat inter gentes habitandum, apud quas ubique erant
omnia plena idololatria; ubique erant iminolatitia sanguis et
suffocatum propter sauguinem retentum: imnio magna pars
victus humani demonibus dedicata, ut ait Maguetes auctor
antiquissimus lib. 3. apologetico contra Theosthenem; alia enim
(iuquit) mactabantur spiritibus aeriis, alia terrenis, alia sub-
terraueis. spiritibus aeriis immolabantur volucres: l.iiyjhn-ioi..
id est, terrenis quadrupedes nigri, quia sit terra natura nigra:
vjzox&ovloiq, id est, subterraueis, item quadrupedes nigri in
scrobibus sive foveis. Hactenus Magnetes.
I, 2. Turriarms und der Apokritikos. 59
6. Apostolicarum Constitutionum . . . libri VIII. Antv. 1578
p. 82 n. 3: esse autem sanguinem, et suffocatum in hoc decreto
prohibita, inimolaticia, testes et auctores sunt Tertull. in apolo-
getico, .... et Magnetes antiquiss. auctor lib. 3. apologiae pro
euaugelio contra Theosthenem euangelia calumniantem.
Bei dem Zitate 1, Aiaxayai f. 182 a, das wir zuerst ins
Auge fasseu, weil es auch bei Turr. ganz griechisch ist, gibt
die Yergleichung des einzelnen mit dem Ath. -Texte zu folgenden
Bemerkungen Anlaß: 1. Von (f ijo\ yag bis jcqoq Htoolh'rt/ haben
wir Worte des Turr. 2. Auch der Satzteil: rjoav ev fiaxsXXcp
findet sich nicht im Ath., cf. Ap. p. 146,28. Die Worte werden,
da T. sie lateinisch verschieden wiedergibt [erant autem in
macellis Dch.1; sunt autem in macello Vm.2], von ihm selbst
herrühren. Er wird sie dem Zusammenhange entnommen und,
weil er hier das im Apokr. Vorhergehende nicht hat, der
Deutlichkeit halber hinzugefügt haben. 3. Statt isQodovXoi hat
T. bloll dor/.ot. Das Nächstliegende scheint es, anzunehmen,
daß T. im Yen. so, wie er schreibt, gelesen hat, da er auch
an den anderen Stellen konstant servi sagt. Doch wäre möglich,
daß er i£QO um deswillen unberücksichtigt ließ, weil er diese
Eigenschaft Sklaven, die im Dienste der Götzenbilder standen,
nicht zugestehen wollte. 4. Das 6s nach öovXoi Ap. p. 146,28
hat T. hier absichtlich ausgelassen. Da er das Vorausgehende
hier nicht hat, brauchte er dt nicht. In Dch. und Vm. findet
es sich [autem]. 5. Von zivhg bis oZa>q stimmt der Wortlaut
des T. mit Ap. p. 146,29 — 31. Nur hat T. nach sxxqitoi noch
ol und statt mv (cm'yjothii xeZevst hat er coq av tl.-riyiolh'.i
xeXevcoOL f)i paßt nicht her. Es ist dadurch entstanden, daß
der vorhergehende Ausdruck [sxxqctoi] mit oi endigt. T. hätte
es schwerlich geschrieben, wenn er es nicht im Yen. gelesen
hätte. Sicherlich hat T. in diesem Kodex das mg av /.: /.; r< 00t
[statt et)' xsXsvsl] vorgefunden, da er auch sonst, wo er unsere
Stelle bringt, dem f>_- av xsXsvcoOt entsprechend sich ausdrückt
[qui iuberent Dch.; ut iubeant Vm.; ut iuberent Ac. 3] und der
Sinn bei diesem Wortlaute ein ganz anderer ist als bei dem
des Ath. Nach der Lesart des Ath., die entschieden den Vorzug
verdient, ist Paulus das Subj. des Nebensatzes, nach der des
1) Dch. = Dogmatici characteres verbi del. Plor. 1 ."» t ; i .
2) Vm. = De votis monasticis. Etomae 1566.
3) Ac. = Apostol. Conatitutiones. Antv. 1578.
(10 Schalk hausser, Makarios Magnes.
T. sind es die docÄoi. 6. jrtoi (ov bis 9-lyrjq siud Worte des
Turr. 7. In dem Satze 6 ovv bis coq to alfia ist nur einzelnes
Makarianisch. Aus Mak. hat T. entnommen: T/)r äxQißsiav
Ap. p. 145,5; doffakuiTtci 145,5; tijv xoivfjv ölavtav 145.5
u. 146,27 sq.; olxovofitxmq 146,24; djtnöd-ai 145,6; ave^s-
tdczcoq, tmv ev (laxeXXco jicoZovfisvcov 145, 6 sq. ; xoin] dyoQa
146,25. Katd tr\v övveöiv trjv eavtov ist freie Wiedergabe von
ror 6o<pov Ap. p. 145,5; Ovy^cogSv von IjiiTQsjzei 146,24 und
tÖjm» ddxavöaXiözoi von d{hoQvßr)TOV to üigäyfia /.t).. 146,26sq.
In xav tolq öalfiooi frvoivzo ist tojv dvofievcov tolq dal/ioöiv
Ap. p. 145,6 und iu xav tolq öat/iovloiq dvaxsoivzo ist dvsxtito
öa'ifioöt Ap. p. 146,21 verwertet. Das übrige ist von T. selbst.
8. In dem Satze //«//or Öl bis srtQOv stammt nichts aus dem
Apokr. 9. ovxovv bis tolq öaifiovloiq ist Ap. p. 146. 20 sq.
Doch weicht T. mehrfach vom Ath. ab. Statt yovv hat er
ovxovv [ergo Dch. und Ac, igitur Ym.]; statt dra^nc^ schreibt
er slöcoXolazQElaq [idololatria Vra. und Ac]; für ror xööfiov
to ytoQiov hat er mh'Ta [omnia Ym. und Ac] und natürlich
für den Sing. fiEötov den Plur. fisotd', an Stelle von r/~w £oyrjq
findet sich bei ihm ror ßlov [vitae Ym., victus Ac] und statt
öalfioöt sagt er tolq öatfiovloiq [daemonibus Ym. und Ac].
Ob alle diese Abweichungen auf T. selbst oder ob einige von ihnen
auf den cod. Yen. zurückzuführen sind, ist nicht leicht zu ent-
scheiden. Mak. gebraucht ovxovv selten, yovv dagegen mit großer
Yorliebe. Das slöcoXoXatQsla des T. ist gewöhnlicher und dem
Zusammenhange des T. entsprechender als das unbestimmtere
dzat-la Ap. p. 146,20; das jtdvta des T. farbloser und verständ-
licher als ror xÖ6[iov to yoQior Ap. p. 146,20. Dali Mak. Ap.
p. 146,21 r/y_ ~.cj/jg, was der Ath. bietet, und nicht ror ßlov, wie
T. hat, schrieb, ist wegen ßlov in der gleichen Zeile 146,21 [ef.
auch Ap. p. 146, 18], das hier in einem anderen Sinne steht als
trjq t,a)Jjq, wahrscheinlich. In allen deu genannten Fällen liegt
es demnach näher, zu vermuten, daß T. die Ausdrücke des
Originals geändert hat, teils ohne erkennbaren Grund, teils um
sie durch gewöhnlichere und leichter verständliche zu ersetzen.
Zweifelhafter ist es bei tolq öaifiovloiq, das T. statt dalfioöi Ap. p.
146,21 hat, ob wiederum nur freiere Wiedergabe des Ursprüng-
lichen durch T. oder ein Abgehen des Yen. vom Ath. anzunehmen
ist Man möchte letzteres für das wahrscheinlichere halten, da T.
im gleichen Zitate kurz vorher ebenfalls [xdr] ro?_- öaiiiovloiq
I. 2. Turrianus und der A.pokritikos. (H
[avaxtoivro] schreibt. Immerhin ist es auch liier nicht un-
möglich, (lall T., ohne dal! wir wissen, warum, dem öaifioot
seiner Vorlage toIq daifiovioiq vorzog. 10. Ttgogsn dt xc) etc.
hat mit Mak. nichts mehr zu tun. Die Stelle stammt aus
Kyrill von Jerus. Denn f. 181b heil.lt es bei Turr. : KvqiXXoq
o IsQOöolvfieov sv t/j TsraQT% xaxriyrjöei octo qyno\, jroXXoi
rc'jr r.riloorror (hjQicodsiq xai 6ixi]v xvvcöv Ccövztc, to {ihr
cii/c XajcvovOiv, ayQLOtaxcov d-fjQioov tqojcov niiiorui rot, za
jcsjivcyfieva dt xaxsö&iovöiv d<pec6c5c.
Nur die lat. Übersetzung des Zitats 1, Aiaxaycu f. 182 a,
haben wir in der Stelle 2, Ap. Coustitut. p. 229 sq. Auf diese
brauchen wir darum nicht weiter einzugehen.
Anders verhält es sich mit dem Zitat 3, das sich Dogmatici
characteres f. 159b und 160a findet. Es ist auch nur lat.,
aber eine Übersetzung, die T. direkt aus seinen griech. Apokr.-
Exzerpten angefertigt hat. Die Benützung des Apokr. beginnt
in ihm schon mit dem Satze: Ergo qui praeceperat . . . habere
videretur. Ap. p. 146,20 — 27 ist in ihm freier und verkürzt
wiedergegeben. Die Ausdrücke: non vitantes, mensae, idem, vide-
retur sind Zutaten des T. Ergo entspricht dem yovv Ap. p. 146,20;
qui praeceperat dem jcagayysXXei 146,21; devitare . . . corrum-
perent dem T^r ro>r öaifiövmv . . . <h<-.<( !h sigeoot 146,2] sqq.;
concessit dem ejcitQtjcei 146,24 sq.; ex . . . obsonia dem xoivrtr , . .
oipaivia 146,25 sq.; quod . . . videretur dem ad-ogv^rftov . . .
xtxrrjfitvov 14ti, 26 sq. Auffallend ist, «lall T. für tu jegäy/m Ap.
p. 14(1.26, das sicli auf ;'.; error XafißävBiv otymvia bezieht,
is locus sagt1. Mit ut publicus hat er öijftoolag Ap. p. 146,27
frei verwendet. Im Yen. einen anderen Text vorauszusetzen. i>t
nirgends erforderlich. Erant autem . . . non tangereist die ziemlich
wörtliche und vollständige Übersetzung von Ap. p. llii,2<s — 31
[leQO&ovlot . . . oXxoc]. Zu beachten ist. was zu dei Stelle schon
bei der Besprechung des Zitats 1, diarayäi f. L82a, bemerkt
wurde |S. ol»en S. ."»'.i sq.]. Die Worte „gentilium" und „ad
iuiiciendam scilicet superstitionem" sind erklärende Zusätze des
Turrianus.
Mehr ;ils Zitat 3 bietet Zitat I aus dem Apokr. Soweit
der beiderseitige Inhalt sich deckt, stimmt die Übersetzung in
De votis inon. meist mit der in Dogmatici characteres f. 159b sq.
1 Ebenso in; l»p votis monast., cf. Zital A.
ß2 Schalkhausser, Makarios Magnes.
vorliegeuden überein. Nur ist jene [in Vm.] an manchen Stellen
genauer als diese. Der Satz quemadmodum . . . gentiles ist
die nahezu wörtliche Übertragung von Ap. p. 145,2 — 4. Un-
beachtet ließ T. nur Xa/ißdvsiv 145,3 und rört 145,4. Nicht
sehr von Belang ist, daß er 6h 145,3 mit et, xcolvst 145,3
mit dem Praeteritum und yvcoQi^ofiEvmv 145,4 mit dem farb-
loseren essent wiedergibt. Weniger stimmt consideranda . . .
permisit mit Ap. p. 145,4 — 7 überein. Zwar daßT. yovv trrtrlh i\
ajrTtöttcu tovc EvGsßslg und toig yvcoglfioig wegläßt, oga sowie
tov öoffov t>))' axQißsiav mehr dem Sinne nach überträgt und
T<~)v Iv (laxEÄlcp jtcoXov/ievcov eö&Ieiv vor twv dvo/itvcov volg
daifioöiv bringt, braucht uns, da bei ihm derartiges oft vorkommt,
nicht zu wundern. Auch darauf soll kein Gewicht gelegt werden,
daß er drt^träörco^ unrichtig zu IjrkTQtJitr zieht, statt es mit
tö&itiv zu verbinden. Wenn er aber xai t<~)v duofisvcov . . .
IjttrQtJTbv Ap. p. 145,6 — 7 mit „et iis vesci, quae in macello
venduntur et daemoniis immolantur, sine ulla interrogatione
permisit" übersetzt, so sieht man, daß seine Übersetzung bezüglich
T(~)v Uvau'cVor toTj. daiiiooir ä~rThG»haL rovg tvßtßtic. excoXve
gerade das Gegenteil von dem besagt, was Mak. meinte und
schrieb. Hat T. das exoIZve Ap. p. 145,6 übersehen oder es im
Yen. nicht vorgefunden? In seinen Apokr.-Exzerpten kann das
Wort nicht gestanden haben, da er auch in der Schrift Aia-
rayal etc. f. 182 a {ßvyxpoQÖiv oixovofiixcog djcTsöfrat avegs-
tdörcog rcöv Ir <iaxt)Jso mg tv xoivy ayoga xai vojcco aöxavöa-
Xlötco jtcoXovfiEV<DV xav toij: öalfioöi ftvou'To xrl. S. oben
S. 56] ähnlich sich ausdrückt wie hier. Ob es aber nur iu
jenen oder schon im Yen. fehlte, vermögen wir nicht zu ent-
scheiden. Aus „certam ratiouem victus constitnit vitae" läßt sich
schließen, daß das vom Herausgeber Ap. p. 145,5 eingefügte
[r/}r] auch im Ven. nicht zu lesen war. In „quia enim . . . foveis"
ist einzelnes aus Ap. p. 145,7 — 18 herausgegriffen und mehr oder
weniger wortgetreu mitgeteilt. In „sive enim . . . immolabat"
ist Ap. p. 146,9 — 11 verwertet. Quia igitur . . . tangere ist Ap.
p. 146,20 — 31. Da das meiste, was zu dem letzteren Abschnitte
zu bemerken ist, schon bei den vorhergehenden Zitaten erörtert
wurde, sei nur noch angeführt, daß, wie ebenfalls schon er-
wähnt wurde, T. für to jrQäy^a Ap. p. 146,26 „is locus" hat. zu
diesem „is locus" hinzufügt: ut communis und: ut publious, offen-
bar weil sein Blick auf das im «rt-Satz Ap. p. 146,27 stehende,
I. 2. Turriauus und der Apokritikos. (58
jedoch zu dttcirt/j: Ap. p. 146, 28 gehörige xoLvrjq x<u örj/ioöiaq ge-
fallen war, und daß auch aus seiner nur kurzen Wiedergabe des
Satzes: ilrt . . . dveiXrjq)6rag Ap. p. 146,27 sq. mit „et ministri
macelli item publici" nicht klar wird, woher im /.V.-Satz der
Acc. hxa.QYpvxa.c, . . ötaxovovc rovg . . av€ilijg)ÖTaq kommt.
Kurz fassen können- wir uns bei Zitat 5 und 6. In Zitat 5
ist als Makarianisch der Satz: erant omnia plena idololatria
und der: magna pars . . . foveis anzusehen. Jener [erant
omnia etc.] und der Anfang von diesem [magna pars . . .
dedicata] ist gleichlautend mit dem entsprechenden Teile
des Zitates 2, Apost. Constitut. p. 230 [Ap. p. 146,20 sq.], nur
daß T. im Zitat 5 nach victus noch humani einfügt. Der
Satz alia enim . . . foveis [cf. Ap. p. 145,9 sq.; 12 — 14; 15 — 17;
18 sq.] ist mit einigen Änderungen aus Zitat 4, De votis monast.,
abgeschrieben. Zitat 6 nennt den Mak. mit Rücksicht auf
dessen Ausführungen über das Essen von Götzenopferfleisch
Ap. p. 145 sq., ohne etwas aus seinem Texte mitzuteilen.
Das Resultat unserer Untersuchung der sechs auf Ap.
p. 145 sq. sich beziehenden Zitate ist, daß wenigstens an einer
Stelle, Ap. p. 146,30, im Yen. ein Wortlaut vorausgesetzt werden
muß, der von dem unserer Ausg. etwas abweicht. Zur Ver-
besserung unseres Textes trägt keines der Zitate bei.
Teile des letzten Abschnitts von Apokr. 1. III, cap. 42
[p. 147 unserer Ausg.] verwendet T. an fünf Stellen. Es sind
folgende:
1. Dogmatici characteres verbi dei. Flor. 1561 f 160a:
. non tangere. Hi itaque erant, qui decernendo aiebant, ne
tetigeris, ne gustaveris, ne contrectaveris, quod quidem faciebant
secundum praecepta et mandata et doctrinas Gentilium de diis
falsis eorumque mysteriis et sacrificiis. haec enim omnia Gentiles
adinvenerunt, ut idem auctor [sc. Magnetes] ait. A quibus
quidem dogmatibus sive decretis secundum traditiones Gentilium
liberi sunt (inquit Apost.) qui in Christo mortui sunt [Ist die
direkte Fortsetzung des oben S. 57 mitgeteilton Zitats 3].
2. De votis monasticis. Romae 1566 [1561] 1. II. f. 2a:
. . non tangere. Refellit igitur apostolus stultam sententiam
gentilium, inquiens idolum nihil esse in mundo. Hactenus Ma-
gnetes. Hi ergo erant, qui decernendo et abstinendo aiebant,
ne tetigeris, ne gustaveris neque contrectaveris, quod quidem
faciebant secundum praecepta et doctrinas Dominum de diis
(!4 Schalkhaüsser, Makarios Magnes.
falsis eorumque mysteriis et sacrificiis. haec enini gentiles
adinvenerunt, ut ait idem Magnetes, a quibus quidem dog-
matibus sive decretis secundum mandata et doctrinas geiitilium
liberi sunt (inquit apostolus) ii, qui in Christo mortui sunt
[Tst direkte Fortsetzg. des oben S. 57 f. angeführton Zitats 4].
3. Apostolicarum Constitution um . . libri VIII. Antv. 1578
p. 56 oben in der Änni.: itaque de idolis istis dixit Apostolus:
idoluni nihil est in mundo, non solum quia ad nihil utile est,
sicut ait Esa. sculptile conti avit ad nihil utile; et sicut Hierein.
nullum, inquit, opus Dei cum illo: sed quia, ut ait Magnetes
vetustiss. et ecclesiasticus auctor lib. 3. Apologiarum contra
Theosthenem gentilem, nomen idolorum tamquam deormn Gen-
tiles adinvenerunt: /} de tc/.i'jhn: xoLavxr\v iprjyiov ov Öoyfia-
riZii, ov yaQ övvatai 6o)£eö-d,cu Iv xoöfim <> ajcaiöevTog oqoc,
el&wjLov, id est, veritas tarnen talem sententiam non decernit:
non enim potest consistere in mundo ratio, sive definitio idoli.
goava enim, inquit, id est, statuae, non idola, sed soava, id
est, statuae dicuutur: quae ex auro, argento, aere fiunt, aurum,
argentum et aes sunt, non autem idola: et corpora mortua
animalium non dicuutur idola: et animae separatae animae
sunt, non idola: effigies eorum, qui dicuntur heroes, non idola,
sed imagines sunt: quae pinguntur, picturae sunt, non idola.
ta öi Xeyöfisva t<~>v oüixaöimv cparrdofiara, xal öxial roov v-
jivcov r.ic.ny(tro(, xa) siöcoZa xal ivödXfiaza elöl. id est. illa
vero, quae in visis phantasmata dicuntur, et umbrae somni
sunt et idola, atque simulacra. Deinde subiungit, ut iam veris-
sime dixerit Apostolus, idolum nihil est in mundo. Hacteuus
Magnetes auctor temporibus A})ostolorum vicinus, eins libri
quinque in Yeneta Bibliotheca extant.
4. Ibid. p. 148 n. 2: iilola vero, ut nihil sunt in mundo,
sicut visa somniorum, ita quoque eorum uomina vana sunt.
. . Siquidem nee apud Gentiles quidem idola Heroum dice-
bantur, sed imagines, ut Magnetes antiquissimus auctor iu apo-
logia pro euangelio contra Theosthenem auctor est. quia
Ueroas non tamquam deos colebant, ut Plato in 4. libro de
legibus iubet etc.
5. Adversus capita disputationis posterioris Andreae Frey-
hubii doctoris Academiae Lypsiensis de ecclesia et ordina-
tionibus ministrorum ecclesiae, libri duo. Col. 1578, p. 4.'! sq.:
Audi Maguetem Graecum auctorem,Ecclesiasticumetpervetustum,
I. i'. Turrianus und der Apokritikos. 65
quomodo idolum nihil esse iu mundo, erudite demonstret: inter-
pretabor latine. nomen', inquit, idolorum tamquara Deorum
(»entiles adinvenerunt: Sed veritas lmie sententiae non suffra-
gatur, non enim ratio ac definitio idoli in mundo servari po-
test: statuae enim non idola, sed statuae dicuntur: quae ex
auro. argento, aere fiunt, aurum, argentum, aes sunt, non
autem idola: corpora mortua animalium non dicuntur idola:
animae solutae corporibus animae sunt, non idola: effigies
eorum, qui dicuntur heroes, non idola, sed imagines sunt :
quae pinguntur, picturae sunt, non idola: illa vero, quae in
visis phantasmata dicuntur, umbrae somni sunt, et idola, atque
simnlacra. Deinde subjungit, ut jam verissime dixerit Apostolus:
idolum nihil est in mundo. Hactenus Magnetes. Cum ergo
secundum Apostolum Magnete etiam auctore idolum sit, quod
fingitur Dens, qui non est alius praeter unum, ac proiude
idolum nihil sit in rerum natura, nisi fictio, sequitur, statuas,
quae olim idola erant, quia dii esse fingebantur, iam non esse
idola, quia dii esse non finguntur neque pro diis habentur.
Bei Zitat 1 enthält der Satz: „Hi itaque . . . sacrificiis'' nur
Worte des Turr. Höchstens kann man in: „praeeepta et man-
ilata et doctrinas gentilium" eine Berücksichtigung von: vfjc,
kZXrjVLxrjq yvcöfirjQ rar . . oqov xal . . to ööyfia xal T>ti' iprjg>ov
Ap. }). 147, 1 — 2 und in: „mysteriis et sacrificiis u einen Rückblick
auf fivOnjQtxt) und frvovtec Ap. p. 146,29 sq. finden. Haec . . .
adinvenerunt ist eine nicht ganz genaue Übertragung von
°EZZ?/veg . . . bvqov Ap. p. 147,2 sq. „A quibus . . . sunt" sind
Worte des Turr. „Dogmatibus" hat er vielleicht im Hinblick auf
t<> öoyfia Ap. p. 147,2 geschrieben.
Bei Zitat •_' ist „Refellit . . . mundo" verkürzte, im übrigen
größtenteils wörtliche Wiedergabe von Ap. p. 147, 1 — 2 ['.ii'ctoii
. . . xoöficp]. „Hi ergo . . . mortui sunt" ist nahezu wörtlich aus
Zitat 1 entnommen.
Länger und wichtiger als Zif. 1 und 2 ist Zit. 3. Ver-
gleicht man es mit Ap. p. 147, so macht man folg. Wahr-
nehmungen: .Mir „nomen . . . adinvenerunt" isr Ap. p. 147,2 sq.
wörtlich übersetzt. Nur ziehtT. coc ß-amv unrichtig /.um Vorher-
1 Am Rande hal Turr. : Quomodo Gentiles contra rationem vocabuli
idoli hoc nomen <lü> suis falsis attribuerunt ei verissime apostolus idolum
nihil esse in mundo < i i x . i i t es Magnete auctore Graeco vetustissimo.
Texte u. Untersuchungen etc. 31, 1 5
66 Schalkhausser. Makarios Magnes.
gehenden und die Worte egsvQev ovo/iaöiav 6 o<pig läßt er ganz
we«1: ob absichtlich oder irrtümlich, wissen wir nicht. Das aber
ersieht man aus der Übersetzung des T. jedenfalls, daß er
ß-Ecöv las, während der Ath. der Anm. b [Ap. p. 147] zufolge
dsov hat. Der folgende Satz ist bei T. auch griechisch mit-
o-eteilt und weicht besonders in der zweiten Hälfte erheblich
o
von Ap. p. 147,3 — 5 ab. Die Worte yvmfiij, <>/.<■>- und xov
[vor i-idf'jiov] wird T. weggelassen haben, weil er es nicht
für nötig hielt, sie beizubehalten. Die Umstellung von ti
xoöfiqj [hinter GGt&ö&at] und von slöatXov [au das Ende des
Satzes] mag gleichfalls von ihm selbst herrühren. Dagegen
begreift man nicht recht, warum er ov ydg övvarat c,cVz< o',)<>i
sagt, wenn er im Yen. dasselbe las, was wir im Ath. haben.
nämlich dövvarov yovv öco&rjvai. Wenn T. sich hier doch
nicht an den Wortlaut seiner Vorlage halten wollte, dann
hätte er, sollte man meinen, nicht auch den griech. Text der
Stelle hingeschrieben, sondern sich damit begnügt, sie lat.
anzuführen. Trotzdem halte ich es für wahrscheinlicher, dal'
T. mit seinem ov ydg övvarat öm&ad-at - warum, ist nicht
ersichtlich — vom Originale abgewichen ist. Wenn er nämlich
statt xov Xöyov rj xov oqov Ap. p. 147,5 6 djiaiösvroQ ogog
schreibt, so beweist seine eigene lat. Übersetzung „ratio sive
definitio", die mit unserem, aber nicht mit seinem griech. Texte
übereinstimmt, daß er sich verlesen hat und mit dem Auge auf
rov ajiaiöevxov oqov Ap. p. 147,1 abirrte. Ein solches Ab-
irren auf rar djtaidsvtov oqov war jedoch bei dem Are. rnr
Xbyov P xov oqov eher möglich als bei dem Xom. 6 Xoyoq /
6 oqoq. Stand demzufolge in der Vorlage des T. der Acc.
tov Xoyov xxX., <laun kann es in ihr nicht ov övvarat, sondern
es muß dövvarov geheißen haben. Hat aber T. dövvarov in
ov övvarat geändert, dann ist ihm auch zuzutrauen, daß er
yovv in ya.Q und öwd-jjvai in om^eöd-ai verwandelt hat. Soava
. . . picturae sunt, non idola ist verkürzende und in der Haupt-
sache wörtliche Übersetzung von Ap. p. 147,5 — 12. Die Wen-
dungen einzeln anzuführen, dieT. unberücksichtigt ließ oder freier
wiedergegeben hat, hat hier keinen Zweck. Erwähnenswert ist
nur, daß T. für rarr Ix /qvöov . . . siömla Ap. p. 147, <>— <S
„quae ex auro, argento, aere fiunt, aurum, argentum et aes sunt.
non autem idola" hat und daß es sich empfiehlt. Ap. p. 147. ii sq.
statt ti'.vt T(\ t oder xd ö* zu lesen, die Reihenfolge aQyvQiop
[, 2. Turrianus und der A.pokritikos. |>7
y.ci /nrr,i<,r in %qvGiov xal ayyvQiov iiiuzukehreD und hinter
aQ'/vQiov noch yaXxiov xal öidijQiov zu ergänzen. Im Ath. hat
die erste Hand vieles ausgelassen, was die zweite nachtragen
mußte. Und diese kann beim Nachtragen manches übersehen
haben. Td 61 Xsyofitva tc'ji- ojrtaOccöv gjaptdof/ara, x<u öxial
rc~>r vjtvtov vjiaQzovGi, xal tiöcoXa xal IvÖdXfiara tioi ist der
zweite griech. Satz in unserem Zitate. Auch er stimmt nicht
ganz mit unserem Texte Ap. p. 147. 12 sq. [zd ti . . ovx
. i,Tir\. Zunächst sieht man ans dem Satze des T.. daß auch
im Yen. das vom Herausgeber unseres Apokr. p. 147,12 ein-
gefügte [fpdöfiata] nicht stand. Irgend ein derartiger Begriff'
muß aber, das hat der Herausgeber richtig erkannt, in unseren
Text eingesetzt werden. Sonst würde im Vordersatze bei tiol
das Prädikatssubst. fehlen. Es ist jedoch besser, nicht vor
Xtyofitva, sondern erst nach elolp'1 Ap. p. 147,1-'! ein Subst.
zu ergänzen und zwar nicht (päoftaza, das weder der Ath. bietet,
noch der Yen. hatte, sondern IvödXfiaza, das im Texte des T.
steht und sicherlich auch im Yen. stand. Denn wie wäre
sonst T. hier auf dieses Wort gekommen, das in unserem
ganzen Kapitel nicht weiter anzutreffen ist? Im übrigen dürfen
wir an unserer Stelle dem Texte des T. nicht folgen, sondern
müssen den des Ath. festhalten. Nach dem Wortlaute des T.
würde unser Satz das nennen, was nun wirklich eiöcuXov ist,
während im Vorhergehenden alles mögliche aufgezählt wurde.
was man nicht als aldwXov betrachten darf. Nach unserem
Texte dagegen wird auch Ap. p. 147. 12 sq. noch etwas erwähnt.
was nicht siöcoXov ist, die bisherige Aufzählung somit fort-
geführt. Daß dies und nicht, was bei der Lesart des T.
herauskommt, das Richtige ist. sieht man aus dem unmittelbar
folgenden Satze cog . . . iv y.ö<ii/(;> Ap. p. 147,13 sq., den auch
T. [lat.] hat, sowie aus Ap. p. 147, 14 sqq.. wo wiederum Dinge
namhaft gemacht werden, die nicht uöcoXa sind. Oh <Tst T.
den Satz rr. t: Xsyofi&va xzX. in Verwirrung gebracht hat
oder ob er schou im Yen. gegen den Schluß hin fehlerhaft
war. Läßt sich um so weniger entscheiden, als die lat. Über-
setzung dos T. seinem griech. Texte- entspricht. Daß der
Yen. mit dem Ath. nicht zu identifizieren ist. bliebe auch im
l Und oatüi lieh \ or i löwfo \\<. p 1 17. 1 '■'>.
•_' . |):i- i ii ' n/mui in diesem stammt wohl aus der Stelle A.p. p, 147. 1 » ^
(5g Schalkhausser, Makarios Magiies.
ersteren Falle wegen ivöaXfiara, das im Ven. gestanden haben
muß, während es im Ath. [Ap. ]). 147, 13] fehlt, zweifellos.
Zitat 4 und 5 sind schnell erledigt. Im Zitat 4 liegt bei
„idola vero . . . visa somniorum" vielleicht eine Reminiszens an
Ap. p. 147, 12 sq. vor und zwar nach dem Texte, dein T. hier
folgt [S. oben S. 67]. In „Siquidem etc." ist auf Ap. p. 147,10
Bezug genommen. Zit. 5 deckt sich mit Zit. 3. Nur fehlen
im Zitate 5 die griechischen Sätze und einige wenige Worte
sind in ihm genauer, ein paar andere weniger genau übersetzt
als im Zitate 31.
Aus dem 4. Buche des Apokr. teilt Turr. in der Schrift:
Adversus Magdeb. Centuriatores, Flor. 1572 p. 185 sq. die
Stelle mit: Hunc quoque locuin (sc. 1. Thess. 4, 14] observavit
idem Magnetes, quem supra nieinini, in libro 4. apologiarum
contra Theosthenem euangelioruin calumniatorem. reddit enim
rationem, cur se hoc loco Paulus alioqui viventem inortuis
annumeravit, ovxo) yag av Tic cpiXsTSQog^, xcu t<~>v ofioöroiycov
ayajccov vrjv övyyevsiav öoxsl, id est, quia sie, inquit, fit, ut
videatur aliquis amicus quibus se annumerat eosque, qui sui
ordinis sunt, diligere. Der Stelle entspricht Ap. p. 177,10sq.
So kurz das Zitat des T. ist, so weicht es doch mehrfach vom
Texte des Ath. ab. Das einfachste ist, die Unterschiede hier
auf die Rechnung des Yen. zu setzen. Denn mit der Fassung
des Ath. hätte sich Turr. leichter getan. Sie ist auch an
unserer Stelle die bessere. Nur empfiehlt es sich, dem Wort-
laute des Ven. gemäß, nov oiio<n<>iy<<>r direkt auf xat folgen
zu lassen und das zweite jtoisl Ap. p. 177,11 zu streichen.
Dem 4. Buche des Apokr. entstammt ferner, ohne daß
dies T. angibt, das Zitat in: Dogmatici characteres verbi dei,
Flor. 1561 f 18a: Fidei enim firmitas ac robur sunt opera.
1) Beide Schriften, Apost. Constitut. und Adv. capita disput. poster.
Freyhubii sind 1578 erschienen. Die letztere wurde später geschrieben,
da in ihr p. 44 auf Jen*) verwiesen ist.
'2) Unrichtig Patr. Lat. V, col. 348 A (pikaixeQoq. Gallandi und Lumper.
woraus der Abschn. bei Migne [S. oben S. 46], haben (piketBQoq. Auch
Crusius schreibt in seiner ersten Diss. über Mak. (f //.j-'rf^o.:, nicht (pi/J-
taiQoq, wie MiPaGr X, 1374D steht. Bemerkt sei. daß schon Dav.
Blondellus in seiner Schrift: Pseudo-Isidorus et Turrianus vapulantes,
Genevae 1628 p. 33 unser Zitat aus Turr. anführt and dabei (pü.treQOC in
das bessere tpikexatgoq umänderte.
I, 2. Turrianus und der Apokritikos. 69
Xöyoq fihv yag (inquit Magnetes) ovx aXq&evei JcoXXaxig, 6(t-
yov dt rnoTicoct/i >'<>>• tijv tpvöiv vov jcgayfiaxog, jcageoxevaoi
OSfivmg c././jHi riitct xov Xoyov, interpretabor latine. sermo enim
(inquit) dictus saepe non est verus, opus vero cum eoufirmarit
naturam rei, facit, ut sermo sit cum gravitate verus. Die
Stelle ist gleich Ap. p. 182. 3 sqq. Vom Ath. weicht der Wort-
laut des T. in drei Punkten ab. T. hat noch yaq nach uir.
Aber dieses yäg wird aus Ap. p. 182,2 herrühren. Bei T.
fehlt ).i/lh\j. vor ovx. Aber diese Auslassung ist nur ein
Schreib- oder Druckfehler. Denn im Lat. gibt es T. mit dictus
wieder. Ebenfalls als Schreib- oder Druckfehler wird es zu
betrachten sein, wenn es bei T. jccözsvüäfisvov statt xiözm
Octfievov heißt. Denn er übersetzt eoufirmarit und hat somit
jttCtcooäfisvov in seinen Exzerpten gehabt.
Wiederum eine Stelle aus dem 4. Buche des Apokr., bei
deren Anführung T. das Buch nicht nennt, ist die, die wir
in der nämlichen Schrift: Dogmatici characteres f 17b und 18a
lesen und die lautet: Quid autem efficiat verbum dei in ho-
minibus, et quantum vim suam in eis ostendat, diviue declarat
parabola ac similitudo sinapis, üt Magnetes antiquissimus auetor
in apologia pro Euangelio ad Theosthenem notavit, est enim
(inquit) calidissimum, salubriter purgat cerebri sordes adhibi-
tuni familiaribus eibis, scindit crassitudinem pituitae et humores
mali succi, deinde subjungit: Similis est ratio verbi dei, purgat
humores iiitemperantiae, reprimit jroXX/)r <pXsyfiovr}V, dza^Uxg
i. licentiam et ardorem vivendi sine ordine. educit amaritu-
dinem peccatorum, curat hominein mordens reprehensione,
secans doctrina, calefaciens compassione, excitaus cogitatione.
seminatur in mundo et profert fruetum supramundanum. semi-
natur in terra et terrenos subducit ad sanetitatem. Declarat
praeterea virtutem igneam verbi dei, ut idem auetor ait, alia
parabola de fermento. Ut enim (inquit) modieum fermentum
totam massam firmat, modificat, maturat et (quod in vita
praeeipuum est ad victum) panem perficit, panis enim fermenti
expera insuavis est ad gustandum et ad alendum incommodus,
sie verbum dei (inquit) quod regnum coelorum appellat Buan-
gelium, vitara hominum iramoderatam, effusam et ordine
carentem continet et quodammodo fermentat reducens ad pro-
prium ordinem.
EjsI enim ... succi entspricht Ap. p. 192,15- 19; Similis
70 Schalkhausser, Makarios Magnes.
... sanctitatem Ap. p. 192,21 — 31; Ut enim ... ordinem Ap.
p. 191,24 — 192,4. Quid . . . notavit am Anfange und Declarat
. . . fermento in der Mitte des Zitats sind Worte des Tun*.
Die Wiedergabe der Ausführungen des Mak. ist eine sehr ver-
kürzende und nicht immer wörtliche. Zu beachten ist auch,
daß M. nicht das „verbum dei", wie T., sondern das Himmel-
reich mit dem Senfkorn und Sauerteig vergleicht. Gewinn
für die Berichtigung unseres Textes und die Erkenntnis des
Verhältnisses, in dem der Ath. zum Yen. steht, wirft das
Zitat nicht ab.
Einiges aus den Bemerkungen des Mak. über den Sauer-
teig hat T., ohne den Mak. zu nennen, in einer früheren
Schrift, im Dogmaticus de justificatione, Eomae 1557 f 38a in
dem Abschnitte verwendet: Est alia quarta parabola [T. hat
vorher drei Gleichnisse aus dem 5. Buche des Apokr. mit-
geteilt], aptissima illa quidem, ut mihi videtur, massae et fer-
menti, ut sit instar massae fides, fermenti vero opera bona et
spiritualia, nt enim sine fermento panis est insuavis et ad
digestionem ac nutritionem difficilis, rursus fermentum solum
sine massa prorsus inutile, massae vero additum pauem efficit
suavem et firmum, salubrem et facilem ad digerendum, sie
dilectio, quae est, cum seeundum mandata Dei ambulamus,
instar fermenti totam massani fidei rovcoöaöa xcu xataCvfico-
üc.oc. id est, firmans ac fermentans reddit eam utilem et salu-
tareni. ita ut massa fidei sine fermento dilectionis et bonorum
operum neque utilis sit neque salubris animae eibus. neque Deo
gratus, neque rursus dilectio communis sine massa fidei com-
moda sit, utriusque vero temperatio et admistio salutaiis est.
Das meiste ist hier Turrianisch. Turrianisch ist insbesondere
die Verwertung des Gleichnisses vom Mehl und Sauerteig, um
das A'erhältnis von fides und bona opera [oder dilectio] klar
zu machen. Dem. was Mak. Ap. p. IUI. 24 sqq. über die heil-
samen Wirkungen des Sauerteigs ausführt, sind nur einzelne
Gedanken und Ausdrücke entnommen, nämlich in ..sine . . .
difficilis" ist Ap. p. 192,1 sq. [ävev . . . exiTtjöeioq], in „panem
. . . ad digerendum" Ap. p. 191,27 und in rovmaaoa xat xuxa-
ZvikÖococ Ap. p. 191,26 benützt.
Es sind jetzt noch die Apokr.-Zitate des Turr. mitzuteilen,
deren Text uns im Ath. nicht erhalten und bei denen darum
eine Vergleichung nicht möglich ist.
I, 2. Turrianus und der A.pokritikos. 7 1
Noch dem 4. Buche des Apokr. und, da uns dieses, ab-
gesehen vom Schlüsse des letzten Kapitels, ganz erhalten ist,
dem Schlüsse dieses Kapitels1 gehört die Stelle in Apostol.
Constitut., Antv. 1578 p. 95 an: Subiungit deinde Cyrillus: si
enim sudaria et semiciuctia, quae extra corpus sunt, tacta ab
aegrotis sanant, quanto magis corpus prophetae suscitaret
mortuum? item Magnetes auctor graviss. ante annos prope
mille ducentos lib. 4. contra Theosthenem Gentilem euangelia
repreheudentem, ossa, inquit prophetarum uon sunt ossa mor-
tuorum, quia Deus nou est nisivivorum: de his scriptum est,
conservat Dominus omnia ossa eorum. manifestum itaque est,
quod ossa sanctorum non sunt mortua, sed ])otius plena virtute.
Si enim fimbria propter illum, qui ferebat eam, credenti dedit
virtutem sanitatis et solo tactu curationem fecit, rr(~u ov <f<~>uir)-
xovq ayiovg XQaöJtEÖcov atyvy&v ti/iuoreQOvg vüiägyrovraq i<~>yr-
:/>• rot, jclötsvovOiv avsvöoiaöTm yvcofifi jiaQSjsiv tu XQeitzova,
oic, [statt dessen ist, wie T. im Druckfehlerverzeichnisse be-
merkt, ovq zu lesen] xal tfiHvxaq, t'r rx'tuuTi cog Ifidttov 6
■/anno- dvsßdXXsto, xai tarn d-avaxov cbq xoQtyVQCtv ttfir'jOaq
tFj~ u^'iuj. ßaOiXcxrjq jcEJCohjxe' id est, quomodo, inquit, non
dicamus sanctos timbriis inanimis honoratiores non posse iis,
qui sine ulla dubitatione credunt, tribuere meliora? quibus
Christus, dum in corpore vivebant, tamquam veste induebatur,
et post mortem tamquam purp ur am honore dignitatis regalis
affecit. idem paulo ante ait fuisse haeresim Manichaei, et Mar-
cionis, esse corpora martyrum ßöeZvxrd, id est, esse in aboini-
natione et horrore, neque differre a sepulchris sceleratorum;
at pretiosa, inquit scriptum, in couspectu Domini mors sanc-
torum eius. quod si pretiosa, inquit hie auctor, et honorabilis
apud Deum, quomodo non esse apud homines ab impostoribus
audiemus?
Ferner werden wir dem Schlüsse des letzten Kap. des
4. Buches das früheste Zitat zuweisen dürfen, das uns bei T.
aus Mak. begegnet, das in der Schrift: Antapologeticus pro
libro sin» de residentia pastorum, Flor. 1552 p. 27: Audi
1) Aus dein Teile des .''>(>. Kap. <l<'s 1. Buches, der nicht auf uns
gekommen ist, und zwar aus dem Ende desselben, bal uns auch Nike-
phoros in seiner A.bh. über Mak. einen Satz, bewahrt. Cf. Pitra, Spicil.
Sol. Par. 1852 p. 334,21sqq.: (bq tikoq (Iget '/, xaxot vbv fiiXXovta %qqvov
toiq aoeßeoiv st/..
72 Schalkhausser, Makarios Magnes.
quid beatus Magnetes ante tempora Constantini magni ad
Theosthenem adversus quendam novi testamenti reprehensorem
libro quarto scripserit in hanc sententiam, interpretabor latine.
Nihil esse, quod nou posset efficere divina natura, ut idem
esse solem, et nubem, item, quae praeterierint, non esse prae-
teritä, et facta infecta. quomodo autem, et quando, neque
explieari, neque comprehendi posse. Cum itaque, inquit, omnia
possit deus efticeve, non tarnen efficit, quatenus potest, sed
quatenus vult. vult autem, quae conveniunt, conveniunt, quae
decent, decent vero, aüiEQ dxolovd-ov, id est, quae apta sunt,
et cohaerentia. Hactenus ille.
Nur einen Teil dieses Zitats und ohne Angabe des Buches,
aus dem es stammt, bringt T. in der Schrift: Epistola Franc.
Turriani sacerdotis soc. .]., de definitione propria peccati
originalis etc. Ingolstadii 1581 f 14a. Es heißt da: Deus cum
omnia possit, non facit tarnen xclh) dvvarai, ut ait Magnetes
Ecclesiasticus auctor et pervetustus in libris Apologeticis contra
Theosthenem Gentilem, id est, non facit, quatenus potest, sed
quatenus vult. Yult autem, inquit, quae conveniunt: conveniunt
quae decent: decent autem quae consentanea sunt.
Noch kleiner ist das Bruchstück, das T. von dem gleichen
Zitate und wieder ohne das Buch, aus dem es genommen ist,
zu nennen, in dem Schriftchen: Epistola Franc. Turriani S. J.
scripta ad quendam in Germania theologum, contra Ubiquistas
Ariauistas. Iugolst. 1583 p. 5 sq. anführt. Es lautet: Deus
enim, sicut ait divina scriptura, omnia quaecunque voluit, fecit
in coelo et in terra, vult tarnen quae conveniunt; conveniunt
autem quae decent; decent vero quae consentanea sunt, sie
enim scripsit Magnetes Auctor Ecclesiasticus et vetustus contra
Theosthenem o-entilem 1.
1) Auffallend ist, wie einige Worte des Zitats au den Satz des
Hellenen Ap. p. 159, 24 sq. anklingen. Man erwartet infolgedessen unsere
Stelle in der Antwort, die Mak. Ap. p. 174 sqq. auf den hier in Betracht
kommenden Einwurf des Heiden gibt. Sie findet sich in ihr jedoch nicht.
Mak. geht Ap. p. 174 sqq. auf die fragliche Äußerung des Gegners [Ap.
p. 159, 24 sq. | garnicht ein. Diese Äusserung selbst kann es auch nicht
wohl sein, auf die T. im Zitate Bezug nimmt. Man müßte sonst annehmen,
daß der ganze Satz: „Nihil esse . . . comprehendi posse" noch dem Turr.
selbst angehört, daß mit „Cum . . . efficere" Ap. p. 159,24 xa'urty iSvrüufroq . .
aXXcczteir frei wiedergegeben ist, daß in „sed quatenus vult" ein Miß-
verständnis des xal &t/.et Ap. p. 159.25 vorliegt, daß die Worte „vult...
I. •_'. Turrianus und der Apokritikos. 7'5
Was das 5. Buch des Apokr. betrifft, so ist zunächst an
die schon S. 38 ff', behandelte Stelle aus Adv. Masrdeb. Centur.
Flor. 1572 p. 145 zu erinnern. Wir dürfen aus ihr schließen,
daß auch in irgend einem Kap. des 5. Buches ähnlich wie im
17. Kap. des 2. Buches die Widerlegung eines Einwandes sich
fand, der sich auf die Verschiedenheit der von den Evangelisten
bei der Schilderung eines und desselben Vorganges gewählten
Ausdrücke stützte. Näheres über den Inhalt dieses dem 5. Buche
angehörigen Kap. läßt sich den Worten des T. nicht entnehmen.
Mehr erfahren wir aus dem letzten Kap. des 5. Buches.
Aus ihm teilt T. ein längeres Stück und zwar gegen seine
sonstige Gewohnheit ganz im griech. Originaltexte mit. Das
Zitat findet sich in der Schrift des Turr. : Dogmaticus de iusti-
ficatione ad Germanos adversus Luteranos, Romae 1557 '
f. 36b — 38a und lautet: Docuit itaque Apost. istis tarn multis,
tarn variisque exemplis fidem esse jzoXv<poQOV ö.7:'o;/c., ut Magnetes
vetustiss. auetor dixit, id est, foeeundum seinen, quod quidem
(inquit) nisi seminetur äxctQjtov, id est, sterile et infrugiferum
maneat, seminari autem non potest sine instrumentis ad sementem
speetantibus, hoc est. sine variis operibus, quae sunt instar
boum, terrae, iugi, aratri, perae. etc. quae omnia ut ad
fruetificandum frustra sunt sine semine, sie seinen frustra
quoque fuerit sine istis instrumentis, se enim mutuo adiuvant,
similiter evenit in fide et operibus ad fruetum iustitiae ferendum.
Item ut lampas (inquit) ardere non potest sine oleo neque
oleum splendere sine lampade, sie fides, quae instar lampadis
est sine operibus coram Deo lucere non potest, eademque rursus
facit ut opera ipsa coram Deo, instar olei splendeant, quod
satis docuit scriptum in Abraam, quae post tan tum teuiporis
decent" wiederum von T. selbst herrühren und mir uxio axbkov&ov frei
.'<'.'>' o tijv axoXovd'iav aco^et Ap. p. 159,25 ausgedrückt ist. Mit der
Art und Weise, wie T. im Antapologeticus an unserer Stelle zitiert, lassen
-ich die.-,e Annahmen nicht vereinen. Dali auch im letzten Kap. des
■I. Buches des Apokr. recht wohl ein derartiger Gedanke, wie ihn T. aus
Mak. in unserem Zitate mitteilt, hat ausgesprochen sein können, beweist
z. I!. Ap. |i. 224, 26 si|(|.
1) Nicht 1551, wie M. Crusius angibt [MiPaGr. X, 1355 C und
1375 A] und andere ihm nachschrieben. Vgl. auch des Turr.: Adversus
capita disput. poster. A. Freyhubii. Col. 1Ö78 p. 340: qos quaedam de
operibus el de iusttficatione ante annos \.\. anno scilicel IA II in Dog
matico de iustificatione, sie enim Lnscriptus est Über, scripsimus.
74 Schalkhau6ser, Makarios Magnes.
et post tarn multa opera virtutis ab eo facta Jicit, credidit
Abraara Deo, et reputatum est ei ad iustitiam. significat enira
fidem, quam ante quoque habuerat, sicut Apost. testatnr. fecisse,
ut opera facta reputarentur ad iustitiam, ut ergo lampas et
oleum se adiuvant ad lucendum, sie fides et opera ad fructi-
ficandum iustitiam. Item ut fundamentum inutile est. quous-
que adveniat superedificatio, qua firmatur, et roboratur, ac
crescit, rursus superaedificatio nihil valet, nisi bono funda-
mento sustentetur, sie fides fundamentum est utile et firmum,
si dilectio et dilectionis opera superaedificentur, similiter su-
peraedificatio operum utilis est. si fundamento fidei imponatur.
Neque vero ego has parabolas primus adinveni, sed ante Mille
400 annos Magnetes auetor gravissimus in libris apologeticis,
quos adversus euangelii calumniatores ad Theosthenem scripsit,
ait enim lib. quinto eodemque extremo de fide Abraae loquens,
otiöTEvöagi yao <)i sayatv ayad-cöv evaQEöxijöe xm Ihn'}, xav-
tev&ev f^iofhj ri/j. (piXLag xov XQEvxzovog, sxeiva mn'.TTor xrjv
rriöTir ejtohjöev Xci/rr: ir vjteg rar tJXlov. xäl Ovv jclötei xaXcög
3ioay[iaz£V£zai. di o q)iXrj{r£ig vjtb xov 9-eov OEfitwvEtai,
ft-EfitZiov yao xrjv jiLg'xiv slöoig tov xazog&oy/iaxog, Qi£,ol xav-
t/jv eig ßad-og olxoöo/ioJv Irr avxrjg to jcXrj&og t<~>v oixxigfimv,
övvdtyag ydo exccteqov y/oii GvyysvEixrj, vipiXov ev exartQoig
aviöxrjöt rrroyoua ovx dvafidoxvQOV EQyow xrjv rrlor/r xxt]6a-
fisvog, ovo av jtäXiv rt) soya öiya xrjg jtiöxsoog yvfivtjxtvstv
eaöag, OJCEQfia ö3 Elvai yvovg xrjv .-riorir jioXvtpooov, xa öv(£-
ßaXXofiEva ajtavxa övvdyEt t<~) öxiofiazi, yrjv äoozijoag, Jiijgav,
Zrynr, (xqozqov, xcu 06a yeooycöv ejtiöxfjfirj xatEÖi ü:>\ cog
yao diya xovxcov o Gjcöqog ov ßdXXexai, /.<:) 6lya t(~j>- <i-ri<j-
(idtatv ovöhv t<~>v (ivfjtuovev9-ivxcov 6 Xoyog ejclteXeI, ovxcog
it jclöxig r(>o.Tor TO'n om-oitic xvyyavovöa (ivdXlXOV ti nit Öl
EQyatv ßXaöTrjöeisv aya&oJv, axagjtog ;<~>t} (iov?j diafitrovöa,
<<)j.<'.rTO- Tf'jr r.yc.ih'jr rrnr.^ior / Ovvoöog ;'cr in] t/])- jiioxiv
övfutsxXeyfievrjV i'y/j tavxf}, aoyov vjtaoyei jtodyfia, xa) jedfutav
oxeXeOxov, öi 6 tov Aßoadfi Iva öiä JtiotEmg feig?) T<~>r toycov
xrjv yaoiv kxXdfucovxa, (prjölv /) Ihn: yoa<prt, ejziotevöev Aßaadp
to» !h<ij, /.iCi lXoyitjih>i avro) slg öixaioOvvijv. ooäg .y<~>~ xo
ütooXaßov y.t:T<>oih<)in: rijj; aoEXtjc slg 6txaio6vvi]v // xiöxig
Zoyiödvjvai JCSJtoLlJXEV, r->« <> <',.yönoj XTW yctnc.V y.C.nrrtKf nni'jOc.i
Toni, mg yao Xa/utag üioleI tov IXeov Xa{npai tijv jtoioxtyxa
1) Die Fehler im griech. Texte des T. ließ ich fast alle -tehen.
1, 2. Tarrianus und der ApoJcritikos. 7.")
£(ißaXXo(itV7jV /.v/vc), ovtq} .-rl<~>Tu -/.i:tti:rr;o sv Xvyvo} ßXij&tlöa
t(~) Aßgaafi aözQaipai jtejtoirjxi zmv sgyoov zijv aQezrjV. gyooi-
/.('). o Aßgaccfi tu fiev i'our zrjg JtoXizeiag xaiöev&elg qöjtd-
£ezo, /.CA jcXrjoioig xQtjöifiog vjrfJQxs, xäi aöoXog, sv öoöet xai
Xrjipst tpiXcöv tu axaxovQyrpov, atp&ovov xolg 6eokutvoig jtaga-
fiv&iav öiöovg, astXcog Ejcizrjdsvfiäzcov <päßXcov r.rayuu, evog,
zavza et y.c) xaXa tc> (paiveö&ai, y.c.i osftva, ovöelg eXoyi^szo
./_• öixaioGvvrjv, ovöslg aQsxrjV xazä Xoyov szazzsv, sjttl ui^Y
olog zig, fjv, ii ///] fiovog 9-sog, <:/./." ovscco kjtiözevezo, bütrjvbta
<Y 6 Aßgadfi ijciözevöt zcö d-söi, zavza, y.c.} zd zotavza T<ör
xaXätv y.c.Tuuitciiic.Tc))- slg dixaioGvvriv iXoyiöd^ t<~> Aßgadfi.
Interpretabor latine, cum, inquit, Abraam credidit, per
opera bona placuit Deo, hinc factus est Dei amicus, qui ope-
rando effecit, ut fides supra solem splenderet, et rursus cre-
dendo effecit, ut pulchre operaretur, quamobrem amicus Dei
honorifice appellatus est, cum enim intelligeret fuudamentum
virtutis esse iidem, radicavit eam alte aedificans super eam
multa opera misericordiae. eopulans enim utrunque, fidein
dico, et opera vinculo quodam uecessitudinis, et cognationis
celsam turrini ex utrisque extruxit. neque fidem solam sine
testimonio operum. neque opera sola sine testimonio fidei re-
linquens. imo cum sciret tidem esse seinen foecundum. ad-
hibuit semini omnia accommoda et opportuna, terram, boves,
peram, iugum, aratrum, et quaecunque ars agriculturae docuit.
Dt enim sine his non seritur seinen, neque nisi causa seminis
quiequam istorum, quae diximus, seeundum rationein efficitur,
sie fides. quae quodammodo semen mysticum est. nisi germi-
narit per opera bona, sed sola potius remaneat, expers fruetus
ac germinis institiae est, similiter bona opera nisi fidem habeant
secum connexam et implicatam, otiosa sunt et prorsus im-
perfeeta, ex quo sacra scriptum ut demonstraret Abraam per
fidem protulisse l)onorum operum splendorem, ait. credidit
Abraam Deo, et reputatum est ei ad iustitiam. vides quemad-
modum fecit fides, ut superiora opera bona reputarentur ad
iustitiam. sicuti seinen fach, ut ager f'erat frugem? ut enim
lampas facit, ut oleum lychno infusuin splendeat, sie fides
immissa Abraae instar olei infusi lychno fecit, ut virtutes, id
est, opera bona splenderent. Servabai quidem Abraam ma-
gistra natura aeqnitatem in vita communi, eratque utilis pro-
\imis, et a dolo et trau de alienus, tum dando et aeeipiendo
76 Schalkhausser, Makarios Magnes.
nemiui nocens, egentibus benigne faciens, et in simplicitate
tribuens, deinde a pravis studiis se abstinens. haec tametsi
pulchra et honesta hominibus viderentur, nemo tarnen in insti-
tiam ea computabat, nemo in virtutibus cum ratione ponebat,
quia neque ponere quidem ullus poterat, nisi solus Deus. verum
nondum credebat. cum vero Abraam credidit Deo, hae at< j im-
aliae huiusmodi actione« et virtutes computatae sunt Abraae in
iustitiam1. Hactenus Magnetes, apud quem tres illas, quas dixi
parabolas, notare licet ad fidem et opera spectantes fundamenti et
superaedificationis, semiois et eoruni, quae sunt instrumenta et
adiumenta, ut seinen germiuet, et lampadis atque olei.
Teile aus diesem Zitate, aber nur lateinisch, finden sich
auch anderwärts bei Turr. Sie seien der Vollständigkeit halber
gleichfalls mitgeteilt:
1. Dogmaticus de justific, Romae 1557 f. 5b: an dicemus
fortasse iustificatum esse [sc. Abraam] ex operibus secundum
carnem? qualia erant opera. quae tpvöixmg faciebat, antequani
crederet, erat enim ante fidem, ut Magnetes vetus et ecclesi-
asticus auctor ad Theosthenem scripsit, benignus, continens,
iustus et aliis virtutibus praeditus. T. gibt hier die Worte des
Mak. nur dem Sinne nach wieder.
2. Adversus Magdeb. Centuriatores, Flor. 1572 p. 387 sq.:
. . nou pigebit repetere hie, quae ex libro quinto Magnetis
contra Theosthenem in Dogmatico uostro de iustificatione latine
interpretatus sum, cum de fide Abrahae dissererem. Si quis
Graeca conferre voluerit, inde petat. Scripsit hie auctor ante
mille quadringentos annos libros quinque apologeticos pro
Euangelio, qui usque in hodiernum diem in bibliotheca Yeneta
servantur. Cum (inquit) Abraham credidit .... computatae
sunt Abrahae in iustitiam2. Haec hactenus Magnetes, in quibns
1) Die lat. Übersetzung des T. beizufügen, erschien um deswillen
angebracht, weil aus ihr zu ersehen Lst, wie T. den griechischen Text auf-
faßte, und weil bei früher behandelten Zitaten ein paarmal wahrzunehmen
war, daß die lat. Übersetzung des T. Fehler nicht aufwies, die sieh in
seinen griech. Text eingeschlichen hatten.
2) Den vollen Wortlaut der Stelle: Cum . . . iustitiam hier anzuführen,
ist überflüssig, da sie mit der oben [S. 75 — 76] aus der Sehritt Dogm.
de iustificatione p. 37 b mitgeteilten lat. Übersetzung des griech. Mak.-Zitats
nahezu gleichlautend ist. Die Abweichungen sind folgende: In der späteren
Schrift [Adv. Magdeb. Cent.] ist die Interpunktion eine bessere. „Abraham"
schreibt T. in ihr mit h. Statt per opera bona [in Dogm. de iu-t. p. 37b,
I. l'. Turrianus und der Apokritikos. 77
tres illas parabolas ad fidem et opera spectantes, divino i n—
genio notavit, fundamenti et superaedificationis: serainis et
eorum, quae sunt instrumenta et adiumenta, ut seinen germinet:
lampadis et olei, quae ita colligata sunt, ut qui ea divellat.
inutilia ad habitandum, ad gerininandum et lucendum reddat.
3. Ibid. p. 38!*: fides . . sine illis operibus legis naturalis.
quibus ante fidem Abraham abundabat, sed nondum deo pla-
cebat, ut paulo ante dixit Magnetes. Die Worte des Mak.
sind hier nur dem Gedanken nach wiedergegeben. Das „paulo
ante" bezieht sich offenbar auf das Zit. p. 387 sq. [Zitat 2].
4. Ibid. p. 391: an fortasse dicemus, iustificatum esse ex
operibus secundum carnein, qualia erant opera, quae <pv-
or/.c'j-, id est, natiiraliter, autequam crederet, faciebat? erat
euim ante fidem, ut paulo ante [cf. Zitat 3] Magnetes vetu-
stissimus et ecclesiasticus auctor aiebat, benignus, continens.
iustus er aliis virtutibus praeditus. Deckt sich nahezu mit
Zit. 1.
ö. Apostol. Konstitut.. Antv. 1578 p. 10(5 n. 3: hoc loco
Bcriptura, ut Magnetes auctor ecclesiasticus et pervetustus in
Apologia euangeliorum contra Theosthenem gentilem notavit,
ut demonstraret, per fidem protulisse Abraham bonorum operum
splendorem, eredidit, inquit, Abraham Deo et reputatum est
ei ad iustitiam. servabat enim Abraham ante fidem magistra
natura, ut ait idem auctor, aequitatem in vita communi eratque
utilis proximis, et a dolo et fraude alienus, egentibus benigne
faciens. Denique secundum carnem habebat gloriam apud
homines, ut Apost. testatur, etsi non apud Deum, i|iiia non-
dum credebat: postquam vero sie duce cognitione naturali beue
operanti dedit Dens fidem, qua eredidit. et iubenti exire ex
terra sua oboedivit, tunc illa bona opera priora. quae secundum
solam rationein naturae insitam sine fide faciebat. facta sunt
ei opera fidei Deo aeeepta et ad iustitiam reputata, ut ait
idem auctor. Zwischen den Bemerkungen des Mak. stehen
hier Worte des „Apostolus" und des Turr.
gleich am Aul. | hat er in der Schrift Adv. Magd. Cent.: per bona opera : statt
radieavit eam alte — radices eius defixit alte; statl imo - imrao; statt
sie ti ( 1 f ■- immissa Abraae instar olei infnsi lychno fecit, ut virtutes, td est,
opera bona splenderent — sie li<l<*s Abrahae fecit, ut virtutes operum
instar olei lychno infusi, splenderent; statt ^v fraude — ac fraude und
statt haec tametsi Quae tametsi.
7N Schalkhausser, Makarios Magnes.
6. Ibid. p. "248: Quae vero essent opera ista Abrahae se-
cuudum carnem sive secundum naturam, antequam spiritum
ex fide a Deo acciperet, optime docuit Magnetes auctor anti-
quissimus, in quinto libro apologiarum pro euangelio, servabat,
iuquit, Abraham (pvoixaiq, id est, naturaliter, id quod Clemens
dixit eg vjraQxovöTjg, scilicet dvväfitoiq, aequitatem in vita com-
muni eratque utilis proximis et a dolo atque fraude alienus:
tum dando et aceipiendo nemini nocens: egentibus benigne
faciens et in simplicitate tribuens: denique a pravis studiis se
abstinens. Haee, inquit, tametsi pulchra et honesta hominibus
videreutur, nemo tarnen in iustitiam computabat. nemo in vir-
tutibus cum ratione ponebat, quia neque ponere quidem nllus
poterat, nisi solns Deus. Verum nondum credebat: cum vero
credidit Abraham Deo, haec atque alia recte facta computata
sunt Abrahae in iustitiam. Hactenus Magnetes. Der Wortlaut
des Lateinischen zeigt hier nur unbedeutende Abweichungen
von Dogm. de iustific. f. 37 b.
7. Bloß einen Hinweis auf unser Mak.-Zitat, ohne etwas
aus dem Inhalte desselben anzuführen, gibt Turr. in der Schrift:
Dogmatici characteres verbi dei. Flor. 1561 f. 218b, wo er
sagt: Bona vero opera sauctorum et eorum passiones non sunt
opera bona secundum carnem, sive naturam, cuiusmodi erant
multa opera Habraae, antequam iustificatus esset a deo, ut
nos in Dogmatico de iustificatione auctoritate Magnetis anti-
quissimi et ecclesiastici scriptoris probavimus.
Wir sind mit der Mitteilung dessen, was die Schriften des
Turr. au Bemerkungen über den Venetus und über Mak. und
an Zitaten aus dem Apokr. enthalten, zu Ende. Das Resultat
unserer Untersuchung der Zitate können wir in die nach-
stehenden Sätze zusammenfassen:
1. Die Zitate, die Turr. aus dem Apokr. beibringt, sind
bei ihm fast durchweg bloß lat. wiedergegeben. Selten finden
sich in ihnen vereinzelte griech. Worte oder Sätze. Nur einmal
teilt Turr. ein etwas längeres Stück griech. mit.
2. Die Mehrzahl der Zitate gehört dem Teile des Apokr. an,
der im cod. Atheniensis uns erhalten ist. Wird ihr Wert da-
durch herabgedrückt, so sind wir andererseits hierdurch in den
Stand gesetzt, eme Yergleichung des Textes, der sich bei Turr.
findet, mit dem des Ath. anzustellen.
3. Diese Vero-leichuno- ergibt folgendes :
I. 2. Turrianus und der Apokritikos. 7l>
a) T. macht nicht immer kenntlich, wo die ^ orte des
Mak. aufhören und seine eigenen wieder anfangen. Der einzige
Fingerzeig dafür, daß er Äußerungen des Mak. durch eigene
unterbrochen hat, ist zuweilen ein „inquit" oder „ait" [sc. Ma-
gnetes], das uns öfters bei ihm begegnet1.
b) Wenn T. einem Kapitel oder Kapitelabschnitte ein
Zitat entnimmt, so bringt er nicht alles, was im Griech. steht,
sondern er wählt sich nur das aus. was er für seine Zwecke
braucht. In seinen Zitaten fehlen darum nicht selten einzelne
Worte, Satzteile, Sätze, ja ganze Satzreihen des Griechischen.
Was bei T. unmittelbar aufeinander folgt, liegt im Originale
manchmal weit auseinander, ohne daß T. ilarauf aufmerksam
macht. Nur hie und da deutet ein „iuquit" darauf hin. daß die
mit diesem Worte eingeleitete Stelle im Griech. sich nicht
direkt an «las bei T. Vorhergehende anschließt'-.
c) Dann und wann fügt T. ein Wort oder einige der
Erklärung halber hinzu, ohne den Zusatz als solchen zu kenn-
zeichnen.
d) T. übersetzt großenteils wörtlich. Es ist zu viel be-
hauptet, wenn man sagt, daß er nur die Gedanken des Mak.
mit seinen eigeneo Worten wiedergebe. Zuweilen allerdings
verfährt er mehr oder weniger frei. So kommt es z. B. vor,
daß er für öcotrjg Christus sagt, bei Verben das Praes. statt
des Praet., das Act. statt A^a Pass. oder umgekehrt wählt,
• laß er den bestimmteren griech. Ausdruck durch einen un-
bestimmteren oder den ungewöhnlicheren durch einengeläufigeren
ersetzt oder daß er die Gedanken des Mak. nur dem Sinne
nach wiedergibt. In manchen Fällen ist zweifelhaft, ob T.
deswegen anders überträgt, weil er sich nicht an den Buch-
staben seiner Vorlage binden wußte oder deshalb, weil er einen
anderen Text \or sieh hatte. Auch da. wo er merklicher von
unserem Texte abweicht oder da. wo uns seine Übersetzung,
mit dem Wortlaute der Blondel'schen A.pokr. -Ausgabe zu-
sammengehalten, unrichtig erscheint, ist nicht immer mit
Sicherheit zu entscheiden, ob etwa ein Versehen von ihm vor-
liest oder ob er im Neu. anders las. Das Gesagte gilt für
1 Z. B. Dogmatici char. f. I8n oben S.69]; \<l\. Magdeburg. Cent,
p. 14."> [oben S.39]: A.p. Const. p.229sq. [oben S. 56f.].
2 Z. B. De votis roon. f9i oben S. 58]; A.p. Const. p. 218 [oben S. II
SO Schalkhausser, Makarios Magnes.
die lat. Mak. -Zitate des T. insgesamt und für die griech.
da, wo seine eigenen Ausführungen griech. sind, also für die
in der Schrift: Autrayai r. äy. ajcoötoXmv. Wo er dagegen in
lat. Schriften griech. Zitate oder in lat. Zitaten griechische
Worte und Sätze anführt, müssen wir voraussetzen, daß er
nicht ohne besonderen Grund vom Originale abgegangen ist.
Denn hätte er sich an den Wortlaut desselben von vornherein
nicht kehren wollen, so hätte es der Mitteilung des griech.
Textes neben der lat. Übersetzung überhaupt nicht bedurft.
Doch sind auch hier Versehen oder geringfügigere absichtliche
Unigestaltungen nicht ohne weiteres für ganz ausgeschlossen
zu erachten.
4. Trotzdem uns durch die Art, wie T. zitiert, der Ein-
blick in das Verhältnis des Ath. zum Yen. erschwert wird und
obwohl uns für das einzige längere Stück, das T. aus dem
Apokr. griech. mitteilt, eine Yergleichung mit dem Ath.. in
dem es nicht mehr steht, unmöglich ist, geht aus der Kon-
frontierung der Zitate des T. mit den einschlägigen Stellen
unserer Ausgabe doch zur Genüge hervor, daß Yen. und Ath.
nicht identisch sein können.
5. Nur in wenigen Fällen erweist sich bei Differenzen der
Text des Ven. als der bessere, häufiger bietet der Ath. den
Wortlaut, der den Vorzug verdient.
6. Zur Vermehrung des Textmaterials tragen nur die
Zitate des Turr. bei, die den im Ath. nicht erhaltenen Partien
des Apokr. entnommen sind [das sind die oben von S. 71 an
mitgeteilten].
Reich kann die Ausbeute, die für den Apokr. aus den
Schriften des T. zu gewinnen ist, nicht genannt werden. Über
die Handschrift, die er benützte, sind seine Angaben ganz
dürftig. Die Zitate, die er aus dem Apokr. bringt, sind nicht
so zahlreich und vollständig, als wir wünschten. Von den
Einwänden des Hellenen, der im Apokr. bekämpft wird. t»>ilt
T. keinen einzigen genauer mit. Bei dem Zwecke, den Turr.
mit seinen patristischen Zitaten verfolgte, hat das alles freilich
nichts Auffallendes. Er lebte in der Zeit der großen Kirchen-
spaltung. Seine Schriften, soweit sie nicht bloüe Übersetzungen
sind, galten der Verteidigung röm. -katholischer Lehren und
Einrichtungen und dem Kampfe gegen die Reformation. Die
i. •!. Zacb. Skord. und der Apokritikos. 81
ausgebreiteten and quellenmäßigen Kenntnisse in der patristischen
Litteratur, die er sich durch das Studium von Hss. erworben
hatte, setzten ihn in den Stand, seine Schriften reichlich mit
Earchenväteraussprüchen auszustatten. Sie dienten ihm als
Belege bei seinen apologetisch-polemischen Ausführungen. Ans
den Worten der Väter sollte erhellen, daß auch vor dem
Forum des kirchlichen Altertums Doktrin und Gebräuche des
Katholizismus zu Recht bestehen und die Reformatoren un-
recht haben.
Daß der Ertrag, den die Schriften des Tnrr. für die Kenntnis
des Venetns und für den Apokr. abwerfen, zn wünschen übrig
läßt, muß um so mehr beklagt werden, als T., soviel wir
wissen, der einzige ist1, der den codex Yen. benützt und
exzerpiert hat. Es scheint allerdings, daß noch ein anderer
ihn eingesehen und an einer Stelle wenigstens verwertet habe,
Zacharias von Kreta. Aber dies ist nur Schein, wie aus dem
fol»-. Abschnitte sich ergeben wird.
3. Zacharias Skordylios und der Apokritikos des
Makarios Magnes.
Über die Lebensumstand»' des Zacharias Skordylios ist
in der mir bekannten Litteratur nirgends Ausführlicheres
und Genaueres zu rinden-. Zacharias Skordylios, mit «lern
1) Von Lud. Beccadeüi [S. üben S. J7J i.-t uns aar berichtet, daß
er unseren Ven. aus der Marciana entlehnte and nach einer gewissen Zeit
wieder zurückgab. Ob er ihn gelesen oder "li er gar Auszüge aus ihm
cht und diese irgendwo verwendet hat, darüber ist, soweit meine
Kenntnis reicht, uns nichts überliefert.
2 Einiges in folg. Schriften: a) Land. Deliciae eruditorum. T. 1.
Flui-. L738 p. 69 sqq. [Nursoviel, als -ich der weiter unten zu erwähnenden
Abhandlung des Zach, entnehmen Läßt]; b -I'- gem. Gelehrten-
Lexikon. -1. Teil. Leipz. 1751, Kol. 428, Art. Scordilius von Fa[bricius];
e) Fabricius, Bibl. Graeca -I. Ihn!. T.8. Hamb. 1802 p. 90, T. L0. Bamb.
1807 p.637 u. T. 11. Hamb. 1808 p. 722; d) "EXkTjvo/ivijfiwv, Ath. 1843
Nr. 5. M:i 1843 p. •"><"'> — 320: Za^aglac, SxogävXtoq [Von wem der Art.
stammt, ist nicht mitgeteilt. Zufolge der Anm. p. 306 sind in ihm Notizen
.■ine- Herrn Ch. Philetas verwertet Ferner sind Lami und Fabricius
benützt. Die Fortsetzung, auf die p. 320 hingewiesen wird, folgt nicht];
e) NeoeXkrjvixij ipikoXoyia von 1\. N. Sathas. Athen L868 p. 181 182;
! E. Legrand, Bibliographie Hellenique ou description raisonnee des
ouvrages publies en Grec par de- Grecs au\ 15. et 1*1. siecles. I. I. Par.
Texte n. Untersuchungen etc. 31,4 <1
go Schalkhausser, Makarios M:ignes.
Beinamen Marapharas, stammte von der damals zu Venedig
<rehörio-en Insel Kreta1. In den Jahren 15622, 15P>3:J' und
1885 p. 314 sqq.: g) Ph. Meyer, Die theol. Litteratur der griech. Kirche im
16. Jahrh [Studien zur Gesch. der Theol. u. der Kirche von Bonwetsch-
SeebergIII,6 Leipz. 1899] p. 85-87.
1) Als Korjq bezeichnet er sich selbst in Büchern, die er herausgab,
und in Hss., die er geschrieben hat. Ob Sathas recht hat, der 1. I. p. 181
mitteilt, er war aus Kydon, oder Beludes, der ihn in seiner Schrift:
'EXXtjvojv bQd-oöögwv anoixia ev Bsvsxlq. Yen. 1872 p. 132 „ix Xävöaxog"
sein läßt, weiß ich nicht.
2) Vgl. z.B. die Einträge, die sich in der griech. Hs. der Pariser
Nat. -Bibliothek, Nr. 1327 finden. F. 194v steht die Unterschritt: Oeov
rb ööjtjor xal Za/c.olov i£QE<oq nbvoq. rov Koqxbq, tov xaxä xbofiov
SxoQÖikrj, rov 6h TtaQ* irtlxXTjv MaQa<paoä\ + etc., ,a<p§ß0V',*EvETi%oi> ;
f 259v steht: Tb napbv ßtßXlov iyQä<prj nag' ifiov Za/c.olov ieoe(oq tov
Korjxbq tov Maoacpaoä etc. Transcriptus et recognitus Über hie est ex
vetustissimo exemplari Cretico: Venetiis, a. 1562, impensa facta aureorum
x. Zacharias sacerdos transcripsit et habuit. Vgl. auch Ms. Gr. 1828 fA
und Ms. Gr. 2426 fA [Mitgeteilt in: Revue des bibliotheques. II. 1892
Par. p. 174sq. in dem Aufsatze: H. Omont, Les mss. grecs dates des 15 e
et 16 e siecle de la Bibliotheque Nationale et des autres bibl. de France].
3) Cf. a) Die Einträge im Ms. Gr. 2745 der Pariser Nat.-Biblioth.
Fol. A [Bemerkung des ehemaligen Besitzers der Hs.. des französischen
Gesandten in Venedig, Hurault de Boistaille]: Transcriptus a Zacharia
Graeco, etc. 1563. F 131 v die Unterschrift: Za/y.oU<; hotvq [Rev. des
bibl. II. 1892 p. 176]. b) Die Bemerkungen in zwei im J. 1563 von Zach,
herausgegebenen Schriften. Die eine Schrift ist ein Horologium. In ihr
heißt es: Tb itaobv ojQoXbyiov ixvnoj&)j iv'EvEziaiq iv oixIcc'Avöqeov tov
SmvsXXov . . . STtifiskEiq rt xal £7ti6iOQ&d>OEi Za%aoiov isoecaq axog-
övXlov xQrjrbq rov imXEyofXkvov [iaQct<pa()ä, xal htixobnov tov tfjq Ktov-
oravrivovnb).eo)q olxovfiEvixov itaxoiaQxov xvoiov'Icoäoaq). "Exei Tri anb
rrjZ ivoäoxov oixoro/nlag rov xv ijiuöv'lf Xv. <'<{ cy . lovXXlqt ~ . [Legrand,
Bibl. Hell. T. I. Par. 1885 p. 319]. Die andere im .1. 1563 von Zach.
herausgeg. Schrift ist: Nixt/xa rpiXoobyov rov xal daßld EQfiqvsia £iq tä
TETQaGTiyu xov fiEyäXov naxQoq rorjyoolov tov NatyavZflvov. Ven. 1563.
In ihr steht auf der Vorderseite des letzten Blattes: Tä naoövxa tetqÜ-
orr/a . . . rervTTojrai (aev iv 'Eveziatq ev olxiq xvqlov *PoayyLaxov tov
Qavirov. nbvio 6h tioXXoj xal nXsiot^ ircifiEXelq, Zr./coiov lEOsatq nxoo6.
xQjjtbq rov imXsy. fiapafpapä, xal irtixobnov rov ir\q Katvaxavxivova.
oixovfi.. naxQvaQipv xvqlov 'hoäorap . . "jthj 6h avv 9-jEÖi nigac EiXrjcps,
q<p^y änb xtjq ti-eoyoviag. /ucutaxrtjotcöroq byöb% (pS-ivovxoq . . . [Legrand.
Bibliogr. Hell. I. Par. 1885 p. 314]. c) Die Äußerung, die Franc. Turr.
in seinem 1563 zu Venedig erschienenen Buche: diaxayal zwv ayitav
änooxbXcav in den ÜQoXEybfiEva f 17a u. b tut: . . . Zayaoiaq i£Q£vq
xQ?jq b oxoq6vXioq b sntXEybftEvoq //.aoatpaoäg, avrjo nenaiSEVfiivoq xal
Xoyov EfjatEiQoq, vir Ss rov xrjq xoavaxavxivovnbXecoq TtaxQiaQxov xvqiov
'Iwaoatp tnlrQonoq 'EvexlrjOi ötazoißatv, und die Überschrift, unter der
I. 3. Zach. Skord. und der Apokritikos. ,S3
15641 lebte er in Venedig- und war Priester der griech. Gemeinde
daselbst. Ob noch länger, ist nicht erweislich2. Für die Jahre 1563
am Schlüsse dieser Prolegomena f I8a sechs griech. Distichen des Zach.
mitgeteilt sind: Zayc.olov lEQSoaq OXOQÖvXiov XQr/xbq VOV htiXeyofiEVOV
"r pcupagä, xc'i fatutgoitov tov t/%- xtavaxavxtvovTtöXecoq naxQiäQyov xv
'I<oäaa<p, itQoq tovq ivxsv^ofievovq z% ßt'ßXo).
1) In dem Buche: liegt vcöv ir\q avyyeveiaq ßad-fiöiv avionrixi]
avXXoy^ ix ihr.if i'iuor. avvTsS-sTaa naga. Zayaglov legscoq gxoqövXIov
xyijToi tov snovofiatflfievov (lagacpagä xal snixobnov tov xijq xmvaxavxi-
vovnbXemq oixovfievixov naxouxQfpv xvq'iov I<oäaa<p, ovv tolq aXXoiq
ixaxeoxQwd-i]. MavovrjXov leooöiaxovov xal fieyaXov %aoxo(pvXaxoq xr\q
/nsyä/.it: ixxXrjolaq. 'ixd-eoiq ccTtXovaxeoa, rl- xal ovvxofMoxeoa. avvxed-sTaa
7tao: rjfKÖv ttQtimq xal sxöo&eiaa. ooiOfiäi tov navayuoxaxov tj/luöv
Ssanbxov tov oixov/xevixov naxQiäoy>pv xvgiov ieqe/iiov, etc. steht auf der
Vorderseite des vorletzten Blattes: VV'r Ttaobvxa avvotxeoia ixvndt&T]
svsxiyGiv .'■')• oixla 'Iaxwßov tov Aeovyxivov etc. ovXXoy% xal htifxeXelq
Zt./. l£Q. GXOOS. XQTjXOq TOV STtOVOfX. in <><■(.. /.<:) htlXQOTtOV T. T. XCOVOX.
olxovfi. TtaxQvaQyov xvq. [im Buche ist nichts abgekürzt] 'I<oäaa<p. exet,
t<j> aitb tf\q ivoagxov ocxovofilaq xov xvqiov tj/icöv Itjaov xqioxov, ay§<f .
:')• firjvl exaxofißaiciivi [Legrand. Bild. Hell. T. IT. Par. 1885 p. 1 sq.].
2) Da und dort findet man Angaben, die auf einen längeren Auf-
enthalt des Zach, in Venedig hindeuten. Sie erweisen sich als unhaltbar.
In d-s Mart. Crusius Turcograecia, Bas. 1">84 steht p. 200 unter den anno-
tationes eine kurze Bern, bezüglich der griech. Georgskirche in Venedig.
Crus. sagt da: In libello Zayaoiov ieq. oxoqS. xotjxbq tov hiovo/xat,. (iao.
xal inixQonov r. t. Kwvax. oixov/i. naxQi. xvq. [im Buche ist nichts ab-
gekürzt] i<aäoa<p, 1569, sub finem adscripta est haec inscriptio. Es folgt
nun das Epigramm <\o* Midi. Sophianus \. löi>4 zur Einweihung der gr.
Georgskirche in Yen. Crus. gibt den Titel des Buche-, das er im Auge
hat. nicht an. Gemeint ist die v. /„-ich. herausgeg. Schrift: Tleol ttöv trjq
avyyeveiaq ßad-ficäv. Ven. 1564. Diese enthält am Schlüsse das Epigramm
des Sophianus [Cf. Legrand, Bibl. Hell. II. 1885 p. Isqq.]. „ 1569" bei Crus.
ist Schreib- oder Druckfehler für l")tl4. — Wenn es im Kataloge der griech.
Bss. der Bibliotheca Regia zu Paris T. 11. 1740 p. 388 bei Nr. L688 heißt:
Cod. ehart., "lim Huralti Boistallerii . . . Is cod. manu elegantissima
Zachariae, sacerdotis Graeci, qui operam Boistallerio locabat. a. Chr. 1572
exaratus est, so beruht die Angabe: 1572 offenbar auf einem Irrtum. Nach
11. Omont, Invent. sommaire 11. Par. 1888 p. L25 ist Kod. 1688 kein
datierter. Pur Zach. Skord. linden sich bei Omont [Cf. luv. somm. 1898
p. LIHsqq.] im Verzeichnisse der datierten -riech. Hss. der Pariser Na!
Bibl. etc. nur die Jahre: lötL* und 15(i3. Das Jahr 1572 komml in diesem
Verz. überhaupt aicht vor [Cf. auch in der Revue des bibl. 11. Par. 1892 die
\lili. v. <im,int. p. L sqq.]. 1572 ist das Jahr, in dem Huraull de Boistaille,
franz. Gesandter in Ven., für den Zach, mehrere Hse. abschrieb, Btarb
[Cf. Omont, Inv. somm. 18'.)8 p. Xl.\|. - Ganz iinl>egründet ist es, wenn
im Bellenomnemon Ath. 1843 p. 306 bemerkt wird, daß Zach, von L562
— 1588 in Venedig lebte. Die Annahme des Hell, rührt daher, daß das
6
g4 Schalkhausser, Makarios Magnes.
und lf)(>4 ist er zugleich als Ixvzqoüioc, des Patriarchen von
Konstantinopel, Joasaph, bezeugt1. Durch das Kopieren von
a. 1564 von Zach, herausgeg. Buch: lltyl z<5v xijg avyyeveiag ßa&firiüi
a. 1588 mit unverändertem Titel noch einmal erschienen ist [Cf. diesen
bei Legrand, Bibl. Hell. II. Par. 1885 p. 51sq.] und Hell, [so sag- Leb
Kürze halber für den Verf. des Art. „Zacharias Skord." im Hellenomnemon]
meinte, Zach, habe diese letztere Ausg. selbst noch veranstaltet. Daß
diese Meinung eine irrige ist, geht schon daraus hervor, dal' im Titel der
Ausg. von 1588 Zach, noch ircixQonog des Patriarchen Joasaph genannt
wird, während doch um 1588 Joasaph längst nicht mehr im Amte war.
Vgl. Mart. Crusius, Turcograecia p. 172, wo als Datum des Synodaldekrets,
durch das Joasaph des Patriarchats entsetzt wurde, angegeben i>t: Actum
a. 7073, mense Jauuar., indict. oct. Am Rande steht : A. Chr. 1564 [Nach
unserem Kalender war dies der Januar 1565]. Cf. ferner Legrand, Bibl.
Hell. 1. 1S85 p. 313. Dem Hell, ist es übrigens selbst aufgefallen, daß
noch auf dem Titel eines 1588 erschienenen Buches Zach, als htixQOTtoq
des Joasaph bezeichnet wird. Aber die richtige Erklärung dieses [Jm-
standes, die ihm allerdings dadurch erschwert war, daß er die Ausg. von
1564 nicht kannte, hatte er sich dadurch verbaut, dal) er glaubte, Zach.
müsse die Ausg. von 1588 selbst besorgt haben, weil er auf dem Titel
derselben sage: MavovrjXov ex&eotq anXovoxsQa ve xa\ avvrofimxsQa
ovvT£&£i6aa(ycLa)Q7iaQ' r\ixü>v xa\ ixöod-siGa cQiOfi<ü lövKwvor. naxQi&Qxov
TeQSfiiov. Der hier erwähnte Jeremias sei der II. dieses Namens. d*-v
1571 — 94 regierte [Cf. Hell. p. 312]. Aber der Satz: MavovijXov etc. Lst
nicht, wie Hell, annimmt, eine Bemerkung, die erst der Ausgabe von 1588
durch Zach, beigefügt wurde. Er findet sich schon in der von 1564
[S. oben S. 83]. Ja auch in dieser rührt er nicht von Zach. her. Er
geht vielmehr auf Manuel selbst zurück und stand bereits in dess
Schrift [Cf. Sathas, NeoeXkyvuct} tpiXoXoyia, Ath. 1868, Art.: Manuel
Korinthios, p. 124]. Der im Titel genannte Jeremias ist Jeremias L. der
von 1520 — 1545 Patriarch war [Cf. Ph. Meyer, 1. 1. p. 35 und 170]. Dem
Hell, war, wie gesagt, die Ausg. von 1564 nicht bekannt. Dennoch hätte
er darauf kommen können, daß die von 1588 nicht mehr von Zach, ver-
öffentlicht wurde, da in ihr, wie aus dem Hell. p. 317 selbst erhellt, ein
anderer als Herausgeber ausdrücklich genannt wird. Es ist in ihr nämlich
bemerkt: Tic nagovxa ovvoixsGia exv7tai9-t) sv ivexiaig .••>• oixia HtzQov
vov tCßvixov xal em/ieXelct rswQyiov teQsiog ßXaaxov *o/,rö_.- tov enovo-
fiatpfiivov rcovviaXsxov, %xei etc. acpnri [Hell. p. 317]. Wir es in der
Ausg. von 1564 heißt, ist oben S. 83 zu finden.
1 Vgl. oben S. 82 Anm. 3 u. S. 83 Anm. 1. Im J. 1562 war Zach.
nicht STtlxQOTiog. In den 1562 von ihm geschriebenen Mss. nennt weder
er selbst sich so, noch bezeichnet ihn Boistaille als solchen [Cf. Anm. 2
oben S. 82]. A. 1563 und 1564 dagegen ist er in den von ihm herausg _
Schriften durchweg als hcixQOTtoq d^> Patriarchen Joasaph angeführt.
Aber nur für diese zwei Jahre wissen wir. daß er es war. Als Joasaph
im Jan. 1565 abgesetzt wurde, wird es auch mit der £itixQ07tOQ-Würde des
Zach, ein Ende gehabt haben.
I, 3. Zach. Skord. and der Apokritikos. S.")
Hss. a verschaffte er sich einen Nebenverdienst. Unter dem Namen
dieses Zach, ist uns ein kleines, griechisch abgefaßtes Schriftchen
überliefert, indem zwölf Fragen des „Klaudius" (Juise, Kardinals
von Lothringen, beantwortet werden. Der Kardinal wollte wissen2,
ob die Griechen an die Verwandlung [transsubstantiatio] glauben,
das Opfer bei der Eucharistie für ein Dank- oder Sühneopfer halten
etc., und Zach, setzt ihm in zwölf Antworten, in denen mehrere
Schriftstellen und nicht wenige griech. Kirchenväter und spätere
griech. Kirchenlehrer zitiert und verwertet sind, auseinander, was
die anatolische Kirche hinsichtlich der fraglichen Punkte lehre.
Für uns kommt dieses Schriftchen deswegen hier in Betracht,
weil in der Antwort auf die erste Frage Makarios Magnes zitiert
und eine freilich nicht neue Stelle aus ihm angeführt wird.
Die einzige gedruckte Ausgabe, die vom griech. Texte der
Zach. -Schrift existiert, ist die, die Lami nach einem Riccardi-
auus3 in seinem Büchlein: Deliciae eruditorum T. 4. Flor.
L738 p. 1- sqq. veranstaltet hat und in Form einer langen nota
hier mitteilt. Zum griech. Texte, der reich an Druckfehlern
und Nachlässigkeiten ist, gibt Lami eine lat. Übersetzung sowie
einleitende und erklärende Bemerkungen. Außer in dem von
Lami alleinbenützten Rice, findet sich «las Schriftchen des
Zach, noch in drei Hss., einem Yindobonensis4, Ambrosi-
1) So z. B. tTir den schon erwähnten Hur. de Boistaille. In der Nat.-
Bibl. zu Pari- befindet sich eine Anzahl griech. Kodizes, die Zach, ganz
oder teilweise geschrieben hat [Cf. H. ' >mont, Inventaire sommaire. Par. 1898
p.XXVUI und LT).
2) Die Fragen des Lothringers [Cf. über sie auch Ph. Meyer. Die
theol. Litt. d. gr. Kirche im lf>. Jahrh., p. 85 sqq.] beziehen sich, worauf
schon Lami, Del. eruditorum T. 4. Flor. 1738 p. 70 sq. in seiner Weise
hindeutet, auf Lehren und Gebräuche, die im Reformationszeitalter den Gegen-
stand des Streites zwischen den Römischen und Evangelischen bildeten.
3) Es ist der Rice. K. I. 8., chart., ff. 105, s. 16., nichl datiert. Dir
Abhandlung des Zach, stehl f. 48sqq. Über den Rice. vgl. Lami 1.1. p. XXI;
Lami. Catalogus codicum mss. qui in bibl. Riccardiana Florentiae adser-
vantur, Liburni 1756 p. 127: G. Vitelli in: Studi Italiani di filologia classica.
II. Fir. 18!>4 |». 477 sq.
4) Cod. ms. Theol. Gr. :):!l der Wiener Hofbibliothek, chart., ff. 17.
nicht datiert. Kr enthält nur die Zach.-Schrift. Über ihn vgl. Nessel,
Catalogus . . codd. mss. Graec. . . . bibl. Caesareae Vindob. Vindob. ••(
Norimb. 1690. I.Teil: codd. theol. Gr. p. 143 Nr. 331; Lambecii commen-
tarii de bibl. < !aes. Vind. Ed. altera studio . . Kollarii. Vind. 1778. Kol. 4'.'1 sq.
Nr. 286. DaU der Kodex schon a. 1583 in der Wiener Bibl. war, schließe
ich aus einer Bemerkung in: Bibliotheca Gesneri . . . amplificata per
J. J. Prieium Tigurinum. Tiguri 1583, p. 316, Vrt.: Guisius Cardinalis.
86 Schalkhausser, Makarios Magnes.
anus1 und Parisinus2. Der Paris, ist die einzige datierte Hs.
unter ihnen [1581].
Ferner spricht Jo. A. Fabricius in seiner Bibliotheca
Graeca, T. 13. Hamb. 1746 p. 809 von einer lat. Übersetzung,
die Leunclavius von unserer Schrift angefertigt habe, bemerkt
aber: Claudii Card. Guisiani 12 quaestiones et Graecorum ad
eas responsiones ex Leunclavii interpretatione, cuius Simlerus
meminit, non vidi3. Lanii erklärt in: Del. erudit. T. 4. Flor.
1738 p. 70, ihm sei nicht zweifelhaft, daß die von Fabr. er-
wähnte Übersetzung des Leunclavius niemals gedruckt wurde
oder, wenn ja, daß alle Exemplare derselben so gut wie ganz
vom Erdboden verschwunden wären. Lami täuschte sich.
Leunclavius hat in der Tat das Schriftchen des Zach, ins La-
teinische übertragen und die Übersetzung dem Drucke über-
geben. Nur hat er dies in einem Buche getan, wo man sie
nicht suchen würde, in: Rerum Moscoviticarum commentarii
Sigismundi Liberi Baronis in Herberstain, Neyperg et Guettenhag.
. . Basileae 1571. Dieses Buch enthält außer der Schrift des
Herberstain und anderem zwei Beilagen aus der Feder des
Jo. Leuvenklaius: die Abhandlung des Zach, ins Lateinische
übersetzt4 und einen „Commentarius de bellis Moscorum". Für
uns kommt nur die erste Beigabe in Betracht, die p. 195 — 204
steht. Sie beginnt mit einem Widmunosschreiben des Leu-
venklaius, aus dem folgendes augeführt zu werden verdient:
1) Cod. ms. Gr. Ambrosianus 0 142 sup. Über ihn vgl.: Catalogus
codicnm Graecorum bibl. Ambrosianae. üigesserunt Aem. Martini et Dom.
Bassi. T. IL Mediolani 1906, p. 694—697. P. 697 findet sich über den Teil
des Kodex, der die Abhandlung des Zach, enthält [ff. 128 — 137], die Bern.:
an manu Zachariae Scordylis? — Nach dem Eintrage, der im geschriebenen
Inventar der Mss. der Ambrosiana steht, war die Hs. einst Eigentum des
Jo. Vinc. Pinellius [J. V. Pinelli, ein in Padua lebender Gelehrter, geb. 1"),",").
gest. 1601. Cf. Vita ,1. V. Pinelli, auctore P. Gualdo. Aug. Vind. 1607].
2) Cod. ms. Gr. der Pariser Nat.-Bibl., Ancien fonds, Nr. 949, ehart.,
ff. 198, der ganze Kodex a. 1581 durch Pantaleon Mamouka geschrieben.
Die Schrift des Zach, steht f. 118v — 126v. Über deu Kod. und seinen
sonstigen Inhalt vgl.: Catalogus codd. mss. bibl. regiae. T. 11. Par. 1740
p. 185 Nr. 949; H. Omont, Inv. sommaire des mss. Grees de la bibl. nat. I.
Par. 1886, p. 182 und: Rev. des bibliotheques II. Par. 1892 p. 199.
3) Die Notiz, die Fabr. hier meint, ist offenbar die, die sich in der
Bibliotheca Gesneri amplificata per J. J. Prisium Tigurinum. Tig. 1583
p. 466 im Art. Jo. Leuvenkalius findet.
4) Zu beachten ist, daß Zach, in dem Exemplare, das Leuvenkl. be-
nutzte, nicht als Vf. genannt wird und darum der Name Zach, bei Leuven-
klaius nicht vorkommt.
I, 3. Zach. Skord. und der Apokritikos. 87
Jo. Leuvenklaias S. D. Alberto patruo suo, . . Misi ad te uon
ita pridera, Alberte patrue, Gregorii Nyss. 1") libros, de mss.
exemplaribus Graecis a nie superiori auno Latinam in linguain
conversos meaque priraum opera publicatos. Redeo nunc alio
quodam cum miniere, quod ipsum quoque gratum tibi fore
confido. Complexus sum brevi commentario gentis Russicae
tibi notissimae bella, . . Cum hoc scriptum meum typographus
commentariis rerum Moscoviticarum Sig. Baronis Herbersteni
. . subiici posse diceret, non solum id a nie passus sum im-
petrari: sed etiam aliud quasi tJcifisrQOV addidi, quod iisdem
commentariis adiungi commode videretur. Moscorum et Grae-
corum eandem esse de religione sententiam constat, non partim
in quibusdam doctrinae partibus ab auctoritate Romani Pouti-
Hcis recedentem. Qua de re cum ab amico meo, Claudio
Auberio Triuncuriano Gallo, excellentis ingenii viro, nuper
interrogationes paucas accepissem, a Cardinali Guisano Graecis,
qui Veuetiis vivunt, propositas, et Graecorum ad eas respon-
sioneni : rem nie studiosis harum rerum non ingratam facturum
putavi, si scriptum hoc ipsum Latina lingua douatum prioribus
adiungerein, . . Exstant in eodem t'ragmenta nonnulla scrip-
torum, qui nobis ignoti sunt, Magnetis, Nie. Cabasilae etc.
Vale. a. d. 15. kal. Febr. anno 1571.
Da die Übersetzung des Leuvenklaius älter ist als z. B.
die Pariser Hs. [1581], auch seine griech. Vorlage, wie es
scheint, mit keiner der 4 Hss., die wir von der Schrift des
Zach, haben, zusammenfällt1, so ist diese Interpretation gleich-
falls zu berücksichtigen2.
1) Beachtet man, daß von den 4 Hss. der Rice, allein, wie Leuven-
klaius, nicht den kretischen Priester Zacharias als Vf. nennt, sondern statt
dessen allgemein "EXXijveg sagt, ferner, daß der Rice, wie Leuv., den
vollständigen Schluß hat, der im Parisinus ganz fehlt, im Ambro.-,, verkürzt
und nur mich im Yindoh. unversehrt i.-t, so erkennt man. daß die griech.
Vorlage des Leuvenkl. dem Rice, am nächsten steht. Daß sie mit ihm
schwerlich identisch ist, zeigen die mancherlei Verschiedenheiten im ein-
zelnen, die man findet, wenn man den Text des Rice, bei Lami mit der
Übersetzung des Leuvenklaius vergleicht. Wollte man eine sichere Ent-
scheidungtreffen, so wäre erforderlich, die l griech. Texte der Abhandlung
des Zach, nach den 4 Hss. unter sich zu vergleichen, so die Sonderlesarten
de, Rice. ZU ermitteln und zuzusehen, ob sieh diese auch bei Leuvenkl.
linden. | );, für mich nur das Mak. -Zitat in Betracht kam. hatte ich keinen
Anlaß, diese Untersuchung "der die des Verhältnisses, in dem die t IL-.
der Xaeh. -Schritt /u einander stehen, vorzunehmen.
2 Von der Übertragung <\<i> Leuvenkl. macht, ohne sie mit einem
Worte zu nennen, J.Coccius in seinem Thesaurus catholicusT. II. Coloniae 1620
gg Schalkhausser, Makarios Magnes.
Ich teile nun Titel und Makarios-Zitat der Abhandlung
des Zach. mit. Dabei lege ich den Text des Rice, nach Lami
zu Grunde und füge ich die abweichenden Lesarten der drei
von Lami nicht verwerteten Hss., die ich selbst eingesehen
habe, und den Wortlaut der Übersetzung des Leuvenklaius bei.
Die Überschrift lautet nach Lami 1. 1. p. 72: 'Egarrijöeic, iß'
tov aiöaiöificordtov Kagdivattov zijq AmgivrjQ xvgiov KXav-
Ölov rrjg rovlörjq xal avrajtoxgiöEig Jtgbq tkitic EXXrjvov.
In der Antwort auf die erste Frage fiudet sich die Stelle:
5 cO 61 Mäyvrjg öidaöxaXoq agyalog mv ovratg h> ajtoXoyia töv
svayybXlov xgog &£Oö&£V7) (///<>), <>ti /) ii-yaoiorlc aXrjd-mg
Ocöua xal ai/ia tov Xgiörov ov tvjcoq Oa)(iarog xal aifiarog
mg tivag gaipcpdrjöavTeg jcsjiiygojfisvot tov vovv eXeyov1.
Bevor wir an die Untersuchung dieses Zitats gehen, ist
es notwendig, festzustellen, wann Zach, unser Schriftchen ge-
schrieben hat. Leider ist hierüber weder in diesem selbst noch
;ni verschiedenen Stellen [cf. p. 617, (i(i4, G91, 814, 857, 876] unter der
Überschrift rGraeci Veheti [oder ä.] 1570" Gebrauch. Auch die Notiz des
P. Colomesius in den Paralipomena ad G. Cave chartophylacem ecclesi-
asticum, Lips. 1687 p. 22: Auctorem hunc [sc. Magnetem] laudant Graeci
in responsionibus suis ad Cardinalem de Guise, beruht auf der Benützung
der Übersetzung des Leuvenklaius. Sechs Fragen und Antworten aus ihr
[die 1., 4., 6.. 7., 11 und 12.] sind unter dem Titel: Ex Claudii Card.
Guisani XII quaestionibus, et Graecorum schismaticorum ad eas responsis
sex capita ex interpretatione Jo. Leunclauii [nur lat.] abgedruckt in: Acta
orientalis ecclesiae contra Lutheri haeresim . . opera ac studio D. Emau.
a Schelstrate. Romae, 1739, p. 134—139.
1 iß' fehlt im Ambr. u. Par. — 2 aldsaifMaxärov Par., alSsaifioxaTOV
Ambr. u. Vind., bei Leuv. ist das Wort nicht übersetzt — t>,z Aooivi^
bei Leuv. nicht übersetzt — xvqov Yitelli [Studi ital. di filol. class. II.
1894 p. 477 sq.], xv Ambr., xv Par., auch im Vind. ist eine Abkürzung
gebraucht: bei Leuv. nicht übersetzt — 3 TiQoq rccvzag Vitelli — Statt
'EkXfjVOJV haben Ambr., Par., Vind.: Ze.yayiov legecaq tov Kqtjtoq. Im
Rice, und bei Leuv. ist kein bestimmter Vf. geuannt. Bei Leuv. lautet
die Überschrift: Claudii Cardinalis Guisani XII quaestiones, et Graecorum
ad eas responsiones — 5 ärtö.oyla Par. — 6 </■// Ambr.. </_^ Par.. <pt]<rlv
Vind. — i-v/e.oinxtia Vind. — 7 c.iiw. Ambr. und Par. — tov xv Ambr.
und Par., tov Xqigtov Vind. — ai/iazoQ Ambr., y.c.) ai/iaxog fehlt im Par.
— 8 7i£7i(i)Qa)fj.6VOt Vind., TttTUjoio/a'roi Ambr. u. Par.
1) Übersetzung des Leuv.: Priscus autem doctor ille Magnes in eu-
angelii apologia, quam ad Theosthenem scripsit: Revera, inquit, corpus et
sanguis Christi est eucharistia, non sanguinis et corporis figura, quem-
admodum nugatores quidam pjirum inenti- cnmpotes tradiderunt.
I. .'!. Zach. Skord. and der Apokritikos. S'.t
in einer der 4 Hss. noch bei Leuvenklaius noch sonstwo, soweit
meine Kenntnis reicht, eine genaue Mitteilung enthalten. Es
bleibt uns daher nichts anderes übrig, als vermutungsweise den
Abfassungstermin der Zach. -Schrift zu bestimmen. Wenn Leu-
venklaius in dem Widmungsschreiben, mit dem er seine Über-
setzung einleitete und das datiert ist: a. d. 1 ö. Kai. Febr.
anno 1571, sagt: Ich habe die Fragen des Guise und die Ant-
wort der in Yen. lebenden Griechen darauf „nuper" erhalten
[S. oben S. 87]. so steht soviel fest, daß Zach, seine Abhand-
lang spätestens a. 1570 verfaßt hat. Noch genauer läßt sich
der Zeitpunkt der Entstehung des Schriftchens fixieren, wenn
man ins Auge faßt, um was es sich in ihm handelt. Es ent-
hält, wie schon bemerkt wurde, die Antworten, die der Priester
Zacharias Cretensis im Xamen der Griechen zu Venedig1 auf
die Fragen gegeben hat, die Claudius Guise, Kard. von Lothr..
über einige der Glaubenslehren und kirchlichen Gebräuche, die
von Luther, Calvin und anderen bekämpft wurden und auf
dem Konzile zu Trient den Gegenstand vieler und nicht selten
erregter Verhandlungen bildeten, an die Griechen zu A'enedig
richtete. Der Fragesteller wird in allen 4 Hss. übereinstimmend
und unzweifelhaft Claudius Guise. Kard. von Lothringen, ge-
nannt-. Einen Claudius Guise, der zugleich Kardinal von Lothr.
war. hat es jedoch nicht gegeben; dies weist Lami Del. erud. T. 4.
p. XIX sqq. nach. Nach Lage der Dinge kann in unserer
Schrift kein anderer Guise gemeint sein als jener berühmte
Karl von Guise. der 1550 — 1574 die Würde eines Kardinals
von Lothr. bekleidete". Von ihm ist bekannt, daß er an der
1) Daß die responsiones in Venedig geschrieben wurden, ist uns nur
durch Leuvenkl. überliefert. In den 4 II--. ist nirgends angegeben, wo
/ach. Lebte und die Antworten verfaßte.
2 Bei Leuvenkl. heißl es bloß: Claudius Cardinalis Guisanus.
3 Vgl. hierüber Lami I. I. p. XXsq. Dem Lami stimmten Spätere
l'ljer Karl v. Lothr. s. Freiburger Kirchenlexikon, _. Aufl. Art.
Lothringen. - \\ rie es kommt, dal.') dieser Kardinal v. Lothr., für den
meines Wissens kein anderer Vorname sich flndei als Karl, in den 1 II--.
der Abhandlung des Zach. „Claudius" und nur so, nicht etwa „Carolus
Claudius" beißt, vermag Lch nicht zu erklären. Schon Lami muhte sich
all. das Rätsel, da- im- die Bezeichnung „Claudius" in den II--. aufgibt,
zu lösen. Er fragt, "l, etwa Karl \. Lothr. noch den Namen Claudius
hatte. Da -•■in Vater Claude bieß, wäre es an sich nicht unmöglich. Nur
>teht dem entgegen, daß, wie erwähnt, von einem solchen Namen des
Kard. nirgends etwa- verlautet. Vielleicht darf man an einen durch üh-
J)(| Sckalkhausser, Makarios Magnes.
Spitze der Vertreter Frankreichs der dritten Periode des Konzils
zu Trient [1562 — 1563] beiwohnte und auf ihm eine her-
vorragende Rolle spielte. Freilich so zahlreich die Notizen
sind, die sich über ihn in Briefen und Tagebüchern aus der
Zeit des Tridentinischen Konzils und in Darstellungen desselben
finden, nirgends ist, soweit ich sehe, von seinen 1 2 Fragen
und davon die Eede, daß er sich mit ihnen an die Griechen in
Venedig gewendet1 und daß ein Priester derselben, Zach. Cret.,
sie beantwortet habe. Dennoch darf als sicher angenommen
werden, daß Karl v. Lothr., von dem lebhaftesten Interesse
für alle die Fragen erfüllt, über die auf dein Konzile beraten
wurde, einen Aufenthalt in Venedig dazu benützte, bezüglich
einiger der wichtigsten Fragen sich darüber Aufschluß zu er-
holen, wie die griech. Kirche lehre und es halte. Aus dem
Gesagten ergibt sich, daß nur ein solcher Aufenthalt des
Lothringers in Ven. in Betracht kommt, der in die dritte
Periode des Tridentinischen Konzils oder, da Karl von Guise
von Paris aus2 über Clairvaux3, Susa4, Turin5, Mailand6 und
Brescia7 sich nach Trient begab, erst am 13. Nov. 1562 hier
eintraf8 und erst im folgenden Jahre, 1563, Trient öfters auf
läno-ere Zeit verließ, in das Jahr 1563 fällt9. A. 1563 war
deutlichkeit der Schrift entweder von Zach, selbst oder von dem, der die
erste Kopie seiner Abhandlung anfertigte, verschuldeten Lapsus calami
denken.
1) Auch uicht in dem Büchlein: Eloges de quelques auteurs Krane;. i-.
Dijon 1742, das p. 33G— 349 von unserem Kard. und seinen Schriften
bandelt und 22 derselben aufzählt.
2) Cf. Muzio Calino im Briefe an den Kard. L. Cornaro vom 8. Okt.
1562 [in Steph. Baluzii Mi>cellanea, herausgeg. von Mansi, T. 4.. 1.
1764 p. 263],
3) Cf. den Bericht des Fr. Bartholomaeus archiep. Bracarensis iu :
Le Plat, Monumenta ad bist. conc. Trid. T. VII. 2. Lovanii 1787 \>. 148.
4) Brief Calinos an Cornaro vom 2. Nov. 1562 [Baluzii Miscell. ed.
Mansi. T. 4. p. 267].
5) Briefe Calinos au dens. vom 26. und 29. < »ktob. 1562 [Ibid.
p. 265 sq.].
6) Brief Calinos an dens. vom 5. Nov. 15G2 [Ibid. p. 269].
7) Brief Calinos an dens. vom 26. Okt. 1562 [Ibid. p. 265].
8 Le Plat, 1. 1. p. 89, 148 und 343.
\us einem Briefe, den Jo. Ant. de Taxi.- am 18. Jan. L556 von
Rom aus an Andr. Masius schrieb [Cf. Publikationen der Gesellscb. t.
Rheinische Geschichtskunde 11. Briefe v. Andr. Masius . . berausgeg. v.
Lossen, Leipz. 1886 p. 234], sehen wir. daß der Kard. v. Lothr. auch 155«*»
in Yen. war. Aber da es sich damals um Kriegsangelegenheiten bandelte,
kommt dieser Aufenthalt für un> nicht in Frage.
1,3. Zach. Skord. und der Apokritikos. 91
Karl v. Guise zweimal in Venedig. Das erste Mal war es
Unglück in der Familie, das ihn veranlaßte, von Trient weg-
zugehen und Venedig aufzusuchen. Schon am Dienstag den
1». März 1563 war ihm mitgeteilt worden, daß sein Bruder
ums Leben gekommen wäre. Diese Nachricht erschütterte ihn
aufs tiefste und als er am Mont. den 22. März vom fran-
zösischen Hofe einen Brief erhalten hatte, in dem ihm die
Kunde vom Tode seines Bruders bestätigt wurde1, verließ er
gleich am folgenden Tage, den 23. März, Trient-, um sich
nach Yen. zu begeben „auimi recreandi gratia" * und um dort
„les jours saincts" in Ruhe zu verleben'5. Der größere Teil
der französischen Theologen und Prälaten begleitete ihn4. Am
Samstag den 27. März kam er in Padua an5. Er blieb hier
einige Tage und reiste dann am Samst. den 3. April nach
Venedig. Wohnung nahm er im Kloster San Giorgio auf der
Insel S. Giorgio Maggiore6. Am 4. April war Palmsonntag7.
Der Kardinal brachte die ganze Karwoche [4. — 10. April 1563]
und die Osterwoche [11. — 17. April 1563] in Venedig zu. Erst
am Dienst, den 20. April kam er wieder nach Trient zurück8.
Eiu zweites Mal verweilte der Kardinal in Venedig, als er
auf der Rückreise von Rom begriffen war9, wohin er sich,
vom Papste eingeladen, am 18. Sept. 1563 auf den Weg ge-
1) Le Plat 1. 1. p. 121.
2) Le Plat. 1. 1. p. 213: vgl. ferner die Briefe des C. Vicecomes.
episc. V intimil., an Kard. Borromaens vom 22. und 2b. Mär/. 1563 in:
Baluzii Miscell. ed. Mansi 111. Lucae 1762 p. 452 sqq.
3 Le Plat 1. VI. Lov. 1786 p. 2b: Briet' des C. Vicecomes, episc.
Vint., \. 22. März 1563 [Baluz. Mise. T. III. p. 453] und Brief Calinos
vom 18. März 1563 [Baluz. Mise. T. IV. p. 302].
4) Brief des C. Vicecomes v. 25. März 1563 [Baluz. Mise. 111 p. 454].
5 Brief dess. [Ibid. p. 454, 19. Brief].
6) Ibid. p. 455 [19. BriefJ; vgl. ferner: Delle inscrizioni Veneziane da
Em. Ant. Cicogna. V. 4. Venezia 1834 [?] p. 264sq. und 7S1 [Statt L562
muß es liier jedoch beide Male 1563 heißen]: V. 6. Ven. 1853 p. 381
[1560 und 1562 hier ist unrichtig, es sollte 1563 dastehen].
7) Le Plal T. VII. 2 p. 122.
8) Ibid. p. 215 und 366; vgl. ferner den Brief Calinos an Kard.
Cornaro vom 27. April L563 [Baluz. Miscell. ed. Mansi T. I. Lucae 1764
p. 305] und Paolo Sarpi, Gesch. de- Konziliums von Trident, 7. Buch.
Deutsch von Winterer. 2. Autl. I. Bd. Mergenth. u. Leipz. 1844 p. 183.
9 Le Plal T. VI. Lov. 17m; ,,. 293 [Brief des Kard. an die Königin-
Mutter v. II. Nov. L563 .
92 Schalkhausser, Makarios Magnes.
macht hatte1. In Venedig traf er die französischen Gesandten,
die sich im Auftrage ihres Königs von Trient dorthin zurück-
gezogen hatten2. Pallavicini berichtet, daß der Kard. aus einem
doppelten Grunde über Venedig zurückgereist sei, „einmal, um
der Republik zu beweisen, wie sehr es den Bedürfnissen der
Christenheit entspreche, wenn das Konzil sobald als möglich
abgeschlossen werde; . . dann aber, um die franz. Botschafter
zu überreden, mit ihm nach Trient zurückzukehren, was ihm
aber nicht gelang3." Am 5. Nov. 15G3 traf der Kard. wieder
in Trient ein4. Sein zweiter Aufenthalt in Ven. wird somit
in die letzten Tage des Okt. oder die ersten des Nov. 1."><>-'J>
fallen. Da der Kard. bei diesem zweiten Aufenthalte von Rom,
wo er länger verweilt hatte, hergekommen war, dem Konzile
seit dem 18. Sept. 1563 nicht mehr beigewohnt und in Venedig
damit zu tun hatte, die franz. Gesandten zu beschwichtigen,
die ungehalten über den Gang der Verhandlungen in Trient
nicht mehr dorthin zurückkehren wollten, auch das Konzil
seinem Ende sich zuneigte, halte ich es nicht für wahrscheinlich,
daß er jetzt erst den Griechen in Ven. seine 12 Fragen vor-
legte. Das Nächstliegende ist, anzunehmen, daß er dies beim
Aufenthalte während des Aprils 1563, der ja auch ein längerer
war, o-etan habe. Und von Zacharias darf vermutet werden,
daß er ohne Säumen daran ging, die eqcottjöeiq des Kard. zu
beantworten5, und daß er, wenn nicht noch im April, dann im
.Mai 1563 seine Abhandlung fertig stellte und dem' Lothringer
übermittelte.
1) Le Plat T. VII, 2 p. 157 und 387 sq.; Brief Calinos vom 20. Sept.
1563 [Baluz. Mise. IV. p. 334].
2) Le Plat T. VI. p. 293; Paolo Sarpi 1. 1. 8. Buch [4. Bd.] p. 99
und 125.
3) Sforza Pallavicmo, Gesch. des Trident. Conciliums. Deutseh v.
Klitsche. 8. Bd. Augsh. 1836 p. 155.
4) Le Plat T. VII, 2 p. 244 und 391. Brief Calinos vom S. Nov. L563
[in Baluz. Mise. IV. p. 344].
5) Daß gerade Zach, sie beantwortete, ist nicht auffallend. Er war
damals der txiTQOTioq des Patriarchen von Kpl. u. stand im Rufe eines
avriQ nenaidsv/ievog xal Xoyov 'i^7tsi(}oc [S. oben S. 82]. In den Ant-
worten gebraucht der Vf. meist den Plur. der 1. Pers. [rjfieiq], einigemale
den Sing, derselben. Daraus ist ersichtlich, daß sie zwar im Namen der
Griechen gegeben wurden, aber doch als das Werk eines einzelnen zu
gelten haben.
1,3. Zach. Skord. und der Apokritikos. 93
In ihr findet sich, wie bemerkt, das oben S. 88 bereits
mitgeteilte Zitat aus dem Apokritikos des Mak. Es fragt sich
nun: Hat Zach, dieses Zitat dem cod. Yen. selbst entnommen
oder verdankt er es bloß einem anderen. Im ersteren Falle
hätte das Zitat für uns selbständigen Wert. Abgesehen von
einigen Folgerungen, die wir dann für unsere Apokr. -Stelle
aus der Art, wie Zach, den Mak. zitiert, und aus dem Wort-
laute, den die Stelle bei ihm hat, ziehen dürften, würde sich
für den cod. Ven. aus der Tatsache, daß ihn Zach. a. 1563
benützt hat, ergeben, daß die Hs. in diesem Jahre sich noch
in der Marciana befand. Da Zach, in Yen. lebte und mir
dem Kopieren von Hss. sich abgab, so wäre es an sich nicht
unmöglich, daß er den Yen. selbst eingesehen und aus ihm
die Stelle, die er in seiner Abhandlung anführt, abgeschrieben
hat. Wahrscheinlich ist es jedoch meines Erachten s nicht.
Vergleicht man nämlich das Mak. -Zitat, wie es bei Zach, lautet,
mit der denselben Inhalt bietenden Mak. -Stelle, die sich in der
gleichfalls a. 1563 zu Venedig erschienenen griech. Schrift des
Turrianus: harayal tcöv ay'vcov axoöToZwv f. 17-ta [S. oben
S. 51] findet, und bedenkt man, wie'Turr. in Aiaxayai f. 182a
und überhaupt in seinen Schriften den Mak. und dessen Werk
bezeichnet, so fällt einem folgendes auf: 1. Zach, nennt den Vf.
des Apokr. [o] Mdyvtjg, wie Turr. in den harayal. 2. Zach,
bezeichnet ihn als aQxalog diöaöxaÄoc, wie Turr. ihn regel-
mäßig als eineu alten oder sehr alten auctor einführt. Wenn
Zach, dabei statt 6vyyga<pevg öiödöxaXog sagt, so erklärt sich
das unschwer daraus, daß Zach. Grieche war. Für ihn. den
Griechen, war der griech. Kirchenschriftsteller der Vergangen-
heit nicht bloß auctor, wie für den röm. Theologen, sondere
öiödöxaXog. 3. Gleich Turr. betitelt Zach, das Werk des Mak.
nicht: 'AjtoxgiTixdg oder ähnlich, sondern: 'AjcoXoyia vov evay-
yeXiov. 4. Zach, hat in Übereinstimmung mit Turr. [f. 182a]
jtQOC d: <)<>!):' r/j. 5. Jener wie dieser schreibt statt ovöl zvjtoq
Ap p. 106,2 bloß: xai 6. Das Subjekt im Zitate des Zach,
und ebenso in dem des Turr. f. 174a ist: f) :r/r.ni<nii:. Dieses
// n'/cniOThc stammt nicht aus Mak. selbst. Bei .Mak. ist nach
dem Zusammenhange als Suhj. nicht it : ryr.n/nric. sondern
anzog y.i'j olvog [jcorqoiov] zu ergänzen (et'. Apokr. ed. Blondel
p. 106,1 sqq.). Der Ausdruck /) ev^ccgiörla kommt in dem
ganzen Apokr.-Kapitel, aus dem unser Zitat stammt [Kap. 23
94 Schalkhausser, Makarios Magnes.
des 3. Buches], nicht vor. Auch der Gedankengang in seiner
eigenen ersten djtoxQiöig konnte den Zach, nicht darauf bringen,
das Wort 7} tvyuiiurtUt zum Subjekte des Mak. -Satzes zu machen.
Zwar steht bei Zach, über der ersten Frage die Überschrift:
liegt r/jg JtQccrtrjg looT/'/Oiog ijyovv t/jj: hryicnior. uc~, aber mir
in 2 Hss., dem Rice, und Vind. Sie fehlt im Ambr. und Par.
und erscheint als unangebrachte Glosse, da auf sie noch die
weitere Überschrift: egcorrjOig a, die alle vier Hss. haben, folgt1
und sonst über keine Frage ein den Inhalt andeutender titulus
gesetzt ist. Dazu kommt, daß uns in der ersten Frage selbst
und in der ersten Antwort des Zach, der Ausdruck // iryaotOTic
[abgesehen vom Mak. -Zitat] nirgends begegnet. Er würde auch
in sie garnicht hineinpassen. Denn der eigentliche und einzige
Inhalt der ersten Antwort ist die Behauptung: Brot und Wein
werden in Leib und Blut Christi verwandelt. Das Subj. ist
für Zach, in der ersten Antwort immer: Brot und Wein, nicht:
>l £v%aQi<jTia. Dagegen wendet Turr. in seinen Scholien zu
den Aiarayai, namentlich in dem Scholion f. 173a — 178a, in
dem sich f. 174a die auch von Zach, angeführte Mak.-Stelle
findet, mit Vorliebe den Ausdruck rt sv/agiöTia an. Erwägt
man dieses alles, so sieht man: Zach, hat das Mak.-Zitat nicht
aus der Apokr.-Handschrift der Marciana geschöpft. Er muß
von Turr. abhängig sein.
Diese Abhängigkeit kann jedoch andererseits nicht etwa
darin bestehen, daß Zach, sein Mak.-Zitat aus dem 'gedruckten
Buche des Turr.: Aioxayai f. 174a abgeschrieben hat. Denn
Zach, weicht vom Wortlaute des Turr., der hier den Original-
text nicht genau wiedergibt2, mehrfach ab und diese Ab-
weichungen von Turr. sind fast alle zugleich Übereinstimmungen
mit dem oder Annäherungen an den Text der Hs. So hat
Zach, alrftmg. Bei Turr. steht nichts Dementsprechendes.
Im Apokr. heißt es xcct aXrfö-eiav. Zach, schreibt: vvjcog oc]-
fiarog xa) aiy,axog, also öc6tuaTog und aifiarog ohne Art., wie
das Original, Turr. dagegen: vor öcofiaxog xat ruf al'fiarog.
Bei Zach, liest man rog rireg wie in der Hs., bei Turr. ojcbq
rivtg. Bei Zach, fehlt im Zitate die Kopula Igt) wie im Apokr.
selbst. Turr. hat dieses sötlv. Bei Zach, findet sich nach
1) Im Vind. steht dieses igtörrjaiq d auf dem rechten seitlk-hen Rande.
'2) Richtig reproduziert ihn Turr. iu: De eucharistia, Romae 1576
p. 98 und Apost. Constitut. Antv. 1578 p. 217 [s. oben S. 45 und 52].
1,3. Zach. Skord. und der Apokritikos. ',).")
Ocöfia xal ciuc: noch tov Xqiötov, was bei Turr. nicht steht.
Im Apokr. lesen wir Xqiötov.
Aus dem Angeführten ergibt sieh, daß Zach, «las Mak.-
Zitat aus dem Werke des Turr.: Aiarayat etc. ebensowenig hat
als aus dem cod. Yen. selbst. Da aber das Zitat doch, wie
erwiesen, irgendwie auf Turr. zurückgehen muß, so bleibt
nichts anderes übrig als anzunehmen, daß Turr. dem Zach,
die Stelle wortgetreu aufschrieb und Zach, sie mit einigen
Änderungen1 in seine Abhandlung aufnahm. Zu statten kommt
der Annahme, daß Turr. dem Zach, das Mak.-Zitat zur Ver-
fügung stellte, was uns über Beziehungen des Turr. zu Zach,
bekannt ist. Beide Männer waren, wie schon früher erwähnt
wurde, a. 1563 zu Venedig: Turr., weil dort seine griech. Schrift:
harayäl etc. im Drucke erscheinen sollte, Zach., weil er dort als
Priester lebte. Daß sie einander kannten und mit einander
befreundet gewesen sein müssen, sehen wir aus den üqo-
/Leyofisva der Aiaxayai des Turr. In ihnen beruft sich Turr.
f. 17a u. b für eine Handschrift auf das Zeugnis des Zach.
und sagt von ihm: ;/<:oti%^ Zaj(aQiaq lEoevg . . . ötaTQißmv
[s. oben S. S'2]. Zach, hinwiederum hat zum Lobe der Schrift
des Turr. [ iiarayal] ein Gedicht von 6 Distichen verfaßt und
Turr. diese am Schlüsse der ÜQoXeyofiEva der Itarayal unter
der Überschrift: Ze.yc.nlor . . . ß'ißlcp [s. oben S. 83] mit ab-
drucken lassen. Vermutlich hat Turr. dem Zach, vor oder zu
der Zeit, wo an diesen die Aufforderung erging, die Fragen
des Kardinals von Loth. zu beantworten, von dem Ausspruche
des Mak. mündlich Mitteilung gemacht und ihm dann den
Wortlaut desselben notiert. Da Turr. dem Zach, nur diese
eine Stelle aufschrieb, mußte er sie durch eine Bemerkung
über Mak. und den Fundort der Stelle einleiten und durch
die Hinzufügung eines Subjektes ergänzen. Beides tat er in
seiner Weise-'. Zach, aber — dies ist das Resultat unserer
1) Die Änderungen sind: akrj&äiQ statl xax aXq&euxv ; QaxpwöijGi vteq
f/.:yiir statl iggccxpctötjoav und daß der positive Satzteil vor den negativen
gestellt ist.
_ Die harayal des Turr. werden im Juli 1563 erschienen sein.
Vgl. den Brief, den der [Cardinal rlosius von Trient aus an Guil. Sirletus
unter dem 29. Juli 1563 [die Jahrzahl L567 in der Ausg., die ich vor mir
hatte, ist Druckfehler] schrieb [Opera Stan. Hosii. T. IL Col. 1584 p. 209 .
Daß Zach, seine Abhandlung verfaßte, bevor er die Scholien des Turr. in
dessen Buche ht u yi < gelesen hatte, wird dadurch wahrscheinlich gemacht,
Schalkhausser, Makarios Maines.
Untersuchung — hat aus der Reihe derer auszuscheiden, die
ihre Mak. -Zitate direkt aus Hss. des Apokr. schöpften1. Auch
er ist nur einer der vielen, die dem Turr. verdanken, was sie
von Mak. wissen und mitteilen"2, und unsere Kenntnis des
cod. Yen. erfährt durch ihn, Zach., keine Bereicherung.
Mehr wird sie gefördert, wenn wir auf Grund alter
Handschriftenverzeichiiisse und anderweitiger Nachrichten die
Geschichte des codex Venetus verfolgen und so das wenige
zu ergänzen suchen, was uns Turr. über diesen Kodex berichtet.
4. Die Geschichte des cod. Venetus.
Man hat gemeint, der cod. Veu., der den Apokr. des
Mak. enthielt, stammte wie die anderen Hss., die sich im
16. Jahrh. in der Markusbibliothek befanden, aus dem Ver-
mächtnisse des Kard. Bessarion::. Nachweisbar ist es jedoch
nicht. In dem sog. Originalindex nämlich, d. h. in dem Hss.-
Verzeichnisse, das Bessarion selbst, als er seine Kodizes dem
h. Marcus in Venedig vermachte4, der Schenkungsurkunde bei-
fügte und das mit dem 14. Mai 1468 datiert ist5, ist der
Apokrit. des Mak. Magnes nicht genannt.
daß Zach, in seiner ersten Antwort den Unterschied zwischen zvtcoq und
avzixvTiov noch nicht beachtet. Turr. dagegen im Scholion f. 173a — 178a
beides scharf auseinander hält und zu erweisen sucht, daß Brot und Wein
nicht zvTCOi, wohl aber avxixvna des im Himmel befindlichen Leibe.~ und
Blutes Christi wären. — Auch diese Wahrnehmung bestätigt den Zeit-
ansatz, der oben bezüglich der Abfassung der Antworten des Zach, ge-
macht wurde.
1) Damit werden auch die Folgerungen, die Frühere [z. B. Magnus
Crusius cf. MiPaGrX. 1368 D und Pitra, Spie. Sol. I. p. 305 sq. n. 4: 308
n. 31 aus dem Wortlaute des Zach. -Zitates zogen, hinfällig.
2) Die Meinung Pitras 1. 1. p. 548, Zach, habe bei seinem Mak. -Zitate auf
Jo. Antioehenus ..zurückgeschaut" [respexisse], bedarf keiner Widerlegung.
3) So, wie es scheint, Lami in: Deliciae eruditorum T. 9. Flor. 1740
p. XXVII sqq.; ferner Car. Jo. Xeumann in: Juliani imper. librorum contra
Christianos quae supersunt. Lips. 1880 p. 15 und Gaston Boissier in seiner
Rezension der eben erwähnten Schrift Neumanns im -Journal des >avants"
Par. 1882 p. 560.
4) Sämtliche Originalurkunden, die sich auf diese Schenkung Bessarions
beziehen, sind vereinigt im cod. Marc. Lat. XIV. 14, dessen gesamte Texte
IL <>mont in der Revue des bibliotheques IV . Par. 1894 p. 129 — 1S7 ver-
öffentlicht hat. Der Index ist, wie das übrige, vollständig.
5) Dies das Datum der Schenkungsurkunde, das auch für den fndex
gilt [Omont 1. I. p. 145 sqq.].
I. 4. Geschichte des codex Venetus. 97
Auch in «lern von Larai in: Del. erudit. T. 9. Flor. 1740
p. 128 — 14H aus einem Riccardianus herausgegebenen weiteren
Verzeichnisse der Bücher Bess. ! findet er sich nicht. Dieses
Verzeichnis zählt die Bücher nach „capsae" auf und gibt von
jeder außer von der ersten das Gewicht an. Der Archetypus,
wie Lami nieinte (..forte archetypus" [MPG 161,713 — 714]),
ist es nicht; es wurde auch nicht, wie man Lamis Worte ver-
standen hat, angefertigt, als die Bücher für den Transport nach
Venedig verpackt wurden-. Es wurde zusammengestellt, als
die Bücher Bessarions in Venedig angekommen waren und den
Prokuratoren übergeben wurden3, und da die Ankunft der
Bücher in Venedig im April 1469 erfolgte4, wird auch unser
Verzeichnis aus diesem Jahre stammen, los ist somit das
Zweitälteste. Leider ist es sehr unvollständig. Während in
Wirklichkeit die Stadt Ven. 48 Kisten mit Hss. empfing5,
1) Aus Lami wiederabgedruckt in: MiPaGr T. 161, Lut. Par. 1866
[der Band, der die Werke Bess. enthält], Kol. 701 — 714.
- So C. Castellani in: Atti del R. Istituto Veneto di scienze, lettere
ed arti. 1896 97. T. 55 fSer. VII, T. 8] p. 317 [II prestito dei eodici
alla Biblioteca Marciana p. 311 — 377] Anm.: „In quest' indice [sc. in dem
von Lami veröffentlichten] le opere sono distinte per casse . . .. per modo
che sembra sia stato redatto a mano a mano che i Libri erano posti neue
per essere spediti a Venezia." Lami sagt: . . esse videtur is [cata-
logus], quem dum libros in capsis collocarent, concinnarunt illi, qui buic
negotio praeerant [MPGr 161,711 — 712].
3) Vgl. die Überschrift des Verzeichnis -;: ..Tabula librorum
tarn Graecorum quam Latinorum, quos . . card. Nicaenus . . dono dedit
sereniss. et excellentissimo ducali Venetiarum dominio: qui reconditi
(prout Koma transmissi fuerant) in capsis 30 commendati fuere magni-
ficis et genero.-is dominis procuratoribus aedis Divi Marci, tantisper
quoad instruatur ei exornetur domus aliqua bibliothecae, in qua reponi
debent pro communi studentium utilitate ac decore . . urbis huius cele-
berrimae" [MPG 161,701—702]. Das Richtige hat J. Morelli in: D
pubblica libreria di San Marco in Venezia dissertaz. storica. Ven. 177 1
p. XXIX: „Uno [sc. LndiceJ fatto in Venezia a tempo della donazione da
i . . lo trovo . . Land nella libreria Riccardiana etc."
1 Cf. J. Morelli L 1. p. XVDJsq.: ..II Senato fa< leroso dono
di 40(i ducati al maggiordomo d'esso cardinale, che ne) 1469. portö s
a Venezia i eodici e li presento alla signoria (1). [In Anm. 1> steht: Ex
S. ('. 1469. 21. Apr.]. Vgl. ferner: Revue des bibl. [V. L894 p. 135.
5 Cf. Jos. Valentinelli, Bibl. ms. ad S. Marci Venetiarum T. I. Ven.
1868 p. 36 Anm. -: Senatsbeschluß: „1490, 8. maii in rogatis. Rever.
quondam card. nicaenus . . aobis donavit 48 forcerios eins librorum."
Cf. ibid. p. 22.
e n e t c. 3 1, 4 7
98 Schalkhausser, Makarios Magnes.
spricht unser Verz. nur von 30 capsae, teilt uns aber trotzdem
nicht den Inhalt von 30, sondern nur den von 21 capsae mit;
während es eine „tabula librorum tarn Graecorum quam Lati-
norum, quos . . card. Nicaenus . . dono dedit", sein will, fehlen
die lat. in ihm ganz und von den griech. ist nur ein Teil
aufgezählt1. Wenn in einem so lückenhaften Verz. der Kod.,
der den Apokr. des Mak. enthielt, nicht vorkommt, so läßt
sich hieraus nichts schließen2.
Zum ersten Male habe ich die Schrift des Mak. in dem
Verz. der Mss. der Marciana3 erwähnt gefunden, das ich für
das drittälteste, bezw. für eine Abschrift desselben halte. Es
befindet sich in der k. k. Hofbibliothek zu Wien und hat die
Signatur: Cod. Lat. 9652. Die Hs. ist chart. und in Pergament
oebunden. Auf dem Rücken des Einbands steht von alter
Hand: Catalogus libror Cardinalis Bessarionis. Gegen das
untere Ende des Rückens ist ein Zettel aufgeklebt, auf dem
von älterer Hand geschrieben steht: Cod. Recent: Xo. 535.
Die Maße des Blattes sind: 18,3X13,2 cm; die der be-
schriebenen Fläche c. 12 X 8,3 cm. Auf dem 7. der nicht
numerierten Blätter steht auf der Vorderseite in der Mitte von
der Hand, die das ganze Ms. schrieb: Inventarium librorum
Revermi: | cardinalis Besarionis Niceni in | Bibliotheca D. I
Marci. Auf der Rückseite dieses Blattes findet sich von der
gleichen Hand eine kurze Notiz über Bessarion aus Blondus
und darunter die Bemerkung: Numerus omnium- voluminum
980. Erst auf dem 9. Blatte fängt die Paginierung an. Auf
f. lr der paginierten Blätter ist die schon auf dem 7. nicht
numerierten Blatte mitgeteilte Überschrift: Inventarium etc.
wiederholt. Unter ihr beginnt die Aufzählung der libri. Zuerst
geschieht die der Graeci f. lrsqq., dann die der Latiui f. 21 r sqq.
1) Im ganzen 290 Kodizes, während im Originalindex 482 griecL
und 264 lat, Hss. verzeichnet sind [Rev. des hibl. IV. 1894 p. 149 — 179].
2) Es mag noch bemerkt werden, daß im Riccard. die capsae mit
Buchstaben [A, B, C, D, E usw.] bezeichnet und die Kodizes anscheinend
unter sie in der Hauptsache nach dem Anfangsbuchstaben der Verfasser-
namen verteilt sind. Gerade der Buchstabe M aber ist einer von denen,
die fehlen.
3) Dank der Freundlichkeit der Direktion der Wiener Hof bibliothek
konnte ich dieses Verz. in München in der k. Staatsbibliothek [im Sept.
1904] benutzen.
1. 1. Geschichte des codex Venetus. 99
Mit dem Verzeichnisse bei Lami stimmt das Wiener nur darin
überein, daß es gleichfalls die Bücher nach capsae aufführt1
und daß die capsae mit Buchstaben bezeichnet sind. Sonst
ist dieses von jenem völlig verschieden. Im Wiener Verz.
werden die capsae, was im Rice, nicht der Fall ist, auch noch
nach der Farbe unterschieden. Zuerst finden wir verzeichnet
die libri Graeci der capsae virides signatae A, B usw. bis Q,
dann die libri Graeci der capsae albae signatae A, B usw.
bis 1* und endlich die libri Latini in den capsae ferratae signatae
A. 1) usw. bis R. Zählt man die capsae zusammen, so kommen
16 — }— 15 — j— 17 = 48 heraus, demnach genau so viele, als laut
dem Senatsbeschlusse vom 8. Mai 1490 Bess. nach Venedig ge-
schickt hatte; vgl. oben S. 97/8 Aum. 5. (.los. Valentinelli 1. 1.
p. 36 Anna. 2). F. 33v endet das Verz. der libri Lat. und es
folgt die Bemerkung: Ego Alexander Busenellus Duca | lis
Secretarius Xotationi et Con | signationi suprascriptorum li-
brorum interfui | et per inventarium scripsi. | F. 34 werden
Bücher nachgetragen, die auf f. 31 r ausgelassen worden waren2.
1) Auch um die Zeit, für die das Wiener Verz. gill - worüber
nachher — bestand also noch der schon a. L494 in einem Senatsbeschlusse
beklagte Ül>elstand, daß die Mss. in Kisten aufbewahrt wurden und da
„situ atque rübigine" Litten. A. 1494 wollte der Senat diesem Mißstände
dadurch abhelfen, daß er beschloß, die libri Bessarionis ins Kloster San
Giovanni e Paolo zu schaffen. Der Beschluß kam nicht zur Ausführung,
es blieb beim alten. Vgl. hierüber: Nuova raecolta d'opuscoli scientific! e
filologici T. 20. Ven. 1770 |>. 165 Anin. — Bis a. 148") waren die Bücher
Bessarions in der aula novissima des Dogenpalastes untergebracht. l>a
man aber den Kaum für die ..Behörde der 40 für Zivilsachen" brauchte,
beschloß der Senat a. 148"), die Kisten mit den Büchern sollten in einem
Teile des Gemachs so aufeinander gestellt werden, daß sie möglichst
wenig Platz beanspruchen, und dieser Platz sollte durch eine Wand vom
übrigen Teile des Gemache-, getrennt werden [Cf. dos. Valentinelli, Bibl.
ms. ad S. Marci Ven. T. I. Ven. 18(>8 p. 34]. In dem so gewonnenen
Räume standen die Kodizes zu der Zeit, wo die im Wiener Verz. er-
wähnte Inventarisierung erfolgte, auch noch.
2) Daß die Wiener 1U. die f. 1 — 33 an verschiedenen Stellen aus-
gelassenen Bücher nicht am Ende der einzelnen capsae, sondern innerhalb
derselben nachträgt, bezw. deren l'lat/, durch das Zeichen ttt zwischen
den Zeilen genau bestimml und den Titel des ausgelassenen Buches am
Rande angibt, daß ferner f.31r so viele Bücher vergessen wurden und
die vergessenen nicht alle einer capsa angehören, sondern zwei o och der
capsa ferrata N. die übrigen der capsa ferrata 0 und daß von diesei
c. ferr. (| nicht alle oachgeholi werden mußten, sondern die 3 letzten am
7
100 Schalkhausser, Makarios Magnes.
Es fragt sich nun, wann die notatio und consignatio
geschah, von der unser Verz. redet. Eine direkte Angabe
enthält es hierüber nicht. Aber da sich f. 13 v die Xotiz findet:
Die ulto: Junij 1524. | II Magco: m. Gironimo Giustiniani
habbe (?) dal Magco; | m. Aloysi Pisani1 opere di Archimede
grece ch' e | rano In capsa uiridi signata P. | , so ist anzu-
nehmen, daß der 30. Juni 1524 der Tag war, au dem die con-
signatio der Bibliothek statt hatte. Wer sie übergab und an
wen die Übergabe erfolgte, ist im Verz. gleichfalls nicht gesaut.
Auch anderswo habe ich keine Nachricht des Inhalts gefunden,
daß a. 1524 eine notatio und consignatio der libri Bessar. vor-
genommen worden sei. Es kann sich jedoch meines Erachteus
um keine andere handeln als um die, die durch den Rücktritt des
Andr. JSIavagero nötig gemacht war. Andr. Navagero, der seit
1516 den Posten eines Bibliothekars der Marciana und Historio-
graphen der Republik Venedig bekleidete2, wurde am 10. Okt.
1523 zum außerordentlichen Gesandten an den Hof Karls V.
nach Spanien ernannt8. Es ist möglich, daß Xavagero darauf-
hin noch im J. 1523 sein Amt als Bibliothekar niederlegte,
wie einige behaupten4. Wahrscheinlich aber beruht diese Be-
richtigen Orte sich befinden, auch die ausgelassenen Bücher der c. f. 0.
die f. 34 aufgeführt sind, durch das Zeichen f f + nicht hinter, sondern
vor die 3 am rechten Platze f. 31 r befindlichen Bücher von c. ferr. 0 ver-
wiesen werden, dies alles erklärt sich nur, wenn unsere Hs. nicht < >ri-
ginal, sondern die Kopie eines bereits festgeordneten Verz. ist. Y\ ann
und von wem diese Kopie gefertigt wurde, und wann und wie sie nach
Wien in die Hofbibliothek kam, darüber bekommt man weder aus der
Hs. selbst noch aus den Wiener Katalogen Aufschluß. Sie ist mindestens
seit a. 1670 in der Wiener Bibliothek, da sie in dem 1670 erschienenen
3. Bande der von Lambecius besorgten „Commentarii de bibl. Caes. Vindo-
bonensi" bereits erwähnt ist.
1) Über eine 1529 erschienene Lebensbeschreibung des Prokurators
Aloys. Pisani cf. Foscarini, Della Letteratuni Veneziana. Päd. 175::
p. 299 nota 223.
2) Cf. Em. Ant. Cicogua, Delle inscrizioni Veneziane. Vol. ^ 1. Ven.
1853 p. 173.
3) „Del M. D. 23. addi 10. di Ottobre fui eletto per lo Consiglio di
Pregadi ambasciator in lspagna a Carlo V. Imp.", sagt Xavagero in seinem
Tagebuche: II viaggio fatto in lspagna ed in Fraucia dal Magnif. M. Andr.
Navagero oratore del Senato Veneto a Carlo V. imperadore [in: Andr.
Naugerii Patricii Veneti opera omnia. Cur. J. A. et Caj. Vulpiis. Patavii
1718, p. 343].
4) Z. B. Jae. Morelli in seiner Dissertaz. storica, Ven. 1774 p. vl
Sostenn' ogli [sc. Andr. Navagero] l'uffizio sin<> all' anno 1523, quando fo
J.4. Geschichte des codex Venetus. ]01
hauptung nur auf der Vermutung-, daß Nav., wenn er a. 1523
zum Gesandten gewählt wurde, noch im gleichen Jahre nach
Spanien abgereist sei1, eine Vermutung, die nachweislich falsch
ist. Navagero hat Venedig erst am 14. Juli 1524 verlassen2,
um über Padua, Parma, Pisa, Genova, Corsica, Barcelona nach
Toledo sich zu begeben (E. A. Cicogna, 1. 1. p. 175 sqq.). Und
so wird denn auch die consignatio, bei der er die Bücher
Bess. den Prokuratoren übergab, erst a. 1524 und zwar,
wie aus dem Wiener Verz. zu schließen ist, am 30. Juni statt-
gefunden haben3.
Die Notiz, die sich auf den Mak.-Kodex bezieht, findet
sich im Wiener Verz. f. 12 v, wo „libri Graeci in capsa viridi
signata 0" verzeichnet sind, und heißt: „Magnetis contra graecos
in pap: l'r corrosus". Es könnte sein, daß auch dieser als
über corrosus4 bezeichnete Kodex aus dem Besitze Bessar.
spedito ambasciadore in Ispagna. e 1" rinunziö a' Procuratori di S. Marco 1 .
[In Anni. (1) steht: Zanetti Praet'. cit.]. Morelli hat seine Notiz aus
Zanetti und Zanetti wird durch eine Angabe in dem Briefe, den J. B.
Ramnusio [segretario del consiglio dei Dieci und 1530 — 1543 custode der
Markusbibliothek] an Ben. Ramberti [segretario del Senate; custode 1543
— 1547] unter dem 21. Aug. 1543 sehrieb, irregeführt worden sein. In
diesem Briefe heißt es: Et al suo [sc. des Andr. Navajer] partir per Ani-
bassador in Spagna che fo del 15*23 li [sc. i mss. del Bess.] consegn" di
novo alli clariss. sig. Procuratori di S. Marco [Cf. E. A. Cicogna. Delle
inscriz. Ven. VI. Ven. 1853 p. 309].
1) Siehe Note 4 der vorigen Seite.
2) „Mi parti da Venezia del M. D. XXIV. addi 14. di Luglio". sagl
Andr. Nav. in seiner Schritt: II viaggio fatto etc. [1. 1. p. 343].
3) Nachträglich fand ich im Sept. 1905 in Venedig im cod. ms.
riserv. 71 [S. hierüber oben S. 28 Anm. 3] zwei handschriftliche Be-
merkungen Jac. Morellis. in denen ich eine Bestätigung meiner Auf-
fassung erblicke. P. 29, auf der einige Verzeichnisse der Kodizes Bessarions
genannt sind, steht auf dem unteren Rande: „1528. Indiee copiato da
Mart. Richter, fatto quattro anni avanti, avuto (?) dalT Ab. Marini negl1
indici de' Mss." — Zu p. 84, auf der die oben S. 100 Anm. 4 mitgeteilte
Notiz: Sostenn' egli l'uffizio etc. sich findet, ist auf dem eingefügten Blatte
bemerkt: „Indice de' Mss. consegnati dal Navagero nel 1524, dimettendosi
di bibliotecario. Vedi qui p. 29 Richter." Mehr sagt Morelli über die>es
1528 durch Richter kopierte Verz. nicht. Morelli hat weder das Original
von 1524 noch die Abschrift von 1528 aus eigener Anschauung gekannt.
Weder jenes noch diese findet sich jetzt in der Markusbibliothek. l>t
vielleicht das Wiener Verz. mit der Abschrift identisch, die nach Morelli
ein gewisser Mart. Richter a. 1528 von dem aus dem .1. 1524 stammenden
Originalverz. angefertigt hat?
4) Der Zusatz „liber corrosus" findet sich in keinem anderen Iudex
der Bücher Bess.
102 Schalkhausser, Makarios Magnes.
stammte und nur deshalb im Index vom 1468 nicht aufgeführt
ist, weil ihn Bess. vielleicht erst später erwarb und der Stadt
Venedig überließ1. Ebenso möglich ist freilich, daß die Hs.
anderswoher stammte. Sollte es unmöglich sein, daß eines
der beiden Exemplare des Apokr., die Janos Laskaris a. 1492
in Unteritalien sah (s. oben S. 15), auf irgend einem Wege
nach Venedig und in die Marciana gelangt ist?2
Nach dem Weggänge Xavageros blieb das Amt des Bi-
bliothekars der Marc, bis a. 1530 unbesetzt. Durch Dekret
v. 30. Sept. 1530 beschloß der Rat der Zehn, es dem Pietro
Bembo zu übertragen3. Bembo versah es von 1530 — 154-'!.
Als er 1543 zurücktrat, wurde aus Anlaß der consignatio
wiederum ein Inventar der Bücher Bess. angefertigt. Es ist
jetzt der cod. ms. Lat. cl. XIV, Nr. 17 der Marciana4. Eine
Bemerkung vorn auf dem Umschlag besagt, daß die Übergabe
an Ben. Rambertus Ducalis Secretarius durch den Kardinal
Bembo am 2.1. Aug. 1543 erfolgt sei. Das Inventar wurde
schon einige Tage früher angelegt, Denn auf f. 1 r steht als
Überschrift: 1543 a di 13 di Agosto | Inventario de libri del
q. Rmo Card. Nie. etc. Die Anordnung ist die, daß zuerst
die zu Banco A, B usw. bis Q [IG banchi] und dann die zu
Numero 1, "2 usw. bis 39 gehörigen Hss. aufgeführt werden.
Auf f. 8v sind die Bücher des „Banco P" verzeichnet und unter
diesen ist das 13.: Magnetis contra GreQos In pap: [Sonst
steht nichts da].
Schon 21/2 Jahre später wurde im Auftrage des Kate>
der Zehn ein neues Verzeichnis der in der Marciana befind-
1) Bessarion f 15. Nov. 1472 in Ravenna [Fabric, B. Gr. XI. Bamb. 1808
p. 423]. Daß auch nach dem Tode Bess. noch einzelne Bücher desselben in
die Markusbibliothek kamen, behauptet Jos. Valentinelli 1. 1. p. 21 u. 52.
2) Janos Laskaris war 1503 (1504)— 1509 in Venedig als Gesandte*
des franz. Königs Ludwig XII. [K. K. Midier. „Neue Mitteilungen über
Janos Laskaris etc." im Centralbl. f. Bibliothekswesen I. Leipz. 18*4 p. 336
Legrand, Bibliographie Hellenique T. I. Par. 1885 p. CXLIV — CXLIX:
Bibliotheqüe de Pecole des chartes 62. Par. 1901 p. 659 sq.].
3) Vgl. C. Castellani, „Pietro Bembo bibliotecario della libreria di
S. Marco in Venezia" in: Atti del R. Istitnto Veneto di scienze etc. (T. 54).
Ser. 7. T. 7. Ven. 1895/1896, p, 862—898. Hier sind auch die einschlägigen
Dokumente mitgeteilt.
4) Im Aug. 1905 von mir zu Ven. eingesehen. — Cf. über das \ er/.,
von 1543: E. A. Cicogna, Delle inscrizioni Venez. Vol. VI. Ven. L853
p. 309 sq.: Jos. Valentinelli, Bibl. ms. ad S. Marei Venet. T. 1. Ven. 18öS
p. 52: C. Castellani 1. 1. p. 875sq.
I. 4. Geschichte des codex Venetu.-. 103
liehen Mss. angelegt. Es ist der cod. ms. L;it. cl. XIV, nr. 16 1.
Das Verz. ist auf Pergamentblätter sehr schön und sauber
geschrieben. F. lr steht der Titel: Index librorum Rev.nii q.
card. Nicaeni, confectus mandato . ., ut senatus cousultum a
Decemviris factum tertio calendas Januarii exsequerentur, or-
dine literarum servato. 1545. — Praesentatus Cl.mis D. Capitibus
Decem per . ., die 17 Martii 1540 '-'. Geordnet sind die libri
in diesem Verz. alphabetisch und zwar so, dal.) zuerst die libri
(rraeci des Buchst. A, dann die libri Lat. dieses Buchstabens,
weiter die Graeci des Buchst. B, hernach die Latini desselben
usw. aufgeführt sind. F. 20 r stehen die libri Graeci des
Buchst. M. Die Stelle über den Mak. -Kodex lautet hier: 14 A
Magnetis contra greyos, sine tabulis in papyro j n" 628 [Der
Strich hinter papyro findet sich auch im Index]. F 35 r be-
ginnt das Verz. der libri Graeci und Lat. „qui sunt in medio
voluminum suprascriptorum. per ordinem alphabeti". Hier sind
die Schriften aufgezählt, die sich in einem Kodex befinden,
der zuerst etwas anderes enthält. Vlagnes oder eine Schrift,
die mit ihm in eiuem Bande vereinigt gewesen wäre, wird
hier nicht erwähnt. Hieraus folgt, daß das Ms. „Magnetis
contra Graecos" für sich allein einen Band bildete. F. 4<>rsqq.
sind die libri Graeci und Latini verzeichnet, die im Index des
Bess. [von 1468] stehen und um 1545/46 in der Bibliothek
fehlten. Zuletzt werden die 11. Graeci und Lat. und zwar
wiederum alphabetisch aufgeführt, die in der Bibliothek vor-
handen und im Iudex von 1468 nicht genannt sind. Hier
lesen wir f. 47 r unter M wieder: Magnetis contra Grecos,
sine tabulis. Sonst ist über die Schrift des Magnes in unserem
Index nichts bemerkt3.
1) Im Aug. 1905 von mir zu Ven. eingesehen. — Vgl. über diesen
Index: Jos. Valentinolli I. I. p. 52; C. Castellani. ..II prestito dei codici
mss. alla bibl. Marc.- in: Atti de! I». l-tituto Veneto . . (T. 55) Ser. 7. I. 8.
Ven. 1896 97 p. 317 sq.
2) Dieses Verz. wird als da- von 1545 bezeichnet, weil 1545 anter
dem Titel steht. Da aber der Beschluß der Decemviri. der die Anfertigung
ein es neuen Indes verfügte, ersl „tertio cal. Januarii |1545|~ gefaßl wurde
und der damalige venetianische Kalender die Monate Jan. und Febr. noch
zum vorhergehenden Jahre zählte, auch das fertige Verz. erst am 17. März
1546 den Dezemvirn präsentiert wurde, wird die Herstellung desselben im
Jan. und Febr. 1546 erfolgt -«'in.
3) Das Verz. von 1546 oder Teile desselben wurden mit Vorliebe
abgesehrieben. Kopien enthalten der cod. ms. Lat. der Marc. cl. XIV.
104 Schalkhausser, Makarios Magnes.
Noch einmal wird der Schrift des Magnes in dem schon
erwähnten alten Leihregister der Marciana: Registro dei codici
mss. della libreria pubblica di San-Marco imprestati sotto il
custode Lor. Rocca, Cancellier grande [es erstreckt sich auf
die Jahre 1551 — 1559] gedacht1. F. 24 dieses Reg. findet sich
die bereits oben S. 27 mitgeteilte Notiz, daß am 28. März 1552
Lud. Beccatelus, legatus pontificius, ein griech. Buch, genannt
„Magnes contra Graecos", gegen ein Pfand erhielt und am
21. April 1552 zurückgab.
Diese Notiz ist die letzte handschriftliche Spur, die ich
von dem cod. Ven., der den Apokr. enthielt, habe finden können.
In den Inventarien der folgenden Zeit ist er nicht mehr er-
wähnt-. Er muß zwischen 1552 und 1637 abhanden gekommen
nr. 111 [vollständig]: der Paris. Gr. 3064, früher Colbertinus 2145 [nur
die griech. Hss. der I. Abteilung], aus dem Montfaucon in seiner Bibl.
Bibliotheearum T. I. Par. 1739 p. 468 sqq. die griech. Mss. der Marciana
mitteilte: ein Peirescianus Nr. 1769 [Cf. Catalogue general des Mss. des
bibliotheques publiques de France. Dep. — T. 35. Carpentras par Du-
hamel et Liabastres T. IL Par. 1899 p. 175. Nur die griech. Hss.]: ferner
eine Hs. in der Bibliothek des Baronet Phillipps zu Middlehill [Wie es
scheint, vollständig. Über die Hs. vgl.: Archiv für Philol. u. Pädag.
VI. Bd. Neue Jahrbücher f. Phil, und Pädagogik v. Seebode, Jahn,
Klotz VI. Suppl.-Bd. Leipz. 1840 p. 591] und endlich ein Verz.. ehemals
im Besitze des Peter Burmannus, jetzt in Leiden [Cf. Geel, Catal. libro-
rum mss. qui inde ab a. 1741 bibliothecae Lugduno Batavae accesserunt.
Lugd. Bat. 1852 p. 214. — Nur griech. Hss.].
1) Veröffentlicht zusammen mit dem von 1545 — 1548 von IL Omont
[in Bibliotheque de l'ecole des chartes 48. Par. 1887 p. 651 — 686: Deux
registres de prets de mss. de la bibl. de S. Marc ä Venise] und von
C. Castellani [in Atti del R. Istituto Veneto di scienze . . (T. 55) Ser. 7.
T. 8. Ven. 1896/97 p. 311—377: II prestito dei codici mss. alla bibl. Marc.].
2) Folgende Verzz. konnte ich einsehen:
A) Handschriftliche:
a) Ambrosianus D. n°. 341. P.te Inf. Titel auf dem ersten Blatte, das
nicht numeriert ist : Bessarionis Card, episcopi Tusculani Index
Bibliothecae quam Reipublicae Venetae legavit. Auf f . 1 r steht:
Catalogus librorum qui suDt in Bibliotheca Serenissimae Venetae
Reipublicae legata a Rmo Card. Bessarione Episcopo Tusculano et
Patriarca Costantinopolitano. Die Bücher sind nach scamna geordnet,
deren es 38 sind. Der Anfang ist mit sc. 38 gemacht und von da
geht es rückwärts bis sc. 1. Im Index selbst ist nicht bemerkt, wo
und von wem er geschrieben wurde oder welcher Zeit er angehört.
Das geschriebene Inventar der Ambrosiana weist ihn dem 16. Jahrh.
zu [Mit dem Ambros. scheint gleichen Inhalts zu sein der Vossianus
Lat. F. 52 in Leiden. Denn dieser hat den Titel: Catalogus librorum
[, 4. Geschichte des codex Venetus. 105
sein. Näher lassen sich die beiden Termine kaum zusammen-
rücken. Die Abhandlung des Zacharias Skordylios vom J. 1563
muß außer Betracht bleiben, da ihr Mak. -Zitat, wie oben S. 93ff.
qui sunt in Bibliotheoa Ser.mae Venetorum Reip.cae Legata ab Ulmo
et Rmo Cardle Bessarione Ep.° Tusculano et Patriarca Constantinopoli-
tano. — Den Wortlaut des Titels teilte mir auf Anfrage der Bibliothekar
der Univ.-Bibl. Leiden unterm 20. Febr. 1905 mit].
b) Cod. ms. Lat. cl. XIV, nr. 18 der Marciana in Yen. [st das Inventar
vom 3. Juni 1575 und wurde angefertigt, als Bern. Loredan die Bibl.
an Aluise Gradenigo übergab. Zuerst werden IG banchi lat... dann
8 banchi griech. Hss. aufgezählt. Das Inv. ist ganz unvollständig,
denn es verzeichnet nur 179 griech. Hss.
c) Cod. ms. Ital. cl. XL nr. 62 der Marc, in Ven. Ein Sammelband, der
sehr verschiedenerlei enthält. Auf dem Rücken des Einbandes steht
gedruckt: Apostolo Zeno Miscellanea di varia erudizione. Innen steht
unter dem Vermerk provenienza: Zeno Apostolo 183. Der Band ent-
hält f. 140 — 157 ein Verz. der ,.Mss. Bessarionis, Card. Nie". Welcher
Zeit das Verz. angehört, ist nicht angegeben. Aufgezählt sind nur
die griech. Hss.: „In sede XX. ma" bis „sed. XXVIII". im ganzen 198 Mss.
Das Verz. ist demnach ganz unvollständig.
d) Cod. ms. Lat. cl. XIV. nr. 19 der Marc, in Ven., chart., 266 be-
schriebene Blätter. Titel auf f. 3r: Venetae bibliothecae distributio
et ordo A. D. 1637. F. 7 — 55 sind die Hss. aufgezählt, geordnet nach
plutei, deren es 38 sind. Das Verzeichn. ist vollständig. Die Titel
der Kodizes sind ganz kurz. Es ist nicht einmal, wie in früheren
Katalogen, Schreibmaterial und Format der Mss. angegeben.
e) Cod. ms. Lat. cl. XIV, nr. 20 der Marc, in Ven., chart. Überschrift
auf dem zweiten nicht numerierten Blatte: 1679. 16. Maggio. Inven-
tario comune de' libri tutti, che di presente si trovano nella pubblica
biblioteca della ser.ma Repub. ca Veneta. Fatto da me Ambrogio
Gradenico Abbate . . . Die Hss. sind p. 856 — 900 aufgeführt. Das
Verz. ist vollständig. Geordnet sind die Mss. nach banehi, deren Zahl
38 beträgt. Der Katalog stimmt mit dem von 1637 überein.
B) Gedruckte:
a) Ein kurzes, ganz unvollständiges, alphabetisch geordnetes Verz. aus-
gewählter griech. Hss. Bessar. findet sich in: Possevinus, Apparatns
sacer, T. II. u. III. Ven. 1606, Appendix p. 34—37; T. II. Col. 1608,
Append. p. 27 — 30.
b) Catalogus librorum bibliothecae Venetae: quae statutis diebus publice
Studiosorum commoditati aperietur. Ohne Druckort, Jahrzahl und
Verf.-Namen. Vollständig. P. 17 — 68 werden die Hss. aufgeführt,
geordnet nach scamna, deren es 38 sind. Sc. 1 — 16 mss. Lat.. bc.
17 — 38 mss. Graeci. Da ein im Katalog genanntes gedrucktes Buch
[er zählt, wie der von 1637 und 1679 auch die gedruckten Bücher
der Markusbibliothek auf] die Jahrzahl 1623 hat, ist er erst nach
1623 erschienen. Nach Jos. Valentinelli. Bibl. ms. ad S. Marci Venet.
T. I. Ven. 1868 p. C>^ wurde der Katalog von Sozoincno herausgegeben.
lOft Schalkhausser, Makarios Magnes.
gezeigt wurde, von Turr. stammt. Daß die Äußerung des Turr.,
die er iu Apostol. Constitutioues, Antv. 1578 p. 5(5 am Schlüsse
eines Mak.- Zitates tut: „eius [sc. Magnetis] libri quinque in
Veneta bibl. extant", nicht beweist, daß das Ms. des Apokr.
um 1578 in der Marciana noch auf seinem Platze stand, wurde
gleichfalls schon oben [S. 34] bemerkt. Von den Inveutarien
aber sind gerade die älteren unter den datierten nicht voll-
ständig; und die vollständigen sind nicht alle datiert. Das
älteste vollständige und genau datierte, in dem die Schrift
des Magnes nicht erwähnt wird, ist das von 1637.
Außerhalb Venedigs dauerte es aber noch über 100 Jahre,
bis mau wirklich daran glaubte, daß der Kodex, der den Apokr.
des Mak. enthielt, aus der Markusbibliothek verschwunden sei.
Man meinte, die Venetianer wollten ihn nur niemanden lesen
lassen1. Selbst als J. Boivin, der sich mit dem (bedanken
trug, die Fragmente des Mak. zu sammeln, wegen des Apo-
kritikos in Venedig anfragen ließ und den Bescheid bekommen
hatte, daß man ein Ms. des Mak. Magnes trotz aller Mühe nicht
finden konnte2, erhielt sich der Verdacht, daß es in Venedig
c) Index librorum card. Bessarionis olim LUustrissimi et Kev.mi Bene-
dict^ Capelli episcopi Concordiae beneücio nunc longe perfectior,
quam a R. P. Possevino et Gregorio Sozomeno editus [in: Jac. Ph.
Tomasini, Bibliothecae Venetae niss. publicae et privatae. Utini 1650
p. 31 — 55]. Vollständig. Der Index entstand nach dem des Soz. und
vor dem 4. Juni 1646 [Datum, das die erste behufs Druckerlaubnis
erteilte Zensur hat]. Die Mss. sind nach plutei. deren Zahl 38 ist,
geordnet.
1) So sagt z. B. Tilleniont in seinem Art. Macarius Magnes [Hist.
des empereurs T. 4. Par. 1697, p. 307 — 311; abgedruckt in: Fabricius, De-
lectus argumentorum . . Hamb. 1725, p. 66 — 70]: On pourra parier avec
plus d'assurance et de l'auteur et de des sentimens, si Ton peut obtenir
des Yenetiens qu'ils veuillent bien encore que Peglise profite du manuscrit
qu"on assure qulls en ont, et en profiter eux mesmes, comme on 1 espere
d'une Republique aussi sage que cella lä, qui fait gloire d'estre la defense
de toutes les nations Chretiennes. Car il n'va qu' une vanite tres sötte
qui se repaisse d'avoir im livre qu'on ne veut ni lire, ni laisser Irre ;'i
personne [Fabr. 1. 1. p. 69].
2) Cf. Ecole Francaise de Rome. Melauges d'archeologie et d'histoire.
XI. Par.-Rome 1891 p. 437—453: Note sur les mss. du Diarium Italicum
de Montfaucon, Ton H. Omont, insbes. Anm. 3 p. 445 — 446. Hier sagt
Omont: Deux ans auparavaut [sc. bevor Montf. unter dem 7. Okt. 1698
aus Rom an Louvois schrieb, cf. oben S. 14 Anm. 1] L'ambassadeur de
France ä Venise avait fait part en ces termes ä l'abbe de Louvois de
l'insucces de ses recherches dans la bibliotheque de S. Marc (ms. fr. 20052
1,4. Geschichte des codex Venetus. \QJ
sei, aber in strenger Verwahrung gehalten werde1. Erst als
der Katalog des J. 1740 erschien, in dem die Hss. der Marciana
nicht mehr bloß aufgezählt, sondern ausführlicher beschrieben
wurden, und jedermann sehen konnte, daß auch in ihm ein
Kodex mit dem Apokr. des Mak. Magnes nicht erwähnt sei,
war allem Zweifel ein Ende gemacht2.
f. 50): „Monsieur, II y a desjä quelque temps qae j"uy receu hi lettre qae
vous m'avez fait rhonueur de ni" escrire le 16e du mois passe au sujet
d"un ms. grec Macarius Magnes, qui doit, nie dites-vous, se trouver Lcy
dans la bibliotheque de St. Marc, parmy les livres du card. Bessarion
soubs le n"14. Je nie suis adresse pour en estre esclairci au Sr abbe
Letus, Ecossois, qui est bibliothequaire de la Republique, et, apres avoir
bien sollicite et attendu sa reponse, il me l'envoya avant hier, et vous la
trouverez cy-jointe de sa main. II a bien pu chercher parmy les livres
du card. Bessarion s'il s"y trouveroit celuy dont vous souhaitez une copie,
mais quand il l'auroit trouve, il ne pouroit pas me le preter pour en tirer
copie saus une particuliere permission de la Republique, qu'il u'est pas
facile d'obtenir. Cependant, Mr., en cela, comme en toute autre cl
voas n'aurez qu"ä m'ordonner, et je tiendray ä bonne fortune si vous me
procurez Foccasion de vous faire connoistre par nies Services que je suis
sincerement, etc. De La Haye." A Venise, 1«' 29e deeembre 1 1 > 9 (S . —
La lettre de l'abbe „Lethus de St. Laurens" [Leith] a ete reliee plus loin
dans le Dieme volume, f. 2S2. Soweit H. Omout in Anm. 3. Der Briet,
den Letus an De La Haye schrieb, lautet: Monsieur, Pour obeir aus ordres
de Vostre Excellence, j'ai use tont fort de diligence, mais en vain. II ne
se trouve aucun livre, entre ceux du cardinal Bessarion, intitule Macarius
Magnes, ni meme aucun de ce nom sous le numero 14. 11 y a im beau ms.
in papyro, pluteo XVII, numero 8°, nomine Macarius Ch[r]ysocephalus;
etc. [folgt nähere Beschreibung des letzteren Ms.J, ainsi il esl facile de
savoir si c'est le livre qu'on souhaite, car dans le catalogue de Tomasini
imprime, et dans le commun ä la main, il n" y a assuremenl point d autre
de ce nom ... De V. E. tres humble, tres obeissant et oblige serviteur
Letus de St. Laurens [Ms. fr. 20052 der Pariser Nat.-Bibl. f. 282—283.
I);i dies Ms. nicht nach auswart- verschick! wird, hatte 11. Omont die
Güte, den Wortlaut des Briefes des Letus mir auf Ansuchen mitzuteilen .
1) Magnus Crusius sagt in seiner „Dissertatio epistolics ad Chr.
Wormium, Lips. 1728" p. 9sq. : [pse codex ms. [sc. des Apokr. des Mak,
M.| . . in bibliotheca Veneta D. Marci tempore Fr. Turriani exstitit, et
uodienum adhuc tamquam palladium intimis penetralibus inclusum ibidem
asservari creditur. Sed quoniam difficilis admodum spes esl ex i — t i — vin-
calis eluctandi, . . .
2) Vgl. den Anfang der 2. Dissert. des Magn. Crusius über M. M.
[MiPaGrX, 1375D]. Crus. hatte, bevor er seine l. Diss. [1737J schrieb,
in Venedig durch seinen Kollegen Feuerliu noch einmal aacfa unserem
Kodes forschen lassen. Das Resultat konnte nur ein negatives .-ein. Ct. Ml'<;
X. 1367 A.
10$ Schalkhausser, Makarios Magno.
Man erging sich nun in Vermutungen, wohin der cod.
Yen. gekommen sein könne. Lami dachte daran, daß man
dem Diego Hurtado de Mendoza1 nachsagte, er habe Kodizes
der Marciana widerrechtlich sich angeeignet und dann nach
Spanien in den Eskurial gebracht, und sprach den Verdacht
aus, auch die Schrift des Mak. Magnes sei damals in die Bi-
bliothek des Eskurial geschafft worden (Deliciae eruditorum
T. 9. Flor. 1740 p. XXIX). Andere traten der Meinung Lamis
bei (so Magu. Crusius. Cf. MPGX, 1377 AB). Sie ist aber
eine irrtümliche. Wie haltlos die gegen Mendoza überhaupt
erhobene Beschuldigung sei, haben Foscarini (Della letteratura
Veneziaua. Päd. 1752 p. (33 sqq.), Morelli (Della pubblica
libreria di San Marco in Yenezia dissert. storica. Yen. 1774
p. 70sq.), Valentinelli (Bibl. ms. ad S. Marci Yen. I. Yen. 1868
p. 46), Ch. Graux (Essai sur les origines du fonds Grec de
TEscurial. Par. 1880 [Bibl. de l'ecole des hautes etudes.
T. 46] p. 183 sqq.) u. a. gründlich dargetau. Und wie sehr
Lami mit seiner speziellen Behauptung im Unrechte ist,
ergibt sich aus der einfachen Erwägung, daß Mendoza
a. 1547 Venedig verließ (Graux 1. 1. p. 185), während sich der
Apokrit.-Kodex noch 1552 in der Marciana befand2. Es ist
darum kein Wunder, daß weder in den älteren3 noch in den
neueren4 Beständen der Eskurialbibliothek der Apokr. des Mak.
erscheint.
Man mußte den cod. Yen. als verloren betrachten, bis
a. 1867 der cod. Athen, auftauchte und die in ihm sich findenden
Überbleibsel des Textes des Apokr. a. 1876 von Foucart
[Blondel] durch den Druck veröffentlicht wurden.
1) Mendoza, bis a. 1547 Gesandter Kaiser Karls V. in Venedig. Bei
seiner Neigung für gelehrte Studien benützte er diesen Aufenthalt in Yen.
dazu, griech. Mss. der Marc, abschreiben oder kollationieren zu lassen.
•Cf. besonders Ch. Graux, 1. 1. p. 163 sqq.
2) Im Leihreg. für 1551 — 1559 kommt Mendoza nicht vor. Oft ist
«r in dem für 1545 — 1548 genannt. Der letzte Eintrag, der sich auf ihn
bezieht, ist v. 20. Dez. 1546 datiert.
3) Untersuchungen über diese hat Graux 1. 1. angestellt.
4) In: E. Miller. Catalogue des mss. Grecs de la bibl. de l*Escurial.
Par. 1848 ist Mak. Magnes nicht erwähnt.
1,5. Die codd. Atheniensis und Venetus. 109
5. Das Verhältnis des cod. Athenieusis
zum cod. Venetus.
Es lag. nachdem der Ath. zum Vorschein gekommen war,
nahe, die Frage aufzuwerfeu, in welchem Verhältnisse er zu dem
vermißten Ven. stehe, und sie im Sinne der Identität zu be-
antworten. Schon a. 18(>7. also zu einer Zeit, wo mau den
Text des Ath. noch nicht gedruckt vor sich hatte, sagte Em.
Miller in der Freitagsitzung der Pariser Akademie der Wissen-
schaften vom 5. Juli [er las da den Brief, den unter dem
1(>. Juni 1867 Alb. Dumont von Athen aus über das Auftauchen
des neuen Kodex an ihn gerichtet hatte, vor und knüpfte hieran
einige weitere Bemerkungen über Mak. Magnes]1: Quant au
manuscrit de Venise, son existence auterieure repose sur
dautres autorites. Un ancien catalogue de la bibliotheque de
Saint-Marc, conserve dans celle de Colbert, et publie par Mont-
faucon, mentionne „Magnetis contra (iraecos (id est Fthnicos)
opus, quod indicatur fuisse scriptum in charta papyracea, nee
compactum; unde facilius perire potuit." Suivant l'abbe Mo-
relli, qui cite Possevin, les livres conserves dans le manuscrit
de Venise etaient au nombre de trois. Cette derniere par-
ticularite est importante; si, de plus, nous rappelons qu'il etaii
en papier. nous serons peut-etre tente de croire qu'il s'agit
dun seul et meme manuscrit. Zwei Gründe führt also Miller
zugunsten der Annahme, daß es sich beim Ven. und Ath. um ein
und dasselbe Ms. handle, ins Feld: 1. daß auch der Ven. charta-
ceus war wie der Ath. es sei und 2. dal! der Ath. jetzt nur noch
drei Bücher (das 2., 3. und 4.) aufweise und der Ven. muh
der Behauptung Morellis gleichfalls nur drei Bücher enthalten
habe. Dieser letztere Umstand erscheint allerdings für den
ersten Blick auffällig. Denn Jap. Morelli sagt in seiner Diss.
storica- p. <>7 tatsächlich: In" opera insigne di Macario Magnete
1) Ct'. Academie des [nscript. el Belles-lettres. Comptes rendus des
seances de l'annee 1867. 'I'. III. Par. 1867 p. L38— 141.
•.' Miller teilt nicht mit, in welchem Werke Morellis * i i « - fragliche
Äußerung sich finde. Si.' steh! in dessen Schriftchen: I >* - 1 1 :i pubblic»
liliivn:i ili S. Marco in Ven. dissert. storica. Ven. 1774. Miller Bcheint
übrigens diese diss. storica nichl .-••|li~i eingesehen, sondfern, \\;i- <■<■ an-
führt, dem Buche: Anecdota Graeca '-'I. Yillui.-<ui T. II. L781 Ven. p. 264
Anm. entnommen zu baben. Hier lesen wir: „Cl. A.bbas Morelli, in bu»
110 Schalkhausser, Makarios Magnes.
antichissimo scrittore della chiesa. Greca, cioe l'apologia de]
vangelo contro a Teostene, in tre libri divisa, fu ritrovata sola-
niente dall' eruditissimo gesuita Franc. Torriano nella nostra
libreria. Aber daß es drei Bücher waren, bemerkt er nur
nebenbei und ohne seine Behauptung näher zu begründen.
Er hätte die Begründung nicht unterlassen dürfen, wenn er
der bisherigen Annahme, daß der cod. Ven. die 5 Bücher des
Apokr. enthielt, hätte entgegentreten wollen. Morelli wollte
das nicht und konnte es nicht. Er hatte ja die Hs. niemals
mit eigenen Augen gesehen. Sie war, wie er selbst öfter als
einmal hervorhebt, zu seiner Zeit längst [wohl schon gegen
"200 Jahre] verschwunden. Was Morelli vom Ven. wußte,
wußte er nur aus den Mitteilungen anderer, Früherer1. Unter
ihnen ist aber keiner und konnte keiner sein, der dem Werke
des Mak. im Ven. nur drei Bücher zuschreibt. Denn keiner
hat den cod. Ven. gekannt außer Turrianus und dieser unter-
scheidet deutlich fünf Bücher (s. oben S. 32 ff.). Die Angabe
Morellis: in tre libri divisa, beruht offenbar, wenn nicht bloß
ein Schreib- oder Lesefehler vorliegt, auf einem Versehen, das
sich wohl dadurch erklärt, daß seine Kenntnis der Schriften
supra laudata nee imquam satis laudanda de publica S. Marci bibliotheca
dissertatione, tres egregios memorat Magnetis, pervetusti auctoris aute 1300
annos, ut inquit Possevinus in Apparat« Sacro, libros Graece scriptos ad
Theosthenem, adversus gentiles evangelii calumniatores, in S. Marci bi-
bliotheca ab dlo codicum helluone, ut Colomesius vocat, Franc. Turriano
lectos ... In catalogo codicum S. Marci, qui extat in cod. Colbert.
"2145, et a Gl. Montfauconio editus est in Bibl. Bibl. T. 1 p. 474. notatum
videbis Magnetis contra Graecos (id est, Ethnicos) opus, quod indicatur
fuisse scriptum in charta papyracea, nee compactum: unde facilius perire
potuit . . ." Aus dieser Stelle wird auch klar, wie Miller zu der un-
richtigen oder mißverständlichen Bemerkung kommt: Suivant l'abbe Morelli,
qui cite Possevin, . . . trois. Mißverständlich ist diese Bern., denn
sie verleitet zu der Meinung, als ob Morelli dafür, daß im Ven. nur drei
Bücher des Apokr. standen, sich auf Possev. berufe. Das ist jedoch keines-
wegs der Fall. Morelli nennt den Poss. einigemal in seiner Dissert. An
der Stelle indes, die hier in Betracht kommt, sagt er kein Wort von ihm.
Dagegen beruft sich Yilloison auf Possev., aber nicht etwa für die Drei-
zahl der Bücher des Apokr., sondern für die Angabe, daß Magnes „ante
1300 annos" [v. 16. Jahrh. aus gerechnet] geschrieben habe. Über die
Zahl der Bücher des Apokr. findet sich in dem wenigen, was Poss. von
Magnes berichtet [und das auf Turr. zurückgeht], nichts.
I) Und aus den kurzen, oben schon mitgeteilten Notizen in zwei
alten Indizes [von 1543 u. 1545] und dem Leihregister für 1551 — 1559.
1,5. Die codd. Atheniensis und Venetus. 111
des Turr. eine sehr mangelhafte war. Er wußte damals, als
er seine Diss. storica herausgab, nur von zwei Mak. -Zitaten '
bei 'Furr. Beide entstammen dem 3. Buche des Apokr.
Vielleicht war dieser Umstand daran schuld, dal.» Morelli schrieb:
in tre libri divisa.
Ebenso wenig- wie das von der Bücherzahl hergenommene
Argument Millers ist haltbar, was L. Duchesne (De Macario
Magnete. Par. 1877 p. 5, 15, 44) zugunsten der Identität von
Ath. und Yen. vorbringt. Darauf, daß Duch. im Unrecht ist,
wenn er erklärt, Turr. zitiere keine Stelle aus dem Yen., die
sich nicht auch im Ath. finde usw., wurde schon oben hinge-
wiesen (S. 33 Aum. 1). Wenn ferner Duch. geltend macht,
daß der Text der Turrianischen Mak. -Zitate zuweilen die näm-
lichen Fehler aufweise wie der Ath., so mußte er das eine der
zwei Beispiele, die er hierfür anführt, am Schlüsse seiner Ab-
handlung selbst noch als unzutreffend zurücknehmen. Das
andere aber: auch in den Aiarayai des Turr. f. 182 stehe ge-
rade wie im Ath. (cf. Ap. ed. Bl. p. 146,29) GJtevdojrteq statt
öjcsvöovtsg würde selbst dann, wenn Duch. recht hätte, nichts
für die Identität der beiden Hss. beweisen. Denn es ist be-
kannt, daß in der späteren griech. Minuskelschrift und in alten
griech. Drucken das v vom v sich vielfach garnicht unter-
scheidet. Zu allem Überflüsse jedoch hat Turr. an der Stelle,
die hier in Frage kommt [ Aiarayai t. ay. djcoöroXwv. Ven. 1563
f. 182a], deutlieh und unzweifelhaft das richtige öjcEVÖoirtsg2.
Das öJts vöovteg ist nur einer der vielen Fehler, die sich in der
Wiedergabe der Turrianus-Stelle bei Pitra, Juris ecclesiastici
1) Das eine ist das, das sich in: De yotis nmnasticis, Romae- lniii
1. II f. 2a findet. Das andere ist die bekannte Stelle in: De ss. eucharistia,
Romae L576 p. 98sqq. Von einer dritten Schrift des Tun-., dem Buche: Adv.
Magdeburgenses, Flor. L572, sagt Mor. ausdrücklich, Turr. habe in ihm keine
Mak .-Zitate reröffentlichl — ein handgreiflicher Irrtum, den Mor. später
erkannt and in der durchschossenen Diss. storica [Cod. ms. riserv. 71 der
Marc] handschriftlich berichtigt hat. Den Fehler „tre" hat er aichl wahr
genommen und darum auch in ihr stehen lassen. In handschriftlichen
llimierkiingen zu cod. Gr. Marc. .">(•."> [Cod. ms. riserv. 97 der Marc, zu
Ven. f. L31] macht Mor. auch noch die Schriften: De peccato original] und:
Dogmatici characteres verbi dei als solche namhaft, in denen Turr. den
Mak. zitiere. Einzelne Stellen führt Mur. jedoch aichl an. Er bezeichnet
-ie auch aichl aäher.
2) Das Exemplar der hazccyai, das ich benützte, gehört der Staats-
bibliothek in München.
\\"2 Schalkhausser, Makarios Magnes.
Graecorum hist. et monunienta. I. Romae 1864 p. 347 finden.
Durch deren Wortlaut hat sich Dnch., der selbst auf sie ver-
weist, irreführen lassen.
Annehmbarer ist, wenn C. J. Neumann in seiner Schrift:
Juliani imp. librorum contra Christianos quae supersunt, Lips.
1880 p. 14sq., um die Hypothese von der Identität des Ath.
und Ven. zu stützen, gleich B. Miller darauf aufmerksam macht,
daß der Ath. ein Papierkodex ist, wie es der Ven. war, und
hinzufügt, daß dem Ven. nach dem Index von 1545 die
tabulae [sc. des Einbands] fehlten („sine tabulis"). Nun ist
zwar nicht richtig, wenn Neum. daraus schließt, daß die Hs.
am Anfange und Ende verstümmelt gewesen sein müsse. Denn
daß sie am Schlüsse vollständig war, zeigt das oben S. 74 f.
mitgeteilte Zitat des Turr. Immerhin würde sich aus dem „sine
tabulis" der jetzige Zustand des Ath., bei dem die ersten und
die letzten Lagen fehlen, leicht erklären lassen. Neumann
meint, die Frage, ob der Ath. mit dem Ven. identisch sei,
könne zur Entscheidung gebracht werden, wenn man nach-
schaue, ob sich nicht im Ath. die Hand des Bessarion finde.
Ich glaube, man wird sie schwerlich darin antreffen. Denn
fürs erste ist ja zweifelhaft, ob der Ven. aus dem Vermächt-
nisse des Bessarion stammte (s. oben S. 96f.), und dann scheint
mir aus den Zitaten des Turr. hervorzugehen, daß Ven. und
Ath. nicht wohl als ein und dieselbe Hs. betrachtet werden
können (s. oben S. 80). Wollte man aber den -Zitaten des
Turr. in unserer Frage keine Beweiskraft zugestehen und ihre
Abweichungen vom Ath. auf Mangel an Genauigkeit in der
Zitierung zurückführen, so spräche gegen die Identität von
Ath. und Ven. immer noch der Umstand, daß im Ath., obwohl
er nur mehr die Hälfte des ursprünglichen Werkes enthält,
der Apokr.-Text jetzt noch 125 folia einnimmt (vgl. die Ausg.
von Bloudel), der Ven. dagegen, der vollständig oder wenigstens
viel vollständiger war als der Ath. ist, nur 104 cartae1 zählte.
Wenn diese Angabe richtig ist, und wir haben keinen Grund,
1) Vgl. die oben S. 27 mitgeteilte Notiz aus dem Leihreg. 15-*>1 59.
Daß es in diesem tatsächlich „cartarum 104" heißt, davon habe ich mich
durch eigeue Einsieht nähme in dasselbe überzeugt. Daß in ihm nur bei
unserem Kodex und nicht bei den anderen die Blätterzahl angegeben ist,
wird daher rühren, daß er ..sine tabulis" war.
11,1. Genesishomilien. Gesch. Rückblick. 113
an ihrer Richtigkeit zu zweifeln, dann hat der Ven. auf einer
kleineren Blätterzahl bedeutend mehr, vielleicht das Doppelte
an Apokr.-Text enthalten als der Ath. jetzt bietet. Jener muß
demnach ein größeres Format gehabt haben als dieser und
von einer Identität beider kann keine Rede mehr sein.
II. Die sogenannten Homilien des Makarios Magnes
zur Genesis.
1. Geschichtlicher Rückblick.
Noch übler als mit dem Apokritikos, der uns, wenn auch
nur in einer einzigen Hs., wenigstens zur Hälfte erhalten ist,
stand es und steht es mit dem zweiten Werke, das mau dem
Mak. zuschreibt, seinen Homilien zur Genesis. Von ihnen ver-
lautet bis zum Ende des 17. Jahrh. nirgends etwas. Auch bei
den beiden Männern, die sich etwas eingehender mit dem
Apokr. befaßten und noch vollständige Hss. desselben vor sich
hatten, dem griech. Patriarchen des angehenden 9. Jahrh.,
Nikephoros in Kpel, und dem römischen Theologen des
l»i. Jahrh., Franc. Turrianus, findet sich nicht die leiseste Hin-
deutung auf eine zweite Schrift des Mak.
Der erste, der ihrer in einem gedruckten Buche Erwähnung
tut, ist Tillemont. Im 4. Bande seines großen Werkes: Histoire des
empereurs [Bd. 4. 1 . Aufl. erschien zu Par. 1697] bringt er im An-
schlüsse au die Schilderung des Lebens Konstantins des Gr. im
Art. 93 einen nicht sehr langen Bericht: DeMacariusMagues auteur
ecclesiastique [T. IV. 1. Aufl. p. 307 — 31 1] K Die Sprache ist in
ihm wie im ganzen Werke Tillemonts die französische. Griech.
oder lat. Zitate aus den Schriften des Mak. finden sich darin
nicht. Till, kommt in ihm auch kurz auf dir Reden des Mak.
zur Gen. zu sprechen und teilt einiges wenige aus ihrem In-
halte mit. Alles aber, was Till, von Mak. und insbesondere,
was er von dessen ( ien.-lfoinilien zu sagen weiß, beruht nicht
auf dem Studium von selbstgesammeltem Materiale, sondern,
1) Abgedruckt in: Fabricius, Delectus argumentorum. Hamb. 1725
p. 66 — 70. Doch fehlen bei Fabr. p.<!8,ll Dach „avoil pas este" die Worte:
representee, <:t s'il u'y avoil p$s este.
rexte u. Untersuchungen «•!<■. 31,4 S
114 Schalkhausser, Makarios Magnes.
wie er ausdrücklich hervorhebt l, auf Mitteilungen, die .Jean
Boiviu ihm zur Verfügung gestellt hatte.
Jean Boivin, der bekannte Gelehrte und „garde des mss.
de la bibl. royale" in Paris2, war meines Wissens der erste,
der sich vorgenommen hatte, sämtliche Fragmente des Mak.
zu sammeln und mit einer lat. Übersetzung herauszugeben
(Magn. Crus., Migne, PaGr X, 1375 C. Vgl. auch Till, diese
Seite 114 unten Aura. 1). Er war in Pariser Bibliotheken auf
Hss. gestoßen, in denen sich die Abhandlung des Nikephoros über
Mak., die mehrere Abschnitte aus dem Apokr. enthält, fand (Magn.
Crus. in MPGX, 1367 C. — Till., unten Aura. 1). In einer Hs.
der Ottoboniana zu Rom standen Fragmente aus einer zweiten
Schrift des Mak., den Reden desselben zur Genesis. Der
Benediktiner Stephanotius in Rom3 ließ sie auf den Wunsch
seines Ordensgenossen Boivin abschreiben und diesem die Ab-
schrift zuschicken4. Schon erwähnt wurde (oben S. 106 sq.),
daß Boivin, um weiteres Material zu bekommen, bei der Ver-
waltung der Markusbibliothek in Ven. wegen des Kodex, den
einst Turrianus benützt hatte, anfragen ließ und den Bescheid
erhielt, er sei nicht mehr zu finden (vgl. auch Magn. Crus.,
MPGX, 1367 A.). Ebenso wurde die Stelle aus dem Briefe
Montfaucons schon mitgeteilt (oben S. 14 Anm. 1), aus der
erhellt, daß Boivin den Montf. ersucht hatte, in Italien in allen
1) Cf. Fabr. 1. 1. p. 66sq.: Mr. Boivin qui travaille sur les mss. grecs
de la bibl. du Roy, y a trouve un ecrit i'ait au eomnieneement du IX.
siecle par S. Nicephore de Cple, et les autres defenseurs des saintes
images, qu'il nous a fait la grace de nous conimuniquer. en nttendant
qu'il le puisse donner au public: Et c'est ä luv que Ion doit tout ce que
l'on trouvera ici. Vgl. auch Magn. Crusius, MPG X, 1353 B.
2) Boiv. bekleidete dieses Amt von 169] — 1726. Cf. Ecole Franc,
de Rome. Melanges d'archeologie . . XI. Par. 1891 p. 443 n. 1.
3) „16. Sept. a. 1698. Romam adventanius, ubi a viro dar. Claudio
Stephanotio congregationis nostrae procuratore generali . . . exeipimur . . .
Cl. Stephanotius a. 1699. 20. Jun. e vita migravit". So berichtet Bern, de
Montfaucon in seinem Buche: Diarium Italicum. Par. 1702 p. 103.
4) M. Crus., MPG X. 1375 B. — Da die Hs. bei Till. [Fabr.. Del.
arg. p. 69] als Eigentum des Kard. Ottobonus bezeichnet ist, die Codices
des Altemps aber erst a. .1689 oder 1690 in den Besitz der Familie
Ottoboni [Cf. P. Batiffol, La Vaticane de Paul III. ä Paul V. Par. 1890
-p. 59], a. 1691 nach dem Tode Alexanders VIII. in den des Kardinals
Ottobonus übergegangen waren und die Fragmente des Ottobonianus
bereits a. 1697 bei Till, verwertet sind, so muß die Herstellung und Über-
sendung der Kopie, die Boivin erhielt, zwischen 1691 und 1697 erfolgt sein.
IL 1. Genesishomilien. Gesch. Rückblick. 115
Bibliotheken, in die er komme. den Spuren des Mak. nach-
zugehen, die Nachforschungen Montf. jedoch in dieser Beziehung
resultatlos bliebeu.
Mas Boirin an Fragmenten aus Mak. und an Xotizen
über ihn zusammengebracht hatte, wollte der Pariser Bene-
diktinermönch Ans. Bandurius in die Ausgabe der Werke des
Patriarchen von Kpel, Nikephoros L, die er vorbereitete, mit
aufnehmen1. Der Plan des Band, kam aber nicht zur Ver-
wirklichung. Die Nikephoros-Ausgabe, die im Manuskripte
schon druckfertig vorlag, erschien nicht und dies wird den
Boivin auf den Gedanken gebracht haben, sein Makarios-
material eigens herauszugeben. Der Tod hinderte ihn jedoch
an der Ausführung seines Vorhabens2.
Von seinen Bemühungen in Bezug auf Mak. wissen wir
infolgedessen nur durch andere, durch Tillemont (s. oben
S. 114 Aum. I), Bandurius (s. unten Aum. 1) und insbesondere
durch Magnus Crusius3, den Göttinger Professor der Theologie.
M. Crusius ist der erste, der, nachdem er sich jahrelang mit
Mak. beschäftigt hatte, ausführlichere Abhandlungen über
dessen Werke und Anschauungen veröffentlichte. Wir müssen
auf diesen Zweig der literarischen Tätigkeit des Grus, etwas
näher eingehen4.
Magnus Crusius, geb. am 10. Januar 1697 zu Schleswig5,
erhielt a. 1723 die Legationspredigerstelle bei der dänischen
Gesandtschaft in Paris6 und versah diesen Posten von 1724
— 1727 und 1728 — 1731". Als Freund wissenschaftlicher
1) Cf. das Schriftchen: Conspectus uperum S. Nicephori. patriarchae
< Toi. . . edendorum propediem duobus tomis in fol. . .. das Bandurius zu
Paris a. 1705 als Vorläufer der Nik. -Ausgabe hatte erscheinen lassen und
in dem er bekannt gab, wie der Stoff in ihr verteilt sei. Abgedruckt is1
das Schriftchen bei Fabric, Bibl. Gr. VII. Hand.. 1801 p. 610—632. über
Boiv. und Mak. s. p. 611, 625 und 631 sq.
2 Vgl. Crus., MPG X. 1375BC. - Boivin starb am 29. Okt. 1726
Cf. H. Omont, Inventaire Bommaire des m»>. Grecs . . Par. 1898 p. XI.
3) Vgl. dessen Dissert. epist. Lips. 1728 p. 1" and M PG X, 1345A B,
I365AB, 1366D, 1367AC, L375BC.
4) Über den Lebensgang und die Wirksamkeit des Magn. Crusius
vgl. Strodtmann, Beyträge zur Historie der Gelahrtheil . . 2. Teil. Hamb.
174s p. 76—106, und Schmersahl, Zuverlässige Nachrichten von j
verstorbenen Gelehrten. II. IJ--1 . 4. Stück. Zelle 1753 p. 734 — 757.
5) Strodtm. p. 76; Schmersahl p. 734.
6 Strodtm. p. 79; Schmers, p. 735.
T Strodtm. p. 79sq.; Schmers, p. 735 sq.
S*
HC Schälkhausser, Makarios Magnes.
Studien benützte er den Aufenthalt in der an gut ausgestatteten
Bibliotheken reichen Stadt dazu, Hss. zu kaufen, abzuschreiben
und zu studieren1. Er wurde dabei mit J. Boivin bekannt
und dieser war es offenbar, der den jungen Crusius auf Mak.
Magnes aufmerksam machte und dazu veranlagte, sit-h genauer
mit ihm zu befassen. Wenigstens bekennt Crus. voll Dank-
barkeit,- daß J. Boivin seine Studien sehr förderte, ihm leichten
Zutritt zu den Mss. der Bibl. Regia verschaffte, auf die seltensten
einschlägigen Schriften ihn hinwies und ihm schließlich, als
er den Tod herannahen fühlte, sein Mak. -Material, das er nun
nicht mehr selbst veröffentlichen konnte, überließ-'. So ist
Crus., was die Fragmente des Mak. betrifft, der literarische
Erbe und Nachfolger des Boivin geworden, der zustande bringen
wollte, was diesem auszuführen nicht mehr vergönnt war.
Schon a. 17*28 teilte Crus. in dem Werkchen: Dissertatio
epistolica ad Chr. Wormium . . . Lipsiae p. 8 sqq. einiges über
Mak. mit und nennt er unter den Schriften, die er im Laufe
der Zeit herausgeben wolle, die „fragmenta Macarii Maguetis".
Neun Jahre dauerte es indes, bis Crus. nur dazu kam. eine
Abhandlung über Mak. zu veröffentlichen. Er gab a. 1737
1) Cf. Catalogus bibliothecae b. Maoni Crusii d. 9. Dee. a. 1751.
Earburgi, in aedibus „auf der Generalsuperintendentur" dictis, sueto aucti-
onis rita distrahendae. Cum Chrysandri prüf. publ. ord. ss. theologiae in
Academia, quae Rinteln est, Ernestina, prologo historico-litterario de sin-
gularibus Librorum Magni Crusii. Mindae 1751 p. 4.
2) Vgl. MPGrX, 1345AB und die anderen Stellen, an 'denen Boiv.
erwähnt ist [1365AB, 1366D, 1367AC. 1375BC] und namentlich, was
Crus. in seiner Dissert. epist. Lips. 1728 p. 10 bemerkt: . . gratiam ali-
quam apud ingenuos rei litterariae et ecclesiasticae cultores me initurum
spero, si tarn pretiosa huius operis [sc. des Apokr.] fragmenta ex Nice-
phori libris antirrheticis studiose coüecta ae dein de praeter regium adhuc
cum Colbertino atque Coisliniano codicibus mss. collata Latiuaque versione
donata cum orbe erudito communicavero. Petita ea sunt ex Libro 4. A.po-
criticorum, ubi auctor ad veritatem religionis Christianae stabiliendam . . .
disputat. Debeo haec magna ex parte clariss. viro meisque studiis, dum
viveret, maxime t'aventi Jo. Boivinio, manuscriptorum regiae gazae
Parisiensis custodi olim dignissimo, at nun ita pridem haud sine magna
rei litterariae iactura fatis functo, qui paulo ante mortem hunc thesaurum
delitescentem mihi indicavit, ac symbolas suas ab aliquot annis congestas
benevole in usus meos conferre non detrectavit. Accedent huic operi
etiam fragmenta Graeco-Latina commentarii eiusdem Mac. Magnetis in
Genesin, ex ms. codice eminentiss. card. Ottoboni desumta, et a R. P. Dom.
Stephanotio ad laudatum Boivinium transmissa: in quibus de Adami . . .
disseritar.
IT. 1. Genesishomilien. Gesch. Rückblick. ]]7
aus Anlaß der Einweihung der Georgia Augusta in Göttingen1,
als er Doktor der Theologie wurde, eine Dissertation über
Mak. heraus unter dem Titel: Disputatio inauguralis historico-
theologica exhibens notitiam et &soXoyovf£Eva Macarii Magnetis
. . . quam . . in academia Georgia Augusta pro summis in
theologia honoribus rite impetrandis die VI. Sept. a. o. r. 1737
in auditorio theologico publicae disquisitioni exponit Magnus
Crusius ss. theol. prof. publ. et ord. — Gottingae- . . Sie handelt
aber nur vom Leben und den Schriften des Mak. Die OeoXo-
yovfisva. des Autors sollten in einer gesonderten Schrift be-
handelt werden oder zusammen mit dem griech.-lat. Texte der
Fragmente des Mak. erscheinen (MPG X, 137(iBC). Es ver-
gingen jedoch wieder acht Jahre, bis eine zweite „Disputatio"
des Grus, über Mak. herauskam. Der Grund der Verzögern n»
war. daü Grus, weitere Nachrichten aus Italien darüber ab-
wartete, ob nicht doch noch irgendwo das Werk des Mak.
sich fände, bis er erkannte, dal) er diese Hoffnung: aufgeben
müsse (MPGX, 1375 D sqq.). Die zweite Dissertation erschien
a. 1745 und hat den Titel: Dissertatio theologica II. de SeoXo-
yovfiivoic Macarii Magnetis . . .: quam in academia Georgia
Augusta praeside Magno Crusio ss. theol. d. et prof. publ. ord.
h. t. facultatis theol. decano a. d. 28. Augusti a. 1745. publice
defendet Rud. Aug. Rettberg . . s. theol. stud. Gott. . . s.
Crus. legt in ihr die theol. Anschauungen des Mak. dar, ohne
damit zu Ende zu kommen. Er wollte daher noch eine dritte
Dissert. erscheinen lassen, die die noch fehlenden Erörterungen
bringen sollte (MPG X, 1378A.), und wohl entweder in Ver-
bindung damit oder darnach die Mak. -Fragmente selbst, die
er gesammelt hatte, griech. und lat. und mit Noten versehen
1) MPG X, 1344B. — Sir fand am L7. Sept. 1737 a-aU. Cf. Rössler,
Die Gründung «Irr Univ. Gott. Gott. 1855 p. 392 sqq. Als Prof. der
Theologie wurde Crus. a. 1735 Dach Gott, berufen [Strodtm. ]>. 83;
Schmers, p. 736]. Don theol. Doktorgrad erlangte ar a. 17.'!7 [Strodtm.
p. 83 u. 94; Schmers, p. 736].
2) Vollständig and nahezu wörtlich i-i diese 1. Dissert. abgedruckt
Lei Migne, PG X, 1343—1376.
3) Die /weit,. Diss., in der Crus. sehr weitschweifig ist und nicht
selten den Mak. selbst ganz aus dem Gesichte verliert, ist bei Migne, PG V
1375sqq. um- auszugsweise abgedruckt. Die Mak. -Zitate, und auf sie
kommt es am meisten an. sind MPGX bo gul wie rollständig u. nahezu
Fehlerfrei mitgeteilt.
11$ Schalkhausser, Makarios Maines.
durch den Druck der Allgemeinheit zugänglich inachen1. Da
er aber a. 1747 die Göttinger Professur aufgab und General-
superintendent in Harburg wurde-', und schon am 6. Jan. 1751
starb3, kam er nicht mehr dazu, sein Versprechen einzulösen4.
So war denn schon zum dritten Male der Plan, die Male-
Reste herauszugeben, nicht zur Ausführung gelangt. Von der
gelehrten Nachwelt wurde dies besonders um deswillen be-
dauert, weil man den Ottobonianus, aus dem die im Besitze
des Boivin und dann des Crusius befindlichen Bruchstücke
der Genesis-Homilien des Mak. abgeschrieben waren, sowie
die Papiere des Crusius, die die von ihm gesammelten Mak.-
Fragmente enthielten, nicht mehr finden konnte5. Man mußte
sich, was die Gen.-Homilien des Mak. betrifft, mit den wenigen,
aus ihrem Zusammenhange gerissenen Stellen begnügen, die
Crusius bei der Darlegung der theologischen Ansichten des
Mak. als dieta probantia in seine zweite Dissertation auf-
genommen hatte.
Nachdem auch die Bemühungen des Crusius um die
Schriften des Mak. nicht zu dem beabsichtigten Erfolge geführt
hatten, hat, wie es scheint, ein Jahrhundert hindurch niemand
mehr Lust verspürt, weitere Nachforschungen über diese
Schriften anzustellen.
Erst der französische Benediktiner Jo. Bapt. Pitra6 trat
wieder in die Fußstapfen des Boivin und Crusius. Er gab
zunächst in seinem Spicilegium Solesmense T. I. Par. 1852
p. 302 — 335 nach den Pariser Hss., die schon von Boivin und
Crus. benützt worden waren, die 'ExbtQiCiq des Nikephoros,
die von Mak. handelt, griech. nebst lat. Übersetzung und
Noten heraus. Im nämlichen I. Bande bringt er p. 544 — 553
1) MPGX, 1367C, 1376C, 1399 n. 32. Strodtmann 1. 1. p. 103s.,.
2) Strodtm. p. 84: Schmers, p. 737.
3) Schmers, p. 737.
4) Daß der Tod ihn hinderte, die versprochene dritte Dissert. zu
liefern, sagt auch Keil in Fabr., Bibl. Gr. VII. Hanib. 1801 p. 296.
5) Auch die von Bandurius im Ms. vorbereitete Ausgabe der opera
Nicephori scheint verschwunden zu sein. Cf. Pitra, Spicil. Sol. I. Par.
1852 p. LXV und LXXsq.
6) Pitra, geb. 1812, seit 1863 Kardinal, seit 1869 Bibliothekar der
Vaticana, f 1889. Über ihn vgl. Cabrol, Hist. du Card. Pitra. Par. 1S:»3:
Battandier, Le Card. Pitra, Par. 1894 [ausführlicher als Cabrol] und den
Art. Pitra im Freiburger Kirchenlexikon 2. Aufl.
11,1. Genesishomilien. Gesch. Rückblick. 119
eine kurze Inhaltsangabe der zwei Dissertationen des Crusius
und teilt er, worum es ihm hauptsächlich zu tun war (Spie.
Sol. I. p. 544), aus der 2. Diss. die Abschnitte aus den Genesis-
Homilien des Mak. mit, die sich in ihr finden. Er hat dann
auf seinen ausgedehnten Studienreisen, auf denen er zahlreiche
Bibliotheken durchforschte (Duchesne, De Mac. Magnete. Par.
1877 p. 4), nach weiteren Überbleibseln der Werke des Mak.
gesucht. Insbesondere war sein Absehen darauf gerichtet,
mehr von den Homilien des Mak. zu finden, als in der zweiten
Dissert. des Crusius steht. Er ließ, wie er sich ausdrückt,
keinen Stein unbewegt (Analecta Sacra et Classica. Par.-Romae
1888, Teil I. p. 31). Es gelang ihm auch1, einige Reste aus
den Schriften des Mak. zu entdecken-. Erfolglos aber blieben
alle Bemühungen Pitras und seines Gefährten Ans. Xickes,
den Ottobonianus, der die Fragmente der Gen. -Homilien des
Mak. enthalten sollte, zu finden3.
Kein Wunder darum, daß L. Duchesne, als das Jahr 18Ü7
bezw. 1 8 7 (> für den Apokritikos des Mak. eine so günstige
Wendung brachte und der gelehrten WTelt dieses Werk teil-
weise wiedergab, in der Abhandlung, die er 1877 über Leben
und Schriften des Mak. veröffentlichte, dem Bedauern darüber
Ausdruck verlieh, daß uns von dem zweiten Werke des Mak.
so wenig gerettet sei und nicht nur der Ottobon. selbst,
sondern auch die daraus gemachte Abschrift verloren gegangen
zu sein scheine (Duch. 1. 1. p. 3, 4, 7).
Auch A. Sauer teilt in seiner a. 1897 publizierten4, aber
wohl schon mehrere Jahre früher vorbereiteten Skizze: Des
Mac. Magnes Homiliae in Genesim, noch die Meinung, daß der
1) Es wird dies a. 1858 gewesen sein, als Pitra einige Monate in
Rum sich aufhielt und auf dem Rückwege im Sept. 1858 in Venedig die
Marciana aufsuchte. Vgl. über diese Reise Battandier 1. I. p. 307sqq.
2) Drei in der Vatic. und zwei in einem cod. Ven. Drei sind kleine
Sätze, von denen man nicht weiß, welcher Schrift des Mak. sie zuzu-
teilen sind, and zwei etwas längere Stellen, von denen die eine aus dein
Apokr., die andere aus den Homilien stammt. Die fünf Fragmente ab-
gedruckt bei Pitra 1.1. p. 32 sqq.
3) Pitra 1. 1. p. 31. Duch. I. I. p.4 Anm. 1. Die in dieser Aniu. an-
geführte Notiz aus Montfaucon, Bibl. Bibl. I. p. 184: Macarii homiliae, cod.
recene, Graece, bezieht sieh nicht auf unseren Mak.. sondern auf Mak. den
Ägyptier.
4) In ., Festschrift /.tun Elf hundertjährigen Jubiläum des Deutschen
Campo Santo in Rom", herauegeg. von St.Ehses. Freib. i.B. L897 p.291 295
120 Schalkhausser, Makarios Magnes.
Ottobon. nicht mehr vorhanden sei und wir von den Honiilien
des Mak. zur (Jen. nur die geringen Bruchstücke besitzen, die
sich bei Crusius finden und die Duch. nebst drei anderen
Fragmenten seiner Abhandlung beigegeben habe1.
2. Fundstellen der sog. Genesishomiliun <]»>s
Makarios Magnes.
Schon einige Jahre bevor die Sauersche Skizze veröffent-
licht wurde, nämlich im Jahre 1893, war der neue Katalog
der griech. Hss. der Ottoboniaua erschienen'2 und es zeigte
sich, daß Pitra recht hatte, als er in den Analecta Sacra et
Class. Par. Romae 1888 Teil I p. 36 n. 3 bemerkte: . . ex codice
Ottoboniano, quem hactenus nemo, vel post cur am diligentissimam,
detexit. Xisi e natura rerum exciderit, e tenebris emerget,
quando Alexandrinae [hier = Ottobonianae] bibliothecae cata-
logus, uti nuper iussum est, exigetur. Aus dem neuen Kataloge
ist zu ersehen, daß in der Ottob. zwei Hss. sich befinden, die
Fragmente von Mak. Magnes enthalten: 1. Cod. 362, chart,
saec. 16.3, zwischen f. 192 und 217. Was in der Hs. von
Mak. steht, ist im Katal. nicht genauer angegeben. Wenn es
in ihm aber heißt: „F. 192 absque titulo incipit — c0 rör
Xqiötov äyccxcov . . . Inventarium Vaticanum habet: diardgeig
öicupoQwv jcsqi isQOV Ta.yy.axoc, xal öiapogcov vjiod-iöGav. Sunt
quaedam de eucharistiae minist erio. In his apparent uomina
Isidori Pelusiotae - - Nili - - Dionysii — Anastasii Sinaitae —
Chrysostomi — Barsanuphii — Timothei — Magneti — Hesychii
— Marciani — Severi — Niconis — Eusebii"4, so vermute ich,
dal! hier im Ottob. 362 die Abhandlung des Jo. Antiochenus:
1) Duch. 1. 1. p. 39 — 43. Die 7 ersten Fragmente sind aus der zweiten
Diss. des Crusius, die 3 anderen hat Pitra dem Duch. zur Verfügung
gestellt. Cf. Pitra 1. 1. p. VI und p. 31. Von vieren der Bruchstücke
[dem 1., 3., 4. und 7. bei Duch.] bemerkt Sauer, daß sie auch in den
Annaien des Georg. Cedrenus stehen. Außerdem führt S. noch einige
andere Sätze der Annaien an und äußert die Vermutung, daß sie gleich-
falls dem Mak. entlehnt sein dürften.
2) Codices ms. Graeci Ottoboniani bibliothecae Vaticanae descripti
praeside Alph. Card. Capecelatro . . . Rectms. E. Feron et F. Battaglini.
Romae 1893.
3) Ibid. p. 18(1— 188.
4) Ibid. p. 188.
[1,2. Fundstellen der sog. Genesishomilien. 121
De s. mysteriis und in ihr die bekannte Äußerung des Mak.
über die Eucharistie, von der oben S. 7 f. die Rede war,
vorliegt. 2. Codex 268, tdiart.. tt'. 240, saec. 161. Die alte
Nr. dieser Us. ist im neuen Katal. nicht vermerkt. Dennoch
kann kein Zweifel darüber sein, daß sie der Kodex ist, aus
dem die durch Stephanotius an Boivin übermittelte Abschrift
genommen wurde. In ihm ist — und das darf nicht außer
acht gelassen werden — an zwei verschiedenen Stellen, zwischen
denen Textstücke aus anderen Kirchenvätern sich befinden,
• •fwas aus .Mak. Magnes mitgeteilt. F. 73b steht das nämliche
Fragment aus den Genesis-Homilien des Mak., das Pitra schon
a. 1858 in dem viel älteren cod. Tat. Gr. 20*22 f. 236 entdeckt hatte
und das nach diesem Vat. von Duchesne (1. 1. p. 41 sq.), Pitra
(1. 1. j>. 34 sq.) und Sauer (Elises 1. 1. p. 294 sq.) veröffentlicht
worden ist. Da es also bereits gedruckt ist. kommt es für
uns vorderhand nicht weiter in Betracht. Die folgende Unter-
suchung gilt hauptsächlich dem Textstücke, aus dem Crusius
einige Stellen in seine II. Diss. eingefügt, nach dem Pitra
umsonst gesucht hat und das noch nicht unter dem Namen
des Mak. Magnes gedruckt vorliegt. Es findet sich f. 75v
bis 81 v2.
Da ich aus Gründen1, die ich in der Vorbemerkung
angedeutet habe, nicht in der Lage war, die Vaticana selbst
aufzusuchen und den im Ottob. 268 dargebotenen Text ab-
zuschreiben, auch ich diesen mir nicht auf anderem Wege
verschaffen konnte, hätte ich die Homilien des Mak. auf sich
beruhen lassen müssen, wenn sich mir nicht ein Ersatz gezeigt
hätte. Ich sagte mir nämlich: Sollte nicht Magn. Crusius, dessen
.Mak. -Studien über einen so langen Zeitraum sich hinziehen,
der wußte, wie Boivin durch den Tod daran gehindert worden
war. die vuii ihm mühsam zusammengebrachten Mak.-Fragmente
herauszugeben, der beabsichtigte, seinerseits den Plan des
Boivin zur Ausführung zu bringen, der es in seinen Disser-
tationeo öfter wie einmal ausspricht, daß es Zeit sei, den so
lange vernachlässigten und fast unbekannten kirchlichen Autor
] Ibid. p. 150—152.
_, F. 74 und 75 - r . - li • • 1 1 Brachstücke aus I > i < m \ -~. Alex., Methodios
und Chrysostomos.
•'! Der hauptsächlichste ist, daß mein Urlaub hier immer in eine
Zeit fiel, in der die Vaticana geschlossen ist.
122 Schalkhausser, Makarios Magnes.
der Vergessenheit zu entreißen und die wenigen aus dem
Schiffbruche geretteten Trümmer seiner Werke der Kenntnis
der Gelehrten zugänglich zu machen (MPG. X, 1343 sqq.. 1376 ( _'.).
sollte er nicht, als er merkte, daß auch er nicht dazu komme,
sein Vorhaben zu verwirklichen, dafür gesorgt haben, daß seine
Sammlung von Mak.-Fragmenten nicht zugrunde gehe? Mit
anderen Worten: Sollte diese Sammlung nicht doch noch
irgendwo verborgen sein ? Ich dachte zunächst an die Universitäts-
bibliothek in Göttingen, weil dort Crusius Professor war, erhielt
aber auf eine Anfrage unter dem 1. Februar 1904 den Bescheid,
daß das Gewünschte in ihr sich nicht finde. Daß dem in der
Tat so sei. wurde mir bestätigt, als ich später in die gedruckten
Kataloge der Göttinger Hss. Einsicht nehmen konnte.
Endlich wurde ich nach längerem Suchen auf den Katalog,
den Martini über die griech. Hss.-Bestände der kleineren ita-
lienischen Bibliotheken veröffentlicht hat1, aufmerksam- and
sah aus ihm, daß das Ms. des Magn. Crusius, das die von ihm
gesammelten Fragmente des Mak. enthielt, nicht verloren sei,
sondern zu Brescia in der Biblioteca Queriniana Comunale sich
befinde. In diese ist es offenbar aus dem Besitze des Kard.
Ang. M. Querini gelangt, der 1726 — 1755 Bischof von Brescia
war'' und die dortige Bibliothek gegründet hat4. Wann und
wie das Ms. des deutschen prot. Theologieprofessors in die
Hände des italienischen Kirchenfürsten und Bibliothekars der
S. E. R. kam, konnte ich nicht erfahren5. Auffällig ist es nicht,
daß es Eigentum Querinis wurde. Denn bekanntlich unterhielt
Qu. auch mit prot. deutschen Gelehrten einen lebhaften Verkehr
und namentlich stand er zur Universität Göttingen in einem
näheren Verhältnisse. Er übersendete der Univ. -Bibliothek
Göttingen seine Schriften als Geschenk6. Unter seinen gedruckten
Briefen finden sich mehrere, die an Göttinger Professoren ge-
1 E. Martini. Catalogo tli manoscritti Greci esistenti nelle liiblioteehe
Italiane, V. I. P. 2. Müano 1896 p. 266 sq.
2) Durch eine Besprechung desselben von C. Haeberlin im Zentralbl.
f. Bibl.-Wesen, 13. Jahrg.. 1896, p. 40 sq.
3) Vgl. den Art. < v> 1 1 i r i n i im Freiburger Kirchenlexikon '2. A.
4) Vgl. Strodtmann. Bevträge zur Historie der Gelahrtheit. III. Teil.
Bamb. 174!) p. 61.
5) Weder im Ms. selbst muh im geschriebenen Hss.-Kataloge der
Queriniana ist hierüber etwas bemerkt.
(' Strodtmann 1. 1. p. 24 u. 74.
11,2. Fundstellen der sog. Genesishomilien. ]k_>3
richtet sind, freilich gerade an Crnsius ist keiner dabei1. Anch
in sonstigen Schriften ist mir keine Hindentung darauf begegnet,
daß und wann Querini von Crus. unser Ms. erhalten hat2.
Crusius selbst nennt in seinen Dissertationen den Querini nicht.
Trotzdem muß auch Crusius mit Quer, in Briefverkehr gestanden
haben3, und da unser Ms. in dem Verzeichnisse, das für die
\ ersteigerung der Bibliothek des Crusius angefertigt worden
war, nicht erwähnt ist4, darf angenommen werden, daß Crus.
es selbst noch vor seinem Tode dem Querini überlassen oder
für ihn bestimmt hat.
Das Ms.5, das von der Hand des Crusius stammt, ist mit
zwei anderen Schriften, die Querini aus Deutschland empfangen
hat6, zu einem Buche zusammengebunden, das jetzt die Sig-
1) Cf. Epistolae Ang. Maiiao Quirini S. R. E. Card, bibliothecarii.
Quotquot Latino sernione is edidit, eas omnes collegitNic.< 'oleti. Yen. 170(1. 2°.
TOGpp. 106 lat. Briefe sind hier mitgeteilt. — In der Bibl. Quer, zu
Bre>eia befinden sich unter de)- Signatur E. IV. 1 sqq. in einer Reihe von
Bänden gebunden und alphabetisch geordnet Originalbriefe, die von ver-
schiedenen an den Kard. Quirini geschriebi'ii wurden. Im [ndice für
Lit. C ist Crusius nicht genannt.
2) In den „Yicennalia Brixiensia Km. Card, bibliothecarii A. M. Quirini
celebrata in Academia Gottingensi. Gottingae* [ohne Jabx] steht ein Brief
Quir. an den Gott. Professor Feuerlin vom 20. Febr. 1748. In diesem
Brief«- wird Magn. Crusius zweimal erwähnt, aber nichts bemerkt, was
auf Mak. Bezug hat.
3) Vgl. Strodtmanu 1. 1. 2. Teil, 1748 p. 84: ..Zu Göttingen geriel er
[sc. Magn. Crusius] mit dem gelehrten Card, und Biblioth. des Vaticans,
A. M. Quirini, in- einen Briefwechsel, welcher ihm verschiedene Fragments
tfacarü Magnetis aus der Bild. Vaticana zugesandt hat." S. auch ebenda
p. 93: .,Der Hr. Consist.-Rat hat der gelehrten Welt eine Ausg. von i les
Mac. Magnes Überbleibseln versprochen. Wir haben schon oben gesagt,
daß er vom Card. Quirini aus dem Vatican sogar Beyträge dazu erhalten
habe." — Hat das Strodtmanu vielleicht von Crus. selbst? Auf den Brief-
verkehr mit Quer, bezieht sieh wahrscheinlich die Bern, am Auf. der
II, Disß. des Crus. [MPG. X, L375D]: quod certiora quaedam de monu-
oientis huius auctoris deperditi hactenus ex [taliae regionibus exspectaverim.
1 Catalogus hildiotheeae, quam in itineribus, Hamburgi el in Aca-
demia Cni'ttingensi collegerat B. Magnus Crusius. Distrahetur Harburgi
I». 9. Decembr. 1751. Hamburgi. li'". .'J()4 SS. Eine An Vorberichl da/u
ist die schon oben S. 1H> Anm. 1 erwähnte Schrift: Catalogus bibl. b.
Magni Crusii >'tc. In beiden Büchern wird unser Ms. nichl genannt.
.')» Im Aug. 1904 habe ich es in Brescia eingesehen und abgeschrieben.
6 Eine von Eerm. Sam. Reimarus, die andere von Gottl. Wernsdorf.
über ihren Inhalt s. Martini I. I. p. 267. Die beiden Schriften Bind aus-
drücklich an Quirini gerichtet. Keim, sandte seine Abh. dem Qu. auf
] 24 Sehalkhausser, Makarios Magnes.
natur B. VII. 7 trägt. Auf dem Kücken des Hinbands steht
gedruckt: Fragmenta Macarii Magnetis Mst. Auf der Innen-
seite des vorderen Deckels ist die Zahl 247 von alter Hand
eingetragen. Von den drei Werken, die im Kodex B. VII. 7
vereinigt sind, kommt für uns nur das erste, das Ms. des Crusius,
in Betracht. Daß dieses wohl von Crusius selbst geschrieben
worden ist, geht daraus hervor, daß es durchweg ein und
dieselbe Hand zeigt, daß auf f. 1 r in der Mitte von eben der
Hand, die das Folgende schrieb, steht: Fragmenta Macarii
Magnetis MS. collecta cura ac studio D. Magni Crusii und daß es
am Schlüsse f. 18r heißt: Annon plura in hoc Codice MS.
Ottoboniano exstent excerpta ex Macario Magnete? de eo cer-
tiorem notitiam avidissime exspecto1. F. lv ist leer. Außer
der Paginierung mit Bleistift, die von einem Angestellten der
Bibliothek herrührt, nur die folia zählt und durch das ganze
Buch [B. VII. 7] hindurchgeht, hat das Ms. des Crusius noch
eine eigene, mit Tinte geschriebene Paginierung, bei der die
Seiten gezählt sind und die von Crus. selbst stammt.
Das Ms. enthält folgendes:
1. Unter dem Titel: 'Ex röäv MaxaQiov tov Mayvrßoc,
'Ajioxqvtlxwv üiQoq sXXijvag
a) F. 2r — 9y die Apokr.-Zitate, die sich in der Abhandlung
des Nikephoros fiuden, nach Pariser Hss., numeriert als
fragmentum L, IL usw. bis XI. Die gleiche Bezeichnung
und Numerierung wendet Crus. beim Zitieren dieser Bruch-
stücke in seinen zwei Dissertationen an. Die Lesart ist
bei Crus. manchmal etwas anders als bei Pitra, der. wie
erwähnt, die Schrift des Nikephoros im Spicil. Sol. I. Par.
1852 p. 302—335 veröffentlicht hat.
Verlangen zu. Wernsdorf hatte zwei Reden des Himerios grieeli. ab-
geschrieben und dem Qu. übermittelt, weil er [W.], wie er bemerkt
wünschte, daß sie Qu. mit einem in Rom unter den Papieren des Allatii
befindlichen Texte vergleiche.
1) Die Schrift des Crus. ist groß, schön und deutlich. — Wax
Crus. unser Ms. schrieb, darüber ist in ihm nichts vermerkt. Da Crusii
zu der Zeit, wo er es schrieb, schon D. der Theologie war, was er a. 1731
geworden ist, da er am Schlüsse desselben sagt: Annon . . . exspecto [s. o.] unc
wir am Anfange der II. Diss. [MPG. X, 1375 D, 1377 C] in den Sätzen _Inter
rupti laboris . . . exspectaverim" und „Quandoquidem igitur nullam spem mit
relictam esse videbam etc." sozusagen über das Ergebnis dieses „exspecto"
belehrt werden, so ist anzunehmen, daß unser Ms. nach der I. und vor der
II. Diss., also zwischen 1737 und 1745 als Reinschrift angefertigt wurde
[vorausgesetzt, daß das D. f. lr der Hs. die Altkürzung für „Doetor* ist].
11,2. Fundstellen der sog. Genesishomilien. 125
b) F. 9v: Pragmentum XII. Es ist die Stelle: Ovx e&viv
iryi'.oioTic . . . c.tuc. Die Quelle ist nicht angegeben.
Das Zitat geht auf das Werk des Turr.: harayal etc.
Yen. 1563 f. 174a zurück. Crus. hat aber nicht den Wort-
laut des Turr., sondern den etwas veränderten des Edm.
Albertinus [De eucharistiae sacramento libri tres. Daven-
triae 1654 p. 420].
c) F. lOr: Fragm. XIII: Ovxi öaog . . . äx<DQi6TOv, gleich-
falls ohne Quellenangabe. Es ist die Stelle, die sich in
der Schrift des Jo. Antiochenus: De s. mysteriis findet.
Crus. hat sie kaum aus einem der Pariser Kodizes, in
denen das Werk des Jo. Ant. steht, da er von Jo. Ant.
in seinen Dissertationen nichts sagt, auch nicht aus dem
Buche des Allatius: In Roberti Creyghtoni apparatum . • .
exercitationum pars I. Romae 1665, in dem p. 563 die
Stelle zitiert ist, da wir bei ihm statt des aiQStat des
Allat. das richtige l'oyiTci lesen, sondern vermutlich von
Quirini aus einem Vatic. [840].
d) F. lOr— llr: Fragm. XI Y.: Die Stelle über den Glauben
Abr. \IIkjt: i'occj . . . 'Aßoadfi], wieder ohne Quellenangabe.
Sie stammt aus des Turr. Dogmaticus de iustific. Romae
1557 f. 37.
2. Unter dem Titel: Fragmenta excerpta e\ Macarii
Magnetis Commentario in Genesin ex Codice MS. Cardinalis
Ottoboni Xum. R. YIII. 54.
a) F. llr — 17 v den Text, der sich, wie ich vermute, im Ottob.
Nr. 268 f. 75v — 81 v findet [Cf. den Katalog der gr. Hss. der
Ottob. v. 1893 p. 151]. Die Stelle beginnt bei Crus.: Ihn,
rijj. tov Aöäfi ötjfiiovQyuxQ. TL ydo q>rj6cv // ß-sia yoa<pr\.
Sie endet: qyvXdxrsLV xr\v böbv zov §vZov trjs t,ayrjq.
b) F. 17 v — 18r unter dem Titel: Tov Maxaglov Mayvqtov
ly. zov iZ' Xoyov rov siq ttjv T£vvr\6iv das Fragment
'Ejtsidrj . . . yiTt'jrc. das im Ottob. \r. 268 f. 73 v steht
und von dem schon bemerkt wurde [oben S. 121], daß
es uns dreimal gedruckt vorliegt, aber nicht nach dem
Ottob. Nr. "JUS. sondern dem Vat. 2022. Dieser Yat. hat
offenbar auch die Vorlage für den im Ottob. Nr. 268
f. 73 v stehenden Text gebildet.
Direkt unter dem Schlüsse des Fragments: 'Ejtsiöij . . .
yiT(~jic findet sich die Bemerkung: Annon . . . exspecto 8. oben
S. 1241. Damit endet das Ms. des Crusius.
]2C) Schalkhausser, Makarios Magnes.
Für uns kommt aus ihm hauptsächlich der Text f . 1 1 r
— 17v iu Betracht1. Vergleicht man die Stellen, die Crusius
davoü in seiner II. Dissert. hat, mit den entsprechenden unseres
Ms., so findet man, daß Crusius in jener manchen Textfehler
verbesserte, den er im Ms. stehen ließ. Dies und die anderen
zahlreichen Textverderbnisse, die im Ms. beibehalten wurden,
dürfen als ein Beweis dafür angesehen werden, daß die Ab-
schrift des Crusius eine genaue Kopie des Originals darstellt
und somit der Text des Brixiensis bei der folgenden Unter-
suchung als Ersatz der einschlägigen Partie des mir nicht zu-
gänglichen Ottobon. Nr. 268 dienen kann.
Was uns im Brixiensis unter der Aufschrift: Fragmente
aus dem Kommentare des Mak. Magnes zur Gen., geboten
wird, umfaßt etwas mehr als das Dreifache dessen, was daraus
bisher gedruckt war2. Außer einem Textzuwachs von über
2/3 verschafft uns unser Ms. den weiteren Vorteil, daß es uns
die Stelleu, die Crusius bei seinen dogmatischen Ausführungen
in der II. Diss. als Beweismaterial verwertete und die er darum
nicht in der Reihenfolge des Ms. anführen konnte, jede an
ihrem naturgemäßen Platze zeigt. Andererseits erkennen wir
aus unserem Ms., daß uns im Ottob. keinesfalls der Text der
Genesishomilien des Mak. in ihrem vollen Umfange vorliegt3
— dazu ist dessen, was in ihm dem Magnes zugeschrieben wird,
schon zu wenig — , aber auch nicht eine Anzahl größerer oder
kleinerer vereinzelter Bruchstücke aus den Homilien. wie man
bei der Ausdrucksweise des Crusius4 annehmen mußte. Es
könnte sich beim Texte des Ottob. höchstens um einen sehr
summarischen, aber zusammenhängenden Auszug aus den
Homilien des Mak. handeln und zwar um einen solchen Aus-
zug, bei dem Kopf und Fuß fehlen. Daß der Anfang fehlt,
geht daraus hervor, daß der Text mit der Frage: 77 yccQ (pfjöiv
/) thia y(xc(pf'/ beginnt. FaQ weist darauf hin, daß anderes
1) Sein Wortlaut ist im Anbang am Schlüsse der vorliegenden Ab-
handlung mitgeteilt.
2) In der IL Diss. des Crus. und aus dieser bei Pitra. Spicil. Sol. 1.
Par. 1852 p. 550sq. und bei Duchesne. De Mac. Magnete, Par. 1877 p. 39
—41 [Nr. 1—7].
3) A. Sauer meinte, daß der Ott. eine Hs. war. die die Genesis-
Homilien vollständig enthielt. Vgl. Ehses, Festschrift. Freib. 1897 p. 291.
4) Crusius spricht von „fragmenta" der „sermones iu Genesin".
Cf. MPGX, 1375B. Auch Bandurius [Fabr. BG VE. p. 632] u. Duchesne
1. 1. p. 7 u. 13 reden von „fragmenta."
11,2. Fundstelleu der sog. Genesishomilien. [27
vorhergegangen sein muß, wozu jetzt die Begründung gebracht
wird. Dali der Schluß fehlt, ist daraus ersichtlich, daß der Text
mit einer Bibelstelle — derjenigen, die an der Reihe ist — ab-
bricht, ohne daß, wie man nach dem ganzen bisherigen Text-
verlauf erwarten muß. eine Erklärung derselben folgt.
Im weiteren Verlaufe meiner Nachforschungen fand ich
das Fehlende, freilich da, wo ich es nicht vermutet hätte. Ich
machte nämlich die für mich überraschende Wahrnehmung,
daß der im Ottob. [Nr. 2(38, f. 75 v sqq.] und Brixiensis (f. llr
— 17v] überlieferte Text der angeblichen Homilieo des Mak.
nichts anderes sei als das mittlere Stück der sogenannten
Schöpfungsgeschichte, wie sie in den byzantinischen Chroniken
des Theodosios Melitenos1 und Julios Polvdeukes-'. teilweise
auch in der des Leon Grammatikos'1 gedruckt, in mehreren
Chroniken des Symeoii Logothetes4 und in einer anonymen5
handschriftlich vorliegt''. In der Chronik des Theod. Mel., an
die ich mich im folgenden vorzugsweise halte, steht die
Schöpfungsgeschichte p. 1 — 14,2, falls man die Erzählung von
Kain und Abel noch dazu rechnet. Der Text, den uns der
Ottob. und Brix. bieten, ist das Stück p. 4,12—10,25 bei Tafel
[77 -/äg (f/jOir .... ry)j -.'";//-]. Gehört diese Partie wirklich
dem Mak. Magnes an, wie es nach dem Ottob. scheint und
1) Theodosii Meliteni qui fertur chronographia, ed. Tafel. Monaehii 1859.
2 Anonymi seriptoris historia sacra . . . e veteri codice Graeco
descripta .lo. ß. Bianconi . . lat. vertit . . Bouoniae 1779. — Julii Pollucis
Historia physica seu chronicon, ed. ab Ign. Hardt. Mon. et Lips. 1792. —
Über die Hss. des Polvd. vgl. Th. Preger: Der Chronist J. Polydeukes . . .
Byzant. Zeitschrift I. 1892 p. 50—54, und K. Krumbacher, ibid. p. 342 sq.
über den von Bianconi benützten Ambrn-ianus D 34 sup. saec. X — XI s.
auch den neuen Katalog der codd. Gr. bibl. Ambr. von Martini u. Bassi.
T. I. 190t;. p. 254.
3) Leonis Grammatici chronographia. Ex recogn. Imm. Bekkeri.
Bonnae 1842.
4) Über die Hss. des Sym. Logoth. sowie über Leon Gr., Theod.
Mel. und Pseudo-Polydeukes vgl. K. Krumbacher, Gesch. der byzantin.
Literatur, 2. Aufl. München 1897 p. 358 sqq. — Über Sym. Log. s. ferner:
C. de Boor, Die Chronik des Logotheten [Byz. Z. VI. 1897 p. 233— 284
und: Weiteres zur Chronik des Logoth. [Byz. Z. X. L901 p. 70— 90].
5) Im Vat. Gr. L63. über Lhn s. Th. Pregerin Byz. Z. I. L892 p. 51
und K. Krumbacher, Gesch. d. byzant. Litt. 2. \. L897 p. 36] und 36
6) \ucli in die Anfangskapitel der „Epitome bistoriarum" des Jo.
Zonaras isl einiges aus dieser Schöpfungsgesch. übergegangen. Vgl.
K. Praechter: Line unbeachtete Quelle in den Anfangskapiteln des Zonaras.
Byz. Z. VI. 1897 p. 509sqq.
[28 Schalkhausser, Makarios Nfagnes.
wie Boivin, Crusius u. a. angenommen haben, dann muß die
ganze Schöpfungsgesch., wie sie bei Theod. Mel. p. 1 sqq. sich
findet, als ein auf Mak. zurückgehendes Elaborat betrachtet
werden. Denn darüber kann kein Zweifel bestehen, daß der
Abschnitt: Theod. Mel. p. 1 — 4,11 und ebenso der: p. 10,26
— 11,7 [oder 14, "2] ' den nämlichen Verfasser haben muß, wie
der mittlere Teil p. 4,12 — 10,25. Steht dies aber fest, so
wäre der Gewinn ein zweifacher: 1. von den Homilien des
Mak. hätten wir statt der wrenigen, abgerissenen Stellen, die
Crusius in seiner II. Diss. zitiert, jetzt etwa das Fünffache an Text-
material; 2. man wüßte — was bisher nicht bekannt war — von
wem die die genannten byz. Chroniken einleitende Schöpfungs-
geschichte herrührt2, nämlich von Mak. Magnes. Vorausgesetzt
1) Wo man hier am besten die Grenze macht, Lst nicht Leicht /'i
sagen. Näheres weiter unten.
2) C. de Boor spricht in seinen Aufsätzen über die Chronik des
Logotheten [Byz. Z. VI. 1897 p. 283sq. und X. 1901 p. 90] die Vermutung
aus, dal.) die am Beginne mehrerer byz. Chroniken sich findende Schöpi
geschiehte ursprünglich ein für sich existierendes opusculuni gebildet
habe und erst im Laufe der Zeit einer Reihe von Chroniken vorgesetzt
worden sei. Zu den von Boor geltend gemachten Gründen, von denen
sicherlich die zwei ersten beweiskräftig sind, könnte man noch hinzufügen,
daß die Schöpfungsgesch. auch durch den exegetischen Charakter ihres
Inhalts sich von der eigentlichen Chronik abhebt, daß es byzant. < Ihroniken
gibt, die diese. Schöpfungsgesch. nicht haben, sondern erst bei Adam
[Theod. Mel. p. 14,2sqq.] einsetzen, z. B. die von K. N. Sathas aus dem
cod. Ven. Gr. 407 herausgeg. 'AvavvfjLOv avvoxpig %qovvxi\ [in MsoauDVixq
ßißXio&rjXTj TZ. Ven.-Par. 1894] und endlich, daß auch die Chroniken,
in denen die Schöpfungsgesch. steht, von da an, wo sie zu Ende ist, viel-
fach auseinandergehen. — Weiter meint C. de Boor, es sei nicht unmöglich,
daß Sym. Logothetes die Schöpfungsgesch. und nur diese verfallt habe,
daß sie mit seinem Namen verschiedenen Chroniken als Eingang vorgesetzt
und infolgedessen der Verfasser des Anfangsstückes für den Autor der
ganzen Chronik gehalten wurde und es sich so erkläre, daß mehrere
Chroniken, die in ihrem Inhalte oft sehr von einander abweichen, hand-
schriftlich doch alle unter dem Namen Symeon Logoth. überliefert seien.
Ob diese Annahme C. de Boors haltbar ist, weiß ich nicht. Die Über-
schriften der Hss. scheinen gegen sie zu sprechen. Im Titel der einzelnen
Chroniken wird, von zwrei Ausnahmen abgesehen, nie die xoofionoita,
sondern stets die folgende Chronik als Werk des Logotheten bezeichnet.
Die zwei Ausnahmen bilden der Mosquensis Synod. 252 f. 205 r und der
Par. Gr. 1712 f. ßr. Es kann aber sein, daß in deren Titel eine Text-
verderbnis oder eine absichtliche Textveränderung vorliegt. Was aus dem
Mosqu. bei E. de Muralt, Georgii Monachi chronicon. Petropoli 1859,
p. 902—914 mitgeteilt wird, ist allerdings die sog. Schöpfungsgesch. Aber
daß ihr Text auf eine Vorlage zurückgeht, in der die Schöpfungsgesch.
11,2. Fundstellen der sog. Genesishomilien. J29
ist dabei, daß die Angabe des Ottob., die das mittlere Stück
der Schöpfungsgeschichte dem Magnes zuweist, richtig ist.
Tillemont, Bandurius, Crusius, deren Gewährsmann Boivin1,
sowie der Gelehrte, der den fraglichen Teil des Ottob. für
Boivin abschrieb, sie alle haben nicht im mindesten daran
gezweifelt, daß das im Ottob. f. 75vsqq. mitgeteilte Fragment
von Mak. Magnes herrühre. In den Dissertationen des Crus.
findet sich nirgends die leiseste Andeutung darüber, daß die
Abfassung des Fragments durch Mak. nicht ganz sicher oder
nur wahrscheinlich sei. Crus. operiert mit dem Texte des
Bruchstücks, als wäre es völlig ausgemacht, daß es von Mak.
stamme2.
Mir ist je länger je mehr die Autorschaft des Mak. Magnes
bezüglich des Fragments und somit bezüglich der ganzen
Schöpfungsgeschichte, wie sie bei Theod. Mel. u. a. steht, zweifel-
haft geworden. Aus welchen Gründen, sei im folgenden
dar geleert.
nicht für sich allein stand, sondern in der die eigentliche Chronik nach-
folgte, dürfte aus dem Titel zu entnehmen sein \Elq xooftorcoitav —cutwv
Aoyod-szov ix öia<poga>v %qovix<5v xc/ Xgxo-qi&v, Muralt p. 902],
der zur Sehüpfungsgesch. allein gar nicht paßt. Da irgend ein späterer
Abschreiber nicht über die Sehüpfungsgesch. hinauskam, hat man auch den
Titel, freilich ungeschickt, verkürzt, damit nicht der Logothete als Ver-
fasser eines Werkes erscheine, das nicht dasteht. Noch deutlicher ist
es beim Par. Gr. 1712 f. 6 r— 12 v der Überschrift [—v/itoji- (layiazQOV xal
Xoyo&szov eiq vijv xoafionouav ix ztjq yevvsaemg xal XQOvixäv i<pe£iJQ
avvdysiv ix 6ia<pÖQ<ov %QOvtx(öv ti- xu) laroQixäv, Piaechter in Byz.
Z. V. 1891! p. 41)0] wie dem Umstände zufolge, daß er außer der Schöpfungs-
geschichte noch einen Teil der ihr folgenden Chronik [bis >t xaXovfiivr^
UeXanövvriaoq, Theod. Mel. p. 19. 20. Byz. Z. X. 1901 p. 82] darbietet,
daß wir es hier nicht mit dem für sich existierenden Elaborate der y.onn,,-
noua allein, sondern mit dem vorderen Brachteile einer ganzen Chronik
zu tun halien. Gegen C. de Boor spricht ferner, daß sich die Schöpfungs-
geschichte auch in Chroniken findet, die unter dein Namen eines anderen
Verfassers überliefert [so in der des Theod. Melit.] oder die anonym sind
[wie die des Polydeukes und die des Vat. L63] und endlich, dal.' sie in
Chroniken fehlt, die unter dem Namen des Logotheten stehen [solche
genannt Byz. Z. VII. 1898 p. 621sqq. und X. 1901 p. 87].
1) Keiner der vier hat freilieh den Ottob. selbst gesehen.
2) Vgl. z. I'.. MI'*; X. L361B, L375BC, 1376AB.
Texte ii. Untersuchungen etc. 31,4
130 Schialkhausser, Makarios Magi
3. Makarios Magnea nicht Verfasser der
..Schöpfungsgeschichte".
1. Wenn mau die Dissertationen des Crusius liest, so
fällt einem auf, daß er in ihnen nirgends angibt, in welcher
Form oder unter welchem Titel unser Fragment im Ottob.
dem Mak. Magnes zugeschrieben wird. Auch in seinem Ms.,
dem Brix., steht es nicht unter einem grieeh. Titel, sondern
unter der latein., demnach nicht auf handschriftlicher Grund-
lage beruhenden Überschrift: Fragnieuta excerpta etc. [s. oben
S. 125]. Woher das kommt, wird einem aus der Beschreibung
klar, die der neue Katalog der grieeh. Ottoboniani [von 1893]
vom Kodex '268 gibt. Man sieht aus ihr, daß im Ottob. 268
f. 75v unser Fragment sich ohne nähere Bezeichnung des
Verfassers an Bruchstücke aus Chrysostomos anschließt. Erst
am Rande hat und zwar nicht die erste, sondern eine andere
Hand an der Stelle, wo unser Fragment beginnt, hingeschrieben:
Maywjrov* [Weiter nichts. Der Titel des Werkes des Ma-
gnetes, aus dem das Fragment stammen soll, ist nicht angegeben].
Nimmt man noch dazu, daß Ottob. 268 das einzige Ms. ist, in
dem unser Fragment dergestalt dem Magnes zugewiesen wird,
und daß er eine Sammelhandschrift sehr jungen Datums darstellt
— er gehört dem 16. Jahrh. an — , so erkennt man. dal', die
Annahme, Magnes sei der Verfasser des Bruchstücks, auf
schwachen Füßen steht. Ausschlaggebend gegen M. ist das An-
geführte allerdings nicht. Wenn Abschreiber anonyme Texte nach
Mutmaßung oder Gutdünken irgend einem Autor der Vergangen-
heit zuteilten, so suchten sie sich gefeierte Namen heraus, etwa
den des Basileios, Gregor Nyss., Chrysostomos oder anderer. In
unserem Falle läge das umgekehrte Verfahren vor. Unser Frag-
ment, das auf ein Chrysostomos-Bruchstück folgt und darum
als Eigentum des „Goldmund" hätte figurieren können, wenn
mau es unbenannt gelassen hätte, wird durch die Randbemerkung
einem kirchlichen Autor zugewiesen, der keineswegs zu den
bekannten Größen o-ehörte. Die Richtigkeit der Randbemerkung
1) Crusius sagt von diesem Sachverhalte nichts. Er hat wohl auch
nicht näher darum gewußt. — Welcher Zeit die „alia manus" angehört,
mi sie noch öfter im Kodex erscheint und ob ihre Angaben sonst glaub-
haft sind, könnte nur der feststellen, dem es möglich ist. den Ottob. >elbst
einzusehen.
11,3. Mak. Magnes aicht Verfasser d. „Schöpfungsgesch.". 131
wird jedoch durch diesen Umstand nicht gerettet, da andere,
gewichtige Bedenken gegen sie, bezw. gegen die Identifizierung
des „MayvijTOv" mit Mak. Magnes sich erheben1.
'2. Ein solches liegt in der Tatsache, daß im Texte der
Schöpfungsgeschichte, wie ihn der Ottobon. bietet, obwohl er
nur ein Fragment ist. doch schon Einschübe aus der Kleinen
Genesis2) und aus Josephos3 sich finden. Theod. Melit. und
die mit ihm enger verwandten Chroniken4 haben die meisten
derartigen Zusätze. Daß sie erst durch spätere Interpolation in
den Text der Schöpfungsgeschichte hineingekommen sind, ist
zweifellos, da sie an den Stelleu, wo sie stehen, den Zusammen-
hang störend unterbrechen und da die Chronik des Polydeukes
noch frei von ihnen ist. Diese Chronik stellt demnach eine reinere
und darum frühere Stufe in der Überlieferungsgeschichte der
xoöfiojtoua dar als. der Text des Ottob. Muß nun schon für
die Chronik des Polydeukes ein Quellemverk vorausgesetzt
werden, in dem die Schöpfungsgesch. den Namen des Mak. M.
als Verfassers nicht mehr au der Stirne trug, so scheint das
für eine spätere Entwicklungsstufe, auf der schon fremde
Zutaten in den ursprünglichen Text eingedrungen waren, erst
recht angenommen werden zu müssen. Dann aber beoreift
man nicht, auf welchem Wege der Schreiber, der „MayjnJTOv"
im Ottob. 268 f. 75 v eintrug, bezw. auf wrelchem Wege seine
Vorlage eine zuverlässige Nachricht darüber bekommen haben
soll, daß unser Fragment von Mak. Magnes herrühre. Übrigens
wird der Zusatz Theod. Mel. p. 10,19: [Aöafi . . egsßjLrjih} <>i>'
1) Wollte man au dem rMicyrijov~ Ott. 268 f. 75 v festhalten, so
müßte man an irgend einen anderen Magnes [Magnetes] denken. Was
für ein Magnes dies dann sein soll, wüßte ich freilich nicht zu sagen.
2) Es ist die Stelle Theod. Mel. p. 8, 8 — 9: Kai rix . . . ne<pi[i<ä<J&ai.
('f. H. Charles, The book of Jubilees or the little Genesis translated from
the editor's Kthiupic t<>xt . . Lond. L902. Kap. III. v. 28. p. 27; siehe auch
Flav. Jnsephos, Ant. .lud. I. § 41. Über die Kl. Gen. vgl. außerdem noch:
II. Rönsch, D:is Buch der Jubiläen oder die Kleine Genesis, Leipz. 1874
und: Die Apokryphen u. Pseudepigraphen des Alten Test. v. E. Kautzsch,
11. Bd. Tüb. 1900, p. 31—119.
3) Die Stelle Th I. Mol. p. 8,9— 11: rhr M . . . ivTS&ijvai. Sie
geht auf Josephos, Antupi. .Ind. I § ."><> zurück.
4) Vgl. Theod. Mel.p. 2,2—3; 4,24—26; 8,8—:»; 8,9— 11; 11,7 8;
12,15 — 17; 13,15 — 18; 14,1—2. Dazu s. K. Praechter, Eine unbeachtete
Quelle in den Anfangskapitcln des Zonaras. Byz. Z. VI. 1897 p. 515 sqq.
9«
]3"J Schalkhausser, Makarios Magnes.
t)j Eva] sig r/}r yrjv t^j, xtlöecoc. avrov, der sich auch
bei Polydeukes findet1 und nicht als Interpolation angesehen
zu werden braucht, gleichfalls aus der Kleinen Genesis stammen3
und die Verwertung dieses apokryphischen Buches wird an sich
schon ein Zeichen dafür sein, daß Mak. als Autor für die
Schöpfungsgesch. nicht in Frage komme. Denn die Kleine
(Jen. genoß nur in der alexandrinischen Kirche Ansehen3,
Mak. dagegen gehörte der kleinasiatischen an.
3. Wollte mau das unter 2 beigebrachte Argument nicht
als zwingend anerkennen und einwenden: Unmöglich wäre es
nicht, daß der Text selbst auf dem langen Wege von der
Urschrift bis zum Ottob. manche Schädigung und Interpolation
erfahren hat und der Name des wahren Verfassers doch nicht
verloren gegangen ist, so wäre zu erwidern, daß uns ein hin-
reichendes Stück eines ächten Werkes des Mak., nämlich ein
großer Teil des Apokritikos, erhalten ist und die Yergleichung
der Schöpfgsgesch. mit dem Apokr. ebenfalls gegen die Ma-
karianische Herkunft des Ottob. Fragments entscheidet.
Schon im Stile weicht der Apokr.4 von der xoo/jojroäa
erheblich ab. Im Apokr. ist die Darstellung schwungvoll,
dichterisch oder rhetorisch gehoben, zuweilen schwülstig, blumig,
weitschweifig und wortreich5. Es fehlt nicht an Wiederholungen.
Die Sätze sind nicht selten sehr laug6. Dabei kann dem
1) Jul. Polyd. ed. Hardt p. 40,23. Auch Theod. Mel. p. 11,12 sq.,
15 = Polyd. p. 44,2 sq., 5 [xov iitov Aecc/u'-rov — xor d-sov fiij
thc((fa'ror] ist aus der Leptogenesis. Cf. Charles 1. 1. c. IV, v. 2 p. 30:
. . because (Gode) accepted the sacrifice of Abel, and did not accept th.>
offering of Cain.
°2) Den Ausdruck: elg rt/v yi/r r/}§ xTioeio^ avrov habe ich sonst
nirgends außer in der Kleinen Gen. gefunden. Cf. Charles 1. I. c. III.
v. 32 p. 29: Adam and his wife went forth from the Garden of Eden,
and they dwelt in the land of Eldä, in the land of their creation.
3) Cf. Sextus Jul. Afrikanus und die byz. Chronographie v. H. Geizer
1. Teil, Leipz. 1880 p. 296.
4) Es versteht sich von selbst, daß das über den Stil etc. Bemerkte
nur für die Antworten des Mak., nicht für die Fragen des Heiden gilt.
Die Redeweise des Heiden ist von der des Mak. wesentlich verschieden.
5) Charakteristisch für den Wortreichtum und die Breite in der
Darstellung des Mak. ist die Schilderung der vier Jahreszeiten Ap.
p. 17(1—172.
6) Z. B. Ap.p. 1. 6,4—11. 39,5 — IG. 70,7 sqq. 91,3 sqq. 91,26 sqq.
116,16 sqq. 148,20 sqq. 178,11—26. 181,5 sqq. 192.21 sqq. 214,3 sqq.
221,8 sqq. 225.7 sqq.
II.."). Mak. Magnes nicht Verfasser d. „Schöpf ungsgesch." 1 3 - >
Stile des Mak. eine gewisse Gewandtheit und Kunshnüssigkeit
nicht abgesprochen werden. Wir finden bei ihm öfter den
Chiasmus der Satzglieder1. Mit Vorliebe reiht er gleichartige
Sätze, die mit demselben Worte beginnen, an einander-'. Ins-
besondere ist er ein Freund der Bilderrede. Die Zahl der Ver-
gleiche und Gleichnisse, mit denen er seine Ausführungen belebt",
ist groß, der Wortschatz in seinen Erwiderungen sehr reichhaltig4.
Dagegen ist die Darstellung in der Scböpfgsgesch. meist
einfach, nüchtern, trocken, zuweilen sogar steif. Die Scätze
sind kürzer. Es fehlt ihr das rhetorisch Gehobene, Breite und
Bilderreiche der Sprache des Apokr.5. Gewisse Ausdrücke,
die .Mak. im Apokr. mit Vorliebe anwendet, wie xaTOQfrwfta6,
oixovofiia [in Bezug auf das Werk Christi]7, ßioq im Sinne
von Welt oder Menschen8, äxifgatog9 in Verbindungen, wo es
1) Z.B. Ap.p. 1,6—7. 4,2. 6,8. 7,22. 29,20. 41,8. 70,10. 70,19 sq.
71,6 sq. 91,7. 91,25. 117,10 sq.
2) Z. B. Ap. p. 5, 17— 23. 6,8—11. 9,10—10,11. 30,7sqq; 32,12 sqq.
33, 4 sqq. 43, 10 sqq. 43,21 sqq. 65, 4 sqq. 66,3 sqq. 70,7 sqq. 70,16sqq.
72,22 sqq. 80,14 sqq. 86,27 sqq. 119,13 sqq. 172,16. sqq. 178,11 sqq.
IST. .'I sqq.
3) Z. B. Ap. |>. 13,12 sqq. 28,7 sqq. 38.11 sqq. 40. 15 sqq. 41,3 sqq.
63, 3 sqq. 67,6 sqq. 67, 11 sqq. 68, 3 sqq. 68.7 sq. 69. 10 sqq. 72. 15 sqq.
74.13. $0,13 sqq. 80.25 sqq. 81,16 sqq. 90,19 sqq. 91,27 sqq. 92,1 sqq.
93,1 sqq. 103,1 sqq. I04,4sqq. 109,1 sqq. 120.20 sqq. I21,4sqq. I22,22sq.
132,25 sq. I32,2sq. I32,8sqq. I33,24sqq. 134.2 sqq.. 20sqq. I36,6sqq.,
15 sqq., 24 sqq. 138,16 sqq. 139,15. 140,2 sqq. 142,31 sqq. 143, 10 sqq.,
I6sqq. 150,32 sqq. I69,9sqq. I74,8sqq. I78,12sqq. 181, 8 sqq. 181, 17 sqq.
I86,3sqq., 16 sqq., 27 sqq. I87,13sqq. I97,21sqq. 208,26sqq. 2U,6sqq.
212. 1!» sqq. 213,2 sqq. etc.
4) In den Einwänden dos Beiden ist der Wortvorrat ein verhältnis-
mäßig geringerer als in den Entgegnungen des Christen.
5) Man vergleiche z. B. die Versuchungsgeschichte bei Tbeod. M>-l.
p. 7.21 sqq. mit der überschwänglichen und wortreichen Art, in der Mak.
im Apokr. p. 43, 10 — 44,7 von der Verführung der Menschen durch den
Teufel und den Folgen des Sündenfalls redet.
6 X. I!. Ap. p. 1.7. 6.4. 7.14. 33,4,8. 70.2. 81,16. 113,7. 133,17.
1.11.15. 169,21. 178,7. 182,6. 192,5. 193,4. 194,11. 216,20. 222.:;.
226,24. 227.7.
7) Z. B. Ap. p.9,4. 18,11. -V2.:>. 64,7. 65,1. 67,4. 69,10,15. 70,2.
72,10. 73,11. 90,5. 92,13. 93,17. 105.27. 116,2. 116,15,27,33. 122,18.
132,6. 175.11». 195,20. 215.5. 216,20. 217,!».
8) Z.B.Ap.p.1,8. 36,2. 66,20. 67,2. 72,17.78,24.91,13. 141,6,16.
143,28. 148,20. 150,5. 192, 1.
9 /. B. Ap. p. 5, 11, 17. 30,5. 82,17, 90,12. 104,33. L07,5sq. 179,21.
181,8. 194, 1!'. 219,7. 221.7.
134 Schalkhausser, Makarios Mis/nes.
die Bedeutuug „unvergänglich", die ich in den Lexiken ver-
geblich suchte, zu haben scheint, oixovfitvr]^, ovöia besonders
in der Bedeutung „Wesen1'-, fehlen in der Schöpf gsgesch. ganz,
wobei allerdings deren Kürze und anders gearteter Inhalt in
Anschlag zu bringen ist.
Gehen wir von der Rede- zur Anschauungsweise über,
so ist zu beachten, daß bei dem geringen Umfange der
Schöpfungsgesch. und der Verschiedenheit des behandelten
Stoffes — dort die vier ersten Kapitel der Genesis, im Apokr.
Stellen aus dem Neuen Test. — eine häufige Berührung der
Gedankenkreise von vornherein ausgeschlossen ist, und daß,
soweit eine Berührung statt hat, bei dem consensus, der in
den dogmatischen Hauptfragen bei den orthodoxen Theologen
der griech. Kirche des 3. und der folgenden Jahrhunderte
herrschte, auffallende Gegensätze nicht zu erwarten sind8.
Solche sind auch tatsächlich zwischen dem Apokr. und der
xoüuojioua nicht vorhanden. Dennoch fehlen die Differenzen
1) Z. B. Ap. p. 33,8. 34,15. 35,4. 35,11. 39,11. 77,14. 89,16. 91,27.
93,7. 124,1. 146, 16 sq. 150,28. 181,26. 184,9,13.
2) Z. B. Ap. p. 40,16. 43,18. 76,9,12,14,15,21,24. 106,26. 114.4.
115,23. 117,18. 141,22. 151,8. 172,30. 174,16. 176,10,13. 177.5. 186.3.
187,1,21. 188,27. 189,16. 191,21. 192,7. 194.6,16. 209,31. 211.7.11.
3) Zumal da Mak. in seinen Anschauungen den Kirchenlehrern ver-
wandt ist, die in der Schöpfungsgesch. hauptsächlich benützt sind [Basileios,
Gregor v. Nyssa, Greg. v. Naz. u. a., worüber später]. Daher rührt es
auch, daß einzelne Ausdrücke und Redewendungen der Schöpfungsgesch.
uns auch im Apokr. begegnen, z. B.: „Der Mensch avTS^ovatoq" Theod. Mel.
p. 5, l. 7,5; 10,18 [avze^ovatbrrjq] ; 7,17 {avte^ovaiov ßovXrjfza}. Ap.
p. 37,7, 11. 141,24 und 174,6 [yvcöfit] aizegovoioq]. — Th. Mel. p. 5.24
von Gott in Bezug auf das Paradies ein „y£oj(jyEiv" ausgesagt. Ap. p. 43,12
Gott der „ytwpyoc;" des Paradieses genannt. — „axafiärujg^ vom Tuu Gottes
Th. Mel. p. 5,29." 6,23. Ap. p. 85,27. 187,31sq. [axä/iaxoq]. — In der
Schöpfungsgesch. wird öfters hervorgehoben, daß der Mensch ein von Gott
geehrtes Geschöpf war. Theod. Mel. p. 4,17sq. wird er genannt „rlfiiöv
ti yyij/ufc''. 5,4: „Der Mensch ein Werk der Hände Gottes öut xo tlfuor Ttt4
xazaoxevrjq"' . 5,20: „Gott wollte r>/r XoyiXTjV wtboraaiv zi/iijoac" :. 5,28: „öva
ttjv Tiyog xbv ävd-Qtonov Ti/ut/v xal (pvzovgybq yivecai" [sc. S-eöc]. <!. 1 :
,.'0i)('iv <>rv >)v . . t>ji> r//o/j' . . . yeveo€<oqa. 7,24: „Der Teufel neidisch ini
ridj noXXy zifj.% tov «v9-(>.". Dazu vgl. Ap. p. 37, 14sq.: J> av&Qamoq xriöfia
rlfuov enl rttuj yevößsvov" und p. 186, 14sq.: „ccr&ptonoQ . . . ysyerytat . .
ev6X£V havzov xcd t>jq otxeiaq Ti/i>j^'\ — Theod. Mel. p. 9, 19 sq.: „Nach
dem Sündenfalle ruft Gott die Menschen ioq nart]Q tpiAbozoQyoq und sagt:
Adam, wo bist du?" Der Gedanke, daß das Rufen aus Mitleid geschah,
auch Ap. p. 196,1 — 2, 13 sq., 25sqq.
11,3. Mak. Magnes nicht Verfasser d. „Schöpfungsgesch.". 135
mehr nebensächlicher Art nicht ganz. So legt Mak. im Apokr.
p. 32, 12 sqq. in wiederholten Redewendungen dar, wie aus der
„xAsvoä" das Verderben gekommen sei und darum auch aus
der jcZevoa [Christi] die Rettung fließen mußte1. In der
Schöpfangsgesch. ist zwar erwähnt, daß Gott das Weib aus
der jtZsvQa Adams bildete, aber weiter verwertet wird dieser
Umstand nicht. Nirgends ist die Schuld des Weibes betont.
Theod. Mel. p. 9,25 wrird Eva als „äöixtj&EtGa" bezeichnet. Wo
sonst vom Sündenfalle die Rede ist, ist der Plural gebraucht
und an Adam und Eva zugleich gedacht.
Man vergleiche ferner, wie Mak. im Ap. p. 71, 10 sqq.
[cf. auch p. 66,10sq.] und wie die Schöpfungsgesch. vom „^r/or"
der Sünde redet. Mak. führt aus: Zweierlei war es, wodurch
der Mensch zu Fall kam, nämlich: xb §vXov und: xb j{><~>;ir.
tov ir/or. Den einen Nachteil, der vom ßgS[ia tov §uZov
herrührte, hat Christus durch sein Fasten überwunden. Nun
galt es noch, den durch das Holz angerichteten Schaden wieder
gut zu machen. Mak. nennt dieses §6Xov ein solches, durch
das der Mensch v/)tt>/Uh^ x<XTaߣßX7]TOu , ein i-vZov, von dem
„curare" ausging, ein n§vXov .T^o.TfTf^", das Christus durch ein
anderes Holz gerade machen [öiood-ovöd-ai] mußte, ein n§v2.ov
vov d-avdtov" und „r//-- ütaoaxorjc? . Von alledem findet sich in
der Schöpfungsgesch. [Th. Mel. p. 7, 11 sqq. J nichts. Hier heißt
es bloß, daß „to svjLov[tov yivmöxeiv etc."] nicht seiner Natur
nach dem Menschen zur Erkenntnis von Gut und Böse ver-
holten habe, daß an ihm die Freiheit des Menschen sich er-
proben sollte und daß im Paradiese nichts Schädliches war.
Mak. gebraucht für den Schöpfer mit Vorliebe den Aus-
druck ()//tttorgy6c. In der xoOfiojtoua kommt derselbe gar-
nicht vor. Nur „l&ftwtovpy^tfs" [Th. Mel. 1,20 sq.] und „<%«-
ovQyT]{iau [Th. M. 2,7sq.] begegnet uns in ihr je ein Mal. Mak.
redet gerne vom „örjßiovQybg [d-ebq] Zoyoc"2. Er bezeichnet
Christas, den er einigemal direkt tVvo-- nennt*, als den Schöpfer
überhaupt4, als den Schöpfer der Erde5, des Menschen ,;. als
1) Vgl. hierzu Severianus Gab., M I' G .:»G, 482 sq. und besonders
Procopii Gazaei commentarü in Gen., M.1'087, L76AB.
2 Ap. p. 86, 5 sqq. 187,31. I89,3lsqq. 216,3sq.
3) Z. B. Ap. p. K), 17s. ,. 12, 5,7 sq. 87,20.
4) Ap. p. 9,llsq. 86,5,16,17.
5 Ap. p. I05,28sqq. I06,5sq., I0,12sq.
6) Ap. p. 74,5 [zus. mit d<'iii Vater]. 92,4. !<•■'>, "-'!'.
13(1 Schalkhausser, Makarios Magnes.
den, der das Paradies gepflanzt habe1. Die Schöpf ungsgesch.
dagegen redet nie vom „ö^fiiovQyoQ [&soq\ Xoyoga. Sie nennt
nicht den Xoyoq, sondern Gott den Schöpfer der Welt2, der
Dinge3, des Menschen4, den Pflanzer des Paradieses5. In ihr
erscheint der Xoyoq, den Mak. oft erwähnt6, nur ein Mal, bei
der Erschaffung des Menschen. Der Xoyoq wird da als voru-
ßovXoq" bezeichnet7, ein Ausdruck, der sich im Apokr. nirgends
findet. Allerdings setzt die Schöpf ungsgesch. hinzu, daß er
sei: „IvvjioöTccToq" und Grotte „äjtaodXZaxToq, 6(ioov6ioqu und
„looövvafioq" . Im übrigen ist sie nach meiner Ansicht für Mak.
nicht christologisch genug. Es läßt sich dagegen nicht ein-
wenden, daß bei einem alttestam. Stoffe und noch dazu der
Schöpfungsgesch. das Christologische nicht so zur Geltung
kommen könne, wrie bei neutest. Stellen. Dem Mak. verschlägt
es wrenig, ob die Worte alt- oder neutest. sind. Er wendet
und behandelt alles, insbesondere aber alttest. Aussprüche, wenn
irgend möglich, christologisch8. Wenn es nicht anders geht,
nimmt er zur allegorischen Deutung seine Zuflucht, um ihnen
eine christologische Beziehung zu geben9. Wir kommen hier-
mit zu einer Eigentümlichkeit, die für Mak. charakteristisch ist,
das ist seine allegorische Schriftauslegung.
Der Apokr. will kein exegetisches, sondern ein apolo-
getisches Werk sein. Mak. wendet sich in ihm gegen einen
Hellenen, der einzelne Stellen der h. Schrift zum Gegenstande
seines Angriffes oder Spottes gemacht hat. Da der Hellene
dabei den Literalsinn zugrunde legte, mußte auch die Ver-
teidigung in der Hauptsache vom buchstäblichen Sinne aus
geführt werden. Dennoch und obwohl in dem uns erhaltenen
Teile des Apokr. fast nur neutestam. Stellen in Frage kommen,
nimmt in ihm die allegorische Deutung von Bibelworten einen
so breiten Raum ein10, daß wir sofort erkennen, Mak. tritt,
1) Ap. p. 91,2sq.
2) Th. M. p. l,4sq.
3) Ibid. p. 1,5 sqq.
4) Ibid. p. 4, 9 sqq.
5) Ibid. p. 5,20 sqq.
6) Z. B. Ap. p. 65, 17 sq. 72,22sq. 74,8,16. 75,1.5. 89,25. 91,22.
92,23. 93,12. 106.21. 193, Hs.j. 195,10sq. 197,6. 216.7.11.
7) Th. Mel. p. 4,19sqq.
8) Z.B.Ap.p.32,12sqq. G4,9sqq. 65, 16sqq. 75,lsqq. 87, 16 sqq., 21 sq.
9) Z.B. Ap. p. 66,12sqq. 73,10. 74,6sqq. 89,24sqq.
10) Z.B. Ap. p. 6,20sq. 7,3sq. 8.1sqM. 72,15sqq. 73.10. 74,6sqq.
88,14sqq., 22sqq. 89,lsqq., 4sqq. 93.12s<]., 23s«]. 108sqq. ill,19sqq.
11,3. Mak. Magnes nicht Verfasser d. „Schöpfungsgesch.". 137
was die Schrifterklärung betrifft, ganz und gar in die Puß-
stapfen des Origenes. Wie hätte Mak. erst in einem exe-
getischen Werke, noch dazu in einem über alttest. Abschnitte,
über die Schöpfung, das Leben der ersten Menschen im Para-
diese usw. seiner Neigung zu allegor isieren die Zügel schießen
lassen. Sehen wir uns aber unsere Schöpfuugsgesch. an, so
finden wir, daß in ihr die allegorische Schriftausles;iiiu'- so gut
wie ganz fehlt.
4. Wie der Apokr., so legt auch das einzige ächte Bruch-
stück, das von den Homilien des Mak. zur Gen. auf uns ge-
kommen ist. Zeugnis dagegen ab, daß das Ottob. Fragment
ein Überbleibsel dieser Homilien bildet. Daß Mak. Magnes
Homilien zur Gen. verfaßt hat, ist nämlich zweifellos. Es
ergibt sich dies aus dem Vat. Gr. "2022 f. 230. In diesem ist
uns ein Textfragment ] überliefert, das unter der Überschrift
steht: Tov MaxaQiov Dlayvrjroc, tx tov iZ' Xoyov tov il- r/^r
Tiv&Giv. Wir bezeichnen es im weiteren Verlaufe unserer
Darstellung, um Verwechselungen zu vermeiden, als Vati-
kanisches Fragment, während wir dem größeren bisher be-
handelten Textstücke, das den Anfangsteil mehrerer byzant.
Chroniken bildet und nach unserer Meinung nicht von Mak.
herrührt, den Xamen Ottob. Fragment oder Schöpfungsgesch.
gegeben haben und fernerhin geben.
Aus dem Vat. Fragment erhellt, daß das Werk, das Mak.
zur Genesis geschrieben hat, betitelt war: Aoyot sig rtjv /■•'-
vbölv und daß es mindestens 17 Xoyoi umfaßte-. So kurz das
U2,lsq. 140, 17sqq. I74,23sqq. I75,5sqq., 23sqq. L76,7sqq. L89,26sqq.
I90,2sqq. L92,9sqq.
1) Der Wortlaut desselben bei I.. Duchesne, De Mac. Magu., Par.
1877 p. 41 sq.; Pitra, Anal. Sacra ei Class. Par. Romae 1888. T. 1, p. 34 sq.
and Sauer in: Elises. Festschrift, Freib. 1897 p; 294sq. (s. o. S. 121 .
- In dem Dämlichen Ottob. 268, der von f75v an das mil Unrecht
als Eigentum < le-~ Mak. betrachtete Fragmenl der Schöpfgsgesch. bietet,
findet sieh auch, wie schon oben S. 121 u. \2.) bemerkt wurde, auf f73v,
vom unächten Bruchstücke durch Reste aus Schriften anderer Kirchenlehrei
getrennt, ein.' Kopie des Vat. Fragments. Da wir das Original keimen.
brauchen wir die Kopie uichl weiter zu berücksichtigen, außer sofern sie
uns in den Stand Betzt, den gedruckt vorliegenden Text des \';it. Fragments
an einer Scelle zu verbessern, bei derDuchesne und Pitra vergeblich sieb
bemüht haben, den Wortlaut des Vat. zu entziffern n\id eine erträgliche
Lesart herzustellen. Es i-t der Satz, der im Vat. Lautet: ovöeftiav e§<o&ev
im . . vofiivov xfjQav ovd£ Viva vrjg vkdtöovg xal xexxrjfievov avakvTtjroq
[Pitra 1. 1. p. 34. n. 111. Bei 5 Worten liegt hier eine Verderbnis vor in
138 Schalkhausser, Makarios Magnes.
Vat. Fragment ist, so ist doch deutlich zu erkennen, daß es
die Art des Mak. nicht verleugnet. Stil uud Anschauungs-
weise sind die des Autors des Apokr. ,,cO TZrjficov 'Icoß* ist.
um einzelnes anzuführen, im "Vat. Fragmente und im Apokr.
[p. 82 sq.], wenn auch hier in einer anderen Beziehung, als
Beispiel verwendet. Ein Analogon zu der etwas derben Aus-
drucksweise am Schlüsse des Vat. Fragments haben wir im
Apokr. p. 91 in den Ausführungen des Mak. über die, die
das zweite Wort Jesu am Kreuze so interpuugieren, daß
öij/iEQOV mit )Jyo verbunden ist. Die Neigung zur alle-
gorischen Schrifterklärung, die im Apokr. immer wieder durch-
bricht, tritt im Vat. Fragmente offen zutage. Mak. spricht
sich in ihm darüber aus, was unter den Fellkleidern Gen. 3,21,
die Gott den ersten Menschen nach dem Sündenfalle gegeben
habe, zu verstehen sei: bekanntlich eine Frage, wegen der
eiti . ■ vofievov, x/tfjicr. Tirä, xal vor xexztj/jtsvov, und in avaXvzrjzöq ■
Keines dieser Verderbnisse ist beseitigt bei Dach. Er hat: ovöe/ilav i'ni . .
vbfievov xrjQav, ovöe ziva t?}c vXd>6ovq xal xsxzrjfiivov avaXvzr/zoq. Pitra
schreibt: oiöefiiav l'cojtttv h'zi [zerr] ofievov xaiQiav, oi<)t ti t>^ vXdtöovq
xazaxexzt/fitvov ävaXvrrjXoq. Von den Änderungen, die Pitra vorgenomm -n
hat, ist keine annehmbar außer der einen, daß er ti statt ziva liest. Nach
Pitra hat Sauer versucht, die in unserem Satze steckenden Schwierigkeiten
zu heben. Er hat von neuem den Vat. 2022 kollationiert und glaubt,
„bezüglich, des schwierigsten und verderbtesten Passus" eine annehmbare
Lesart gefunden zu haben. Erliest: ovösfliav i'Suj&ev htr\ffiiGfikvov xtjqcc.
ovo' äiziav zfjq r/.wüovq xsxxrjfisvov ävaXvz-qxoq. Sauers Text verdient
tatsächlich Zustimmung, sofern er i-nrjytitoiiiror schreibt, xtjqccv in xiJQa
verkürzt [bei der Schreibung xi/(j(cv hat ovSsfiiav nachgewirkt] und xal,
das im Mittelalter xe gesprochen wurde, vor xexztj/isvov tilgt. Bedenklich
ist die Verwandlung von oi<h' ziva in ovo1 alxiav. Sauer nahm sie wohl
deswegen vor, weil er erkannte, daß ziva nicht aufrecht zu erhalten sei
und daß man ohne die Einfügung eines Wortes Avie alxia mit ccvaXvrrjzoq
nichts anfangen könne. Ein Subst. avaXvzrjq, — r>/roc existiert sonst nicht.
Sauer wird es, wie seine Vorgänger, als änaS- Xeybfisvov betrachtet und
mit Autlösung, Autlösbarkeit übersetzt haben. Aus der Verlegenheit hilft
uns die Ottob. Kopie [Ott. 268 f 73 v], obgleich sie die ohnehin schon
verderbte Vat. Stelle mit ein paar neuen Verderbnissen bereichert wiedergibt.
In ihr lautet unser Satz: ovöe/iiav s^atd-ev ^r/Hiouivor xtJqidv, oi'6i ziva
rrjQ vXa>6ovq xexZTjfisvov afißXvzrizoq. Crusius hat am Rande seines M~..
des Brix., hier bemerkt: Non liquet. Wir sehen aus dem Wortlaute der
Ottob. Kopie, daß statt avaXvxrßoq zu lesen ist: afiß?.vzr]zoq. 'Afiß/.vzTjq
heißt Stumpfheit, Plumpheit, was vortrefflich in den Zusammenhang paßt.
Alle Schwierigkeiten unserer Stelle, die als eine crux interpretum galt, sind
behoben, Avenn wir lesen: ovöe/jtlav i'ZoUt-i- rn/^/lhii/n'ynr xrjQa oi'öb ti
r/~»- vXdtöovq xsxzfj/jtevov cc(jißXi>ZJjzoq.
11,3. Mak. Magnes nicht Verfasser d. „Schüpfungsgesch.". 139
sich in den ersten ehristl. Jahrhunderten die Kirchenlehrer
viele Jahrzehnte hindurch den Kopf zerbrochen und in der sie
sehr abweichende Ansichten geäußert haben1. Mak. führt in
seiner Beantwortung der Frage zuerst Leute redend ein, die
bemerken, daß die Stelle von den /it(~ji^j: ösQfidnvoi der
historischen Fassung sich entziehe und auagogisch genommen
werde müsse. Zu meinen, Adam und Eva hätten die Häute
unvernünftiger Tiere angezogen, sei einfältig und dumm. Viel-
mehr war der Leib des Menschen vor dem Falle feiner (/f.-rro-
teqov) und strahlenartiger (avyoEiöt&tEQov), geschickt zum
Erfassen göttlicher Lehren, mit keiner Dicke belastet, sondern
wie ein sehr wohlgestalteter und glänzender Spiegel, mit keinem
Gebrechen behaftet und nichts von stofflicher Plumpheit an
sich tragend. Mak. selbst entgegnet hierauf, daß er nach
vielem Nachdenken darüber, was die Fellkleider bedeuten
könnten, im Buche Job das Richtige gefunden habe. Dort
[Job 10,11] stehe nämlich, daß Job, als er einmal von der
Gestaltung seines Leibes redete, Gotte gegenüber die Wendung
gebrauchte2: JtQfia xai XQEaq (iß svsövoag, oöztoig 61 xa\
vevqolc, (18 sveiQag*. Mit diesen Worten habe Job erklärt,
was unter dem Fellkleide zu verstehen sei, das Gott dem
Adam anzog: dieser Fleischesleib, der uns jetzt umgibt4.
1) Vgl. die kurze Zusammenstellung bei J. C. Suicerus, Thesaurus
ecclesiasticus. Ed. I IL T. II. Trajecti 174(>, Kol. 1518 sqq. Art. yixvtr.
~T) Die Worte dotioig Ah xai VEVQOiq (iE %veiQ«q fehlen im Vat. Fragm..
wohl durch Schuld eines Abschreibers, wie Pitra I. I. p. 35. n. 1. richtig
bemerkt.
3) Ob nicht eine Anspielung auf die im Vat. Fragm. mitgeteilten
Anführungen des Mak. [oder auf deren Quelle] im Genesiskommentare
des Prokop von Gaza, MPG 87, 221 A vorliegt:-' Hier heiüt es: Ol öl
(\).).nyo(jovvTe.q peru xov EiQijfievov öcaovQfibv, (paalv, c'>.' o fiev „xax' Ebeöva"
tijv H'tyi/r OTjfxalvei ■ !> <)}■ ü^o xov yrpv nXao&elq, zo keitxofiEQhq aüfia xai
(cior i //. iv 7iaQa6eiaq> öiayatyrjq, o xtvez avyosiöhg ixäXsaav o\ öh
ÖEQfmzivot xtzäveg, To, „ ii'oiii: xtü xg&aq fit iviävaag, baxioiq 6h xai vev-
goiq in- evEigag". T<j> M avyoeiösl xijv »."r/^ »• htoyfiZoS-ai tiqiöxio Xiyovaiv,
otceq voxeqov iveövaato tovq ÖEQfjuxvivovq %ixfövaq. An die Alak.-Stelle
erinnern bier die Ausdrücke: ro XeitvofiEQhq ow/xa, avyoeiShq und ins-
besondere, daß zur Erklärung der Fellkleider auf Job 10, 11 öegfia . . .
iveigaq verwiesen ist. — Zur Auffassung und Ausdrucksweise des Mak. vgl.
bei Proklos die Bezeichnung „avyoetöij wöv \pvx<öv 7tEQißXrjfiaxa" für den
l/ichtleil), den die Seele in ihrem Praeexistenz-Zustande bal [E. Zeller,
Die Philosophie der Griechen, III, 2, 2. 4. Aufl. Leipz. 1903 p. 876 a. 3 .
4) 0 iiEQixeifiE&a, xovxl awfxa t<> o&qxivov. Mak. Bchöpftc bei seinen
Ausführungen über die Fellkleider aus Origenes. Eben des Origenes An-
] 40 Schalkhausser, Makarios Maines.
Die Ansicht, die Mak. hier über die dsQfidtivot yiT<~>nz
vorträgt, stimmt ganz zu seiner allegorischen Schriftauslegung
und zu seiner sonstigen Gedanken Verwandtschaft mit Origenes1.
Sehen wir uns nun im Ottob. Fragmente um, so gewahren
wir, daß auch in ihm, da es ja bis zur Vertreibung Adams
aus dem Paradiese reicht, von den Fellkleidern gehandelt
wird, nämlich im Kap. : IIeqi r//c xaradixvjq t<~>v jiQcoxojtXdörcov
xai tov 6g)Eoog. Aber es ist nicht etwa der Text des Yat.
Fragments oder ein Stück desselben, was wir in der Schöpfungs-
geschichte wiederfinden. Nicht der leiseste Anklang an den
schauung vom Leibe und eleu Fellkleidern bekämpft Methodius in seiner
Schrift über die Auferstehung [Methodius von Olympus, v. G. N. Bonwetsch.
I. Schriften. Erl. Leipz. 1891, p. 70 sqq. Nach dieser Ausg. zitiere ich],
vgl. besonders Meth. p. 107 sqq. Daher kommt es, daß wir in dieser
Schrift Redewendungen — sie werden den Gegnern des Meth. in den
Mund gelegt — wiederfinden, die uns vom Vatik. Fragmente her bekannt
sind. So heißt es Meth. p. 106,6 — 7: [i'Äi'yaro] >/ U'iyjj ro ocüficc iSiu ir\v
naQaßaoiv o nSQixeifie&a tuvto avzikrpphvai, wozu die Äußerung des
Origenes bei Meth. p. 89, 5 sq.: /; avaßzaaiz yivsrat . . räjv öw/uütojv wv
vvv nEQiftslfie&a zu vergleichen ist. Meth. p. 74,llsq.; 108, 1: 109,24; 111,2
vertritt Aglaophon, Gegner des Meth., die Anschauung, die ÖEQ/iartvoi
yiriörtg seien tu amfiara, die schweren irdischen Leiber. Vgl. ferner
7tQO zqq itaQaßaoeaq >/»' .. ro oojfia tov ccv&qcotcov xal Tiybq xuzü'/.ijV.iy
d-e'uov &£(OQi]fiäT(ßV o^i- hcecijösiov bei Mak. mit ifutbötov TiQoq Ttjr xazä-
/.'/</'"' '/.""' r" otöixa ri',y ovrotq ovxtov . . yiyvsxai bei Meth. p. 108, 8 sqq.
[p. 114, 2 sq.] und endlich das Makarianische: Vor der Sünde war der Leib
„olösfiiav eTiTjx&iOfjievov xrjQa" mit Meth. p. 113, 12, wo der Leib ayßoq der
Seele genannt wird.
1) Die Ansicht, daß die degpäiivoi yiTcövec den jetzigen Leib des
Menschen bedeuten, geht auf Philon zurück. Cf. Philonis quaestiones et
solutiones in Gen. Sermo T. qu. 53 bei Aucher, Philonis Judaei Paralipomena
Armen a, Ven. 1826 p. 35 sq.: tunica pellicea symbolice est pellis naturalis,
id est corpus nostrum. — Daß Origenes unter den Fellkleidern den jetzigen
Leib des Menschen verstand, behauptet Epiphanios. Cf. Epiphanii opera.
Ed. G. Dindorf. Vol. II. Lips. 1860 p. 672: ab 6h (püaxeiq, oj oirog [Orig. ist
angeredet], xavza tu. om/hutu tivui zovq dsQfifCXivovq %ixä>vaq. V\ enu
Epiph. damit recht hat, muß Orig. in dieser Frage einen schwankenden
Standpunkt eingenommen haben. In seiner Hom. 6 zum Levit. nennt Orig.
die Fellkleider „mortalitatis et fragilitatis, quae ex carnis corruptione veniebat,
indicium" [MPG X, 1401 B]. Dagegen teilt Theodoret, qu. 39 zur Gen.
[Theodoreti opera, ed. Schulze T. I. Halae 1769 p. 53 sq.] eine Auseinander-
setzung des Orig. mit, in der dieser die Frage aufwirft: Ti öel voeiv roifi
ÖBQfiaiivovq %vt<ävaq\ und zeigt, daß jede der verschiedenen Antworten,
die darauf gegeben werden [wörtliche Erklärung — odtfiaxa — vixQ<oaiq\
etwas gegen sich hat. Wie man die Fellkleider richtig deute, sagt Ori-
genes bei Theodoret nicht.
[1,3. M;vk. Magnes nicht Verfasser d. „Schöpfungsgesch.". 141
Wortlaut des Yat. Fragm. ist in ihr anzutreffen. Auch ist
nicht etwa die Auffassung des Mak. von den Fellkleidern, die
uns im Yat. Pragm. begegnet, in der Schöpfungsgesch. nur
mit anderen Worten ausgedrückt. Vielmehr lesen wir in «lieser:
I/o iva u>] xaxov a&dvarov >j 6 avd-Qcajioq, 8-v?]tov error
a3i£<prjvaxo 6 9-sog, VEXQorrjn üiEQißaXmv' rovro yag oi 6sq-
fiarivoi yctdtvEq örj/ialvovOcv, ajto ror Xoyov r/y- tcov Cjoncov
viy.ooTijTo-, oüccoc, öia rij^ Xvöscoq tov öcofiarog x<u rrjq ösöecog
ij aficcQTia rrr. c><>. avTOJCQEfivoq <)i<cc/< •>«(>// [Theod.Mel.]). l(),<> — 10].
Das ist aber nichts anderes als ein nahezu wörtliches Zitat
aus der Schrift des Methodios über die Auferstehung1 und zwar
aus den Ausführungen, in denen Methodios gerade die von
Ürigenes und später von Mak. vertretene Anschauung, daß die
1) Meth. p. 138, 8— 14 [S. auch 134.4-8. 136,5—7. 141,17]. Der
Text de* Meth. setzt uns in den Stand, eine Schwierigkeit im Wortlaute
unserer Stelle zu beseitigen, die Frühere nicht hinwegzuräumen vermochten.
Auffällig ist in ihr nämlich: xai rijq Seaeatq (Theod. Mel. p. 10,9]. deoiq
in seiner eigentlichen Bedeutung ^Binden" paßt nicht in den Zusammenhang.
Es mit vinculum zu übersetzen, ist sprachlich und sachlich unzulässig.
Sachlich, denn gerade gegen die Auflassung, daß der Leib ein öeafibq der
Seele sei, polemisiert Methodios in der Schrift: De resurrectione. Cf. Meth.
p. 111,15—112,4. 113, 11 sq. 117,9 sq. 118,19. 119 sqq. 188, 1 sqq. [S.
auch Photios, Bibliotheca, ex rec. J. Bekkeri. T. II. Berol. 1825, cod. 234 p.
293]. Daß ^<Si'ijeojq" übrigens eine alte Verderbnis ist, geht daraus hervor,
daß sie bereits im cod. Ambrosianus der Chronik des Polydeukes [vgl.
die Ausg. v. Bianconi] sowie in der slavischen Übersetzung der Schrift des
Method. über die Auferstehung [vgl. die deutsche Wiedergabe dieser L her-
setzung bei Bonw. I. I. p. 138,31] sich findet und daß schon frühe Versuche
gemacht wurden, die Verderbnis zu heilen. Schon Georgias Kedrenos bzw.
seine Quelle scheint öioecjq vorgefunden und daran Anstoß genommen zu
haben. Denn statt: xal r//» deoeatq hat Kedr.: xal r//,- oxpewq [Georg. Cedr.,
Comp, historiarum, ab J. Bekkero. T. I. Bonnae 1838 p. 15, 2], eine
Änderung, die nicht als eine glückliche bezeichnet werden kann. Bianconi
machte in seiner Ausg. der Chronik des Polyd. [Anonymi scriptoris historia
sacra. Bononiae 1779 p. 14. Anm. a)] den Vorschlag, statt d£oea)Q zu lesen:
8vGE<oq und dieses mit oceasus oder mors zu übersetzen, und es isl
bemerkenswert, daß nach Murall (Georgii monachi chronicon, Petrop. 185'.»
p. 913] im cod. Mosquensis Synodalis 252 an unserer Stelle wirklieh ävaeatq
steht. Das richtige ist es natürlich Dicht. Auf dieses führt ans der Text
des Meth. Es hat ursprünglich SiaiQeoewq geheißen. Daraus ist durch das
Versehen eines Abschreibers im cod. Marc. 145 [oder 125?] des Epiphanios
[der griech. Text der Schrifl des Meth. über die Auferstehung, Bonw.
p. 88— 207, 8 ist im Panarion des Kpiph., haer. (!4, cp. \J 62 erhalten] oder
einer Vorlage desselben Sikaeatq geworden. Dieses SUoewq wollten andere
Kopisten nicht unverändert herübernehmen. Sie glaubten, es in öeaetog.
Sjjaewq, Svastoq oder Sstjascaq verbessern zu müssen.
\\2 Schalkhausser, Makarios Magnes.
Fellkleider den Leib des Menschen bedeuten, dein Gegiier,
dem Arzte Aglaophon, in den Mund legt1, sie bekämpft2 und
ihr seine eigene, daß mit den ösQfidttvoi xirmveq die Sterblich-
keit gemeint sei, gegenüberstellt. Schon dieser Sachverhalt,
daß wir in der Frage, wie die Fellkleider zu erklären seien,
Theod. Mel. p. 10,6 — 10 nicht die Anschauung des Mak.,
sondern die Worte und die Meinung eines anderen vor uns
habeu, der noch dazu auf einem dem des Mak. entgegen-
gesetzten Standpunkte steht, schließt die Makarianische Herkunft
nicht nur für das fragliche Kapitel der Schöpfungsgesch., sondern
wohl für deren gesamten Umfang aus.
5. Nun ist aber die angeführte Stelle Th. Mel. 10,6 — 10
keineswegs die einzige in der Schöpfungsgeschichte, die aus
der Schrift eines anderen stammt. Sehen wir näher zu, so
gewahren wir, daß es in ihr von fremdem Gute wimmelt3,
eine Tatsache, mit der sich die Annahme, Mak. sei ihr Ver-
fasser, nicht verträgt. Im folgenden sei der Versuch gemacht,
den Nachweis dafür, daß in der Schöpfungsgeschichte in weit-
gehender Weise fremdes Material verwertet ist, zu liefern4.
In tabellarischer Form seien den einzelnen Abschnitten der
Schöpfungsgeschichte die Parallelen gegenübergestellt, die mir
zu ihnen aus der patristischen Litteratur bekannt wurden0.
1) Cf. Meth. ed. ßonw. p. 74 sq. 111, 1 sq.
2) Ibid. p. 110,7 sq. 134,7 sq. 136,6 sq.
3) Schon K. Praechter macht in seinem Aufsatze: Unbeachtete Philou-
fragmente [Archiv für Gesch. der Philosophie, Bd. IX. Neue Folge. II Bd.
Berl. 1896 p.415 — 426] darauf aufmerksam, daß in dem schöpfungsgeschicht-
lichen Abrisse, der mehrere byzant. Chroniken einleitet, in Menge Ab-
schnitte aus Kirchenvätern sich finden. Er bringt diesen Hinweis, weil er
zeigen will, auf welchem Wege die Philonstücke, die in jenem Abriss*-
anzutreffen sind, in die den Chroniken zugrunde liegende Quelle gelaugten.
Praechter bemerkt auch, daß die Philonstücke wie die Abschnitte aus den
Kirchenvätern in den Chroniken frei umgestaltet erscheinen [S. p. 421, 423].
4) Ich beschränke mich dabei auf Theorl.Mel. [abgekürzt Th.] p. 1 — 11,7.
Th. Mel. p. 11,8 — 14,2 finden sich Stellen aus der Mikrogenesis, aus Josephe
[die aber bei Polydeukes fehlen] und namentlich aus Philon, wozu mehrere
Male der Genesiskommentar Prokops zu vergleichen ist.
5) Die Interpolationen aus der Kleinen Genesis und aus Josephos,
von denen schon oben S. 131 f. die Rede war, bleiben unberücksichtigt, da sie
nur bei Theod. Mel. und Konsorten, nicht jedoch bei Polydeukes anzutreffen
sind. Für einen Teil der Zitate verdanke ich die Kenntnis des Fundortes
dem vorhin erwähnten Aufsatze von K. Praechter. Noch bemerke ich. daß
ich nicht immer in der Lage war, nach den Ausgaben von Migne zu zitieren.
11,3. Mak. Magnes nicht Verfasser d. „Schüpfuogsgesch.
143
Überschrift: Elq I Cf. die Überschriften der 6 Xoyoi <les
xrjv xoöfiojcoüav. Severian von Gabala zur Weltschöpfung:
Th. 1,1.
Oeoq <> axQOi'og,
XOVÖe XOV XOÖflOV Ulj
ItQOTSQOV vr/tOTOTc
■ r YJJn,'(:> ^ccQCcymv,
. jtoiijOev tr i'-o/ii ov-
Qavov xc) yijv.
Th. 1.4 sq.
Svwjtiöri] de tij
y/j rö Tt vÖcoq xc)
XO JCVQ.
Th. 1 , 5 sq.
tx Xifrov id r xc)
GidriQOv ovrcav Ix yijq
.tco dg. U (>>•(>)• e£-dX-
Xeöd-ai, Ix jtrjycöv xe
xc) qpQeärcov vöcoq
tcXovClov avaöido-
i.ih'j .
Th. 1,7 und Jul.
Polyd. 6, 12 sq.
Tavrrjq [sc. yrjq\
yäg ex(irt ovrcav i-rro-
GTaöTjQ dfjXov, (In xc)
xa tr i'.rTi].
Th. 1,8.
Elq xtjv a'[/S'etc] ij/itgav xrjqxoOfiojtoii'ac
PG. 56, 429sqq.
7/ Ti:/c (Sk: t<> axa.Qia.lov xc't dyjQOVOV
rijj. drjfitovQyiaQ eiQtjxat tu, ev ägxf]
ejcoiTjöev.
Basil. Hex. T. PG. 29, 16 C. Dazu vgl.
Procop. in Gen.. PG. 87, 37 A u. 124 I).
Iva xoivvv öiöayd-oäfiev ofiov xi] ßov-
Xrjöei xov d-eov ayQovoaq övvv<p£6rdvat
Tor xoöfiov, eiQijrat rö, Ir cnyj] ejrohjoev.
Bas. Hex. I. 1. 1. 16 D sq.
Ehccav, ev tco/t, exotyaev 6 d-eoq xov
ovgavov xc) xryv yrjv, jcoXXd djteötcojtrjOev,
vöcoq, aega, tcvq, . . . a ndvra u\r . .
övvvxeörrj Ti> jcavrl d/j/oroTi.
Bas. Hex. II. 1. 1. 33 ('.
tr yiA evQt]öeiq xc] vöcoq xc) aega xc.'t
.tco, ei yt ex Xi&cav (ihv jcvq egdXXexai,
ex OiörjQOV öh, oq xc.) avroq cutb yrjq
'/.' l T'tv y^veöiv, jcvq cjf Ihii'or . . jte-
<l rx; r djtoXdfCJtSIV .... T/)r Öl XOV i:nc-
XOq ifröir tri\Tcisr/oröcr rtj y?] oi <pQ£-
oor/oi öeixvvovöc.
Bas. Hex. I. 1. 1. 20 A B.
El jtoxe 6oi trr) xQrjvqq kdrcärt aq>&o-
vov vöcoq dvaöcöovOijq . . .
Bas. Hex. IV. 1. 1. 84 A.
'I'i, ;itr rrnoTij ijiitoc kjcoirjöEV 6 9-eoq,
OÖCt :'.~roi//i>tr, tx in] OVTCOV.
Hippel., PG. 10,585 A. Cf. Bever.,
PG. :><;.433 und Procop., PG. 87, 40 A.
144
Schalkhausser, Makarios Magnes.
Ildvta ovv yeyovE
xara rtjv tov 9-eov
ßovZfjöiv.
Th. 1,8 sq.
'Ejceiöt) de 6vxr\v
öxt/n~jc o ovqcivoq
JtEQlTa&ElG TOV Eva-
jcolEicpd-EVxa tojcov
toxöriötv . . .
Th. 1,9 sq.
ij <(votc tov f/cj-
toq, tj jcdyxaXog av-
yi) [so Tafel, die Mss.
haben arr//, cf. dazu
Basil.] jiitQif/jtii, xal
to öxoxog to 13, ar-
Tl(fQ<'(.3tO)C tov ov-
Qaviov öcofiaroq Ijil-
öv/ißi er du OxiSa 6e ,
xdi rov dla^iJcTj Ix
Ttjg ToiavTf/c aixiag
dsoa XafUCQorarov
tUf V(') aVEÖEl^EV.
Th. 1,11—14.
TtjV ovöiav [sc. ror jeavzog] . . ixavr\
Iötiv avrov >j ßovXijöig jcoifjöat yii'iolhct.
Orig. bei Euseb., Praep. Ev., 1. VII, 20.
Ed. Gaisford, Ox. 1843. T. IT. p. 209.
jcavxa xara to 9-eZov ßovXrj/ia jeao-
ayd-Evra slq yevEöiv.
Greg. Nyss., De cond. hom. c. 1 [ed.
Fr. Ducaeus, Par. 1638. Tom. I. p. 48].
Ejcei ovv kyivEXO o ovQCtvog . . ad-oowg
jtEQiTctd-Eig xolg hvrog vjco r/yj olxEiag
avrov JCEQitpEQEiag djcEiXrjfifiEVOig, . . .
dvayxalcag tov evanoXsupd-ivra avtm
tojcov dg)eyyrj xatEörrjöE, .... Norjöov
6e fioi ajco xaQaÖEiyfiarog svaoyovg to
ÄEyofisvov, ev özajhjoa fiEGTjfißoia oxtjvijv
Twtc ex jtvxvrjg xal OTEyavrjg vXrjg tavrm
jcEQiöTTjöavra, . . .
Bas. Hex. IL 1.1. 41 A B.
Cf. auch Theodoreti qu. in Gen. <il»,
Theoph. ad Autol. II, 13 und Jes. 40,22.
To yaQ oxorog ovy, mg jce<pvxev, £§-
rjyovvxai dsoa Tiva dfpcoxibxov rj tojcov
13 avziq)Qd§£tog ow/iatog Gxic.Zöutvov.
ij oXwg xa& ojcoiavovv air'uxv tojcov
xpartog löTi<jtjiiH'()v . . .
Bas. Hex. IL 1. 1. 36 B.
Tq'lo. yaQ öeI ovvdoaiafv ejc\ rijg Oxiäg,
to (f(öc, to ödifia, toi' aXafjjerj to.-tov.
To toi vvv tyxöojKov OxoTog t/J öxtä tov
ovgaviov öcofiaTog jcaQVjcECtrj.
Bas. Hex. IL 1. 1. 41 B.
Theod. qu. in Gen. 6b.
Eöti 6h ovfihv [((c/ötii )'(>]• tovto Tolg
rrto) tov <po)Tog Eiotj/isvoig ' tote [sc. am
11,3. Mak. Magnes nicht Verfasser d. „Schöp eh." 145
'Ort de ücäv, bti
fjv 3ZQ0 r/Jj tov xo-
OflOVXOVtOVOVOtdOE-
»•>-•. c-r <jcn\ tji\
öijXov. Ovzs yaQ ai
zcöv dyyiXatv /<>-
gslai, orr; xäoai ai
totovQccviat axqaxiai
ev öxon i öirjyov,
dk/.'tr tportl xai rrä-
0// £V<pQ06VVlj JIVSV-
fiazixy trjv rroi-rror-
öav eavzalq Xeitovq-
ylav exjiXrjQovoai.
Th. 1, 14—18.
• . . eÖfjfllOVQyyöEV
o 9-Eog to vvv xaxa-
XdfiJtov xai tpatÖQv-
V0V [SC. f/rV-'J toi-
(ieta§v ovgavov xai
yrjq tOJtOV.
Th. 1, 20 sqq.
. . r/y_- aßvööov
ajcsiQcoq xai djcXerwg
rli 7ll K€QlX£XV[ievt]Q.
Th. 2, 4 sq.
ersten SchöpfungstageJ in r yaQ avzy tov
<I<<)T(>- /; (fvülJ. rrc.ntjyjt ij.
Bas. Hex. VI. 1. 1. 121 A.
. . t-i'mo ti i)r jcqo trjg tov aiö&ytov
tOVTOV xai (( ih'.uTitr XOÖflOV oroTi'coiej-.
ev <[<<>t) av tjv öykovoti. Oirte yaQ ai
teav dyy ;'/.(■>}• agiai, ovte Jiddai ai ejtov-
odviOl öTQaxial, OVte oXojq EL rl inrir
covofiaßfitvov i] axaxovoftaöxov ti'ji- Xo-
yixoov tpvöEwv, xai ti'ji- XEixovQyixmv
rrn rinlror ev Gxoxcp öifjysv, aXX Iv
(fror} xai rrdo/j EVtpQOövvy JtVEVfiaxixy
tfjv jcQtjeovöav eavxolg xaxdoxaötv eL/e-
Bas. Hex. IT. 1. 1. 40 C sq.
.... [wie Bas.]. ()rn yaQ ai xSv
dyyeXoiV dSiai, ovxe jiädai ci ejiovQavioi
(jtQaxial ev Gxoxel Öiijyov ....
Theod. qu. in Gen. <'>!>.
Ilocn/f (fori) 9-EOV (pcoxdq g>v6lV EÖy-
i/ioroy/joi , . . . tov xoöfiov tpaidowe,
. . . ÜSQisXdfijisTo de txrjQ, . . .
Bas. Hex. II. 1. 1. 44 0.
To yaQ, exl d-aXaööoZv ed-SfieXiojCev
avxyv, t'i öyXol // to jtdvxoO-sv jceqvxe-
yröfh'.t T/j yy tyv Tor vöaxoa (pvOLV;
Bas. Hex. I. 1. I. 24 A.
Toxtu ii. Untersuchungen
AjteiQog fisv /'/i\ a)g eoixe, tmv vöd-
T(<>v // /r<u-, . . . \ia Torrn yaQ Iv tote
xatojtiv iXeyExo aßvoöog jcavxai/o9-Ev
jcEQißsßXijcd-at vy yy .... Ovxovv a-
jcXstog rt Tor vöatog '/rou ti~/ yy jceql-
. yj'/rTo.
Bas. Hex. [II. I. I. m 11 ('.
tc. :;i.4 Kl
146
Stihalkhausser, Makarios Magnes.
. . . ÖT8Q£COfia yt-
vsöd-ai Ix rcöv vöd-
rojv sv fisöcp avrcöv'
o xal in tu xavxa
OVQaVOV ütQOÖTjyo-
QEVÖE.
Th. "2,5—6.
JSrsQtcofia de IxXt'j-
H-tj ro drjfiiovQyq/ia
Out TtjV (pVÖLV T(~)V
vjtEQXEifisvcov i] xal
VJCOXE Ljlt) >Q3 1 ' v 6d-
tcov, Xejct^v ovöav
xal agaidv.
Th. 2,7—9.
Cf. auch Method. [ed. Bon wetsch 1891],
De resurr. 1. IL c. 10. p. 213,4 und Pro-
cop. in Gen., PG. 87, 72 B.
ro OrtQtcofia rorro o x<ci avro tjit-
xkrjd-r) ovoavog.
Bas. Hex. III. 1. 1. 56 C D.
xara tvjv xoivrjv tx<Soyr;r Ix tov vöarog
Aoxtf [sc. ro öTEQecofia] rtjr yivEöiv loytj-
xt'rai.
Bas. Hex. III. 1. 1. 61 A.
Kai oi fihv avrov [sc. tov ötEQEw/iatog]
trjv ovölav ädrjXov slvai tpaöiv, xav k$
vödtcov sivai doxel xara r/}r xoirijr
IxöoyrjV '
Procop., P G. 87, m C.
Vgl. auch Sever., PG. 56,455: orar
yaQ bis vödtcov.
tr iftoo)
6\
vödt
<<)V tOT/jO/XTai
[sc. ro örtQtwfia].
Proc. 1. 1. 65) A.
AXXa 6ia rtjr (pvoiv tmv vjteQxsifisvmv
Xtjrr)jr ovöav xal agaiav . . ., öregemfia
rorro atvofiaöE, . .
Bas. Hex. III. 1. 1. 68 C.
Vgl. auch 20 C sq. und 36 A.
ro öT£Q£a>(ia yivstat, oxeq (tefrogiov
g)Vjöiv slvai T<ör rt vjceqxei(1£Vo>v xal
toiv vjtoxeifisvoov vdaTojr.
Greg. Nyss. Apol. in Hex. ISA [ed.
G. H. Forbesius 1855, p. 28].
2t£Q£CQ[ia ös qxtOi xaXsTöfrai tov ov-
gavov Tj a>g £§ aüiaXijg Jtaysvta toc
vöatög (pvöEcog, /} Jtgog dvrti6iaötoXijv
11,3. M;ik. Magnes nicht Verfasser d. „Schöpfungsgesch." 147
ovgavbq 6h [sc.
i'x/.tjfhj] (Stil to xa-
D-OQäO&CU TQOJCOV
ÖBQQBcaq vjceg xk/«-
Xrjq rjjcXcofiEVOV.
Th. 2,9—10.
t/j- tojv r.iiny.i Kr, ro)' rpvöEmq, XEJtxrjq
ovötfG xa\ agaiäq.
Procop. 1. I. 69 C.
Ktci ol i/l)' övv&exov avxov [sc. xov
ovgavov] . . sigijxaöiv, cog . . fiEtixovxa
yrjq id)' 6id Tt)r avxixvjtiav, Jtvgoq 6h,
(Sin to xa&ogäöd'at, . .
Bas. Hex. I. 1. 1. 25 A B.
Kaxd 6h to GTSQtcofia xov ovgavov,
a>q jcgoXaßovxsq djcodedoixafitv, ovgavov
tvxavfra jtaga, to ogäö&ai xov atgoq
jrgoOf/gntii'roc ' öxtgEWfiaxog 6h, 6ia to
jtvxvörsgov Jtatq slvai, ovyxgiö&t tov
ald-tgiov öwfiaxoQ, xa\ fiaXXov jiejiiXtj-
(livov raia xdxatd-EV avatpogalq tov vurtg
xtfpalrjq >lt(/(~jr dtga.
Bas. Hex. VIII. 1. 1. 180 B C, vgl. auch
72 B, 73 B und Procop. 1.1. 101 B.
To 6h tov ovgavov ovopa xvgicoq (ihv
uouÖttu to) rryojTf;), xa& oiioionuv 6h
to) xXtj&evxi öti oio'tiio.Ti xvgiojtsgov'
ov tva qprjölv ovgavov, v6mg sivai tpa-
Gxojv vjthg avxov o daßld XiycaV exxe'v-
)•('))- tov ovgavov a\qsl 6eggiv [Ps. 103,2].
Proc. 1. 1. 68 A.
xoiXoxr\xiq Tirt^: ] Ai xt yag tcöv ogwv xoiXoxrrXEq, g>a-
ßad-Elai ty/iyti^j/ti- gaygi ßad-Eiaiq vjieggrjyptvat, iiyov t<~>v
v6dra)v xr\v övXXoyrjv izacat ai xoi-
Xoxrjxsq, ai vvv t>jv frdXaööav vjto6e£d-
(isvai, . . .
Bas. Hex. IV. 1. 1. 85 A.
Cf. Theoph. ad Autolyc I. II. c. 13;
Sever. 1. 1. 447.
vai [besser nach
Polydeukes: ü' t;] yfj
ysvofiEvai] eIöeöe-
^ii'to avxä [sc tu
rAtcTic}.
Th. 2, 13 sq.
to <Vi v6a>g . . övvayEigtxat ticu xoi-
'/.oTtjoi Tr\q yrjq lyxgaxovfiEVOV ;
Greg. Nyss. Apol. in Hex. c. 26.
10*
148
Schalkhausser. Makarios Magnes.
StjQa öl tj yrj hjce-
xXrjfrr], sjcsiör) xa)
löiöv höziv avzrjq xa)
xazd <fvoiv to jiqoc-
QTjfia. Tb ydo xvQiojg
£?jq6v eözl yrj.
Th. 2, 15—16.
ejcsiörj (Sl coöjceq ti
ßdooq ajii&ETO ta
evajtox£i(i£va avz-y
vöaza, Xoljcov ßXa-
özdvstv üiQoqEzdyjfhj
ßozdvrjv . .
Th. 2,16—18.
X(U EV&VQ ÜIQOC,
xaojtoyoviav ovy-
XlV7]&£l6(X T(C fivgia
T<ör ßXaüzqfidzcov zs
xa) <f rrojr jceqie-
ßdXXszo [besser .t(>o-
sßdXXezo Polydeuk.]
ysvrj.
Th. 2, 19—20.
Ov fiovov yag Ix
r/~j zcöv Xrf'icov dva-
ÖOÖEOjq EifaiÖQVVEZO,
dXXa xa) xiöoarv xa)
'Ozi /) i/lr Bflod to iölcofid eözi, tb
olovsl "/(agaxtrjQLötixbv zrjq tpvöEcoq zov
vjtoxEifiEVOV ' ij öl yrj jzQoqr/yooia t'i-
EÖZl . . . TO §T]Q0V lÖLOV iOTt T/jj yrjq xa)
E^aiQetov ' ili zolwv löimq vrräoyji zb
grjQOV, zovzo EJtixixXrjzai yrj . . .
Bas. Hex. IV. 89 AB; cf. Proc. 1.1.
76 B C.
Srjgd kyevszo, EJcexXrj&r] öl yrj.
Sever. 1. 1. 44S.
. . ZO Öl [SC. Ixkl'jhj] £rjQCt X.roicj.
hxlxXrjv öl yrj.
Proc. 1. 1. 76 D.
. . fiEza to (O'arraroaothai zrjv yrjv arro-
öxEvaöccfiEvrjv zb ßdgoq tov vöaTo-. to
jiQogzay/ia avzf] ysyovE ßXaözrjöcu jcqoj-
zov ßozdvrjv, . . .
Bas. Hex. V. 1. 1. 93 D sq.
'AXXa jiQoqszdxfrr], (prjö\, t-vlov xän-
jctpLOV, rroiorr xaojibv Irr) r/yc yrjq, ov
to öJtEQfia avzov ev avzcp, sxöovvat /) yrj.
Bas. Hex. V. 1. 1. 105 C. '
. . aXXa (ivola ysvtj <pvzmv \<>>l-
6ov [loi . . . zr)v . . jiqoc, xaojcoyovlav
oryxu'ov/tH't/i' . . . xa) zd iivnia yivrj tojv
(pvoftEvarv TCQoßdXXovöav [sc. yrjv].
Bas. Hex. V. 1. 1. 97 A B.
:rlh-~ JCOOQ ZO ZEXeIOV
„ • ' '' v ■
rjyayE za ßXaözrjfiaza.
Bas. Hex. Y. 1. 1. 104Csq.
. . rpvzSv jiavzoöajtdiv ßXaozrjOEig'
Ö&vÖqcov viprjXozdzcov JiooßoXcu xanrriiior
Tt- xa) (CX('(orrc)i'' drihöv i-vynow.i xa.)
Evcoöiat ' xa) 6öa uixobv vozeoov utXXet
11,3. Male. Magnes nicht Verfasser d. „Schöpfungsgesch." 141)
xvjcaQiöOatv övv X)j
d/.'/jj xmv öbvöqodv
xlrj&v'i avrofidroog
t>i avxijg dvaxwpdv-
teav, Ixavmg xax-
Exoöfislro.
Th. 2,21—24.
Kai xo xad-agcQ-
xaxov sxslvo <(<r>-.
t() ir Ttj TCQCOTXt
xtiösi ir W*Qa
[besser xxuj&EV tjin-
qcc, vgl. auch K.
Praechter, Eine un-
beachtete Quelle iu
den Anfangskapiteln
des Zonaras, Byz.
Z. VI. 1897, i». 511
n. 4] ir tovroiq [sc.
Sonne, Mond und
Sterne] xarafn QiOag
.yo/.ri/io/j Ig CCVTCÖV
jrtt^i'i'i/iTo T<~> Tcavtl
axpeXi tav.
Th. 2,26—3, 1.
T<~> jcQogxdy/iaxt xov d-eov sjtavaxsiXavra
ti~i -/h T')r ysvv7j6a[iivi]v xaxaxoöftslv.
' Bas. Hex. II. 1. 1. 29 A.
Vgl. auch Theoph. ad Aut. 1. II, 13.
. . T(~jr öl jied'icov xd evxagjca qoio-
öovta rot- Xtjioig ndvxa 6e dvt-
Tot:/; öivÖQa,
XVJiaQlGdOt . .
Bas. Hex. V. 1. 1. 105 AB.
sXdrai xai xiöooi xai
Eldev [sc. 6 öidßoXog] ort avrofidrmq
K YV T')V %aQ3tov avxolg JcaQsöxevaöE.
Ps.-Bas., Hom. in aliquot scripturae
locos [Bas. opp. ed. Garnier, Par. 1839,
T. IL, P. 845 Dl.
Ovxe ydg <:rr/./j tij, r\v /} ix xavxqg
[sc. ix r/y_ yrjg] avdöoöig ytroiarij, aXXa
6id<poQog xai jcoixiXi] ' xa u\r yag avxijv
ixööuti xr\v yrjv. .
Sever. PG. 56,457.
Vgl. Proc. 1. 1. 149 B.
Eig toöavxag . . . öiaxsivovöiv eoepe-
Xsiag (ci T<~>r xat ovgavov gyvöeig te
xai xivijöEig doTtoor.
Philon, De opif. mundi, c. 19.
[Philouis opera, Yol. L, ed. Leop. Colin,
Berol. 1896, p. 20, 3 sqq.].
. . xm xad-agandrcp ixslvco . . (fori [sc.
dem am 1. Tage geschaffenen] oyjjim
rrr [sc. am 4. Tage] oi tpmöxijQEg /.<:t-
{ <>y.; rröihjöar.
Bas. Hex. VI. 1. 1. 121 AB.
l ij)- n. i /. roi'Tor 6t] (ll (ooir oöOV to)
ßim rrcoi'/jTci to o'xf :'/j;/or, tlg ayvosl;
Bas. Hex. VI. 1. 1. L25C.
i r>o
Schalkhausser, Makarios Magnes.
Ezigav 6h t/)>- ex
zov arioy/ir xa)
xaza6vEöd-ai aizlav
OVOICI' T?jC ZCOV yyo-
vcov ajcaQid-(irj6£(X)^'
äZXqv <Sl 6id Tirol'
oi/inior svsQysrov-
öav dicupÖQcog zovq
EvOsßcög moyaZoin-
i'ovg xai in) jt£Qa
ZOV (IEZQOV JtEQlEQ-
ya^OfisvovQ.
Th. 3,3—6.
A-c.lTlj [SC. // Ö£-
///>'//] ydg ovöa avTij
tiüj. axzlüi jtEQt r/)r
[besser zolzrjv nach
Polyd.] tjfieoav xa)
xa&aga Gza&Eoav
i-vÖiav xaZEücayyE //{•-
Till' JTICytla 6h Ttdc
xt:{>aiiuc xai vjceqv-
'/()Ow ipaivofitvi] >}
vöooq Xaßoov ajto
vscpcöv Tj yjh iii mva
söEO&ai (irjvvEi. (iio-
avzmg xai o rJÄwg
av&oaxcodrjg yivo-
fievoc xai vcpai/iog
TIÜJ. ICXTtOir Ij Tl~t
arravyiuiiian xa)
llöihr itrr o rjklOQ; Ix tov yEVOflEVOV
(fO)To^ Tij jiQoctTij rjfiega, . . . zo <pcog,
tv vxdoypv, fiovoeiösg, xazazEfiwv o
Z£yyizr\g lin'oio: r ,•/_• tj/.tor xtCi GsXrjvrjV
xa) aözqa.
Sever. 1. 1. 449.
Vgl. auch Theod. qu. in (Jen. 14 und
Procop. 1. 1. 88 B.
ytyövaot [sc. ol dotEQSc] . . .. dXXa
xa) ö.Tioc Orjfista (ieXXovzcov jiootpaivoo-
oir ' i] ydg avazoXalg avzoJv ij ÖvöeOiv
.... avß-Qcojcoi Tic ajtoßt]öO(iEva oroya-
tpvzai, . .
Philon, De opif. mundi, c. 1!' [ed.
Cohn, 1896, p. 19,5sqq.].
Edv yag prytiq jceqü tov (iezqov t<i
l\.V ((.VTOJV [SC. (fVtüTljOIOl'] O/jf/Hll .TtQl-
EQydC,f]zai, . .
Bas. Hex. VI. 1. 1. 125A; cf. Procop.
1. 1. 02 A.
. . tlftiivyori'Tici ah' ai axTivt*; [sc.
tov rjXiov], ih'tryaxojdi/*: 6h xai v<pai(ioq
Tijr yjiöar ogäzai, . . . xai zip t\Xi<n 6h
ozav ici XsyofiEvai akcosg jcEQtyQafpmOtv,
. . . jtvEVfidzcov ßiaicov xlvtjöiv vxotpal-
vovötv' . . xa) ai Qaß6oi ai . . . zoig
VHftöiV linf aii'öin ■-rat, Oflßoovc t] yiittiö-
vag . . . Ev6Etxvvvzai hrrT/) (ihv
yao ovöa jveqI tq'itiiv f](i£Qav xa) xafraod,
(rfatitya)' Ev6lav xazEüiayyiXXEzai' rra-
yüa 6h rat^ XEQCciaiq xa) V3tEQvd-QOg
qpaivofiEvrj // v6a)Q XdßQOV düto nqon-,
ij vozov ßiaiav xivqdiv ccjceiZeT.
Bas. Hex. VI. 1. 1. 125 ABC.
. . ßiaiav xh'tjüir tv>v avEfiatr.
Bas. Hex. VII. 1. 1. 1()0A.
11,3. Mak. Magnes nicht Verfasser d. „Schöpfungsgesch." 151
ofißgcov xaxaq. oqciv
}) jcvev/idxatv ßiaiav
y.ir/joir ötjXol eotiyi-
Virüih'.t .
Th. 3,7—12.
Polyd. 14, 4— 1-2.
UoXXäxig ovv Ix
Tz]- TOlC.CTIjJ. (Hjllll-
moscoq cofpsÄrjihjOav
jtoXXoi jtXooxr/QSC zt
xc.) yecoQyoi xal
OÖOUlÖQOl.
Th. 3,12—13.
. . kxJXbvotr ega-
yaystv zd vöaxa hj-
JTirTU ipv%o5v Zcx'X~>V..
Th. 3,14—15.
Kai 6vv zm ütQOCr
xdyfiaxi tu sQyov
ktsXeiovxo, t/~i~ rrno-
To ^atoyovelv \xixr\-
ösioxrjxoq syysvo-
fiivijQ xolc, vöaöiv.
/•.'('//(•_• ya.Q !h:/j '.(}<}( c
fiev xd xavxoöajia
yevrj x<Sv vtjxxwv
ajtixex€, .totci/o) (Vi
xal Xlfivat T(~>r oi-
x: icov xal xaxa <i vöiv
r/t) VCDV 8JtXl]Q(oih]-
Oav.
Th. 3, 16—19.
ÜQOfjyayi öi av&iq
X(ti T(( Jtsxtiva tc
vöaxa, tqojcov xiva
(icyyi'rixir jtQoq xa
vrjxta i/nrTti.' Lln.T. q
ya.Q <>'< iyj>f: - • '' xolc,
Tr\v os ex zovxcov Orjfiauoöiv ooov
T('l ßUp .TCOi/ITCl TU c'>(f ;' /.(l(<>)\ TU
dyvoei) und dann ist die Rede vom
.-r/.e>T/jn. vom oöohcoqoq und von den
yscoQyoL Es wird ausgeführt, welchen
Nutzen diese alle von den erwähnten
Zeichen haben.
Bas. Hex. VI. 1. 1. 125CD.
Aid xl (itvxoi xd ;o r vöaxa kgjtexa
irc/on- Zo)ü(~)V ef-ayayeiv xQoq.sxax&rj\
Bas. Hex. VIII. 1. 1. 165 A.
. . xal tu. vöata Xoutbv jtXrjoovxat
Zc'x'ir . . . Il/Jh .-rnä-Tcyi/t: xca ev&vc,
xc) rroTciKH Evsoyol xc) Xifivat yovi/ioi
xcöv olxsicov htaöxov avxmv xal xara
(/ rot v yi >•(')>•. Ka\ fj frdXaööa ra jcavxo-
öajtd yi'i'f/ xeov xXaxtcöv a>öivs
ö(iov tv, jcQogtdy/iatt t,~i~ jcqoc. t<>
Zoxr/oviriv sjcixrjösioxrjxoq kyyevofitvijq
xolc, vöaöiv.
Bas. Hex. VII. 1. 1. 148ABC.
vo)V in r ihXTof i/ (frou.
Bas. Hex. VIH. 1. 1. 165A.
ev&vc. Öl xc) zd yi'r/i T(öv Jtxijvmv
körjfitovQyi i <■>- döeX<pd zmv xcU vöaxoc,
— Exdxeoa ydo vr\xxd — . .
Philon, De opif. mundi, c. 20 [ed.
Colin. 1896, p. 21,5sq.].
152
Schalkhausser, Makarios Maeties.
vöaöi t)j t/H' y.n-ijGH
tcov jtzsQvyajv ejtI
to JtQOöOO yooovoi,
rfj dl oryj'fj fiEta-
OT()0(f)~j tov ovoalov
Tau Evd-Eiaq avrolq
OQfiaq oiaxitpvöw,
OVTO '/.CA TV. ütETEL-
va xaxa tov dtoa
l'lf/ötl .EVa TSflVOVöl
flSV TOVTOV, ütEQOOÖt
6h, OJtOV xal ßov-
lovxai.
Tb. 3,19—24.
Tri' '/!)'! Ol >' £^ VC
$CCTOQ "~>yj-V T
'l'vyjjV 6h ^cööav
eg&yaysiv exeXevöev,
iva Ix tovtov yi-
vaxöxrjxai r//c xe ä%6-
yov if)v%7JG >j dia-
(fona xa) xijq Q/yd-QCO-
jtslaq' Ix yaQ yrjq
■ <fv>l tojv alöycov //
ipvyrj, /) 6s tov dv-
Ducjjtov Ix tov Ihiov
EfMpvörjftaToq övv-
;'ot/j. Kai oti yt-
rjQa /) xtov alöycov
fvy/j, £< ((VT/Jj: tOTi
yvcövat xaliv tFjj:
yof.ff //,_•. EtQrjtat yaQ'
ipv%rj jcavxoqxxrjvovq
to altua avxov eöxiv.
A'iua Öh rrtjyvviitvov
TCXTjva.
Method., De resurr. 1. II. c. 10 [ed.
Bonw. 1891, p. 214,10.].
ha. t'i Ic. höaxcov xal xolq Jixiyvolq
t/)v ytvtöiv e6coxev; Oxi möJtEQ övyyt-
VEia tu hm rolq JcsrofiEVOiq Jtgbq ta
vryxxä- Kai yaQ cüöjieq oi l%9vq to
VÖCOQ TEflVOVÖl, T)j l/l )' Xivijöll T<7)V
jcxsQvycov slq to jiqoöco yooovvT; -. t>j
dl tov ovoaiov fiExaßoXy rd- Tt moi-
öXQocpaq xid tccj: sv&Eiaq OQfiaq Eavxolq
olaxi^ovxEq' ovxm xal Im xcov jcxijvcov
eöxiv lÖElv, diavTj%o(iEva>v tov asga volg
jcrsQOlq xaxa tov ofioiov xqojcov.
Bas. Hex. VIII. 1. 1. 169 A.
Kai tu üiEXEiva 6h Ix tojv vödrcov
jvQOEQxerai
Procop. 1. l.'lOOCsqq.
Aid t'i ij yfj V'vy/))' C,cööav s^dysi; Iva.
(ladyiq diacpoQc.i' </,*7'/-' xtivow: xa'i
tpv%rjq avfrgcojzov. Mlxqov votIqov yvcoöy,
jtcöq / irvy/) tov cvü-Qoj-rov öWEöXf] '
vvv dl axovE xeqI rij~ xcov aXöycov >rv-
yrjq. ^EjcelÖtj xara to ybyoaitiitvov jcavxoq
^coov ij >!'i"yj) to ante, avrov ioriv'
aiiia dl rrcylv siq odoxa XE<pvXE i/ira-
ßäkXsiv' / dl öccq§ tpd-aQElöa siq ytjv
avaXvEtai' yETjQa tu eütiv sixorrnq /)
ll'Vy>t T(~JV XTIjVOJV.
Bis. Hex. VIEL 1. 1. 105Dsq.
. . . yt(')dtu yaQ / T(~)v aXöymv [sc.
ipvy/)] xal siq yrjv öiaXvsrai' . . . ai/ta
dl elq odoxa Tcrryvvxai "... yrj aga tcüp
xrrjvcov >t '1'vy/j.
Procop. 1. 1. 105 D.
II. 3. Mak. Mau'nc- nicht Verta>s('[- <1. „Schöpfungsgesch.'" 153
.•/-• ödoxa fieraßäAXe-
T'.:i . öagt- öe ff 1h iqo-
(ievt) slq yijv dvaXvE-
TCU. ElxOTCOQ OVV
yEWÖljg ij li'ryji tov
aXoyov.
Th. 3,27—4,5.
EjCElÖTj ÖE Xoidtbv
T(~j y.ar< tXXrjXni y.< ['/.).; i
xa rrr.i-Ta öiaxExö-
otUjTo, ovgavog (iev
Talg T(~)v gxDöTfjQcov
avyalg, 9-dXaöaa öl
xal atjg TOlg vr\xxolg
t;- x(u asgioig zcov
2'if-n-, yij AI ratg
jcavroiaig öia<pooalg
toJv ({ vto)v ti xat
ßoOxrj(iaxa>v, mdüiEQ
nva ßaöiXsa 6 tov
jcavrog jtoiTjrtjg elg-
dyei tov avd-gwjcov
tv XOöftCO, or/ <•).
ajcößXrjtov Ur/caov
XTLOag, aXX o- i'.ur.
t/j ysvsösi ßaöiXsvEiv
off . l/.orra.
Th. 4.5—11.
Ol (ihv rrro tov 9-eIov E(i<pv6^/iarog
T?]V ifry/])- ÖEÖfjfUOVQyrjod-ai tfr.nir' . . .
ot öh, öri to lucfvötjin^ exeIvo ipv%rj
yiyovEV avTqi . . .
Procop.l. 1. 144B, vgl. auch 133BCD.
flto'i rfj- xir.Tif.-
Gxevfjg tov avfrool-
jcov.
Th. 4. 12, Cber-
Bchrift.
. . T(ß xaraXXijXa) xdXXei r/r xad-i-
xaöTOV Ai: y.or,ii{jhj, ö ovgavog [ihr rr.fj
Tv»v ffcjin/jocjr avyalg, 9-äXarra A] xai
arjg toIj. v7]XTOlg ti xiu fvasoloig T<r>r
C()f>r. yij öl Talg jcavroiaig tojv ff vto»-
t; xat ßoGxrjffaTcov A/c.fffiorjj, . . .
Greg. Nyss., De couditione hom. c. 1
[ed. Fr. Ducaeus, Par. 1638, T. I., p. 41)].
Vgl. Meth., De resurr. 1. I, c. 34 [ed.
ßonw., p. 122, lOsqq.].
Ejceiöt} Toiwv olov Tiva ßaöiXsiov
y.r.Tcycjy/))- Tt~> fJEXXoVTl ßaOcXEVElV ö
Tor jcrro: .ionjT>i- JCQOVjVTQEJClÖEV
TEXsvralog (lErd Tr\v xviöiv ii~/iy<hj ö
avfrooDJtog, ot'-y a>g ajtoßXrjTog ü1 EGyaxoig
aüiOQQupEig, aXX mg dfia rf] ysvECEt ßaöt-
Xsvg sivai todv vkoxeiqicov jcQogtjxcov.
.... xaraxoGf/rjöag tt\v oixijGiv, . . ovrmg
EigdyEi tov ävd-Qomov, . .
Greg. Xyss. [. 1. c. 2 [1. 1. p. 50 sq.].
Vgl. Greg. Nazianz. orat. 44,4 [Mauriner-
ausg. T. I. Par. 177S. ,>. S37D].
o tov jtaitog .toi/jt/^ . .
Greg. N\ss. 1. I.e. 3 [1. Lp. 52]. Vgl. Bas.
Hex. I. i. 1. 12 B.
//<•(// Ttjg xazaöxEvijg tov avd-nmxov.
Ps.-Bas., !><■ hom. structura.Orat.II. K»
[ed. Garnier, Par. 1839, T. 1I>, i>. 487D].
Vol. auch die Überschrift der orat. 1
und II. des l's.-IJiis.. De hom. struct.,
154
Schalkhausser, Makarios Magnes.
Kai tu fisv aXXa
jidvxa xx'i6y.axa {>//-
[Kai (iSvcc) üiaqrrffiri'
o 61 av&Qcojzoc, loytr
et-a'iQSKÖv ti xaxa
t//)' jcohjötv jcaga.
xavxa. BovXfjg yao
■~rootjy//0<cttn'>/- txri-
ö&n, iva Ix xovrov
öeix&ij, oxljceq xl-
fllOV XI /('/)//« vüi-
Th. 4,15—18.
die Überschrift der Abhandlung des Greg.
Nyss. : De cond. honi. und Greg. Nyss.
1.1. c. 8 [1. 1. p. 58].
~2vyxQivov avfrQcojtov ytveöiv xai xa>v
dXXcov ajcdvxmv . . . xai t aXXa oöa
d-EcoQOVfisv u<(\)(Om<~> xai oöa vm xata-
Xa[ißavo(iev, Qrjfiaxi nryi- vo slvai.
Ps.-Bas., Or. II. de hora. struct., PG
30, col. 40. _____
'iiöjtEQ yao tbv avd-gwjtov IgaiQtTOv
xfic, jtXdöEWQ jcaga xa Xouca Ccöa rjf-i-
oxjev, . .
Ps.-Bas. or. de paradiso, PG30, col. 64.
Ovüica yag xo i/i'ya xovro xai xtfitov
XQrjfia, o av&QGfjtog, xrö xoguo x<5v
OVTCOV £3l£%OiQla££V.
Greg. Nyss., De condit. hom. c. "2 [1. 1.
p. 50]."
. . x-rjc de xov avd-Qmjzov xaxaGxEvtjq
ßovXq jtQorjyElxai . . . qXioq xaxaaxsva-
ZiTc.t, xai ovösfila xQorjyElxai ßov>Xrt . . .
ö/ji/CTi flOVtp XO XOIOVXOV th'.ritc Owl-
t}T((TCf
ixavxa Xoym jcqq
ayExai.
Greg. Nyss. 1. 1. c. 3 [1. 1. p. 51 sq.].
. . ex\ fisv xmv aXXmv xriöfiaratv
avEV ßovXrjq i) jcQÖözagic, sgyov rjv m:n-
ayofiEVOV, Irr) öl xov avd-QWJiov . . 6\-
Xovxai <ryJi<i<'T( xfjq ßovXrjc / r',">,-
Procop. 1. 1. 113Dsq.
Ilo/ijCxoinr lU'th Horror . . ÖEtxi*v6a xov
av&Qmjtov xb xaZE§aiQ£XOV xfjq rroi-
TjöEWQ . .
Procop. 1. 1. 129Dsq.
11,3. Mak. Magnes nicht Verfasser d. „Schöpfungsgesch." 155
Tu y<XQ JCOlfJÖCOflEV
avftQcojcov xax h-
xorc. fjflETSQCCV y.ci
■/.elf ofioicaOtv ovöhv
SXEQOV ÖsbcVVölV, //
oxi övfißovXrp lyx>>'r
ÖC.TO 6 JtaXTJQ Tt'j
(lOVOyEVEi (error rt(~t
-<'.T< Tlj xovxov xaxa-
ux;ri~j, T(~> ajiavyd-
oiu'.Ti r/yj ö6§qG xaxd
ror ajtoöxoXov xai
1(aQaxrrJQi t/'^ vjco-
OT('cöirf'j~ (error. OvXE
yao IrTji' aXXcp oru-
ßovXca Zivi x£%Qij-
i'ith'.l, t) T(') CfiOVXt
xai trrjro()T(''.Tot ar-
xov Xoym, T(~> djran-
aXXäxxm y.e.T :i-
xöva xai ofioovöico
xai looövvdficp.
Th. 4, 18—24.
0 ;nr rio- xov frEOv jvdovjc rrje xxi-
ö£03Q (error rrooyi -viöXl od: koxiv, (Dort
övfißovXov avxov yeviö-9-ai xm .tc.tqi r//-
y.TiöiOJ. error.
Hermae Pastor, Sira. IX. L2, 2. Cf.
Sim. V, 6,4, ferner Theophil, ad Autol.
1. 11,22.
Ovx aXXcp de tivt eIqtjxsv rroo^öoin r
aXX ij xm kavxov Xoym . .
Theoph. ad Autol. 1.' II, 18.
Tivi Xiyst' xct Eixova tjftExegav; xlvi
aXXm ye /} r<~> ajtavydöfiaxi r/}_- öo^tjc,
xai /('.ocxT/jot r/yj vjioöxdoemg avxov,
OQ iöTtr Eixmv ror ihor ror aoodxov;
Ttj löiq xoiwv sixovt xy £mö% . . . h'yi i '
JCOirjömuEV avfromjcov x(it Eixova
rjfiEXEQav.
Bas. Hex. IX. 1. 1. 205 C sq.
0 vloc Eixmv mv T/'i^ ovöiac, ofioor-
Glöc, EGXi xm rrc.Toi.
Bas., Adv. Eunom. 1. IV, 1. P<i 29,
676 A.
llof/'jijoti/t >■ avd-omjcov . . . TLvt yao
Xtyst xo jvoiyömut r // xm Xoym xai
fiovoysvEl vlm . . .;
Bas.,Adv.Eiin. 1. V,4 fl. 1. col. 756C].
XqiÖTOQ ij (}).//<}: /<: . . . oöTh ort //; r
j<>r o A.oyoG,
Bas., Adv. Eun. I. V,4 [1. 1. col. 757 B].
o Tor Ihor Xoyog . . . // ajcaoaXXaxxoq,
Eixmv.
(-»reg. Naz. or. 38, c. 1 3 [M aurinerausg.
T. [., p. 671 C, 851 DE].
156
Schalkhausser, Makarios Magnes.
'EjiuÖt) toiwv, o>~
■riQtjTc.i. ßaöiZevg cog-
.Tf(> Elqrjxfh} ev xo-
öfi(p, o av&gconog eI-
xorwgxai xaz' Eixova
fttocytyH't/Tat. "Eöti
yag zov ub'/j.ovTa ag-
yjrtv T(~)V aXlcov a>g-
.itQ zwd Eixova ei-
vai Imvx-yor zijg tov
ßaöilsatg Ofiöiorrj-
zog, ovx c-r ütogtpv-
giöi xai ox/'/.ttqo) xai
öiaörjfiazi r;}r ägiav
Eyupaivovxa (Ltu (iiy-
6h zo dgjEzvjtov tv
TOVTOig SÖllv), d/./.'
Iv t<~) xExo6(irjöd-ai
t>j <\(f d-agöia. xai
dlh'.vaoia xai agETJj.
Tovzoig yag zi{iT){rEig
o ävd-gmjcog ttjvjcqoq
t>))' [oder ro] jcgoyzo-
ZVJIOV IIXOVC OflOl-
OXTlTa öiaöco^ei.
Th. 4,27—5,1.
IIa fr ii- ovv jcaQaörrjöOfii sv, rivt iirriv.
jtotqömfiev av&gamov; /} zig köziv av'zov
öv/ißovZog; zo yag ütoirj6a>[tev oipiv
äjiaiTti övfißovXov.
Sever. 1. 1. 465.
Avo (isv yag Terra- &vvd(iEtg evvjto-
özdtovg aycogiazovg r/j-i . . zov r; v'iov
tov fiovoyevrj xai ro jcvEVfia zo dyiov.
Procop. 1. 1. 125 B.
o dt frtb*: xai dthaveoia xai Zoi/ xai
d<p&agöia' sgyov de av&gamog 9-eov'
. . dftävaTO- äga 6 drftnorro-.
Meth., De resurr. 1. 1,34 [ed. Bonw.,
p. 123,11 sqq.].
t(~) ö\ [sc. dem Menschen ist gegeben]
zo d-sosiöhg . . xa) rräv zb jegog txtii-f/V
djtrjxgißa)(iEVOV ziyv .Toojrorr.Tor tov
jtatgbg . . Eixova.
Meth.. De resurr. 1. I., 35 [ed. Bonw.,
p. 125, 13 sqq. Cf. Phot. bibl. c. 234, ed.
Bekker. T. II, p. 293a, 38 sqq.].
o yag 9-sbg extiöe zov at&gomov
Irr) dcfttagoia xai Eixova zijg löiag ai-
AiÖtijtoj. ejcohjöEV avzov.
Meth., De resurr. 1. I, 36 u. 50 [ed.
Bonw.. p. 127,11 sqq. und 160, 4 sq. Ist
Bibelzitat = Sap. Sal. 2,23]. Cf. Proc. 1. 1.
164 A.
. . xa.TirOy.träüfh/ 6 di-froorro-. zoig t;
Xoucolg Tv>r ayad-cav xai r<r> avzE^ovoica
zrjg ücgoaigiöEmg r/)r .too: zo frsZov
di(cöo)Zo))' oiioicjoir. . . .
Greg. Nvss.. Orat. cat. c. 21.
11.3. M;ik. Magnes nicht Verfasser d. ..Schnpfun^sireseh." 157
. . t<~) (isXXovzt ßaöiXsvEiv . . .
Greg. Xyss., De cond. hom. c. "2 [cf.
oben S. 153].
teXevxoIoc, . . ii^ij/ihij o avd-QOMioq.
Greg. Xyss., De cond. hom. e. 2 [cf.
oben S. 153].
/} drthocjrrii-// gwöic, exeiör] ngöc
(XQzrjv toZv dXXmv xareoxsvd^Eto, 6ux
r/}- .700: tov ßaöilea tov jtavroc
6(lOlÖT1>}TOQ OIOV TU iinl'r/iu eIxCOV aVE-
OTr.ihi, xoiVCOVOVOa t<~> r.nyiTrrra XCU
Ttjg d^ic.j xat tov ovofiaroc, ov jcoq-
(pvoida ütsQixeifiivrj, ovöl ox/^TTOf^ xr.)
öiaörj(iati trjv dgiav EjciOiftialvovö'a
(ov6l yao tb rjjyiTvrro)- ev roiVo/; sötlv),
aXX dvxi iilr rrjq aZovoyiöoq rrjv aoExrjv
))i(<l (hüin '>•//, 6 <h) jtdvxoov ßaöiXixmxaxov
eö&rjfiäTCDV \oxiv, dvxi 61 tov oxtjJctQOV
ti'i [/axaoiOXrjXt t7j- rJh'jw.Cilc- EQEl6o-
(itvrj, dvxi 61 tov ßaöiXixov 6ia6t]fiaTOQ
tco r/)_- 6ixaioövv?]c Gze<pavcp xexo-
öfirjfiivrj.
Greg-. Nyss. 1. 1. c. 4 fl. 1. ]>. 53].
Ei A"; xat r<) dXXa övvsgExd^oig 6t
cov to d-Elov xäXXoc, y<:nc.xT>ioiZ!Tt:t.
;rn/'i<ni- XCU JCQOg EXElVCt 6t aXQlßEiac,
rxoZoin'njr ev r/j xal) rjfiäg ; Ixovt tt\v
OflOlOTTJTCt.
' Greg. Xyss. 1. 1. c. 5 [1. 1. )». 54].
II yaQ slxcbv El fit r :'y;t Tt]V JCQOG, TO
jtooyroTVMOV o/ioioxijxa, xvqIcoc, t<>it<>
xaxovofiaQ Tai.
Greg. Nyss. 1. 1. c. 16 [1. I. i». 84]. Cf.
c. 1 1 |l. 1. 1>- 66]: Ij ydg eIxojv . . . fti(i?)Oiv.
. . 0 dvfrOOJJtOG . . . ElxOVl |sc. Ihm-
r: TLftfjfitVOg.
158
S'chalkhausser, Makarios Magnes.
"l'Wt 6 t /.CA /) avz-
B^ovOLorrjC to ßaoi-
Xvxov xal l.T/joia )'or
r/y_' (pVöEGOG TOV (XV-
froojjiox) xal jcqÖq t/)v
ß-siav tlxova liiq^-
(>£<_■ ütQOcpavicxata
ösixwoiv.
Th. 5, 1—3.
Greg. Naz., Or. 44, 4 [Maurinerausg.
T. L, p. 837 D].
Kai xaxd tovrov
tov Xoyov xal yu-
Qciiv &-80V toyov 6
avd-Q&jcog öiä to t'i-
fiwv [öia T/)r tifirjv
Cedr.] xrjg xaraöxEV-
//-•' ßovXrjg yao tv-
SQysia to jcäv. Ena
fisra Ttjv tovtov öid-
xXaöiv t'i fffjot)' tj
Th. 5,3—5.
ejceI <Vor ovfucada elxmv E[Mptoqg
aQyhxvüica jiaoaÖEiyfiaTi, tcoXXcu tfslölv
dröiioioi, xQogsjisörjfiijvaro ehcmv t<~>
xax elxova to xaif oiioioöiv.
Philon, De opif. mundi, c. 23 [ed.
Colin, ])• 24, 8 sqq.].
i/iit/ji/a Trjg lölag slxovog tftxpeosg slg
tov v.önitov elgf/yaysv [sc. Gott den
Menschen].
Meth., De resurr. 1.1,34 [ed. Bonw.,
p. 123, 1].
7/ idi' yag <pr//) to ßaüiXixov ti xal
tjTtjQin'vov avtad-sv ösixwöt . ., ex tov
döecücoTOV <ivt>iv sivai xa) avts^ovöiov,
. . xal Iti .t(>Ow.- Tovxoig, to t7^ övva-
örsvovöijg tcöv jrävTov gwOECog elxova
ysveöd-ai ovösv eteqov eOtiv /} evihvg
ßaöiXlda dijfiiovQyqd-rjvat t/)v (pvöiv.
Greg. Nyss., De condit. hom. c. 4
[1. 1. p. 52 sq.].
. . Talg savTOv ytoo) xatadXEvdoag
[sc. Gott den Menschen] . . . xal övXXq-
ßdrjv, oiov av >j to jcoiovv, xaxd tov
avrbv ovxcog Xoyov toiovtov xal to
jioiovfiEvov l|j avdyxijg ajtEQyd^EOd-cu
ovfißaivEi. 6 dl d-Eog xal dd-avaöia xal
Zot/) xai ätpd-aQOia, tgyov de avd-Qamo%
d-EOV.
Meth., De resurr. 1. I, 34 [ed. Bonw.,
p. 123, 2 sqq.].
Ei Tl/llOTEQOV öSfia avd-QGtJCOV Ti~)V
aXXcov Zc)o»\ Öti ytooi t: 9-eov Xe'yEtat
jiEJiXaOd-ai . .
11,3. Mak. Magnes. nicht Verfasser d. „Schöpfungsgeseh." 159
nc
TlVOQ fCLQlV T/jV
sßdo/ltJV rjflEQCCV //>-
Xoyrjosv ö d-EOG (10-
vov} /.et (,,"/J Tr-
JtdöCCQ; ort SXCCOTT)
T(~>v CtXXüJV EX t/jj:
iv ''i'T)~i yevofie'vrjc
dnfiiovoyiac, i <>yj v
r/)r EvXoylav. Em i-
Öfj 6\ E/IEXXev rj'r/)
i/H'nr ayt'QaöTOG,
flfjdl ttir.. .'/' ri-T/j
y; roui'r/j- ÖlJfUOVQ-
Meth., De resurr. 1. II, 22 [ed. Bonw.,
p. 238, 4 sq.].
Kr.) yvojoiöEig, daxrtov yijivov iri-r vjj
ffröit, tgyov 61 fhioi' ynoi'ji'.
Bas. Hex. VI. P629,117D.
. ., DVD .7io} T/j~ ZOV ÖCOfiatOg <)(<:-
jtXaöeoiQ ijfilv diaXhysxai. Kyh xat rov-
tov tov Xoyov.
Ps.-Bas., De hom. struet. or. II, 1.
[Bas. opera, ed. Garnier. Par. 1839,
T. Ib; p. 480 B].
. . ßovXr) jieqi avd-Qcbjzov' . . Kard-
iii'.t); saVTOV TO TlfllOV.
Ps.-Bas., De hom. struet. or. 1. P<i
30, col. 13.
Karagtoi iöiq X£lQl äiajtXdöm to
fjfitTSQov ocüfta oxi fiiya av&Qcojcog'
to ;/h\ öid T/)r r'/.tjV, eg //- xatEOxEva-
OTI'.I, <')J, OVÖtV Tl y.(CT(C TtjV IdUxv (pvötv
Aoyi^ouivij)'' to 61, öid xi\v vifutjv, r\v
TlTll(/jT(({ . . .
Ps.-Bas.. De hom. struet. or. HP 630,
col. 40.
77 6i]ücoxi dia<ptQOVT(oq xrp> eßöofitjv
tjfisoav svXoyrjösv 0 9-sog;
'Ey.r.üTij tcov äXXcov f](ieoc5v löiav Viva
örjfiiovoyiav eöt^axo. hcsiöij toiwv
iti'yoi tavtrjQ ovfutaöav tr\v xrioiv E&q-
iiioroyijin ■• • de'doaxev avtl öijfiiovoyiag ifj
eßdofift '/!'!0[' t?]V evXoyiav' ?va ;i>i fiovrj
rri'.nr. tag äXXaQ dytoaOTOG, (hi'.ir, irij.
Theodoreti ([u. in (Jen. 21.
I r/.oy/joir orr y.r.i ctVT/jV <:r: rag
usv XoLjcac, to ti jtouGcu tv avtal$
riu /die-.
160
Schalkhausser, Makarios Magnes
yiag, rorror yaoiv
ijvloyt'i^)! xa) avTtj
vjtb B-eov.
Th. 5,11—15.
TrjV Äoyrxtjr voio-
öraöiv Tifirjöcu rroo-
irifiEVog b {rsbg <\<fo-
QiOfisvov xaraoxev-
tui-i xa) XafiütQOV
<tix)jT)](>i()f xal xaörjQ
ys'fiov O-Vfirjölag xal
xad-lorrjöiv exeI xhv
'. tödfi. 'Eon <)l . . .
d-avfiaoai xr\v a<pa-
xov tov frsov cpiXav-
frowjtlav, Öti.tio ....
iavrov x(c) ysmayslv
ejceÖwxe öid toi' av-
froomov öid Ti]r
.t(>o^- rov avfrQcoüiov
Tiinr xal (pvrovoybg
ylvExai, . . . tovöe rov
xoöfiov ex tov ///;
ovTog slg ro stvai
d-ehfjöEl (lOVfl ülCtQOr
yaycov.
Th. 5, 20—30.
Theodor in: Theodoreti qu. in Gen. 21.
Cf. Proc. 1.1. 141 B.
• v TU QOJtjj tov ihÄ/'jfHCTOJ i/'ir/j ;i.
ro elvai .~T<co/'/yayf tu [isyEJh] tojv oqoj-
fiivwv.
Bas. Hex. I. 1. 1. 8 C.
Ekhr [sc b öidßoXog] oti o>]x ijQXEöfrtj
6 q>iläv$Qco3iog 9-sbg zy t/jj: yrjg äjto-
XavOEi, al/J eig Et-aigerov Evöiattiftia . .
rov av&Qcojtov . ., Ixit xartOTtjötr ev xrh
jcagaöelöcp.
Ps.-Basil., Hom. in aliquot scripturae
locos [Bas. opp. ed. Garnier, Par. 183!>.
T. II. p. 845 D].
rjv öe l^a'bQETOV avrov [sc. AdainsJ
oix//T/'/oioi' o üiaoadsiöog.
Sever. PG 56,484.
Kai EtpvTEVösv . . . [Adam wird ins
Paradies versetzt]. Baßal r/yj rifiqq tov
freov Ttjc elg ijfiäc, ysvofievrjg] ßaßal
r/jc cpiXavß-Qcojtlag, fjg EJtsöeit-aTO toj
yEVEt t(~jv «vfhjojrroji'l . . . ov ydg >)<>x:'-
ofhj >j a<paxog (error xiyÖEfiovla, ex tov
(itj bvToq (error lrroi//Oti\ . . .
Ps.-Chrysost.,SermoIII.inGen.,PG 56,
col. 530. '
. . ov [sc. tov xaQaÖELöov] (jfivrovQybg
o drjfiiovQybg, E^aiotTcn yrjjzovup y£WQ-
ytföag rb Öojqov.
Bas. Seleuc. or. II, PG 85, col. 40BI .
Ovxovv Em yrjg 6 jcagdÖEiOog, B-eov
TTjV .T(>0_' avd-QQlJlOV EVÖElXW(lEVOV GJIOV-
övv, xc} ur, toi- aXloig Koioig ouoimc
iL 3. Mük. töagnes nicht Verfasser d. „ Schöpf ungsgesch.". 161
Ooäv ovv f)v xai
u-Ttclhi- rrjv T/in^r
rrjv i/iri: ravra tov
ävß-QWJiov, rp •'''/<'■
^i avrrjg trjc y;r:'-
OEOiQ. "Homo yi'.n
<"/>'-' ''J'/.'l- Tl- TC"":"
/.cih^u 'Aödfi' xai
0 !h<>- fjyt 3CQ0Q i'.r-
Tor TCL iirnic XO~)V
drjQicov xai t<:>i- xtrj-
vcöv xai T(~>)- jtsrsi-
vöjv yivr], iva rjye-
ftova tovtmv X8lQ°"
Tori'/jit, ov /.c.T ii-
xovaidiavjzEJtoirjxei.
Kai exeIvoq in r 9-sim
XaXOJlVi rc,!); lg ycj
jtoorprirtxoi jcvsvfia-
r/, ov6(iaxa xvQia
exdorm trov aXoymv
tjcifhjxev' vd de ^o}a,
ex, t; o Tifirjv (isya-
/.ti>- ex trjc i-rr/.'/.i-
Otcoq, Xaßovra, ov-
rcoc i v ovyvyia rrt: -
yojnorr.
Th. ('s 1—8.
avrbv ovyxojQrjGavroG vtfieöd-ai, exxgirov
dl ywoiov ütQOG xarotxrjöiv crrori ii/cito-,
ojceq jcqoteqov dvidymv <> r)Äcoc xata-
h'.u.-Tu, oq rjdv jcoleI tolc, dvß-QWJtoiq tb
sjcl yfjq ovxrjrrjQLOV talq dxrlot <paidov-
VOTV tt\V -'/>. 'EtpVTEVöE ÖE, (fl/'U. TO
UaioiToi- vrjg üceqI tbv tojtov EJtifiEXsiag
ÖEixvvq tov 9-eov, rj jcgoq trjv dvQ-Qomov
6WETEÄEI tii/Ü-.
Procop. 1. 1. 157 C.
i'ia/./.; yao idovta [sc. td aXXa >>a
den Menschen | . . jiqoqxvveIv mg av
ijhitönc (fron xi'.) ÖEöjrorrjV' . . . avtor
ö jcarijQ Sjiitorixoi- cpvOEi £mov ovx
egym fiovov aXXa xai t(] öid Xoyov /; kj<>-
rovia xaMörrj t<~>v vjtb GEXr}V7)V axav-
zmv ßaotXea yEQGaimv xai Evvögmv xai
aEQOJIOQmV.
Philon, De opif. mnndi c. 28 [ed.
Cohn p. 29, 4 sqq.].
UayxdXmg 61 xai trjv &egiv tmv
ovofidrmv dvrppe rm jzocbrm' . . ■ EfiJiQEJtEg
(V Ijhuöri jcQogayoQEVEiv sxaGrov tmv
vjcnxomv. . . . tmv >y dXXoyv c.närTvn-
mrjxot
Gott den ersten
fjyEfiova rilh.'u [sc.
Menschen], . .
Philon,!. I.e. 52 [ed. Cohn, p. 51,23 sqq.
'Hyaysv <:<:t<\ [sc. r« C,ma] jtgoQ tov
'Addfi, iÖElv . . ovopa avtrö. BXijcs.
EjcEiöt i.ToiijiVcV avrbv xar slxova,
rid-t'XrjöEV ./'- otyiv jiooqEveyxai y.<u trjv
nu^r. y.ca ösie-cu dXrj&mg ort rpeQBi trjv
iiy.urc tfjc GOfpiag.
Sever. Gab., PG 56, col. 480.
'O \\i\cii jiqo trjq jtaoaßdöEfOG IxejcX'-
qcdto öoiplac /.tu öwidEcoc xai tj<"i >t-
Texte ii. Untersuchungen etc. 31, l
162
Schalkhausser, Makarios Magnes.
Botj&br XJyti xb
frrjZv . . . övvsQyslv
iitXXovrrödrÖQljTQOc
xrjv tov ysvovg avfgrj-
dlv xt xal diaiton])'.
Th. 6, 11 sqq.
. . , ovx tx yvg
.irXäxxeixb {rijXv, xa-d-
dxbQ xbv ävöga, . .
Th. 6,18—19.
Kai sv&vg ojj, xey-
vlxrjQ xal Icctqoq
övvxouoq xb Xeljrov
xeiag. 'Ewoijöov oötjv ii'y: Oo<piav, ort
sjzrjQxsoev av&Qcojiog :i- Ihivai
ovofiara oXoig jtsTsivolg . . . Ort ovv
xgogrjveyxev 6 9-sbg xa Z(~>c xm dvd-QOJ-
jcco, cog öotpbg xal i'yov d-sov üivevfia,
rt])- exäöxov iötoTijza h'ßZejie.
Sev. Gab. 1. 1. col. 486.
Ovxcog öh öv^vyiai fiovai r\6av ort
xal övvrjyayev avxd evmjiiov 'Aöä/i, iva
ovbfiata tjrithj xovxoig cbv faiXX: ös-
ajroCtir.
Proc. 1. 1. 101 C.
. . jtoirjöag [sc. frsbg] avxa [sc. xa
akoya Cfö((] xro >A6du <')~ av dcorrÖTij
xoogrjyaye . . Jigogragag sjti&slvai ror-
xot^ ovo/iara.
Proc. 1. 1. 172 B.
ug öiafiovrjv tot ysvovg.
Bas. Hex. VII. 1. 1. 157 A [Zusammen-
hang jedoch ein anderer als bei Theodos.
Melit. Bas. redet von den Fischen.]
sig xt)v xov ytvov^ öiafiovrjv.
Gennadii fragm. in Gen. PG 85,162!) I)
[Zu Gen. 1, 22, also von den Tieren
bemerkt].
KaixoL 6t övvdfievog [sc. o frtb^] xal
Im xavxrj [sc. bei der Erschaffung des
Weibes] Xaßelv fisv yovr djtb yrjg, öia-
jtXdöai 6t xaxa xbv lö&v xqÖjiov xaB^
ov xbv \i6(\ti. tovro utv ov xoiei.
Procop. 1. 1. 172 CD.
. . tXaßtr b 9-ebg /aar tmv jtXsvQOtv
avxov . . . Ovx djrtojtaotr avvrjv ßUx,
. . . dXXcc 0-iXovßa / yQagyri rb övvxofiov
11,3. Mak. Magnes nicht Verfasser d. rScköpfungsgesch.~. 1(J3
dm öaoxoq <\r;rr).i\-
qcoösv.
Th. 6, 24 sq.
Elia, hcsivoq, cctb
thi io rm 's vfiazog iar-
oyipq atv, syvoyxmq,
ort Ic, avrov i]i\ (f)j-
oiv' tovto oötovv Ix
t<~)V oöricov (iov, . .
Th. 6, 28 sqq.
'Oqc5v ovv 6 'Aöafi
tf}V yvvaixa, ovy
coq yvvaixa freatfievog
Ijiaöytv, dlX mq
kavrbvoQcöv xvevfta-
vixcöq evg>Qaivsto, . .
S&öavroq 61 xal i]
yi'i'/j 9-scoQovöa tov
avÖQa fisydXcoq rj-
ydXXszo.
Th. 6,32—7,2.
OVTWV ovv avrajv
ev Tfö jra(>adtio(:j r/7-
TQvcpijc, vofiov 61-
öcoöiv avtolq 6 tteog
tx svsQysöia, tov
6el£ai (i\ v lh rlh'oc.)'
T/)r fjpvöiv ev T)'t
avregovöiOTiyzi, vjto-
6el£at 6h, mq vjto
ÖBÖJtOTIJV XVA X/t<): -
flövtc i io), )Äyo>V ())'-
vcog, djid Jtavroq
§vXov . . .
Tl.. 7,3—8.
6et£,ai tov Tt-yi-iTor, Xiysi, eZaßsv. 'Eh'-
ih/öC)' Ol aQflOt Xl'A OVX ijöfhlTO.
Sever. Gab. or. V., PG56, col. 482.
• • ßQaXt} T{ KBQtt tovtov laßatv [sc.
Gott von Adam bei Erschaffung des
Weibes] x<>\ jiooövgyrjvaq to Xsljtov, . .
Procop. 1. 1. 172 D.
(ff/öi yäo, tovto vvv oötovv . . n'dtc
jtvev/iaTog ayiov xoivmviaq taTtyovTc.
tov 'A6d(i . . .:
Ps. -Chrysost., Sermo III. in Gen.,
PG56, col. 5.31.
'EjtsßaXe . . . [Erschaffung des Weibes]
. . . ttÖöi^ £v<pQ06vvrjq acrov [sc. Adams]
'] '/'rZ', ln.~rii/.T/.(CTo xoivojvov BscoqSv
ttjv yvvaixa, . . : jtoörjq frv(irj6Uzq xal
.voo<f //Ttiic- t]3.io')ihj ev tcö d-sdöaö&at
A6ct(i Evav, . . : ofttv ev dyaZAidöst
ipvxfjq rroo'cff )Ti:vö£v dvag>av6bv ttjv
ilh'jhir.v. ff/jß) yäg [folgt das oben mit-
geteilte Zitat] . .
Ps.-Chrysost. 1. 1. col. 530 sq.
evsTslXazo yaQ xvgioq o 9-sdq, iva, eI
idv .Tillho/To Talg wcaQaiviöEöiv, vjzo tov
freov svEQysöicov dgto&d'sir}, si AI d<pr\-
viüCoi, vüco tov xvgiov o- 6eCjcotov X(Cl
e§ovöiav ryovToj. OxoQaxl^oiTO.
Philon, Leg. Allegor. 1. I. c. 30 [Phi-
lonis opera, Vol. I., ed. L. Colin, 1896,
I». Sli.lOsqq.].
/•.'/..' ilhoov yaQ xal avTEgovOiov hxol-
rjoev o 9"£oq zbv av&Qatjcov.
Theoph. ad Autolyc. 1. II e. 27.
!!
164
Schalkhausser, Makarios Magnee.
Ili (V av ^fitga
((('r/ijTi <\.-r' error,
lhari'iTf;J CUlO&t IVEL-
üih, rorr' kört lh'/j-
to) eöeO&e. Oi'tcj.
yro xai 6 2v(i(iä%og
SQfirjvevGev' >j ff av
////;'(/(! 'fl''/)/ (!.70 TOV
§6Z0V, d-VfjTOQ ."V
Th. 7,8—10.
AZZa (irjTiq vjto-
hxßoi, ort To gvZov
TOiaVTfjq ijV tyVöECOq,
<■)- yvcüöiv naoiyEiv
xaZov xai jcovtjqov.
Ov yro 6/j ßZaßEobv
tv jcagaöelöa) n rjv.
Ogoq yao iTi'ihj ejcI
T(~> <f mm jiobq yr-
(ivaolav tr/Q eZev-
Ih oiÖtz/to-' xai OTI
Tovtov lihro (isv i r TCÖ xagadEiöq),
. . t<~> avze^ovoicp Tifirjoaq y.r)
ÖLÖoiöl VOflOV, üZtjV TCO avzE^ovöUo.
Greg. Xaz. or. 38, c. 12 u. or. 45. c. v.
[Maurinerausg. T. T. p. (iTO B G und
850 CD].
Ovxovv IrriOxi il-(':o!ht . . . TTjV vjceq-
ßoZqv rFt~ 9-eUxq irtoy: oie.- ' xdya yr.o
av (läZZov dlAt TOVTOV rroo-ry'<>: iir
d-avfidöai TtjV yagiv rrjq jceqI top av?
0-QCOJtOV TOV 9-EOV XTjÖE/lOvUlC.
Greg. Xyss.. Orat. catech. c. 8 [Greg.
Nyss. opp. ed. Fr. Ducaeus, Par. 1638.
T. III., p. 59 B. Zusammenhang anders
als bei Theod. Melit.].
hvravd-a (ievxoi toi- vijq Dvi^tÖt^to.
oqov ojröiic.oi 0-dvarov' ovzco ydg xai
6 JJvfifiaxoq qQ(ir)VEV6£V' >j ff av r^iEQq.
<(<■-;>! djeb tov §vZov, dvrftbq ;'<~>>j.
Theodoreti uu. in Gen. 38.
Tiji' dl r>~_- ajtEtZrjq rifimgiav ovx ;i-
vo r.rrolh'.nir, aZZ sie to ysvEdd-ai
UrtjTov e^ejcZtjqcoöe.
Procopl 1. 1. 168 D.
. . trrrv vofioq xeZevöI] erriy; <ith:t ajco
nvoq xa\ (irt vjtaxovfl Tiq, öijZov ort ory ö
v6{ioq xoZaOiv rrr.oi'yj i. dZZa . . rt jeagax^ .
Kai y>:o jtatrjQ löiqj texvco ev'ioti Jioog-
Ti'.öön r.n{yiin)cä tivojv, xai Ejcav ovy
r.Tcxorii ry JtatQtxjj EvroZfj, . . EjnrLjiiaq
Tryyr.vht (Sir. TTJV JzaQaXOljv' .... OV
iitVTOL yE coq xaxov ti typvxoq TOV
gvZov r/'jj yvmöEmq.
Theopli. ad Autolycum, 1. 11 c. 25.
[1,3. Mak. Magnes nicht Verfasser d. „Schöpfungsgesch.". 165
ov tu §vA.ov avxiov
tF/. yvcoöscog xco
', iöafi yeyovs, 6r\Xov.
IT yaQ ivzoXrj cog
jcqoc, siöora äfigxo
idnlh/. xo t'< xaXbv
xai xo ütovrjQov, xryv
t; vjcaxorjv xat r/}r
3iaQCCX0ljl\ e'jOTi- /j
yvmCig jcgovXaßi xryv
ivroXrjv. isdoxai dt
avztj 6iä xo (mg :i-
Ot/TCl) tWTSsOVÖtfp
ßovÄrj/iaTt xtvovfis-
/■(>)• XOV aV&QmJtOV,
L~r' dösiag t; tyovxa
cacb ütdvrmv fiEra-
Xa/ißdvsiv xmv aX-
/.or ÖtVÖQCOV, EVOC
<\i fiovov vofim jtgog-
tcctt/h/. )(>)• r.m'yj-
öß-ai, yivmöxEiv, cu
vjto deöitOTijv fori,
xbv xai X7]v evzoXrjv
ÖEÖmxoza.
Th. 7, 11—21.
ov yr.o jzowjqov ri egwrevösv o d-Eog,
///} yivoiro, aXXa xai avxo xo §vXov
[sc. der Erkenntnis] sg)VT£VOe xaiQcp'. .
Epiphan., Haeres. 64: Contra Ori-
genem [Epiph. opp. ed. G. Dindorf,
V. II. Lips. 1860 p. 674].
-/.CA öiömöt vofiov, vXtjv xco avxE$ovOim.
6 61 vo/iog rjv hrzoXr\, mv ti- fteta-
XrjjtTEOV avxm <(vj(~>r, xat ov /// jcqoq-
ajcteov. xo 6e t}r xo §vXov t/}. yvmosmg,
uct: <pvxEvd-EV <\.t >'<jyJi- xaxmg, . . .
dXXa xaXbv ftev EvxaiQmg fjsxaXafißa-
VO[lEVOV.
Greg. Xaz. or. 38 c. 12 [Mauriner-
ausg. T. I. ]>. 670 C].
. . xm avxE<-ovöim xivrjfiaxi toi- xaxov
xt\v xoivcoviav EXEöJtaöd/isd-a.
Greg. Nvss., Or. catecli. c. 8 [Greg.
N\ss. opp. ed. Par. 1638 T. III p. 59C].
Aia t'i 61 oXmg exXrj{h) guXbv yvmöxbv
xaXov xai jcovtjqov; ov xocavttjv viyj
(pvöiv, aXXd xoiavxrjv rjvsyxsv vito&s-
iitr. . . . Ovxm yvmöxbv ir xaxov xai
dya&ov xo ÖsvÖqov, ov yv<r>oir naQ&yov,
dXX djcb r/~_- nagaßdcsatg öiödöxov
avxov [oder crTrr] . . . Uolov ovv eyvca
/.('./.uv tj xovxo fiovov, ort xaXbv >]/• xo
vnaxovöai 9-Em, /.c./.or 6t xo ücagaxov-
6ai 9-eov;
Sever. (iah. or. VI., PG 56, col. 488sq.
. . . ßaöiXevcov [sc. der Mensch) crr-
E^OVö'im ßovXi riicTt AiAc//.! VOflOV
avto} [sc. 9-Eog], yv/ivd^mv t)>- atyEOiv'
Bas. Seleuc. orat. III.. PG 85, col.
■V.'A u. C.
166
Schalkhausser, Makarios Magnes.
! //./.' ö fythoo. r/~_-
rjfisTEQag cpvOEcaq ßa-
öxrjvaq Lti rij jcoXXfj
zififj tov dvd-gcojtov
yj'.\ (pd-ovov r/y.töo/j-
Oc.J TOV 3ZQOC, CCVTOV
r/gazo xoXEfiov xc.)
tov o<piv hvövq eüie-
ot)j T)j yvvaixl äjiov-
Toq tov 'Aöd/i. I\ci
jcavovgywq avrrjv
tov övfigpigovroq
jtagazgEipdfiEvoq öcd
ipsvöovq xtCi tov
Adafi TavTiß dvv-
: Sa.-ri'.T/joe.^. rrcoc-
ß(CTfC^ TOV O-Siov JCCCQ-
eöxevccöe vopov ys-
yevrJG&ai.
Th. 7,24—29.
ZlJTOVflSV 6h JCOTSQOV T/j (fron ZCOV
(h'rdcHor exstro tov id>- t/cooütOLElv , to?
de zrjv yveaöiv kvri&ivcu xaXov ti /.<ü
jcovrjQOv Tb cJe bteqov £vXov ovx
tiytr iv T$j (fron tcöv avTLxet/iSveav ttjv
yvcööiv. "Ot'c ydg jcgogsrax^Oav ftr
tpayslv . . , yÖEöav xaxbv to qxvytlv ....
Td OVV ÖtVÖQOV Öt? OV TOVTCOV iXi'.TlOOV
syivcoöxsro, Ix tovtcov sixoTcoq hcdZsös,
TorrtOTtr vjvaxorjg te y.ca jcagaxofjg.
Tovro ydg öijXol to, xaXqv ti y.rü
xovqgov.
Procop. 1.1. 161 BD.
Asdmxt 6h, tpaöi Tivsg, roi
<\rro/)t ydg hvbg vjrrjg%E tpvTOV
Procop. 1. 1. 165 D.
o dh [sc. öidßoXog] . . . (p&ovov
iyxiooioc- y.c.i) fjficöv.
Method., De resurr. 1. I c. 37 [ed.
Bonwetsch, p. 130, 10 sq.]. Cf. Epiph. opp.,
ed. Dilidorf, vol. IL, p. 621 und Photii
bibl., cod. 234 [ed. Bekker T. II.
p. 293 b, 16].
Ovtco Jtovrjgbq 6 öidßoXoq, . . . Ilod-tv
ovv avrop o xgoq rjfiäq üioXsfiog; . . .
eßdöxijvsv t]idr r/~j Tififjq. Ov ydg rjvsy-
XEV f]flCÖV TT)V dXvülOV C,COTjV TTJV SV TCO
jtagaÖELGop' öoXoiq 61 xal [itjxavaiQ
E^ajcarrjöaq ror dvd-gcojiov Ekel-
Aii öe yiyovEV djtoozdrfjq, . . lyltooj öi
avd-gcojtcov .
Basil., Quod deus uon est auctor nia-
loruiii, 8 und 9 [Bas. opp. ed. Garnier,
Par. 1839, T. IL p. 112 C und 1 14 E .
Eiöt, T)tv jisgi tu)- avd-goojcov th/i>\
EßdoxrjVEV o öidßoXoq .... 'Ejcortjgsv-
[1,3. Mak. Magnes nicht Verfasser d. „Schöpfungsgesck.". 167
4>q6vi(ioq 61 iy././'j-
(hj O (K( /_■. Ott TU
Xoyixov C/cpov tov
ai&Qmxov xal tmv
alXcov (c/yiroiu öia-
(fi'aoiTf. kt-ajiarär
' Th. 7,31—32.
. ioc. öl yj'.i 0 <>ff i-
toj xctTa jcQO<pooav
Xoym i ynijix'.To : ov
JtaVTWQ,' ('././' Ol JCQ(0-
TOJtXaGTOl . c.t: ■/.(•-
xlaa o/t;- auiyelc.
oc.to o öuxßoXog OQCÖv .To/./.tjV djtoXavOiv
xsQLQQtovöav vm dvd'Qtojctp, o eig
r/fiäg xoXe/iog [so. tov öiaßoXov] . .
Ps.-Basil., Hom. in aliquot scripturae
locos, c. 8 und 9.
[Bas. opp., ed. Garnier, Par. 1839, T. II.
p. 845 B E und 847 B].
Kai ov yvfivbg ütQogtQxexai t% Eva.
6 öoXiog, . . dXX ev svövfiart tov o<pecog
jcQogofiiXsl Ttj yvvaixl . . . 'AXXä xr\v tov
og)£C9g(iOQg)7]V6vövöd(i£Vogo3cavovQYog, . .
Ps. - Chrysost., Sermo III. in Gen.r
PG 56, col. 531.
Ttcog (ihv ovv o 'Aödfi dxivövvog
dmjXavt [cd*, dazu Theod. Mel. 7,23], . .
!//./. /'j'/hioir /) 'h'i: jigog ßaöxaviav
öiaßoXov, . . . Elöi . . . jcagdöeicov
oix/jT/'ioior, . . . <p&6vca ßaXXofievog, bfpiv
o dvjQicodiyg svdvsrai' . . .
Basil. Seleuc. orat. III. PG 85,
col. 53 C.
Ceterum mihi videtur, quoniam prae-
stans illud sapientia auimal seducturuni
erat hominem, argumentum esse sapien-
tioris nun integrum genus, sed ille solus
serpens ob rationein dictam.
Philonis quaestiones in (Jen. 131.
[Cf. Praechter, Unbeachtete Philon-
fragmente, Archiv f. Gesch. der Philo-
sophie, IX. Bd. 4. Heft, Berl. 1 896 p. 420].
An huiuaniter locutus est st'ipoiis? ....
anima oostra multis peccatis impleta est
et Burda reddita . . . . : protoplastorum
autem (animae) ut a malo mundae essen'
et intemeratae acutae erant omnino ad
perceptionem cuiuscuuque vecis. Si-
IBS
Schalkhausser, Makarios Magnes.
dxgißeoxdxag styov
xac, iciofh'jöirt^ xai
rro'/.r xcöv rjfiSTSQmv
ötaXXayeiöaG ' mdxi
t/)i' dxor/v avxcovjtd-
ö/y- hjldgyßlV qorij-
dxovöxixrjV-
Th. 8,4— S.
Aeixvvvxai yccQ
xai jcqo t?jc ßgat-
6£<X>$ OQGÜVXSG ix. XOV
h'yhdihu ' xai siösv
h 7rv'l- OTl %a%OV XO
gvXov ug ßgcöoiv,
X(U OXl aQEOTOV Ion
Toicoq 9-aXfiolg löelv.
Th. 8, 20— 22.
. . xa r/yc jiaiöo-
jtouag, . . . ti'tdothj
xovxoig ij .T(>o^- dX-
Xt\Xovg alöcbq [ob
nicht besser 6 . .
zqcdg] ■ . . .7TOO-- xo
avayxalov xijg öia-
ööyijq xov yevovg.
th. 9, 1—7.
quidem neque sensus liabenius tales;
uos enim depravatos sortiti sumus . . .
illi vero . . . necesse fuit ut prae se
ferrent sensus etiam certiores . . . Non
enim frustra arbitrantur (nounulli) oculis
illos praeditos esse, quibus potnerunt . . .
videre, queniadmodum et auribus cnius-
eunque generis voces percipere.
Philonis quaest. in Gen. I 32 bei
Aucher, Philonis Judaei Paralipomena
Armeua, Venet. 1826, p. 23. Cf. auch
Praechter 1. 1. p. 416 sq.
/'J/hTo [sc. ö o<pic\ fiev ovv aXoyov
cpgovrjOiv, äXX! ov örjütov xc) ovXXoyi-
OTix/jr, ovöe Xoycp yjQoapitvrjv üiQO(poQixS.
Procop. in Genesin, PG 87, col. 180C.
"Oxi xai .7(>o r/yc ßgmöemg ov fiefiv-
xoxaq elyov rovq d(pfraX(iovq} ÖrjXov . . .
jcwq yäg elöev >) yvvrj to §vXov, ort
xaXbv elq ßgcööiv xai dgeoxov xolc oq>d-aX-
fiolq löelv, xai atgalov Ion xov xc.tc-
vorjöai, h in) dvearyoxaq eiypv xovg
6<pd-aX(iovq;
Theodoreti quaest. in Gen. 33.
Cf. Sever. Gab. or. VI., PG56, col. 491.
>l <y [sc. yvvrj] . . yawxai xe xa) dvxi-
jtgoqgt&eyyexat (ier alöovq' Sgarq <S Lti-
yEVOfl£VOG . . .
Philon, De opif. mundi, c. 53.
[Philonis opp. V. I. ed. L. Cohn, 1896,
p. 53,4 sqq.].
(}/.).' eav xoivmvfj xiq t/j yvvaixl Jtai-
öojtodaq i'rtxc xai t/jj; xov yt'vovq öiotr
öoyrjs, ■ ■
Method., De autexusio, c. 15 [ed.
Bonw., p. 43, 3 sq.].
11,3. Mak. Magnes nicht Verfasser d. „Schöpfungsgesch.". K',1.)
ix (fr/./.cjr ovxrjc
ijiohioav havrolc, m -
Qi£>o)(.iaz<x) i'.ii'itto-
(ItVOt Öia TOV J-r/.or
Tor TQ07C0V t7j~ /.('.-
xoxQayiac. LI- yr.o
TjÖVQ O XCCQJCO$ T//-
ovxrjc, Toc.yr AI x<u
JiiXQOxaxov to q>vX-
).(>)', ovtcoc jzaöct a-
i/<:utii: ir tij JIQ(X<-1 1
ötixvvrai ijdta, i/i-
T(\ <Y; TCCVTCt OÖVVrjV
rrcoi'y;/ t<~> jtSJtQa-
y/>Ti.
Th. 9,9—13.
avzovc . . . avaxcc-
Xelrat cog jcarng <(t-
Xoöxooyog o 9-sdg
/.et (f)jrnr' 'Addft,
yrov si:
Th. 9, 18 sqq.
Ihn] TijJi y.r.Tc-
6'lXllC, TOJV JtQtOTO-
.7 XaOTCov xai tov o-
Cur folia ficus consuunt in peri-
zomata? .... quaravis fructus ut dixi
ficulneus suavior ceteris est, at folia
duriora. Yult ergo per symbolum pate-
facere lubricum ac levem videri motum
voluptatis, vere tarnen durum reperiri,
ita ut fieri nequeat, ut quis sentiat
gaudere nisi prius dolens et iterum de
novo dolens.
Philonis quaest. in Gen. I 41 bei
Aucher, Phil. Jud. Paralip. Armena, Yen.
1 826 p. 27 sq. Cf. Praechter 1. 1. p. 417.
0 ß-tog tjficöv bl'cil . . Aia rovvo xal
tov Aöäfi avzxalslTO if( tov iliov
(fi'*r>~h Xiymv' [lAr.it. jtov ei;
Bas., Hom. in Psalm. 114, c. 3, PG 29,
eol. 489 B.
. . mg jrarriQ (piXoöTOoyog . .
Ps. - Chrvsost., Sermo III. in Gen.,
PG 56, col. 528 [jedoch anderer Zu-
sammenhang].
Kai ly.i'.hüiv o 9-sog tov 'Aöäu xcc)
it.-rir avxrö' \\<)t\tt, 'Aöäfi, üzov et; Uol-
oc, tpiZoöTooyoq JtaxrjQ . . e^iyrrjoe vtxvov,
. . . . ovtoj xr.) iaßlö öutXaoidöag dva-
xaXstrat . . toi- 'AßsoaXmfi.
Procop. I. 1. 197 CD.
Tl.. 9,22,
schrift.
über-
St'lHtQOV [sc. am Tage der Geburt
GliristiJ D.rfhj /) xaradixt] tot 'Addfi.
Ps.-Basil., Iluin. in s. Christi gene-
rationem, <> [Bas. « » f > i » . ed. Garnier, Par.
1839, T. II. p. 857 B].
170
Schalkhausser, Makarios Magnes.
I/r ovv IöeIv Xot-
üiov .. <hx(iOTt'jf>ior ...
Th. 9, 22.
TlVOQ tVEXEV £X~
ßdlXsrai 6 ävd-Qco-
310Q, Ix TOV JMXQCt-
ösioov; KaljcEQi tö>v
dsQfiarivcov yjT(,)~
vor.
Th. 10,3—4.
. . r\6x>vaxo o av-
9-Qcojrog xai in tc.
r/)r jcaQaßaCiv si~
aldovag Ct'/r, eI sysv-
öaxo zov rij~ C,oo7Jg
gvlov. \t<> iva in)
xaxov dd-dvaxov ij o
ävfrocQjvoq [Leon Gr.
hat hier noch: rot"
jcaQaöelöov e^oötocc-
xiZirr.i . . .], fh'ijTor
i error t\m<f r\VOXO 6
9-EOq VEXQOTfJTl JCEQl-
ßaXcov. Torrn ydg
Ol (S'rOIK'.TlVOl /JT(~>-
vec, örjficdvovöiv, urro
rov Xoyov Ttjc, Ti~>r
bjcoßißlrytai t)j xazaöixTß rö xmv
yvvavxmv yivoc,.
Sev. Gab., Or. VI., PG 56, col. 497.
Arrtj ttjq xaza tcov jtQoyovcov xaxa-
ölxfjs ccjto<pa6ig.
Bas. Seleuc.,Or. III., PG 85, col. 61B.
"EZ&w/iev Xoljcov hm to öixaöTr/Qiov
[nach Sündenfall].
Sever. Gab. or. VI. PG 56, col. 490.
Ölä Tl yaQ ltcT(\ TfjV TCOV yjLTOlVOJV
T(ör ÖEQfKttivWV 0 'AÖäfJ XCCTCCÖXEVTJP
ExßdÄÄETCU . . ;
Method., De resurr. 1. I c. 40 [ed.
Bonwetsch, 1891, p. 137, 9 sqq.].
Tivog . . ■ yiTiöror bei Th. 10,3 — 4
ist entweder Handglosse, die in den Text
gedrungen ist, oder aus einer Stelle
ähnlich der angegebenen des Meth. her-
vorgegangen. Vgl. auch Th. 10,4—6
mit Meth. 1. 1. p. 137,11 sqq.
Quapropter et eiecit euni de paradiso
et a ligno vitae longe traustülit: . . . ut
. . neque im mortale esset quod esset
circa eum peccatum, et malum inter-
minabile . . . ., interponens mortem et
cessare faciens peccatum, finem inferens
ei par carnis resolutionein.
Irenaeus, Adv. haereses, 1. III c. 35,
Abschn. 2 [ed. Harvey, Cantabrig. 1857,
T. II. p. 128 sq.].
6 &-EOQ ■ . dd-CLVCLTOV XaXOV . . lÖOJV
((wtov) ysyEVijfiEVOV, . . tovc ösQfiaTivovQ
yiT(~J)'i'.~ Ölä TOVTO XOXECXX ri'.ni <)\ OlOVEl
VEXQOTfjTi (rin) üiEQißalmv avTor, ojrmg
öid. T/'/J Xvöecdq tov öcöfictToc jcäv to : r
avrrh yEVvrjd-EV xaxov ajtoftavtf.
11,3. Mak. Magnes nicht Verfasser d. ..Scköpfung.sgesch.". 171
yatCOV VEXQOTIfZOG,
ojccoq <Sir. t/'j- Xv-
oic)- zov ocofiarog
xai rFjj ÖEöscog /)
a[/ctQzia jtäoa avro-
jtQ8fivog dicupd-agy.
Th. 10,5—10.
Method., De resurr. 1. I. c. 38. Ed.
Bonwetsch, 1891, p. 134,2—6.
. . IxavSg cbiodei^avteg ///} sivat zovg
ÖEQfiazlvovg yvzcavag zä ötoftara, dXXa
T/)r dxb zov dXoyov zmv tjcocov vexqo-
t/jti: xazEöxEvaöfidvijv . . . zmv oqcov
£§00 ZOV JtCCQaÖELöOV . . t^OlxiZhTCl .
Meth., De resurr. 1. I. c. 30, 1. 1.
p. 136, .") sqq.
xai ejtoirjöt xvgiog <> 9-eog [Gen.
3,21 — 24] .... ovxovv hövvazo £rjv slg
zov aicäva zo Geöfia xai d&dvazov EGi Gfrat,
il firj xExmXvro ysvGaG&at zrjg Zcj^.
;y.i<)'/.r<hj de, ojtoog /) (iev afiaozia Gvva-
jtoxzavd-Eloa zoß oatfiart frdvy, zo öl
öCOfia ih'cüTc.lhj t^j. afiaozlag aotoXo-
(itvng. in: roiwv ///} /) xaxov a&avazov
6 äv&Qcojcog, cog ^f/>\ i) aEitjcoov
o (rsog avzbv öia zovto {hvrjzov r.m-
<( r\vazo vexqoztjzi ütEQißaXmv. zovzo yäg
oi ÖEQfidrivot yixcfrvEg sßovXovzo, in: ötj
öia t/'^ XvöEoog vor ooSfiarog xai zrjg
öiaiQEöEQjg /'/ i'.iK'.oTli: XaVfO&EV OVTO-
jtQEfivog Jtäoa öta<p-9-aQ% . •
Method., De resurr. 1. I. c. 40, 1. 1.
1>. 137,14 sqq. Cf. p. 136, 10 sq. u. p.
141, 15 sqq.; ferner Philonis quaest. in
Gen. I ").") [Phil. Jud. Paralip. Ann. ed.
Aucher, Yen. 1826, ]». .'>7 sqq.] u. Greg.
Na/., or. 38, c. 12 [Maurinerausg. T. I.
1». 670Esq.].
. . ÖEQ/iativovg EJitßaXXsi %izüivag rot.
rrootTorr/.c.öToiJ. o xvQtog .... EJtEldll
jtäv ötQfia yaotoUir tot ycoov vexqov
;<>t(, jtavzwg otfiat zijv otoog zo n-
y.oornUc.i Arrci/il', it t/^j aXoyOV tpvGECOg
;\;<:Io;toj ///', tX .7oott/,!h !r.j in r<: tOVZi
172
Schalkhausser, Makarios Magues.
. . irrt r/jf Tijj. c-
OETTJG xca xaxiag
yvaiGiv, ■ ■
Th. 10, 13.
(0 61 xXaG&Eig
y.uT zlxova Q-eov 67/-
Xov <<jc jiQOxaraßs-
ßXrjiitVTjV eljev tr
[ev bei Leon Gr. etc.]
nj <f von t/ji- yv&Giv
tov xaXov xal tov
JCOVTjQOV.
Th. 10,16—17.
Alo l'va ///} avr-
. ^OVOLOTtjTL xf/otj-
fiivog (israXäß'fl tov
<-vXov t/'jc C,a>rjg xa)
yiv7]xai xaxbg dd-d-
vazoQ, l^eßltjihj.
Th. 10, 17—1!).
SvoECpExai öe //
noi((f die, IVÜ l)' Tij
JtaXiyyEVEGia . . . TOVC
fiev dixaiovg qonioij
. . ., rove öe döixovg,
t-i'yi jcQogEyylGoiEV,
xarejf h'^tj.
Th. 11,3—7.
TOlc dvd-QWJtOlC, EJußEßZlJXtVCU TOV Tt/V
xaxlav ijiKÖr iccrQEvovra, <>>'"/ tag zig ae\
JtaQCCflivElV ' . ■ . OVXOVV IX T/jc T(~>V
dXoycov <pvG£a>g ij vEXQortjg oixovofiixSg
jieqiste&i] t)~i tlc d&avaGiav xTio}hiott
(f voll, . . .
Greg. Nyss., Orat. catech. c. 8 [Greg.
Nyss. opp! ed. Par. 1638, T. III. p.
59 D sqq.].
avd-Qcojtog, og EJiiÖEyjszai Tavavxla, . . .
<lntT/j)' xa) xaxlav.
Philon, De opif. mundi, c. 24.
[Phil, opp., Vol. L, ed. L. Colin, Berol.
1896, p. 25, 5 sqq.].
Kai jtojj: oiov te /'/)', rovg Xoyca
TEtLfirjUEvovg xal xv.t Eixova 9-slav
yEyEVTjfiEVOvg ovx e\eiv öwxqiGiv aya-
<)ov xal xaxov; jtcog 6" av avrolg Ite^e'i-
xii vofiov Tr\g öixaioGvvrjg t) aßvGGog,
TCj'TtjV ovx ryovoir ev t>j (/von t/jv
yvcoGiv ■ . . : tiyov ovv doa tt\v yv&Giv . ■
Theodoreti quaest. in Gen. 27.
'AvajcXrjOd-Elg ovv xaxiag, egeo ytyon
tov jtaQaÖEiöov, öjtmg /<// tov §vXov
(lEraXaßwv t/~/c ^o)f/c, lyjj ravrrjv tUh'c-
varov iv dfravarm oojiic.tl, . .
Procop. 1. 1. 165 A.
Aöyog öe tlc fjfiäg ev djro$Qqt(p
jraiÖEVEi xal Ir r<ö ueXXovti aimvt
I ()i<uoiriot)('.i to rrvo- x(ct to (/ev tpmg
djtodidovai volg dixaioig, tolc öe xoXaZo-
Ui'voiC TO TOV ffOJTOC xavoTixöv.
Procop. 1. 1. 85 D sq.
[1,3. Mak. Magnes nicht Verfasser d. „Schöpfungsgesch.". 173
Sicherlich sind die aufgeführten Stelleu uicht die einzigen,
die sich aus früheren kirchlichen Autoren zur Schöpfungs-
geschichte beibringen lassen. Auch wird zugestanden werden
müssen, daß manche ihrer Sätze vielleicht nicht auf den Schrift-
steller zurückgehen, der für sie namhaft gemacht ist, sondern
auf einen anderen, zu dem der erwähnte oder der zu dem
erwähnten irgendwie in einem Abhängigkeitsverhältnisse steht,
und daß somit in den mitgeteilten Belegen nicht immer die
Quellen, sondern unter Umständen nur Parallelen oder Anklänge
zu den betreffenden Partien der Schöpfungsgeschichte vorliegen.
Immerhin dürfte dargetan sein, daß in ihr viel fremdes Material
verarbeitet ist. Unter den benützten Autoren finden sich auch
solche, die erst nach Mak. gelebt haben, z. B. Theodoret1.
Die Art und Weise, wie die Quellstellen verwertet sind, ist
eine verschiedene. Manches ist wörtlich aus ihnen herüber-
genommen, noch mehr ist freier wiedergegeben und einer
Umformung unterzogen worden, bei der die Gedanken und
Wendungen der Quelle vielfach eine Verkürzung und nicht
selten eine Verschlechterung erfahren haben.
Werden wir schon durch diese Wahrnehmung zu der
Überzeugung gebracht, daß wir es bei der Schöpf ungsgescli.
mit etwas anderem zu tun haben als mit einem Werke des
Mak. oder dem Bruchstücke eines solchen, so werden wir in
dieser Überzeugung bestärkt, wenn wir den Inhalt der Schöpfungs-
geschichte auf den Portschritt und logischen Zusammenhang der
Gedanken hin prüfen.
Das, was bisher Schöpf ungsgesch. genannt wurde, ist
das Textstück: Theod. Mel. p. 1 — 11,72. Es enthält eine
1) Möglich ist, worauf im allgemeinen schon hingedeutet wurde, daß
nicht Theodore! selbst, sondern dessen etwaige Quelle in der Schöpfgsgesch.
verwendel wurde.
2 Ob mau auch die Abführungen über K.-üu und Abel, Th. Siel.
|). 11,9 — 14,2, Doch zu unserem schöpfungsgesch. Abrisse rechnen soll,
darüber kann man verschiedener Meinung sein. Nichts trägt zur Ent-
scheidung der Frage die Tatsache bei, daß im cod. Mosqu. Syn. 252
f205r — 208r [Muralt, Georgii monachi chronicon, Petrop. 1859, p. 902 sqq.]
unser Schöpfungsberichl gesondert sieh vorfindet, Denn er schließt ds
nichl mit xava<pX££% Th. Mel. p. 11,7 oder (pvastog igdtQiozat Th. Mi.
p. 13, 28, bzvr. tkeXevzqoev p. 14, 2, sondern er hat Doch den Einschub aus
Josephos [Ant. Jud. I §46 a. 49] Th. Mel. p, LI, 7 8, der bei Polydeukes
fehlt, und von der Erzählung von Kain und Abel <\en ersten Salz, Th.
Mel. p. 11,9 — 10. Hieraus wie aus dem Wortlaute des Titels, den die
174
Schalkhausser, Makarios Magnes.
kurz gefaßte Paraphrase zu den drei ersten Kapiteln der
Schöpfgsgesch. im Mosqu. hat, geht, wie schon früher bemerkt wurde, her-
vor, daß wir im Mosqu. f 205 r — 208 r nicht die Schöpfungsgesch. in ihrer
ursprünglichen Gestalt und Abgrenzung vor uns haben, sondern den Anfang
einer Chronik ähnlich dem Werke des Tbeod. Mel., deren Text aus irgend
einem zufälligen Grunde nicht über Th. M. p. 11, 10 hinaus fortgeführt wurde.
Dafür, das über Kain und Abel Erzählte mit dem Vorhergehenden
in eine engere Verbindung zu bringen und den Einschnitt erst Th. Mel.
p. 14,2 zu machen, spricht folgendes:
a) Manche byz. Chroniken beginnen erst mit dem Stoffe, der bei
Theod. Mel. von p. 14, 2 an behandelt wird [z. B. die im cod. Marc. Gr.
407, mehrere, die unter dem Namen des Sym. Logoth. stehen u. a.].
b) Der Bericht über Kain und Abel ist, wie das Vorausgehende, noch
mehr exegetischer Art. Den eigentlichen Chronikcharakter zeigt die Dar-
stellung erst von Th. M. p. 14, 2 an.
c) Im cod. ms. Gr. Hist. Suppl. 91 der Wiener Hofbibliothek, der
f. 16 r — 58v eine Chronik enthält, die gleichfalls mit der Schöpfungsgesch.
beginnt, sind die einzelnen Kapitel der Schöpfungsgeschichte mit 1 bis 19
numeriert. Der Abschnitt, der von Kain und Abel handelt, hat die Überschrift:
tieqi zov xä'iv xcu aßeX und ist als das 20. Kap. bezeichnet. Dagegen fängt bei
dem Stoffe, der auf die Gesch. von Kain und Abel folgt, im Vind. die Zählung
der einzelnen Abschnitte wieder von vorne an. Ahnlich ist es nach C. de Boor
(Byz. Z.X. 1901 p. 77 sqq.] imHolkhamensis 295. Das Erzählungsstück Theod.
Mel. p. 1 — 14,2 ist in ihm in 20 Kapitel geteilt und jedes mit einer numerierten
Überschrift versehen. Nach dem 20. Kapitel beginnt eine neue Numerierung
wie im Vind. Im cod. Messanensis 85, der auch mit dem Vind. verwandt ist,
finden sich nur in dem Abschnitte Theod. Mel. p. 1 — 14, 2 regelmäßige Über-
schriften und zwar zwanzig. Im weiteren sind in ihm Überschriften ganz
selten [Boor 1. 1. p. 70 sqq.].
(I) Nach den Ausführungen H. Geizers in: Sext. Jul. Afrik. u. die
byz. Chronographie, I. Leipz. 1880 p. 60 sqq. scheint es, daß Afrikanos als
Quelle für die Chroniken des Sym. Log., Leon Gr., Theod. Mel. u. s. w.
erst von Th. Mel. p. 14, 2 an eintritt.
e) In der Chronographie des Synkellos [herausgeg. v. Guil. Dindorf,
Bonn 1829] findet sich weder in der Darstellung der Urgeschichte noch in
der Erzählung von Kain und Abel ein Anklang an die Schilderung, wie
sie uns bei Polydeukes vorliegt [Mit Theod. Mel. stimmt Synk. hier in
den Einschüben aus Josephos etwas überein].
Dagegen, daß die Erzählung von Kain und Abel mit dem Vorher-
gehenden ursprünglich ein für sich bestehendes Ganze gebildet habe, ließe
sich geltend machen:
a) Die Zerlegung des Stoffes in kurze Kapitel und die Bezeichnung des
Inhalts der Kapitel durch Überschriften geht im cod. Ambrosianus der Chronik
des Polyd., D 34 sup., wie aus der nach diesem Kodex hergestellten Ausgabe
vonBianconi [Anonymi scriptoris hist. sacra. Bononiae 1779] zu ersehen ist,
nur bis Th. Mel. p. 11,7. Die letzte Überschrift, die bei Bianc. sich findet,
ist: IIsQt rtör %EQOvßl(A xu\ rJjq (p).oylri]>; froficpalag. Nach ihr kommt in
der ganzen Chronik keine einzige mehr. Nun gehört der Anibr. dem
10. — 11. saec. an und alle Hss. der Polydeukeschronik, die es sonst noch gibt,
[1,3. Mak. Magnes nicht Verfasser d. „Schöpfungsgesch.". 175
Genesis1. Die Paraphrase ist in eine Anzahl kleinerer Abschnitte
gehen direkt oder indirekt auf ihn zurück [cf. Th. Preger in Byz. Z. 1.
1892 p. 51 sqq.]. Demnach ist, wenn wir z.B. in der Ausgabe, die Hardt
von der Polyd.-Chronik nach einem cod. Monacensis veranstaltet hat, auch
weiterhin noch vereinzelte Überschriften antreffen, als der Urheber dieser
späteren Überschriften der Schreiber des Monac. oder der der direkten Vor-
lage desselben zu betrachten. Im cod. Gr. Monac. 181 [im Sept. 1905
von mir in München eingesehen], nach dem Hardt die Chronik heraus-
gegeben hat, bilden die Überschriften in der Schöpfungsgesch. immer eine
Zeile oder mehr für sich und sind rot geschrieben. Nach der gleichfalls
rot geschriebenen Überschrift: 'A(j/Jj t?;c VTto&saeatq ror ädäfi [Polyd. ed.
Hardt p. 58] kommt keine rote Kapitelsüberschrift mehr bis zum Schlüsse
der Chronik. Rot geschrieben ist auch einmal der Vermerk: oyö'/.ior
[f. 130r], sonst schwarz. Schwarz geschriebene Inhaltsangaben am Rande
rinden sich auch weiterhin. F. 137 r gewahren wir eine rote Zierleiste,
darunter rot von neuem den Titel: 'iovXiov TIoXvöbvxovq lOTOQia (fvaixtj.
Nun der Text: Ob xareöt^azo yeiQc. abxiö hti^vat etc. [p. 408 bei Hardt],
der f. 143 v mit yak&ttöq endet. In der Chronik des Theod. Mel. gehen
die regelmäßigen, den Inhalt kurz zusammenfassenden Überschriften nur
bis p. 10,26. Die letzte ist: Ü€qI t<5v %EQOvßl(x etc. Dann folgt keine
mehr bis p. 37. Die Randbemerkungen, die von p. 45 an dann und wann
sich zeigen, sind fast nur Personennamen [Namen der röm. und bvz. Kaiser].
b) Der Abschnitt von Kain und Abel ist ausführlicher als die vorher-
gehenden. Auch stimmen in ihm die Chronik des Theod. Mel. und die
des Polydeukes nicht mehr so zusammen wie in den Kapiteln vorher.
Polyd. hat in ihm zwei große Einschübe aus Basileios [worauf schon
Praechter hinwies in: Eine unbeachtete Quelle in den Anfangskapiteln
des Zonaras. Byz. Z. VI. 1897, p. 515]. Diese fehlen bei Th. Mel. und
Genossen ganz. Dafür finden sich bei ihnen in der Gesch. v. Kain und
\Im-I mancherlei Zutaten aus Josephos, Philon u. s. w., die bei Polvd.
nicht stehen [Th. Mel. p. 11, 15 sq., 18sq., 20—22. 26-27: p. 12, 15—17,
19—20; p. 13, 2—12, 15—18: p. 14. 1—2].
c) Die Gesch. von Kain und Abel begegnet uns auch in der Chronik
des Georgios Monachos und zwar in einer Form, die allerdings mein fach
\un der Darstellung des Theod. Mel. und der des Polyd. abweicht, aber
doch auch vieles damit gemein hat. Hätte die Erzählung von Kain und
Vbel, wir sie Theod. Mel., Polyd. u. a. geben, von Anfang an mit zum
schöpfgsgesch. Abrisse gehört, so würde man nicht einsehen, weshalb
Georg. Mon. bzw. seine Quelle sie aus dieser Verbindung gelöst hat und
in seiner Chronik, statt schon mit dem Sechstagewerk, erst mit den Söhnen
Adam.- anhebt.
Dies die Gründe dafür und dawider, daß das Kapitel von Kain und
Abel noch mit zur Sehöpfggesch. zu ziehen ist. Da diese nach meiner
\iiMeht doch nicht auf Mak. zurückgeht und das Ottobon. Fragment bereits
mit Theod. Mel. p. 10, 25 abbricht, ist für unseren Zweck an einer sicheren
Entscheidung der Frage nichts gelegen.
1) Nicht alle Verse der drei Kapitel sind berücksichtigt.
176
Schalkhausser, Makarios Maines.
geteilt und jeder derselben, den ersten ausgenommen *, mit einer
Überschrift versehen. Zahl2 und Wortlaut der Überschriften
und Abgrenzung der einzelnen Abschnitte3 sind nicht in allen
Chroniken, die die Schöpf ungsgesch. haben, ganz gleich. Im
Vind. Hist. Suppl. Gr. !>1 ist den Überschriften auch noch ein
Zahlzeichen beigefügt4.
Sehen wir uns den Inhalt der Paraphrase näher an, su
fällt uns außer der schon erörterten Verwendung fremden
Eigentums noch auf, daß die einzelnen Sätze sich nicht immer
widerspruchslos aneinander reihen und daß nicht immer ein
klarer Gedankenfortschritt zu erkennen ist, sondern Dunkel-
heiten, Widersinnigkeiten und Widersprüche sich vorfinden.
Mit einigen Beispielen sei diese Behauptung begründet.
1) Im cod. Mosqu. Syn. 2ä2 [Muralt 1. I. p. 902J hatte auch der erste
Abschnitt eine Überschrift, nämlich: tieqi iov (pioxbq. Muralt setzt sie aber
p. 902 in []. In den Prolegoraenen, wo Muralt auch den Inhalt de- llini
des Mosqu. mitteilt, heißt es p. LH: EU xtjv xoafjt07toä'av etc. 1. liegt toi
i/ioroc 12) p. 902, 4. In Anm. 12) lesen wir: Haec rubrica in cod. Mosqu.
20."» a evanuit. — Bei Polyd. hat der erste Abschn. die Überschrift: Tlgoolfiiov.
2) Bei Theod. Mel. sind es 19, da der erste Abschn. keine besondere
Überschrift hat [nebenbei sei bemerkt, daß im cod. Gr. Mouac. 218. nach
dem Tafel den Theod. Mel. herausgab, die Kapitelüberschriften nicht, wie
bei Tafel, am Rande, sondern über ihren Abschnitten stehen und entweder
eine Zeile für sich bilden oder den Rest der vorhergehenden Zeile ausfüllen];
bei Polyd. 20, wenn man die Überschrift des ersten Abschnittes, nQOoifiiov,
mitzählt; im Mosquensis 19, falls die des ersten Stückes: liegt xov (ptorbg
eingerechnet wird. Die Überschrift: Uegi lijq fsrjQäq . . . yijg fehlt im Mosqu.
Im Yind. Hist. Suppl. Gr. 91 binden sich 19 Überschriften, wenn die: lh'/i
rov Kcüv xal "AßsX außer Betracht bleibt. Der erste Abschnitt hat keine
eigene Überschrift.
3) In der Abgrenzung der Kapp, stimmen Th. Mel., Polyd. und Vind.
mit einander überein. Der Mosqu. dagegen weicht in ihr von den übrigen
Chroniken einigemal ab.
4) Jedoch leidet die Art, wie die Zählung geschieht, an einer gewissen
Unklarheit. Beim 1. Kapitel findet sich überhaupt keine Zahl. Beim 2.
steht neben der Überschrift einfach : ß' . Beim 3. heißt es: tjpisQa ;.". beim
4.: 1/fj.eQic /T , beim 5: rifisga zezaQtij, beim 6.: tj/zega €', beim 7.: rjfisQa c .
beim 8.: rj £ [was rjfXEQa £' bedeutet, aber unrichtig ist], beim 9.: Jj 7,. beim
10.: ijftt'oa fi, beim 11. steht bloß: 7; beim 12.: r«, beim 13.: f.-i , beim
14.: ty beim 15.: ~'l, beim 16. heißt es: x le [= xeif<t/.ij te], beim 17.
bloß : 7_c, beim 18.: xe /"£, beim 19.: x 77/, beim 20. nur : <§ und beim
21. [Gesch. von Kain u. AbelJ: xh x:
[1,3. Mak. Magnes nicht Verfasser d. „Schöpfungsgesch.". 177
P. 1,8 [ich zitiere nach Theod. Mel., ed. Tafel] wird gesagt:
Tclvttjq [sc. yrjg] yaQ Ix ///} ovroav vjcoötccöijq örjXov, ort xal vä tr
avrtf, während vorher mit keinem Worte bemerkt ist, daß die
Erde oder das auf Erden Befindliche aus dem Nichts hervor-
gegangen sei. P. 2,2 — 3 ist eine Stelle aus der Kleinen Genesis,
die bei Polyd. fehlt. Daß sie eine Interpolation ist. ist augen-
scheinlich. Denn erstens wird durch sie der Fortschritt vom
Schlüsse des ersten Abschnittes: „Dies geschah am ersten
Schöpfungstage'1 zum Anfang des zweiten Abschnittes: „Am
zweiten Tage hinwiederum usw." zerstört. Zweitens steht der
Gedanke in ihr in Widerspruch mit p. 1,15 sqq. P. 1,15 sqq.
wird vorausgesetzt, daß die Eugelchöre und die himmlischen
Heerscharen schon vor der Entstehung des xoofiog da waren.
Im Zitate aus der Kleinen Genesis dagegen wird behauptet,
sie wären erst am ersten Tage, geschaffen worden. Auch das
ovv im Zitate, das in den Zusammenhang nicht paßt, verrät,
dal.) die Stelle eine nachträgliche Zutat ist.
Nach p. "2,6 wurde der ovgavog [= özegtcofia] am zweiten
Tage geschaffen, nach p. 1,9 sqq. war er bereits vor dem Erden-
lichte, demnach schon am ersten Tage vorhanden. P. 2,8 sq.
liegt in den Worten: öia xi]v tpvöcv to>v v3teQxsL(isva)v rj xal
vjroxiij/i -vor cAiiTor )j.ttijV ovöav xai <ln<c/<cr ein Widersinn.
Denn nur tue Natur der oberen Wasser ist „/ktt/} xal agaux",
nicht aber die der unteren. Bei Basileios, der hier verwertet
wurde, ist nur von dem „Oberen" [ra, vjceQxsifieva ohne rAcrc]
die Rede (s. oben S. 146). Dagegen finden sich bei Gregor
von Nyssa in der „Apologia in hexaemeron" (s. oben S. 14(>) die
oberen und unteren WTasser neben einander genannt, jedoch
in einem Zusammenhange, in dem nicht der Name c>Ttoh<<)tnt
erklärt, sondern nur gesagt wird, daß das OrsgecDfca zwischen
den oberen und unteren Wassern sich befinde. Der Widersinn
ist also durch die gedankenlos*; Zusammenschweißung zweier
verschiedenen Kontexten entnommener Kirchenväterstellen ent-
standen. Ähnliches möchte man bei dem folgenden Satze p. 2,9 sq.:
ovQavog dt [sc. txZtfdT) tb 6i]/j,iovQyi](ia] öiä zo xaftoQaö&at
xqojiov ötQQttoc rrrln xetpalrjs r\xXmy,ivov vermuten. Da er
so, wie er lautet, nicht verständlich ist, könnte man annehmen,
dal.'» zweierlei in ihm vermengt sei: die Behauptung des Basileios,
daß der Himmel ovQavoq heiße „öiä tu xad-ogäcQ-ai"" (s. oben
S. 147) und die in dem Zusammenhange, wo vom <>r: gicofia
Texte H. i Dtersnchungen etc. 31 i L2
178 Schalkhausser, Makarios Magnes.
die Rede ist, in Prokops Gen. -Kommentar angeführte Bibel-
stelle: 'ExteIvmv top ovqccvov cogsl Ösqqiv [Ps. 103,2] (s. oben
S. 147). Da aber hierbei v.-rty xsgxzZrjg fjxlcofievov unerklärt
bliebe, so ist es wahrscheinlicher, daß die zweite Hälfte des
Satzes [Th. Mel. p. 2, 10] durch Verkürzung aus Basil. in
Hex. VIII. 180 C (s. oben S. 147) entstanden und dabei aus
äsQCc: ötQQScog und aus jtsjciXrjfisvov: rjJtXmfiivov geworden ist.
P. 3,4 muß alrlav ovdav in aivlag ovöt^ und 3,5 tr, oyiror-
(,('.]• in tvtQytTorrTor oder svegyszcöv umgeändert werden, wenu
die Stellen nicht sinnwidrig sein sollen. Bei 67](iaivofievr) 3,7
weiß man nicht, welches Subst. zu ergänzen ist; co<p£leia
würde nicht passen1. In dem Satze: Asjtrrj yag ovöa etc.
p. 3,7 wird jcsqi vrjv fjfieQav aus der Chronik des Polyd. deut-
lich: statt Tfjr muß es TQizrjv heißen (cf. Bas. in Hex. VI.
125 C, s. oben S. 150). Aber was soll xalg axrlöi bei Zejirq?
Bei Basil. steht es nicht. Vermutlich stammt es aus p. 3,11 und
ist eigener Zusatz eines Epitomators. Übrigens fällt auch p. 3,11
xalg dxrioiv auf. Bei Bas. findet es sich hier zwar (cä äxztvEQ,
s. oben S. 150), aber der Gedanke ist bei ihm anders formuliert.
P. 4, 2 scheint jtdZiv unnötig, da vorher nicht anderes an-
geführt ist, was man gleichfalls aus der Schrift erkennen kann.
Eigentümlich lautet der Satz p. 4,16: cO dt avd-Qcostog toytv
s^aiQsrov ti xaxa t/jv jcoitjöiv jcaQcc xavxa, der Mensch hat
im Verhältnis zu diesen, den Tieren, hinsichtlich des Schaffens
etwas Besonderes erlangt. Auffallend ist das aktive ütoirjöLg. Ab-
gleicht man Ps.-Basil., MPG 30, col. 40 u. col. 64 (s. oben S. 1 54),
sowie Prokop. 129Dsq. (s. oben S. 154), so sieht man, daß das
Schiefe des Ausdrucks in der Schöpfungsgesch. daher rührt, daß
hier, wie öfter, Worte, die im Originale an ganz verschiedenen
Orten stehen oder die verschiedenen Autoren angehören, un-
geschickt zusammengefügt und zu einem neuen Satze ver-
einigt wrurden. P. 4,24 — 26 ist ein Einschub aus der Kleineu
Genesis, von dem ähnliches gilt wie von p. 2,2 — 3. Abgesehen
davon, daß Polyd. die Stelle nicht hat, verrät sie sich als
Interpolation sofort dadurch, daß sie den Gedankenfortschritt
von: Ovxs yäg . . . iöoövvd(im p. 4,22 — 24 zu: 'EjcsiÖtj zoiwp
etc. p. 4,27 unterbricht. Auch würden bei Theod. Mel. und den
1) Der Mosqu. hat a>j//(xivÖLieva, der Vind. aifievbftEvov, der Kodex
des Th. Mel. aijfj.evoiA.tvio.
11.3. Mak. Magnes nicht Verfasser d. „Schöpfungsgesch.". 179
anderen Chronisten, die die Schöpfungsgeschichte haben, gar
keine 22 Werke herauskommen. Denn verschiedenes, was in
die 22 egya mit eingerechnet ist, ist bei Th. Mel. und Genossen
nicht oder bis daher nicht erwähnt, so Jtvsv/ia, vv%d-i>]fiEQOV,
jiaoddeioog etc.1. P. 4,29 — 30 ist der Ausdruck: sixova luivv/oi-
t/~/~ tot ßaOiXecoq 6fiot6zr}Toq nicht zutreffend. Der Mensch
kann ein beseeltes Abbild des Königs [sc. Gottes], aber nicht
ein Abbild der Ähnlichkeit des Königs sein. Der Widersinn
erklärt sich dadurch, daß der Kompilator eine Stelle der Schrift
Gregors von Nyssa: Iltn) xaraöxsvrjq dvd-Qcojtov Kap. 4'2 hier
benützte, etwas umgestaltete und dabei ungeschickt zu Werke
ging. Aus Greg. v. Xyssa, der nicht einfach tov ßaotksatq,
sondern tov ßaOiXswq vor jcavroq hat. wird auch deutlich,
daß Polyd. mit seinem jca/ißaöi/Lsmq das Richtige bietet. Da
p. 4,27 vom Menschen gesagt ist, er sei als ßaöiXsvq in die Welt
eingeführt worden, kann p. 4, 30 Gott nicht auch nur als ßaöiXsvq
bezeichnet sein.
Ähnlich wie mit p. 4, 29 sq. verhält es sich mit p. 4, 33 sq. : o
av&QOJjcoq T)ti- rrn<>~ ttjv jiqojtotvjcov sixova o/ioiotrjra öiaüco^ei.
Daß hier etwas nicht ganz in Ordnung ist, zeigt die Ver-
schiedenheit der Lesarten. Th. Mel. hat .t(>o-- t//i\ in den
übrigen Croniken steht jtQoq rö. Bei Th., im Ämbr., Mosqu.
und Yind. liest man sixova Ofioiorrfta, Hardt setzt xal zwischen
Eixova und ofioiorrjxa, der Brixiensis hat eixova Of/oiorrjTi.
Der Kompilator hat auch hier Stellen aus Gregor von Xyssa
(s. oben S. 156 f.) verwertet, ist aber nicht beim ursprünglichen
Wortlaute geblieben, und so kam es zu einem schiefen Gedanken
oder wenigstens zu einer schiefen und schwankenden Aus-
drucksweise. Zu beachten ist, daß Greg, von Xyssa in den
angeführten Stellen jcoaytOTVJiov als Hauptwort gebraucht und
daß eixcov bei ihm auf den Menschen sich bezieht und Abbild
bedeutet3.
Kecht anklar ist p. ."),3 — 5: Ka\ xatä tovtov tov Xoyov xca
XELQmv d-sov h'oyov o av&Qcojtoq ötä ri> tl/iiov xrjq xaraöxsvrjq'
ßovXrjq yäo svioysia to %av. Im ganzen Satze steht kein
1 \ gl. ( i. Synkeilos, ex rec. Guil. Dindorfii, [., Bonnae 1829, |>. .">, l'— Ki.
2) S. die Stelle oben S. 157.
3) Der Ausdruck ngtoxÖTWiog elxcav findet sich in Bezug auf Gott
gebraucht bei hfethod., ed. Bonw., p. 125, 14 sq. (s. oben S. L56
r_>*
180
Schalkhausser, Makarios Magnes.
Verbum. Das zweimalige xal ist auffallend. \u\ gibt keinen
rechten Sinn. Der Mensch ist ein Werk der Hände Gottes
und darin besteht das Ehrenvolle seiner Zubereitung. Aber
was soll heißen: Wegen des Ehrenvollen seiner Zubereitung ist
der Mensch ein Werk der Hände Gottes? Ferner ist nicht er-
sichtlich, warum hier noch einmal der nßovXrju gedacht wird, von
der schon p. 4,16 die Rede war. Endlich was soll yäg und jtäv?
Der Ausdruck: Der Mensch ist „SQyov freicov xsiqcSv" findet sich
bei Basil. (s. oben S. 159) und anderen. Das übrige erklärt
sich vielleicht als Verkürzung und Entstellung aus Meth.
p. 123, 9 sqq. (s. oben S. 158) und Ps. Basil. (s. oben S. 159), wo
wir nxaxeöx£vaoxaiu und „diä xr\v xi/ifjva, wie Kedrenos hier statt
„öia xo Ttitior" hat, lesen. Beim gleichen Ps.-Basil. ist (s. oben
S. 159) übrigens vom „xi/iiovu des Menschen und der „ßovZrja
Gottes nebeneinander die Rede1.
P. 5, 15 steht ovv, ohne daß eine Folgerung vorliegt. Daß
nach yniuf /) hier und p. 5,30 das Yerbum <( ijo) fehlt, kann daher
kommen, daß es, wie öfter in Hss., in r/// verkürzt war und daher
nach yoa<fij als Wiederholung der zweiten Silbe von yocq / auge-
sehen und weggelassen wurde. P. 5,22 ist ysvofisvov xov Xoyov
unverständlich. Ich vermag die Quelle, aus der sich der Fehler er-
klären und verbessern ließe, nicht nachzuweisen. P. 5, 28 ist die
Redeweise: dia xrjv jtQoe toi- avd-QOJtov xifirjv eigentümlich. Vgl.
Prok. 157 C (s. oben S. 161). Unbeholfen ausgedrückt ist
p. 6,1 sq.: 'Ogäv ovv rjv xal trr^ctthr xrjv Tiin)r riß- turr. rcrrc
xov av&Q(D3iov, fjv zöyev 13. avxrjc, t/j~ yEviostag. Das ovv ließe
sich zur Not rechtfertigen, auch das r\v, obwohl man lieber mit
anderen Mss. toxlr liest. Aber wie ist fisra. xavxa zu verstehen?
Und welchen Sinn hat: „Die Ehre, die der Mensch infolge [oder
seit] seiner Entstehung selbst besaß?" Was der Satz ungefähr
besagen will, kann man aus Severian, PG 56.480 (s. oben S. 161)
entnehmen. P. 6,25 ist r/} axoQtöxcp xrjc, Ihic.j f/dovrjc, xe-
QitOJia dunkel. Die Stelle wird deutlicher, wenn man liest:
T/} dxOQEOXm T//J 0-£aq tjÖOVfj Jl£Ql£6X(Z.
P. 7,4 fc.T5 evsQyeöla, zum Zwecke einer Wohltat. Aber in-
wiefern das Geben des Gesetzes eine Wohltat war, wird nicht
ausgeführt. Denn, was kommt, kann nicht wohl als eine Er-
1) Vgl. Th. Mel. 4. 1(1 sq. und die oben S. 154 dazu mitgeteilten
Belege.
11.3. Mak. Magnes nicht Verfasser d. „Schöpfungsgesch.". 181
läuterung der Behauptung, daß der göttliche Auftrag für den
Menschen eine Wohltat sein sollte, angesehen werden. Folglich
müssen wir hier, wie öfter in der Schöpfungsgesch., eine Lücke
oder eine Verkürzung annehmen. Am ersten erklärt sich
;.r' ;noy !:<>!('. vielleicht aus Philon T p. 86, 10 sqq. (s. oben
S. 1(53). P. 7,11 — 13 birgt einen Widersinn in sich. Die zwei
Sätze: .1 /./.<) in) . . . xovtjqov und: Ov ya.Q . . rt rp> stehen nicht
im Kausalverhältnisse zu eiuauder. Offenbar sind hier zwei
ganz verschiedene Verwahrungen, die die Kirchenväter in
ihren Erörterungen über den Baum der Erkenntnis haben,
mit einander verbunden, nämlich die: „Meine niemand, daß der
Baum der Erkenntnis so hieß, weil er durch seine Natur zur
Erkenntnis von Gut und Böse verhelfen konnte'', und die andere:
„Meine niemand, daß das Gebot, der Mensch solle nicht vom
Baume der Erkenntnis essen, um deswillen gegeben wurde,
weil der Baum an sich schädlich war und giftige Früchte
trug". Jenen Gedanken spricht Severian, PG 56,488 sq. aus
(s. oben S. 165). Dieser: „Im Paradiese war nichts Schäd-
liches," der in unserer Schöpfungsgesch. nicht in den Zu-
sammenhang paßt und auch nicht weiter benützt wird, findet
sich z. B. bei Epiph. und Gregor von Nazianz (s. oben
S. 165). Nicht näher ausgeführt wird ferner, warum der
Baum, obwohl es nicht in seiner Natur lag, die Erkenntnis
von Gut und Böse zu gewähren, trotzdem Baum der Erkenntnis
genannt wird. Wie der Satz: Ov yag 6ij etc. p. 7,12, so unter-
bricht auch der: °Ogog de STtfry etc. p. 7,13 störend die Aus-
einandersetzung darüber, daß der Mensch die sittliche Erkenntnis
nicht erst durch den Baum erlaugte, sondern schon vorher
besaß. Wenn p. 7, 17 sqq. bemerkt ist, das Gebot, nicht vom
Baume der Erk. zu essen, wurde nur deswegen gegeben, damit
dir Mensch wisse, er stehe unter einem Herrn, so stimmt das
zwar mit p. 7,5, aber wie es sich mit p. 7,13 verträgt, ist
nicht deutlich gemacht.
Daß p. 8,8 — 11 spätere Zutat ist, sieht man aus Polyd.,
wo die Stelle fehlt. Audi fügt sie sich nicht in den Kontext.
P. 8,8— 9 stammt aus der Kleinen Genesis. Die Bemerkung,
daß die Tiere früher redeten und erst nach der Verurteilung
Adams verstummten, soll offenbar erklären, wie es kommt,
daß die Schlange mit E\ a sprechen konnte. Nur steht diese Be-
merkung im Widerspruch mit p. 8,4 8, wo nach Philon (s. oben
182 Schalkhausser, Makarios Magnest
S. 167 f.) ausgeführt ist, daß die Schiauge nicht im eigentlichen
Sinne redete, sondern die ersten Menschen feinere Sinne hatten,
als wir besitzen. Im Buche der Jubiläen [= Kleine Gen.]
findet sich übrigens die erwähnte Bemerkung erst da, wo
erzählt ist, daß Adam und Eva aus dem Garten vertrieben
wurden. Daß die Stelle p. 8,9 — 11, die auf Josephos zurück-
geht (s. oben S. 131 Anm. 3), ein Einschub ist, ergibt sich
daraus, daß nicht jetzt schon, sondern erst p. 9,26 von der Strafe
der Schlange die Rede ist und sein soll.
Im Abschnitte p. 10,3 — 10 bleibt auch dann, wenn man das
bei Polydeukes fehlende: Tlvoq h'hxtv . . . /itc'jvov p. 10,3 — 4
als Randglosse betrachtet, die durch ein Versehen in den Text
gedrungen ist (s. oben S. 170), und statt siQTjfitvov mit
Polyd. ex t(~)v eIqtj(iev€ov liest, doch noch eine gewisse Un-
klarheit in der Aufeinanderfolge der Gedanken zurück. Denn
die Erklärung knüpft dann zunächst an den Schluß des
p. 9,31 — 10,3 mitgeteilten Bibelzitats an und hebt hervor: „Man
sieht aus dem Gesagten, daß der Mensch auch nach dem
Sündenfalle hätte ewig leben können, wenn er vom Lebens-
baum gekostet hätte." Da der nächste Satz mit öib beginnt,
erwartet man nun den Gedanken: „Damit dies nicht geschehe,
damit der Mensch nicht vom Baume des Lebens esse und
ewiglich lebe, hat ihn Gott aus dem Paradiese vertrieben."
Statt dessen kommt die Stelle von den Fellkleidern und deren
Deutung. Daß dies eine Inkonzinnität ist, hat schon der Urheber
der Rezension, die dem Texte des Leon Grammatikos hier zu
Grunde liegt, gefühlt. Er fügt darum ein: zov jtaoaösioov
sgoöTQaxi&Tai etc.1, ohne daß es ihm gelungen wäre, alles
Harte in der Verbindung der Gedanken damit zu beseitigen-.
Vgl. auch das zu p. 10, 17 sqq. Bemerkte.
P. 10,8 sq. gibt aucb zov Xoyov r/}-- zcöv Z.c)c>r vexqozi]ZO%
keinen rechten Sinn. Ich vermute, daß es ursprünglich: djto
zrjg t<~)v aXoycov ^cocov vsxQotrjtog geheißen hat. Denn Meth.,
ed. Bonw., p. 136, 6 sq. lesen wir (s. oben S. 171): /irj eivat zovq
ösQfiazlvovg yizmvac, za öco/iaza, aXXä t/)i- cuio zov a Xoyov
zcöv Zc'jcj)' vsxQOzrjza xazEGxevaöfiEvrjv, wobei zu r.rro zov
1) Cf. Leonis Grammatici chronographia. Ex rec. Imm. Bekkeri.
Bonnae 1842, p. 3, 4 sq.
2 Cf. die zwei Absichtssätze 1. 1. p. 3, 3 — 5.
11,3. Male. Magnes Qichl Verfasser d. ,.Schö|>fungsgesch." 183
dloyov als abweichende Lesarten (rmv) dXoyoav und ajto vov
Xoyov angegeben sind. Und bei Greg, von Xyssa findet sich
in der Orat. catechet. cap. 8 die Stelle: ex trjq t<ov dXoycov
qpvGscoq ij vsxQorrjg xeqiete&ii etc. (s. oben S. 172).
(bei- trjQ öeöecoq p. 10,9 s. oben S. 141 Anm. 1. In dem
Abschnitte p. 10.11 — 17 ist noch einmal vom göttlichen Eben-
bilde des Menschen die Rede und als Merkmal desselben die
Erkenntnis von Gut und Böse bezeichnet. P. 4, 28 sqq. wurde
eine andere Erklärung dos göttlichen Ebenbildes gegeben. Die
Differenz wird begreiflich, wenn man bedenkt, daß p. 4, 28 sqq.
Gregor von Nyssa, p. 10,16 sq. Theodoret (s. oben S. 172) ver-
wertet ist. Auch dessen, daß die Protoplasten bereits vor dem
göttlichen Verbote die Erkenntnis von Gut und Böse besaßen,
war in der Schöpfungsgesch. schon einmal gedacht worden,
nämlich p. 7, 15 sqq., ohne daß da jedoch, wie p. 10, 15 sqq.,
der Besitz solcher Erkenntnis aus dem göttlichen Ebenbilde
des Menschen hergeleitet wäre.
Der mit öio beginnende Satz p. 10, 17 sqq. paßt nicht zum
Vorhergehenden. Denn er bringt keine Folgerung daraus.
Eher scheint er nach §vZov p. 10, 6 am Platze zu seiu und für
diesen Zusammenhang [p. 10,6] sich besser zu eignen als was
jetzt p. 10,6 — 10 steht. Das Schlimme ist nur, daß, wenn man
unseren Satz [p. 10, 17 sqq.] dort p. 10,6 einfügen wollte, der Ab-
schnitt p. 10,6 — 10, der auch mit öio iva ;//) anfängt und gleich-
falls angibt, was geschah, damit der Mensch nicht ein xaxbv
dd-dvaxov würde, diese Absicht jedoch durch ein anderes als
das p. 10,19 genannte Mittel erreicht sein läßt, ganz in der Luft
hinge. Der Kompilator hat verschiedene Quellen benützt und
es nicht verstanden, deren Aussagen harmonisch miteinander
zu verbinden. In unserem Falle standen ihm, da die Fell-
kleider auf die vEXQorrjg des Menschen gedeutet werden, die
beiden Gedanken zur Vorfügung: Der Mensch mit Sterblich-
keit angetan, damit er nicht ein x<:x<)r dd-dvaxov sei und:
Der Mensch aus dem Paradiese getrieben, damit er nicht vom
Lebensbaume esse und ein xaxog d&dvaxog werde. Diese
beiden Gedanken sind nicht in die rechte Beziehung zu ein-
ander gebracht, sondern einfach hingeschrieben, der eine früher,
der andere später, jeder mit öio eingeleitel und trotzdem jeder
an Aussagen angeschlossen, zu denen er nicht im Verhältnisse
der Folge steht.
184 Schalkhausser, Makarios Magnes.
Die angeführten Beispiele genügen, um zu zeigeu, daß
die Schöpfungsgeschichte [Theod. Mel. p. 1 — 11,7] an Un-
klarheiten und Unebenheiten leidet und die Ordnung der Ge-
danken in ihr zu wünschen übrig läßt. Und zwar gilt dies
auch dann, wenn man die Interpolationen und Textverderbnisse,
die sich nur in einem Teile der Chroniken finden, außer
Betracht läßt. Auf die handschriftliche Überlieferung oder die
Nachlässigkeit der Abschreiber können die Mängel der Kom-
position, die die Schöpfungsgeschichte aufweist1, nicht alle
geschoben werden. Sie fallen zum größten Teile den Urhebern
oder dem Urheber des schöpfungsgeschichtlichen Abrisses selbst
zur Last2. Ihren Grund haben sie darin, daß in der Schöpfungs-
geschichte meist fremdes Gut verarbeitet ist und die Ver-
arbeitung nicht immer in geschickter Weise geschah. Manche
Undeutlichkeiten und Ungereimtheiten sind durch sinnwidrige
Verkürzung des Textes der Quellen entstanden.
Als Eigentum des Mak., der in seinen Ausführungen, so
sehr er auch in die Fußstapfen Früherer tritt, doch seine
Gedanken in seiner Weise vorträgt, kann darum die Schöpfungs-
geschichte nicht betrachtet werden 3. Mir scheint, daß in ihr
überhaupt nicht das selbständig gearbeitete Werk eines
Mannes vorliegt. Vielmehr deutet alles, insbesondere die vielen
Entlehnungen aus Kirchenväterschriften und die mangelhafte
Gedankenverbindung, darauf hin, daß wir in ihr eine Art
Florileg vor uns haben, wie deren in der spätgriechischen
1) In der Erzählung von Kain und Abel, Tb. Mel. p. 11,9 — 14.2,
treten sie nocb mehr zutage.
2) Dies geht schon daraus hervor, daß uns die xoOfionoua iu ver-
schiedenen, zum Teil auf alten Hss. beruhenden Rezensionen erhalten ist
und die Mängel auch in den Partien erscheinen, in denen die Rezensionen
übereinstimmen.
3) Tillemont [cf. Fabr., Del. argum., Hamb. 1725, p. <>9 sq.] hielt die
Schöpfgsgesch., von der ihm nur der Teil bekannt war, der im Ottobonianus
steht [= Th. Mel. p. 4, 12 — 10, 25], nicht, wie Crus. u. a., für ein Stück aus
den nämlichen Homilien des Mak. zur Gen., aus denen das Fragment:
yE7i£ii)li . . . yiTiöra [Vat. Fragment] stammt, sondern für ein von ihnen
verschiedenes Elaborat des Mak. An seiner Annahme ist soviel richtig,
daß das Vatik. und das Ottobon. Fragment nicht als Bruchstücke eines
und desselben größeren Ganzen angesehen werden können. Aber dagegen,
das Ottob. Fragment als ein, wenn auch drittes, Werk des Mak. gelten
zu lassen, sprechen sämtliche in der vorliegenden Abhandlung unter 11, 3
[S. 130 — 184] mitgeteilten Argumente.
11,3. M:ik. Magnes nicht Verfasser d. „Schöpfungsgesch.". 135
und byzantinischen Zeit so manche ans Licht traten. Auf ein
Florileg deuten auch die Überschriften hin, die in der Schöp-
fungsgeschichte über den einzelnen Kapiteln stehen. Einige
dieser Überschriften berühren sich mit solchen in den Sacra
Parallela des Jo. Damaskenos1, so: IIbqI d-aZdöörjg, Polyd. ed.
Hardt p. 10,6 [üsqI rijs (rakaOGrjg Theod. Mel. p. 2, 11] mit:
Iho) S-aAdö67]Q PG 96, 45; Ueol t<dv xttjjwv xal tmv Otjqicov
Th. M. p. 3, 25 mit: Ilio) xrijvmv xal xQovoiag avrcSv PG
96,80; JIio) trjc; xaraöxevrjg tov avd-QWütov Th. M. p. 4, 12
mit: üeol r//- tov difd-Qmjcov jcAdöemg xc) xaraöxsvijs 1*0 95,
10!)7 und endlich: üeol tov öiaßoXov xal tov 6g)sa>g Th. M.
p. 7, 24 mit: Ihn) diaßoXov rfroi Saxavä xal öaifiovmv PG
95, 1405.
Vermutlich ist die Schöpfungsgeschichte aus einem Sammel-
werke, in dem zu den einzelnen Versen der drei ersten Kapitel
der Genesis unter gewissen Überschriften Stellen aus Kirchen-
vätern aneinandergereiht waren, im Laufe der Zeit dadurch
entstanden, daß die Autorennamen weggelassen, die Texte
verkürzt und umgeformt2 und dazwischen Übergänge hergestellt
wurden.
Wir sind mit unserer Untersuchung über das zweite Werk,
das dem Mak. Magnes zugeschrieben wird, zu Ende. Sie hat
zu dem Resultate geführt, daß der Text des Ottobonianischen
Fragments [Ottob. Nr. 268, f. 75 v— 81 = Brix. B. VII, 7
f. 11 r — 17v] und somit der der ganzen Schöpfungsgeschichte
[Theod. Mel. p. 1 — 11,7] nicht vom Verfasser des Apokritikos
herrühren kann. Ihm verbleibt von den Homilien zur Genesis
nur jenes kleine Bruchstück, das uns im Vat. 2022 f. 236 er-
halten ist [s. oben S. 121] und von dem sich eine Kopie auch
im Ottob. 268 f. 73v findet.
1) CT. den Text der Sacra Parallela des Jo. Dam. bei Magne, Patrol.
Gr. T. 95, L033sqq. and T. 96, 9—442.
2) Vgl. auch K. Praeehter, „Unbeachtete Philonfragmente" im Archn
für Gesch. der Philosophie Bd. IX, N.F.II.Bd. L896. p.423 und „Eine
unbeachtete Quelle in den A.nfangskapiteln des Zonaras", Byz. Z. VI. 181)7
I». 514.
186
Schalkhausser, Makarios Magnes.
Anhang.
Der Text des Ottobonianischen Fragments nach «lern
Manuscript des Magnus Crusius.
Das Ottob. Fragment, das, falls unsere Beweisführung
die Probe hält, für Mak. nicht mehr in Betracht kommt, ist
als solches noch nicht gedruckt. Ich halte es darum für
zweckmäßig, anhangsweise den vollen Text dieses Fragments
mit seinen Fehlern nach dem Ms. des Crusius [Brix. B. VII. 7
f 11 r — 17v] mitzuteilen, damit auch andere die im II. Teile meiner
Abhandlung ausgesprochenen Behauptungen prüfen können.
Damit ferner das Verhältnis, in dem der Text des cod.
Ottobon. zu dem anderer Rezensionen steht, bequemer zu er-
kennen sei, habe ich aus den teils gedruckten, teils un-
gedruckten Parallelberichten, die mir zugänglich waren1, die ali-
weichenden Lesarten beigefügt-. Da auch Kedrenos aus unserer
Schöpfungsgeschichte einzelne Abschnitte, diese freilich wirr
durcheinander geworfen und mit Stellen vermengt, die aus
Synkellos und anderswoher stammen, bietet, wurde er gleich-
falls mitberücksichtiet.
Abkürzungen, die im Apparate vorkommen.
Anonymi scriptoris historia sacra ab orbe condito ad Va-
lentinianum et Valentem imperatores e veteri codi« e
Graeco [sc. dem Ambrosianus D 34 sup., niembr., 4°,
s. X — XL] descripta Jo. Bapt. Bianconi . . latine vertit
et nonnulla annotavit. Bononiae 1779.
1) Der cod. Paris. Gr. 1712, den ich einsehen wollte, weil er f6r — 12 v
den Eingang der Chronik des Symeon Logoth. und fl8vsqq. die anonyme
Chronik enthält, die die Quelle des Kedrenos bildet [cf. H. Geizer, Sextus
Jul. Afrikanus uud die byz. Chronographie, II. I. Leipz. 1885 p. 280 sqq.;
I\. Praechter, Die röm. Kaisergesch. bis auf Diokl. in c. Par. 1712 und c
Vat. 163, Byz. Z. V, 1896 p. 484 sqq.]* war a. 1905 und 1906 nicht verfügbar.
Bei verschiedenen sonstigen IIss., die die Schöpfungsgeschichte haben,
gestatteten es mir andere Umstände nicht, Einsicht in sie zu nehmen.
2) Bloße Schreibfehler wie rjdwvijq statt qdovijq a. ä. ließ ich außer
Betracht.
Text de» Ottob. Fragments nach d. Ms. d. Magnus Crusius. 187
B = Randbemerkungen von der Hand dos Magnus Crusius im
cod. Brixiensis B. VII. 7.
Crus. = Lesarten, in denen der gedruckte Text des Crus. vom
Brix. abweicht [nach den zwei Dissert. des Crus., bezw. nach
Migne, PaGr. 10, 1343 sqq. In ihnen, bezw. in MiPaGr. 10
stehen nur die Abschnitte der Schöpfungsgesch., die in den
unter dem Text stehenden Noten unter Hinweis aufPai rr. 10
und Angabe der Kolumnenzahl namhaft gemacht sind.
Ein A, B etc. hinter der Kolumnenzahl bedeutet den
betreff. Teil der Kolumne bei Migne].
G1 = Georgius Cedrenus . . ab Irara. Bekkero suppletus et
emendatus. T. I. Bonnae 1838.
Bei Kedrenos finden sich nur die Abschnitte der
Schöpfungsgesch., bei denen in den unter dem Text stehen-
den Noten eigens auf ihn hingewiesen ist.
G2 = Cod. Ven. Marc. Gr. Cl. VII, Nr. 12, chart., fol., einst
dem Kloster SS. Giovanni e Paolo gehörig, nach der
Subskription am Schlüsse von f 434 r vom Mönche Sabas
a. 1284 geschrieben [doch vgl. C. de Boor, Weiteres zur
Chronik des Skylitzes, Byz. Z. XIV, 1905, p. 428]. Er
enthält die ovvoipig Iotoquov des Georg. Kedrenos1.
L = Leouis Grammatici chronographia, ex recogn. Imm. Bekkeri.
Bonnae 1842. Beginnt erst bei: Toiwv ex rmv uqij-
fievcov Theod. Mel. p. 10, 4.
M = Schöpfungsgesch. des cod. Mosquensis Synodalis Nr. 252
f. 205 r— 208 r nach: E. de Muralto, Georgii Monachi
chronicon, Petropoli 1859, p. 902 sqq. [Verz. der errata
zu beachten].
1) Im Sept. 1!)05 in Venedig von mir eingesehen. Die ersten Blätter
des Kodex, also gerad. ■ die, die für die Schöpfungsgesch. in Betracht
kommen, sind nicht mehr ganz. Es sind Stücke von ihnen weggerissen.
Ich habe nur die Stellen verglichen, die aus der Schöpfungsgesch., wie
sie bei Theod. Mel. und Genossen sich findet, herrühren, ohne dabei mir
zu notieren, welche Worte dieser Stellen im Kodex um deswillen fehlen,
weil das betreffende Blattstück nicht mein- vorhanden ist. — Von Interesse
ist vielleieln noch, wenn ich zu Cedr., ed. Bekker I. )> 1".'. 1 s<|.|. bemerke,
daß, in unserem Kodes nach tixvoiq elaiv [Cedr. ed. Bekker ]>. 11,22]
eine neue Zeile beginnt mit den Worten: <Pikamixoq \'l' groß und ro1
ir.. die letzten Buchstaben des Namens nichl ganz deutlich] b olöijq
iv n>> xq töfito irjq iQiaxiavvxr\q lazoQtaq tovzo Xeyet' ort tivhq £x <
Aöiiicu und nun weiter wie Cedr., eJ. Bekkeri. p. 12, 1 sqq.
188
Schalkhausser, Makarios Magnes.
Mcod. = Lesarten, in denen der Mosqu. von dem bei Muralt
gedruckten Texte abweicht.
P = Julii Pollucis historia physica seu chronicon . . Ed. . . ab
Ign. Hardt. Monachii et Lipsiae 1792.
T = Theodosii Meliteni qui fertur chronographia. Ed. Th. L.
Fr. Tafel. Mon. 1859.
V = Cod. Hist. Suppl. Gr. 91 der k. k. Hof bibliothek in Wien,
chart., saec. 14., 310 numerierte Blätter1. Der Kodex
ist von verschiedenen Händen geschrieben. Maße der
Hs.: 19X13 cm, der beschriebenen Fläche: 14,8X11 cm.
F 16r — 58v steht eine Chronik, f. 16r — 22r die Schöp-
fungsgesch. [die Erzählung von Kain und Abel ab-
gerechnet]. Über den mannigfaltigen Inhalt der Hs. vgl. :
Adami Fr. Kollarii de bibl. Caes. Yindob. supplemen-
torum 1. I. posthumus. Vind. 1790, Nr. 127, Kol. 736—747.
+ = addit, addunt.
> = omittit, omittunt.
Fra^menta
excerpta ex Macarii Magnetis Commeutario in Genesin ex
Codice MS. Cardinalis Ottoboni Num. R. VIII. 54.
Iltol tv/u.- tov 'Aöafi dtji/toroyiaS2.
Ti yaQ (f)jGiv )) freia yQcuf/)' „Kai3 tijrtr 6 9-sog, .701 //-
Ocotusv xbv ai&Qoojzov xar slxova fjfisTSQav xal xad-' OfJoiatOiv.
xal aQxerco t.ir) xcov iy&vcov tFjj: 9-aXdöörjg, xal t<~>v rrhTnr<~)r
otov qvqccvov, xcu T(~)V {rfjQicov xcu Jtäörjg r/y- yt^-1" Kai t<c4
1) Im Sept. 1905 in der k. Staatsbibliothek zu München von mir
eingesehen.
2) Steht auch PaGr 10, 1392 B [Crusius].
3) Gen. 1,26.
4) Kai rcc pir . . . na^i/xTca steht PaGr 10, 1392 B; Kai ra fihv
sveQysia vb näv steht PaGr 10, 1397 BCD [Crusius].
1 tceqI Trjq xaztxaxsv^q vov avd-gcönov AM [in M jedoch schon vor
tneidtj 6h Xoinbv Theod. Mel. p. 4,5] PTV — 2 d-eia > AMPTV —
b > P — 3 xbv > AMPTV — 4 &Q'/hajaav AMPTV — btl >
AMPTV — 5 hinter 9-t]Qia>v -\- nör xrrjväiv A: -\- xal ti~>v xT^rJjy P
Text des Ottob. Fragments nach d. Ms. d. Magnus Crusius. 189
idr aXXa xriöfieva Qtj/ian uöro jiaQtjxrai. o 61 av&Qomoc
föyj-r sgaiQEzov ti xaxa r>)f xoirjOiv üiaga TavTa. ßovXrjg yag
jcQorjyiaOfiEirqq kxTiöJh], iva ex tovtov (^yjht otljceq xriofia
zlftiov vjzaQxei. to yag1, rrou'/Goit: >■ avfrga)Jzoi> yj'.r eixova
fjftSTEQav x<u xafr' ofiolmöiv, ovöev %TEgov öeIxvvöiv, // oti .">
ÖVflßovXm tyo i'/Ck cto Q rrartjU to ftovoyEVEl error rrp vup L~t}
rt'j tovtov xaxaöXEt^fj, to „dszavyaöfia2 r/}_- rfogjyc", xaxa tov
djtoözoXov, „xal yagaxxrjg r/y- vjtoöTaOEOJC avrovu. Ovte yag
evrjv ev aXXca tlvi övfißovXcp xExgrjö&ai, /] t<~> tpövri xa\
vjcoototöj arror Xoycp, Ttp ajtaoaXXaxTco avxov xax et- 10
xova xal o/ioiatöiv, xal loodvvdfim. 'EzzEidr]3 to'lwv, cog
ho/jtci, ßaöiXsvq Söjceg Elgqx&rj tr xoöfioi o ävd-gmjtog,
sixoxmg xal xax7 Eixova 9-eov yEryEVvrßai. eöei yag xov
(isXXovra uoyjiv xmv aXXatv möJCEQ xiva Eixova i'inrryoi-
Trjq ror ß( cot Xsco g OfiOiOTTjTOQ, ovx EV Jiogq. vgidi xtu axrjJt- 15
to(>> xi'j diaörjuaTi xtjv ägiav Efiopaivovxi. ejieI (irjtih to
doy/rr.yov hv xovxotg fjv, aXX kr rot xExoöfiElöd-at Tip' aq>d-ag-
1 Hinter u'tJ.u -\- navza A.MPT, TiäiT« fehlt V — xxiofiaxa A M PTN .
ferner Crusius cf. PaGr 10,1392 B, 1397 B — JCaQrjx^n AMPT, naQqxtaiV
— 3 ngotjyijoafiirijc AMPTV, TCQOfjyovfisv^q Crus. cf. PaGr 10, 1397 B —
ix TMS V — 'hr/jh, AMPTV und Crus. cf. PaGr 10, 1397 B — 4 ziftibv ti
%orj(ia statt xzio/ia zl/itov AMPTV — 6 fiovoyevfj APV — rw > AMPTV
— 7 xttxaaxeveZV — xw aitavyaofjuxxi . . . %aoaxxri0i AMPT\ und Crus. ct.
PaGr. 10, 1397 BC; oq iaxi xb ccTCavyaOfia . . Crus. cf. PaGr 10, 1389 C —
8 Ovxt . . . laoövv«(ito > Crus. cf. PaGr 10, 1397* ' — 9 alvrjv statt ivr\v V —
t'v > AMPTV u. 'Crus. cf. PaGr 10, 1389 C — a/./.o V — ovfißovXq)
tivi T; xivl avßßovkw APV: r/r? avjxßovXw ztvl M — xal %QEio&ai \
— 10 ivvnooxäxtp AMPTV: vnoaxaxtxm Crus. cf. PaGr 10, (1347 A.
1376 A) 1389 BC — avxov vor xax > A MPTV — 11 bfioovoita A M PTV -
hinter laoövväfim -\- Eueoat ovo .... taxwß MTV (aus Kleiner Genesis]
— vor ineiSfj . . . die Überschrift: sig tu y.r.d etxövct A MPTV — yag statt
zoivwG^-G2 — 12 toq eiqtjzcci > G'GJ — ßaoiXsvq dtoTtSQ auch Crus.. anrichtig
(öoTity ßaaikevq PaGr W. 1397 C — tiqotjx&ij G1 G- — iv riö xoa/ita GJGJ
— 13 hinter elxöxcoq -\- ovr M — xa) > G'G- — &eov > P — ysyivvtjxat
auch Crus. [unrichtig PaGr 10, 1397 C ye yevtixai] ; yeyevTjxai AG-'.MPTV
— 14 SqxVv V — hinter elxbva -\- elvat A G ' G'-'M PT V 1 5 vca/ißaai-
kt'cuc A(!!G-I' — hinter bfxoiöxrjxog -j~ anoXaveiv Crus. cf. PaGr 10,
1397 C — KI ipupaivovxa AG'MPT. ifjupaivovxi (iL'V thteidrt M —
fiTjShv V — 17 i'uTiy statt /,Y ACi'G-MPTV — xfxooi(^tt!h:i AtJ'PT.
xexoofieia&ai (J-'V, xoa/ista&at M — r/'t und ilie folgenden Substantivs
im Dativ \<;'<;'MPT, r//r u. die Subst. im Acc. V.
1) ro yag .... loodwccpcp slehl bei Crus., cf. PaGr l(t. 1389 C.
2) Ep. ad ffebr. 1,3.
!'> Ensidij .... ivioyeia zo näv stehl Kedrenos I 10, 16 -11,5.
190
Sehalkhausser, Makarios Magnes.
ölav xal ä&avaöiav xal ccqsttjv. Tovtoig yao Tifirjd-Eig o av-
irQCOJrOQ Tip' JlQOg tO JtQCOTOTVJtOV ElxOVa 0(tOlOT7]Tl 6iaÖ(6^6l.
sjcel dt xal avTE§ovöiori]g to ßaöiXixov xal sjtyQfisvov tTjc
ffvöscog tov äv&omxov, xal jtoog r//r 9-siav ebcova efi<psQsg
5 jcgogtpavEötatov öe'vxvvOi, xal xata tovtov tov Xoyov xal
ytLQotv 0-eov soyov 6 avd-oamog, <)ia to tifiiov trjg xaraöxsvTJg.
ßovlfjg yao evsayela to .irür. Elta itira rtjV tovtov öicuiZaöiv,
tij qvöbi, „o d-Eog1 xal öweteZsösv lr ty rjfisQg ri/ exry xa
loya avrov, jcq&tov ejiolijösv xal ijvkoyrjösv tjfieoav tr\v eßöo-
10 (irjv, xal fjylaöEV avT/))\ oti ev avtfj xarsxavösv düto t(~>v
eoywv avrov, d>v tjogaro 6 freog xoirjöai." Tlvog2 yaoiv eßöoprjv
fjfieoav rjvÄoyrjCev 6 d-sog xal ovy) tag ütaöag; oti Exdorr\ tojv
aXkcov Ix tTjc, tr avrf] ysvofiEvrjg örjiiiovQylag ioyiv Ttp' EvXoyiav.
Ijrtidt/ 61 e(ieXXev avTtj (ieveiv ayEQaotog, (irjÖEfiiäg ev avtfj
15 yBVO[iEvr}g drjfiiovQylag, tovtov yaoiv rjvZoyrjdT] xc) avT/) vjto
TOV &-EOV.
ILaXiv ovv >i yoa(f/j, „xal3 ig)vt£VöEV 6 9-sog tbv xaoaÖEiGov
2 xijv [nach TtQoq] MT, xb AG1G2M cod. PV — b/wiöxrjxa AMTV,
xal biioibxr\xa G1G2P — 3 exi statt enel AG 1G2MPTV — vor abreg. -4- ?/
AG'G-MPTV — tnrj^rjj/Litvov T — 5 npoyaveoxaxa AG1G2PTV, euipave-
oxaxa M — delxvvfftv MT — xalvor xaza > AG1G2P — 6 xltv xi/htjv G1, xb
xlfiiov AG2MPTV — 7 xal yay ßovkrjq G*G2 — iveoyEiq A. ivegyelaq P,
iveoysux G1G2MT V u. Grus. cf. PaGr 10, 1397 C — xovöe AP — 8 xl </ rjoiv
AMPTV — ?/ y(>c(<f}j AMPT, b Q-ebq V — hinter ovvexeXeasv 4- b Sebq
AMPT, dies b d-ebq fehlt V ■ — ev > M — 9 statt tcqwxov haben: a
inoä/oe [-ev V], xal xazenavasv ev xy yߣQ(x xy eßöofiy anb 7tävzatv
Xiöv tyyojv avrov, tav MTV. bloß u bis eßdbfi.% haben AP — thtoirjGt
TV, snoirjoev > AP — rjvkoyijoe TV, evkbyijas P, evkoyijasv AM —
ZTjV rjfi&Qav AMPTV — 10 f/.vxyv > T — hinter anb -\- tii'.vt^v AP TV,
Ttävxüjv fehlt M — 11 vor Tlvoq die Überschrift: neo) vov aaßßarov
AMPTV - Tlvoq 61 GlG- — ryr eßö. )](i. AGaG2MPT. x\v \u. ti/v
eßö.V — 12 svXbynaev AGJG2MP — hinter »ebq + ;«'>ror APTV,
-J- (jtbvrjv M — ob näoaq; <paol xiveq G1, ov%l naaaq ohne (paai xireq G2
— )Jyo/xsv oiv bxi G1, keyo/iev oti G2 — 13 toyru (?) V. to/e G1G2MP,
IV/svAT — 14 statt e7iei<S>j his fu/öefiiäq hat M nur: enl t>^ g , ovöe/uäq —
de > V — a'vztj AV, avz>/ (ibvri G^2 — ßtvrjv\ — ßtjdeftiäq h[> 6t](aiovq-
yiaq > AP — 15 ev/.oytj&ij APV, evloyiad-rj M, ev'/.oyiftet G2. /tl).oy!jd-?i
GXT — aizrj AGXG2 — na()a statt heb AP — 16 xov > APT — 17 vor
77«Atv Überschrift: 72eo/ xov TiaQadeioov M — hinter ovv -4- (prjolv M —
e<pvxevoe [-ev AV] xvpioq b &eöq AMPTV — xbv > AMPTV — hinter
Tiapädeiaov -+- iv 'Edev T, 4- ev iöhfi AMPV.
1) Gen. 2, 2-3.
2) Tiroq . . . inb xov Üeoi cf. Kedrenos I 9, 14 — 18.
3) Gen. 2, 8-9.
Text dos Ottob. Fragments nach d. Ms. d. Magnus Crusius. 191
xaxd dvaxoXag, xu) efrsxo exsl xov ävd-owjtov, 6v sjtXaöev.
xai e^avtxsiXsv o 9-sog ex r/^_ yijg jtäv gvXov moalov eig ogaöiv
•/.CA xaXov elg ßgaöiv, xai xo ^vXov t^ ->>//-; iv utüo xov
jtaoaösiöov, xa) to £-vXov tov elö&vat yvojoxov xaXov x<u
.Tor/yoor." Tt\v Xoyixryv vjioöxaOiv ngod-tfievog 6 9-eog, dqpatoi- 5
ö/ievov xaxaoxeva^ei xa) Xa(Jtjtoov oIx7]xtjqiov x<u Jidörjg yi'uov
{rvfiijöiag, xa) xa-9-ioxijOiv exet xov Add/i' ext de evxavd-a
yevofisvov tov Xoyov, d-avfiadai to? 9-sov t/]v d<paxov tpiXav-
d-Qcojiiav, OTMteo ücdvxoxe aoyrx/)v eycov xa) aiöiov e^ovoiav
dg to Ttäv, hcvt/) y.iCi ysatoysZv hxidiöcaxt 6id xov avd-Qcoxov. 10
o yccQ1 xooovxov (teyed-og ovqccvov xai yijg xai 9-aXdöörjg Xoycp
vjcoörrjOafisvog, xoXXm fiäXXov jtaQaösiöov Ixavbg xaxag>vxsvöai
o/'/iucti, xa) Xoyqj Qijjaöai jtavoXßiov yooio)'. a).).\ mg eiQnxai,
öia TijV jtgog tov avd-QOJtov xifiryv xa) yvxovoyog yivexai ;tv-
GTixoiv tii'i Xoycp, äxafidvTcog xovöe xoö/iov Ix tov iitj ovxoglö
big vo elvai jtaodymv d-eXrfGei.
Eixa ev&vg f] yQaqprj' „Kai2 r\yayev 6 9-eog xdvxa xd d-rjoia
xa) xd xTi'jVij x.(d Tic eojcexd .Too- xov 'Aöccfi, löeZv x'i xaXeöat
avxd. xa) ^av 6 exdXeöev 'Aödfi, xovxo ovofia avxolg." cOgag
ovv xai IvTirlhv TijV xifirjv fiexd Tavxa tot dvd-goyjcov, §j>20
1 hcXaas PT — 2 hinter 9-ebq + l'u AMPT, \xi !> 9-ebq hat V
— 3 i-iiuiaio V — 5 vor Tryv die Überschrift: Tlau zov Ttaoaöeioov
APTY — hinter tmboxaoiv -\- ziftjjöai AMPTV — a<p<aQiG(ihvov > M,
(\<( ontüic. 'vor PV — G fiovTjTijQiov statt obcrjzriQiov AP — ye/iatv V — 7 d-vv-
öeiag V — i'un MT, forty V. i'ti AI* — 8 yevofievot M, yivofisvov M cod. —
trjv ä(paxov 9-sov P. tijv a<paxov tov freov AT, xov &eov r/)r äcpaxov MV —
9 navxaQyutrp) AMPTV — aeiöiov T — 10 savxbv AMPT [M hat dies
havxbv hinter yewoyeZv], invrij V — iTteöcoxe APTV, hteScoxev M —
11 V-c/./cTTtjQ AP - 12 Tcaoääeiaov hinter y.axmpvxevaai M — hinter
txavbq -\- >]v A M PT, V hat bcavütq })r — 13 Qit,(oaaq P, hinter QiCfäaai
+ zb AMPTV — 14 uvcTty.oj AMPTV und Crus. cf. PaGr 10, 1392 C
— 15 hinter Xöytp -\- b AMPTV — axafidxtoq AMPT. axafiävxatq V
— hinter xbvöe -j- xbv AMPTV — l<i 9-ekijaei fibvy naqayayüiv AMTV,
freXjjOei !<<>v>, naoayoivV — 17 M hat vor eita die Überschritt : llx>l rijq
twv Zflxov bvofiaaiaq — avd-iq statt ev&vq AMPTV -- 18 nexeivä statt
egnexä AP — xakiaei AMPTV — 1!) 1] MTV — hinter ixäheosv -\-
avxb T, + i'vtu A M P, kein Zusatz V — ccvxy AMPT, r.vroi^ V —
bgäv AMI'l'V, vcir boäv die Überschrift: lliyi tijq bvo/xaolaq vtöv Z<mov
A l'TV — 20 hinter ovv -\- i-ozi M, -(- /Jr APTV — binter tiii^v -\- t'ijv
APT — „In cod. iii—. omissa est von avd-Qwnov" B.
1) b yap . . . naQaywv 9-ekijoei steht bei Crus. cf, PaGr 10, L392 C.
2) Gen. 2. 19.
192 Schalkhausser, Makarios Magnes.
i'oytr £§, avzrjg r/'^ ysvEöEcog. ojöjceq ydg uyhXäoytjC ru .looxt' ')-
ryrai o Ada(i xai o freöq rjye jcqoq avrov va //rohe yevrj, iva
rjyE{i6va tovtov xsLQOTOvrjöEi o ov xar slxova lölav xEJtoirjXE.
Kai kxslvog fihv {reim xarajtvEVO-d-Eig xa) jcgoipijTixäJ jcvsvfian
5 ovofia Exd&rco töjv dXöycov EüiEfhjXE. tä ös £eöa wöjrEQ Tifirrv
(lEyaXfjV Ix zrJQ EJtixXrföEwg Xaßovra ovrm ev orZry'tc. rrr; ■/<■'>-
qovv. Irrtidij de tJ- düidvrcov tc5v yeväiv ovdhv ijr dftoiov t<~>
'l<)(ct(, vi-i'.ytl jtdXiv o 0-Eogu, xad-d g>rjöiv /) yoa<pr}, „Ov xaXbv
sivai tov avd-QWJiov (idvov. jcoltj60(iev^ arrot ßotjireiav xar
lOavrov." ßorjirdv Xi'yu ro 9-rjXv, öiä tov rr/c jcaidayoyyiag Xoyov,
GwEQyEiv (liXXov tcq avögi jigog tijv tov yivovq av§,?jolv TS
xu) öia/iov^v.
Av&ig 6h EJtiXtysi. „Kais EJtEßaXsv o (rsog Exotaöiv ejcI tov
'Aöafi, xa\ vjtvatOEV, xa.) eXaßEV (ilav toüv jcXevqqjv error, xc)
15 avEJiXrjQOiöEV odgxa avr (error, xcj cßxodofirjO'E tijv jtXevqccv,
ijV EXaßsv axo tov Aöatu hlg yvvalxa.u lös o Elgijfisvog r?t-
ygaipiag oxojtog ovtw. Kgivaq o ev 6og>la tu jidvra jroiijöag
9-Eog xai öovvai ro Aöäfi ßo?]fr6v xar' (error, mg trrcyyi i/.ero.
ovx Ix r/jg y/jg rrXi'crrti ro d-ijXv xad-caiEQ tov dvdga, aXX3 slg
20 VütVOV TQEJIEl Tocror. xeraif ooa .t/v riicroc rov vor)- error
1 r//c > AP — ysvv^aeioq M — nQOvxaü-ijxo APTV. Ttgoxä&t]-
xai M — 2 ö vor *4da/i > AMPT V — ryyEv AP — hinter ßVQia -4- xmv 9-rj-
q'uov xai xojv xxrjviöv xai xiöv nsxeiviöv \itxt]V(5v P] AMPT. der ganze
Zusatz fehlt V — 3 xovxiov APT, xoirov V, toitov M — xbiqoxovSjgei
ov TV; yeiooxovljoft ov AMP; „mendose in cod. ms., legendum yeigozo-
i'ljoeiev öv" ß — lÖEiav V — 7tE7toitjxev M, xt-Twtljxtt APTV — ~> bvö-
/i((T(c xvoia AMPT, blol.i ovofia V — exdoxov V — ene&rjxev APT —
6 ovxioc AMPTV — 7 vor eTteiör] die Überschrift: IIeqI ri^ noirjGEfoq vijg
yvvaixbc. AMPTV [V hat yvvijg statt yvvaixbcß — xovxiov statt rtüvT, rot-
xiov xiöv AMPV — ysvvcov M, yevväv M cod. — 8 aaxa P. xa& a A
— 9 noiljoiofisv AMPTV — ßo^bv AMPTV — 10 Xeytov AM —
Tiaidoyovlag AMPT V — 11 /ni'/.'/.ovzcc AP, [xeXXiov M cod. — 9bis 1*.' r<> Ttoiij-
ooj/ier avxü) ßotj&bv xax' avtbv \xar'' cvroG2] Uta ri> ui/./.ov ri^ Ttaiöoyovlaq
h'ytt' avvEQysiyäQ tu thij/.v tu ävfiol nobq tr/v xov yivovq av^tjalv xe y.c't
öiafiovfjv GaG2 — 13 avveßaXev A — 14 Qiwuf AMPT. mtvotaev V —
£?>aßt AMPT. s'/.e.Jtr V — 15 avenkrjoiooe AMPV, avxenXijQioae T —
avT"1 avxtjC AMPT, hvx avxov V — IG i-Xaße A — saxi 6s statt ^.;-
AMPT, i'axiv MY — 17 yoatpiJQ AMPTV — oho; PT, ovxioc, AM
cod. V — 18 xai > AMPTV — xbv statt xtp V — biriyyEiXaro AMPTV
— 19 r//c > AMPTV — xaxäiteo P, xa&äitEQ xr.i M.
1) Gen. 2, 18.
2) nodjoojftev . . . öia/iovtjv cf. Kedrenos 1 11,5 — 8.
3) Gen. 2,21—22.
Text des Ottob. Fragments nach d. Ms. d. Magnus Crusius. 193
tyOLVTCtdlWöaQ, XCU TOV TJyC IpV/rJQ OCffhl/.UOV slg ÜJtXljÖTOV
cpoorbg otyiv hyxaXettai, Yra rij tpavtaGia rov zoiövrov xdXXovg
xaT£%6fi£Voq ///} yvm ro yivbfisvov' sira XafißdvEi uiav xmv
jiltvQvjv avrov, axa/idrsvrov cuoth/oiv aXyrjöovog avr<p int
ejcayaymv xai Evd-iatg coc rtyj'irijg xai larobg övvrofiog ro 5
Xoucbv dir) oanxbg dvEJcX^Qmös reo oOrS, xai rtjV ipv%r]v r/j~
dxoQEötco tijq &slag rjöovrjg jiEQiEöjta, fivönxmg sxrvjcmöag
tavrfjv i-h Cwor Xoytxöv xdXXst dfirjxdvcp xcu Gy^ccrt tvjrotjrt-
ötÜt(') xai XEXOOfirjfievT], xai ayu jtqoq 'Adaci' tira hxslvog,
urt d-Eiov jrvEVfiarog (ieto%og mv, lyvcoxtv ort eg avrov /}r 10
tpvOEmg, „rorro1 oörovv ex rmv öörtiäv (iov, xcu ödo§ tx rfjg
oaoxög (iov, ccvrt) xJj/ih'jötT(C( yvvt), öri Ix rov avögog av&ig
EXrjq. ihj «vt))." 'üuoji'- ovv 6 \4dajt rr\v yvvalxa, ovy a>g yv-
valxa ihc)Q<~)V EüiaöftEV, «//' mg havrbv oqcov jtVEVfianxSg
)jv(fQaivtTo TijV bfiolav $X£üimv, xa\ ravrrjv sypvGav xara-lö
Oxevijv' cbgavrcog dt xa\ rj ywq Q-Emoovöa rov avdoa fiEydXcog
yydXXETO xat avrov ovßav Eavrrjv ev bodösi. Ovrcov3 ovv
avrcöv sv reo jraoaÖEiöqi rT/g rovfpfjg, rouov diÖtoöiv civrolg
b d-sbg tjr) EVEQyEOla, rov östgai ue sXEvQ'EQav rt)v qvoiv tv
1 cpavxaoiäaaq P — 2 (pcurt V, cpcoxbq > M; „in ras. änX/jorov cpwxl" B
— ixxaXetxac MPT, sxxaxelxai A, tyxakelzai V — 4 axa/Jtäxotq A MPT, axa-
/.itcxevxov V : „in Ms. axa/iaxaaxbv'' B — %a9^aiv V — 5 ercavayaymv M —
ev&vq AMPT, Evlh'toq V — o rf/rljTijC [ohne ujq] V, u>q xeyvixriq äyiötoq AP
— axvxo/ioqF — 6A«7roi>MT,AüEovV,AowrovAP — «h'f7r/.//y«>öfj'.AMPTV
—'Ev oauj statt rw parat AMPTV — öe statt xcu APT V, yaa M — ry statt
tij^ A M PTY — 7 7iEQiia7iE A; hinter neyit-on« -\- ri/r TiXevQav, //r skaßsv,
(bxo6dfJ.7]aev elq yrrtüzic AMPT; der ganze Zusatz fehlt V — 8 ccvttjv
AM PTV — 9 xcu > AMPTV — xsxoofirjßhov APT, xexoafirjfiivfjv M,
xtxoofttifthvtj V — hinter äysi -\- rorro AMPT, rorro fehlt V — vbv*A8a(A
A M PTV — 10 fierexoq P — iyvcoxcoq AMPTV — wc AP — 11 cprjalv statt
tpvoecoq TV,<prjGi AMP — rorro vvv AMl'V — iov M — bareatv T —
vi avzi} AMTV -- avTJjq statt ai&tq AMPTV — 13 uro, AMTV -
TtXao&elorjg 6} tfjq yvvaixbq, caq hcuQa avxryv o Adafi [statt oq<5v...tijv
yvvalxa] G'G2 — o > P — 14 &ea>(ievoq A (l1 G3MPT, 9-eoQtiiv V — atq > P
— ooüiv > A — hinter itvEVfiaxixtöq -\- ^ypvoav xaxaoxevijv T — ibevcpQal-
vfToTV — xavzijv T, xk'vxijv A G1G2M I' V — %%ovoav > T — IG «5J- > G'G2
— xcu > A — oQÜaa GTG- — 17 ivvoovaa für ^'r ouüoii AG1G2M PTV
— 18 tw > A — rVÖVtMO/ A — 19 t^' AMT, 6tJ PV — ,//h- statt //»
AMPT und Crus. cf. PaGr LO,1399B; (ib> bal vor roü V; -/'.-. //.;ru B.
1) Gen. 2, 23.
2) 'Oodiv "('•)■ . . . ivvoovoa cf. Kedr. I 11,8 — 12.
3)"Orrwr . . . htii/ij!1 Seöcoxöxa hat ('nisius cf. PaGr 10, 1399 BC.
Texte n. Untersuchungen etc. 31,4 13
194
Schalkhausser, Makarios Magnes.
rfj avre^ovöibrr/ri, djroöti^ai 61 cog vjtb öeöJtoTijv xal xrjdsfiova
tiol Xtycov ovrojg. „'And1 jcavxbg $vXov rov tv rro jraoadtltho
ßgcoO)] (pccyTi' djib 61 rov gvXov rov yivmöxEiv xaXov xal
jiovijqov ov cpc'cytofrai aji avrov' // 6h av ')tutou <payi]<fd,E
hd£ avrov, d-avärraP djio&avtiöS ]-t ' " rovr eCtiv, frvrjrol tototh.
Ovrco ycco 6 JSvfiftaxog fjQurjvEvöev' // <T av fytoa tpdyy ujtb
rov t-vXov d-vrjTog tO)j. AXZd9 //>/ rig vjroXäßoi öri rb §väov
roiavrtjQ fjv cpvotmg, ojg yvcööiv jravtyo) xaXov xal ücovijqov.
ov ydo 6i] ßXaßsQOV kv reo jcagaöslöco ri yv. Öqoq 6t Irtfrij
XOlv reo epvrcö jrobg yvfivaöiav xrjg tXtv&toort/rog. xa\ b rotov-
rov S-vXov curtov yvcoösatg reo 3A6d(i yt'yort, ÖijXor. /) yay
tvroXtj cog jrgbg tl66ra a^icito i6ö{r//, rb rt xaX.br xal jiovrjQov,
r/jv re vütaxorjv xal ttjv jzaQaxoijv' löort y yvcoöig jioovXaßt
rt)v lvxoXr\v Ötöorai 6t avrij öia rb eiQyrai avregovöup ßov-
15 X/jfiari xivovfisvov rov ärO-Qcojcor, in döslag rt iyovra djrb
ütdvtcov fisraXafißdvEiv rcöv aXXcov öevöqow, h>bg 6t fiovov
1 imoöti^ai AMPTV — xal öatfjova P, xal xtjdai/nova V —
2 elalv V, ttva A — 3 ßoüoiv PT, ßpüaei AMV u. Crus. cf. Pa Gr
10, 1399 B — tpayeiv PT, <payet V, <payy AM, (püyti M cod. — 4 <fä-
yea&t AMP u. Crus. cf. PaGr 10, 1399 B; tpayeo&tu TV — «J'AMPT,
statt ?j de av hat V tioav — (päyrjxe AMPTV — 5 rb dt Üavurot
G1G2 — ano&avtto&ai AV — roir bis toto&t > A, rovr' tarn' >
G1G2 — tan T — 9vr]rbv G2 — toto&ai G2V, hinter taea&e -\- atj/xalvti
G'G2 — 6 ovtojq T, wg G*G2 — xal statt yäo GaG2, yäo xal AMPTV —
tjQfiijvevae M, tQfitjvtvatv ATV — yäyti V — 7 Vor äXXä die Überschrift:
TltQl rov c.iXov rov [dieses rov > A] yvwarov xaXov xal tcoveqov APT;
ntQl rov £vAov yivojaxtiv xalbv xal novrjQov M: ntgl rov Sv?.ov rov
iv tut nuQuStiou» rov tlötvai yvworbv xaXov xal tiov?jqov V — vito-
Xccßy AGJV, v/lköv Xüßy G2 — 8 Ttapiytuv V, inäoxttv A, nagt/tir
GlG2MPT und Crus. cf. PaGr 10, 1399 B — xalo'v "rt M — xaxov
AGJG2MPV, noviiQov T — 9 öij > G'G2, dij % V — rw > GlGaT -
ri i)v steht hinter ßXaßtobv M, >}v ri steht vor ßXaßtobv G'G2 — yag
statt dt T — 10 67i< G'G2MPTV, tv A — rijq > AP — tltv^tQiörijroq
AGaG2MPTV — xal ort o'v rr) AG'MPTV und Crus. cf. PaGr 10, 1399 C;
xal ort rb G2 — 11 hinter alriov -\- ri/g T — rü> 'Aöäfi steht vor yvät-
otwg M — ytyovtv G2PV, ytyore AGJMT — 12 Tipotidbra G2, nobg
tldbct M, nyotidbrt M cod., nootiöwra V — ■ töb&>] > G2 — hinter xal
+ rb MT, rb fehlt AG^PV und Crusius (in PaGr 10, 1399 C stammt
[rb] nicht von Crus., sondern vom Herausgeber) — 13 r/;r nach xal
> P, zijv steht AG1G2MTV — 14 avxtj AGXG2TV, aircri M. avrr, P -
wg d'orjrai AGJG2MPTV und Crus. cf. PaGr 10, 1399 C.
1) Gen. 2, IG— 17.
2) &avärio . . . 7]Q(A7]VEVOEV cf. Kedr. 1 11,12 — 14.
3) 'AXXa '. . . . StSioxöra cf. Kedr. I 13,8—18.
Text des Ottob. Fragments nach d. Ms. d. Magnus Crusius. 195
poficp xQogratrofisvov dxsxscd-at t<) yivmdxeiv mg vjcoösOjiotlv
tox\ tov xai xrjv trTokijr öedmxoxa.
Hdav ovv tv xm xad-aomxdxm xovtm xojtm o tl 'A6(\u
xal /) 'Eva. öidyovzsg, xal rfj xoixiXia xmv Harare»}' äv&smv
äaipiXmg aozoXavovTEQ. aXXd tylroo^ xfjg fjfierioag (pvösmg 5
ßaöxatvEi tjr\ rfj jioXXfj xi/iy xov dvd-omxov, xal ipfrovov
xivrjöa toi' jigog avxbv rjga xbv TcoXepov, xal xbv otpiv trövg
t.TiOT/j rfi yvvaixl astovxog xov 3A6d(i, xa\ navovoyog avxmv
xov övfipsQovzog JtaQazQEipdfiEVog öia ipsvdovg, xal xbv Aöäit
tc.vtii avvs^ajtaxijösmg jtagaßdxag rov 9-eov jcaQeöxsvaüev iq
bfiov ysysvvrjö&ai. Xeyet yao ■>) yoaif/) jt^q} xovxmv. „o * 61
oq)ig f)V ipQOVifimzaxog TiärTior xmv fh/gicov tojv Li) xtjq yfjg
mv sjtoirjöt 0 9-ebg xvoiog.u (poovifiog2 6h txXtföij b 6$ ig, Sri
tu Xoyixov Z(~joi' toi' avd-omjtov, xa\ xmv aXXmv ayyivo'ia
öiaqtQovxa egajcaxav rjfisXXsv. ]5
Elxa tjrH Xiyei. „Kai3 shtsv 6 öcfic Ttj yvvaixl' Ti oti
shaev 6 (r£og, otl ov in) rfäytjTt ajrb jtarTog Ivkov tov iv toj
jcagaösldm' sücev t) yvvrj' djrb jcavxbg §vXov xov h> xaoa-
öeldm (payovfie&a, ajcb 6t tov xaojiov tov §6Xov, o Iotiv bv
fiidm tov jcagadeidov, sbtev o d-ebg, ov i/t) ipdyijzai ajr' avrov, 20
1 noograrTOfitrov M — rovxo Crus. cf. PaGr 10, 1399 C; xb V, xal GlM
cod., rö> A G2PT — yivd)OX<ov G1 — vnu itecTcÖTtjr B, AG1MPTV und Crus.
cf. PaGr 10,1399 C; \mb Seanotelav G2 — 2 £ ozlv V — tov>M, tü> A —
xara statt xc.i V — AnSoxim A — 3 tovto V — 4 afraväzcov AMPTV —
y «AP.' b AMPTV. davor die Überschrift: lleylrov <Siußö).ov xal tov l'xfeojg
A M l'TV — ii ßaaxtjvaq A MPT, Jaaxtrt/ V — 7 tyxiaa'iiaaq AMPT, xivqaaq
V, i'yxonf-ioaq S\ cod. a soeunda manu — tov AMPTV — ijoazo für i'joa ibv
TV, i/ouTO P, yoaro AM — 8 n(cvov(jycog MPT, navoioyos AV — ctvrijv
AMPTV — 10 avvB^anaxrjoaq AMPTV — Helov AMPTV — na()£ox£v«uh
vofiov AMTV, THXQEöxevaoev vbfiov P — 11 ytyevijoO-at MTV, yevsod-at AI'
— TofrorM: hinter tovtiov [roiror] -f- (Wf AMPTV — 12 ^yov/.Mwrf^ot,
AT, (poovtj/nÖTfaoqW , (pQovifiwxtttoq MP — statt nävxojv . . . eov hat M: ti«{h:
jiavxa lä fhjQia itjq y?jq, a — Trjg >P — 13 xiQioq b Hebq AM PTV — 6h
>V — 6 b<fu i'x/.ijlh/ (jxG2 — 15 SicttpkoovTtQV, ötacpsQOvG1, ötaqt^giüvG2
— SfieXXev AG^^P, q/ju-XXev TV — 16 enikeyet AMPTV — 17 ort >
AMPTV — 18 hinter na(ja6eirsw -j- xal AMPTV — 6&tfiv>T — hinter
yvvri -\- toj btffi AMTV, -j- xü> o<pt P — navxbg>T, navrbg steht AM l'\
— xafmovT, £vXov AM I'V — rovnagaöeiaovT, toviv tv> TtapaSeiaipAlA l'\
— 19 <( ayofie&a PT, <p«yv'j/u!h'. A V, •/ ayovftB&aM — rof>>T — statt x((onov
. . . mxQtxösloov haben AI': £vAou tov yivdtaxeiv xakov xal novrjgbv —
i'ititioujY — 20 (payrrxi. AMPTV.
1) Gen. 3,1.
2) q>Qovifio$ . . . tj/xeXkev steht Kedr. 1 10,10—12.
3) Gen. 3, 1—3. 13*
196 Schalkhausser, Makarios Magnes.
ovöe fo) diprjö&cu avrov, iva ///) ajco&dvrytE. Aga1 rt xal o
öcpic, Tiara jrooqooav Xoyov hytorjöaro; ov Jtdvrcog' aXX o'i
jiQcoTOjrZdiiTai drt xaxlaq ovtEq d/wyttg, dxQißeöTÖrag t'iyovrtq
alö&tföEiq, xal jioXv tojv fjfiETSQCov ömXXarrovöag, mort r/)v
oäxoiji' avrmv üidörjq vjxdoytiv gxovrjg dxov&tvxSq, xal ra ihjQia
rt xal rd xTt'jrtj XaXtiv tuiä yXcööOTß Jtori ' ort ös Addf/ xart-
öixdö&r], rort xal avrd tjriq iiiojöihu' rov ös 6(f iv xal rovq
jcodaq dgxxiQE&rjvcu xa\ eqjzeiv sjti xryv ytjv, xaY2 iov avtm IjtI
r?)v yXäJööar EVXE&ryvai.
10 Ena Lndyti. „Kals eijcev o o<piq rij yvratxl' ov 0-avdzco
äxo&avelöd-E. si <h) ydg, ori ev // ar t/ftt'oa tpdyrjrs an' avrov,
diavoiyfrrjöovrai hficöv ol oqpiraXfiol, xal tr>to(h coq d-sol yivco-
öxovrsg xaXov xal jcovtjqov' xal IÖev i] yvvrj ort xaXbv ro
t-vXov tiq ßodiöiv, xal ort dotoröv Ion roic 6(p&aX(ioZg iÖElv
l^xal cqqccIov rov xaravorjöai, xal Xaßovöa rov xaojrov avrov
Eqpays, xal tdojxt ro) avögi avrrjg, xal srpayE, xal* dirjvoiyßfjöav
ol oqfraZtuol zcav ovo, xal tyvwöav ort yvfivol r)6av.u Ovy
coq tote xal dvaßXEtydvrwv rcav jroonojrXdörfov slorytai to,
öirjvoiyß-rjöav ol dqftaljiol roZv Ovo. ÖEixwvxai ydo jcqo
1 ovrf' ov fitj M — äxpTjo&e AMPT, aiprjo&ai V — cm' avrov APT,
avrov MV — de AMPTV — xal > V — 2 hinter b<piq + rw AMPT,
ro) fehlt V - - Xbyio AMPT, Xbyov V — statt aga . . . nävrcoq haben
G1G2: aXXoi de (paaiv \<pa G2] oti ov toj [rät > G2] xarä 7tQo<pooäv ?.byio o
o<piq t'AQijoctro — 3 7iQO)rÖ7ilaoTOi AG1G2MPTV — äftiyeiq AGXG2MPTV
— elyov xaq AG'G2MPTV — 4 diaXXayeioaq T — 5 ccxovoTiterjV AG:G2
MPT V — xal zä &rjola .... ivTE&rjvat > AP — G 6h TV, re > M -
hinter XaXelv -\- Xzyei MT, -\- Xeyerai(?) V — b 'ASccfi T, 'Aöä/i MV —
7 xal > T, xal steht M cod: V — ne<ftfnö<j9-at MT, nscpt^uiöa^ai V —
8 tonijv V — 9 evze&elvai G2 — 11 ano&artloS-ai P — IjSr] für ei dt] T, et'ötj
V, ijöei MP, elöe A — 6 9-ebq V. ö &ebc ort AMP, ort T — iv > MT,
iv haben APV — ,/ V, ?Jrf' M cod., ^ AMPT — dv > P — t]/i£Qav V
— 12 eoeoSai V — 13 e'löev AMPTV — 14 iori > AMPTV — 15 hinter
(uQalov -\- iarl AMPT, 4- earlv V — 1(3 e<payev APV — %ömxev AV
— xal zw AMPTV — eifayov MT, e'<payev APV — to de statt xal G1G3, in
G2 geht die rot geschriebene Bern, voraus: neol rov öiijvoiyßrioav avrätv ot
b(p&aX[xoi — 17 vor ol steht avTtöv G1G2 — rötv ovo . . . yvftvoi rjoav
> GJG2 — vor ov% die Überschrift: Elq xb dn/ror/ß/joa.v ot btfüaXuol
rwv ovo AMPTV — 18 de statt xal APTV, xal > G1G2M - - J/.e-
i^ävrwv G1, diaßXe\pävTo>v G2 — to bis dvo > GJG2 — 19 hinter 6itjv-
oix&tjoav -\- avtüjv V — hinter yccg -\- xal AG1G2MPTV.
1) "Aoa . . . (f(ovi]q axovOTixrjv cf. Kedr. I 10, 12 — 16.
2) xal iov . . . ivrsd-iivai cf. Kedr. I 10,9 — 10.
3) Gen. 3,4-7.
4) xal diijvoiyßtjoav .... rw zie^ya/bn cf. Kedrenos I 13. 19—14. 21.
Text des Ottob. Fragments nach d. Ms. d. Magnus Crusius. 197
xfjq ßQcöoscoq ogmvxEq, ex xov Xiysöd-ai, Kai elöev t) yvi'i), ort
xaXov T(> §6Xov slq ßoäiöiv, xal oti ägsörov xolq oqp&aXfiolq
löelv. aXXct ! d)j. rö djcEiQoxaxov axod-E/isvojv öid jtaoaßddEmq'
o xcü Ttjv yvfivoaöiv 6idg>0Q0V i.rani'u/t-. Ingtlh/ 6s} oti (Su/r-
oiyihjGav ot 6<p&aX(iol avxoJv. x£<pvxt ydg 6 6g>fraXfidq djcaq 5
r.To Xoyiöfiov öisyeiQEöfrai xobg a ßXijcEi. övveöiv ydg avxog
xa-9-1 savxbv ovx lyfrt. qjöte xoXXdxiq jrgdg exeqov t/j~ öiavoiaq
doyaZoriai-t/-, xv(pXov öixijv Ivioxi xaQEöypfii !hc xal xov jcdvv
yvmqiöfibv' x<a EJiEiödv EyxXrjdwfiEV, rij döypXia xov Xoyiöfiov
to alxiov avaxvB-EvxEq djcoXoyovfiEd-a. Ovxcoq ovv 6 'Aödfi 10
xal Eva t/j aiö&tföEt xov vov jcooq rt/r ofir öiqyEQ&Tjöav.
To yag, tyvatöav ön yvfivot rjöav, dxoxdXvipiv ötjfiaivEt r>}r
Eyyivo(iEVfjv xq3 Xoyiöfim ovx dvdßXEtyiv btpQ-aXfimv. Xsx&vjo'Exai
xaxElvo, ort üiqo xijg djitifttiag, hjiEidi} — — — ovx slyt ti
xfjq jcaidojcoiiaq, ovx idldoro naget. B-eov t/ ütaQaxrjQriöiq r/Jc 15
yvfivoxrytoq, dXXä öiexeXovv mq döaoxoi, öaQxixijq öiad-EöEmq
ovnm xaigor tyovzeg. tJttidl] Öt // doiEid-Eia Euciövfißäöa to
B-vrfxbv IjxrjydyiTO, elxörcog Xoiütov svsöolh) xovxoiq xal jrobg
aXXfjXovq aidmq, xal VEVorjxaöiv vOTUTog xeov öyrffidxatv xryv
diag)oodv jtQO&EmQiöd-slöav xm jtXdöavxt ütgbq xb dvayxalov20
xrjg diado/Jj- tov yivovq.
2 hinter aQEatbv + iart AG1G*MPT, + hnv V — 3 «;.;.'
AG^MPTV — aiteiQoxaXov V -- äno&ennvov P — 6td z^c, AMPV,
ttjq G1GaT — 4 de statt xal A — adtätpooov AG1G-MPT und Crus. cf.
PaGr. 10,13980; 6iä<poQovV — Ttageaxev AC^G-MPTV, nagtoye Crus.
cf. PaGr 10, 1399 A — <?ppi/##/ G1, /////.'> t) G2 — 6h > AG'G^TV, 6h
steht M — 5 (cvtcöv vor o'i 6<pd-al[iol G'G9, avxäv 01 b<p&aX(iol ahxäv
M cod. — Tts<pvxev A — 6 > TV, ö steht AG1G2MP — 6 vno tov
G:G2MPTV, anb tov A — diayeiQEO&ai A — avxbq nach z«.,Y havtbv
G'G3 — 7 tyij V — fkeQct AGlG2M"PT, tzegov V — 8 ivioze nach nao-
eQyöfiiefrcc G1, vor naQEQyd/ne&a G3 [wie alle andern] — 7ia(>eQxbfi£&a
G'G2MPTV, nccQeoywfie&a A — xb M — 9 yvdtQifiov AG1G2MPTV —
10 ö > M — 11 ?/ Eva G'G'^M — öieyiQ&rjaav M — 13 iyyevofihrjv
(i'(J3MTV, yiro/iirijy AP — tno/.mi(<;> MT — hinter li/lh'jiu-T«! -\- 6h
AG1G2MPTV — 14 xaxelva) V — tiqvjtji' statt npb PT — ana&eiag M —
xaigbv | für — ] AG1G2MPTV — 15 iäitoro ACUJ-'M PT, iäiöoto M
cod. V — 16 yvdtaeatq T, yvfivü>oewg G'G^'M P, yvin-nmo^ \. /r/n/irz/rosV
— Stijyov M — uoayxtV — 17 intl G3 — 18 enl/yicyiv M, htiy&yrfzo V — to
Xoinbv M — ( % statt xal AG'G2MPTV — 19 iöä V. atöm .\(iL'l' — rtr<>-
tjxaot M — v0xaxov AT, voraxa P, voxbqov G1G2M, veXevtaiov i'ayärcjqY
— 20 TtQO&eatQrj&eZoav AG1 M PTV. nooihothioav M cod., nQo&ewQtjoai G2
— nläafiaTi G'G3 — 21 ror ;'/ior,- stallt /.wischen t;}^; und dt< |I"/'/-' (''''".
1) «AA« . . . naonryt bei ('ins, cf. PaGr 10, 1398 D sq.
198
Sehalkhausser, Makarios Magnes.
rVflVOVQ OVV OVTCCQ tCtVTOVC, CllöfrOflEVOl Ö TS AÖdf/ xdi
r) "Eva iitra X7]v xaodßaoiv, sx (pvXXa ovxcöv ijcoirjoav savrolg
ji£Qi£o)fiaTa, aiviTTOfisvoi öia xov $vXov tov jiqcotov xrje xa-
xojTQayiac' coq ydo rjövg o xanjrog r/)u övxscog ücqoö'xei, xdi
5 jTtxQnraTor fpvXXov' ovreo jcäöa aQiMQTia ev rij .-rodlet (Sii-
xvvtcu rjÖEla, [itra 6e xavxa ddvvijv JcaQs'ysi xoj jrsjrQayöxi.
77 ovv jcdXiv i] ygatpr); „KaV tjxovoav cpwi'fjc xvqiov rov
frSOV JlSQlJTaXOVVXOC EV XCO üiaOadElÖCO TO ÖEIXlVOV, Xdi tXQV-
ßrjöav o xs AÖa/i xdi r) yvvy avtov sv fiEöco rov jcaoaösioov"
10 Meto.2 xo roXfirj/ia eIq övvsöiv iXfrövxtg rov 3ttaiöfiarog, r<p
ÖiaXQlTlXOp XQCCTOVVTCU (fioßco, Xat XQVJirEÖ&CU JlELQCäVTCU TOV
äXäfttTov offftaXjiov, xdi jzaoaiTOVVTai r/}r jtqoooov, xdi ava-
ÖVOVTCU TtjV JlCloäCTCtölV. OTE dt CCVTOVg XExXoVTjflEVOVg VÜIO
tov rpoßov {rtaüdfitvog, dvaxaXtnai cog .rrarrjo rpiXöoTOQyoc,
15„x«f3 (f)]ö\, 'Addfi xov Et; xdi eimev avtip, ttjc q)covr)g oov
i'yxovöa ütEQutarovvrog iv tcq jcaoadsiöq), xdi kpoßf/frt/v, ort
yv/ivog tij/i, xdi Exovßfjv.tt Hv ovv Idtiv Xoijiov ßrjfia, xdi
öixaötrjQtov 6§v xdi (foßtQov to TQKfvXXiov ysyovdg TOV
jraQadtioov yjcooiov' dyaycov ycio de. f/t'öov tovc ßXaßdvrag
20 xdi tov ßXdxpavra, xdi tov (iev b<piv Evorjxcbg döixi)oavTa,
TTjv öh Evav döixrjd-Elöav, cqqiöccto txdoTov rrpv jrQog/jxovoav
1 vor yv/ivQvq die Überschrift: Tleyi rwv (pvXXwv ztjc ovxrjq
AMPTV, yvfivovg . . . naoäßaatv > G'G2 — ovv > AP — 2 tj > A
— „l'a. ex (pvXXu>v ovxijq" B. ex tpvXXwv ovxijq AMPTV, ex <pvXX<ov de
ovxrjq G1G2 — 3 alvixzofievwv GJG- — rb SiXov V — ' rov zq'otwv
AGJG2MPT, xh noürovV - 4 avxijq AG^MPTV — r^rP, ZQayv
de AG^MPTV — 5 nvxQÜxaxov AM — ro (piD.ov AG1 G2MPTV -
ovrcoq AMPTV, ovreo GJG2 — ev uev GXG- — 6 ijSea T — xijv Tiyüctv
für ravta M, xavrtjv G3 — 7 \org)0)VrJQ + t//c AMPTV — 9 ififieao) V,
hinter ev fieoio -\- rov gvXov AMPT — 10 hinter /uerce -\- [de] T, öh fehlt
AMPV — ovvala&TjOiv AMPT, avveo^tjoiv V — 11 xoinxiö AMPT,
xQirtjxcü V — xoarovvTSQ V — ol'ovrai AP, neioiövrai > M, netoiövrat
zbv äXäx})jrov b<p9-aX/uov xal^T — 12 aXäd-rjTOV AMPV und Crns. cf. PaGr
10, 1400 B — Tioiovvxai T, naQctixovvrai AMPV — nyboodov T, ngbodov
AMPV — 13 ovrm für oxe AMPT, o'vrwq V — 14 öiovg AMPT, tpoßov V
— hinter (fiXoorooyoq -\- b 9-ebg AMPTV — 15 <prjalv APTV, tptjal M —
'Adafi, 'Adafi M — 17 vor ijv die Überschrift: üe{j' r>jq xaxadlxtjq rujv
7iQüjro7iXäarojv [xov nycoxonXc'carov M] xcu rov oq>E(oq AMPT"\ — Xomov
idelv AP — 18 rov(fi]Xbv AMPTV — vrcag^av P, ImegavTcc (sie!) A —
21 hinter ädixrj&eloav -(- xal xov ceda/j. Gvvadixij&evxa AP — exäoxw
AMPT, exäoxov V.
1) Gen. 3,8.
2) Mexa . . . naoäoraoiv bei Crus. cf. PaGr 10, 1400B.
3) Gen. 3,9-10,
Text des Ottob. Fragments nach d. Ms. d. Magnus Crusius. 199
TificoQiav' tov yäg 6<piV xaxdoaxov cbtoqjrjvag, ejtl to> öTrjfrsi
xai xij xoiXla xaxEÖixaot övQBöfrai xa\ yrjv eöd-tsiv dvtl
s6w6ifiotQog)iag' xt)r 6h Evav dvvxQOtpov ^ytiv ti)v XvJtijv, xai
odvvivoai x'ixxelv eöixaiaxjE' tov '.Idaii Ai ev vÖQarüijtt tov
jtgoöcojtov eö&ietv tov aoxov hcQivsv ?eog tov tJinjxQtipai 5
(CVTOV ttQ XljV />/>', tS, /;u Ü.TjfffhtjC.
Ehtsv avxolg i) yoag>r)' „Kai1 L-roir/ötv 6 9-ebg xcp 'AÖäit
xai rij yvvaix) avrov yixoyvag dsQfiaxivovg, xai kviövöEV
avxovg' Kai ehtsv 6 9-sbg, 'löov Aöafi yt'yovtv mg slg i$
?l(io)V tov yivcoöxeiv xaXbv xa\ jrovtjQov, xai vvv [irjjtoxE Ix- 10
XEivfl ti)v ytioa, x(Ci Xdßrj tov §vXov xijg CcofjQ xai (fäy>j, xai
ZijofTai eig tov almva.u "Agiov öe öiaXaßelv tivog H'txev
ExßdXXsxai 6 av&omjtog tov jtagaöeiöov, xai xsgl tmv öeq-
iiarivov yjTonov. etfn xolwv tb eiorjfisvov ewoslv, oti
qdvvato 0 av&omjtog xai ftexd rt)v .Taod(iaoiv slg almvag £fjv, 15
ti tytvoaro tov rfj^ C«/]c ZvXov. öio^'iva in) xaxbg dd-dvaxog
ll ävß-QWjeog, 0-vtjxov3 avrov djrt<fi)varo o d-sbg, vtxQortjri jieqi-
ßaXxav' tovto yao ol ÖEQfiaxtvoi yjxäivEg öfjfiaivovöi, axo
tov Xöyov tvj^. T<~>v Co'/(t)v VEXQODöEmg' ojtatg Ata t>~^ Xvoeojc
1 huxaxaqaxov AP — 2 /.raub ixäoxrij V — ov(>()eo$ai P — vor
yf/v -4- xr\v V — 3 iömSifiov rooifi/g MTV, eSmörtfiov TQwpijq P, iöatöifiov
TQV<pfjq A — 4 bdvvatQ M, wövvtq, V, iv oSivaiq APT - iöixaioiaev
MTV — de \Uun k?T\*A6afi 6i MV — tdomzt AMPT, iögtoxrixt V —
5 exQive. T, Txoivev APV, xoxsxqivev [vor xbv aoxov] M — brov statt
toü AM — 6 >■/.//</.'>>/ AMPTV — 7 elxa für thtv AMPTV — aföiq
für atxotg AMPTV — 9 ©g > P — 10 to xccXbv A — 12 ä^iov bis
ÖEQfWxlvatv ytT('<>vi»v > AP, a£iov 6h öucXaßelv > MT, a^iov de fiiaka-
ßelv steht V — 13 vor zov -(- ix MT, ix fehlt M cod. V — 14 mit xoivvv
beginnt der Text des Leon Graminatikos — to > T, tb steht V, ix vtöv
ALMP — el()t]fih'iuv ALMPV - - voelv A - 15 altöva P — 16 et
iyevacsxo tov rtjq tfofJG §vXov > M — xaxbv ALPTV, to xazbv [hinter
,;] M _ a&avaxov ALMPTV — 17 vor av&Q<onoq -\- b ALMPTV,
hinter arfroumog -4- tov nagaöeloov i^oaxQaxDCßxai, brnog /uj yevotjxai tov
tijg t,cofjQ §v?.ov xcd a&ävaxoq öia/ieivjj L — hinter Ihi/rbv } 61 I-, vor
&vijTov -\- tifoI Se T(öv AtQtw.ilrif>v yi Tenor >i ijHir U B-Bokbyoq rgtjyÖQioq
ort G'G2 — a'vxb G'JV — vexgiÖTtjza V — TtEQißaXkatv AG'I', negißaXdtv
GaLMTV — 18 arjfiaivovaiv ALPT, aiftivovoiv V, arjfiaivovat M, «>/-
fiaivei G1 Ga — 19 vexobzi/rog AG'G2MPT, vexQaxJEwq LV.
1) Gen. 3,21-22.
2) 6ib . . . ,S,rr.,fih'.o>j bei Crus. cf. PaGr 10,14000.
3) ih'tjtbi' . . . Air«p!fr(Ofj c(. Ke<lren<>s 1 14,21- 15,3
200
Schalkhausser, Makarios Magnes.
tov öco/iaxog, xai r/~_- öeöemq / afiagxla icäoa avxm xQtxavog
öiaq>&aQei.
Tov avxov, tic t6 'Iöov 'Aöafi yeyovsv «-/>»• eiq l§ r/fimv.
Eigrjxai* dt vjib xov d-sov oxi, löov 'Adäfi yeyovev «>- tu
5 fcs fj/icov, xb yivcoöxELV xaXbv xa"t jcovtjqov, ovy- r'u jcQogxo-
ipavxa avrov im xrjv r/)c aQETfjq xai xaxiag yvööiv, dXX'
mg xoiovxov t£ (iQyJjc jtXaöd-EVXog' <pd-acag yaQ eLjcev // yoa<ii,
ort eti tjiob/ötv b frsbg xbv av&Q<ojcov xar Eunova 9-sov,
öfjXov foc XQOxaraߣßX7](iEVTjV tiytv Iv xij apvöEi xr\v yvcöotv
10 tov xaXov xai .-rort/oor. 6ios vva /nt xjj avxegovöioxTfzi xsxQfj-
fidvog Xaßf] tov gvXov xrjg t><orjg, xa\ yivi/ftai xaxbg d&dvazog,
E^EßXrjdi] 6vv Tij 'Eva eig xb yäg Ttjs xxrjöEaig avxov' tI ydg
(fijOt fiETa. xavxa TiävTa i) frtia yQag>Tj; „xai4 tZajrtOTti/.tv
avzov xvqloc b 9-Eog Ix tov xagaÖEiGov t;/-; TQoqyrjg, xai
IbETagE Ta ytoovfin xai xr\v qpXoyivrjv öo/ir/aiar xrjv öXQEipo-
(ie'vtjv (pvXdxxEcv xrjv oöbv tov §vXov r?~j C,a)rjg.u
1 der'joeojg V, övgsüjq M cod., öiptojc G'G2, ösaeiaq ALMPT —
avzbrcQE/ivoq GlG2LTV, avxonQEfivotq AMP, (cvronoiravog Crus. [un-
richtig PaGr 10,1400 0 avxoTtoepivoq'] — 2 öiaipSagy AG'LMPT und
Crus. cf. PaGr 10,14000; Siay&agsl G2V — 3 rov avrov > AMPTV,
die ganze Überschrift fehlt L — 4 zu für oxi LMTV, xdöe A, oxi > P —
/J» V — 5 rov ALMPTV — jiQoxöxpavroq ALMPTV, Tioooxörpavroz bei
Crus. cf. PaGr 10, 1398 0—6 vor htl + dia r^ anei&Eiaq ALMPTV —
rr\q ~> AP — aQsrijC rs ALMPV — äxaxlag A ■ — 7 <p9-äaaaa ALMPTV
— 8 oxs P — hxi > ALMPTV — hinter d-sov -\- htolrjoev avrov. '0 6i
nXao&elq xax" dx'ova »tot- ALMPTV — 9 iv > T — 10 xaXov xe ALMP
— xai rov LT, rov fehlt AMPV — <Sia yaQ xovro xai rov Tiaoaöeioov
ixßaXXezai [für 6to\ G*G2 — x% > T — y.iyoriTai ya"L ^ — ^ fiexaXäßg LT,
Xaßij AG1 G2MPV — rf/c ^cdijq steht zwischen rov und cf/.oiL — xaxcöq h&ä-
vaxoQ AP, zb xaxbv a&avaxov G1, xaxbq, a&ävaxoq G-LMTV — 12 r;;i'
ytjv statt rb yag ALMPTV — xxiasmq ALMPTV — 13 (ftjal > ALPTV,
(f)i]olv steht nach yqa<pr\ M — 14 XQViprjq ALMPTV: hinter tgvg>ijq -\- i(f-
yäl^eod-ai xtjv yfjv, e§ i)q i-?Jj<f9>j. Kai i^eßaXe zov'Aöa/ji xai xarwxiatv
\xax<öxrjOEV V] airbv ankvavxi tov naoaÖEioov xijq TQV<pf\q [xrjq tgvg)ijq rov
naoaöeiöov L] LMTV: der Zusatz, ohne xcu i^sßaXe ibv'Aöäfi AP, wobei
jedoch A xaxwxrjaev, P xaxatxsiOEV hat — 16 (pvXaoaeiv ALMPTV
1) EiorjTai . . . eixbva d-eov cf. Kedr. 1 13, 6—8. Die Stelle heißt
jedoch bei Kedr.: Tb de slQTjpisvov oxi 'Adäfx y&yovev i'j~ ti^ e£ ijköv.
ovy djq öi"1 catEi&Eiaq hnl xaxlav ngoxbil'avroQ [rCQOxöipavxeq G2], a/./.cc
öid rb eiQTjxevai y.at eixöva d-eov inoirjaev avxov.
2) oi% . . . xai novrjQOV steht bei Crus. cf. PaGr 10,13980.
3) Sib . . . a&ävaxoQ cf. Kedr. 1 15,3—5.
4) Gen. 3,23-24.
Text des Ottob. Fragments nach d. Ms. d. Magnus Crusius. 201
Auffallend ist, wie nahe sich der Yindob. mit dem Brixiensis
berührt. Obwohl V [mit andern Rezensionen] oft vom Brix.
abweicht, trifft er mit diesem nicht selten zusammen in Souder-
lesarten [z. B. 4, 151 äXXa ohne folgendes .t«?t«; 4, 15 rrcnf-
xrai; 4,32 der Acc. rt)v dgrd-aQüiav xa) dd-avaöiav xc) äger^v,
5,5 6 »9-to- statt // YQa(Py'i 5,29 dxafidvrajc; 6,6 bloß ovofia
statt ovo/iara xvgia ; 6,21 lyxalelrai\ 6,24 svd-icog', 6,32 freogcov
(Brix. d-scoQcSv) statt &e(6(i£VOQ', 7,24 ßaöxeVT] (Brix. ßaöxalvsi)
statt ßaöxrjvag; 8,26 erepor; 9,2 yvfivonjTog', 9,19 tpoßov
statt de'ovg; 9,25 Ixatfrov], in Fehlern [z. B. 5,24 f«rr/y (Brix.
lavTi-) statt mwov, 6,15 «rr' «rror; 6,21 (fon); 6,28 xexo-
öfU]fi£Vij; 7,20 ro ytr«')Oxni'; 7,25 xivrjOaq (Brix. xivqöcc)
statt Iyy.i66)'i0(u; 8,5 jloyov; 8,23 sq. didq>oQov statt «dm-
q>ogov\ 0,10 jtqcöto)' statt tqojtov'. 9,29 tdctforr/Ti (Brix. vöqoö-
rt/Tt) statt Mpam], in Zusätzen [10,3 ru/or dt diaZaßelv vor
r/i>0€ JVtxtr] und in Auslassungen [z. B. 6,3 sq. fehlt rcou #>;-
p/eop bis .Tfrfnv>i'; 6,26 fehlt r/)r jcXevgav bis stg yni'.ixr.\
6,28 fehlt rorro; 8,4 fehlt r<»; 9,15 fehlt rof- gtUov]. Das
Ottobonianische Fragment gehört demnach der nämlichen
Familie an wie der Text des Yind. Von den übrigen Re-
zensionen steht keine dem Brix. näher. Jede weist bei den
Varianten teils Übereinstimmungen mit ihm, teils Abweichungen
von ihm auf.
1) Die Zahlen beziehen sich auf die Seiten und Zeilen der Ausgabe
des Theodosios Melit. von Tafel.
202 Schalkhausser, Makarios Magnes.
Nachträge.
Zu S. 1 ff. Als die Drucklegung meiner Arbeit nahezu
vollendet war, kam mir die Studie zu Gesicht, die T. W. Crafer
in „The Journal of Theological Studies", Vol. VIII, No. 31,
April 1907, S. 401—423 unter dem Titel: Macarins Magnes,
a neglected apologist begonnen hat1. Crafer behauptet unter
anderem, daß den Apokritika eine wirkliche Unterredung zu
Grunde liege, daß Hierokles der Gegner des Makarios war,
daß die Abfassung der Apokritika nicht an den Anfang des 5.,
sondern an den des 4. Jahrh. (zwischen 293 und 302) zu ver-
legen sei und daß demnach unser Makarios mit dem Bischof
Makarios von Magnesia, der an der Eichensynode (403) teil-
nahm, nicht identifiziert werden dürfe. Da die Studie Gräfe rs
noch nicht fertig vorliegt, ist es noch nicht möglich, zu seinen
Ausführungen Stellung zu nehmen.
Zu S. 3 f., Aum. 2). In seiner Schrift: Zwei Griechische
Apologeten, Leipz. u. Berl. 1907, S. 301 ff. führt J. Geffcken
näher aus, warum es nicht angehe, den Gegner des Makarios
mit Porphyr zu identifizieren.
Zu S. 6, Z. 1 ff. Hr. Dr. Themistokles Bolides, Konservator
der Handschriften an der National-Bibliothek zu Athen, hatte
die Freundlichkeit, auf meine Anfrage mir unter dem 25. April
1907 zu antworten: „Der Codex, welcher den 'Ajtoxqitixoj: des
Makarios Magnes enthält, befindet sich nicht in unserer
National-Bibliothek und alle meine Recherchen zur Auffindung
desselben blieben leider bis heute resultatlos."
Zu S. 135, Z. 11 f. v. u. Auch der Ausdruck dtjiuovQyia
findet sich in der Schöpfungsgeschichte und zwar, von der
Überschrift des Ottobon. Fragments (s. S. 188) abgesehen,
zweimal (Theod. Mel. p. 5,12 und 14).
1) Herr Professor Carl Schmidt, Berlin machte mich zuerst auf sie
aufmerksam.
. H ' —
203
Register.
i.
Namen- und Sachregister.
Die Zahlen beziehen sich auf die Seiten.
A.
Abel 132, 173 ff., 184, 188.
Abraham 45, 73 ff., 76 ff.
Achilles Statins, Lusitanus 6, 21.
Adam 12, 116, 125, 128, 131 f., 134 f.,
139 f., 175, 182, 188, 191—200.
Afrikajaus, Sextus Julius 3, 132, 174,
186.
Aglaophon 140, 142.
äxä/iatog 134.
axfjQazoq 133 f.
Albertinus, Edm. 125.
Alexander VIII. 114.
Allatius, Leo 7, 15, 124 f.
Attemps 1 14.
ScftßXvTTjq 138.
Anaklet 38.
Anastasius Antiochenus 9.
Anastasius Sinaita 22, 120.
Antonius Augustinus 18.
Antonius Eparehos 33.
Antonius, M. 27.
Antonius, Nicol., Hispalensis 18, 24.
aitaQaXXaxxoc; 136.
Aposteldekret 58 f.
Apostelgeschichte (1. Kap.) 13.
Apostolides 5.
Apostolus (sc. Paulus) 52 IV., 57,
63 ff, 73 f., 77.
Archimedes 100.
Athen 5 f., 109.
Auberius Triuncurianus, I !laadias87.
Aucher 140, lf'.8f., 171.
avyoetötjg 139.
Ausleihregister der Marciana zu Ve-
nedig für 1545-1548: 104, 108.
Ausleihregister der Marciana zu Ve-
nedig für 1551—1559: 27, 104.
108, 110, 112.
avzegoroioq 134.
Azpilcueta, Martin 21.
B.
Backer, De 16, 18, 20.
Baluzius, Steph. 90ff.
Bandurius, Ans. 30f., 33, 115, 118,
126, 129.
Barcelona 101.
Barsanuphius 120.
Bartholomaeus, Fr., archiepiscopus
Bracarensis 90.
Basileios, von Caesarea 130, 134,
143—155, 1591'., 162, 166, 169,
175, 177 f., 180.
Basileios, Pseudo- 149, 153 f., 1591'.,
167, 169, 178, 180.
Basileios, von Seleukia 160, 165,
167, 170.
Bassi, Dom. 86, 127.
Batiffol, Pierre 25; 28, IM.
Battaglini, F. 7. 120.
Battan'dier, All). 1181'.
Beccadelli, Lod. 19, 27 t'., 81, 104.
Beludes (Veludo), Jo. 82.
Bembo, Pietro 28, 102.
Bessarion, Kard. (Nicaenus) 2t; ff.,
96 107, 112.
Bianconi, Jo. Bapt . 127,111,171,1 86.
204
I. Namen- und Sachregister.
Biblioteca Naz. Centr. Vittorio Ema-
nuele zu Rom 20, 23.
— Queriniana Comunale zu Brescia
122 f.
Bibliotheca Ambrosiana zu Mailand
86, 127.
- Caesarea zu Wien 85, 100, 188.
— Marciana zu Venedig 34 ff., 47,
64, 76, 81, 93 f., 96 ff., 100— 1 10,
114, 119.
— Ottoboniana zu Rom 114, 120.
— Regia (Bibl. Nat.) zu Paris 82 f.,
85 f., 114, 116.
— Riccardiana zu Florenz 85, 97.
— Valiicellana zu Rom 6.
— Vaticana zu Rom 14, 118 — 121,
123.
Bibliothek des Eskurial 108.
— National- zu Athen 5 f., 202.
ßioq 133.
Blondel, Charles 3, 33, 35, 39, 50,
79, 108, 112.
Blondellus, Dav. 68.
Blondus 98.
Boissier, Gaston 96.
Boistaille, J. Hurault de 82—85.
Boivin, Jo. 14, 31, 33, 36, 106, 114 ff.,
118, 121, 127, 129.
Bolides, Themistokles 202.
Bonwetsch, G. N. 140 ff., 146, 152 f.,
156, 158 f., 166, 168, 170 f., 179,
182.
Boor, C. de 7, 127 ff., 174, 187.
Borromaeus 91.
Bozius, Thom., Eugub. 6, 46.
Brescia 90, 122 f.
Burmannus, Peter 104.
Busenellus, Alex. 99.
Bussemaker 33.
C.
Cabasilas, Nie. 87.
Cabrol, Fern. 118.
Caesar Estraeus 10.
Cain 132 (s. auch Kain).
Calino, Muzio 90 ff.
Calviniani 47.
Calvinus 41, 44, 57, 89.
Canisius, Heinr. 22 f.
Capellus, Ben. 106.
Capharnaitae 44.
Carpentras 104.
Castellani, C. 26 ff., 97, 102 ff.
Catharinus, Ambr. 24 f.
Catholici 41.
Catinus 28.
Cave, Guil. 2, 30, 88.
Cedrenus, Georgius 25, 120, 141,
158, 187 (s. auch Kedrenos)
Celsus 3, 36.
Centuriatoren, Magdeburger 38.
Cephas 38.
Cervini 25.
Charles, H. 131 f.
yiriöi'eg deQ[ic'cTtroi 138 ff.
Christus 12, 41-46, 50f., 63f., 71.
79, 82 f., 88, 95, 120, 133, 135.
Chrysander 116.
Chrysostomos 120 f., 130.
— Pseudo- 160, 163, 167, 169.
Cicogna, Em. Ant. 91, 100 ff.
Clairvaux 90.
Claude, von Guise 89.
Claudius Auberius Triuncurianus 87.
Claudius Guise, Kard. von Lothr.
13, 85—89, 95 (s. auch Karl
von Guise).
Clemens Romanus 44, 78.
Coccius, Jodocus 46, $7 f.
Codex Ambros. Gr. D34sup.: 127,
141, 174, 179, 186.
O 142 sup.: 86 ff., 94.
Lat. D341 inf.: 104.
— des Apokritikos zu Athen (Athe-
niensis) 1, 5, 14, 16, 32 — 36,
41, 43 f., 49, 55, 59 f., 66—70,
78, 80, 108—113, 202.
— — zu Coriolane 1, 15.
— — auf Monte Sardo 1, 15.
— Gr. 382 im iberischen Kloster
auf dem Athos 1, 8.
— Berolin. Gr. qu. 24: 1,7, 10, 12.
— Bononiensis Gr. 3632: 2.
— Brixiensis Gr. B. Vll. 7: 1 24 ff.,
130, 138, 179, 185—201.
— Coislin. Gr. 112: 1, 8—12.
205: 1, 13.
— Colbertinus Gr. 2145: 104, 110.
1. Namen- und Sachregister.
205
Codex Holkhameüsis Gr. 295: 174.
— Magliabecbianus Gr. VIII 1357:
7, 10.
— Marucellianus Gr. A 148: 7.
— Messauensis Gr. 85: 174.
— Monacensis Gr. 181 : 175.
- Monacensis Gr. 218: 176, 178.
— Mosquensis synod. Gr. 252:
128t'., 141, 173 f., 176, 178 f.,
187 f.
— 393: 1, 8.
418: 1, 8.
- Ottobonianus 114, 116, 118ff.,
124, 184, 186.
Gr. R. VIII. 54: 125 ff., 130 f.,
188.
268: 121, 125 ff., 129 ff.,
132, 137 f., 185.
362: 7, 120.
— Paris. Fr. 20052: 14, 106 f.
Gr. 364: 1, 8—12.
901: 1, 8-12.
949: 86 ff., 94.
1133: 1, 8, lOff.
— 1327: 82.
1630: 1, 33 f.
1688: 83.
1712: 128 f., 186.
— 1828: 82.
— 242 G: 82.
2745: 82.
— 3064: 101.
— Peirescianus 1769: 104.
- Riccardianus K. I. 8: 85, 87t'.,
94, 97 ff.
— Vaticanus Gr. 163: 127, 129,
186.
- 840: 1, 7, 10, 125.
1 112: 15.
2022: 1, 121, 125, 1371.,
185.
Pii II. 22: 5.
- Lat. 6189: 28.
- Ven. Marc. Gr. VII, 12: IST
— 23: 2,5.
115(125?): 141.
345: 26 f.
- 407: 128, 174.
503: 1,9 12. 111.
Cod. Ven. Marc. Gr. des Apokriti-
kos: 14 ff., 22, 24, 2i\H\, 34 ff,
38, 40—44, 49 f., 55, 59—63,
66 ff., 70, 78-81, 93-114.
Lat. XIV, 14: 96.
— — XIV, 16: 103.
XIV, 17: 102.
XIV, 18: 105.
— XIV, 19: 105.
XIV, 20: 105.
XIV, 23: 26.
XIV, 111: 103 f.
Ital. XI, 62: 105.
riserv. 71: 28, 101, 111.
97: 9, 111.
— Vindob. Theol. Gr. 331: 85,
87 f., 94.
Hist. Suppl. Gr. 91: 174,
176, 178f., 188, 201.
Lat. 9652: 98—101.
— Vossianus Lat. F. 52 in Leiden:
104 f.
Collegium Romanum 19 f., 23.
Colomesius, P. 88, 110.
Cont'essio Augustaua 18.
Constantinus Magnus 35, 72, 113.
Corigliano (Coriolane) 1, 15.
Cornaro, L. 901".
Corsica 101.
Crafer, T. \V. 202.
Crusius, Magnus 7, 14, 17, 30f., 33,
36, 68, 73, 96, 1071'., 114-122,
1291., 138,184, 186— 191, 193 ff.,
197—200.
Crusius, Mart. 831'.
I \ rill vnii Jerus. 61, 71.
1».
Delisle, L. 33.
öequ&tivoi %iTQtveq 138 ff.
6rjiMOVQyb<i 135 f.
■i/oi, 141, 183.
Didymus Alexandr. 22.
Diokletian 186.
Dionysius 120.
— Alexandr. 121.
Dacaeus, Fronto 1 II, 153, 164.
Duchatel, P. 33.
206
T. Namen- und Sachregister.
Duchesne, L. 2 f., 5-9, 12, 33, 35,
Ulf., 119 ff., 126, 137 f.
Dumont, Alb. 109.
Dupin 18.
E.
Elises, Steph. 119, 121, 12G, 137.
Eichensynode 2, 202.
irvnuGzaTOQ 136.
Epiphanios 140 f., 165 f., 181.
Epirus 5.
Eusebios 27, 120, 144.
Eva 132, 135, 139, 182, 195, 197
bis 200.
Evangelici 41.
F.
Fabricius, Jo. Alb. 17, 31, 33, 37,
46, 81, 86, 102, 106, 113 ff.,
118, 184.
Pellkleider 138 ff., 182 f.
Feron, E. 7, 120.
Feuerlin 107, 123.
Ficlerus 19.
Foscarini, Marco 100, 108.
Foucart, P. 3, 5, 12, 108.
Franceschi, dessen Register 28.
Franz I. 33.
Freyhubius, Andr. 18.
Frisius, J. Jac. 32, 37, 85 f.
Funk, Fr. Xav. 2.
G.
Gallandius, Andr. 17, 36, 44, 46, 68.
Garnier 149, 153, 159 f., 166 f., 169.
Gebhardt, O. von 8.
Geel, Jac. 104.
Geffcken, J. 4, 202.
Geffroy, A. 3.
Geizer, H. 132, 174, 186.
Genesis 134, 137, 174 f.
- 3,21 : 138 ff.
— Kleine 131 f., 142, 177 f., 181 f.,
189.
Gennadijs 162.
Genova 101.
George Salmon 2, 4.
yeioQytlv 134.
Georgios Monachos 128, 141, 173,
175, 187.
— Priester zu Corigliano 15.
— — von Kreta 84.
Georgius Acropolita 15.
yevjjjyög 134.
Georgskirche zu Venedig 83.
Germani 34, 73.
Germania 41
Gesner, Conr. 32, 37, 85 f.
Giovanni e Paolo, Kloster in Ve-
nedig 187.
Giustiniani, B. 20.
— Gir. 100.
Göttingen, Georgia Augusta 117, 122 f.
— Univ.-Bibliothek 122.
Gonzalus Herrera 21.
Grabius, J. E. 7.
Gradenico, Ambr. 105.
Gradenigo, Aluise 105.
Gradius, Steph. 10.
Graeci Veneti 88 ff.
Graux, Charles 108.
Gregor von Nazianz 82, 134, 153,
155, 158, 164 f., 171. 181.
— von Nyssa 51, 87, 130, 134,
144, 146 f., 153 f., 156 ff., 164 f.,
172, 177, 179, 183.
Gretser, Jac. 22.
Guisius, Claud., Card. 13, 85—89
(s. auch Claud. Guise).
H.
Haeberlin, C. 122.
Hamburg 123.
Harburg (Hannover) 116 f., 123.
Hardt, Ign. 127, 132, 175, 179, 185,
188.
Harnack, Ad. 3.
Haye, de la 107.
Hellenomnemon 81, 83 f.
Heraclides 26.
Herakleides 2.
Herberstain, Sigism. 86 f.
Hermas 155.
Herodes 5.
Herrera 18.
Herrerienses 19.
Hesychius 120.
f. Namen- und Sachregister.
207
Hierokles 3, 202.
Himerios 124.
Hippolytos 143.
Hispaniae Bibliotheca 6, 18, 21.
Historia Lausiaca 26 ff.
Hohes Lied 2, 4 f.
Hosius, Stan. IG, 95.
I.
Jauina 5.
Junos Laskaris 15, 30, 32.
Jereinia, Prophet 64.
Jeremias I. 83 f.
— II. 84.
Jesaia G4, 144.
— 40, 22 : 144.
Jesus 40 f., 43, 82 f., 138.
Ikonoklasten 1, 32.
Joannes Antioch. 1,7—10, 12, 31t'.,
96, 120 f., 125.
— von Bostra 9.
— Damaskenos 2, 48, 185.
— Karpathios 2, 9 f.
Joasaph 82 ff.
Job 138 f.
Jöcher 81.
Joh.-Evang. 19, 29 : 39.
Josephos, Flav. 131, 142, 173 ff.. 182.
Irenaeus 51, 170.
Isidor von Pelusium 120.
[sidorus, Pseudo- 68.
lcx>i)rruixoq 136.
Judaei 19.
Judas 13.
Julian 2t'., 36. 96, 112.
K.
Kain 173 ff, 184, 188 (s. auch Cain).
Karl V. 100, 108.
Karl von Guise, Kard. v. Lothr. NU
bis 92, 95.
Karo, <;. 2.
yi'.ii>i,Uv>i(c. 133.
Kautzsch, E. 131.
Kedrenos, Georgios 141, 180, 186 f.,
189 f., 192-196. L99f. (s. auch
Cedrenus).
Keil, Karl Aug. 17, 118.
Klaudius Guise, Kard. v. Lothr. 13,
85—89, 95.
Kleffner, Ant. Ign. 4.
Koimintzes, G. A. 5.
Kollarius, Ad. Franc. 85, 188.
Kolosser 55 ff.
Konstantin 35, 72, 113.
Koroliane 15.
Kreta 82.
Krumbacher, K. 127.
L.
Lainez, G. 20.
Lainius, Jac. 23.
Lambecius, P. 85, 100.
Lambros (Lampros), Sp. 8.
Lami, Jo. 36, 81, 85-89, 961'., 99,
108.
Laskaris, Janos 15, 30, 32, 102.
Latinus Latiuius 16, 18.
Lazeri, P. 20.
Legende vom zweifelnden äöeXwoc
11 f.
Legrand, Em. 15, 33, 81—84, 102.
Leiden 104 f.
Leon Grammatikos 127, 170, 172,
174, 182, 187, 199.
Leon, Köuigreich 18.
Le Plat 19, 90 ff.
).£7lll)TE(}OV 139.
Lequien, Mich. 2, 30.
Letus (Lethus) 107.
Leuvenklaius (Leunclavius), Jo. 86
bis 89.
Lietzmann, J. 2.
Lightfoot, J. B. 2.
Lipomanus, Aloys. -J^fW
Loesche, G. 3.
).6yoq 135 f.
Loredan, Bern. 105.
Lorenzo Medici 15.
AwQiVTj 88.
Lossen, M. 18, 90
Louvois 11, 106.
Ludwig XII. 102.
Lnmper, Gottfr. 46, 68.
Luther 88f.
Lutherani .".I. 7."..
208
I. Namen- und Sachregister.
M.
Magnes Emesenus 2, 33.
— von Jerusalem 2.
Magnesia 2 f., 202.
Mailand 90.
Makarios der Agyptier 119.
— Chrvsokephalos 107.
Maldouatus, Jo. 21 f.
Mamouka, Pant. 86.
Manichaeus 71.
Mansi, J. Dom. 90f.
Manuel Korinthios 83 ff.
Marcellus II. 25.
Marcianus 120.
Marcion 71.
Marini. Ab. 101.
Mark.-Ev. 15, 36 : 39.
Martini, E. 6, 86, 122 f., 127.
Masius, Andr. 18f., 90.
Matth.-Ev. 27, 48 : 39.
Maximus Confessor 22.
Mendoza, Diego Hurtado de 108.
Methodios 121, 140ff., 146, 152f., 156,
158 f., 166, 168, 170f., 179 f., 182.
Meyer, Ph. 82, 84 f.
Miller, Em. 108—112.
Möller, W. 2 f.
Mönch, zweifelnder 10 ff.
Monte Sardo 1, 15.
Montfaucon, Bern, de 8, 13 f., 104,
106, 109 f., 114 f., 119.
Morelli, Jac. 2, 5, 9 f.. 26, 28, 36,
97, 100f., 108—111.
Müller, K. K. 15, 102.
Muralt, E. 128 f., 141, 173, 176, 187 f.
N.
Navagero, Andr. 100 ff.
vsxqÖTijq 182 f.
Nessel, D. 85
Neumann, K. J. 2 f., 96, 112.
Niceron, J. P. 18.
Nicetas 25, 82.
Nickes, Ans. 119.
Nicolaus Ant. Hispalensis 18, 24.
Nicon 120.
Nikephoros 1. 1, 4, 30 ff., 35—38, 71,
113—116, 118, 124.
Nilus 120.
0.
oixovon'iu 133.
OLXOVUhVll 134.
Omont, H. 8, 13 f., 27, 33. 82 f.,
85 f., 96, 104, 106 f., 115.
bfioovoioq 136.
Origenes 137, 139 ff., 144. 165.
Ottoboni, Familie 114.
Ottobonianisches Fragment 137 ff..
184—202.
Ottobonus 114, 116, 125, 188.
ovaia 134.
P.
Padua 86, 91, 101.
Palencia 18.
Palladius 26 f.
Pallavicini, Sforza 92.
Pantagathus, Oct. 19.
Paris 90, 115 f.
Parma 101.
Patir 28.
Paul III. 25, 114.
— V. 25, 114.
Paulus 55—59, 68.
Pelicier, G. 33.
Petrus 38.
Philetas, Ch. 81.
Philippos von Side 187.
Phillipps 104.
Philon 140, 142, 149 ff., 158. 161,
163, 167 ff, 171 f.. 175. 181,
185.
Photios 2, 141, 156, 166.
Pinelli, Jo. Vinc. 86.
Pisa 101.
Pisani, Aloys. 100.
Pisorica 19.
Pitra, J. B. lf., 4 f., 12 ff., 17, 32 f.,
35—38, 51, 56, 71, 96. 111,
118—121, 124, 126, 137 ff.
Pius VII. 20.
Piaton 64.
nXevQa 135.
Polydeukes (Pollux), Jul. 127, 129,
131 f., 141 ff., 147 f., 1501'., 173
bis 179, 181 f., 185, 188.
Polykarp 2.
Porphyr 3 f.. 36, 202.
I. Namen- und Sachregister.
209
Possevinus, Ant. 19f., 22t'.. 31 f., 37,
105 f., 1091'.
Praechter, K. 127. 129, 131, 142,
149, 167 ff., 175, 185 f.
Preger, TL 127, 17.0.
Proklos 2, 139.
Prokop von Gaza 2, 135, 139, 142 f..
14t;- 150, 152 ff., 15G, 1G0— 164,
1G6. 168 f., 172, 178, 180.
Psalm 103,2: 147, 178.
Querini (Quirini), Ä.ng. M. 122—125.
R.
Ramberti, Ben. 101 I.
Ramnusio, J. B. 101.
Registro Franceschi 28.
Reim ar us, H. S. 123.
Ribadeneira 18.
Richter, Mart. 101.
Rocca, Lor. 104.
Rönsch, H. 131.
Rössler, E. F. 117.
Rum 91 f., 97, 114, 119.
S.
Sabas 187.
Sakkelion, A. u. J. 6.
Salviati, Jo. 19, 24.
Salviniu8 7.
San Giorgio Maggiore 91.
Sansovino 27 I.
Santi Giovanni e Paolo 99.
Saldo 1, 15.
Sarpi, Paolo 91 f.
Sathas, K.X. MI'.. 84, 128.
Sauer, A I19ff., 126, 137 f.
Schelstrate, Em. 88.
Schmersahl 1 15, 1171".
Srlmii.lt. Carl 202.
Schott, Amlr. 6, 18, 21.
Schräm, Dom. 46.
Sei erianue von < labala L35, 1 13,
146, Us it., 156, 160 163, 165,
168, 170, I80f.
Severus 120.
Sextus Julius Alrikaiiii- 3,132, 174.
186.
Texte q. Untersuchungen etc. 31, i
Simlerns, Jos. 32, 86.
Sirletus, Guil. 25 f., 28, 95.
Skordylios, Zacharias (Cretensis) 13?
31, 52, 81— 9G, 105.
Skylitzes 187.
Sommervogel, Carlos 16, 18, 20 ff.. 24.
Sophianos, Mich. 83.
Sophronius 28.
Sotvell, Nath. 18.
Sozomeno, Greg. 105 f.
Statin, Achilles, Lusitanus 6, 21.
Stephanotius, Claud. 114. 116, 121.
Stevartius, Petr. 23.
Strodtmann, Joh. Chr. 115. 117 1'..
1221'.
Suicerus, J. C. 139.
Susa 90.
ahfißovXoq 13G.
Symeon Logothetes 127 ff.. 174. 186.
Symmachos 194.
Synkellos 174, 179, 186.
Syrakos 5.
T.
Tafel, Th. L. Fr. 176 f., 188. 201.
Talmud 19.
Taxis, Joh. Ant. 90.
Teissier, Ant. 18.
Tertullian 51, 59.
Testament, Neues 134.
Throdoretos 2G, 140, 1441'., 150,
159t'., 1G4, 1G8, 172»"., 183.
Theodoros 160.
Theodosios Melitenos 127 ff., 131 bis
136, 141 — 185, 188—202.
Theodotos von Antiochia 51.
Theophilos 144. 147. 149, 155, 163 f.,
Theosthenes 29, 31 f., 3i;il., 14, 52.
551'.. 581'.. 64, 68 f., 71 f.. 7 1.
76 f., 88, 93, llo.
Thomas Bozius Eugubinus G, 46.
Thou, de 18.
Tillemont30,37, 106, 113 ff.. 129,184.
tifiiog 134.
Timotheus 120.
— Presbyter 22.
Toledo lo'i.
Tomasini, Jac. Ph. I06f.
Trienl :|_>.
11
210
I. Namen- und Sachregister.
Trient, Konzil zu 19, 29, 89—92.
Turcograecia des Mart. Crusius 83 f.
Turin 90.
Turrianus (Torres, Torrensis), Franc.
2, 4, 15-83, 93 ff., 106 f., 110
bis 114.
— — In monachos apostatas, 1549:
19, 57.
— — De residentia pastorum,
1551: 25.
— — Antapologeticus pro libro suo
de resid. past., 1552: 24 ff., 30,
35 f., 71 ff.
— — De sola lectione legis, 1555: 19.
— — Dogmaticus de justiticatione,
1557 : 34 f., 37, 70, 73— 70,78,125.
— — Dogmatici characteres verbi
dei, 1561: 32, 35, 37, 41, 52,
57, 59 ff., G3, 68 ff., 78 f., 111.
— — De votis monasticis, 1566
(1549 und 1561): 37, 57, 59 ff.,
63, 79, 111.
— — De matrimoniis clandestinis,
1563: 29.
— — Jtazaycd xü>v uy'uov anooTb-
Xwv, 1563: 20, 29 ff, 37, 48,
5 1 f., 55 f., 59, 61 f., 80, 82, 93 ff,
111, 125.
— — Adversus Magdeburg. Cent.,
1572: 29, 32, 34 f., 38, 58, 68,
73, 76 f., 79, 111.
— — Epistola ad Gonzalum Her-
reram de redditibus ecclesiast.,
1574: 21.
— — De ratione dispensationis
bonorum ecclesiast., 1577(4574):
21.
— — De ss. eucharistia, 1576: 6,
29, 35, 44 ff., 48 ff., 94, 111.
— — Apostol. Coustitut., 1578:
29-32, 34-37, 44, 48, 52, 56 f.,
59 ff., 64, 68, 71, 77,79, 94, 106.
Turrianus, Franc, Adversus capita
disputationis posterioris Amlr.
Freyhubii, 1578: 18, 64, 68, 73.
— — Epistola de definitione pro-
pria peccati originalis, 1581:
72, 111.
— — Epistola contra Ubiquistaa
Arianistas, 1583: 72.
V.
Vaccaei 19.
Valencia 18.
Valens 186.
Valentinelli, Jos. 27 f., 97, 99, 102 f.,
105, 108.
Valentinian 186.
Vatikanisches Fragment 137—141,
184.
Velserus, Marc. 23.
Venedig 24ff., 82f., 87, 89-93,
95ff, 99-103, 106 ff., 11!».
Vicecomes, C, episc. Vintimil. 91.
Villoison, J. 109 f.
Vitelli, G. 85, 88.
Volanus, Andr. 44, 47.
w,
Wagenmann 3.
Wernsdorf, Gottl. 123 f.
AVladimir 8.
Wormius, Chr. 107, 116.
^i').ov 135.
X.
Z.
Zacharias Skordylios von Kreta 13,
31, 52, 81-96, 105.
Zahn, Th. 2 f.
Zauetti 101.
Zeller, E. 139.
Zeno, Apostolo 105.
Zonaras, Jo. 127, 131. 149. 175. 185.
■Jll
II.
Wortregister zu den griechischen Texten S. 10—12,
S. SS und S. INS— 1>00.
Die Zahlen beziehen sich auf die Seiten und Zeilen.
ayaXXeiv 103, 17.
ayeiv 191,17. 192,2. 103,0. 108,10.
ayyeXoq 11. 17. 10.
t'r/ i'/.ünyi^ 102. 1.
ayeQaaxoq 100,14.
ayvaCpiv 100,10.
ayiaofxa 11,5.
ayioq 11, 11,13,20. 12,8.
uy/irmc. 105,14.
&ScmävT]tog 11, 2f.
aöeia 104,15.
ä6eX(pbq 11,4,6,27. 12,17.
aöiätpoQOQ 107,4.
aöixeiv L98,20f.
a&avccoia 190, 1.
<\ih':rrin- 195, 1. 199,16. 200,11.
alöeoifioq 88,2.
at'ifto« 101.0.
«t'dcw? 107.10.
alfia 11,1,5.24. 88,7.
c.irirTHi'.h'.i 198,3.
c.i'oiiy 105,7.
ala&ävsiv 108,1.
aco9rjoiq 193,4. 196,4. 197,11.
i frtos 194,11. 107,10.
attbv 199,12, 15.
äxa/iavtatq 101, 15.
axafiäxex ">,• 103,4.
axÖQSGToq 193,7.
axo^ 196,5.
,'vo/,/r 11,30. 12,16 198,7, 16.
äxovarixbq 196,5.
ecxQißrjQ 196,3,
cüäihjTOi 108,12.
aXyrjömv 103,4.
äkii&eia 11,8.
ccXij&tjq 88,6.
aU^v 107, 19.
äXXoq 189,1,0,14. 190,13. 194,16.
195,14.
aXoyoq, 192,5.
a/iagtia 198,5. 200,1.
afiTjv 11,28.
rii^yr.VOC 193,8.
d/iiyijq 106,3.
äfMpißäXXe.iv 11,4.
r.infK) 194,12.
avaßXsnetv 106,18.
ScvaßXeytq 107,13.
avayivioaxeiv 11, 10 f., 14.
avayxaloq 197,20.
ävaSveiv 198,12.
avaxaXeiv 108,14.
- '■/ 1 tcXtjqovv 102, 15. 193.6.
i''.rc.iilh'r(:i 197, 10.
o c< roAaj 191,1.
i'n'nyiiilh'.i 11,11.
«vfo» 192, 1 1. 19. 193,12, 16. 196,16.
avdaq 195,4.
av&Q<onoq 11,31. 12,2. 188,3. 180,1,
4. 12. 190,1, 1,6. 191,1, 10, 14,
20. 192,9. 10 1. 15. 195,6, 14.
10:1.1:;, 15, 17. 200,8.
avoiyvvvai 11,12. 12, 15.
* yii wxQtoiq 88,3.
avxii r.T)i' 11,6.
i':rivi,iy 12, 16.
14*
212
II. Wortregister zu den griechischen Texten.
ricta 189,16.
ä^ioq 199,12.
unctviaxc'cvai 12,9.
anaQÜXkaxxoq 189, 10.
f'cjtag 192,7. 197,5.
cmavycca/xn 189,7.
cMei&eia 197,14, 17.
cmelvcu 195,8.
aneiQÖxaxoq 197,3.
cmtQxeod-ai 12,18.
dneyeiv 195,1.
amaxia 11,9.
ankijaroq 193,1.
anoßakkeiv 11,9.
aicoÖEixvvvac 194, 1.
ano&i'tjoxetv 194,5. 196,1, 11.
a7ioxäXvi}'ig 197,12.
aTtöxQiaiQ 10,1.
nxolaveiv 195,5.
änoloytia^ai 197,10.
anokoyia 88,5.
cmoXveiv 11,9.
änöaxoXoq 11,11. 189,8.
anoxi&tvai 197,3.
ano<pa!vEiv 199,1, 17.
(CTireiv 196,1.
aga 196, 1.
tcQEOtbq 196,14. 197,2.
äQexli 190,1. 200,6.
ccQxoq 11,22, 26,28. 12,4,13. 199,5.
aQ/cdoQ 88,5.
«raf»> 188,4. 189,14. 190,11.
äfj/ixvjiov 189,17.
a(j/Ji 12,5. 200,7
(Cfjyixbc 191,9.
("octfjxog 197,16.
aaxQanri 11,19.
äoyßXzlv 197,8.
äayolla 197,9.
ai&iq 12,16. 192,13.
av$7]oi<z 11,2. 192,11.
avxE^ovauoq 194,14.
abx^ovmöxriq 190,3. 194,1. 200,10.
ccvxöngEftvoq 200,1.
CMpaiQeZv 196,8.
f'äpcaoQ 191,8.
cc(p&c<Qöia 189,17.
a<poQi'C,ttv 191,5.
ayttjpioxoq 11,4.
ß-
ßaatlsvq 189,12, 15.
ßaaikixöq 190,3.
ßaaxalvEiv 195,6.
ßJlfxa 198,17.
ßXaßEQoq 194,9.
ßXÜTixetv 198, 19 f.
ßXhtsiv 193,15. 197,6.
ßorftsia 192,9.
ßorjVöq 192,10, 18.
ßovlij 189,2. 190,7.
ßovXrjfia 194,14.
ßiwjoiq 191,3. 194,3. 196,14. 197, 1 r.
yi/ueiv 191,6.
yevsoiq 192,1.
yevväv 189, 13.
yhoq 192,2, 7, 11. 197,21.
yevea&ctL 199,16.
yscogyeiv 191,10.
y'n 12,7. 188,5. 191,2, 11. 192,19.
195,12. 196,8. 199,2,6. 200,12.
ylveo&ai ll,26f.,32. 12,12. 190,13,
15. 191,8, 14. 193,3. 194.11.
195.11. 198,18. 199,9. 200,3 f.,
11.
yiväoxeiv 193,3, 10. 194,3. 195,1.
196. 12, 17. 197, 12. 199, 10.
200, 5.
ykwaacc 196,6, 9.
yvvjQifioq 197,9.
yvcöoiq 194,8, 11, 13. 200,6. 9.
yvojaxöq 191,4.
yQtxiptj 188,2. 190,17. 191,17. 192,8,
17. 195,11. 198,7. 199,7. 200,7,
13.
yvfxvaaUc 194,10.
yvßvög 196,17. 197,12. 198,1,17.
yv(ivbxr\q 197,16.
yvfivcootc 197,4.
yvvrj 192, 16. 193,12 t'., 16. 195, S,
16, 18. 196,10,13. 197,1. 198,9.
199,8.
öayiXijq 195,5.
ösixvvvai 11, S. 189,3, 5. 190.."..
193,19. 196,19. 198,5.
IL Wortregister zu den griechischen Texten.
•213
öeiXivbq 198,8.
Seiv 11,7. 189,13.
öevöqov 194,16.
(teyfiärivoQ 199,8, 13, 18.
ötoiq 200,1.
ÖBOJtbxriQ 194,1. 195,1.
öijXoq 194,11. 200,9.
ötj/uovQyla 188,1. 190,13, 15.
dtäyetv 195,4.
öuxSrjfia 189,16.
öiadoxfi 197,21.
öiäd-eaiq 197,16.
öu&xovoq 11, 11, 13.
ihrcxoizixög 198,11.
öiodafißäveiv 199,12.
ihcJ.laxTEiv 196,4.
(Ua/iovtj 192,12.
öiävoia 197^7.
öiavovyvvvai 196,12, 16, 19. 197,4.
At(hlt«fiq 190,7.
6i(caw'C,F.iv 190,2.
iSiaxflüv 197,16.
ihtuf £qeiv 195, 15.
öiacp&eiQELV 200,2.
Su((poQ('c 197,20.
(hä<poQoq (?) 197,4.
öiöäaxaXoq 88,5.
öiöovai 11,29. 192,18. 193,18. 194,
12, 14. 195,2. 196,16. 197,15.
äieyetQeiv 197,6, 11.
öirjyeZa&at 11,10.
öuecuovv 199,4.
SixaaxtjQLOv 198,18.
ölxtjv 197,8.
rfo$a 189,7.
öo&tßiv 12, 18.
6i)v«fiiq 11,2. 12,15.
övvao&ai 11,30. 12,1 ff. 199, 15.
ovo 196,17, 19.
Acnjii'f 12, 17.
ÖWQOV 11, 15 f.
eßöofioq 190,9, 11.
iyylveo&at 197. 13.
.•';vv"> 193,2. 197,9.
iötböifioq 199, ■'!
hAittAiunt qo<i ia (?) 1 99, 3.
et'dcva/ 191,4. 194,12.
Eixöxojq 189,13. 197,18.
aVoiv 188,3. 189,4,10,131. 190,2,
4. 192,3. 200,8.
eiicelv 11,18,32. 12, 11 f. 188,2.
192,8. 195, 16 ff., 20. 196,10.
198,15. 199,7,9. 200,7.
riq 193,3. 194,16. 196,6. 199,9.
200, 3 f.
etqäyeiv 189, 12.
iixa 190,7. 191,17. 193,3,9.
txaaxoq 190,12. 192,5. 1! 18,21.
ixßäXXEiv 199,13. 200,12.
ixsl 191,1, 7.
£-*£ivoe 192,4. 193,9.
ixxsvovv 11,25.
ixxXijaia 11,12. 12,15.
l'xoxaoiq 192,13.
:-*Tir!veiv 199, 10.
txxoq 190,8.
txxvnovv 193,7.
sXevd-eQoq 193,19.
tlevd-EQtöxrjq 194, 10.
"EXXtjv 10,1. 88,3.
tjupaivEiv 189,16.
ifKpfQijq 190,4.
tfupvaäv 12,6.
■nvvyn- 189,14.
ivdiöövai 197,18.
i'nli'ni' 195,7. 199,8.
ivelvai 189,9.
&/£*«> 199,12.
bv {■{))' eia 190,7.
ivlote 197,8.
hvoüv 193,17. 199,14.
ti'xavti-a 191,7.
£vxev&ev 191,20.
ivTi&ivai 196,'.).
j-YroP.,} 194,12, 14. 195,2.
i'n'.im/rifni,' 189, 10.
igaiQEToq 189,2.
igavaXloxeiv 11,1.
Hzavare'XXeiv 191,2.
i^anazäv 195, 15.
_- tooziXXeiv 200,13.
it-ovala 191,9.
ärayy&Uew 192, 18.
inayetv 1!»:'..:». 196,10. ü»7. 18.
hta'iQEiv 19(i,.",.
htävu) 1 1,26.
214
II. Wortregister zu den griechischen Texten.
exeiöav 197,9.
ineidij 11,3. 189,11. 190,14. 192,7.
197,14, 17.
biißäXXeiv 192,13.
eniöiöbvai 191, 10.
yntxe.UfjOÜai 11,20.
hniyj.i]r,iz 192,6.
hcikiyEiv 192,13.
htiaxQEtpeiv 199,5.
&U0VßßalvEiv 197, 17.
s'niTi'h'rai 192,5.
egyov 190,6,9, 11.
eqeZv 189,12. 191,13. 192,16. 194,
14. 196,18. 197,4. 199,14.
200,4.
tQfxtjvt-i eir 194,6.
eqmeiv 196,8.
EQTtETOV 191,18.
EQXEO&m 11,2. 198,10.
EQ(OTTj<siq 88, 1.
io&lsiv 199,2,5.
txzQoq 11,17. 189,5. 197,7.
zvayyt'hov 11,12, 14. 88,6.
evEQyeala 193,19.
ev&E(oq 193,5.
Ev&vq 11,26. 12,12. 191,17.
f-iloyüv 190,9, 12, 15.
eikoyla 190,13.
EviiQtTiijq 193,8.
EVQtaxEiv 12,3. 198,20.
eI<PQ(Üveiv 193,15.
EvyaQtottir 12, 13, 18.
(■v/HQioria 88,6.
icptoiavai 195,8.
l/iir 12,13. 189,2. 190,13. 192,1.
193,15. 194,15. 196,3. 197,7,
14, 17. 199,3. 200,9.
E'i&Qbq 195,5.
twq 199,5.
tjqv 189,9. 199,12, 15.
L,ljTElV 11,32.
:Cfon 12,6. 191,3. 199,11, 16. 200,
11, 16.
tßov 192,5. 193,8. 195,14. 199,19.
i/yh/Kor 192,3.
hdovri 193,7,
riSvq 198,4,6.
rjfAEQa 190,8, 9, 12. 194,4,6. 196,11.
lnuTiQoq 188,3. 189,5. 195.5. 196,4.
&.
9-aXaooa 188,4. 191,11.
Ȋvaroq 194,5. 195,4 (?). 196,10.
&av{idt,Eiv 191,8.
9-avfiaarög 11, 22.
VeäoÜat 198,14.
$efos 11,2, 16. 12,15. 188,2. 190,4.
192,4. 193,7, 10. 200,13.
»i-k?]Oig 191, 16.
&eÖQ 11,8. 12.4, 13, 17. 188,2. 189,
13. 190,6, 8, 11 f., 16 f. 191,2, 5,
8, 17. 192,2, 8, 13, 18. 193,19.
195,10, 13, 17.20. 196,12. 197,
15. 198,8. 199,7,9, 17. 200,4,
8, 14.
&Ea)QEiv 193, 14, 16.
9-qkvq 192,10, 19.
IhiQiov 188,5. 191,17. 195,12. 196,5.
»VTjzöq 194,5,7. 197,18. 199,17.
9-Vfiijöla 191,7.
laxQÖq 193,5.
iÖEtv 11,12, 15,22. 12,14. 191,18.
196, 13 f. 197,1, 3. 198,17.
l'dtoq 192,3.
löov 199,9. 200, 3 f.
lÖQwq 199,4.
"iEQEvg 11, 21.
lEQÖq 12, 14.
ixavöq 191,12.
"Xtioq 11, 32.
Ibq 196,8.
laoövvafioq 189,11.
Ifftävai 11,19. 12,10.
lyßvq 188,4.
xa&äitEQ 192,19.
xa&aQoq 11,29. 195,3.
xa9-i<nävai 191,7.
xa&d>q 12,3.
ztunt>^ 197,17.
xaxla 196,3. 200,6.
xaxonQuyia 198,3.
xixxbq 199,16. -.'(»Ml,
II. Wortregister zu den griechischen Texten.
215
xaXeiv HU. is f. 193,12. 195,13.
xäXXoq 11,18. 193,2.8.
xaAos 191,3t. 192,8. 194,3, 8, 12.
196,13. 197.2. 199,10.200.5.10.
xagöia 12,10.
xaQÖivaXioq 88,2.
xayitöq 195,19. 196,15. 198,4.
xaraSixaCßw 196,6. 199.2.
xazaxbitisiv 11,25.
XUTUYOiXv 196, 15.
xatavvaaeiv 12. 17.
xatcmavsiv 190,10.
sc.rc.nrtTr 192.4.
xaxägaxoq 199, 1.
^r.Ti'O^t-r/'.^iir 191,6.
xaraoxevri 189,7. 190,6. 193,15.
xaxatpogä 192,20.
yi'.ic.if vxsveiv 191, 12.
xc.Ti'ij/ftjlhu 11,16.
xarsxeiv 11.2:;. 193,3.
XTjöe/jLcäv 1^4. 1.
xiveiv 194, 15. 195.7.
xXaiecv 11,30.
*;.«>■ 11,21.
jriLovffv 198,13.
aroiA/a 199,2.
xoofistv 189.17. 193,9.
*m;//o$ 189,12. 191.15.
spar*«' 11.2:;. 198,11.
xqIvsiv 192,17. l:i:i,5.
XQvntecv 198,8, 11. 17.
*n>oc 191,18. 196,6.
*r/£«v 189,3.
xnTftg 200,12.
xxiOf/a 189,3.
xrioftevoq (?) 189, 1 .
xvxXoq 11,20.
xvxXovv 11,14.
aristo« 11,5. 12,1,4, 12. 88.2. 195,
13. 198,7. 2()(i.l4.
/.r/.>rr 196,6.
/• ".'.-;/r 11.7. 192.6. 14. 16. 193,
3,13. 196,15. 199,6, 11. 200,11.
Xafmgöq 191,6.
1 11.5. 10, 28, 31. 88,8. 192, KL
194,2. i:i5.ll. 16. 197,1, i:;.
Xoyixbq 191,5. 193,8. 195, 1 1.
Xoyia/ibq 11,9. 197,6. 9, 13.
Xbyoq 11,3. 189,10. 190,5. 191,8,
11, 13, 15. 192, 10. 19G, 2.
199,19.
XoiitbqU,G. 193,6. 197,18. 198,17.
Xvmj 199,3.
Xvoiq 199,19.
(I.
fiäXXov 191,12.
(tav&äveiv 11,6. 12. 1.
[xä'/aiQa 11.24.
(Kf'yas 192,6. 193.16.
(*£ye9oq 191,11.
fieXXeiv 189. 14. 190, 14. 192. 11.
195,15.
(iheiv 12,7. 190,14.
(i&ooq 11,17. 191,3. 195,20. 198,
9, 19.
fisraXa/ißavsiv 11.27. 29 1V. 12.2,
KU'.', 13. 194,16.
fisroxoq 19:!. I".
////.Tore 199,10.
(tovoyei'tji; 189,6.
fibvoq 189,1. 192,9. 194,16.
fivgloq 192,2,
(xvaxayioyla 12,14.
(ivouxöq 191.14. 193,7.
vsxgbzijq 199,17.
ri'xnioGiq 199, 19.
voeiv 197,19.
vbfioq 193,18. 195,1, 11.
Movg 88 ,8. 1:12.20. 197,11.
J/v.or I91,2ff. 194.21.. 7, 11. 195,
171V. 196,14. 197,2. 198,3. 199,
11. IC 200,11. IC
bööq 200.K;.
orfvvjj 198,6. 199,4.
otxeloq 12.5.
oIxtjttjqiov 191,6.
obeoöofu tv 192, 15.
6/uotos 12,14. I:i2,7. 193,15.
Ofioibi /,-■ 189, 1 5. 190, 2.
2 IG
II. Wortregister zu den griechischen Texten.
bfiolatoiq 188,3. 189,5, 11.
ovofia 191,19. 192,5.
och 198,18.
bgav 191,19. 193, 13f. 197,1.
OQaaiq 191,2. 193,17 (?).
bgitpiv 198,21.
oqoq 194,9.
borovr 193, G, 11.
OTiTtEQ 189,3. 191,9.
ovpavbq 11,13, 16. 12,9, IG. 188,5.
191,11.
oiq 11,31.
b<f Ihü./tög 193,1. 196,12, 14, 17, 19.
197,2,5, 13. 198,12.
o<ptc 195.7, I2f., IG. 196,2, 7. 10.
198,20. 199.1.
b\piQ 193,2. 197,11.
naiSaywyiä (?) 192,10.
7rafd/oy 11,17, 20, 23 f.
naiSoyovia 192,10.
natöoTtoua 197,15.
naXiv 12,1. 190,17. 192,8. 198,7.
TtavbXßioq, 191,13.
navovgyoq 195,8.
7iavtaQ%ixbq 191,9.
TiäiToiter 11,14.
nävroTE 191,9.
nävzotq 196,2.
Tiavv 197,8.
nagaßaaiq 197,3. 198,2. 199,15.
TiaQaßÜTrjQ 195, 10.
nagäyuv 189,1. 191,16.
7ia(>ädELOoq 190,17. 191,4, 12. 193,
18. 194,2, 9. 195,18, 20. 198,
8f., lt',, 19. 199,13. 200,14.
Tia.i>HiTEir 198, 12.
7ic<(j«xo!i 194, 13.
taQaoxevct'Cßiv 195,10.
TiagäotccoLq 198,13.
naQcaljQtjOtq 197,15.
nagaxQhieiv 195.9.
TK'.ijin/iottai 197,8.
TtaQf-xEiv 12,8. 194,8. 197,4. 198,6.
näq 190,7, 12. 191,2, 6, 10, 17, 19.
192,7. 194,2, IG. 195,12, 171.
196,5. 198,5. 200,1, 13.
7ii.o~/Eiv 193,14.
189,4. 190,9, 11. 192,
195,13. 198,2. 199,7.
TtaxJjQ 189,6. 198,14.
nEiüüaihu 198,11.
7l£7l?jOOJ/UtVOg (7lt7ZCO()CO/UtVOq) 88, 8.
TitQißäD.tiv 199,17.
TtEQiCfiifia 198,3.
nsptncaeTv 198,8, IG.
TtEQianäv 193,7.
nezeivbq 188, 4.
TliXQoq 198,5.
niveiv 11, 1.
Tiiazeveiv 12,11.
nkätTEiv 12,6. 191,1. 192,19. 197.
20. 200,7.
nksvQa 192, 14 f. 193,4.
nXij&oq 11,17.
nvsvfia 12,7,91". 192,4,20. 193,10.
nvevfiäTixöq 193,14.
Tirol/ 12, G.
noislv 188,2.
3, 9, 17.
200,8.
noiijoiq 189,2.
noixiXia 195,4.
nbXefioq 195,7.
noD.axiq 197,7.
nolvq 191,12. 195,6. 196,4.
7iorrjQ6c 191,5. 194,4, 8, 12. 196,13.
199,10. 200,5, 10.
TioQipvoiq 189, 15.
noTljOiov 11.24.
novq 196,8.
TiQäyfia 11,8.
noä^iq 198,5.
7l(i('(TT£ll- 198,6.
nQorjysioS-at 189,3.
nybütmq 11,21. 12,4.
7l(iOÜEOJ(J£lV 197,20.
TiQoxa&rja&cu 192,1.
TCQOxaxaßäXXeiv 200,9.
TiQoxbnTEiv 200,5.
noo/.e.ußi'.vttv 194, 13.
TiyboÖoq 198, 12.
7iQoqtyyiZ,iriv 11.21.
TtQoq£Q%ea&ai 11,22. 27. 29
noogr/xeir 198,21.
TxooqxbnrEtr (?) 200,5.
TiQoqrÜTTEiv 195,1.
JlQOqtpkOElV 11,15.
jiQÖamnov 11.18, 22. 199,5.
Tl. Wortregister zu den griechischen Texten.
217
TCQOti&evai 11,15. 191.5.
TtQO<pavriQ 19(>. 5.
itQO<prftucbq 192,4.
TtQOfpOQÜ 196,2.
itQmxbiikaaxoq 196,3, 18.
nQwxoq (?) 198.3.
TCQiDTÖtimOV 190.2.
nralGua 198,10.
tcvq 11.14. IG f.
föftä 189,1. 191,13.
nllnif 191,13.
$0(tq aia 21 K), 15.
GCtQXlXOq 107,16.
occq£ 10,2. 12,6—9. 192.15. 193,6,
lli.
aijfialveiv 197,12. 199, 18.
oxiptXQOv 189.15.
axonöq 192.17.
ffog ?a 192, 1 7.
oxeyr, 11,12. 12.15.
,7,;:/". 199,1.
ozQt<peiv 200, 15.
ovyyeviiQ 11,3.
GvQoyU I -
nvxq l'.'s. 2. 1.
ovfißovXoq 189,6, 9.
.,- //./ :-'o,<n' 195,9.
-;/ )vJ(. 11.7. KL
in ; ■.- £■< taxäv 195, 10.
ffl I ■: nyi-Ty 192, 11.
„/,.•.,,_ 197,6. 198,10.
.,/ 17;/: m 190, 8.
<,/ 1 /.,.'-,_ l 93, 5.
avvxQOipoq 199.3.
.,/.,;/)• 199,2.
'../ ' rri ')• 11.21.
.,-/,>: 193,8. 197,19.
0(ÖfH 11 5, 25 1.. 28f. 12. IM.. 12.
88,7. 200,1.
owri/u 10,2.
r 12,4. 200, 15.
I 12.11.
Texte ii. Untersuchungen etc. 81, t
zexvixTjq 193,5.
uUvai 11,26. 191,1. 194,9.
xixxeiv 199. 4.
n/iüv 190, 1.
T,';,!t 191,14, 20. 192.5. 195.5.
r////o. 189, 1. 190,6.
niivinic. 199,1.
xoivvv 189,11.
zoiovxoq 193,2. 194,8, 10. 200,7.
loXflTjfia 198,10.
rönoq 195.3.
zooovzoq 191,11.
r.,,',1;-:-: 11,20
ro». •//■.■ 198, 1.
igmeiv 192.2(1.
iQÖrcoq 198,3.
T'jo'l'i, 199.2,.
TQVtpr, 193,18. 200,14.
ZQVtprtXoq 198,18.
igüyeiv 10,2. 11.1t.
rvreoe 88, 7.
ro//.5. 197,8.
(7,'(. 189,6.
bnaxori 194,13.
vTcägxsiv 11,4. 189,4. 196,5.
WTtVOS 192.2D.
V7CV0VV 192.14.
VTCokafißäveiv 191.7.
i ... 189,8. 191,5.
imoaxaxoq (? 189,10.
vnox(üQsZv 192,6.
ror/.nvj 197.19.
r>/ icTi'.rt'.t 191.12.
p< ;:,> 12.1. 3. 19 1.3 t.. 6. 195,1.
19t. 196,11, 16. 199.11.
i 11. 13.
<pävt i 88,6. 188,2. 192. s. L9
200,13.
i 193,2.
•I < i /< .•'■/" i 193,1.
9 . . "- 11.19.
tp&aveiv 200,7.
i 10,2.
cpQ-övoq 195,6.
>/ lAav&Qwnia 191, 8.
15
218
II. Wortregister zu den griechischen Texten.
</ iXboTOQyoq 198, 14.
tpifiovv 196,7.
<pXoyivoq 200,15.
<poßeia&cu 198,16.
ifoßüQÖq 198.18.
(pößoq 198,11, 14.
<PQOVl(iOQ 195, 12 f.
<f vsiv 197,5.
<pvXaxxeiv 200,16.
ipvU.ov 198,2, 5.
tpvoiq 11,3. 190,4. 193,19. 194,8.
195,5. 200,9.
(pvteveiv 190,17.
tfiTor 194,10.
(pvTOVQyöq 191.14.
tpwvrj 11,30. 12,1. 196,5. 198.7. 15.
(fcüq 193,2.
/
IfXQaxtiiQ 189,8.
'/Üqiv 190,11, 15.
XeiQ 11, 23, 28. 12, 6, 13. 190, 6.
199,11.
yeiQoxovHv 192,3.
%£(>ovßlfA 200,15.
yirüv 199,8, 14, 18.
XQyo&ai 189,6, 9. 196,2. 200,10.
■/ojoi'Cfir 12,7.
%<oqlov 191,13. 198,19.
V-
ipevöoq 195,9.
'"'/'/ 193,1, 6.
wQaioq 191,2. 11)6,15.
wq 11.11, 21, 27. 88,8. IS!», 11. 193,
5, I3f. 194,1, 12. 199,9. 200,
3 ff, 7.
wqccvzcoq 193, 16.
tbqel 11,19.
atcitEQ 12,5. 189,12, 14. 192,1, 5.
Verlag der J. C. HINRICHS'schen Buchhandlung in Leipzig.
TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN ZUR GESCHICHTE DER
iLTCHRISTLICHEN LITERATUR
Herausgegeben von 0. von Gebhardt und A. Harnack.
Fortsetzung von der zweiten Dmsclilagseite.
ostermann, E., Über d. Didymus v. Alexandrien
in ipistolas cauonicas enarratio. 8 S. (Mit
Koetschau und Harnack. NF. XIII, 2)
nopf, R., Der erste Clemensbrief. Untersucht
u. herausg. IV, 194 S. 1899. (NF. V, 1) M. 6 —
)etschau, P., Zur Testkritik von Origenes'
Jnhannescommentar. 76 S. 1905. (Mit Har-
nack und Klostermaun. NF. XIII, 2.) M. 3-
•aatz, W., Kop'ische Akten zum ephesiniscben
Konzil (431). Übersetzung u Untersuchunge n.
VIII, 220 8. 19C4, (NF. XI, 2) M. 7 —
jipoldt, J., Didymus der Blinde von Alexandria.
III, 148 S. i905. (NF. XIV, 3) M. 5 —
- Neben ute von Atripe und die Entstehung
d. national ägypt. Christentums. X, 214 s.
1903. (N"F. X, 1) M. 7 —
- Said. Auszüge aus dem 8. Buche d. apost.
.Konstitut. II, 62 S. 1904.
(NF. XI, lb) M. 2 —
Bstle, E., Kirchen geschickte d. Eusebius a.d.Sy-
rischen. X, 296 S. 1901. (NF. VI, 2) M. 9.50
reuschen, E. , Eusebius' Kirchengeschichte
Buch VI u. VII aus d. Armenischen übersetzt.
XXII, 109 S. 1902. (NF. VII, 3) M. 4 —
>sch. A., Agrapha, aussercanonische Schrift-
fragmente. Gesammelt und untersucht und in
zweiter, völlig neu bearbeiteter, durch alt-
testamentliche Agrapha vermehrter Auflage
herausgegeben. Mit 5 Registern. XVI, 426 8.
1906. (NF. XV, 3/4) M. 10 —
Der Paulinismus n. die Logia Jesu in
Ihrem gegenseitigen Verhältnis untersucht.
VIII, 656 S. 1904. (NF. XII. Bd.) M. 20 —
isch, G.,Das Aposteldecret nach seiner ausser-
kanonischen Textgestalt untersucht. V, lT'.is.
1905. (NF. XIII, 3) M. 5.50
ihermann, Th., Die Geschichte der dogma-
tischen Florilegien vom V.— VIII. Jahrhun-
dert. VI, 104 S. 1904. (NF. XIII, 1) M. 3.50
thmidt, C, Die alten Petrusakten i. Zusammenh.
d. apokr. Apostellit. untersucht. Nebst e. neu-
3iitdeck.Fragm.VIII,176S.1903.(NF.IX,l)M.6—
Schmidt, C, Plotin's Stellung z. Gnosticismus und
kirchl. Christentum. X, 90 S. — Fragm. einer
Schrift d. Märt. -Bisch. Petras v. Alexandrien
50 S. 1900. (Mit Stählin NF. V, 4) M. 5 —
Schubert, H.v., D.sog.Praedestinatus. Beitrag z.
Gesch. d. Pelagianisinus. IV, 147 S. 1903.
(NF. IX, 4) M. 4.80
Schultze, K., Das Martyrium des heiligen Abo
vonTiflis. 41 S. — (Mit Harnack und Augar.
XF. XIII, 4.) M.4.50
Seeck, 0., Die Briefe des Libanius. Zeitlich ge-
o dnet. VI, 496 S. 1906. (NF. XV, 1/2) M. 15 —
Sickenberger, J., D. Lukaskate.ne d. Niketas v.
Herakleia unters. 1902 (NF. VII, 4) M. 4—
— Titus von Bostra. Studien zu dessen Lukas-
homilien. VIII, 268 S. 1901. (NF. VI, 1) M. 8.50
Soden, H. von, Die Cyprianische Briefsammlung.
Gesch. ihrer Entstehung u. Überlieferung.
VIII, 268 S.u. 2 Tab. 1904. £XF. X,3i 81.10.50
Stählin, 0., Zur handsehriftl. Überlief, d. Clem.
Alexandrinus. 8 S. 1900. (s. Schmidt)
Steindorff, G., Die Apokalypse d. Elias, e. unbek.
Apok.u. Bruchst.d.Sophonias-Apok.X, 190S.
Mit lLichtdr.-Taf. 1899 (NF. 11,3a) M. 6.5c
Stülcken, A., Athanasiana. Litterar- u. dogmen-
gesch. Unters. VIII,150S. 1899. (NF.IV.4) M. 5 —
Ter-Minassiantz, Erw., Die armen. Kirche in ihren
Beziehungen z. d syr. Kircheu bis z. Ende.
des 13. Jahrb. Nach den armen, u syr. Quellen
bearb. XII, 212 S. 1904. (NF. XI, 4) M. 7.50
Urbain, A., Ein Martyrologium d. christl. Ge-
meinde zu Rom am Anfang des V. Jahrb.
Quellenstudien z. Gesch. d. röm. Märtyrer.
VI, 266 S. 1901. (NF. VI, 3) M. 8.50
Waitz.H., D. Pseudoklementinen, Homilieuu. Re-
kognitionen. 1904. VIII,396S.(NF. X,4) M. 13 —
Weiss, B., D. Codex D i. d.Apostelgesch.Textkrit.
Unters. IV, 112 S. 1897. (NF. II, 1) M. 3.50
— Textkritik der vier Evangelien. VI, 246 S.
1899. (NF. IV, 2) M. 8 -
Wobbermin, G., Altchristi, liturg. Stücke aus der
Kirche Aegyptens nebst einem dogmat. Brief
d. Bischofs Serapion v. Thmuis. 36 S. 1899.
(Mit Jeep XF.II, 3b M. 2-) einzeln M. 1.50
WredetW.,DieEehtheitde9 2.Thes8.-Briefa unter-
sucht. VIII, 116 S. 1903. (N'F. IX, 2) M. 4 —
ie Erste Reihe (Band I—XVexcl. V, 4) derTexte u. Untersuchungen etc. M. 364 —
ie Zweite Reihe (BandXVI— XXX) „ „ „ „ „ M. 384—
gute Halbfranz-Bibliotheksbde. (I. Reihe 17 Bde., II. Reihe 16 Bde.) zu je M. 2.50 geb. vorrätig.
Ausführliches Inhaltsverzeichnis steht zu Diensten.
TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN
ZUR GESCHICHTE DER
ALTCHRISTLICHEN LITERATUR
ARCHIV FÜR DIE VON DER KIRCHENVÄTER-COMMISSION
DER KGL. PREUSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UNTERNOMMENE
AUSGABE DER ÄLTEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLEI;
HERAUSGEGEBEN VON
ADOLF HAMACK und CARL SCHMIDT
DRITTE REIHE — ERSTER BAND 4. HEFT
DER GANZEN REIHE XXXI, 4
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I. Ö: HINRICHS'sCHE BUCHHANDLUNG
1907
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